No. 37 Aktuelle Nachrichten aus
Java 07.07.2000
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler)
1.
Die GKJTU
geht durch schwere Prüfungen: Am 1.6.1999 verstarb die Vize-Präses Pfrin.
Mirahingsih (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 23, 11.6.1999, Abs. 3), genau am 1.6.2000 erlitt
Generalsekretär Pfr. Yohanes Sarju einen Schlaganfall, an dessen Folgen er
am 21.6.2000 verstarb. Hinzu kommen der Tod von Herrn Rohadi am 2.5.2000 (vgl. Akt. Nachr. Nr. 35,
15.5.2000, Abs. 6), von
Frau Wahyudi am 6.12.1999 (vgl. Akt. Nachr. Nr. 30,
22.12.1999, Abs. 4) und von Pfr. Soetjipto am 5.2.1999 (vgl. Akt. Nachr. Nr. 19,
23.2.1999, Abs. 5).
Pfr. Sarju wurde am 22.6. bestattet, unter großer Anteilnahme von allen Gemeinden der GKJTU, von befreundeten
indonesischen Kirchen und von den europäischen Partnern der GKJTU. Pfr. Sarju
wurde am 26.4.1949 geboren, sechs Tage nach der “Geburt” der GKJTU. Er wurde
Christ im Zuge der Massenbekehrungen nach dem fingierten kommunistischen
Putschversuch vom 30.9.1965 und besuchte 1969-1972 die Bibelschule Sabda Mulya,
wo damals die Neukirchener Missionar Ingo Garthe und Klaus Seidlitz
unterrichteten. Nach Abschluß der Bibelschule arbeitete Yohanes Sarju
unermüdlich zunächst als Evangelist, dann als Pfarrer der Gemeinde Salatiga.
Zusammen mit Frau Mirahingsih war er entscheidend für den Neuaufbruch der GKJTU
1984 verantwortlich. Seit der Außerordentlichen Synode 1984 bis zu seinem Tode
war Pfr. Sarju ununterbrochen Generalsekretär der GKJTU, neben seinem
Gemeindepfarramt in Salatiga. Durch mehrere Besuchsreisen wurde Pfr. Sarju
auch zu einem geschätzten Gesprächspartner bei den europäischen Partnern der
GKJTU. In einem Grußwort während der Beerdigung wurde Yohanes Sarju mit
Johannes Calvin verglichen: Beide waren Reformatoren für die Kirche, beide sind
in frühem Alter gestorben (Yohanes S.: 51 Jahre; Johannes C.:
54 Jahre) und – was im Grußwort nicht gesagt wurde: beide haben sich totgearbeitet.
An dieser Stelle danken wir auch im Namen der GKJTU und Fam. Sarju für alle
Beileidskundgebungen.
Nun beten wir für das Presbyterium /
Kirchengemeinderat der Gemeinde Salatiga und für die Synode der GKJTU, die
geeigneten Nachfolger auszuwählen, sowohl für das Gemeindepfarramt in der
Schlüsselgemeinde Salatiga wie auch für die Ämter in der Kirchenleitung. Das
Presbyterium von Salatiga hat schon am 1.7. begonnen, die weiteren Schritte zu
beraten, die Kirchenleitung wird am 13.7. tagen.
Wir danken, daß Pfr. Daniel H. Iswanto sein
Magisterstudium an der Theol. Hochschule Jakarta im Mai abgeschlossen hat und
sich bald wieder ganz seinen Aufgaben in der Kirchenleitung widmen kann. Für
den 37jährigen Dipl.päd. Dipl.theol. Heru Purwanta beten wir, daß er seinen Aufgaben
in der Schule, in der Synode und als Lehrvikar der Gemeinde Salatiga gut
gerecht werden kann (Pfr. Sarju hatte ihn als Nachfolger für das
Gemeindepfarramt in Salatiga vorbereitet). Den 35jährigen stellv. Generalsekr.
Pfr. Petrus Sugito begleiten wir in unserer Fürbitte, damit er seine Aufgaben
persönlich und theologisch-geistlich immer deutlicher im Sinne von
Pfr. Sarju weiterführen kann. Vor allem beten wir um Einheit sowohl für
die GKJTU als auch unter den zukünftigen Führungspersönlichkeiten.
2.
Wir danken
für die außerordentliche Kleine Synode („Sidang MPL Istimewa“) der GKJTU
vom 14.-16.6. Auch wenn die Tagung von der Krankheit von Pfr. Sarju
überschattet war, so konnten doch folgende Schulungsmaterialien verabschiedet
werden:
“Kurze Geschichte der GKJTU (Die Anfänge der
Mission der GKJTU)”
“Die Anfangsgründe der Lehre der GKJTU (Die
Grundlagen der Mission der GKJTU)” – 2 Hefte
“Die GKJTU und ihr gesellschaftliches Umfeld” – 4
Hefte
“Die GKJTU führt ihre Mission aus (Einführung in
die Missiologie)”
“Die Rolle GKJTU inmitten des religiösen
Pluralismus”
“Einführung in die Ethik”
Je ein Heft zur politischen Bildung und über
kirchliche Haushalterschaft sollen in Kürze folgen. Ab Oktober werden die
Materialien dann in den Gemeinden zum Einsatz kommen.
3.
Der Tod von
Pfr. Sarju fiel genau in den Kurs für die
Evangelisten / Laienprediger (Guru Injil) der GKJTU vom 19.-24.6. Dennoch konnte Timo Garthe (Sohn
von Ingo Garthe) seinen Kurs über Missionarischen Gemeindeaufbau und Heru
Purwanta seine Einheit über Fragen von 'Kirche und Gesellschaft' gut
abschließen. Darüber hinaus konnte Timo Garthe bei der Beerdigung des
hervorragendsten Schülers seines Vaters zugegen sein und die Abendandacht nach
der Beerdigung halten. Für Familie Sarju ist Timo Garthe wie ihr eigener Sohn.
4.
Beim Orientierungstreffen
für Theologie-Studenten am 1.-2.7. haben sich vier Interessent(inn)en
angemeldet, die möglicherweise ab August mit dem Theologie-Studium beginnen
wollen. Besonders freuen wir uns über eine Interessentin aus dem Kirchenkreis
Pemalang, wo es in der Vergangenheit zu einigen Problemen gekommen war. (vgl. Akt. Nachr. Nr. 3,
17.2.1998, Abs. 3).
5.
Der Präses
der "Kirche
von Jesus dem Messias" (Gereja Isa Almasih – GIA) und frühere Direktor
der Theol.
Hochschule Abdiel, Pfr.
Samuel Budi Prasetya, ist Anfang Juni mit Vertretern des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB) zusammengetroffen. Es wurde hauptsächlich über den
Plan gesprochen, daß ein Missionar des GZB im Rahmen des geplanten
Magisterprogrammes an der Theol. Hochschule Abdiel unterrichten soll, (vgl. Akt. Nachr. Nr. 21,
15.4.1999, Abs. 9; Akt. Nachr. Nr. 35,
15.5.2000, Abs. 10). Bei den Gesprächen konnten viele Unklarheiten und
Mißverständnisse ausgeräumt werden. Der Asienausschuß des GZB hat dem Vorhaben
inzwischen zugestimmt. Nun muß das Vorhaben noch vom Vorstand des GZB genehmigt
und danach der geeignete Mitarbeiter gefunden und vorbereitet werden. Da für
das Magisterprogramm weitere promovierte Theologen (mit Doktorgrad) gesucht
werden, wird es nicht einfach sein, einen entsprechend qualifizierten
Missionskandidaten zu finden. Wir begleiten das Projekt weiter in unserer
Fürbitte.
6.
Wir preisen
Gott für die Geburt von Pieter Cahyaningjagad Goßweiler am 20.6. An
dieser Stelle danken wir schon einmal für alle bisher eingegangenen
Glückwünsche; Brief mit Photo folgt. Vom 17.7.-3.8. kommen die Großeltern aus
Deutschland, um ihr neugeborenes Enkelkind und die ganze junge Familie zu
besuchen. Für diesen Besuch beten wir ebenfalls.
7.
Weiter sind
wir dankbar für die Geburt von Aaron Konstantin Brandt am 3.7., Sohn von
Pfr. Michael und Dipl.Sozialpäd. Doris Brandt (dorisbrandt@yahoo.com & michaelbrandt62@yahoo.de). Die
Familie ist von der VEM/UEM
zur Mitarbeit in der Christlichen Kirche in Ostjava (GKJW) entsandt; Doris B.
ist Absolventin des Bibelseminars der ‚Evang. Gesellsch. f. Deutschld. –
Neukirchener Mission’ und war zuvor Mitarbeiterin im Altenheim der Neukirchener
Mission (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 32, 1.3.2000, Abs. 4; Akt. Nachr. Nr. 36, 9.6.2000, Abs. 8). Die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis (KIM-S)
für Michael B. braucht weiter unsere Fürbitte.
8.
Am Morgen
des 21.6. wurde in das Auto von Fam. Goßweiler eingebrochen. Die Diebe
konnten aber nur umgerechnet 30Pf. Parkgroschen “erbeuten”; auch der
Sachschaden konnte für umgerechnet 3DM behoben werden. Wir danken, daß kein
größerer Schaden entstanden ist, lassen uns den Vorfall zur Warnung dienen und
sind besorgt über die wachsende Kriminalität in Indonesien.