No. 35 Aktuelle
Nachrichten aus Java 18.5.2000
(zusammengestellt von Ch. & K.P.N.
Gossweiler)
1.
Die Dschihad-Krieger sind inzwischen auf
den Molukken eingetroffen, und es kommt zu ersten Zusammenstößen mit Polizei
und Militär. (vgl. Akt. Nachr.
Nr. 34, 20.4.2000, Abs. 1; ferner unseren Artikel “Was ist los auf den
Molukken?”) Für die gut ausgerüsteten Christen auf den
Molukken stellen die Dschihad-Krieger eigentlich keine ernsthafte Bedrohung
dar. Es ist sogar denkbar, daß sich molukkische Muslime und molukkische
Christen zusammenschließen, um die Dschihad-Kämpfer aus dem Land zu werfen. Wir
beten um ein Ende des Mordens.
In
Surabaya hat die gemäßigte ‘Nahdlatul Ulama’ (NU) die wahren
Kräfteverhältnisse unter den indonesischen Musimen aufgezeigt: Während dem
Aufruf zum Dschihad nur etwa 10.000 Muslime gefolgt sind, haben etwa 250.000
junge Leute an einer Großkundgebung der toleranten islamischen
Jugendorganisation BANSER/ANSOR teilgenommen. Wir beten, daß diese gemäßigten
Kräfte die Oberhand gewinnen.
Pfr.
Petrus Sugito hat einen fünfseitigen Aufsatz (auf Indonesisch) über die
Dschihad-Bewegung erstellt, der im Synodalbüro der GKJTU oder von Fam.
Goßweiler angefordert werden kann (über e-mail oder Luftpost).
2.
Seit dem fingierten Putschversuch vom Sept. 1965
hatte das indonesische Militär offiziell eine Doppelrolle ("Dwifungsi")
der Verteidigung und der politischen Mitbestimmung inne. Nachdem Präsident Gus
Dur den umstrittenen General Wiranto abgelöst hat, hat die neue Militärführung
auf die "Dwifungsi" verzichtet und versprochen, sich auf die
Verteidigung zu beschränken. Auch viele Menschenrechtsverletzungen, die das
Militär während der Suharto-Diktatur begangen hatte, werden jetzt aufgedeckt. Dafür
danken wir Gott und beten für eine weitere Entmilitarisierung von Politik und
Gesellschaft in Indonesien.
3.
Die Mitabeiter des Ausbildungsinstitutes 'Sabda
Mulya' arbeiten auf Hochtouren, um Material für den geplanten Glaubensgrundkurs
fertigzustellen (vgl. Akt.
Nachr. Nr. 28, 18.11.1999, Abs. 5). Inzwischen liegen fünf
vollständige Entwürfe vor über die Geschichte, die Lehre
und das missionarische Zeugnis der GKJTU sowie über die Fragen von 'Kirche und
Gesellschaft' (2 Bde). Vom 1.-3.6. werden diese Entwürfe im Rahmen eines
Seminars mit den Vertretern der Gemeinden durchgesprochen. Wir beten um eine
gute, baldige Fertigstellung.
4.
Vom 14.-16.6.tagt eine außerordentliche Kleine
Synode („Sidang MPL Istimewa“) der GKJTU. Die Zweiggemeinde Tegalsari in
Semarang soll zur selbständigen Gemeinde erhoben werden, außerdem wird das
genannte Schulungsmaterial offiziell verabschiedet. Auch die Rolle der GKJTU in
der Missionsgemeinschaft ‚Vereinigte Evangelische Mission’ (VEM/UEM)
soll weiter diskutiert werden.
5.
Vom 19.-24.6. findet der nächste Kurs für die
Evangelisten / Laienprediger (Guru Injil) der GKJTU statt.
Timo Garthe wird Missionarischen Gemeindeaufbau unterrichten, Heru Purwanta
wird über Fragen von 'Kirche und Gesellschaft' sprechen.
6.
Am 2.5. starb völlig unerwartet der Lehrer Rohadi
im Alter von 39 Jahren an Herzversagen. Herr Rohadi war ein geschätzter Lehrer
an der christlichen Mittelschule (SMP/SLTP) der GKJTU in Getasan, seine Frau Rusiyati
ist Mitarbeiterin im Diak. Werk 'Zion'. Wir beten besonders für Frau Rusiyati
mit ihren zwei kleinen Kindern.
7.
Die Lehrerin Ngadiyem an der christlichen
Grundschule in Ngaduman bei Kopeng ist schwer erkrankt und kann schon seit
einigen Monaten nicht unterrichten. Wir beten um einen guten Ausweg für Frau
Ngadiyem und für die Schule.
8.
Mit Unterstützung u.a. der Evang.
Landeskirche in Baden konnte die Evang.
Christliche Kirche auf Bali (Gereja Kristen Protestan di Bali - GKPB)
einige gewinnträchtige Projekte aufbauen und damit finanzielle Selbständigkeit
erlangen. Vom 15.-18.5. besuchen vier Mitglieder der Kirchenleitung der GKJTU
die GKPB (Präses Krisno Yuwono, Generalsekretär Pfr. Yohanes Sarju,
Finanzreferent Pfr. Maharyanu, Stellv. Sekr. Pfr. Petrus Sugito). Es
sollen Erfahrungen ausgetauscht werden, wie die GKJTU eine ähnliche finanzielle
Selbständigkeit erlangen kann.
9.
Inzwischen sind zwei Ausgaben der Zeitschrift für
Evang. Erwachsenenbildung "Priskila & Akwila"
erschienen (vgl.
Akt. Nachr. Nr. 33,
28.3.2000, Abs. 9), zum 1.7. soll die dritte Ausgabe herauskommen.
Es haben sich jedoch Probleme bei Versand und Verteilung gezeigt. Viele
Mitarbeiter in den verschiedenen indonesichen Ausbildungszentren beklagen sich,
daß sie die Zeitschrift bisher noch nicht erhalten haben. Auch die Frage der
Finanzierung ist noch nicht geklärt. Wir beten um eine gute Lösung dieser
Probleme.
10. Der Präses der "Kirche
von Jesus dem Messias" (Gereja Isa Almasih – GIA) und frühere Direktor
der Theol. Hochschule Abdiel, Pfr. Samuel Budi Prasetya, nimmt von 10.-30.5. in den Niederlanden
an einer Schulung für kirchliche Führungskräfte teil, organisiert vom ‚Institut
für Reformierte Theologische Ausbildung’ in Zwolle. Bei dieser Gelegenheit soll
er auch Vertreter des (Alt‑)Reformierten
Missionsbundes (GZB) treffen (voraussichtlich am 5.6.). Sie wollen über den
Plan sprechen, daß ein Missionar des GZB an der Theol. Hochschule Abdiel
unterrichten soll, vor allem im Rahmen des geplanten Magisterprogrammes (vgl. Akt. Nachr. Nr. 21,
15.4.1999, Abs. 9). Daneben soll der
GZB-Mitarbeiter auch in der GKJTU mitarbeiten. Wir begleiten die Gespräche in
der Fürbitte.
11. Wir beten weiter für eine gute Geburt des zweiten Kindes von Fam.
Goßweiler Mitte Juni.
Wir hören verschiedentlich noch Klagen, daß das Format der "Akt.
Nachrichten" auf einigen Computern schlecht lesbar sei. Wir verschicken
die Aktuellen Nachrichten daher ab sofort als "plain text" mit einer
Version im RTF-Format und einer Version im HTML-Format als "attached
file". Das RTF-Format ist zum Ausdrucken auf DIN A4 formatiert. Das
HTML-file ist vor allem interessant durch die "hyperlinks": Klickt
man die blauen, unterstrichenen Begriffe mit der Maus an, erscheinen ergänzende
Informationen zu dem betreffenden Begriff. Der Computer muß dazu allerdings
online mit dem Internet verbunden sein. Im RTF-Format hingegen haben wir die
Hyperlinks bewußt entfernt. Für alle Echos auf diese Versandform sind wir
dankbar.