1. Inmitten der indonesischen Wirtschaftskrise (knappe Lebensmittel, galoppierende Inflation, Massenentlassungen, Busstreiks, demonstrierende Studenten und soziale Spannungen im ganzen Land sowie anhaltende Trockenheit und brennende Wälder auf Kalimantan) hat am 1.3. die "Allgemeine Beratung" (Sidang Umum) der Nationalversammlung (MPR - Majelis Permusyawaratan Rakyat - "Beratende Volksversammlung") begonnen (vgl. "Aktuelle Nachrichten" No. 3 vom 17.2.). Am 10.3. wird die Nationalversammlung dann aller Voraussicht nach Suharto in seinem Amt als Präsidenten bestätigen und den bisherigen Technologieminister Jusuf Habibie zu seinem Stellvertreter wählen. Habibie ist Vorsitzender der islamischen Intellektuellen-Vereinigung ICMI, die sich darum bemüht, alle wichtigen Positionen im Staat (bis hin zum Schulrektor) ausschließlich mit Muslimen zu besetzen. Habibie selbst hat einmal sein Ziel zusammengefaßt in der Formel: "Ein deutscher Verstand und Mekka im Herzen!" Darüber hinaus ist Habibie für teuere Hochtechnologie-Projekte bekannt, an denen er auch in der jetzigen Krise festhalten will. Ob das indonesische Volk diese Wahl widerspruchslos hinnehmen wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall wurden in Jakarta und im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen während der Tagung der Nationalversammlung verschärft.
2. Bei den Ausschreitungen gegen chinesische Geschäfte und Kirchen Anfang Februar wurde auch ein Student der STT Abdiel namens Petrus in der Stadt Parakan (Westjava) zusammengeschlagen; er ist zum Praktikum dort. Inzwischen hat sich die Lage (zumindest nach außen hin) etwas beruhigt. Wenn hier und da in den Medien berichtet wird, daß Tausende von Weißen das Land verlassen, so sind dies gekündigte Arbeitskräfte indonesischer Firmen. Im Großen und Ganzen fühlen sich die Europäer sicher. Außerdem meinte Pfr. Sarju, Christian komme sicher zugute, daß er mit einer Javanin verheiratet sei. Hier in Salatiga ist von den Auseinandersetzungen nicht viel zu spüren. Das mag mit daran liegen, daß ein großer Teil (wenn nicht die Mehrheit) der Einwohner von Salatiga Christen sind. Nur das Gemüse wird in Salatiga und in ganz Zentraljava langsam knapp.
3. Vom 3.3.-7.3. besucht der Ökumene-Referent der Evangelischen Kirche im Rheinland, OKR Jürgen Regul, die GKJTU. Wegen der erwähnten verschärften Sicherheitsvorkehrungen (für die hier in Salatiga eigentlich gar kein Anlaß besteht) ist keine offizielle Begegnung zwischen dem Präses und den Mitarbeitern der GKJTU möglich, sondern nur im Rahmen einer "Gebetsversammlung für das Wohl des Staates" am 4.3.
4. Wir freuen uns, daß Frau Pfrin. Endang Setyomurti Iswanto (Generalsekretärin der Ausbildungsabteilung LPPK "Sabda Mulya" der GKJTU) und Herrn Pfr. Daniel H. Iswanto (Generalsekretär der Jugendabteilung der GKJTU) am 26.2. eine gesunde Tochter geboren wurde. Pfr. Daniel hat außerdem vor ein paar Wochen mit einem Fortbildungs-Studium (Magisterstudium) für Religionspädagogik in Jakarta begonnen. Wir beten, daß die fünfköpfige Familie dieser mehrfachen Belastung gut gewachsen ist. Aber auch auf Christian und seine Kollegin Frau Dhani kommen in den nächsten Monaten nun vermehrte Belastungen zu.
5. Vom 23.-28.3. wird die Ausbildungsabteilung LPPK "Sabda Mulya" einen einwöchigen Kurs zur Fortbildung der Prediger ("guru Injil" - "Evangelisten") der GKJTU abhalten; Christian wird dabei "Methoden der Bibelauslegung" unterrichten. Dieser Kurs ist zugleich der Auftakt zu einem zwei- bis fünfjährigen Fortbildungsprogramm, bestehend aus sechs bzw. 15 solcher Wochenkurse. Die Prediger vor allem im näheren Umkreis von Salatiga sind jedoch enttäuscht, daß ihnen diese Kurse weder eine Gehaltserhöhung noch die Ordination zum Pfarrer versprechen können (vgl. "Aktuelle Nachrichten" vom 15.12.1997). Deshalb sehen sie dem Kurs mit nicht viel Begeisterung entgegen. Wir beten, daß dieser Kurs und die weiteren dennoch gut verläuft.
6. Am 28.2. hatte Christian ein gutes seelsorgerliches Gespräch mit einer stark verunsicherten Studentin der STT Abdiel (vgl. "Aktuelle Nachrichten" vom 1.1.1998); ein anderes Gespräch mit einem Studenten ist geplant. Wir beten, daß viele Studenten von solchen Angeboten Gebrauch machen und so zu einer neuen Glaubensgewißheit finden. Außerdem hat Christian in diesem Semester drei weitere Studenten bei ihrer Abschlußarbeit zu betreuen, die z.T. recht abwegige Ansichten vertreten.
7. Christian hat am 7./8.3 in Surabaya zu predigen, am 21.3. einen
Vortrag über Liturgie in Malang, am 22.3. eine Predigt in Bojonegoro
(alles Ostjava). Wir beten um eine wohlbehaltene Fahrt dorthin und einen
guten Verlauf der Dienste.
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