No. 36 Aktuelle
Nachrichten aus Java 09.06.2000
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler)
1.
Schon seit
einigen Wochen bekommen viele Kirchen im Batakland in Nordsumatra
Bombendrohungen. Am 30.5. ist eine Bombe in einer besonders lebendigen,
missionarischen Studentengemeinde in Medan explodiert, zwei weitere konnten
Gott sei Dank entschärft werden. Die Lage ist besonders prekär, da die Batak
mehrheitlich christlich sind und sich leicht zu Ausschreitungen gegen die
Muslime hinreißen lassen könnten. In der Gegend von Poso in Zentralsulawesi
(mit einer starken christlichen Minderheit) scheinen sich die
Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslime weiter auszuweiten (vgl. Akt. Nachr. Nr. 34, 20.4.2000,
Abs. 8), auf den
Molukken kommt es weiter zu Gefechten. Die Hintergründe der Provokateure sind
nicht ganz klar. Entweder versucht die kleine Dschihad-Bewegung, die Unruhen
auf ganz Indonesien auszuweiten, oder Anhänger des alten Regimes wollen Christen
und Muslime gegeneinander aufhetzen, um so die "Reformasi" zu
torpedieren. Wir beten, daß sich Christen und Muslime nicht provozieren lassen.
2.
Pfr.
Sarju konnte inzwischen
im St. Elisabeth Krankenhaus in Semarang gründlich untersucht werden (vgl. Sondernachricht
aus Java, 1.6.2000). Es wurden Blutungen im Gehirn festgestellt, die aber
medikamentös behandelt werden können. Inzwischen kann er wieder essen,
fernsehen und sich über Mimik und Gestik verständigen, aber noch nicht
sprechen. Voraussichtlich muß Pfr. Sarju mindestens bis Ende Juni im
Krankenhaus bleiben. Pfr. Sarju bekommt natürlich viel Besuch, was ihn
aber auch anstrengt. Wir beten weiter um eine gründliche Genesung, für seine
Familie und für alle Mitarbeiter des Synode, auf die nun umso mehr
Verantwortung zukommt.
3.
Lehrvikar Heru
Purwanta (lies: “Purwanto”) hat in der Gemeinde Salatiga ebenfalls umso
mehr Verantwortung zu tragen, neben seinen Aufgaben an der Schule in Boyolali (vgl. Akt. Nachr. Nr. 28,
18.11.1999, Abs. 10).
Ursprünglich war geplant, daß er sich in vier Jahren (im Alter von 41) in der
Schule frühzeitig pensionieren läßt, um sich mit einer kleinen Pension ganz auf
die Aufgaben in der GKJTU konzentrieren zu können. Aber nach einer neuen
Bestimmung kann er erst im Alter von 45 Jahren den Vorruhestand beantragen,
aber selbst dann ist eine Zustimmung nicht sicher. Herr Purwanta wäre bereit,
sofort in der Schule zu kündigen, würde jedoch damit natürlich seinen Pensionsanspruch
verlieren. Wir beten um eine weise Entscheidung.
4.
Der Herztod
von Herrn Rohadi (vgl. Akt. Nachr. Nr. 35,
15.5.2000, Abs. 6) und
der Schlaganfall von Pfr. Sarju geben uns natürlich zu denken. Christian G.
will nun sein Arbeitspensum vernünftiger begrenzen und mehr Sport treiben. Wir
beten für Christian, Heru Purwanta, Petrus Sugito und alle anderen
"Arbeitstiere" in der GKJTU.
5.
Am 4.6.
wurde im Kirchenkreis Semarang ein neuer Kreissynodalvorstand (KSV) gewählt.
Fast alle Mitglieder des KSV wurden ausgewechselt: Der junge Pfr. Sumarjo
aus der Gemeinde Semarang III löst Pfr. Bambang Juwita (Smg I) im Amt
als Superintendent / Dekan ab, der gerade ordinierte Pfr. Juwarisman
(Smg V - vgl. Akt.
Nachr. Nr. 30, 22.12.1999, Abs. 6) wurde sein Sekretär. Der ältere Presbyter
(Kirchenälteste) Joko Santoso wahrt die Kontinuität zum früheren KSV als
stellv. Superintendent / Dekan. Die emsige Presbyterin Niniek Budiman
(Smg V) gehört ebenfalls zum neuen KSV. Wir beten, daß der neue KSV sich
gut in seine Aufgaben einarbeitet und die Herausforderungen des missionarischen
Gemeindebaus in der Großstadt aufnehmen kann.
6.
Wir sind
dankbar für den Verlauf des Seminars / Workshops am 1.-3.6., bei dem Material
für den geplanten Glaubensgrundkurs mit den Vertretern der Gemeinden
durchgesprochen wurde (vgl. Akt. Nachr. Nr. 35,
15.5.2000, Abs. 3). Sehr
hilfreich waren die Beiträge von Pfr.em.Dr. Benny Abednego aus Malang
(Ostjava). Benny Abednego ist einer der „Nestoren“ der Evang.
Erwachsenenbildung in Indonesien und begleitet die GKJTU schon seit Jahren mit
Rat und Tat. Wir beten für die weitere Überarbeitung des Materials aufgrund der
Ergebnisse des Seminars. Ausgerechnet jetzt haben Pebri & Christian große
Probleme mit ihrem Computer.
7.
Wir beten
weiter für die außerordentliche Kleine Synode („Sidang MPL Istimewa“)
der GKJTU vom 14.-16.6., gerade wenn Pfr. Sarju nicht dabei sein kann.
Einer der wichtigsten Tagungsordnungpunkte wird die Verabschiedung des
genannten Schulungsmaterials sein, das Christian G. im Auftrag des
Ausbildungsinstitutes LPPPK ‚Sabda Mulya’ der Kleinen Synode vorstellen soll. Außerdem
soll die Zweiggemeinde Tegalsari in Semarang zur selbständigen Gemeinde erhoben
und die Rolle der GKJTU in der Missionsgemeinschaft ‚Vereinigte Evangelische
Mission’ (VEM/UEM)
weiter diskutiert werden.
8.
Pfr.
Michael und Dipl.Sozialpäd. Doris Brandt von der VEM/UEM
haben inzwischen ihren
Sprachkurs in Salatiga abgeschlossen (vgl. Akt. Nachr. Nr. 32,
1.3.2000, Abs. 4) und sind in
ihr Arbeitsgebiet nach Malang/Ostjava umgezogen. Dort lernen sie noch weiter
Indonesisch. Die beiden erwarten um den 1.7. ihr erstes Kind. Wir beten um eine
gute Geburt und daß Michael B. bald eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis
(KIM-S) erhält.
9.
Wir beten
weiter um eine gute Geburt für Pebri G. Mitte Juni, u.a. daß das Baby
nicht vor Ende der Kleinen Synode (14.-16.6.) geboren wird.