1. Wir sind dankbar, dass die politischen Reformen weiter vorangehen: Generalleutnant Prabowo muss sich vor Gericht verantworten wegen der Entfuehrung und Ermordung von mehreren politischen Aktivisten. Auch die Erstuermung der Parteizentrale der Partei Demokrasi Indonesia am 27.7.1997 wird jetzt naeher untersucht. Nun richten sich alle Hoffnungen darauf, dass die Uebergangsregierung von Praesident Habibie mit den Neuwahlen 1999 abgeloest wird. Insgesamt waechst das "Demokratie-Bewusstsein" unter der Bevoelkerung. Traurig sind wir deshalb, wenn die indonesischen Reformen im Ausland vielfach nur als "politische Unruhen" in einem Atemzug mit anderen "Katastrophen" genannt werden.
2. Die Wirtschaftskrise haelt jedoch weiter an. Ausser dem weiteren Kursverfall des Rupiah haben sich die Jahreszeiten durch das Wetterphaenomen El Niño voellig verschoben, auch nach dem Ausbruch des Merapi-Vulkans Anfang Juli war der Himmel wochenlang wolkenbedeckt. Die Bauern wissen nicht mehr, ob sie fuer die Regenzeit oder fuer die Trockenzeit pflanzen sollen. Die Tabakernte in der Gegend von Salatiga ist voellig ausgefallen, die Bauern koennen nicht einmal die Kredite fuer das Saatgut zurueckbezahlen. Die Reisvorraete gehen langsam zur Neige, die Preise fuer Reis und Zucker klettern in schwindelerregende Hoehen. In dieser Lage versuchen die Kirchen (zusammen mit anderen gesellschaftlichen Gruppen) Zeichen der Hoffnung zu setzen und wenigstens die schlimmste Not durch Lebensmittelpakete zu lindern, mittelfristig sollen Kleinkredite zu neuen Existenzgruendungen helfen.
3. Die christlichen Schulen sollen jetzt endgueltig gezwungen werden, islamischen Religionsunterricht abzuhalten. In der Provinz Yogyakarta wurden jetzt entsprechende Bestimmungen erlassen, die anderen Provinzen werden sicher bald nachziehen. So stehen auch die Schulen der GKJTU vor neuen Herausforderungen. Trotzdem soll die christliche Mittelschule in Getasan weiter ausgebaut werden; eine Schulbibliothek und naturwissenschaftliche Lehrsaeaele mit Experimentier-Ausruestung sind geplant. Nur so kann die Schule den gestiegenen Anforderungen im indonesischen Schulwesen gerecht werden. Immerhin belegte die Mittelschule der GKJTU neulich unter den 160 Mittelschulen im Landkreis Semarang den 40. Platz bei einer Bewertung der gesamten Schulqualitaet.
4. Auf diesem Hintergrund haelt die GKJTU vom 25.-29.8. ihre Generalsynode ab. U.a. wird die Kirchenleitung neu gewaehlt, auch sonst wird es wohl zu einigen personellen Veraenderungen kommen. Die einzelnen Abteilungen (u.a. die Ausbildungsabteilung, in der Christian mitarbeitet) sollen besser organisiert werden. Wir beten vor allem, dass die Synode die Einheit der GKJTU bewahren kann.
5. Weiter ist die GKJTU dankbar, dass ein grosses Grundstueck in Stadtmitte direkt neben dem Synodalzentrum guenstig gekauft werden konnte. Damit kann das Synodalzentrum auch zukuenftigen Entwicklungen angepasst und entsprechend erweitert werden. Eine ausführliche Projektbeschreibung unter http://member.indosat.net.id/gossweil/PyTanah.htm ansehen.
6. Besonders beten wir fuer die Pastoren in den Dorfgemeinden. Sie muessen oft mit einem minimalen Gehalt irgendwie ueber die Runden kommen, was in der jetzigen wirtschaftlichen Lage umso schwerer ist. Pfingstkirchen versuchen oft, die Pastoren samt ihren Gemeinden durch finanzielle Anreize zum Uebertritt zu bewegen.
7. An der Theol. Hochschule Abdiel haben wider Erwarten (vgl. Akt. Nachrichten Nr. 10 vom 6.6., Pkt. 7) ueber 50 Studenten mit dem Studium begonnen, darunter auch drei neue Studenten aus der GKJTU. Vor 50 Studenten im ersten Semester zu unterrichten bringt natuerlich manche didaktische Herausforderungen. Christian unterrichtet in diesem Semester Methoden der Bibelauslegung (Hermeneutik), Einfuehrung in das Neue Testament und erstmals Homiletik (Predigtlehre).
8. Zum 7.10. steht wieder die Visaverlaengerung von Christian an. Jetzt in der "Era Reformasi" arbeiten die Behoerden zwar i.A. schneller und fordern nicht mehr so unverschaemt Schmiergelder, dafuer werden aber auch viele Bestimmungen strenger gehandhabt - wie z.B. dass Aufenthaltsgenehmigungen nur maximal fuer drei Jahre erteilt werden (wir sind seit 7.10.1995 im Land).
9. Persoenlich sind wir dankbar fuer einen erholsamen Urlaub in Pangandaran an der Suedkueste von Java. Pias Urlaubsbilder kann man ansehen unter http://personal.salatiga.indo.net.id/~gossweil/PhPiaUrl.htm .
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