No. 54 Aktuelle Nachrichten
aus Java 15.01.2002
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
Im Gebiet um die Stadt Poso (Zentralsulawesi)
kam es seit Dezember 1998 immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Christen
und Muslimen (vgl. zuletzt Akt. Nachr.
Nr. 34, 20.4.2000, Abs. 8). In den vergangen drei
Jahren sind bei diesem Konflikt etwa 1.000 Menschen ums Leben gekommen, ca.
25.000 wurden zu Flüchtlingen (Christen und Muslime). Von den Molukken sowie aus
anderen Gebieten Indonesien eingesickerte Dschihad-Kämpfer haben das
Gleichgewicht zu Ungunsten der Christen verschoben. Auch Dschihad-Kämpfer aus
dem Nahen Osten mit hochmodernen Armeewaffen wurden im Poso-Gebiet aufgegriffen.
Im Dez. 2001 hatten die Dschihad-Kämpfer die Christen in der nahegelegenen
Stadt Tentena eingeschlossen und ihnen ein „blutiges Weihnachtsfest 2001“
angekündigt. Auf Vermittlung des indonesischen Sozialministers Jusuf Kalla kam
es jedoch zu Gesprächen zwischen christlichen und islamischen Führern in der
Stadt Malino (Süd-Sulawesi), der Heimat von Jusuf Kalla. Jusuf Kalla kam es
besonders darauf an, den Konflikt nicht nur zu befrieden, sondern auch an seine
sozio-kulturellen Wurzeln zu beheben. Außerdem wurden starke Militärverbände in
das Gebiet entsandt. Nach Unterzeichnung der Malino-Erklärung am 18.12.2001
wurden tausende von Waffen abgeliefert und vernichtet, seitdem hat sich die
Lage entspannt. Dies ist sicher vielen Gebeten von Gläubigen in der ganzen Welt
zu verdanken sowie auch der Initiative deutscher Parlamentarier (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 53, 6.12.2001, Abs. 1), die mit der
indonesischen Regierung ausführlich über die Problematik im Poso-Gebiet
gesprochen hatten.
Trotzdem wurden in der Neujahrsnacht 2001/2002 nochmals Bombenanschläge auf vier Kirchen in der Provinzhauptstadt Palu verübt. Palu ist durch eine Entfernung von über 100km und ein hohes Gebirge vom Poso-Gebiet getrennt. Bei den Anschlägen gab es keine Todesopfer, 1-2 Personen wurden leicht verletzt. Vier Verdächtige wurden inzwischen verhaftet.
Wir danken Gott für die grundsätzlich positive Entwicklung im Poso-Gebiet und beten, daß die Bombenanschläge in Palu nicht zu einer neuen Eskalation der Gewalt führen. Weiter beten wir, daß die Wunden der Vergangenheit wirklich heilen, damit in Zentral-Sulawesi Christen und Muslime wieder friedlich zusammenleben können. Schließlich ist zu hoffen und zu beten, daß die Malino-Erklärung ein Vorbild wird für die Konflikte auf den Molukken, in Irian Jaya und anderen Gebieten Indonesiens.
2.
Auf Java mußten ebenfalls einige Kirchen bewacht
werden, aber es kam zu keinen größeren Zwischenfällen, im großen und ganzen
verlief das Weihnachtsfest harmonisch. Beispielsweise wurde in dem Wohnviertel
von Fam. Goßweiler am 13.1. Weihnachten und der islamische
Feiertag Idul Fitri / Halal Bihalal gemeinsam gefeiert, der islamische
“Blockwart” (indon.: “Ketua RT”) bat Christian G. spontan, das Eingangsgebet zu
sprechen. In dem Dorf Tekelan wurde Pfarrer Waluyo (vgl. Akt. Nachr. Nr. 28,
15.10.1999, Abs. 6) sogar gebeten, eine Andacht über den Sinn von Weihnachten
und Idul Fitri zu halten.
3.
Das Diakon. Werk der GKJTU “Zion” will
seine Grundordnung überarbeiten, neue Vorstandsmitglieder hinzuwählen (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 40, 25.10.2000, Abs. 5), neue Vorschriften der
Regierung müssen beachtet werden und auch das Verhältnis zur Synode soll neu
bestimmt werden. Diese Reorganisation begleiten wir in unserer Fürbitte.
4.
Für den verstorbenen Pfr. Sahirun Yahya (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 44, 10.4.2001, Abs. 2) will die GKJTU-Gemeinde
Ngawen den Vikar Sutoyo als Nachfolger berufen. Sutoyo hatte an
der Theol. Hochschule in Pati (Nordjava) studiert, mußte sein Studium aber
abbrechen, als diese Hochschule geschlossen wurde. Wir beten, daß Sutoyo sein
Studium doch noch zu einem guten Abschluß bringt und sich in seine Aufgaben in der
Gemeinde Ngawen gut hineinfindet.
5.
Die GKJTU-Gemeinde ‘Getzemani’ in Pajang,
Solo (vgl. Akt. Nachr. Nr. 28,
15.10.1999, Abs. 9) hat bereits ein Grundstück gekauft, um eine eigene
Kirche zu bauen. Einige islamische Fanatiker bereiten ihr jedoch Schwierigkeiten,
die Zustimmung der Nachbarn zum Bau der Kirche zu bekommen. Ohne die Zustimmung
sämtlicher Nachbarn darf in Indonesien keine Kirche gebaut werden. Wir beten,
daß die Kirche bald gebaut werden kann und die Gemeinde mit ihren Nachbarn in
gutem Einvernehmen zusammenleben kann.
6.
Maryam Magdalena (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 43, 1.3.2001, Abs. 8) wird
im Februar ihr Studium an der Theol. Hochschule
Abdiel offiziell abschließen, außerdem soll sie im Februar an einer
einmonatigen Intensiv-Schulung über den Islam teilnehmen, veranstaltet von der
Christlichen Kirche in Ostjava (GKJW). Maryam gilt als sehr treu und
zuverlässig. Leider hat sie noch keine Vikariatsgemeinde gefunden, da viele GKJTU-Gemeinden
nur einen Mann als Pfarrer bzw. Vikar berufen wollen. Wir beten, daß diese
treue Dienerin des Herrn den rechten Einsatzort findet.
7.
Missionsleiter Ulrich Bombosch,
Altmissionar Klaus Seidlitz sowie Friedhelm Andreas von der
Neukirchener Mission zusammen mit Pfr. Günther Wacker von der Evang. Kirchengemeinde Eisingen wollen von 5.-14.2. die GKJTU und die Theol. Hochschule
Abdiel besuchen. Die Partnerschaft in den vergangenen Jahren soll
ausgewertet werden, außerdem werden Fragen des nächsten Dienstabschnittes von
Fam. Goßweiler besprochen. Für Missionsleiter Ulrich Bombosch ist dies zugleich
der “Antrittsbesuch” bei den indon. Partnern. Wir beten um eine gesegnete
Begegnung.
8.
Demnächst soll Pfr. Daniel H. Iswanto als
neuer Gemeindepfarrer in Salatiga eingeführt werden. Wir begleiten
seinen Dienst in unserer Fürbitte wie auch den Dienst von Schulrektor und
Lehrvikar Heru Purwanta.
9.
Fünf Teilnehmer aus der freien Wirtschaft haben
das Magisterprogramm der Theol. Hochschule
Abdiel in Abendkursen begonnen (vgl. zuletzt . Akt. Nachr.
Nr. 53, 6.12.2001, Abs. 4). Wir beten, daß alle
fünf durchhalten, drei Jahre lang an drei Abenden in der Woche nach Feierabend
(19.00-22.00h) das Studium zu absolvieren.
10. Fam. Goßweiler ist wohlbehalten in Salatiga angekommen und
wurden von der Leitung der GKJTU und der Theol. Hochschule
Abdiel herzlich empfangen. Christian unterrichtet seit 10.1. im
Magisterprogramm, Pebri bringt das Haus auf Vordermann. Für Pia Desideria und
Pieter waren die weißen Weihnachten ein schönes Abschiedsgeschenk von
Deutschland, jetzt sitzen sie schon wieder mit Badehose in ihrem Planschbecken
(s. Photos in Anlage).
Adresse Fam. Goßweiler
Seit 1.1.2002
wieder: Kota Baru Raya 20, Salatiga 50714, Jateng, Indonesia, Tel.
0062-298-324972, fax 0062-298-327241
Unverändert: Mobil +49-179-6614146, e-mail: gossweilers@cheerful.com; gossweiler@eg-nm.org; gossweiler@telkom.net; gossweilers@freenet.de