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Aktuelle Nachrichten aus Java No. 16/98, Stand: 1.12.1998
   (zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler,
in Absprache mit Generalsekretaer Pfr. Yohanes Sarju)
 
1. Die ausserordentliche Sitzung der Nationalversammlung (MPR - Majelis Permusyawaratan Rakyat - "Beratende Volksversammlung") am 10.-13.11. (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 15, Abs. 3) war von vielen Demonstrationen begleitet. Die Studenten hatten ausschliesslich friedliche Demonstrationen geplant, aber das Militaer hatte "freiwillige Buergerwehren" aus der Provinz angeworben. Auch einige islamische Organisationen unterstuetzten den Uebergangspraesidenten Habibie und die Nationalversammlung. So kamen es immer wieder zu Provokationen und Gewalttaetigkeiten, bei denen schliesslich 19 Studenten erschossen und 126 verletzt wurden. Anschliessend wurden einige Oppositionspolitiker verhaftet und allzu mutige Fernsehsender zur Ordnung gerufen.
 Gleichzeitig zur Nationalversammlung trafen sich auf Initiative der Studenten die gemaessigten Oppositionsfuehrer Megawati Sukarnoputri, Amien Rais, Abdurrahman Wahid und der Sultan / Maharaja von Yogyakarta, Hamengko Buwono X. In der "Ciganjur-Erklaerung" entwarfen sie ein gemeinsames Reformprogramm, das vielen Studenten allerdings nicht weit genug ging. Einige ihrer Forderungen wurden von der Nationalversammlung aufgenommen, wirkliche Reformen sind aber wohl erst nach den Neuwahlen am 7.6.1999 zu erwarten. Die Unterstuetzung fuer Megawati, Amien Rais und Abdurrahman Wahid ist ueberall im Land augenfaellig.

2. Die Welle der Gewalttaetigkeiten reist jedoch auch nach der Nationalversammlung nicht ab. In der gereizten Stimmung koennen Kleinigkeiten sofort zu Vandalismus fuehren. So fuehrte ein Streit mit ambonesischen, christlichen Parkwaechtern im Stadtteil Ketapang in Jakarta am 22.11. zu Auseinandersetzungen, bei denen schliesslich 11 Kirchen zerstoert wurden und zahlreiche Menschen ums Leben kamen.
 Bei der deutschen Presse scheint teilweise die Tendenz zu bestehen, angesichts solcher Vorfaelle Suharto als den "starken Mann" darzustellen, der 30 Jahre lang fuer Ruhe und Ordnung gesorgt hatte. Zutreffender ist wohl die Einschaetzung des katholischen Paters Frans Magnis Suseno, die von vielen indonesischen Christen geteilt wird: "Wir ernten jetzt die Fruechte von 32 Jahren Suharto-Regime!"

3. Die Delegiertenversammlung des Indonesischen Kirchenrates vom 20.-26.11. in Nordsumatra (Sidang Majelis Perwakilan Lengkap Persekutuan Gereja-gereja di Indonesia - MPL PGI) ist gut verlaufen (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 15, Abs. 4). Vor allem wurde die Generalversammlung im Herbst 1999 vorbereitet. Wir beten fuer alle weiteren Vorbereitungen, auch um die noetigen finanziellen Mittel.

4. Wir freuen uns, dass der Kauf und die notarielle Ueberschreibung des Grundstueckes neben dem Synodalkomplex endgueltig abgeschlossen werden konnte und das Grundstueck jetzt wirklich der GKJTU gehoert (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 13, Abs. 3). Die alten Besitzer werden bis zum 20.12. ausziehen, dann kann mit einer Renovierung der Gebaeude begonnen werden. Weitere Informationen ueber die Verwendung des Grundstueckes im Internet unter http://www.angelfire.com/id/javainfo/pytanah.html .

5. Pebri hat seit November eine neue Aufgabe als Redaktionssekretaerin der Frauenzeitschrift "Wanita" uebertragen bekommen. Ausserdem gibt sie Herrn Agus Santoso, einem Dozenten der Theol. Hochschule Abdiel, Deutschunterricht fuer sein bevorstehendes Promotionsstudium (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 13, Abs. 7). Wir beten, dass Pebri diese Aufgaben gut bewaeltigen kann.

6. Schon seit 1996 gibt Christian den Synodalmitarbeitern Englisch-Unterricht, auch an Deutschkursen bestuende sowohl in der GKJTU wie auch an der Theol. Hochschule Abdiel grosses Interesse. Aber dafuer haben wir eigentlich keine Zeit und Kraft. Anfang 1998 hat sich eine ungarische Niederlandistik-Studentin namens Abigail Kovacsa fuer ein Missionspraktikum 1999/2000 beworben. Sie koennte  Englisch-, Deutsch- und evtl. auch Niederlaenisch-Kurse geben. Inzwischen ist jedoch ihre Mutter schwer krank geworden (Tumor), so dass das Praktikum von Abigail sehr in Frage gestellt ist. Wir beten fuer Abigails Familie wie auch fuer die weitere Zukunft der Sprachkurse.

7. Die Verlaengerung von Christians Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung ist weiterhin schwierig. Aufgrund der Bescheinigung vom Arbeitsministerium (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 15, Abs. 7) haette die Einwanderungsbehoerde in Semarang eigentlich innerhalb von einer Woche die Verlaengerung ausstellen koennen. Aber jetzt fordern sie eine weitere Bescheinigung des Religionsministeriums, obwohl die Bescheinigung des Arbeitsministeriums bereits mit Zustimmung des Religionsministeriums ausgestellt worden war. Es bleibt nichts anderes uebrig, als die geforderte Bescheinigung des Religionsministeriums einzuholen. Der zustaendige Beamte im Religionsministerium ist weithin gefuerchtet. Ausserdem bleibt nur noch eine Woche Zeit, diese Bescheinigung einzuholen, falls die Einwanderungsbehoerde in Semarang keine weitere Toleranzfrist einraeumt.
 
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