No. 40 Aktuelle Nachrichten aus Java 27.10.2000
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler, in Absprache mit der Kirchenleitung der GKJTU)
1.
In Indonesien nimmt man sehr regen Anteil an den
neuesten Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Vor allem die Massenzeitungen,
wie z.B. Jawa Pos, ergreifen sehr
einseitig Partei für die Palästinenser. Viele Christen befürchten, daß sich der
wachsende Anti-Zionismus schließlich gegen die Christen kehren könnte.
Präsident Gus Dur war schon lange vor seiner Präsidentschaft für den
Friedensprozeß im Nahen Osten aktiv und nimmt auch jetzt eine
neutral-vermittelnde Position ein. Dafür wird er von vielen Fanatikern
kritisiert. Wir beten, daß Gus Dur seine besonnene Haltung auch in der
indonesischen Gesellschaft durchsetzen und schließlich sogar mithelfen kann,
den Nahostkonflikt beizulegen.
2.
Pfr. Daniel H.I.,
Pfr. P. Sugito und Pfr. Permadi sind inzwischen wohlbehalten
(wenn auch erschöpft) von ihrer Reise nach Deutschland (und Namibia)
zurückgekehrt (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 38, 8.8.2000, Abs. 8-9) und haben wertvolle Impulse von der
Gnadauer Fachtagung “Weltweite Christenheit”, von der Herbstkonferenz der
Neukirchener Mission und aus der Evang. Kirchengemeinde
Eisingen mitgenommen.
3.
Am 13.10. wurde die Christliche Kirche von
Nord-Mitteljava (GKJTU) bei der Generalversammlung der Vereinigten
Evangelischen Mission (VEM/UEM)
in Namibia als (Voll‑) Mitglied in die
Missionsgemeinschaft VEM/UEM
aufgenommen. Weiter wurde die GKJTU zum Gastgeber für die asiatische
Regionalversammlung der VEM/UEM
im Jahre 2002 gewählt. Die GKJTU verspricht sich von ihrer Mitgliedschaft bei
der VEM/UEM
vor allem erweiterte ökumenische Kontakte und weltmissionarische Möglichkeiten.
Wir beten, daß die GKJTU ihr geistliches Erbe in die VEM/UEM
einbringen kann und so für viele zum Segen wird.
4.
Um die Hilfskredite des Internationalen
Währungsfonds an die Bevölkerung weiterzuleiten, arbeitet die neue,
demokratische Regierung mit den Freien Wohlfahrtsverbänden zusammen. Das
Diakonische Werk “Zion” der GKJTU bekam deshalb über 100 Mill.Rp. vom
indonesischen Frauenministerium für ein Straßenbauprojekt, das
Arbeitsplätze für erworbslose Frauen in Bendosari (bei Salatiga) schafft. Der
Vorstand der Zionsstiftung ist besonders dankbar, daß alle Korruptionshähne
anscheinend “zugedreht” werden konnten und daß die neu gebauten Straßen auch
der allgemeinen Bevölkerung von Bendosari zugute kommen. Wir beten, daß das
Projekt bis Dezember gut abgeschlossen wird.
5.
Im Vorstand des Diakonischen Werkes “Zion” hatten
Frau Mirahingsih und Ehepaar Sarju eine führende Rolle inne. Nach dem Tod von
Pfrin. Mirahingsih und Pfr. Sarju müssen dringend Nachfolger für den
Vorstand der Zionsstiftung gefunden werden. Viele wären an dem Ehrenamt interessiert,
aber schwieriger ist es wirklich qualifizierte und einsatzbereite
Vorstandsmitglieder zu finden. Wir begleiten die Ergänzung des Vorstandes der
Zionsstiftung in unserer Fürbitte.
6.
Wir sind dankbar für das Ergebnis der Kreissynode
Salatiga (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 39, 5.9.2000, Abs. 13). Zum neuen Dekan / Superintendent
wurde Pfr. Sudwiyono gewählt, ein Absolvent der früheren Bibelschule
“Sabda Mulya” von Pfr. Ingo Garthe und Pfr. Klaus Seidlitz. Der
Pastor der neuen Gemeinde ‘Getzemani’ in Solo, Pfr. Adenan (vgl. Akt. Nachr. Nr. 30,
22.12.1999, Abs. 6)., wurde zu seinem Stellvertreter gewählt.
Kreissynodalsekretärin ist Frau Vikarin Yohana E. Kusumawardhani, die
Sekretärin des Ausbildungsinstitutes “Sabda Mulya”; als Finanzreferent wurde
der Prediger Sutadji bestimmt, der auch in der Synode im Finanzreferat
mitarbeitet. Wir begleiten den neuen Kreissynodalvorstand in unserer Fürbitte.
7.
Wir beten für die Familienbibelwoche, die
in diesen Tagen in den Gemeinden der GKJTU abgehalten wird.
8.
Vom 17.-19.11. will das Ausbildungsinstitut ‘Sabda
Mulya’ die Kirchenältesten / Presbyter aus den Kirchenkreisen Salatiga,
Getasan, Kopeng und Semarang schulen und sie zurüsten für ihr missionarisches
Zeugnis als reformatorische Kirche in der indonesischen ‘Reformasi’. Im
Unterschied zu früheren Schulungen sollen die Presbyter nicht nur Vorträge
anhören, sondern ihre eigenen Erfahrungen aktiv einbringen, auch in neuen
Formen wie z.B. “Soziodrama”. Anfang 2001 soll eine ähnliche Schulung für die
Kirchenkreise Blora, Purwodadi und Bojonegoro folgen. Wir beten, daß die
Schulungen mit ihren neuen Methoden gut angenommen werden und für viele zum
Segen werden.
9.
Der Indonesienreferent des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB), Teus Eikelboom, wird vom 15.-19.11. die GKJTU und
die Theol.
Hochschule Abdiel besuchen und danach zur Torajakirche nach Sulawesi
weiterreisen. Wir beten um einen guten Verlauf aller Gespräche, gerade in der
Frage der Stipendienprogramme sowie des Dozenten für die Theol. Hochschule
Abdiel und die GKJTU (vgl. zuletzt Akt. Nachr. Nr. 37,
6.7.2000, Abs. 5).
10. Inzwischen sind die ersten beiden Kurse des Magisterprogrammes der Theol. Hochschule
Abdiel vorüber (vgl. Akt. Nachr. Nr. 38,
8.8.2000, Abs. 10; Akt.
Nachr. Nr. 39, 5.9.2000, Abs. 13). Von den ursprünglich elf
Interessenten haben sich nur sechs wirklich eingeschrieben, und vier Studenten
(sowie ein Gasthörer) haben dann schließlich am Unterricht teilgenommen. Aber
für den ersten Anlauf ist diese ‘familiäre Atmosphäre’ sehr angenehm. Dennoch
beten wir, daß bald noch weitere Teilnehmer dazustoßen. Wie schon erwähnt hat
Christian G. zum ersten Mal Altes Testament unterrichtet. Umso mehr hat uns
gefreut, als einer der Teilnehmer bezeugte: “Bisher schien mir das Alte
Testament immer so unendlich fern von unserer Welt. Aber auf einmal macht mir
die Auslegung des Alten Testamentes richtig Spaß.” Wir beten für die
nächsten beiden Kurse vom 30.10.-3.11. sowie 27.11.-1.12.
11. Am 7.10. ist die Aufenthaltsgenehmigung für Christian, Pia Desideria
und Pieter G. ausgelaufen. Es ist für uns ein Wunder, daß Christian fünf Jahre
lang ununterbrochen in Indonesien arbeiten konnte. Jetzt beten wir, daß
Christian, Pia und Pieter noch bis zum Abflug am 8.12. “geduldet” werden (eine
erste “Duldung” bis 7.11. ist bereits genehmigt). Andererseits beten wir, daß
Pebris Aufenthaltsgenehmigung von der deutschen Ausländerbehörde rechtzeitig
erteilt wird.
12. Wir sind dankbar, daß für den Deutschlandaufenthalt von Fam.
Goßweiler bereits eine Wohnung bereit steht (Kirchsteige 17,
75239 Eisingen). Nun beten wir, daß sich vor allem die Kinder gut in
Deutschland einleben und der Deutschlandaufenthalt für alle Beteiligten zum
Segen wird.