No. 69 Aktuelle Nachrichten aus
Java 25.02.2004
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1. Am 5.4.2004 sollen die indonesischen Parlamentswahlen abgehalten
werden, am 12. Juli (und ggf. in einem zweiten Wahlgang im September) wird
der/die Präsident(in) erstmals direkt gewählt. Wie die Diskussion um das neue
Schulgesetz und um das “Gesetz für das harmonische Zusammenleben der
Religionen” zeigen, wollen die Fundamentalisten die Demokratisierung ausnützen,
um Indonesien in einen islamischeren Staat umzuwandeln. Umso wichtiger ist,
dass die Christen ihre demokratischen Rechte kennen und nutzen. In den
Bibelstunden der Gemeinden wird deshalb verstärkt über die politische
Verantwortung der Christen gesprochen. Der regionale Kirchenrat (PGI Wilayah) von Zentraljava veranstaltet am 27./28.2. eine Konsultation über das neue
Schulgesetz, das geplante “Gesetz für das harmonische Zusammenleben der Religionen”
sowie die allgemeine politische Lage. Die Evangelisationsabteilung der GKJTU
hält im Februar und März in allen Kirchenkreisen der GKJTU Wahlvorbereitungsseminare
mit der christl. Rechtshilfeorganisation ATMA (‘Advokasi Transformasi Masyarakat’).
Zu solchen Seminaren lassen sich auch immer wieder Nichtchristen einladen. Wir
beten um missionarische Impulse bei diesen Seminaren und um einen friedlichen,
demokratischen Verlauf der Wahlen.
2. Im Januar und Februar sind in Indonesien wie jedes Jahr heftige Regenfälle
zu verzeichnen. U.a. aufgrund der starken Abholzungen unter der Suharto-Diktatur
kommt es aber in den letzten Jahren zu immer schlimmeren Überschwemmungen und
Erdrutschen, die viele Menschenleben kosten und große Sachschäden anrichten. Im
Gebiet der GKJTU haben vor allem die Gemeinden von Tunjungharjo und Tempurung (Kirchenkreis
Purwodadi) unter den Überschwemmungen zu leiden. Die indonesische “Initiative
zur Wiedergewinnung von Wald- und Ackerland” hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahr
2004 ca. 300.000 ha Wald wiederaufzuforsten. Wir beten für diese
Initiative und um ein allgemeines Umdenken in der Bevölkerung.
3. Das indonesische Missionswerk ‘Agape’ will evangelistische
Verkündigung, Unterstützung für die Gemeinden und sozial-diakonische Hilfe
verbinden. Am 27./28.2. hält das Missionswerk ‘Agape’ erstmals eine
Evangelisation für die GKJTU-Kirchenkreise Salatiga, Getasan sowie Kopeng und
wird mehrere Gemeinden besuchen. Über eine weitere Zusammenarbeit zwischen der
GKJTU und dem Missionswerk ‘Agape’ soll dann beraten werden. Wir beten sowohl
für die Evangelisation am 27./28.2. wie auch für die weitere Zusammenarbeit.
4. Vom 28.1.-2.2. haben der neue Asiensekretär Wim Poldervaart sowie
das Vorstandsmitglied Frau Janet Smelt des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB) die GKJTU besucht. Der Besuch diente zu einen dem
gegenseitigen Kennenlernen, andererseits musste über einschneidende
Sparmaßnahmen diskutiert werden. Die Finanzierung des Glaubensgrundkurses für
die Gemeindeglieder (vgl. zuletzt Akt. Nachr. Nr. 36, 9.6.2000,
Abs. 6) ist unsicher; die Stipendien für die Theologiestudenten können nur
noch als Teilstipendien vergeben werden. Im März wollen die Mitarbeiter des
Ausbildungsinstitutes ‘Sabda Mulya’ mit den Theologiestudenten über deren
weitere Zukunft sprechen. Wir beten, dass diese Sparmaßnahmen die GKJTU
anregen, weiter zu gehen auf dem Weg zu einer erwachsenen, selbständigen und
missionarischen Kirche, wie bei der letzten Synode als Ziel formuliert worden
war.
5. Mit Unterstützung des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB) beginnt am 20.-22.3. ein fünfjähriges
Schulungsprogramm für die Kirchenältesten / Presbyter aus allen Gemeinden
der GKJTU. Beim ersten Kurs wird Kees van Ekris Theologie des Alten Testamentes
unterrichten, Christian G. Theologie des Neuen Testamentes. Wir beten für einen
guten Start des Programmes.
6. Helmut und Ingrid Hippenstiel besuchen von 3.-29.2. ihre Tochter
Debora und die GKJTU. Wir sind dankbar, dass sich Debora dabei gut erholen
kann, und beten, dass der Kontakt der GKJTU zu Familie Hippenstiel und zur
Bibelgemeinde Siegen dadurch vertieft werden kann.
7. Nach fast zweijährigem Briefwechsel wird am 1.3. Herr Hiller von der Kindernothilfe (KNH) Duisburg die Arbeit des
Diakon. Werkes ‘Zionsstiftung’ kennenlernen, vor allem im Gebiet der
GKJTU-Zweiggemeinde Kadirejo, und es soll über eine künftige Zusammenarbeit mit
der KNH beraten werden (vgl. Akt. Nachr. Nr. 63, 19.04.2003,
Abs. 6). Zunächst schien der Besuch durch die bevorstehenden
Parlamentswahlen und ein neu errichtetes islamisches Zentrum in dem
Arbeitsgebiet von Kadirejo in Frage gestellt, aber nun hat der Bürgermeister
von Kadirejo doch noch seine Zustimmung gegeben. Dafür danken wir Gott und
begleiten den Besuch in unserer Fürbitte.
8. Am 23. März 1937 wurde der „Parepatan Agung“ („Große Beratung“)
als Vorläufer-Synode der GKJTU in Purwodadi gegründet und damit die
GKJTU „geboren“. Inzwischen sind jedoch die geschichtsträchtigen Gebäude, in
denen jene erste Synode stattfand, in der Hand der “Javanischen Christliche Kirchen” (Gereja-gereja Kristen Jawa - GKJ). Am 5.3.2004 wollen sich die
Kirchenleitungen der GKJTU und der GKJ sowie die Gemeindeleitungen der GKJTU-
und der GKJ-Gemeinde Purwodadi treffen, um über eine gerechte Aufteilung der
Gebäude zu diskutieren. (vgl. zuletzt Akt. Nachr. Nr. 66, 04.09.2003,
Abs. 2). Diese Gespräche begleiten wir in unserer Fürbitte.
9. Der stellvertr. Generalsekretär der GKJTU, Schulrektor Heru Purwanta, hat
eine neue Schule in einem streng islamischen Gebiet übernommen. Am 8.3. soll
Christian G. dort für die Lehrer einen Vortrag halten zum Thema “Die Werte der
javanischen Kultur”. Wir beten um Weisheit.
10. Wir sind dankbar, dass das Visum für Debora H., die Aufenthaltsgenehmigung
für Christian, Pia & Pieter G. sowie die grundsätzliche Genehmigung
zur Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer (‚Rencana Penggunaan Tenaga Kerja
Asing’ - RPTKA) der Theol.
Hochschule Abdiel rechtzeitig erneuert werden konnten. Nun muss nur noch
die Arbeitsgenehmigung für Christian G. verlängert werden, ausserdem steht die
Aufenthaltsgenehmigung für Ehepaar van Ekris wieder zur Verlängerung an. Die
“Trinkgeldforderungen” bei der Immigrationsbehörde werden immer unverschämter,
die Ausgaben für die Aufenthaltsgenehmigungen der ausländischen Dozenten reißen
ein immer größeres Loch in den Etat der Theol. Hochschule
Abdiel. Wir beten weiter für Julidi Lahagu, den Mitarbeiter der Theol. Hochschule
Abdiel, der besonders mit den Visaangelegenheiten beauftragt ist.
Anmerkung: Christian & Pebri G. haben einen
Artikel verfasst zum Thema “Zwischen Terrorismus und Toleranz – der javanische
Islam heute”, der im Missionsboten aus Neukirchen Nr. 1/2004 in
gekürzter Fassung abgedruckt wurde. Allen, die an der vollständigen Version
interessiert sind, schicken wir den Text gern auf Anfrage als RTF-Dokument oder
in einem anderen gewünschten Format.
Adresse Fam. Goßweiler
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Jateng, Indonesia
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