No. 62 Aktuelle
Nachrichten aus Java 26.02.2003
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
Selbst gemäßigte indonesische Muslime haben wenig
Verständnis für die US-amerikanischen Angriffspläne gegen den Irak. So
meinte der Vorsitzende der 30-Millionen Mitglieder starken
Muhammadiyah-Organisation: “Bush ist krank; er bildet sich ein, die ganze Welt
sei gegen ihn.” Sollte es zu einem US-amerikanischen Angriff auf den Irak
kommen, wird dies den Terroristen und Fundamentalisten in Indonesien neuen
Auftrieb geben – nachdem diese in den letzten Wochen ihre Aktivitäten fast
eingestellt hatten. Die indonesische Regierung hat daher allen in Indonesien
lebenden Ausländern vollen Schutz gegen evtl. Ausschreitungen zugesichert.
(Quelle: Jakarta Post, 31.01.03) Wir beten zusammen mit den
indonesischen Christen für die Bemühungen der deutschen Bundesregierung und der
UN, einen neuen Krieg im Nahen Osten zu verhindern.
2.
Indonesien ist eines der Länder mit der
schlimmsten Korruption. Die Behörden können (oder wollen?) wenig gegen
die Korruption unternehmen. Zivilcourage zeigten jedoch die Bürger des Dorfes
Keboromo (in der Nähe von Pati, Nordjava): Nachdem sich der Bürgermeister und
einige Beamte eine Entschädigung in Höhe von 89,8 Mill. Rupiah (ca.
9.500 Euro) unter den Nagel gerissen hatten, wurden sie von den
Dorfbewohnern vor ein “Volkstribunal” zitiert. Sie gestanden sofort und gaben
das Geld innerhalb der festgelegten Frist von vier Tagen zurück. Danach
übergaben die Dorfbewohner den Fall den zuständigen Gerichten (Quelle: Kompas,
25.01.03). Wir beten, daß Gott durch die “reformasi” in Indonesien noch vielen
Bürgern Indonesiens solche Zivilcourage schenkt.
3.
Wegen des großen Pastorenmangels in fast allen
indonesischen Kirchen müssen die Presbyter / Kirchenältesten einen großen
Teil der Predigtdienste übernehmen. Diese sind aber kaum für diesen Dienst
geschult. Deshalb hat die GKJTU-Gemeinde in Salatiga das Ausbildungsinstitut
‘Sabda Mulya’ gebeten, am 12.2. und 1.3. die Mitarbeiter der Gemeinde Salatiga
entsprechend zu schulen. Kees van Ekris unterrichtet Methoden der
Bibelauslegung, Christian Goßweiler Homiletik (Predigtlehre) und Heru Purwanta
Liturgik. Wir beten um eine fruchtbare Schulung, um desto fruchtbarere Predigten
der Presbyter und daß weitere Gemeinden dem Vorbild der Gemeinde Salatiga
folgen.
4.
Maryam Magdalena hat
schon vor rund anderthalb Jahren ihr Studium an der Theol. Hochschule
Abdiel abgeschlossenen (vgl. zuletzt Akt.
Nachr. Nr. 54, 15.01.2002, Abs. 6).
Maryam gilt als sehr treu und zuverlässig und hat sich bisher in jeder Hinsicht
bestens bewährt. Trotzdem hat sie immer noch keine Vikariatsgemeinde gefunden,
da viele GKJTU-Gemeinden nur einen Mann als Pfarrer bzw. Vikar berufen wollen.
Obwohl die GKJTU keinerlei biblisch-theologische Vorbehalte gegen die Ordination
von Frauen hat, haben viele Gemeinden praktische Vorbehalte
(Schwangerschaftsurlaub; Heimweg nach abendlichen Sitzungen usw.). So gibt
Maryam einstweilen etwas Religionsunterricht und hilft bei gelegentlichen
Aufgaben im Synodalbüro aus. Vom 24.-29.2. nimmt Maryam Magdalena an einer
Schulung der christlichen Radiogesellschaft Trans World Radio (TWR) in Batu
(Ostjava) teil, um dann als Koordinatorin für die nächsten 2-3 Jahre die
Hörergruppen in der GKJTU zu betreuen (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 57, 22.08.2002, Abs. 6). Zugleich bekommt sie
damit Kontakte zu evtl. Vikariatsgemeinden. Wir begleiten das Tonbandkassetten-Programm
in unserer Fürbitte und beten darüber hinaus, daß Maryam und viele andere treue
Theologinnen eine erfüllende Aufgabe in der GKJTU finden.
5.
Die Leitungsgremien der GKJTU und der Neuk. Mission
haben ein Programm für Kurzeiteinsätze / Jugendaustauschprogramm
verabschiedet (s. Anlagen). Wie beten, daß sich bald geeignete
Interessent(inn)en für dieses Programm finden.
6.
Pebri G. wurde zur Vorsitzenden des
Frauenausschusses gewählt, der den Weltgebetstag der Frauen, die Oster- und
Pfingstfeier sowie eine Frauenfreizeit der Gemeinde Salatiga vorbereitet. Wir
beten für eine gesegnete Vorbereitung dieser Veranstaltungen unter der Leitung
von Gottes Geist.
7.
Die Lehrer an den staatlichen Schulen
gelten als besser bezahlt, besser abgesichert und mehr angesehen als die Lehrer
der christlichen Schulen. Deshalb hat das Diak. Werk der GKJTU, die
“Zionsstiftung”, immer wieder Schwierigkeiten, Lehrer zu finden bzw. diese zu
halten. Die allermeisten Lehrer versuchen, in den Staatsdienst zu kommen. Jüngst
sind wieder zwei sehr gute Lehrer von der christlichen Grundschule in Tekelan
(am Merbabu-Berg) in den Staatsdienst gewechselt. Eigentlich wollten sie als
staatlich angestellte Lehrer weiter an der christlichen Grundschule in Tekelan unterrichten,
aber dazu gab die Erziehungsministerium leider keine Zustimmung. Wir beten, daß
die verbleibenden vier Lehrer in Tekelan den Unterrichtsbetrieb weiterführen
können und daß sich bald Ersatz findet.
8.
1998 hatte Pfr. Setiawan Adiyanto von Pfr. Daniel
H. Iswanto das Amt des Geschäftsführers der Jugendabteilung der GKJTU kommissarisch
übernommen, für 2001 bis 28.2.2003 wurde Vikarin Sylva Kistyorini diese Aufgabe
kommisarisch übertragen. Frau Kistyorini hat inzwischen aber eine feste
Anstellung als Religionslehrerin an einer staatl. Schule in der
Provinzhauptstadt Semarang. Die GKJTU will das Amt bis zur Generalsynode im
August 2003 nochmals kommissarisch besetzen, danach soll endlich wieder ein(e)
feste Geschäftsführer(in) gefunden werden. Wir beten um eine gute Übergangs-
und Dauerlösung.
9.
Der Unterricht im Magister-Programm der Theol. Hochschule
Abdiel findet jetzt nachmittags und abends von 12-22h statt, mit
Rücksicht auf die Geschäftsleute (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 61, 22.01.2003, Abs. 9). Auch die Dozenten
können auf diese Weise vormittags in den regulären Programmen an der Theol.
Hochschule Abdiel unterrichten. Ganz befriedigend ist diese Lösung allerdings
noch nicht. Von 17.-19.2. und 17.-19.3. wird Christian G. im Rahmen des
Magister-Programmes Missionsgeschichte unterrichten. Wir beten, daß Studenten
und Dozenten trotz dieser ganztägigen Doppelbelastung einen effektiven
Unterricht abhalten können. Besonders beten wir auch für die Teilnehmer aus der
GKJTU, Pastor Waluyo und Pastor Setiawan Adiyanto.
10. Für Fam. Goßweiler ist die persönliche Sicherheit ein
besonderes Anliegen. Wegen der gestiegenen Kriminalität und auf Anraten der
Nachbarn ist Fam. Goßweiler dabei, einen höheren Zaun zu bauen. Pia hat in
letzter Zeit oft Angst im Dunkeln und weint. Wir beten um Bewahrung von Fam.
Goßweiler und daß durch die verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen das Verhältnis
zu den Nachbarn nicht beeinträchtigt wird. Weiter beten wir um gute
missionarische Gespräch mit den Bauarbeitern, besonders mit dem Bauleiter
Gunowo.
Immer wieder hören wir, daß einigen Lesern die “Aktuellen Nachrichten
aus Java” zu politisch und zu wenig persönlich sind, andere schätzen gerade und
vor allem unsere Gebetsanliegen zur allgemeinen gesellschaftlichen Lage.
Deshalb wollen wir an dieser Stelle kurz den Aufbau der “Akt. Nachr.”
erläutern: 1-2 allgemein-gesellsch. Anliegen; 3-5 Anliegen der GKJTU
(incl. Diakon. Werk “Zion”); 1-2 Anliegen Theol. Hochschule Abdiel, 1-2
persönl. Anliegen Fam. Goßweiler. Die Dienste von Pebri und Christian Goßweiler
und das sonstige Ergehen der Familie finden natürlich in den Gebetsanliegen der
GKJTU und der Theol. Hochschule Abdiel ebenfalls implizit Erwähnung. Darüber
hinaus soll ein persönlicher Rundbrief von Fam. Goßweiler im März erscheinen,
dann (hoffentlich) alle sechs Monate).
Adresse Fam. Goßweiler
Kota Baru
Raya 20
Salatiga 50714
Jateng, Indonesia
Tel. 0062-298-324972; fax 0062-298-327241; Handphone +62-812-2896870
e-mail: gossweilers@cheerful.com; gossweiler@eg-nm.org; gossweiler@telkom.net; gossweilers@freenet.de