Der Terminator Stefan Hülsbeck von der Firma Terminix ist im Auftrag der Stadt Bonn in Sachen Rattenbekämpfung unterwegs. Er und sein Kollege Klaus Blättermann betreuen zwischen 14 und 18 Kunden pro Tag. Der Einsatz der Schädlingsbekämpfer dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten, in schwierigen Fällen auch länger.
Wie kommt eine Ratte in Haus oder Garten? Es kann an den hygienischen Bedingungen liegen. So zieht zum Beispiel unsachgemäß kompostierter Müll, in dem sich Fleischreste oder Knochen befinden die Tiere ebenso an wie eventuelle Nahrungsquellen in Kellerräumen. Mit welchen Mittel arbeiten Sie? Wir haben Fest- und Schüttköder, die je nach Art des Befalls eingesetzt werden. Die Präparate werden ganz tief die Erdlöcher gefüllt. Wenn die Ratte nun hinauswill, muss sie durch die ausgelegte Substanz, die stark nach Vanille duftet. Weil die Ratte ein sauberes Tier ist, putzt sie sich und nimmt so den Wirkstoff oral auf. Welchen Vorteil hat diese Methode im Vergleich zu handelsüblichen Rattengiften? Ratten sind hochintelligente Tiere mit einer interessanten Sozialstruktur. Sie schicken zunächst einen Vorkoster aus. Wenn der nicht zurückkommt, suchen sie auf neuen Wegen ihre Futtermöglichkeiten. Der Schüttköder wirkt jedoch sehr langsam. Er enthält Gerinnungshämmer, die das Blut verdünnen, so dass nach drei bis fünf Tagen erst der Tod eintritt. Auf diese Weise ist eine effektive Rattenbekämpfung möglich. Ist es ein sehr qualvolles Sterben? Nein, es ist ein schmerzfreier Schlaftod, der weit entfernt ist von Tierquälerei. Inwieweit können diese im Stadtgebiet ausgelegten Gifte Kindern oder Haustieren gefährlich werden? Nachdem die Präparate tief in die Rattenlöcher gebracht worden sind, werden sie wieder gründlich mit Erde verschlossen. Man müsste mit einem Spaten tief graben, um daran zu kommen. Außerdem werden natürlich Warnhinweise angebracht. In meiner ganzen Praxis ist es mir noch nie vorgekommen, dass Menschen oder Haustiere zu Schaden kamen. Woran erkennen Sie akuten Rattenbefall? Zunächst sind da die konkreten Hinweise der Bürger. Je genauer die Beobachtung, umso schneller kann man das Problem beheben. Als Fachmann kann ich anhand von Laufspuren und Kot eine Standortbestimmung vornehmen. Wie kann sich der Bürger selbst vor Ratten schützen? Wer eine Ratte im Keller hat, kann eine Schlagfalle aufstellen. Man kann auch die Rattenlöcher mit Beton auffüllen. Die beste Prophylaxe gegen Ratten ist eine Katze. Von Rattengift aus dem Baumarkt rate ich ab. Wenn es unkontrolliert ausgelegt wird, bedeutet es eine Gefahr für die Umwelt. Ist Ihre Arbeit oft nicht sehr unangenehm? Nein. Im Grunde machen wir etwas ähnliches wie die Jäger. Wir sind ja auch nicht daran interessiert, die Tiere auszurotten. Uns geht es vielmehr darum, im Interesse der Gesundheit die Population zu verringern. Was macht am meisten Spaß an diesem Job? Der Umgang mit den Leuten. Ich denke, wir sind immer wieder gern gesehen. Und es ist ein schönes Gefühl, Menschen dabei zu helfen, ihre Angst zu überwinden und dazu beizutragen, dass sie wieder in Ruhe schlafen können.
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Sonstige Leserbriefe104.01, Bericht: Pferdezeitung - Online-Pferdemagazin
8 Leserbriefe in der Woche bis 24.03.01 |
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Leserbrief
163 18.03.01
Liebe Sylvia Frevert,
mit grosser Begeisterung lese ich immer Ihre Berichte in der Pferdezeitung. Sie sind eine super gute & sehr kompetente Schreiberin. MEIN HERZLICHSTES KOMPLIMENT & DANKESCHÖN!!! Besonders hat mich Ihre persönliche Homepage gefreut mit den Geschichten über Ihre Tiere & das Leben mit ihnen. Genau so würde ich auch gerne mal leben... Wer weiss...
Ich habe aber eine Frage & hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Seit 7 Jahren reite ich eine Belgierstute, die ich nun endlich am 1. März kaufen konnte (ich habe keine Papiere, da diese Stute damals "schwarz" zu uns kam). Wir sind in der Schweiz zu hause & es ist sowieso ein Drama jrgend etwas passendes hier für so ein schweres Kaltblut zu finden (siehe attached Foto)...
Ich spiele nun mit dem Gedanken meiner lieben Dicken ihren Babywunsch zu erfüllen. Ich habe schon oft versucht via Internet an Adressen ect. zu kommen. Aber es ist nicht einfach. Nach Ihrer Empfehlung habe ich mir nun das Buch: Kaltblut Pferde - Dicke Freunde - Starke Typen gekauft, dass wirklich ein super Buch ist.
In diesem Buch habe ich nun ein Bild gesehen von einem Sächsisch-Türinger Kaltblut, das meiner Lise sehr gleicht. Nun hat das Pferd auf diesem Foto genau das gleiche Brandzeichen am Hals wie meine Lise. Ein H mit einem Kreis darum. Ist meine Belgierstute nun doch gar keine Belgierstute? Wissen Sie wo ich einen Index über Brandzeichen finde? Kennen Sie eine Adresse, wo ich falls meine Lise doch eine Belgieerdame ist, Sperma bekomme? Über Belgier finde ich so gut wie gar keine Infos (auch wie Sie schon in Ihrer Rezensionenin sagten nicht in diesem neuen Buch).
Vielleicht können Sie mir ja bei Gelegenheit mal ein E-mail senden. Vorab schon mal herzlichen Dank & nochmals ein dickes Lob für Ihre Arbeit bei der Pferdezeitung!!!
Kind Regards
Sascha Moll |
Leserbrief
164 21.03.01
Sehr geehrte Frau Frevert,
Ihre Pferdezeitung finde ich informativ, kritisch, reichhaltig und fröhlich ... eine klasse Idee, und deswegen habe ich sie heute nun endlich auch abonniert. Sie machen der traditionellen Printpresse ganz schön Konkurrenz!
Außerdem habe ich noch eine Frage: Ich habe Ihre recht positive Rezension über das Buch Selbstbewußte Pferde von Imke Spilker in Erinnerung und habe das Buch auch gekauft und gelesen und bin davon sehr angetan. Sie wollten noch mehr darüber bzw. über die Autorin berichten und hatten im Januar, glaube ich, auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet.
Wird daraus noch etwas? Ich würde sehr gerne mehr über diese Methode zu erfahren, das Thema interessiert mich sehr und ich denke, ein Artikel von Ihnen wäre eine tolle Sache, es gab ja anscheinend noch andere interessierte Leute.
Herzliche Grüße, und viel Erfolg und Spaß weiterhin mit der Pferdezeitung!
Gwenaëlle Matthies
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Leserbrief 166 21.03.01
Hallo! Sehr interessant, die Geschichte dieses seltsamen Heiligen. Er muss eine fruehe Form von perfekter PR-Abteilung gehabt haben, denn in Bayern (und in Tirol, wo ich herkomme) erzaehlt man sie sich ganz anders: Der Hufschmied Eligius soll auf seine Schmiedekunst dermaßen stolz gewesen sein, dass er über seiner Werkstatt ein Schild hängen hatte, auf dem er sich als "Meister der Meister und Meister über alle" bezeichnete. Da sei nun eines Abends Christus in der Gestalt eines wandernden Schmiedegesellen zu Eligius gekommen und habe um Arbeit nachgefragt. Eligius stellte den Gesellen ein und kam von Stund an nicht mehr aus dem Staunen heraus. Der Geselle hatte nämlich eine besondere Methode beim Pferdebeschlagen; er hieb dem zu beschlagenden Pferd kurzerhand den betreffenden Fuß ab, trug diesen zum Amboss, nagelte dort das neue Hufeisen auf und setzte den Fuß schließlich dem vor der Schmiede wartenden Gaul wieder nahtlos an. Eligius, der Meister der Meister, wollte nun eines Tages, als der Geselle seinen freien Tag hatte, dieses neuartige Verfahren ebenfalls anwenden. Aber wie nicht anders zu erwarten: es ging schief. Zwar gelang es ihm, den Fuß des Pferdes abzubauen und zu beschlagen, aber mit dem Wiederansetzen haperte es. Da es sich um einen prominenten Reiter handelte - man spricht von St. Georg persönlich -, war Eligius des verstümmelten Pferdes wegen in arger Verlegenheit, und wäre nicht Christus erschienen, um den Pferdefuß wieder ordnungsgemäß anzusetzen, wer weiß, ob der stolze Eligius die Blamage überlebt hätte. So aber legte er seinen Hochmut ab und wurde sogar zu guter Letzt ein heiliger Bischof. (Zitat aus: Himmel voller Helfer, Welt voller Wunder; erschienen im Allgäuer Zeitungsverlag Kempten) mit vielen Gruessen, Eva |
Leserbrief 165 21.03.01
Sehr geehrte Frau Frevert,
ich bin heute auf Ihren Artikel hingewiesen worden und habe ihn sorgfältig und mit Interesse gelesen.
Sie haben sich bemüht, alle Seiten zu betrachten und auch wenn der Artikel nicht in allen Punkten hunderprozentig sachlich war, das Bemühen um Sachlichkeit ist deutlich geworden.
Ich werde mich auch bemühen, sachlich zu sein und keine Emotionen hochkochen zu lassen, auch wenn das Thema genug Stoff dazu gibt.
Eines möchte ich jedoch gleich betonen: DIESE Art der Freilandhaltung ist genau DAS, was ich nicht unter Robusthaltung verstehe. Ich habe vor etwa 7 - 8 Jahren in Holland gewohnt, wo ich in der Nähe eines Projektes gewohnt habe, bei dem ca. 10 Islandpferde auf einem großzügig bemessenem, eingezäuntem Areal gelebt haben. Das Gelände war "naturwüchsig", soll heißen: Es gab Sandflächen, Gras- und Heideflächen und auch Wald. Die Pferde waren weder gezwungen, sich ständig auf der selben Weidefläche aufzuhalten ( was wegen der hohen Besatzdichte bei Dr. Frers ja der Fall ist ), noch war die Fläche mit Müll übersät. Die Pferde waren vom Typ her Pferde, die an ein karges Nahrungsangebot angepaßt sind. Und das Ganze war unter ständiger Kontrolle. Die Pferde waren wohlgenährt, und konnten sich auf dem Terrain bewegen wie auf der freien Wildbahn. Ich weiß leider nicht mehr, wieviel Hektar das Gelände hatte, aber es war nicht mit einer "normalen" Weidegröße vergleichbar.
Herr Dr. Frers hingegen hält seine Pferde auf einem völlig überbesetzten Stück Land und die Verhältnisse sind dort nicht ähnlich wie in freier Wildbahn. Wenn ich Lügde der Boden ähnlich sein sollte, wie bei uns, dann ist das stark lehmhaltiger Boden, bei Regen nach kurzer Zeit eine einzige Matsche, der die Pferde ja auch nicht so richtig aus dem Weg gehen können. ( eingegrenztes Terrain )
Des Weiteren werden Sie mir eventuell auch zustimmen, daß auch ein genügsames Warmblutpferd immer noch einen höheren Erhaltungsbedarf als ein Pony hat, das einer Robustrasse angehört. Die Eigenversorgung auf der Weide ist nicht gegeben, es muß zugefüttert werden.
Ich möchte damit nur klarstellen, daß ich eine "anständige" Freilandhaltung kennengelernt habe und dieser auch nicht abgeneigt war, da sie ganz offensichtlich mit Sachverstand ausgeführt wurde. Es gab für mich damals keine Beanstandungen an der Herde in Holland. Wohlgemerkt: Keine. Denn der Lebensraum der Pferde und auch der Pferdetyp waren wohl aufeinander abgestimmt und entsprachen den Anforderungen eines "natürlichen Lebensraumes" im erweiterten Sinne.
Hinter diesem Hintergrund und dem Wissen, wie man Pferde artgerecht hält, habe ich bei Dr. Frers dann doch einiges zu bemängeln.
In der Natur wird es wohl kaum gammeliges Futter geben, auch sind Pausen zwischen der Nahrungsaufnahme kaum üblich, da die Pferde über die Flächen wandern und Rauhfutter aufnehmen. Darauf ist der Verdauungstrakt der Pferde ausgerichtet und das entspricht ihrer Art.
Bei einer artgerechten Haltung sollte also auch darauf geachtet werden, daß Rauhfutter wahlweise mehrfach am Tag gefüttert wird, oder aber ständig ( z.B in Rundraufen ) zur Verfügung steht.
In den letzten 14 Jahren habe ich meine Pferde robust gehalten, die letzten fünf Jahre komplett in Eigenregie, vorher teils in Weidegemeinschaft, teils in Pensionshaltung. Aber immer in artgerechter Robusthaltung.
In all den Jahren bin ich nicht ein einziges Mal angezeigt worden oder in irgendeiner Form beschimpft oder wegen der Haltung angegriffen worden.
Gab es Fragen, die mir sehr höflich und interessiert gestellt wurden, dann habe ich diese mit Sachverstand und Wissen um die Bedürfnisse eines Pferdes beantwortet, was keinesfalls mit Ungläubigkeit aufgenommen wurde, sondern die Leute haben sich damit auseinander gesetzt und die meisten waren selbst erstaunt, daß sie ganz eigentlich ihre eigenen Bedürfnisse auf die der Tiere übertragen haben, ohne zu hinterfragen, was die Bedürfnisse der TierART eigentlich sind. Durchweg positive Reaktionen.
Was ich damit sagen wollte: Es gibt einen Weg in der Mitte, zwischen dem, was Herr Dr. Frers tut und dem, was in zahlreichen deutschen Reit-und Pensionsställen passiert. Und es gibt auch Abstufungen in der Boxenhaltung. ( tagsüber Freigang in der Herde, Außenpaddock etc. ) Man darf da nicht alles über einen Kamm scheren.
Die 24-Stunden-Boxenhaltung lehne ich allerdings auch vehement ab und es muß auch keine Box in einem hermetisch abgeschlossenem Raum sein ( "Tür zu, es zieht" als Standartsatz in deutschen Reitbetrieben ), keine Gitterstäbe bis an die Decke etc.
Ich selbst habe zwei Pferde, für die ich sowohl die Zeit ALS auch das Geld aufbringen kann, sie sorgfältig zu versorgen. Und das kostet schon ganz schön viel Geld, wenn man alles ( Versicherung, Hufschmied, Tierarzt, Wurmkuren, Impfungen und Zubehör - Strohbänder sind für mich nicht das NonplusUltra ) zusammenrechnet.
Der Punkt, der mich ernsthaft stört, ist der: Wenn ich im Grunde kein ausreichendes Kapital habe, wie will ich dann gewährleisten, daß ich IMMER und REGELMÄSSIG Futter in a) ausreichender Menge und b) in guter Qualität bekomme und das dann auch noch für 27 Pferde ?!
Kann man das mit seinem Gewissen vereinbaren ? Denn es setzt ja voraus, daß ich immer jemanden finde, der für mich in die Bresche springt. Oder bin ich falsch informiert und bezahlt Herr Dr. Frers tatsächlich jede einzelne seiner Rechnungen ?
Ich glaube ihm gerne, daß er seine Tiere mag und daß seine Tiere dem Menschen zugetan sind ( würden sie bei meinen übrigens auch bemerken -ich könnte Ihnen zusätzlich aber auch noch meinen Wintervorrat Heu und Stroh zeigen... ) aber ich halte es - bemüht und ganz viel Objektivität - einfach für zuvieleTiere, um denen immer gerecht werden zu können. Zumindest in seinem Fall. Und da die Stuten ja ständig wieder tragend werden, sieht es nicht so aus, als würde er seinen Pferdebestand selbst auf ein Maß reduzieren wollen, dem er dann auch wirklich immer und in allen Lagen gerecht werden kann.
Und was die Einzäunung einer Weide anbelangt, die man nicht auf ewige Zeiten nutzen wird: Es gibt wunderschöne Steckpfosten zu kaufen, E-Draht auf Rollen, für die Ecken vielleicht vier Holzfpfähle und ein E-Gerät und fertig ist eine Umzäunung, die auch wieder abgebaut werden kann...
Auch bei mir ist die mail länger geworden, als gewollt. So ist es immer, wenn man beim Thema "Pferd" in's Reden kommt...
Freundliche Grüße
Birgit Guse Sehr geehrte Frau Guse,
danke für den langen und objektiven Leserbrief.
Ich halte die Pferdehaltung von Herrn Dr. Frers ganz bestimmt nicht für gut und in dieser Form unterstützungswürdig. Ich habe im Artikel aufgeführt, wie sie sein sollte. Auf der anderen Seite habe ich gespürt, wie sehr die normale Gesellschaft im Fall Dr. Frers entgleisen kann und das wollte ich auch zeigen.
Nun hat Dr. Frers die Gelegenheit, eine gute und auch zukünftig sichere artgerechte Haltung für seine Pferde zu bekommen - und lehnt dies anscheinend ab. Das ist für mich völlig unverständlich - nein, falsch ausgedrückt - es ist für mich nicht mehr tolerabel.
Aber die Diskussionen darüber, wie es sein sollte und schön wäre, nützen bei Herrn Dr. Frers leider gar nichts. Da können sich nur Robustpferdehalter gegenseitig in ihrer Korrektheit bestätigen. Wir alle sind uns doch über die Paramenter einer guten artgerechten Pferdehaltung einig. Ja und? Dr. Frers wird sich nichts davon annehmen. Wichtig ist doch vielmehr, zu fragen, was man für die Pferde tun kann und ob es hier endlich eine dauerhafte Lösung geben kann für die auch Herr Dr. Frers gewonnen werden kann. Denn ohne bzw. gegen ihn konnte ja bislang noch niemand etwas erreichen und das "bislang" bezieht sich auf Jahre und Jahre und Jahre.
So lange Zeit praktiziert Dr. Frers sein Vagabundenleben nämlich bereits und alle Versuche, dieses zu beenden seitens Veterinär-oder Ordnungsbehörden, scheiterten. Ich glaube auch, daß der Kreis Lippe, der es schon sehr weit gebracht hat, letztendlich ebenfalls scheitern wird, weil Herr Dr. Frers eine Alternative für seine Pferde findet. Dann kommt der Sommer und im nächsten Winter geht das Spielchen so weiter.
Für mich war die von der DVSP aufgetane Möglichkeit, eine dauerhafte gute Lösung für die Pferde und ein Test für Herrn Dr. Frers, ob er seine Pferde denn wirklich so liebt, wie er sagt. Diesen Test hat er nicht bestanden. Leider, leider, leider!
Mit freundlichem Gruss
Sylvia Frevert 22.03.01 Liebe Frau Frevert,
ich wohne in der Region Hameln ( wieder ) und ich kenne die Herde von Dr. Erich Frers vom kurzen Vorbeifahren am Bückeberg, als er dort im Winter '99 / '00 mit seinen Pferden stand. Es sah nicht sehr viel anders aus als nun. Die Anbindehaltung bei Teilen seiner Herde hatte er schon im letzten Winter praktiziert und teilweise auch Auflagen gemacht bekommen. Im Normalfall zieht er ja weiter, wenn alles zu eng wird für ihn. ( Kenne ich von vielen Leute, die Ärger mit den Veterinär-Behörden oder Schulden haben ) Man hat mich nun schon mehrfach auf seine Haltung angesprochen ( unter anderem auch der Landwirt, von dem ich ein Fuder Heu gekauft habe, der Herrn Frers auch Heu - mit offener Rechnung - geliefert hat ), weil die Leute schon gerne wissen wollten, was andere Pferdehalter von seiner Haltungsform denken. Ich habe dann möglichst objektiv ( fällt einem wirklich manchmal schlichtweg schwer ) versucht zu skizzieren, welche Anforderungen eine gute und artgerechte Haltung stellt. Das mache ich meistens auch, wenn ich gegen die Boxenhaltung wettere. Die Leute sind ja nicht dumm. Und wenn ich eindringlich erkläre, daß die erforderliche Schutzhütte eigentlich nur ein Schutz gegen Wind und Regen darstellt, nicht aber ein Wärmeschutz sein soll und dann erkläre, wie perfekt auch die Haut eines Pferdes auf Kälte reagieren kann, was staubige, warme Stalluft für eine katastrophale Auswirkungen auf eine Pferdelunge hat und dann noch erkläre, daß die Pferde ( bis auf wenige Formen ) Steppentiere sind und keine Höhlentiere, dann begreifen die Leute das schon.
Und die Leute sehen dann einfach die Differenz zwischen dem, was ich ( für sie voll nachvollziehbar ) Ihnen als artgerechte Robusthaltung erkläre und dem was Herr Frers praktiziert oder eben einfach der 24-Stunden Boxenhaltung. ( Der obengenannte Landwirt seufzte regelrecht auf und meinte "Danke". Es gibt ihm dann doch den Glauben an eine anständige Pferdehaltung wieder. Denn von reiner Boxenhaltung hält er genauso wenig wie von dieser wenig fachgerechten Freilandhaltung, noch dazu mit ( damals war das wohl auch recht eng ) hungernden Pferden. )
Dazu muß ich nicht ausfallend über Herrn Frers reden, denn da halte ich eigentlich auch nichts von.
Fakt ist aber, daß ich mich darüber freue, daß der Kreis ihm nun die Pferde beschlagnahmt und die Pferde auch noch gut untergebracht hat. Hut ab. Das ist schon mit erheblichen Kosten für den Kreis verbunden und ich hätte es nicht gedacht, daß dies geschehen wird. Ich denke, es geht vielen so, denn dieses Gefühl der Hilflosigkeit ist es, fürchte ich, was die Leute auch so aggressiv gemacht hat. Der tanzt den Behörden auf der Nase herum und keiner kann ihm was. Das hat sich wohl sehr schnell verselbstständigt, daß auch Leute, die mit Pferden gar nichts zu tun haben, sich geärgert haben. u.A. vielleicht auch das gewisse Obrigkeitsdenken, wer weiß.
Mich macht das aber auch immer wütend, denn ich habe auch schon einen sehr schlimmen Fall von Tiermißhandlung zur Anzeige gebracht und die Leute wußten so genau, was sie zu tun haben, welche Gratwanderung für sie - rechtlich gesehen -gerade noch so erlaubt ist. Und zieht sich die Schlinge zu, dann sind sie einen Kreis weiter gezogen !!! Ich war bei einem Eingriff vom Veterinäramt dabei und die sind dort mit Polizei und Videokamera angerückt, die Leute mußten die Stuten, die zum Skelett abgemagert waren und ihre Fohlen ( !!! ) aus den versifften Ställen führen, während der Amtstierarzt das mit der Kamera aufnahm. Ein paar Minuten später fuhr ein abgewrackter Trecker auf den Hof und der Fahrer rief "Ich bringe das von Dir bestellte Fohlenfutter am Donnerstag !!!" ( Die Jährlinge waren zum Verkauf angeboten worden, total heruntergekommen, auf den Rippen konnte man Klavier spielen, dicke Wurmbäuche, kotverschmiertes Hinterteil, völlig apathisch und vollkommen verängstigt, ließen sich weder von der Besitzerin, noch von uns anfassen, eines humpelte auch noch ) Sehen sie, ich habe in dem Moment selbst so eine Wut im Bauch gehabt, daß ich die ganze Aggression gegen Herr Frers zwar nicht gutheiße, aber sehr wohl nachvollziehen kann. Denn ich fühlte mich trotz Eingriffes der Veterinärbehörde total machtlos, denn ich wußte, was dieser Satz mit dem Futter bedeutete !!! Die Leute hatten übrigens schon lange ein Halteverbot, offiziell gehörten die Tiere der Tochter, die ein uneheliches Kind hatte und voll von ihren Eltern abhängig war. Zu mir hat sie selbst gesagt, daß sie weiß, das 25 Pferde für sie zu viel sind und die letzten Tiere nur noch aus Mitleid gekauft wurden...
Es ist ein bißchen diese "Genugtuung", daß die Behörden eben genau diese Hilflosigkeit überwunden habe und einen Weg fanden, zuzugreifen. Natürlich weiß ich, daß Herr Frers versuchen wird, die Pferde zurück zu bekommen. Der Mann ist ( leider ) nicht dumm und mit allen Wassern gewaschen. Und er hat durchaus Gönner, die aus Mitleid handeln oder aber wirklich gut finden, was er macht. ( Der Schäfer, der ihm letztes Jahr die Weide am Bückeberg zur Verfügung stellte ist auch so ein Freak, mit dem habe ich auch schon eine Diskussion zur Pferdehaltung hinter mir, der ist auch großer Fan von der Freilandhaltung und praktiziert unschöne Schafhaltung, gab auch schon häufig Ärger deswegen )
Von dem Angebot der Deutschen Vereinigung zum Schutz des Pferdes wußte ich nur durch sie, die örtliche Presse erwähnte wohl, daß die mittlerweile auch dazu geschaltet wurde, doch nicht in welcher Form nun genau. Mir war aber schon klar, daß Herr Frers sich in keine Schranken und seien sie noch so gut gemeint, weisen läßt.
Und manche Formen von Tierliebe darf man zu Recht auch Egoisimus nennen, meine Meinung...
Ich glaube nicht, daß die Gemüter sich so erhitzen würden, wenn er ledigliche mit 2 oder 3 Tieren über die Lande zöge...
Im Übrigen, liebe Frau Frevert: Ich habe sehr wohl die Skepsis in ihrem Bericht herausgehört und bezichtige Sie keinesfalls, ein Fürsprecher für Herrn Frers zu sein *schmunzel* Es tut mir aufrichtig leid, wenn Sie nun der Aggression durch "Frers-Gegner" ausgesetzt sind. Denn der Artikel war ja wirklich der Versuch, die Angelegenheit von allen Seiten zu beleuchten.
Wollen wir den Pferden nun kräftig die Daumen drücken, daß eine anständige Lösung gefunden wird. Würde denn die DVZSP eventuell eine Übernahme der Herde zwecks Weitervermittlung in Betracht ziehen ?! Falls Herr Frers sie nicht zurück bekommt ?! Die unschönste Variante wäre ja, daß die Pferde, oder auch nur ein Teil der Herde, bei einer Versteigerung beim Schlachter landen würden. Pferdeschutz adé würde ich dann sagen... Läßt sich das irgendwie ausschließen ? Oder besteht die Gefahr ? Zur Zeit ist der Preis für Schlachtpferde ja durch die BSE-Krise explodiert und ich weiß nicht, wie das mit den fehlenden Equiden-Pässen geregelt würde, im Falle einer Schlachtung... ( meine Pferde sind keine Schlachttiere )
Auf jeden Fall werde auch ich den Fall mit Interesse weiterverfolgen. ( Lese ja auch die örtliche Presse *zwinker* Meine Nachbarin bringt mir die Zeitung immer vorbei, wenn etwas über Herrn Frers drinsteht... )
Liebe Grüße
Birgit Guse
PS: Zur Länge der Mail: Liegt einfach an diesem explosiven und immer interessanten Thema "Frers" und "Pferde" ...Liebe Frau Guse,
ja, das mit dem Schicksal der Tiere steht in den Sternen. Meine Wette: er geht nicht nach Magdeburg wegen der - wie Sie schon sagen - für seine Begriffe zu engen Schranken, sondern wird eine Weide vorweisen oder sonst irgendetwas.
Mein Gefühl ist, daß das Veterinäramt Herrn Dr. Frers das Zurückerhalten seiner Herde aber sehr schwer machen wird. Die sind hier so zielstrebig vorgegangen, das war schon bemerkenswert.
Also kommt es vielleicht doch zum Ablauf der Frist und dann - da geht kein Weg dran vorbei - zur Zwangsversteigerung der Tiere. Das kann das Amt wohl nicht anders regeln, da ja auch Kosten durch die Unterstellung entstanden sind, die von irgendwoher wieder hereinkommen müssen.
Die DVSP könnte also ganz normal mitbieten. Ob sie das tut, weiß ich nicht. Sie hat aber meiner Kenntnis nach kein Anrecht darauf, die Tiere günstiger oder kostenlos zu erhalten. Übernehmen würde die Gesellschaft die Tiere schon. Sie hatten ja auch Herrn Dr. Frers einen entsprechenden Vorschlag gemacht - so mit dem Hintergrund, daß es jetzt zwei vollstreckbare Titel gegen ihn gibt und die Herde so in Sicherheit wäre. Darauf wollte sich Herr Dr. Frers aber nicht einlassen. Um die Titel möge man sich mal keine Sorgen machen - er gegen den Rest der Welt.
Es wird also - so er die Pferde nicht zurückbekommt - meines Erachtens nach ganz schlimm für die Pferde. Ich denke nur an den mageren, vermutlich alten großen Fuchs und das Pferd mit nur einem Auge. Außerdem sind alle Pferde nicht gerade das, wonach der Pferdemarkt schreit, obwohl es m.E. nach tolle Pferde sind.
Ich finde es maßlos traurig. Aber Schuld daran ist nur einer - ihr Besitzer, der jetzt die Möglichkeit hätte, sein Leben zu ändern und gut für seine Pferde zu sorgen in relativer Freiheit.
Mit freundlichem Gruss
Sylvia Frevert |
Leserbrief 167 24.03.01
Hallo, ich heiße Nadine und wollte was zu dem Bericht48/Ameland sagen!!Ich habe mich auch in die süße Stute verliebt(Letztes Jahr 2000 inden sommer ferien.)In denn Ferien war ich die einzige die richtig sie reiten konnte!!!!!Sie war einfach mein lieblings Pferd!Und ich vermisse sie über alles ich wollte auch die besitzerin (Meta)fragen ob ich sie kaufen darf!Sie war in denn Ferien so wie mein eigenes Pferd!
Bye |
Leserbrief 169 24.03.01
Liebe Sylvia,
ein riesengroßes Dankeschön für den Artikel Monty Roberts - back to the roots? von Uta Over. Bitte bestellen Sie ihr meine herzlichsten Grüße.
Ich bin sehr froh, dass jemand den Mut hatte, einen solchen Artikel zu schreiben. Ich kann ihn, nachdem was ich gesehen habe, zu 100% unterschreiben und er sollte jedem, der eine Show-Veranstaltung alá Monty Roberts und seinen Nacheiferern sieht, mit dazu gegeben werden. So werden hoffentlich viele unkritische "Fans" doch etwas nachdenklicher und hören nicht nur auf die Worte, sondern schauen auch einmal genau hin, bevor sie applaudieren - schön wäre es jedenfalls.
Herzliche Grüße, Tania Konnerth |
Leserbrief 170 24.03.01
Hallo Frau Frevert,
ich lese Ihre Zeitung im Internet schon seit vielen Ausgaben und warte immer schon gespannt auf die neue Ausgabe (wenn mir meine Ponys Zeit lassen zu lesen!).
In der Ausgabe # 104 ging es um Monty Roberts.
Dieser Artikel war sehr gut. Auch ich habe die Bücher von Monty Roberts gelesen und achte ihn als Mensch.
Was mich an der ganzen Sache stutzig macht, ist die Publizity. Aber das macht er nicht nur allein so. Wieviele "Gurus" sind in den letzten 10 Jahren auf uns losgelassen worden? Und alle predigen sie nur das eine: er/sie hilft auf jeden Fall immer der Pferd!
Wo ein Pferd ist, ist auch immer ein Mensch (Besitzer) und dieser hat auch Geld und manchmal (manchmal?) kostet das Wissen des "Gurus" Geld, natürlich Geld fürs Pferd. Der einzige, der dabei immer gut wegkommt, ist der "Guru".
In unserer Zeit muß der Erfolg immer schnell da sein, da liegen alle Gurus voll im Trend! Sich selbst einmal Gedanken machen und selbst recherchieren, warum was und wie bei seinem Pferd aufgetreten ist, das macht Mühe, bedeutet Arbeit und braucht vorallem ZEIT !!! Und die haben wir ja nicht!
Ich denke in erster Linie haben nicht die Pferde die Probleme, sondern die Menschen! Der Mensch hat Probleme (Ängste, ...) und die setzt er in das Pferd um. Das ist natürlich (in dieser Beziehung) schlauer und legt diese Probleme für sich aus. Beispiel: Bin ich als Mensch eher ängstlich, habe kein sicheres Auftreten, (gilt besonders für Frauen. Und die haben ja auch die meisten "Beziehungskistenprobleme" bei ihrem Pferd!), weiß das Pferd schon nach wenigen Begegnungen, mit der (dem) kannst du es machen, die (der) wehrt sich eh nicht.... und schon ist das Problem da.
In diesem Fall wird der Guru dem Pferd schnell klarmachen, du bist Beta und ich Alpha und die Problemgeplagte (Frau) staunt nicht schlecht, weil ihr Pferd ja auf einmal brav und gehorsam sein kann!
Gibt es aber reiterliche (fahrerliche) Probleme,sieht die Sache schon anders aus: Körperlicher Grund, falsche / keine Ausbildung, Überforderung, Verweigerung. Alle diese Dinge können vorliegen, wenn es Probleme gibt. Aber: Lösungen dauern! Und Zeit haben wir nicht. Hier beist sich die Katze in den Schwanz.
Lösungen zu dieser Art Probleme müssen erarbeitet und erdacht werden. Hier ist Flexibilität gefragt und das man selbst auch mal über seinen Schatten (seine eigene vorgefaßte Meinung zu dem Problem) springen muß und auch mal Hilfe von außen annehmen sollte (Vorsicht vor den Gurus!!!!). Auf jeden Fall sollte diese Hilfe gut durchdacht werden und nicht einfach ohne Überdenken angewandt werden!
Mancher mag denken, daß ich vom Thema abgeschwiffen bin. Ich denke nur zum Teil. Denn nicht der kurzfristige Erfolg (im Showring) zählt, sondern vor allem der Weg zum Erfolg. Nicht spektakulär, sondern artgerecht sollte die Ausbildung sein.
Und bitte: Ihr habt auch einen Kopf und der ist (trotz allem) immernoch zum Denken da! Nachdenken, Ruhe bewahren (ich weiß, hört sich leichter an, als es ist) und alles in kleinen Schritten ausprobieren!
Außerdem ist das eigene Nachdenken über die Sache ehrlich gesagt einfach billiger (natürlich billig ist schlecht und teuer ist immer gut). Denkt daran: ein Guru will nicht das Geld des Pferdes (hat nämlich keins!), sondern Eures! (und ihr habt manchmal einfach zuviel davon)
Schönen guten Abend noch. Viel Erfolg weiterhin der Pferdezeitung und ich mußte meine Meinung einmal zu all? den Gurus sagen....
Karin Bröll |
Leserbrief 171 24.03.01
Hallo guten Tag!
Glueckwunsch zu diesem Artikel!
Den Leserbriefen zu Monty Roberts kann ich mich ebenfalls nur voll anschliessen.
Ich hatte schon befuerchtet, dass niemand sieht, wie diese vermeintlich pferdefreundlichen Methoden wirklich sind.
Dieser Artikel ist wieder einmal einer, von vielen guten, die mir in Ihrer Pferdezeitung gefallen haben.
Weiter so! Viele Gruesse Gaby Wiertz |
Friedman und die Folgen 8O)Ich sammel mal hier jetzt alles was mit der Friedman-"Affäre" zu tun hatte. Die USA suchen im Irak nach wie vor erfolglos nach Massenvernichtungswaffen oder nach Beweisen für deren Existenz. US-Präsident Bush hat nun eine Erklärung dafür geliefert: Mutmaßliche Lagerstätten seien geplündert worden.
Phantom schreibt: Na die Iraker haben ja auch genug Zeit gehabt, das Zeugs gut zu verstecken, für ihren kommenden Kampf gegen Imperialismus 8o) Warum ist Meerwasser so salzig? Man kann es sich zwar denken, aber nett beschrieben ist es hier: Aha! [Geophysik]
In Dresden hat heute das Vorprogramm zur Dresdner Wissenschaftswoche "Tanz der Elemente" begonnen. Es wird Verblüffendes zwischen "Wühltisch und Kassentheke" präsentiert, unter dem Motto "Physik in der Kneipe" werden am 21. und 22. Juni in Lokalen der Innenstadt "Rezeptkarten" mit physikalischen Spielereien verteilt und mit "Matrix" und "Matrix Reloaded" startet die Filmreihe, die im Rahmen des Wissenschaftsfestivals gezeigt wird. [Sonstiges]
Ein Plasma ist in der Physik ein ionisiertes Gas. Besonders schwierig, aber auch besonders interessant, sind Effekte im Plasma mit angelegten Magnetfeld. Ein solcher Effekt ist die Erzeugung von sogenannten Spheromaks. Das sind Strukturen im Plasma, die oberflächlich gesehen wie Rauchringe aussehen, in denen man aber auch vielleicht Kernfusion zur Energiegewinnung betreiben könnte. Die Entstehung dieser Spheromaks konnte jetzt zum ersten mal direkt beobachtet werden. (Phys. Rev. Lett. 90 (2003) 215002)
 [Elektrizität, Magnetismus]
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Das Rastertunnelmikroskop kann Atome auf Oberflächen sehen. Die Atome im Inneren eines Kristalls kann man nur mit einem Elektronenmikroskop sehen. Schwierig sind dabei die kleinen Atome, wie Wasserstoff, Helium, Lithium,... Bei Lithium zum Beispiel war man sich sicher: Kann man nicht sehen. Jetzt konnten jedoch Forscher des Lawrence Berkeley National Laboratory eine Methode entwickeln, wie sie mit ihren Elektronenmikroskopen dennoch Lithium-Atome sichtbar machen kann. Sie haben es zuerst an LiCoO2 gemacht, das in Lithium-Akkus zu finden ist. Zwar muß man am Anfang schon in etwa wissen, wo das Lithium-Atom sitzt. Aber dann kann man aus den unscharfen Rohdaten das Bild rekonstruieren. (Nature Materials (2003)) [Chemische Physik]
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Mit dem Rastertunnelmikroskop kann man sehr schön, und auch vergleichsweise einfach (1. Preis bei Jugend Forscht), Atome auf Oberflächen sichtbar machen. Wenn zwei Atome auf der Oberfläche dicht beieinander liegen, ist es oft sehr schwierig, die beiden gut zu trennen. Eine neue Methode, zwei Atome mit kleinem Abstand zu trennen, haben Forscher aus Colorado entwickelt. Sie benutzen statt der herkömmlichen Metallspitzen zum Abtasten der Oberflächen Spitzen aus einem Halbleiter. Sie können dadurch geringfügige Unterschiede in der Bindung der Atome an die Unterlage erkennen, indem sie verschiedene Spannungen an die Spitze anlegen. Je nach Spannung sind dann mal die einen, mal die anderen Atome sichtbar.(Phys. Rev. Lett. 90 (2003) 166101)
Siliziumoberfläche [Chemische Physik]
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Seit acht Jahren findet man auf der Internet-Seite "Astronomy Picture of the Day (APOD)" jeden Tag ein schönes Bild aus den Tiefen des Weltalls. Dadurch sind im Laufe der Jahre über 100 Millionen Bilder zusammengekommen, die über die APOD zu erreichen waren. Die NASA hat kräftig mitgeholfen, aber gemacht haben die Seiten zwei Astronomen der Michigan Technological University. [Astronomie und Astrophysik]
An der Europäischen Südsternwarte wurde der bislang platteste Stern beobachtet. Es ist der Stern Achernar, die hellste Sonne im südlichen Sternbild Eridanus (Fluß). Er rotiert so schnell, daß er am Äquator mehr als anderthalb Mal so dick ist, wie zwischen den Polen. [Astronomie und Astrophysik]
Zum dritten Mal findet am 14. Juni 2003 die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam statt. Mehr als 70 wissenschaftliche Institutionen in Adlershof, Buch, Charlottenburg / Wedding, Dahlem, Mitte und Wannsee / Potsdam werden am 14. Juni zwischen 17 und 1 Uhr Einblicke in ihre Forschungsarbeit gewähren und aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse präsentieren. Die Auftaktveranstaltung findet um 16:30 vor dem Hauptgebäude der TU statt. [Sonstiges]
Warum nähert sich der Vorhang beim Duschen? Duschvorhänge sind aus vielerlei Gründen aufdringlich. Hier steht's warum: Aha! (siehe auch: Prof. David P. Schmidt) [Alltagsphysik]
Neutronensterne besitzen riesige Magnetfelder. Wenn die Folgerungen von italienischen und französischen Astrophysikern aus Beobachtungen der Röntgenstrahlung vom jungen Neutronenstern "1E1207.4-5209" richtig sind, hat dieser Neutronenstern ein bis zu 100 mal kleineres Magnetfeld als erwartet ("nur" 800 000 Tesla). (Nature 423 (2003) 725) [Astronomie und Astrophysik]
Kohlenwasserstoffe sind relativ friedliche Verbindungen. Edelgase sind dagegen dafür bekannt, nur mit sehr reaktiven Stoffen Verbindungen einzugehen, wie z.B. Fluor. Jetzt ist es gelungen, ein Krypton-Atom an ein Acetylen (H-C-C-H) Molekül zu binden. Damit wurde zum ersten mal ein Edelgasatom in eine organische Verbindung eingebaut.(J. Am. Chem. Soc.125 (2003) 6876)
 [Chemie]
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In der Physik wird digitales Publizieren und die Verfügbarkeit von Publikation in digitaler Form, vor allem über das Internet, immer wichtiger. Bei der Archivierung ergeben sich daraus jedoch grundlegende Fragen, z.B. wie digitale Information langfristig archiviert und gesichert zur Verfügung gestellt werden kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert hierzu mit 800.000 Euro die Entwicklung eines virtuellen Archivs. Damit soll bundesweit eine einheitliche Strategie zur Sicherung und Verfügbarkeit digitaler Publikationen entstehen. Federführend in der Umsetzung ist die Deutsche Bibliothek. [Forschungspolitik]
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Auf der Erdkruste gibt es erwiesenermaßen viel Wasser. Bisher ist es aber nicht klar, wie viel Wasser sich tief im Erdmantel befindet. An der Grenze zwischen oberen Erdmantel und der sogenannten Übergangszone in 410 km Tiefe haben nun schweizer Forscher aus Untersuchungen von seismischen Wellen der Plattengrenze zwischen Eurasien und Afrika Hinweise darauf gefunden, daß dort Wasser existiert. Zwar nur etwas weniger als ein Prozent, aber der Erdmantel ist groß, und damit kann insgesamt viel mehr Wasser zusammenkommen, als in den Meeren vorhanden ist. (Science 300 (2003) 1556) [Geophysik]
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Tief in der Erde in den Abruzzen in Italien liegt das Gran-Sasso-Laboratorium, erreichbar durch den Gran-Sasso-Tunnel. Durch die Berge über dem Laboratorium wird fast die gesamte Höhenstrahlung aus dem Weltall abgeschirmt. Nur Neutrinos kommen noch durch. Daher ist dieses Laboratorium eines der wichtigsten Neutrino-Forschungszentren der Welt. Allerdings muß bei den Experimenten zum Teil mit umweltgefährdenden Flüssigkeiten hantiert werden. Letztes Jahr gelangten durch einen Unfall 50 Liter eines Öls, das eine giftige Kohlenwasserstoffverbindung enthielt, ins Erdreich. Da ähnliche Unfälle derzeit nicht auszuschließen sind, wurden alle Experimente, bei denen Flüssigkeiten verwendet werden, bis auf weiteres gestoppt. Es bleibt zu hoffen, daß sie ihre Probleme in den Griff kriegen, denn mit den Neutrino-Experimente können grundlegende Fragen der Elementarteilchenphysik geklärt werden, wie der Protonenzerfall, magnetische Monopole...(via: moreover) [Forschungspolitik]
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Sehr schwere Sterne bestehen am Ende ihres Lebens fast nur aus Eisen. Dieser Eisenkern kollabiert irgendwann einmal zu einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch. Wenn die Bildung des Neutronensterns abgeschlossen ist, aber immer noch Materie von oben auf den Neutronenstern fällt, entsteht eine Schockwelle, die den Rest des Sterns explodieren läßt. So das früher gängige Bild. Mittlerweile weiß man, daß das nicht ausreicht, um einen Stern zur Explosion zu bringen. Aber was dann? Astrophysiker aus Garching haben, um das heraus zu finden, den größten deutschen Supercomputer in Garching genutzt und untersucht, ob die Unmengen an Neutrinos, die bei beim Kollaps (MPEG, 4,4M) entstehen, die Explosion letztlich auslösen. Die Antwort: Nein, das reicht auch nicht aus. Was bleibt sind erst mal nur Fragen: Was fehlt in den gegenwärtigen Modellen? Verstehen wir die Eigenschaften von Materie bei Neutronensterndichten hinreichend gut? Verstehen wir, wie Neutrinos mit den Teilchen des dichten Plasmas wechselwirken? Sind dreidimensionale Effekte wichtig und erfassen somit die momentanen Simulationen in zwei Raumdimensionen entscheidende Physik nicht? Kann man Magnetfelder wirklich vernachlässigen, wie dies im Augenblick geschieht? (Phys. Rev. Lett., eingereicht)
Simulation des Kollapses eines rotierenden Sterns mit 15-facher Sonnenmasse (Quelle: MPG) [Astronomie und Astrophysik]
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Israelische Wissenschaftler haben die Temperatur von Hornissen (Vespa orientalis) untersucht und festgestellt, daß sie erstaunlicherweise ein paar Grad kälter als die der Umgebung sein kann. Hornissen können nicht schwitzen, müssen sich also anders abkühlen. Aber wie? Die Erklärung, die die Forscher gefunden haben, liegt in der Schichtstruktur der Hornissenhaut begründet. Diese wirkt wie ein Thermoelektrisches Kühlelement. Die dafür notwendige elektrische Spannung kann in der Hornissenhaut auch erzeugt werden, da Hornissen, wie man bereits früher festgestellt hat, sozusagen eingebaute Solarzellen haben. (Phys. Rev. Lett. 90 (2003) 218102)
Infrarot-Bild von betäubten Hornissen. Links: warme (weiß), rechts: kalte (violett) Hornissen. [Biophysik]
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Am 23.5. gab es in Rostock wieder die Meisterschaft "SPURT" für selbst gebaute/gebastelte Roboterfahrzeuge. Die Aufgabe: Am Rand einer etwa herzförmigen, schwarzen Bahn sollen die mit optischen Sensoren ausgestatteten Fahrzeuge möglichst schnell ihre Runden drehen. Teilnahmeberechtigt sind Schüler, aber auch Studenten. Dieses Jahr hat der Roboter "Mas2", gebaut von zwei Rostocker Studenten, gewonnen. Zweiter wurde das Rennei der Buxtehuder Schüler "Robotrixer 4" mit einem Lego-Mobil. Auf der Homepage von SPURT gibt es viele schöne Bilder, einen Bericht des NDR (AVI) und eine Anleitung zum (einfachen!) Selberbauen des Roboters.(via: e-mail)
 [Experimente zum Selbermachen, Technik]
Eine kleine Geschichte der Elektrizität. Erzählt von Prof. A. Piel, Christian-Albrechts-Universität, Kiel.(via: Das Kollektiv) [Wissenschaftsgeschichte]
Der Nobelpreisträger für Chemie und Vordenker der Nicht-Gleichgewichtsthermodynamik, Ilya Prigogine, ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 86 Jahren in Brüssel verstorben. Prigogine wurde bekannt mit der Erweiterung des zweiten Haupsatzes der Thermodynamik für Systeme weitab vom Gleichgewicht. Er zeigte, daß neue Formen von geordneten Strukturen unter solchen Bedingungen existieren können. (via: Schockwellenreiter) [Wissenschaftler]
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Meint hier: Quantenelektrodynamik. Eine Theorie, die die Quantenmechanik mit der Maxwellschen Elektrodynamik vereint und damit die Einsteinsche spezielle Relativitätstheorie beinhaltet. Die Eigenschaften von z.B. Wasserstoff-Atomen werden in dieser Theorie mit einer ungeheuren Präzision vorhergesagt und experimentell bestätigt. Wenn man das Proton im Wasserstoff-Atom durch ein Positron ersetzt, d.h. einem Anti-Elektron, entsteht ein "Atom", das sogenannte Positronium, welches in einer zehntel Mikrosekunde zerstrahlt. Nur, die QED sagte bisher eine um 0,1 % falsche Zerfallszeit voraus. Durch Präzisionsmessungen in Michigan ist dieser Widerspruch aufgelöst worden - das Positronium zerfällt so, wie es die QED vorhersagt. qed.(Phys. Rev. Lett. 90 (2003) 203402)
 [Neue grundlegende Erkenntnisse in der Physik]
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Auch in Dresden gibt es im Juni Wissenschaft zum Anfassen. Vom 24. bis 28. Juni 2003: Tanz der Elemente, Highlights der Physik 2003 Ausstellung, Mitmach-Experimente, Vorträge und Show-Programm mit Peter Lustigs "Löwenzahn" (ZDF) und Ranga Yogeshwar (ARD), großer Schülerwettbewerb "go physics" und die 1. Dresdner Lange Nacht der Wissenschaften am 27. Juni. [Sonstiges]
Zum dritten Mal findet am 14. Juni 2003 die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin und Potsdam statt. Mehr als 70 wissenschaftliche Institutionen in Adlershof, Buch, Charlottenburg / Wedding, Dahlem, Mitte und Wannsee / Potsdam werden am 14. Juni zwischen 17 und 1 Uhr Einblicke in ihre Forschungsarbeit gewähren und aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse präsentieren. [Sonstiges]
Warum es unter Tage so heiß ist? Aha: hier steht's. [Alltagsphysik]
Aus der Himmelsdurchmusterung "Sloan Digital Sky Survey" konnten in einer neuen Untersuchung die Rotationsgeschwindigkeiten von etwa 3000 kleinen Galaxien bestimmt werden, die um große Galaxien rotieren. Die Ergebnisse scheinen sich nur durch die Existenz der Dunklen Materie erklären zu lassen und stehen im Widerspruch zu einer alternativen Theorie, MOND, die postuliert, daß sich das Newtonsche Gravitationsgesetz bei großen Entfernungen ändert. [Gravitation]
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Gestern ging der diesjährige Bundeswettbewerb 'Jugend forscht' zu ende. The winners in physics are: - Uwe Treske für sein Lowcost-Rastertunnelmikroskop - Moritz Plötzing, Binia Neuer, Benedikt Lorbach mit Plasmakristallen (von Andreas Schule) - Andreas Trottmann, Martin Steghöfer für die Entwicklung eines interferometrischen Seismographen - Kai Wissner, Christian Klauer für Nachhaltigen Hochwasserschutz durch ein neues Wasserkraftsystem und - Christopher Demiral, Frank Kühl: Der Indische Seiltrick - die überraschende Wirkung von Tönen auf Pendel [Physik in Schule und Hochschule]
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet drei neue Physik-Sonderforschungsbereiche ein: - Festkörperbasierte Quanteninformationsverarbeitung: Physikalische Konzepte und Materialaspekte, EDV mit Quanten in München - Kernstruktur, nukleare Astrophysik und fundamentale Experimente bei kleinen Impulsüberträgern am supraleitenden Darmstädter Elektronenbeschleuniger S-DALINAC, Kernstruktur mit der Lupe betrachtet in Darmstadt (ist wichtig für die Astrophysik) - Symmetrien und Universalität in mesoskopischen Systemen Viele Atome zusammen ist 'theoretisch' einfach, wenige auch. In Bochum, Duisburg-Essen und Köln nun theoretische Überlegungen zu: viele, aber nicht ganz viele Atome [Forschungspolitik]
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Protonen (Wasserstoff-Atomkerne) zu beschleunigen, ist einfach. Man braucht nur Vakuum und eine elektrische Spannung. Es gibt aber einen Haken: um Protonen stark zu beschleunigen, muß man sehr hohe Spannungen haben - und das ist wiederum nicht so einfach. Forscher des Berliner Max-Born-Instituts haben nun mit einem speziellen, aber relativ kleinen, handlichen Laser Protonen auf Geschwindigkeiten beschleunigt, die einer Beschleunigungsspannung von mehr als 1 Million Volt entsprechen. Das ist für eine ganze Reihe von Anwendungen interessant, bei denen Protonenstrahlen benötigt werden, wie z.B. der Plasmaphysik oder der Medizin.(Appl. Phys. Lett. 82 (2003) 3354) [Geräte, Optik, Kernphysik]
Sonnenfinsternis am 31.Mai Zwar nicht total, aber partiell ist auch schön. Hier mehr Information. (via: Astronomische Kleinigkeiten) [Planeten und Monde]
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