No. 57 Aktuelle
Nachrichten aus Java 22.08.2002
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
Auf den Molukken und in Zentralsulawesi kommt es
leider immer noch zu Überfällen, Bombenanschlägen und Scharmützeln zwischen den
islamischen Dschihad-Kommandos und christlichen Verbänden, in
Zentraljava sammeln die Dschihad-Kämpfer wieder für ihre Kriegskasse. Der
Oberbefehlshaber der Dschihad-Kommandos, Jafar Umar Thalib, erklärte in einem
Interview, die Dschihad-Kämpfer würden nicht ruhen, bis der Separatismus in
jeder Form ausgerottet sei. Deshalb würden sie sich jetzt gegen die
(christlichen) Separatisten auf Irian Jaya / Papua wenden. Dschihad-Kämpfer
sind bereits an mehreren Orten auf Irian Jaya / Papua eingesickert. Der neue
Oberbefehlshaber der indonesischen Streitkräfte, Endriartono, sowie der neue
Gebietskommandeur für die Molukken, Djoko Santoso, scheinen jedoch einen
entschlossenen, neutralen Kurs zu verfolgen ohne jede Sympathien für die Dschihad-Rebellen.
Wir beten, daß die örtliche Bevölkerung, die Sicherheitskräfte und die
besonnenen Muslime mutig und entschlossen gegen die fanatischen Dschihad-Kommandos
vorgehen.
2.
Vom 2.-8.8. war die GKJTU Gastgeber der Zweiten
Asiatischen Regionalversammlung der Missionsgemeinschaft „Vereinigte
Evangelische Mission“ (VEM/UEM)
unter dem Thema „Überwindung der Gewalt durch eine Friedenskultur“. Das
Thema „Gewalt“ haben die Teilnehmer sehr anschaulich erfahren: eine fanatische
islamische Gruppe drohte, die Versammlung in Solo zu stürmen. Sie behaupteten,
unter den Teilnehmern befänden sich die Drahtzieher der Unruhen auf den
Molukken und auf Sulawesi. Selbst der christliche Polizeipräsident von Solo wagte
nicht, den Fanatikern Paroli zu bieten. Andererseits bot ein moderater
islamischer Geistlicher an, die Konferenz doch in sein islamisches Zentrum zu
verlegen – obwohl er dann sicher ebenfalls von Fanatikern terrorisiert worden
wäre. Schließlich fand die Tagung ohne großes öffentliches Aufsehen in einem
Hotel in Yogyakarta statt. Leider mußten wegen der angespannten Situation die
geplanten Besuche der Tagungsteilnehmer in den Gemeinden der GKJTU abgesagt
werden, worüber die Gemeinden sehr enttäuscht waren. Trotz dieser Bedrohungen bekannten
einige Teilnehmer in aller Offenheit, daß wirklicher Frieden nur dort möglich
ist, wo Menschen Jesus Christus als ihren Heiland und Erlöser bekennen. Andere
hingegen wollten die Gottesdienste lieber beginnen „im Namen des Gottes, der
viele Namen hat: Yahwe, ... Geist der Ahnen, Allah, ...“ Im Anschluß an die
Versammlung haben Frau Sonia Hummel Parera (VEM-Referentin für Frauen, Jugend
und Kinder) sowie Herr Dr. Toya (Afrika-Koordinator) noch Gemeinden der GKJTU
besucht. Wir danken Gott für alle positiven Eindrücke der Konferenz und beten,
daß ER alle unguten Eindrücke zurechtbringt. (Videoaufnahmen von der Konferenz in
engl. Sprache können von Fam. Goßweiler bezogen werden)
3.
Die GKJTU-Gemeinde „Getsemani“ lebt mitten
im Zentrum der fanatischen Dschihad-Kommandos in Solo. Die Gemeinde hatte
nach langen Verhandlungen mit den islamischen Geistlichen endlich die
Genehmigung erhalten, wieder Gottesdienste in ihrer früheren Kirche abhalten zu
dürfen. Aufgrund persönlicher, materieller Interessen hat jedoch einer der
islamischen Führer diese Genehmigung wieder zurückgezogen. Die Polizei könnte
ihn aufgrund seiner kriminellen Machenschaften eigentlich verhaften, fürchtet
aber gewalttätige Übergriffe seiner Anhänger. Wir beten um einen guten Ausweg
für die Gemeinde Getsemani und daß in der Stadt Solo Recht und Ordnung wieder
hergestellt werden können.
4.
Die junge Mitarbeiterin Apriana aus der
GKJTU-Gemeinde Solo nimmt von August 2002 bis Juli 2003 an einem ökumenischen Jugendprogram
der VEM/UEM
in Wuppertal teil. Wir beten um segensreiche Eindrücke.
5.
Vom 18.8.-5.9. besucht der amtierende
Generalsekretär der GKJTU, Pfr. Petrus Sugito, eine Tagung über die
charismatische Bewegung; die Konsultation wird von VEM/UEM
organisiert und in Manila auf den Philippinen stattfinden.
6.
Im Juni hat die GKJTU einen Vertrag mit der
christlichen Radiogesellschaft Trans World Radio (TWR) abgeschlossen, um
gemeinsam Tonbandcassetten in javanischer Sprache zu produzieren,
speziell für das Frauen-Programm “Frauen der Hoffnung”. Schon seit dem
26.3.2000 sendet TWR für die 75 Millionen Javanen christliche Radiosendungen
und Bibelkurse in javanischer Sprache, nun wird auch die GKJTU aktiv an diesem
Programm beteiligt sein. Wir beten, daß durch diese Radiosendungen und Tonbandkassetten
viele Javanen zu einem lebendigen Glauben an Jesus Christus finden.
7.
Vom 2.-14.9. und 26.-28.9. will die Abteilung “Dienst
und Zeugnis” die Mitarbeiter der GKJTU in christlicher Haushalterschaft schulen.
Die Mitarbeiter sollen dadurch lernen, mit den von Gott anvertrauten Mitteln verantwortungsvoll
umzugehen. Bisher erwarten viele Gemeinden finanzielle Unterstützung von der
Synode, aber nur wenige sehen ihre Verantwortung, die Synode finanziell zu
tragen. Wir beten um eine ertragreiche Tagung.
8.
1998 hatte Pfr. Setiawan Adiyanto von Pfr. Daniel
H. Iswanto vorübergehend das Amt des Geschäftsführers der Jugendabteilung
der GKJTU übernommen, für 2001 bis Feb. 2003 wurde Vikarin Sylva
Kistyorini diese Aufgabe kommisarisch übertragen. Frau Kistyorini hat
inzwischen aber eine feste Anstellung als Religionslehrerin an einer staatl. Schule
in der Provinzhauptstadt Semarang. Wir beten um eine(n) guten, dauerhaften
Nachfolger(in) für das wichtige Amt in der Jugendabt.
9.
Missionar Kees van Ekris vom (Alt‑)Reformierten
Missionsbund (GZB) hat vom 10.-21.6. zusammen mit Christian G. einen
Intensivkurs „Theologie des Alten Testamentes“ an der Theol. Hochschule
Abdiel unterrichtet; wir sind dankbar für die tiefe geistlich-theologische
Einheit, die dabei zutage getreten ist. (s. beiliegende Photos)
10. Am 17.7. wurde das neue Studentenwohnheim der Theol. Hochschule
Abdiel eröffnet; hier sollen die Studenten eine umfassende geistliche
Prägung erhalten. Am 9.8. hat das neue Semester begonnen mit 10 neuen Student(innen)
im akademischen Graduierungsprogramm (indon. „Sarjana“), vier im
Magisterprogramm (davon zwei aus der GKJTU) und 14 im Zweijahres-Kurzzeitstudium.
Durch den plötzlichen Weggang von Dozenten oder Beurlaubung zum Weiterstudium
erlebt die Theol.
Hochschule Abdiel z.Zt. einige Engpässe. Wir beten um einen fruchtbaren,
gesegneten Unterricht im neuen Semester. (vgl. den Artikel in Anlage, der
demnächst im Missionsboten aus Neukirchen erscheinen wird)
11. Familie Goßweiler konnte von 24.6.-14.7. Urlaub mit
den Eltern aus Dtschld. machen, Pia Desideria ist danach gleich für einen Monat
mit den Großeltern nach Deutschland geflogen. Wir beten, daß sich die ganze
Familie jetzt wieder gut an den Alltag in Salatiga gewöhnt. (s. Photo in Anlage)
Aufgrund der vielen Aufgaben in den vergangenen Wochen konnten die Aktuellen Nachrichten aus Java zweieinhalb Monate nicht erscheinen. Wir werden uns jetzt aber wieder um ein monatliches Erscheinen bemühen.
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