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September 11, 2001: Report in German from Queer.de
| Aktuell | Auch die Community trauert
12. September 2001, Letzte Aktualisierung am 30. September, 11:00 Uhr

Auch die Community trauert

Letzte Entwicklungen
– Szene hält Gedenkveranstaltung ab
– Leipzig: Aktionskreis Frieden gegründet
– Guiliani und Clinton betrauern schwulen Kaplan der Feuerwehr

Von Norbert Blech, Christian Scheuß und Leonie Wild
Die Terrorwelle in den USA berührt die ganze Welt – auch die schwul-lesbische. Die Community hat mehrere Opfer zu beklagen, darunter ein schwules Paar mit Adoptivsohn. In Deutschland wurden eine ganze Reihe von Veranstaltungen abgesagt. In Leipzig treffen sich jetzt die Kriegsgegner.

Die Angst vor einem Krieg wächst

Ein drohender Vergeltungsschlag der USA gegen die Attentäter lässt die Angst vor einem Krieg mit unabsehbaren Folgen wachsen. Als erste Homoorganisation hat deswegen das Leipziger Bündnis „Queer gegen Rechts“ zu einem Treffen aller Kriegsgegner eingeladen. „Wir sollten uns so schnell wie möglich zusammenfinden um Gegenaktionen zu planen. Nichts darf jetzt wichtiger sein als den Krieg zu verhindern“, heißt es in dem Aufruf der vor wenigen Wochen gegründeten Gruppierung. Das Treffen fand am 17. September in der Rosa Linde in Leipzig statt. Dort wurde der Aktionskreis Frieden gegründet, jetzt will man jeden Montag um 17 Uhr in der Nikolaikirche eine Mahnwache abhalten und danach eine Deomnstration abhalten. Die Kirche ist seit Herbst 1989 Symbol für den friedlichen Protest der LeipzigerInnen.

„Don't ask Don't tell“-Regel vor Aussetzung

Das Pentagon plant, die umstrittene „Don't ask Don't tell“-Regelung vorrübergehend auszusetzen. Bisher mussten Schwule und Lesben, die offen zu ihrer Homosexualität stehen, den Armeedienst verlassen. Nun soll die unter Bill Clinton erlassene Regelung nicht mehr gelten, nach Einschätzung des Legal Defence Network könne sie allerdings nach den möglichen Militäreinsätzen wieder in Kraft treten, auch rückwirkend.

Schwule Familie unter den Opfern

Wie das US-Homo-Portal Planet Out berichtet, befand sich an Bord des United-Airlines-Fluges 175, der in den zweiten Turm des Word Trade Centers stürzte, auch ein schwules Paar mit Adoptivsohn: Ronald Gamboa und sein Partner seit 13 Jahren, Dan Brandhorst, wollten mit dem dreijährigen David von Boston aus heim nach Los Angeles.

Auch britischer Schwuler getötet

Im gleichen Flugzeug saß der Brite Graham Berkeley. Von Boston aus wollte der Manager in einer Software-Firma von seiner Heimat Boston zu einer Konferenz nach Los Anegeles fliegen. Auf einer eigens eingerichteten Trauerseite berichtet ein Freund: „Ich werde Graham sehr vermissen. Ich bin glücklich, einen Teil meines Lebens mit ihm verbracht zu haben.“

Schwuler Passagier getötet

Der in Florida erscheinenden Homo-Zeitung The Express zufolge befand sich der 31-jährige Mark Bingham an Bord des United-Airlines-Fluges 93. Die Maschine stürzte außerhalb von Pittsburgh ab. Minuten vor dem Unglück hatte er noch mit seiner Mutter telefoniert. Alice Hoglan glaubt, dass ihr Sohn zusammen mit anderen Menschen ein schlimmeres Unglück verhinderte. Die Nachrichtenagentur Associated Press zitiert sie mit den Worten: „Es schenkt mir Trost, dass mein Sohn den Tod von sehr vielen unschuldigen Menschen verhindert haben könnte.“ Bingham war Mitglied des San Francisco Fog Rugby Clubs, des ersten Rugby-Vereins der USA, der sich gezielt um schwule Mitglieder bemühte. Bei den Gay Games 2002 in Sydney wollte Bingham mit einem eigenen Team antreten. Die beiden Senatoren Pennsylvanias sprachen sich dafür aus, dass Präsident Bush Bingham und den anderen Männern die Medaille der Freiheit vergeben soll, die höchste Auszeichnung, die ein amerikanischer Bürger erhalten kann. Für Mark Bingham ist eine spezielle Trauerseite eingerichtet worden.

Pentagon-Maschine: Co-Pilot war schwul

Inzwischen ist bekannt geworden, dass der Co-Pilot des American-Airline-Fluges 77, der in das Pentagon stürzte, ebenfalls schwul war. David Charlebois sei vor allem in der Washingtoner Szene unterwegs und Mitglied der National Gay Pilot’s Association gewesen, berichtet das Washingtoner Magazin The Washington Blade. Charlebois wuchs in Frankreich auf und sprach fließend französisch. Er war ehrenamtlich in der Szene aktiv, u.a. begleitete er die Sexual Minority Youth Assistance League, eine schwule Jugendgruppe.

Wie das Magazin Advocate berichtet, befand sich an Bord auch der 39-jährige Joe Ferguson. Der aus Washington stammende Mann unterrichtete im Auftrag des National Geographic Erdkunde. Auf dem Flug wurde er von drei Lehren und drei Studenten begleitet.

Anschlag auf das World Trade Center: Rex Wockner berichtet

Mehrere US-Homo-Portale bieten Augenzeugenberichte, die der amerikanische Journalist Rex Wockner zusammengetragen hat. Er befragte kurz nach dem Ereignis Zeugen des Anschlages, darunter den Schriftsteller Larry Kramer. Unter den Opfern befindet sich Wockner zufolge auch ein offen schwuler, bei der Feuerwehr eingestellter Kaplan, Mychal Judge.

Guiliani und Clinton betrauern schwulen Kaplan der Feuerwehr

Die amerikanische -Kolumnistin Mary Woodward erinnert sich an Judge: „Der 68-jährige Pater lebte im Pfarrhaus der Franz von Assisi-Kirche mitten in Manhattan, schräg gegenüber der Feuerwache. Er war eine legendäre wie beliebte Person des NYFD. Er verbrachte viel Zeit mit der Betreuung von Familien, und sprach auf Beerdigungen, wenn Feuerwehrmänner im Dienst gestorben waren. Er war dabei, als damals der TWA-Flug 800 auf Long Island runter krachte, kümmerte sich um Angehörige und unterstützte aufgewühlte Rettungshelfer. Judge war ein waschechter Ire mit breitem Grinsen, den man auf der Straße stets in seiner braunen Robe und seinen Sandalen sah, und der mit den Feuerwehrleuten gern zusammen zu Mittag aß. In seinem Schlafzimmer hatte er sogar den Feueralarm stehen. Als das Trade Center angegriffen wurde, raste Judge zum Ort des Geschehens in seiner Feuerwehr-Kluft. Er kniete neben einem Feuerwehrmann, der von einer Frau getötet worden war, die sich vom Turm gestürzt hatte, und begann die Sterbesakramente zu spenden. Als er seinen Feuerwehrhelm zum Gebet abnahm, wurde er tödlich von einem Trümmerstück des kollabierenden Gebäudes getroffen.“ New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani würdigte den Kaplan: „Er war ein Heiliger, ein wunderbarer Mann.“ Pater Mychal Judge war auch ein Freund der Clintons und mehrere Male zu Gast im Weißen Haus. „Wir sollten sein Leben als Vorbild nehmen“, sagte der frühere Präsident Clinton, der die Beerdigung begleitete, zusammen mit Tochter Chelsea und seiner Frau. Senatorin Hillary Clinton hielt eine herzergreifende Lobesrede: „Pater Mike war ein aktiver Homoaktivist und Kämpfer gegen Aids. Er war offen kritisch gegenüber seiner Kirche wegen der ablehnenden Haltung in der Frage der Teilnahme von Schwulen und Lesben an der St. Patrick’s Day Parade.“

New York: Szene gelähmt / Gedenkveranstaltung geplant

Das Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender Community Center in New York, das in der weiteren Nähe des Unglücksortes liegt, ist nach einigen Tagen wieder geöffnet (Infos: www.gaycenter.org). Auch andere Szeneläden waren zeitweilig geschlossen.

Rund 50 Homo-Gruppen planen nun eine Gedenkveranstaltung am 1. Oktober im LBGT Community Center, inklusive schwul-lesbischer Chöre und einer Kerzenandacht. Die gay rights group Empire State Pride Agenda will ihr nächstes Spendenessen nutzen, um dem New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und Gouverneur George Pataki zu danken. Ein Großteil der eingesammelten Spenden soll an Hilfefonds weitergeleitet werden.

IGLTA ist schockiert

In einer Mitteilung an die Mitglieder der International Gay And Lesbian Travel Association (IGLTA) zeigte sich deren Präsident Celso A. Thompson „schockiert über die Horroreignisse. Unsere Gebete und Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien.“ Zudem wies er auf die noch nicht abzusehenden ökonomischen Auswirkungen in der Reisebranche hin.

ACLU: Freiheitsstatue steht noch

Die American Civil Liberties Union (ACLU) hat in einer Presseerklärung den Terror verurteilt. Direktor Anthony Romero bedankte sich beim US-Präsidenten George W. Bush, dass er für die „freie und offene Gesellschaft“ Amerikas einstehen wolle. Romero wörtlich: „Finally, we take a measure of comfort in the fact that one of the greatest symbols of freedom and democracy in our nation still stands: through the billowing smoke of destruction in lower Manhattan, the Statue of Liberty lifts her torch to freedom. Long may she survive. “

IGLHRC besorgt um Minderheiten

Auch die International Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) ist bestürzt über die Vorfälle. Und blickt besorgt in die Zukunft: „We are deeply concerned by the readiness today to speak of waging war rather than of doing justice. We are deeply concerned by reports of xenophobic attacks on Arabs, Arab-Americans, Muslims, Sikhs, and people of color. We are deeply concerned as well by the possibility that widespread rage may lead to a response which targets innocent civilians rather than aiming directly at the perpetrators of this crime.“

Streit um Blutspende
Ähnlich wie in Deutschland dürfen Schwule offiziell kein Blut spenden. Die Federal Food And Drug Administration hatte 1985 eine Regelung erlassen, wonach Männer, die nach 1977 Sex mit Männern hatten, kein Blut spenden dürfen. Angesichts der Tragödie haben mehrere Organisationen und Politiker auf die „unzeitgemäße“ Regelung hingewiesen.

Falwell: Schwule sind schuld

Der fundamentalistische amerikanische Reverend Jerry Falwell, der sich in der Vergangenheit schon häufig homophob geäußert hatte, sagte in der religiösen TV-Sendung „The 700 Club“, dass „Feministinnen, Ungläubige, Abtreiber, Schwule und Lesben (...) Gott wütend gemacht haben.“ Ferner drohte er: „Ich richte meinen Finger auf Euch und sage: 'Ihr habt das möglich gemacht'“.

Nachdem mehrere Organisationen gegen die Äußerungen protestierten und ein Sprecher des Weißen Hauses diese in der Washington Post als „unwürdig“ bezeichnete und erklärte, dass auch Präsident Bush diese Ansichten nicht teile, hat sich Falwell in einem Gespräch mit dem US-Sender CNN entschuldigt.

Homo-Medien: Umstrittene Berichte

Die amerikanischen Homo-Portale gay.com und Planet Out berichten seit letzten Dienstag regelmäßig über die Community nach dem Anschlag. Nachdem das US-Magazin Advocate anfänglich die Berichterstattung komplett einstellte, berichtet und kommentiert auch das Magazin und lässt einen Redakteur seinen Schrecken mitteilen: „It’s the end of the world as we know it, and I’m not fine“. Das Magazin fordert Leser, speziell auch Leserinnen auf, ihre Eindrücke vom 11. September per eMail zu schildern (s. Bericht). Zuvor hatte es in den Redaktionen und in der Community Diskussionen gegeben, ob man über die Ereignisse speziell berichten müsse oder ob nicht alle gleichermaßen von der Tragödie betroffen wären.

Das Gay Financial Network hingegen berichtete nicht. Das Büro ist nur wenige Blocks vom World Trade Center entfernt, der Anschlag kappte die Verbindungsleitungen des Servers. Erst nach einigen Tagen konnten die MitarbeiterInnen wieder den Dienst aufnehmen.


Deutschland: Szene zeigt sich betroffen

Der schleswig-holsteinische Landesverein Schwules Leben reagierte mit einer Pressemitteilung: „Es gibt Ereignisse, die das Alltägliche mit seinen Problemen und Konflikten still stehen lassen. Der Terrorangriff auf Ziele in den USA ist ein solches Ereignis. Wir trauern um die unzähligen Opfer und mit ihren Angehörigen, verurteilen die grenzenlose Brutalität und äußern unsere Besorgnis, wozu Menschen fähig sind.“

In München wurde eine Veranstaltung zum Jubiläum des SUB-Zentrums abgesagt. Der Wahlkampf in Berlin und Hamburg wurde vorübergehend gestoppt. Wie der Ost-Berliner Sonntagsclub verzichteten an jenem Dienstag Abend viele Szenekneipen auf Musik. Geschäftsführer Micha Unger am Tag danach: „Unsere Gäste verließen den Laden früher. Heute gibt es bestimmt ein Bedürfnis, sich über die Geschehnisse auszutauschen.“ Bei vielen schwul-lesbischen Discos gab es Schweigeminuten. Im Kölner Gloria sind die Aufführungen des Stückes „Wer Liebe sucht“ von Walter Bockmayer am Donnerstag und Freitag sowie die U27-Party am Freitag abgesagt worden, in Mannheim fand die erste Cocker Party zwar statt, allerdings ohne Chill-Out-Area und Pool.

Homo-Ehe in Darmstadt fällt aus

Sogar auf geplante Lebenspartnerschaften hat die Katastrophe Auswirkungen. Als binationales Paar wollten der Darmstädter Olaf und der Tscheche Jaroslav eine Lebenspartnerschaft eingehen. Doch die Deutsche Botschaft in Prag winkte ab. Derzeit könnten die gewünschten Papiere nicht ausgestellt werden. Der anvisierte 19. Oktober mit Eintragung und anschließender Fahrt durch die Darmstädter City per Pferdekutsche fällt somit flach.

Homo-Medien bestürzt

Das schwule Internet-Portal Eurogay wies auf der Startseite am Tag des Terrors auf die Katastrophe hin. Ein Zitat an selber Stelle bringt die weltweite Trauer auf den Punkt: „Mit wem du gelacht hast, wirst du vielleicht vergessen, mit wem du geweint hast, nie.“ In einem Editorial verteidigt Chefredakteur Stefan Mielchen die Entscheidung, nicht weiter über den Anschlag, aber über das schwule Leben zu berichten: „Wer das Angebot von EUROGAY ansurft sucht keine Berichterstattung über die Anschläge, sondern möglicherweise ganz bewusst eine Ablenkung davon.“

Bei Gayforum ist die Startseite kurzfristig in schwarz gefärbt und der Begrüßungstext von Vorstand Carlo Didillion in einen Text der Trauer geändert worden: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Familien.“ Das deutsche gay-web schaltete am Donnerstag als Audruck der Betroffenheit und Solidarität seinen Server für funf Minuten komplett ab. Die Online-Ausgabe der Siegessäule trauert mit feinfühligen Worten und appelliert: „Wir hoffen, dass der unmenschliche Terror nun keine Welle der Gewalt nach sich zieht. An die Verantwortlichen in der Politik richten wir die Bitte, besonnen zu handeln und nicht mit noch mehr Gewalt zu antworten.“ Das German GayWeb Radio hatte die ganze Woche in Sondersendungen die Ereignisse aufgearbeitet www.gaywebradio.de.

Mehr Informationen in der Oktoberausgabe. -Redakteur berichtet exklusiv aus der New Yorker Szene.

LeserInnen-Kommentare:

Merkwürdige Debatte hier! Warum beschweren sich manche, daß sich eine schwulesbische Zeitung mit schwulesbischen Opfern beschäftigt? Das erwarte ich doch gerade von QUEER, weil ich das alles in der Mainstreampresse nicht erfahre! Damit ist doch keine Wertigkeit gemeint. Jede Tageszeitung berichtet im übrigen auch, wieviele deutsche Opfer es gegeben hat - auch das ist kein Nationalismus, sondern ein Informationsauftrag! Bernhard, Bochum
Bernhard ( ruhrbernie@gmx.de | keine Homepage )
- Mo., 24. September 2001, 15:09

Ich schließe mich dem Kommentar von Hermann an. Ist es wirklich wichtig, zu wissen, ob Lesben oder Schwule Opfer der Anschläge sind?? Ich finde es abartig, hier derartig egoistisch zu denken. Dass wir alle trauern und um jeden, egal welchen Geschlechts, welcher Rasse und welcher sexuellen Identität, ist das, was auch "queer " rüberbringen sollte. Und dann die Aufregung, warum nicht Lesben auch erwähnt sind? Unglaublich!!!!
Kirstin Fussan ( keine eMail | keine Homepage )
- Mo., 24. September 2001, 14:56

Für Jörg, der sich als Reaktion auf den Anschlag 15% für die DVU wünscht: Meinst Du, dass das unser Leben als Schwule und Lesben leichter machen wird? Meinst Du, dass ein Krieg gegen Afghanistan irgendeine Lösung bringt? Übrigens wird ein längerer Krieg die übelste Macho-Scheisse nach oben spülen. Ich glaube kaum, dass uns das gut bekommt. Und Dein Rassismus gegen Araber bekommt uns genauso wenig. Na, wunderbar: Da haben uns die Durchgeknallten aller Länder ja genau da, wo sie uns haben wollen; zerstritten, hasserfüllt und verhetzt.
Donna Floriante ( keine eMail | keine Homepage )
- Do., 20. September 2001, 21:20

Nette Kommentare der LeserInnen! Da ist es sehr wichig herauszufinden ob auch Lesben unter den Toten sind!?! Kein Wort der Trauer und des Mitgefühls. In Anbetracht des unendlichen Schreckens dieses Terrors ist es wohl egal welcher Herkunft oder Ausrichtung Tote und Verletze sind. Die Trauer und das Leid sollte a l l e Menschen vereinigen und zusammenstehen lassen. Alles andere ist zumindes im Moment absolut nebensächlich. Meine Freunde und ich trauern um jede(n) die/der in diesem Inferno gestorben ist.
Hermann ( keine eMail| Homepage )
- Mi., 19. September 2001, 10:32

Ich finde es gut, dass über die schwulen Opfer berichtet wird, aber gab es eigentlich keine Lesben unter den Toten? Oder wurde danach nicht gefragt? Das ist das eine. Das andere: Bei aller Angst vor Krieg und Gewalt sollten wir nicht vergessen, dass wir hier vielleicht immer noch von den Nazis regiert würden, wenn andere nicht hingegangen wären und dem Regime mit ziemlich viel Gewalt den Garaus gemacht hätten. Sollte bin Laden ausgeliefert werden, sehe ich Chancen, einen Krieg zu vermeiden. Sonst wohl kaum. Und die Frauen, die unter dem Taliban-Regime leben müssen (wobei ich nun wirklich sehr deutlich zwischen Taliban und Islam im Allgemeinen unterscheiden möchte) wären wahrscheinlich heilfroh, wenn sie vom Mittelalter wieder in die Neuzeit zurückkehren dürften.
Ariane Rüdiger ( ariane_ruediger@pr-ruediger.m.uunet.de| Homepage )
- Di., 18. September 2001, 17:36

Das Kurzporträt über Mark Bingham finde ich gut, weil man jemanden ein wenig keinnenlernt, der in den letzten Tagen oft erwähnt wurde. Aber ansonsten frage ich mich schon, welchen Sinn es hat, nachträglich die sexuelle Orientierung der Opfer herauszudrieseln. Ist das wichtig? (Wird die Queer auch detilliert berichten, wenn die Helfershelfer der Attentäter schwul sind?) Daß die ILGTA gleich am Tag nach dem Attentat zugibt, daß es ihr ums Geld geht, finde ich fast schon sympathisch. Soviel Freimut würde ich mir auch von denen wünschen, die jetzt laut nach "Vergeltung" (=Rache) schreien. Wer verdient am Krieg? Zu Ruckdeschel: Es steht keineswegs fest, daß bin Laden der Hauptverantwortliche ist, das paßt lediglich den eifrigen Kriegstreibern in den USA am besten ins Konzept. Wer es nicht bei billigen Erklärungen bewenden lassen möchte, sondern Links zu kritischem Journalismus sucht, kann ja mal auf meiner Seite vorbeischauen.
Irene ( escape-to-life@gmx.de| Homepage )
- So., 16. September 2001, 19:31

Die ganze Welt trauert. Aber auch im rahmen einer solch´barbarischen tat versuchen einige schwule sich durch artikel wie "schwule sind schuld" in den mittelpunkt zu stellen. krankhafte egomanie !
Bernhard ( nc-schaefbe8@netcologne.de | keine Homepage )
- Sa., 15. September 2001, 14:29

Na, das freut uns doch, dass die Community trauert. Falls es noch niemand begriffen hat: mit derartigen Reaktionen zeigt man solchen Schweinen wie einem Osama bin Laden nur, dass sie gewonnen haben. Sie haben es geschafft, durch ihre Terrorakte Leute dazu zu bringen, alles schleifen zu lassen und sich statt ihren gewohnten Tätigkeiten einer lethargischen Jammerorgie hinzugeben. Will die Community diesen Existenzen wirklich diesen Triumph gönnen? Ich hoffe doch nicht!
Werner Ruckdeschel ( herve64@web.de| Homepage )
- Sa., 15. September 2001, 00:47

Nun ist es passiert ! ich denke, dies ist erst der anfang und in einigen Bundländer sind bald Wahlen. Wenn soll man wählen ? Die linken (PDS,Grüne,SPD) um vielleicht noch mehr Ausländische Mitbürger zu holen oder die konser.(CDU) bis Rechten (Rep.,DVU. Ist eine Multikulti-geselschaft wirklich das Richtige? Ist man gleich ein Neo-Nazi wenn man gegen Multikulti ist ? Sorry, manchmal Wünsche ich mir schon mal 15% für die DVU, auch wenn das für uns sehr böse enden kann. Max. 15% !!! Nun ja, Mensch bleibt Mensch mit oder ohne Glauben Mögen einige Moslemische Menschen bald zu Vernuft kommen.
Jörg M. ( keine eMail | keine Homepage )
- Fr., 14. September 2001, 17:53

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