Nur für Mädchen
Sex
Worte
Sprechen wir also über Sex. Aber mit welchen Worten? Die
wollen wohl überlegt sein
bei diesem Thema, allzu schnell findet man sich sonst in der Doktor-Sommer-Ecke
wieder oder, genauso schlimm, im Frauenarzt-Jargon. mal überlegen: Wie
zu den
weiblichen Geschlechtsorganen sagen? Gar nicht so leicht. Einiges kommt gar
nicht
in Frage. Möse zum Beispiel (sagen verklemmte Männer, die sich dabei
irre pervers
und abgefahren vorkommen); Vagina (sagt der Arzt); Mumu (sagt niemand, warum
auch);
Muschi, Fotz. (Übrigens nur mit F akzeptabel. Mit V geschrieben irgendwie
obszön.)
Auch nicht ideal: aber wenn`s denn sein muss, sagen wir halt Fotze. Immer noch
besser als "da unten". Oder Schweigen. Dass nichtmal wir Mädchen
genau wissen, wie
wir zu unserer Körpermitte sagen sollen (wie feige - zu unserer FOTZE in
Gottes
Namen!), ist ein echtes Problem. Es gibt sogar ein Theaterstück darüber.
"The
Vagina Monologues" heißt es, wurde am Broadway von berühmten
Hollywod-
Schauspielerinnen aufgeführt und beschäftigt sich ausschließlich
mit dem Thema der
Unaussprechlickeit. Was keinen Namen hat, bleibt einem fremd. Im Falle der
Körperteile, der uns zu Frauen macht, ist das mehr als nur schade - es
ist schlimm.
Führt garanatiert zu Schäden, früher oder später, einen
Körperteil, einen wichtigen
seinen eigenen nicht benennen zu können. Wir üben: "Ich mag keine
Fotze"; "Meine
Fotze ist schön" - man muss wohl viele solche Sätze bilden, sie
laut aussprechen
um nicht zusammenzuzucken, es peinlich, eklig, seltsam zu finden, wenn von ihr
(wem, na? genau!) die Rede ist. Weiter: Da war doch noch was, was primär
Sekundäres - Brüste, Busen, Titten. Da kommt es darauf an, mit wem
man gerade
spricht. BRÜSTE (Eltern, Arzt), BUSEN (BH-Verkäuferinnen), TITTEN
(Privatleben).
So. Nachdem das geklärt ist, atmen wir erleichtert durch und kündigen
hiermit an,
dass es nächste Woche an dieser Stelle wieder um Sex gehen wird. Die Worte
sind
jetzt geklärt. Inhalt folgt.
Iris Gleichen