No. 55 Aktuelle Nachrichten
aus Java 11.04.2002
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
Wir danken Gott, daß durch die Malino-Erklärung I
vom 18.12.2001 (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 54, 15.1.2002, Abs. 1) und Malino II vom
12.2.2002 die Konflikte im Poso-Gebiet und auf den Molukken weitgehend
beigelegt sind (s. den Text von Malino II in engl. Übersetzung als Anlage sowie
eine Stellungnahme der Verein. Prot. Kirche der Niederlande). Waffen der
muslimischen und der christlichen Milizen auf den Molukken wurden eingesammelt,
am 7.4. wurden sie dann von christlichen und muslimischen Vertretern gemeinsam
vernichtet. Leider versuchen kleine, gewalttätige Gruppen, den Konflikt neu zu
entfachen, so z.B. durch zwei jüngste Bomben- und Brandanschläge u.a. auf das
Büro des Gouverneurs der Molukken. An den Straßenkreuzungen von Semarang, der
Provinzhauptstadt von Zentraljava, sammeln die islamischen Dschihad-Gruppen
wieder Spenden. Sie geben vor, die Spenden seien für humanitäre Hilfe bestimmt,
aber nachprüfen läßt sich das im letzten nicht. Weiter herrscht Ungewissenheit,
welche neuen Ziele sich die Dschihad-Milizen aussuchen werden. Die Eskalation
der Gewalt im Nahen Osten heizt die Stimmung zusätzlich auf. Bisher kommt es in
Indonesien allerdings nur zu anti-israelischen Demonstrationen, Aggressionen
gegen Christen treten in diesem Zusammenhang bisher nicht zu Tage. Wir beten,
daß sich die indonesische Bevölkerung nicht durch die Fanatiker provozieren
läßt.
2.
Wir beten für die Opfer der Überschwemmungen
auf Java im Januar und Februar; in der GKJTU waren vor allem die Gemeinden
in der Stadt Semarang betroffen. Es wurde bei den Überschwemmungen aber auch
sehr deutlich, daß die Überschwemmungen eigentlich keine “Naturkatastrophen”
sind, sondern von den Menschen selbst zu verantworten sind, durch
unverantwortliche Bebauungspläne, wilde Mülldeponien in den Flüssen und
Abwasserkanälen, Abholzungen usw. Wir beten für sinnvolle Auswege, damit sich
solche Katastrophen nicht jedes Jahr wiederholen.
3.
Pfr. Daniel H. Iswanto wurde
am 29.1. als neuer Gemeindepastor von Salatiga eingeführt. Bei einem
Vorgespräch zwischen Kirchenleitung und Presbyterium wurde jedoch nochmals
klargestellt, daß auch der Lehrvikar und Schulrektor Heru Purwanta in
absehbarer Zukunft zum zweiten Pastor von Salatiga ordiniert werden soll. Wir
beten für den Dienst von Pfr. Daniel, seiner Frau Pfrin. Endang Setyomurti und
von Heru Purwanta.
4.
Am 12. und 13.4. soll eine weitere Schulung stattfinden
für alle 50 Mitarbeiter an den christlichen Schulen und Kindergärten des
Diakon. Werkes “Zion” der GKJTU unter dem Thema “Weitergabe einer
wesentlichen und markant christlichen Erziehung” (vgl. zuletzt . Akt. Nachr.
Nr. 51, 12.10.2001, Abs. 4). So sollen die
Mitarbeiter der Schulen und Kindergärten neu ihre Mission und Sicht für die
Zukunft begreifen und formulieren. Wir begleiten diese Schulung in unserer
Fürbite.
5.
Ebenfalls am 13.4. wird der Lehrvikar Santoso
nach langjährigem Lehrvikariat zum Pastor der GKJTU-Gemeinde Semarang IV
ordiniert (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 44, 10.4.2001, Abs. 4). Wir beten für den
weiteren Dienst von ihm und seiner Frau, der Diplom-Kirchenmusikerin Monica
Suprihatin. Beide sind Absolventen der Theol. Hochschule
Abdiel.
6.
Am 19.5. (Pfingstsonntag) soll die bisherige Zweiggemeinde
Getas feierlich zu einer selbständigen Gemeinde erhoben werden. Die
Zweiggemeinden Gentan und Kadirejo sollen dann ebenfalls zu der Muttergemeinde
Getas gehören. Zur Vorbereitung auf diese Selbständigwerdung finden in diesen
Wochen intensive Gemeindeschulungen statt. Als nächster Schritt soll dann eine
Pastorin oder ein Pastor für Getas, Gentan und Kadirejo berufen werden. Alle
diese Entwicklungen begleiten wir in unserer Fürbitte.
7.
Die Zweiggemeinde Kadirejo liegt in einem
recht fanatisch islamischen Gebiet. Dennoch ist der Bürgermeister offen für ein
diakonisches Projekt für notleidende Familien. Das Diakon. Werk der GKJTU “Zion”
in Zusammenarbeit mit der indonesischen Hilfsorganisation “Wort des Lebens” und
der deutschen Kindernothilfe soll hier helfen. Wir beten, daß die Partner gut
zusammenarbeit und das Projekt gut in Gang kommt.
8.
Nach den guten Erfahrungen mit dem
Straßenbauprojekt in Bendosari wurde das Diakon. Werk der GKJTU “Zion” mit
einem ähnlichen Straßenbau- und Arbeitsbeschaffungsprojekt betraut bei
dem Dorf Gading im Gebiet von Getasan, finanziert von der amerikanischen
“Mercy”-Stiftung. Nach Ende der Regenzeit soll im Mai mit den Bauarbeiten
begonnen werden.
9.
Dankbar sind wir, daß das niederländische
Missionarsehepaar Arianne & Kees van Ekris vom (Alt‑)Reformierten
Missionsbund (GZB) am 22.3. nach einjähriger Vorbereitung wohlbehalten in
Salatiga eingetroffen ist. Kees wird genau wie Christian G. in der Kirche GKJTU
und an der Theol. Hochschule Abdiel mitarbeiten; Arianne soll vor allem im
Diakon. Werk „Zion“ mitarbeiten, wobei jedoch noch einige Bestimmungen der Ausländer-
und Arbeitsbehörden beachtet werden müssen. Wir beten für eine gute
Einarbeitung in den kommenden Monaten: Im April und Mai besuchen sie einen
weiteren, intensiven Indonesischkurs in Yogyakarta, von 10.-21.6. wird Kees
zusammen mit Christian einen Intensivkurs „Theologie des Alten Testamentes“ an
der Theol.
Hochschule Abdiel unterrichten, daran soll sich ein weiteres
Orientierungsprogramm in der GKJTU und der Theol. Hochschule
Abdiel anschließen.
10. Ebenfalls am 22.3. ist Herr Agus Santoso von der Theol. Hochschule
Abdiel in Deutschland angekommen. Vom Albrecht-Bengel-Haus Tübingen aus
will er eine Doktorarbeit im Fachbereich Altes Testament schreiben; in diesem
Semester muß er allerdings noch weitere Deutschkurs besuchen. Wir beten um
Bewahrung in den großen geistlichen Auseinandersetzungen um die Bibelauslegung
in Deutschland sowie um eine gute Anpassung an die hohen akademischen
Anforderungen, die (vorläufige) Trennung von der Familie muß ebenfalls
verkraftet werden. Die Finanzierungsfrage ist ein weiteres, wichtiges
Gebetsanliegen: Bisher wird Herr Agus Santoso von der Evang. Kirchengemeinde Eisingen zwischenfinanziert, im Laufe des Jahres wird hoffentlich das Ökumenische
Studienwerk oder das Evang. Studienwerk das Stipendium weiter finanzieren.
11. Die Studenten des Magisterprogrammes der Theol. Hochschule
Abdiel haben von 1.-3.3.2002 die ‚Evang. Christl. Kirche Bali’
(‚Gereja Kristen Protestan Bali’ – GKPB) besucht (s. beiliegende Photos),
nachdem die Vikare der GKJTU von 1.-5.10.2001 eine ähnliche Studienreise
unternommen hatten (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 51, 12.10.2001, Abs. 3). Die GKPB ist in den
vergangenen ca. Jahrzehnten berühmt geworden, weil sie sich besonders
harmonisch in die einheimische, balinesische Kultur eingefügt hat. Umgekehrt
gilt der Hinduismus, nicht nur auf Bali, als eine der tolerantesten Religionen.
Dennoch waren am 13.2.2002 die Häuser von 11 christlichen Familien in dem Dorf
Katung von fanatischen Hindus niedergebrannt worden, am 21.2. waren drei
weitere christliche Familien aus dem Dorf Batubuyan vertrieben (beide Dörfer im
Landkreis Bangli, Bezirk Abiansemal) worden. Eines der Opfer mußte mit schweren
Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. In diesen Tagen sollen
die Opfer in ihre Dörfer zurückkehren. Der äußere und innere Wiederaufbau wird
natürlich noch Monate dauern. Die GKPB möchte angesichts dieser Vorfälle ihr
bisheriges Missionskonzept neu überdenken. Die Teilnehmer des Magisterprogramms
sind dankbar für alle Eindrücke, sowohl die mutmachenden wie auch die
schmerzlichen.
12. Für Fam. Goßweiler ist inzwischen wieder der Alltag eingekehrt.
Aufgrund personeller Engpässe hat Christian G. in diesem Semester doppelt so
viele Stunden zu unterrichten wie ursprünglich zwischen der GKJTU, der Theol.
Hochschule Abdiel und der Neuk. Mission vereinbart worden waren. Pebri gibt zu
hause sechs Stunden pro Woche Deutschunterricht. Wir beten um Durchhaltevermögen
und bessere Lösungen für die kommenden Semester.
Wir bitte um Verständnis, daß aufgrund der genannten Arbeitsüberlastung die “Aktuellen Nachrichten” erst nach knapp drei Monaten wieder erscheinen; hinzu kam, daß bei einer Reorganisation einige neue Empfänger wieder aus unserer mailing-list herausgefallen sind. Deshalb können wir erst jetzt verspätet allen Empfängern eine gesegnete Osterzeit wünschen. In Zukunft wollen wir uns bemühen, daß alle Abonnenten die “Aktuellen Nachrichten” wieder mindestens einmal im Monat erhalten.
Adresse Fam. Goßweiler
Seit 1.1.2002 wieder: Kota Baru Raya
20, Salatiga 50714, Jateng, Indonesia, Tel. 0062-298-324972, fax 0062-298-327241
Neu: Handphone +62-812-2896870
Unverändert: e-mail: gossweilers@cheerful.com; gossweiler@eg-nm.org; gossweiler@telkom.net; gossweilers@freenet.de