No. 41 Aktuelle
Nachrichten aus Java 29.12.2000
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler)
1.
Am Heiligabend, den 24.12. um 21.00h Westindon.
Zeit (= 15h MEZ) detonierten fast gleichzeitig Bomben vor 15 Kirchen
Indonesiens. Betroffen waren christliche Kirchen in der Hauptstadt Jakarta
sowie in den Provinzen Nordsumatra, Westjava, Ostjava (in der Stadt Mojokerto)
sowie auf den Inseln Batam und Lombok. Die Kirchen unserer Partnerkirche GKJTU
in Zentraljava waren nicht betroffen.
Die Kirchengebäude in den genannten Gebieten wurden wenig beschädigt,
die Bomben forderten jedoch 16 Todesopfer, 95 wurden verletzt. 16 Bomben
konnten rechtzeitig entdeckt und entschärft werden. Die Jugendgruppen ‚Banser’
der ‘Nahdlatul Ulama’ (NU) und andere
gemäßigte islamische Gruppen sowie die Polizei bewachen inzwischen die
christlichen Kirchen. In der Stadt Mojokerto konnten Jugendliche der NU sogar
eine Bombe entschärfen, indem sie kurzerhand sämtliche Kabel herausrissen. Ein
anderer islamischer Jugendlicher der NU in Mojokerto kam jedoch ums Leben, als
er eine Bombe in einer Kirche entschärfen wollte. Insgesamt hat sich die Lage
beruhigt.
Schon in den vergangenen Monaten kam es in Indonesien zu einer Serie
von Bombenanschlägen auf verschiedene Einrichtungen.
Eine fanatische islamische Gruppe in Südsumatra (‚Tentara Islam Batalion Badar’
- TIBBR) hat sich bereits über Flugblätter zu den Anschlägen bekannt, was
jedoch unwahrscheinlich erscheint – es ist fraglich, ob die Organisation TIBBR
überhaupt existiert. Als Attentäter vermutet man eher Anhänger des früheren
Suharto-Regimes, die die neue demokratische Regierung stürzen wollen. Deshalb
versuchen sie, die religiösen Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Bereits im
vergangenen Jahr hatten Terroristen mit ähnlichem Hintergrund eine Bombe in der
großen Istiqlal-Moschee in Jakarta gezündet. Es war darum nicht auszuschließen,
daß dieselben Terroristen am Ende des Fastenmonats Ramadhan, am Idul Fitri
(27.-28.12.), weitere Anschläge verüben würden, diesmal auf islamische
Einrichtungen. Dies konnte jedoch verhindert werden durch ein starkes Aufgebot
der Sicherheitkräfte. Auch Christen halfen, die Moscheen am Idul Fitri zu
bewachen, dem höchsten islamischen Feiertag.
Von einer „Christenverfolgung“ in Indonesien zu sprechen wäre daher
verkürzt. Wir beten für Christen und Muslime in Indonesien.
2.
Wir danken für den guten Verlauf der Schulung für die Kirchenältesten /
Presbyter der GKJTU vom 17.-19.11. (vgl. Akt. Nachr. Nr. 40,
27.10.2000, Abs. 8). In den letzten Jahren sind viele junge, dynamische
Presbyter in die Kirchengemeinderäte gewählt worden, die geradezu begierig nach
weiterer Schulung sind. Von der Schulung im November waren sie sowohl inhaltlich
als auch methodisch begeistert. Eine weitere Schulung für die Presbyter in den Kirchenkreisen Blora, Purwodadi und Bojonegoro soll Anfang 2001 folgen,
dazu kleinere, dezentrale Schulungen für die einzelnen Kirchenkreise. Wir beten
für Herrn Heru Purwanta, Frau Dhani und Frau Endang bei der Durchführung dieser
Schulungen im kommenden Jahr.
3.
Der Vorstand des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB) hat inzwischen zugestimmt,
einen Dozenten an die Theol. Hochschule
Abdiel und in die GKJTU zu entsenden und einen entsprechenden
Partnerschaftsvertrag mit der GKJTU und der STT Abdiel unterzeichnet. (vgl. Akt. Nachr. Nr. 37,
6.7.2000, Abs. 5; Akt. Nachr. Nr. 40,
27.10.2000, Abs. 9). Nun beten wir, daß ein entsprechender Kandidat schnell
gefunden wird. Außerdem hat der (Alt‑)Reformierte
Missionsbund (GZB) der GKJTU drei Stipendien zur Weiterbildung der Pastoren
im Magisterprogramm zugesagt. Auch der Glaubensgrundkurs wird weiter
unterstützt. So sind wir für die Ergebnisse des Besuches von Teus Eikelboom
sehr dankbar.
4.
Der Dozent Agus Santoso von der Theol. Hochschule
Abdiel hat inzwischen schon viel Deutsch gelernt, um im Jahr 2001 mit
seiner Promotion im Fach Altes Testament zu beginnen. (vgl. zuletzt Akt. Nachr. Nr. 25,
14.8.1999, Abs. 6) Er soll von Prof. Oeming (Heidelberg) betreut werden
und im Albrecht-Bengel-Haus (Tübingen) wohnen. Doch ist die Finanzierung seines
Studiums noch größtenteils ungeklärt. Wir beten um einen guten Ausweg.
5.
Nach einer abenteuerlichen Reise ist Familie Goßweiler inzwischen in
Deutschland angekommen: Zunächst war die ‘Duldung’ für Christian, Pia und
Pieter nur bis 7.12. verlängert worden, obwohl der Flug bereits für den 8.12.
gebucht war. Durch geschickte Verhandlungen von Herrn Eliezer von der Theol.
Hochschule Abdiel konnte die Duldung in letzter Minute bis zum 9.12.
verlängert werden. Doch dann hatte das Flugzeug von Garuda Indonesia Airways
einen Triebwerkschaden, so daß Familie Goßweiler erst am 9.12. (nach viel
Unsicherheit, Rennerei und manchen Gebetserhörungen) mit Singapore Airlines
nach Frankfurt fliegen konnte, wo sie am 10.12. von den Eltern und einer
Delegation der Evang. Kirchengemeinde Eisingen empfangen wurden. Insgesamt danken wir für Gottes Bewahrung auf der Reise
und die liebevoll vorbereitete Wohnung in Eisingen.
Weiter beten wir für die Eingewöhnung vor allem der Kinder: Eigentlich gefällt es allen sehr gut in Deutschland, aber Pia Desideria und Pieter sind erkältet, daher weinerlich, quengelig und schlafen schlecht. Deshalb sind Pebri und Christian z.Zt. ziemlich erschöpft, mit der Betreuung der Kinder beide voll ausgelastet und kommen kaum zu etwas anderem. Wir beten um eine schnelle Überwindung dieser Anfangsschwierigkeiten.
Familie Goßweiler ist zu
erreichen unter der Adresse (u.a. für Anfragen zu Gemeindediensten):
Kirchsteige 17
D-75239 Eisingen
Tel. 07232-809392
Fax 07232-382399
e-mail GOSSWEILERS@cheerful.com (unverändert)
Im Trubel des “Umzuges” von Indonesien nach Deutschland sind die ‘Aktuellen Nachrichten aus Java’ leider zwei Monate lang nicht erschienen. Nun wünschen wir allen Lesern, Betern und Freunden nachträglich eine gesegnete Weihnachts- und Epiphaniaszeit sowie einen guten Start ins neue Jahrtausend. Wir werden uns bemühen, daß die ‘Aktuellen Nachrichten aus Java’ im Jahr 2001 wieder monatlich erscheinen.