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No. 56                           Aktuelle Nachrichten aus Java                      30.05.2002

(zusammengestellt von Ch. & K.P.N. Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)

 

1.        Wir sind betroffen, daß die Unruhen auf den Molukken wieder erneut aufgeflammt sind: Am 25.4. hatten (christliche) Separatisten bei Jubiläumsfeierlichkeiten der Bewegung „Republik Südmolukken“ separatistische Flaggen in Ambon gehisst. Zwei Tage zuvor hatten die Dschihad-Kommandos eine Kundgebung gegen das Friedensabkommen von Malino (vgl. Akt. Nachr. Nr. 55, 10.4.2002, Abs. 1) abgehalten, da sie bei den Verhandlungen nicht beteiligt worden waren. Die Gewalt eskalierte weiter, am 28.4. überfielen die Dschihad-Kommandos ein christliches Dorf in der Nähe von Ambon und steckten die Kirche sowie Häuser in Brand, 12 Menschen kamen dabei ums Leben. Die indonesische Regierung geht weiterhin konsequent gegen Gewalttäter von beiden Seiten vor, der Oberbefehlshaber der Dschihad-Kommandos sowie zwei Anführer der Separatisten wurden festgenommen. Wir beten weiter um einen dauerhaften Frieden auf den Molukken.

2.        Die GKJTU bereitet in diesen Wochen die Zweite Asiatische Regionalversammlung der Missions­gemeinschaft VEM/UEM vor, die vom 2.-8.8. in Solo stattfinden wird. Im Vorfeld wird vom 29.7.-2.8. je eine Frauen- und eine Jugendversammlung ebenfalls in Solo stattfinden. 15 Mitgliedskirchen der VEM/UEM aus Indonesien, Hongkong, Sri Langka und den Philippinen werden an den Tagungen teilnehmen. Die Tagungen stehen diesmal unter dem Thema „Überwindung der Gewalt durch eine Friedenskultur“. Angesichts der religiösen Vielfalt Asiens soll besonders bedacht werden, was die verschiedenen Religionsgemeinschaften gemeinsam zu einer solchen Friedenskultur beitragen können. Deshalb sollen z.B. bei der Jugendversammlungen drei der Andachten / Reflexionen von je einem hinduistischen, buddhistischen und einem islamischen Vertreter gehalten werden. Wir beten, daß die GKJTU als Gastgeber die Tagungen geistlich gesund prägen kann. Der schwankende Kurs von Rupiah, Euro und US$ macht außerdem die Finanzplanung zu einem Rollettespiel.

3.        Die GKJTU-Gemeinde „Getsemani“ in Solo liegt ganz in der Nähe der Hauptquartiere verschiedener Dschihad-Kommandos und anderer Zentren islamischer Fanatiker; so ist z.B. nur 6km entfernt von der Gemeinde das „Pesantren“-Zentrum des islamischen Geistlichen Kyai Abu Hasan Ba’ashir, der sowohl von den indonesischen wie auch von den malaysischen Behörden als Terrorist strafrechtlich verfolgt wird. Nachdem die Gemeinde auf einem ersten Grundstück keine Baugenehmigung für ihre Kirche bekommen hatte (vgl. Akt. Nachr. Nr. 54, 15.1.2002, Abs. 5), hat die Gemeinde die Stadtverwaltung gebeten, ihnen ein Grundstück anzuweisen, wo sie ihre Kirche bauen dürfen. Aber trotz der Genehmigung der Stadtverwaltung versuchen die Fanatiker auch auf dem zweiten Grundstück den Kirchbau zu verhindern. Wir beten um einen guten Ausweg.

4.        Die GKJTU-Gemeinde in Kedungadem, Ostjava mußte leider ihren Vikar Victor Adijaya entlassen (vgl. Akt. Nachr. Nr. 44, 10.4.2001, Abs. 3) und braucht nun dringend einen neuen Vikar oder Pastor. Viele Gemeindeglieder wandern zu anderen Kirchen ab. Ebenso suchen die Gemeinde „Imanuel“ in Semarang und die gerade verselbständigte Gemeinde „Kinasih“ in Getas einen Pastor, die Gemeinde „Getsemani“ in Solo möchte einen zweiten Pastor anstellen. Wir beten, daß die Lücken schnell gefüllt werden können. Die Gemeinde in Krangkeng am Merbabu-Berg wird zum Ende des Jahres Frau Paini als Vikarin und künftige Pastorin anstellen (vgl. Akt. Nachr. Nr. 47, 11.7.2001, Abs. 11).

5.        Am 25.5. hat die Christliche Mittelschule (SMP) der GKJTU in Getasan einen Tag der Offenen Tür veranstaltet. Etwa 400 Grundschüler nahmen daran teil, dazu noch ca. 30 Pastoren aus den umliegenden Gemeinden verschiedener Kirchen. Wir beten, daß die SMP im kommenden Schuljahr wieder viele neue Schüler bekommt und weiterhin ihre missionarische Berufung erfüllen kann; etwa 40% der Schüler sind Nichtchristen, nehmen aber am christlichen Religionsunterricht teil. In diesen Wochen finden die Abschlußprüfungen statt. Die Prüfungsaufgaben werden erstmals nicht zentral gestellt und korrigiert, sondern im Rahmen der Regionalisierungsgesetze kann jede Schule eigenständig die Prüfungen durchführen. Es ist jedoch zu befürchten, daß einige Schulen die Prüfungen manipulieren werden, um durch scheinbar gute Prüfungsergebnisse mehr Schüler anzuziehen. Dies macht es für qualifizierte Schulen umso schwieriger, an einer objektiven Bewertung festzuhalten.

6.        Ebenfalls am 25.5. hat die Jugendabteilung der GKJTU einen Anspiel-Wettbewerb („Soziodrama“) durchgeführt, unterstützt von der Evang. Kirchengemeinde Umkirch, Baden. Wir beten daß die Kinder und Jugendlichen auf diese spielerische Form geistliche Inhalte umso besser verinnerlichen.

7.        Vom 31.5.-4.6. besuchen Teus Eikelboom und Wijgert Teeuwissen vom (Alt‑)Reformierten Missionsbund (GZB) die GKJTU, die Theol. Hochschule Abdiel sowie weitere Partner in Zentraljava. Der Besuch hat diesmal besondere Bedeutung, da T. Eikelboom das Indonesienreferat an seinen Nachfolger W. Teeuwissen abgeben wird; natürlich sind auch noch manche Einzelheiten bzgl. des Dienstes von Missionarsehepaar van Ekris (vgl. Akt. Nachr. Nr. 55, 10.4.2002, Abs. 9) zu besprechen. Diese Gespräche begleiten wir in unserer Fürbitte.

8.        Für den 14.-26.4.2003 (Osterferien) sind Freunde der GKJTU und der Theol. Hochschule Abdiel eingeladen zu einer Java-Begegnungsfreizeit (s. Voranzeige in Anlage). Alle Vorbereitungen begleiten wir in unserer Fürbitte.

9.        Wir sind sehr dankbar, dass das Ökumenische Studienwerk (ÖSW) inzwischen das Stipendium für Herrn Agus Santoso von der Theol. Hochschule Abdiel bewilligt hat. Er wird zunächst von Ende Juni bis Ende Dezember 2002 einen Sprachkurs bei der Zentrale des ÖSW in Bochum absolvieren und dann in Heidelberg weiterstudieren; im April 2003 soll die Familie nachkommen. Wir beten um Bewahrung in allen akademischen, familiären und geistlichen Herausforderungen.

10.     Vom 22.-26.7. hält die "Kirche von Jesus dem Messias" (Gereja Isa Almasih – GIA) ihre Generalsynode. Präses Samuel Budi Prasetya (der frühere Direktor der die Theol. Hochschule Abdiel) hat versucht, die GIA stärker in Richtung einer reformatorischen, presbyterianischen Kirchenordnung zu lenken, erlebt aber viel Widerstand von den älteren Pastoren. Wir beten um einen harmonischen Verlauf der Synode und für die Erneuerung der GIA.

11.     Familie Goßweiler freut sich nach einem anstrengenden Semester auf den Urlaub mit den Eltern aus Dtschld. vom 24.6.-14.7.

 

Nachdem sich in den letzten Monaten wieder einige Telephonnummern der GKJTU geändert haben, schicken wir in Anlage wieder eine aktualisierte Telephonliste.

 

Adresse Fam. Goßweiler

Kota Baru Raya 20, Salatiga 50714, Jateng, Indonesia, Tel. 0062-298-324972, fax  0062-298-327241

Neu: Handphone +62-812-2896870

Unverändert:  e-mail: gossweilers@cheerful.com; gossweiler@eg-nm.org; gossweiler@telkom.net; gossweilers@freenet.de