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Aktuelle Nachrichten aus Java No. 28, Stand 15.10.1999
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler)
Am 1.10. hat die Nationalversammlung (MPR - Majelis Permusyawaratan Rakyat - "Beratende Volksversammlung") begonnen, die das Regierungsprogramm für die nächsten fünf Jahre beschließt und am 20.10. den neuen Präsidenten / die neue Präsidentin wählt. Einerseits danken wir Gott, daß diese Nationalversammlung wesentlich demokratischer verläuft als in den letzten 40 Jahren. Andererseits zeichnet sich eine immer deutlichere Polarisierung ab zwischen dem politischen Islam unter Führung von Amin Rais auf der einen Seite und den Anhängern von Frau Megawati (mit den toleranten Muslimen) auf der anderen Seite, die das Wohl der ganzen indonesischen Nation im Auge haben (in indon. Terminologie: "Nationalisten"). Amin Rais bemüht sich eifrig, den besonnenen Abdurrahman Wahid und einen Teil der "Partei der Volks-Erweckung" (PKB - vgl. Akt. Nachr. Nr. 15 vom 10.11.1998, Abs. 1) auf seine Seite zu ziehen. Amin Rais selbst wurde außerdem zum Vorsitzenden der Nationalversammlung gewählt - mit Unterstützung der GOLKAR-Partei des alten Regimes. Wir beten um einen Ausgang der Nationalversammlung und eine Präsidentin / einen Präsidenten, der / die dem Wohl der ganzen indonesischen Nation dient.
Die Nationalversammlung lenkt etwas ab von den Ereignissen in Osttimor. Leider mißbrauchen dabei die Militärs den indonesischen Nationalismus. So kommentierte z.B. die renomierte Tageszeitung Jawa Pos die Stationierung der internationalen Friedenstruppe am 21.9. mit der Schlagzeile "Ausländische Truppen haben die Stadt Dili bereits in ihrer Gewalt" ("Pasukan Asing Telah Kuasai Dili"). Die indon. Wochenzeitung Tempo berichtet ausgewogen über Menschenrechtsverletzungen des indonesischen Militärs sowie über Fehlverhalten des australischen Oberkommandos der UNO-Truppen. Aber auch die ausländische Presse unterscheidet zuwendig zwischen dem Nationalismus-Chauvinismus der Militärs und dem Nationalismus von Frau Megawati. Megawati hielt die Volksabstimmung in Osttimor zwar für überstürzt, drängt nun aber auf eine zügige Durchführung des Beschlusses. In Salatiga wie auch sonst auf Java merkt von den Auseinandersetzungen auf Timor nicht viel. Wir beten um ein Ende der Massaker und um Frieden und Freiheit für das ganze timoresische Volk.
In der GKJTU findet von 18.-23.10. der sechste Kurs für die Evangelisten / Laienprediger statt, diesmal mit den Unterrichtsfächern Seelsorge I und Dogmatik (Glaubenslehre) III. Wir begleiten den Kurs auch diesmal in unserer Fürbitte.
Nach dem Kurs wird die neue Geschäftsführerin des Ausbildungsinstitutes LPPPK 'Sabda Mulya', Frau Yohana Endah Kusumawardhani (Frau Dhani), für drei Monate in den Mutterschutz gehen. Wir beten für eine gute Geburt (Querlage!) Anfang November und daß Herr Heru und Christian G. die zusätzlichen Aufgaben gut bewältigen können.
Am 1.10. hat sich wieder das kleine Team getroffen, das Material zu einem "theologischen Grundkurs" für die Gemeindeglieder der GKJTU erstellt. Bisher liegen erste Kapitel vor über die Geschichte der GKJTU (von Pfr. Sarju & Christian G.), über die Lehre der GKJTU (von Frau Dhani & Christian G.), über "Kirche und Gesellschaft" (von Vik. Heru Purwanta), über "Haushalterschaft" (von Pfr. Agus Trisarjoko) und über "Missiologie" (von Vik. Juwarisman). Bis zum nächsten Treffen am 3.12. sollen vollständige Entwürfe vorliegen. Wir begleiten das Team in unserer Fürbitte.
Am 26.10. wird Vikar Waluyo zum Pastor der Gemeinde Tayeman im Kirchenkreis Kopeng ordiniert. Pfr. Waluyo ist nach vielen Jahren der erste vollzeitliche Gemeindepfarrer im Kirchenkreis Kopeng. Seine Frau Mariyani hat ebenfalls Theologie studiert, kann aber bisher noch nicht ordiniert werden. Da die Gemeinde kein ausreichendes Gehalt bezahlen kann, unterrichtet Vikar Waluyo an der Mittelschule (SMP) der GKJTU, seine Frau Mariyani an der staatlichen Mittelschule in Getasan. Wir beten für den weiteren Dienst der beiden sowie für die Zusammenarbeit mit den Evangelisten / Laienpredigern im Kirchenkreis Kopeng.
Am 5.10. wurde der Grundstein für ein Bibliotheks- und Laborgebäude der Christlichen Mittelschule (SMP) Getasan gelegt. Für eine Höhere Schule in Indonesien ist eine Bibliothek, ein Computerraum und Räume für physikalische und chemische Versuche unabdingbar. Die christl. SMP Getasan war schon ins Hintertreffen geraten, weil sie solche Räumlichkeiten bisher nicht hatte. Wir beten für die weitere Entwicklung der christlichen SMP.
Vom 25.10.-4.11. besucht eine Gruppe der Evang. Kirchengemeinde Eisingen die GKJTU. Architekt Eberhard Schultz wird zusammen mit seiner Frau Martha die GKJTU vom 23.10. bis Anfang November besuchen, um die Bebauung des neu erworbenen Grundstückes zu planen. Wir beten für alle Besuche, gerade in der Zeit des politischen Umbruches.
Die Gemeinde Pajang (bei Solo) der Javanischen Christlichen Kirche (Gereja Kristen Jawa - GKJ) ist schon seit Jahren untereinander und mit der Kirchenleitung der GKJ zerstritten, u.a. weil die Kirchenleitung den Vikar Adenan nicht ordinieren will. Der größere Teil der Gemeinde will sich der GKJTU anschließen (vgl. Akt. Nachr. Nr. 22, 13.5.1999, Abs. 9). Wir sind dankbar, daß die Kirchenleitung der GKJ und der GKJTU am 4.10. eine Übereinkunft unterzeichnet haben, nach der die GKJ die Unzufriedenen "in Frieden entläßt" und zur GKJTU weiterhin ein geschwisterliches Verhältnis pflegt. Wir beten weiter für die Gemeinde Getsemani in Pajang.
Die Elendsgebiete im Norden der Provinzhauptstadt Semarang waren schon lange von jährlichen Überschwemmungen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität gezeichnet. In der Zeit der Wirtschaftskrise sind diese Probleme umso gravierender. Das Diakon. Werk der GKJTU "Zion" in Zusammenarbeit mit World Vision International und dem christlichen Krankenhaus "Panti Wiloso" will hier helfen. Wir beten für das geplante Hilfsprogramm.
Am 25.9.1999 hat Christian G. endlich die Arbeitsgenehmigung für 7.10.1998-6.10.1999 (!) bekommen und konnte vierzehn Tage lang ganz legal arbeiten ... Seit 7.10.1999 sind Christian & Pia wieder nur "geduldet". Wir beten daß die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis (und Arbeitserlaubnis) rechtzeitig vor Ablauf der Duldungsfrist (normalerweise 2-3 Monate) erteilt wird.
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