Nur für Mädchen
Computer kaufen
Du willst einen neuen Rechner. Zum Mailen, Surfen, Schreiben.
Am liebsten hättest du
den alten behalten, leider ist er kaputt oder nicht mit dem neuen Modem kompatibel.
Am schönsten wäre es, der neue Computer stünde - Simsalabim -
auf dem Schreibtisch.
Weil das nicht geht, wählst du zweiteinfaschste Variante. Du rufst deinen
Freund
oder besten Kumpel an. Zwei Tage später geht ihr in ein Fachgeschäft.
Dein Freund
hat die langweiligste Zeitschrift dabei, die du je gesehen hast.
Darin: Tabellen von Rechnern. Preislisten. Er liest, nein, er arbeitet. Es macht
ihm Spaß. Deshalb hast du ihn mitgenommen. Dein Vater würde sich
vom Verkäufer
hoffnungslos unter den Tisch reden lassen, hilflos nicken und soviel Geld ausgeben,
dass es dir peinlich wäre. Dein Freund dagegen beginnt, mit dem Verkäufer
um
Prozessoren und Grafikarten zu ringen. Momentan steht es 3:1 für den Verkäufer.
Du
schaust derweil im Laden umher und siehst einen Bildschirm, hellgrau-dunkelgrau,
ein kleiner Apfel vorne drauf. Hübsch. Kurz musst du an deinen alten Rechner
denken,
dessen Word-Version an deinem Geburtstag lizensiert wurde. Dann sagt dein Freund:
"Ich habe dir was zusammengestellt." - "Wir habend die beste
Leistung für ihre
Bedürfnisse gefunden" sagt der Verkäufer. Sie halten dir eine
ausgedruckte Tabelle
hin. "Ich will keinen PC" sagst du, und schaust den Apfel an. "Aber
mit dem kannst
du...viel schneller...das Preis-Leistungs-Verhältnis..." Du weißt,
du musst jetzt
Geduld haben, ein bißchen stur sein. Dann sagst du: "Ich nehme denn
da" und zeigst
auf das hellgrau-dunkelgraue Modell. Du kaufst und bist: glücklich. Ein
Werber
würde von einer emotionalen Kaufentscheitung sprechen. Unsinn. Die Anforderungen
an
deinen Computer sind: mailen, surfen, schreiben, ein bisschen spielen, drucken.
Das
kann dein neuer. Und wenn du mal nicht hinschaust, wird dein Freund versuchen,
dein
Word mit dem richtigen Datum zu versehen.
Jenny Friedrich-Freksa.