No. 58 Aktuelle Nachrichten
aus Java 26.09.2002
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit ist die
diesjährige Tabakernte auf Java sehr gut ausgefallen. Ironischerweise
ist jedoch aufgrund des Überangebots der Preis auf ein Drittel gefallen bei
gestiegenen Produktionskosten; die Hälfter der Ernte läßt sich überhaupt nicht
verkaufen. Besonders der sehr nikotinhaltige Tabak vom Merbabu-Berg in Nordzentraljava
läßt sich schwer absetzen, da die indonesische Regierung in ihren neuen
Tabakgesetzen den Nikotingehalt der Zigaretten begrenzen will. Außerdem haben
in den vergangenen Jahren viele Bauern ihren geernteten Tabak mit Zucker oder
mit billigeren Sorten vermischt; dies ist inzwischen bekannt geworden, weshalb
sich der indonesische Tabak auch auf dem Weltmarkt schlecht verkaufen läßt. So
haben die Tabakbauern mit dem Verkauf ihrer Ernte nicht einmal ihre
Produktionskosten bezahlen können. Viele Tabakbauern aus der GKJTU sind von
dieser Misere betroffen. Die Pastoren der GKJTU weisen in ihrer Verkündigung
darauf hin, sich nicht länger auf das “grüne Gold” zu verlassen, sondern auf
weniger risikoreiche (und weniger gesundheitsschädliche) Produkte auszuweichen.
Pilotprojekte in diese Richtung sollen angedacht werden. Allerdings dürfte
ebenfalls aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Gemüseernte in diesem Jahr
dürftig ausfallen. Wir beten um einen guten Ausweg und um Weisheit für alle
Betroffenen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
2.
Der Name “Christliche Kirche Nordmitteljava“ (Gereja Kristen Jawa Tengah Utara – GKJTU) scheint die GKJTU auf das
Gebiet Nordmitteljava zu begrenzen; dabei gibt es schon jetzt Gemeinden der
GKJTU in Ostjava (Kirchenkreis Bojoneogoro) und in Südmitteljava (Gemeinde ‘Getsemani’
in Solo). Außerdem hat die GKJTU nach über fünfzigjährigem Bestehen immer noch
kein Logo. Deshalb hatte die Kleine Synode (MPL) im August 2001 die
Kirchenleitung bzw. eine Komission beauftragt, ein Gutachten zu erarbeiten, ob
eine Namensänderung sinnvoll sei. Außerdem soll diese Kommission Vorschläge für
ein Logo der GKJTU erarbeiten. Zu der Komisssion gehören Präses Krisno Joewono,
Synodalsekr. Pfr. Petrus Sugito, Vikarin Paini, Kees van Ekris und Christian G.
Am 6.9.2002 hat die Komission erstmals getagt, am 1.11. wird sie sich zum
zweiten Mal treffen. Wir begleiten alle diese Überlegungen in unserer Fürbitte.
3.
Am 15.9. haben die Theologiestudenten aus
der GKJTU zusammen mit dem Ausbildungsinstitut “Sabda Mulya” die GKJTU-Gemeinde
Gedong am Merbabu-Berg besucht und wertvolle Einblicke in das Gemeindeleben
erhalten. Die Gemeinde Gedong ist in den letzten Jahrzehnten sehr gewachsen,
weshalb eine neue Kirche gebaut werden muß. Nach der Tabakernte sollte
Richtfest gefeiert werden, was aber wegen der gefallenen Preise verschoben
werden muß. Am vorangegangenen Samstag hatten die Theologiestudenten sich näher
mit der Liturgie der GKJTU befaßt. Wir beten für die innere und äußere
Entwicklung der Gemeinde Gedong wie auch der Theologiestudenten.
4.
Im Rahmen des Programmes “Missionarische Gemeinde”
hat die Abteilung “Dienst und Zeugnis” die Presbyter (Kirchengemeinderäte)
der GKJTU vom 2.-14.9. und 26.-28.9. in christlicher Haushalterschaft geschult.
Das Ausbildungsinstitut “Sabda Mulya” will vom 3.-5.10. und vom 21.-23.11.
ebenfalls die Presbyter schulen. Bei der Schulung von “Sabda Mulya” stehen
sowohl allgemeine Themen auf dem Programm wie Seelsorge und
Konfliktbewältigung, aber auch die Haltung der Christen in der aktuellen
politischen Lage soll besprochen werden. Wir beten, daß die Gemeinden durch
diese Schulung gut ausgerüstet werden für ihr missionarisches Zeugnis.
5.
Vom 1.-10.10. wird Altmissionar Pfr. Ingo
Garthe zusammen mit fünf Freunden aus der Gemeinde Wermelskirchen die GKJTU besuchen, vom 18.-22.10. folgt der Besuch von Pfr. Christoph
Roller und Pfr. Joachim Dührkoop vom
Gemeindedienst für Mission und Ökumene der Evang. Kirche im Rheinland, zusammen mit deren Ehefrauen. Wir begleiten alle Besuche in unserer
Fürbitte.
6.
Um den Reformationstag findet in den meisten
Gemeinden der Christl. Kirche Nordmitteljava (Gereja Kristen Jawa Tengah Utara
– GKJTU) die alljährliche Familienbibelwoche statt. Diesmal steht sie
unter dem Thema „In der Gemeinde verwurzelte Familien“. Wir beten,daß die
Familienbibelwoche für alle Altersgruppen zum Segen wird.
7.
Am 10.11. feiert das Diakonisch Werk
„Zionsstiftung“ der GKJTU sein 25. Jubiläum. Aus diesem Anlaß findet von
7.-9.11. eine Einkehrfreizeit für die Mitarbeiter statt. Wir beten, daß alle
Mitarbeiter und der Vorstand des Diakonischen Werkes sich neu ihres
missionarischen Auftrages bewußt werden. Der Vorstand des Diak. Werkes wurde
gerade neu gewählt: Herr Budi Mulyono führt weiterhin den Vorsitz, Herr Kustadi
amtiert weiter als Vorstandssekretär, außerdem gehören Soetarja, Purwosugondo
und Is Darmopranoto weiterhin zum Vorstand; neu gewählt wurde Pfr. Daniel H.
Iswanto als stellv. Vorsitzender sowie Herr Widhi als Schatzmeister. Frau Sarju
arbeitet weiterhin als Geschäftsführerin. Insgesamt beten wir um eine gute
Zusammenarbeit zwischen dem Diakon. Werk und der Synode der GKJTU.
8.
Viele Kinder aus den Dörfern sind schon bei ihrer
Einschulung in ihrer Entwicklung im Rückstand, weil sie keinen Kindergarten besuchen
konnten. Deshalb haben einige Dorfgemeinden der GKJTU mit Hilfe des Diak. Werkes
“Zion” begonnen, Kindergärten zu bauen.. Der Kindergarten in Cuntel (am
Merbabu-Berg) wird schon seit drei Jahren im Wohnhaus eines Gemeindegliedes
notdürftig abgehalten. Ein eigenes Gebäude sollte in diesem Jahr nach der
Tabakernte fertiggestellt und eröffnet werden, was aber aufgrund der gefallenen
Tabakpreise verschoben werden mußte. Der Kindergarten der Gemeinde Puyang
benutzt die Räumlichkeiten der staatlichen Grundschule; sie wagen aber nicht,
in der staatlichen Grundschule christliche Lieder zu singen. Dankbar sind wir,
daß der Kindergarten der Gemeinde Tugu (bei Salatiga) einige staatliche
Zuschüsse erhalten konnte. Wir beten, daß alle Dorfgemeinden mit guten
christlichen Kindergärten versorgt werden können.
9.
In Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation ‘World
Vision International’ (WVI) hat das Diakon. Werk
“Zion” wichtige Hilfsprogramme (‘Prokeska’) in Semarang, Kendal und Pemalang
durchgeführt. Da sich WVI in Zukunft aber mehr auf Projekte in Ostindonesien
konzentrieren will, sind die Programme in Semarang bereits im Jahr 2000
ausgelaufen, die Programme in Kendal werden jetzt im September 2002
abgeschlossen. Es soll jedoch versucht werden, die Hilfsprogramme in kleinerem
Rahmen auf Gemeindeebene weiterzuführen. Da drei der vier hauptamtlichen
Mitarbeiter nicht in die Zentrale des Diakon. Werkes “Zion” nach Salatiga
versetzt werden wollen, müssen sie sich nach einer neuen Arbeit umsehen. Wir
beten um bleibende Frucht des diakonisch-missionarischen Zeugnisses des Diakon.
Werkes “Zion”.
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