1. Die südostasiatische / indonesische Wirtschaftskrise hält weiter an, auf Kalimantan und Sumatra brennen auch wieder die Wälder. Der Kurs des indon. Rupiah hat sich zwar etwas stabilisiert, aber die Preise für Grundnahrungsmittel (Reis, Bratöl, Trockenmilch u.a.) sowie für Papier steigen in schwindelerregende Höhen, außerdem kommt es zu Massenentlassungen. Chronisch Kranke können sich ihre Medizin nicht mehr leisten und können nur noch auf ihren Tod warten. Dies führt natürlich zu Unruhe unter der Bevölkerung, die letzten Tage waren praktisch ständig von gewaltätigen Ausschreitungen in verschiedenen Städten Westjavas und auf den östlichen Inseln geprägt. Zielscheibe der Übergriffe waren vor allem die chinesischen Läden und Unternehmen, in Pamanukan (Westjava) wurden aber auch Kirchen in Brand gesteckt. Feindlichkeiten gegen Weiße war bisher nicht zu spüren. (Weitere aktuelle Informationen von dpa/Reuters, aus der Washington Post und in der Presseschau unserer homepage)
In Bojonegoro (Ostjava) detonierte bereits ein großer Knallkörper
vor der katholischen Kirche und demolierte ein Fenster. Die Christen in
Bojonegoro sind in großer Sorge. Hier in Salatiga ist die Lage weitgehend
ruhig, nur die Preiserhöhungen und kurzzeitige Versorgungsengpässe
(durch
Hamsterkäufe) sind natürlich auch hier zu spüren. Außerdem
verkehren die Fernbusse nach Jakarta nicht mehr, da sie Angst haben, durch
das aufgewühlte Westjava zu fahren. Die einzig sicheren Verkehrsmittel
sind praktisch Bahn und Flugzeug. Mitunter fragen uns aber auch Verwandte
oder Bekannte: "Wenn ihr euer Gehalt in Dollars bekommt, müßt
ihr zu dem derzeitigen Kurs ja unheimlich viel Geld bekommen!" Wir können
dann nur antworten: "Wir bekommen unser Gehalt in DM, nicht in US$, und
die DM steht nicht so hoch wie der US$!" Wir beten für ein weises
Verhalten und ein glaubwürdiges Zeugnis der indonesischen Kirchen
als auch von uns selbst.
2. Die Nationalversammlung (MPR - Majelis Permusyawaratan Rakyat - "Rat der Volksberatung") wird vom 1.-11. März zu ihrer "Allgemeinen Beratung" (Sidang Umum) zusammentreten. Im Rahmen dieser "Allgemeinen Beratung" wird das Regierungsprogram (GBHN - Garis-garis Besar Haluan Negara - "Große Linien der Staatsführung") verabschiedet und am 10.3. der Präsident gewählt. Da die meisten Mitglieder der Nationalversammlung vom bisherigen Präsidenten selbst ernannt wurden und die Oppositionspartei bei den Parlaments-Wahlen 1997 geschickt ausmanövriert wurde, steht eigentlich schon fest, wer zum neuen Präsidenten gewählt werden wird. Höchstens die Wahl des Vize-Präsidenten kann noch für Überraschungen sorgen. Im Umfeld der "Sidang Umum MPR" vom 1.-11.3. ist sicher mit neuen Unruhen zu rechnen, weshalb vor allem in Jakarta das Polizei-Aufgebot verstärkt wurde.
3. Zwischen dem Dekan / Superintendenten des Kirchenkreises Pemalang,
Pfr. Setyanto
(1988-1993 Präses / Landesbischof der GKJTU), einem Vikar namens
Ebrono und der
Kirchenleitung der GKJTU (vor allem mit Generalsekretär Pfr. Yohanes
Sarju und Pfrin.
Mirahingsih) herrschen seit einigen Jahren starke Spannungen. Nun ergeben
sich jedoch neue
Kontakte zu Prediger Suwismo, dem jüngeren Bruder von Pfr. Setyanto
in der Gemeinde Pulosari (Kirchenkreis Pemalang). Am 24./25.1. hat die
Frauenabteilung eine Schulung in Pulosari abgehalten (vgl. Aktuelle
Nachrichten vom 22.1.1998). Christian hielt auch einen Vortrag im Rahmen
dieser Schulung zum Thema: "Die Rolle der Frau in der Gemeinde". Die gesamte
Delegation der Frauenabteilung war sehr beeindruckt von dem treuen, aufopferungsvollen
Dienst, den Ehepaar Suwismo in Pulosari tut. Der christliche Weiler mit
dem Namen Dusun Gereja ("Kirchdorf") in der Gemarkung Pulosari ist noch
sehr einfach - eines der ganz wenigen Dörfer auf Java, das noch keine
Elektrizität und Telephon hat. Wir sind aber dankbar, daß das
christliche Dorf 11.111 Teepflanzen samt Dünger im Rahmen eines Entwicklungshilfeprogrammes
von der japanischen Regierung bekommen hat. Daß die indonesische
Regierung dieses Hilfsprogramm an ein christliches Dorf auf Java weitergeleitet
hat, ist unter den derzeitigen Umständen ein kleines Wunder. Wir beten
für eine gute weitere geistliche Entwicklung der Gemeinde, ein gutes
Gedeihen der Teepflanzen und eine Beilegung des Konfliktes in Pemalang.
4. Am 9. Februar haben an der Theol. Hochschule Abdiel wieder die Vorlesungen
begonnen.
Christian unterrichtet in diesem Semester erstmals fünf Fächer,
davon müssen drei völlig neu
vorbereitet werden (Einführung in die Theologie, Griechisch II
und Apokalyptik - Auslegung des
Buches Daniel und der Offenbarung). Ob Pebri in diesem Semester weiterstudieren
soll, sind wir uns immer noch nicht ganz im klaren (vgl. Aktuelle
Nachrichten vom 22.1.1998). Der Unterrichtsbetrieb ist durch die hohen
Papier-, Bücher- und Kopierpreise natürlich auch beeinträchtigt.
5. Zum neuen Semester wird auch Prof. Koichi Kimura aus Japan in der Theol. Hochschule Abdiel einsteigen, nachdem er aus dem Baptistischen Seminar in Semarang wegen bibelkritischer Lehren verwiesen wurde. Durch seinen Professoren-Titel wird er sicher viel Einfluß genießen. Wir beten, daß es ein guter Einfluß wird. Wer Indonesisch kann, kann Prof. Koichi Kimura näher kennenlernen in einem Interview mit der Tageszeitung Suara Pembaruan. Wer kein Indonesisch kann, kann sich dort zumindest ein Photo von Prof. Kimura ansehen.
6. Am 31.1. hatten wir unseren siebten Verkehrsunfall in knapp zwei Jahren (wobei wir nur in einem Fall selbst schuld waren). Wir sind dankbar, daß es auch diesmal wie in allen vorherigen Fällen bei Sachschäden blieb (für die wir natürlich keinen Schadensersatz bekommen) und beten um weitere Bewahrung auf unseren Fahrten. Seit Ende Januar waren wir auch alle drei abwechselnd erkältet, aber inzwischen sind wir auf dem Weg der Besserung.
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