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Aktuelle Nachrichten aus Java No. 6/98, Stand: 12.5.1998
   (zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler, 
in Absprache mit Generalsekretaer Pfr. Yohanes Sarju)

1. Indonesien wird weiterhin von vielerlei Krisen geschuettelt: Nach der anhaltenden Duerre im
letzten Jahr, den Waldbraenden und der Waehrungskrise wird das Land jetzt von Heuschrecken
und einer Dengue-Fieber Epidemie heimgesucht (Dengue-Fieber ist von blutigen Ausscheidungen
begleitet und endet oft toedlich). Man fuehlt sich wirklich an apokalyptische Plagen erinnert! Diese
Noete treiben uns weiter in die Fuerbitte.

2. Seit Monaten demonstrieren die Studenten in verschiedenen Staedten fuer politische Reformen
und fordern den Ruecktritt von Praesident Suharto. Der Internationale Waehrungsfonds lobt die
harte, unnachgiebige Haltung von Praesident Suharto. Die Situation wurde in den letzten Tagen noch
zusaetzlich aufgeheizt, als am 7.5. die Benzinpreise um 70% und die Tarife fuer oeffentliche
Verkehrsmittel um 50% erhoeht wurden. Dies wird sicher noch weitere Preiserhoehungen nach sich
ziehen. Daher beteiligen sich nun auch breitere Schichten der Bevoelkerung an den
Demonstrationen. Immer wieder kommt es zu Zusammenstoessen mit der Polizei, ein Demonstrant
und ein Polizist kamen dabei bereits ums Leben; gelegentlich werden auch chinesische Geschaefte
gepluendert. Fuer unsere Sicherheit besteht keine Gefahr; auch fuer Reisen nach Indonesien sehen
wir kein Sicherheitsrisiko. Beten wollen wir vor allem fuer die inhaftierten / entfuehrten Studenten,
die oft an geheimen Ort gefangen gehalten werden. Naeheres bitten wir den Medien zu entnehmen.
Diese weitere politische Entwicklung ist ein wichtiges Gebetsanliegen.

3. Sehr eindruecklich war der Besuch der Theologiestudenten der GKJTU am 26.4. in
Bomo-Pamongan (Kirchenkreis Purwodadi). Die kleine Gemeinde Bomo-Pamongan ist sehr
missionarisch aktiv und hat Evangelisationsposten bis in 120km Entfernung. Die Gemeinde ist sehr
dankbar, seit einem Monat einen eigene Vikar zu haben. Wir beten fuer Vikar Widhi und seine
Familie, dass sie sich unter den sehr einfachen Bedingungen in Bomo-Pamongan gut einleben
koennen. Auch den alten Prediger Sukarman wollen wir in unsere Fuerbitte einschliessen.

4. Die GKJTU ordiniert am 15.5. die Pfarrerin Yunia Nawangsih in der Gemeinde Bendosari und
am 29.5. den Pfarrer Agus Trisarjoko in der Gemeinde Kaliceret. Wir beten fuer den Dienst der
beiden jungen Pastoren, nicht zuletzt auch fuer ihre aeusserliche Versorgung, die den Gemeinden der
GKJTU noch sehr schwer faellt. Das Gehalt der Pastoren der GKJTU betraegt nur 60% des
Gehaltes der Beamten, die in Indonesien schon sehr schlecht bezahlt werden.

5. Der GKJTU wurde relativ guenstig (fuer ca. 130.000DM) ein grosses Grundstueck (2.400m2)
direkt neben dem Synodalzentrum angeboten. Dieses Grundstueck waere fuer eine kuenftige
Erweiterung des Synodalzentrums sehr hilfreich. Wir beten, dass die erforderlichen Mittel rechtzeitig
aufgebracht werden koennen.

6. Im Juli wird die GKJTU ihre Grosse Synode (Sidang Sinode) abhalten, die Vorbereitungen laufen
bereits auf Hochtouren. Wir beten fuer eine fruchtbare Vorbereitungsarbeit, vor allem fuer alle
Vorueberlegungen fuer die Neuwahl der Kirchenleitung.

7. Dankbar sind wir fuer den Verlauf des Treffens mit den studentischen Tutoren am 28.4. (vgl. Akt.
Nachr. aus Java No. 5 vom 25.4.1998, Punkt 7). Direktor Gunawan bemueht sich ebenfalls in
vielen persoenlichen Gespraechen und Sitzungen der Dozenten, einen neuen geistlichen und
theologischen Kurs fuer die Theol. Hochschule Abdiel abzustecken. Diese Bemuehungen begleiten
wir in unserer Fuerbitte.

8. Die naechste Verlaengerung der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung fuer Christian steht
dringend an. Dozent Gunarto, der die Visaangelegenheiten bisher sehr gut betreut hat, kann sich jetzt
nur noch um die Behoerdengaenge in Jakarta kuemmern. Die Angelegenheiten in der
Provinzhauptstadt Semarang hat er Direktor Gunawan uebergeben. Wir beten, dass sich Herr
Gunawan gut und schnell in diese neue Aufgabe einarbeitet und die Verlaengerung rechtzeitig
genehmigt wird. Wie schon erwaehnt, wird die Verlaengerung fuer das vierte Jahr zusaetzlich
erschwert, da die Aufenthaltsgenehmigungen eigentlich nur auf maximal drei Jahre verlaengert
werden duerfen.

9. Pia Desideria entwickelt sich gut und rennt inzwischen in der ganzen Wohnung herum. Aber
obwohl sie eigentlich recht pummelig aussieht, hat sie etwa 15% Untergewicht. Christian hat seit
einem Monat chronischen Durchfall, Pebri und die Haushaltshilfe sind wohl auch mit angesteckt. Wir
beten um Genesung fuer uns alle.

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