"Geplant war, dass nichts umgebaut wird", erklart Jan Abbruzzino. Dass davon mitterweile nichts mehr zu merken ist, verdankt der Tigra einem eher unangenehmen Umstand. Mit dem Aufbruch des Wagens setzten die Langfinger namlich ungeahnte Energien bei dessen Besitzer freiDas kleine Coupe sollte wirklich nur ein Alltagsauto werden- zum Schrauben nach Lust und Laune besorgte sich Jan hin und wieder mal einen C-Kadett. Coupe und Caravan zeugten bereits von dieser Leidenschaft. Der Tigra jedenfalls war im Januar 2000 in absolutem Serienzustand gekauft worden und wurde immerhin vom 1,6 Liter-motor befeuert. Fur die taglichen Fahrten durch das Saarland ging das schon in Ordnung. Leider befanden auch ein paar bose Buben das Auto fur akoy und machten sich knapp zwei Monaten nach dem Kauf daran zu schaffen. Sie nahmen die Hifi-anlage mit, zerschnitten die Sitze und zerkratzten den grunen Lack. Na klasse !
Um die Vandalismus-Schaden zu beseitigen, musste sich Jan wohl pder ubel an die eigentlich unerwunschten Arbeiten machen. "Da war mir schnell klar, dass der Wagen nicht serienmassig bleiben konnte", gibt er zu. Im april 2000 ging's los. Steven, Marcus und Michael standen dem Homburger als Tatkraftige Unterstutzung zur Seite, die Firma G-Tech wurde zur Teilbesorgung und fur die eintragungen auserkoren. Der "bose blick" kann somit durchaus als Reaktion auf den Diebstahl-Versuch gesehen werden: Die Haube ist im blech verlangert. die Lufteinlasse stammen von einem Renault Espace, Seitenschweller und einen Heckdiffusor lieferte Lumma. Den Kofferaumdeckel kront ein spoiler aus dem Hause Irmscher. Was die Ruckspiegel anging, wollte der 23-jahrigen nicht auf den beliebten M3-look von Mattig verzichten, in diesem Fall sogar elektrisch verstellbar. "In der Familie" hingegen bleiben die turgriffe ohne Schlosser- sie sollten einst einem Vectra-Fahrer zur Hand gehen. ein Fremdganger wiederum bringt an der Front zusatzliche Tiefe- die Spoilerlippe gehort eigentlich zum Renault Espace, sie tragt zudem Begrenzungsleuchten von Hella.
Der Lack sollte spater das neue Outfit des Tigra abrunden- schlichtes Weiss war zunachst angedacht, letztendlich entscheid sich Jan allerdings fur das zwar nicht ganz billige, aber sehr effektvolle Kylami Flash von Standox. doch bevor die firma die edle Farbe auftragen durfte, stand noch etwas Arbeit an: so ist die karosserie heute ein gutes stuck breiter als ab werk- die vorderen radlaufe stehen nun pro seite drei zentimeter weiter raus, hinten sind es gar dere funf. Ganz einfach war das freilich nicht, innenkotflugel und seitenwand hinten mussten dazu aufgeschnitten beziehungsweise herausgetrennt und komplett neu eingeschweisst werden. Bei der gelegenheit wurden die ausseren kanten auch gleich um zwei zentimeter nach unten gezogen. die entstandenen freiraume sind gut gefullt: Jan orderte Schmidts "TH-Line" mit zusatztiefbett in 8x14ET 18 fur die vorderachse, im heck durfte ers noch ein zoll breiter sein. Das reichte in verbindung mit 5-mm-spurverbreiterungen vorne und 10mm scheiben hinten fur Dunlops in 195/45 bzw. 225/40. Mit dem KW-Gewindefahrwerke geht er bei bedarf namlich machtig in die Knie. Eine dreiteilige Wiechers-domstrebe gesellte sich dafur in den Motorraum.
Denn naturlich blieb auch der Vierzylinder nicht im Originalzustand hier zeigten sich Frank, Werner und Eric als kompetente Helfer. 276 graden nockenwelle sorgen fur scharfere offnungszeiten, zylinderkopf und Ventile sind im Hinblick auf mehr leistung bearbeitet worden. Den kraftstof scheibt die einzeldrosselanlage von steinmetz zu. In verbindung mit dem optimierten Steuergerat von bilas und einem Pipercross-filter konnte seinem Tigra schliesslich 136 PK entlocken, die sich via Lexmaul-facherkrummer und Remus-gruppeN-auspuff mit zwei 76er endrohren kernig bemerkbar machen. Ubrigens macht die Flipflop wagenfarbe auch vor dem motorraum nicht halt: die abdeckung ist wie selbstverstandlich ebenso lackiert. Gleiches gilt fur das interieur: diverse teile wurden kurzerhand eingenebelt, hier und da findet sich zusatzlich ein airbrush- selbst auf dem tachohimmel- also der oberseite des cockpits. DC bringt den Tacho blau-grun zum leuchten. Ansonsten gibt sich der tigra eisern: die riffelblech fussmatten sind eine eigene anfertigung, wahrend schalthebel und einstiegleisten von Isotta kommen. Dazu gesellten sich Momos alu pedale. Die originalen sitzen wurde mit BMW leder bezogen. Weiter hat dieser Tigra ein sehr guter Anlage.




