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No. 63                                 Aktuelle Nachrichten aus Java                          22.04.2003

(zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)

 

1.        Das rasche Ende des Krieges im Irak wird in Indonesien mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Einerseits ist man erleichtert, daß der Krieg auf diese Weise keine weiteren Opfer fordert. Andererseits ist man besorgt, daß der US-amerikanische Imperialismus so schnell seine Ziele erreicht hat und daß sich die USA nun weitere Länder als Angriffsziele aussuchen werden. Vor allem in Ostjava mißbrauchen einige islamische Geistliche den Krieg, um den Konflikt zwischen Christen und Muslimen zu schüren. Wir beten, daß der US-amerikanische Imperialismus das Verhältnis von Christen und Muslimen nicht noch weiter belastet.

2.        Bisher haben auch die nichtchristlichen Schüler an christlichen Schulen am christlichen Religionsunterricht teilgenommen (mit Einverständnis ihrer Eltern); so sind schon viele Indonesier an christlichen Schulen Christen geworden. In einzelnen Provinzen (Bali, Yogyakarta u.a.) müssen aber jetzt die christlichen Schulen für die nichtchristlichen Schüler Religionsunterricht in deren jeweiliger Religion anbieten, die nichtchristlichen Schüler dürfen nicht mehr am christlichen Religionsunterricht teilnehmen. Z.Zt. wird ein neues Schulgesetz im indonesischen Parlament diskutiert, nach dem die christlichen Schulen in ganz Indonesien für die nichtchristlichen Schüler Religionsunterricht in deren jeweiliger Religion anbieten müssen. Wir beten um einen guten Ausweg, damit die christlichen Schulen weiterhin ihren missionarischen Auftrag erfüllen können.

3.        Wir sind dankbar für den synodalen Pfarrkonvent der GKJTU vom 3.-4.4. Die Haltung der GKJTU gegenüber der charismatischen Bewegung wurde erörtert, ebenso wie der Entwurf eines 25-Jahresprogrammes, das bei der Generalsynode im August beschlossen werden soll. Anschließend fand ein Seminar statt zur Frage der Änderung des Namens der GKJTU und eines Logos für die GKJTU. Zu einer grundsätzlichen Änderung des Namens GKJTU zeigten sich die allerwenigsten Teilnehmer bereit; für das Logo liegen 21 interessante Entwürfe vor, die in den nächsten Monaten noch weiter vervollkomnet werden. In der Frage der Namensänderung und bei der Auswahl des Logos wird die Synode im August die letzte Entscheidung treffen.

4.        Dankbar sind wir auch, daß am 19.4. die neuen Klassenzimmer in der Christlichen Grundschule “Karmel I” in Ngaduman eingeweiht werden konnten. Ebenso konnte das Schülerwohnheim in Salatiga mit Finanzhilfen des Indonesischen Staates renoviert werden. Aber auch die Christl. Grundschule “Karmel II” in Tekelan müßte dringend renoviert werden. Außerdem sollte das Altenheim in Salatiga dringend fertiggestellt werden (vgl. Akt. Nachr. Nr. 49, 31.8.2001, Abs. 7). Wir beten für diese Bauprojekte des Diakon. Werkes “Zion”.

5.        Schon seit Jahren beten die Gemeinden des Kirchenkreises Getasan am Merbabu-Berg um einen oder mehrere Pastoren, da der Kirchenkreis Getasan noch nie einen eigenen Pastor hatte. Besonders tragisch war deshalb, daß Lehrvikar Amin Uripno am 9.10.2002 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist (vgl. Akt. Nachr. Nr. 59, 23.10.2002, Abs. 5). Deshalb sind wir umso dankbarer, daß die Vikarin Paini am 27.3. ihre 2. Kirchliche Dienstprüfung (“peremtoar”) bestanden hat und am 21.4. in der Gemeinde Krangkeng ordiniert wird. Sie wird in der Gemeinde Krangkeng aber manche innergemeindliche Probleme zu lösen haben. Dabei begleiten wir sie in unserer Fürbitte.

6.        Die Zweiggemeinde Kadirejo liegt in einem recht fanatisch islamischen Gebiet in der Nähe von Salatiga (vgl. zuletzt Akt. Nachr. Nr. 55, 10.4.2002, Abs. 6-7). Das Diakon. Werk der GKJTU “Zion” hatte in Zusammenarbeit mit der indonesischen Hilfsorganisation “Berita Hidup” (“Wort des Lebens”) und der deutschen Kindernothilfe ein diakonisches Projekt für notleidende Familien geplant. Dieses Projekt wurde leider abgelehnt; “Berita Hidup” hat der GKJTU jedoch empfohlen, direkt mit der Kindernothilfe in Duisburg zusammenzuarbeiten. Wir beten, daß diese Zusammenarbeit möglich wird. Wer von den Lesern der “Aktuellen Nachrichten” einen guten Draht zur Kindernothilfe hat und eine solche Zusammenarbeit vermitteln könnte, möge sich bitte bei der GKJTU oder bei Fam. Goßweiler melden.

7.        Wir beten weiter für die Java-Begegnungsfreizeit vom 14.-26.4. mit neun Teilnehmern. Dankbar sind wir, daß der Krieg im Irak gerade vor Beginn der Begegnungsfreizeit weitgehend abgeebt ist, und beten, daß die Freizeit nicht durch SARS beeinträchtigt wird. Außerdem beten wir, daß die Teilnehmer die vielfältigen Eindrücke in der kurzen Zeit gut aufnehmen und verarbeiten können.

8.        Der Dozent Agus Santoso von der Theol. Hochschule Abdiel arbeitet weiter an seiner Doktorarbeit unter Anleitung von Prof. Oeming (Universität Heidelberg). Das Ökumenische Studienwerk, von dem er sein Stipendium erhält, hat jedoch verlangt, daß er von Tübingen in den Raum Heidelberg umzieht. Für seine geistliche Entwicklung ist ihm die Studienbegleitung des Friedrich-Hauß-Studienzentrums (FHSZ) in Schriesheim (8km nördl. von Heidelberg) sehr wichtig, so wie er bisher die Studienbegleitung des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen genossen hat. Seit Anfang April wohnt er deshalb im FHSZ und ist an der Universität Heidelberg immatrikuliert. Da das FHSZ aber keine Wohnungen für Familien anbieten kann, sind wir besonders dankbar, daß Agus Santoso bereits eine Wohnung in der Nähe des FHSZ gefunden hat. Im Mai wird die Familie dort einziehen. Daß Agus so schnell eine bezahlbare Wohnung in der Nähe des FHSZ gefunden hat, betrachten alle Kenner der Lage als ein Wunder; selbst die Studienleiter des FHSZ müssen meistens in einem der Nachbarorte von Schriesheim wohnen. Wir beten weiterhin, daß Agus seine Promotion akademisch und geistlich gut meistert.

9.        Fam. Goßweiler betet dringend um eine Praktikantin oder einen Praktikanten für einen Kurzzeiteinsatz, der / die u.a. Pia ab Juli 2003 mit dem Ergänzungsmaterial der Deutschen Fernschule unterrichten kann (neben Pias Unterricht in einer indon. Grundschule).

 

Leider konnten im März weder der versprochene persönliche Rundbrief noch die Akt. Nachrichten aus Java erscheinen. Nachdem nun wenigstens die Akt. Nachrichten wieder erschienen sind, wird hoffentlich der persönliche Rundbrief bald folgen.

 

Adresse Fam. Goßweiler

Kota Baru Raya 20

Salatiga 50714

Jateng, Indonesia

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