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No. 59                                 Aktuelle Nachrichten aus Java                           23.10.2002

(zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)

 

1.        Die Terroranschläge von Bali und Sulawesi vom 12./13.10. haben die Augen von Regierung und Bevölkerung in Indonesien geöffnet: Noch wenige Tage vor den Anschlägen hatte der islamistische Vizepräsident Hamzah Haz sich entrüstet, es gebe in Indonesien keine Terrornetze. Das seien alles nur böse Verleumdungen der USA, um sich in die inneren Angelegenheiten Indonesiens zu mischen. Indonesien brauche deshalb auch keine ausländische Hilfe zur Bekämpfung der Terroristen. Sofort nach den Anschlägen vom 12./13.10. erklärte Sicherheitsminister Bambang Yudoyono in aller Deutlichkeit: “Ich will jetzt nicht mehr das dumme Gerede hören, es gäbe in Indonesien keine Terroristen.” Präsidentin Megawati erklärte sich in ihrer Ansprache wenig später bereit, mit ausländischen Experten in der Terrorbekämpfung zusammenzuarbeiten. Inzwischen ermittelt ein Team mit ca. 80 internationalen Experten gegen die Terroristen, die indonesische Regierung hat neue Anti-Terrorgesetze verabschiedet.

Vor den Anschlägen hatte sich die Regierung gescheut, gegen die Dschihad-Kommandos vorzugehen, weil man Unruhen in der Bevölkerung befürchtete. Nach den Anschlägen forderten viele kleine Verkäufer, Taxifahrer und Hotelangestellte auf Spruchbändern, die Regierung solle die Dschihad-Kommandos endlich auflösen. Inzwischen haben sich die Dschihad-Kommandos selbst aufgelöst – was allerdings auch nur heißen kann, daß sie in den Untergrund abgetaucht sind. Aber auf jeden Fall haben sie in Zukunft mit noch weniger Sympathien unter der Bevölkerung zu rechnen. Die Dschihad-Krieger von den Molukken und aus dem Poso-Gebiet (Sulawesi) kehren in ihre Dörfer auf Java zurück. Natürlich gibt es auch weiterhin verbohrte Fanatiker die behaupten, die Amerikaner hätten die Bomben selbst gelegt.

Die deutsche Botschaft in Jakarta schreibt im neuesten Sicherheitsbulletin vom 22.10.: „Bisher liegen weiterhin keine konkreten Hinweise auf eine konkrete Gefährdung deutscher Einrichtungen oder deutscher Staatsbürger vor.”

Wir beten, daß die Anschläge bald aufgeklärt und weitere Anschläge verhindert werden.

2.        Die GKJTU-Gemeinde „Getsemani“ in Solo in direkter Nachbarschaft zu den fanatischen Gruppen erlebt den Stimmungsumschwung sehr deutlich mit: Der islamische Geistliche Kyai Abu Bakar Ba’ashir in Solo wurde schon lange sowohl von den indonesischen wie auch von den malaysischen Behörden als Terrorist strafrechtlich verfolgt und hat auch der Gemeinde „Getsemani“ manche Schwierigkeiten bereitet (vgl. Akt. Nachr. Nr. 56, 30.05.2002, Abs. 3). In der jetzigen Situation hatten die Behörden endlich den Mut, ihn festzunehmen. Auch andere militante Gruppen, die bisher das gesellschaftliche Leben in Solo kontrolliert hatten, wagen keine öffentlichen Aktivitäten. Wir beten, daß die Gemeinden in Solo diese Zeit des Friedens (vgl. Apg. 9:31) gut nutzen können.

3.        In Salatiga erhielt die Christliche Satya Wacana Universität telephonisch eine Bombendrohung mit der Begründung, die Universität arbeite mit amerikanischen Organisationen zusammen. Der Anruf erwies sich jedoch als eine leere Drohung von „Trittbrettfahrern“. Ansonsten ist die Lage in Zentraljava ruhig, die Bevölkerung erklärt sich mit den Ausländern solidarisch. Die GKJTU und die Theol. Hochschule Abdiel unterhalten keine Beziehung zu US-amerikanischen Kirchen oder Organisationen. Fam. Goßweiler und Ehepaar van Ekris sehen bisher keine Veranlassung, Indonesien zu verlassen. Wir beten um weitere Bewahrung.

4.        Wir sind dankbar, daß trotz der Terroranschläge die Besuche von Ehepaar Garthe mit Freunden sowie von Pfr. Roller, Pfr. Dührkoop und Frau Bode planmäßig verlaufen konnten (vgl. Akt. Nachr. Nr. 58, 26.09.2002, Abs. 5). Ehepaar Garthe befand sich während der Anschläge auf Bali und besucht von 23.10.-4.11. nochmals die GKJTU. Ehepaar van Ekris wird von 30.10.-4.11. Besuch von Herrn Harry Fikse vom (Alt‑)Reformierten Missionsbund (GZB) bekommen. Für die Java-Begegnungsfreizeit im April 2003 hat sich inzwischen eine kleine Gruppe von Teilnehmern angemeldet. Wir begleiten alle diese Besuche in unserer Fürbitte.

5.        Schon seit Jahren beten die Gemeinden des Kirchenkreises Getasan am Merbabu-Berg um einen oder mehrere Pastoren, da der Kirchenkreis Getasan noch nie einen eigenen Pastor hatte. Sehr dankbar waren die Gemeinden deshalb für den treuen Dienst von Lehrvikar Amin Uripno seit Anfang 2001 in der Gemeinde Pandanan; er sollte dort im nächsten Jahr ordiniert werden (vgl. Akt. Nachr. Nr. 43, 1.3.2001, Abs. 7). Jedoch ist er am 9.10. bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Wir beten sowohl für seine Familie wie auch für die zurückgelassene Gemeinde. Vikarin Paini soll im nächsten Jahr in der Gemeinde Krangkeng (ebenfalls KK Getasan) ordiniert werden. Zuvor sollen jedoch noch einige innere Schwierigkeiten in der Gemeinde überwunden und das Pfarrhaus fertiggestellt werden. So braucht auch die Gemeinde Krangkeng unsere besondere Fürbitte.

6.        Bereits vor einiger Zeit ist “Das große Bibel-Bilderbuch” (ndl. Originaltitel: “Kijkbijbel”) auch in indonesischer Sprache erschienen, u.a. durch Unterstützung des (Alt‑)Reformierten Missionsbund (GZB) (Vgl. ndl. Projektbeschreibung Nr. 022-24 im Internet unter http://www.gzb-nl.org/Indonesie_p.htm). Diese Kinderbibel mit den bekannten, ansprechenden Bildern von Kees de Kort will nicht nur (vor‑)gelesen werden, sondern soll die Kinder zu einem interaktiven Gespräch mit den biblischen Geschichten einladen. Wie dies genau geschehen kann, dazu will die GKJTU von 15.-17.11. eine Schulung für Kindergottesdiensthelfer und Grundschullehrer anbieten. Als Referent soll Henk Ostera aus den Niederlanden eingeladen werden; Henk Ostera ist des öfteren zu solchen Schulungen in Indonesien. Außerdem soll das neue Kindergottesdienst-Material der GKJTU vorgestellt werden. Ein Team der GKJTU arbeitet noch an diesem Material; der verunglückte Vikar Amin Uripno hatte dieses Team geleitet. Solches Material und entsprechende Schulung sind sehr wichtig, da die Kindergottesdiensthelfer von ihren Gemeinden sehr wenig angeleitet werden. Wir begleiten die Fertigstellung des Materials sowie die Schulung in unserer Fürbitte.

7.        K. Pebri N. Goßweiler als Redakionssekretärin der Frauenzeitschrift „Wanita“ redigiert in diesen Tagen die nächste Ausgabe, die im November erscheinen soll. Außerdem wurde sie in den Vorstand der Frauenarbeit der Gemeinde Salatiga gewählt und hilft bei der Vorbereitung der Familienbibelwoche sowie der Weihnachtsfeiern in Salatiga. Wir begleiten sie bei diesen Aufgaben in unserer Fürbitte.

8.        Das Wohnheim der Theol. Hochschule Abdiel ist sehr wichtig für die geistliche und persönliche Prägung der Theologiestudenten. Es ist aber nicht immer einfach, die kritischen Studenten geistlich anzuleiten; die Hauseltern des Wohnheims haben keine leichte Aufgabe. Der bisherige Hausvater Pfr. Thomas Sutanto hat dieses Amt deshalb schon nach einigen Monaten wieder abgegeben, sein Vorgänger hatte es nicht viel länger ausgehalten (vgl. Akt. Nachr. Nr. 45, 17.5.2001, Abs. 8). Nun arbeiten seit 1.10. Herr Samuel Harry Sutisna und seine Frau als Hauseltern im Wohnheim mit. Die beiden sind selbst Absolventen der STT Abdiel, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter studieren noch an der STT Abdiel. Wir beten um Geduld und Weisheit für die beiden.

 

Adresse Fam. Goßweiler

Kota Baru Raya 20

Salatiga 50714

Jateng, Indonesia

Tel. 0062-298-324972; fax  0062-298-327241; Handphone +62-812-2896870

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