a) "DER KUENFTIGE PRAESIDENT MUSS EIN STRENGGLAEUBIGER, MUSLIMISCHER
MANN SEIN" ("Presiden
Harus Pria Bertakwa") - Diese Forderung beschloss der regierungsnahe
"Kongress der indonesischen islamischen Gemeinde" (Kongres Umat Islam Indonesia
- KUII) bei seiner Tagung vom 4.-7.11. Diese Forderung ist ein direkter
Angriff gegen die populaere Oppositionspolitikerin und Praesidentschaftskandidatin
Megawati Sukarnoputri, die zwar Muslimin ist, aber nicht fanatisch. Mit
dem strengglaeubigen Mann ist wohl der jetzige Uebergangspraesident Habibie
gemeint, der Gruender der fundamentalistischen islamischen Intellektuellen-Bewegung
ICMI. Entgegen frueheren Aussagen will Habibie nun doch im naechsten Jahr
fuer eine weitere Praesidentschaft kandidieren. Darueberhinaus will sich
der Kongress und viele andere islamische Parteien dafuer einsetzen, dass
Muslime in Indonesien nicht laenger verfolgt, unterdrueckt und benachteiligt
werden (?!).
b) "ABDURRAHMAN WAHID GIBT DIE GRUENDUNG DER ANTI-DISKRIMINIERUNGS-BEWEGUNG
BEKANNT" ("Gus
Dur Umumkan Gerakan Antidiskriminasi") - Nach Ansicht von Abdurrahman
Wahid (Kosename: "Gus Dur") hat die islamische Mehrheit in Indonesien bisher
allzu oft Minderheiten (Christen, Hindus, Chinesen etc.) unterdrueckt.
Auch Frauen genoessen immer noch keine Gleichberechtigung. Deshalb hat
Gus Dur eine Diskriminierungsbewegung ("Gerakan Antidiskriminasi" - nicht
zufaellig abgekuerzt "Gandi") gegruendet. Gus Dur steht zugleich an der
Spitze der groessten indonesischen Moslem-Vereinigung "Nadlatul Ulama"
(NU) und der "Partei der Volkserhebung" ("Partai Kebangkitan Bangsa").
Bei der Gruendungsversammlung forderte er Megawati Sukarnoputri spontan
zu einer Ansprache auf.
Die "Jawa Pos" hat bezeichnenderweise ein Votum abgegeben, indem
die Schlagzeile von Gus Dur zuoberst mit den groessten Lettern abgedruckt
wurde. Aus diesen Schlagzeilen wird deutlich, dass man die indonesischen
Muslime nicht ueber einen Kamm scheren darf. Wir beten, dass die gemaessigten
Kraefte in Politik und Gesellschaft den Ton angeben koennen.
2. In den letzten Wochen ist auf Java ein seltsamer "Hexenwahn" ausgebrochen. "Medizinmaenner", "Magier", "Hexer" (indon./javan.: "dukun santet", aber auch "Hexenjaeger" werden auf den geringsten Verdacht hin in bestialischer Weise gelyncht. Dieser Hexenwahn hat bereits etwa 250-300 Menschenleben gefordert. Die Opfer sind zum groessten Teil Geistliche der erwaehnten gemaessigten Moslem-Vereinigung "Nadlatul Ulama" (NU), aber auch viele Geisteskranke fallen dem rasenden Mob zum Opfer. Niemand weiss, was wirklich hinter dem Spuk steckt. "Gus Dur" vermutet die Drahtzieher in Regierungskreisen. Wir beten um ein Ende des Mordens und darueberhinaus, dass die Javanen nicht laenger ihr Heil in weisser oder schwarzer Magie suchen.
3. In dieser ueberhitzten Situation findet vom 10.-13.11. die lange angekuendigte ausserordentliche Sitzung der Nationalversammlung (MPR - Majelis Permusyawaratan Rakyat - "Beratende Volksversammlung") statt, die vor allem die Neuwahlen im Mai 1999 durch ein neues Mehrparteien-Wahlgesetz vorbereiten soll. Einerseits ist von der Sitzung der MPR nicht viel zu erwarten, da die MPR noch in der alten, von Suharto fingierten Zusammensetzung tagt. Andererseits ist die Sitzung der MPR fast der einzige friedliche Weg in die Demokratie. Die Opposition (die in der MPR nicht vertreten ist) versucht auf jeden Fall, "von der Strasse" Druck auf die MPR auszuueben. Leider kommt es dabei aber auch zu Zusammenstoessen zwischen fundamentalistischen Muslimen und Anhaengern der Demokratiebewegung. Wir beten um ein gutes Ergebnis der Nationalversammlung.
4. Der Indonesische Kirchenrat haelt vom 20.-26.11. in Nordsumatra seine Delegiertenversammlung ab (Sidang Majelis Perwakilan Lengkap Persekutuan Gereja-gereja di Indonesia - MPL PGI). Von der GKJTU wird Generalsekretaer Pfr. Yohanes Sarju daran teilnehmen. Die MPL PGI steht vor grossen gesellschaftlichen Herausforderungen; ausserdem sind manche innerkirchliche Fragen zu loesen, vor allem die Wiedervereinigung der gespaltenen Batakkirche HKBP. Wir beten sowohl fuer die Delegiertenversammlung des PGI wie auch fuer die Vereinigung-Synode der Batakkirche HKBP.
5. Wir sind dankbar fuer den guten Verlauf der Familienbibelwoche (18.-25.10.), die Synodalfreizeit in Bali (25.-29.10.) und die Tagung des Indonesischen Kirchenrates PGI (27.-31.10.) zur Erstellung von Schulungsmaterial (vgl. Akt. Nachr. No. 14 vom 9.10.1998, Abs. 5, 6, 8), sowie fuer den dritten Kurs zur Schulung der Evangelisten / Laienprediger (2.-7.11., vgl. Art. "Tue das Werk eines evangelischen Predigers ..." im Internet unter http://www.angelfire.com/id/javainfo/kursgi.html bzw. "Prediger fuer das ‘Neue Indonesien’ " im Missionsboten aus Neukirchen, Nr. 2/1998).
6. Seit diesem Monat hat das Ausbildungsinstitut LPPPK "Sabda Mulya" einen neuen Mitarbeiter, Herrn Heru Purwanta. Herr Heru Purwanta (lies: "Purwanto") ist Diplompaedadoge und Diplomtheologe und daher fuer die Mitarbeit im Ausbildungsinstitut LPPPK hervorragend geeignet. Auch geistlich-theologisch zieht er mit den anderen Mitarbeitern an einem Strang. Die naechsten vier Jahre arbeitet Herr Purwanta allerdings noch als stellv. Schulrektor und Schulinspektor und kann seine Arbeit im Ausbildungsinstitut LPPPK nur nebenamtlich versehen. Da er von der Regierung als einer der fuenf besten Lehrer Indonesiens ausgezeichnet wurde, ist er vom 3.-20.11. zu einer Studienreise nach Japan entsandt. Wir begleiten Herrn Purwanta auf seiner Studienreise und in seinen weiteren Aufgaben in unserer Fuerbitte.
7. Wir danken Gott, dass endlich die seit zwei Jahren erwartete Bescheinigung vom Arbeitsministerium vorliegt und damit wenigstens der Antrag auf die Verlaengerung von Christians Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung gestellt werden konnte (vgl. Akt. Nachr. Nr. 13, Abs. 8). Fuer Pia Desideria soll eine eigene Aufenthaltsgenehmigung ueber Pebri beantragt werden, damit wenigstens Pia Desideria mit Pebri vorerst in Indonesien bleiben kann. Christian wird auf jeden Fall noch bis 7.12. geduldet. Wir beten, dass alle Antraege rechtzeitig genehmigt werden.
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