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Aktuelle Nachrichten aus Java, Stand: 1.1.1998
 
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Goßweiler)

1. Die Waldbrände auf Kalimantan (Borneo), Irian Jaya (West-Papua-Neuguinea) und Sumatera
sind ja schon seit einige Wochen mit Einsetzen der Regenzeit verloschen. Doch vielerorts ist das
Ökosystem völlig zusammengebrochen. Die Jäger, Sammler und Pflanzer auf Irian Jaya haben aber keine anderen Nahrungsquellen. In vielen unzugänglichen Dörfern sind deshalb schon hunderte verhungert. Die Hilfe der indonesischen Regierung wird auch vielfach abgelehnt, weil sie nicht in die örtliche Kultur paßt.  Wir beten um passende und wirkungsvolle Hilfsprogramme.

2. Obwohl die "International Monetary Foundation" (IMF) inzwischen schon viel Geld nach Indonesien gepumpt hat, scheint die Talfahrt des indonesischen Rupiah durch nichts aufzuhalten zu sein. Nach allen Prognosen von Experten müßte sich der Rupiah jetzt stabilisieren, aber er fällt
trotzdem weiter. Vor einem halben Jahr bekamen wir für 1 DM  noch ca. 1.350Rp., jetzt bekommen wir für 1 DM etwa 3.000Rp. Wir beten weiter für eine Stabilisierung der Lage.

3. Am 31.12. hat in Indonesien der Fastenmonat Ramadhan begonnen. Deshalb und aufgrund der Finanzkrise hat die Regierung Sylvester-Parties untersagt. Auch die Jahresschluß-Gottesdienste in den Kirchen verliefen in einer seltsamen Stimmung. In Bojonegoro, wo Christian am Altjahrsabend zu predigen hatte, kam z.B. der Geheimdienst vorbei und wollte die Predigt zunächst auf Tonband aufnehmen. Dann verzichteten sie aber doch darauf und meinten: "Ihr werdet schon nichts staatsgefährdendes predigen!" Die Weihnachtsfeiern (die sonst in Indonesien bis tief in den Januar abgehalten werden), mußten auch weitgehend vor Beginn des Ramadhan stattfinden. Weiter im Osten (außerhalb des Gebietes der GKJTU) hatten fanatische Muslime schon bei einer Weihnachtsfeier am 23.12. eine Zeitbombe gelegt, die Jahresschluß-Gottesdienste wurden dort  aus Angst ganz abgesagt oder zumindest auf den Mittag verschoben. Wir beten, daß es während des Ramadhan nicht zu weiteren Spannungen kommt.
 
4. Während des ganzen Ramadhan haben die muslimischen Jugendlichen die Angewohnheit, mitten in der Nacht Knallfrösche und andere Feuerwerkskörper zu zünden. Wir beten, daß Pia (und viele andere muslimische und christliche Babies!) trotzdem irgendwie schlafen können.

5. Die GKJTU-Gemeinde Mojoranu im Kirchenbezirk Bojonegoro (vgl. Aktuelle Nachrichten vom 15.12.1997) wird wohl ihr Gotteshaus an einer anderen Stelle aufbauen müssen. Bis sie aber alle Papiere und Genehmigungen beisammen hat, wird sie viel Zeit und Geld brauchen. Wir begleiten sie dabei in unserer Fürbitte.

6. Die christliche Mittelschule der GKJTU in Getasan hat die Bewertung durch die staatlichen
Inspektoren noch einmal verschoben, da diese Bewertung sicher schlecht ausgefallen wäre (vgl.
Aktuelle Nachrichten vom 4.11.1997). In diesem Jahr müßte die Schule nun bessere sanitäre
Einrichtungen, eine Schul-Bibliothek und Versuchsgeräte für Physik und Chemie bekommen, um den Kriterien einer indonesischen Mittelschule genügen zu können. Der Schulleiter, Herr Untung, wirkt insgesamt recht entmutigt. Wir beten um neuen Schwung, gute Ideen und auch die nötigen
finanziellen Mittel.
 
7. Wir sind dankbar für die Arbeitstagung der Dozenten der Theol. Hochschule Abdiel am 19.-20.12. Die Tagung hat zu einer neuen Gemeinschaft und Geschlossenheit gerade unter den fest angestellten Dozenten geholfen. Wir beten um ein ebenso gutes Einvernehmen mit dem Kuratorium / Vorstand, der Kirchenleitung der "Kirche von Jesus dem Messias" (GIA), den Studenten und den Gastdozenten. (vgl. Aktuelle Nachrichten vom 3.12.)

8. Immer wieder sind wir betroffen, wie gerade die Studenten der 3. Klasse in ihrem Glauben tief
verunsichert sind. (Vgl. Aktuelle Nachrichten vom 15.12.) Gerade die Studenten, die aus ganz
bibelfesten Gemeinden kommen, scheinen am tiefsten in die Krise zu kommen. Am 3.1. wird
Christian sich voraussichtlich zu einem seelsorgerlichen Gespräch mit einer solchen verunsicherten
Studentin treffen.

9. Wir sind  sehr dankbar, daß nun alle Genehmigungen für die Verlängerung von Christians Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung beieinander sind. Aufgrund einer neuen Bestimmung hätten die Genehmigungen eigentlich noch vier Monate gebraucht (und bis dahin wäre die Arbeits- und
Aufenthaltsgenehmigung erloschen gewesen - vgl. Aktuelle Nachrichten vom 15.12.). Aber der allmächtige Gott hat über den findigen Herrn Gunarto doch noch einen Ausweg geschenkt. So Gott will, bekommen wir die Verlängerung am 3.1. in den Paß gestempelt.

10. Wie schon erwähnt fühlen wir uns z.Zt. ziemlich ausgebrannt; alles was wir machen, scheint
verkehrt zu sein. Von unserem bevorstehenden Urlaub (wenn auch mitten im Ramadhan) erhoffen wir uns ein ganzheitliches Auftanken.
 

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