Liverpool, einst größte britische Hafenstadt, verliert Mitte des 20. Jahrhunderts mit dem Zusammenbruch des Commonwealth an Bedeutung. Fußball und Musik werden von den Jugendlichen aufgegriffen. Fußball ist in der Arbeiterstadt Tradition, Musik bringen Seefahrer hauptsächlich aus den USA nach Nordengland. Zu dieser Zeit spielten etwa 400 Bands in Liverpool und Umgebung die neue Musik, die später als Mersey-Beat bekannt wird. Zu den Musikgruppen gehört auch die Band um John Lennon, ,,The Quarry Men“. Paul McCartney stößt 1957 dazu, kurze Zeit später George Harrison.

  Nach wechselnden Namen treten sie als Beatles gemeinsam mit Stuart Sutcliffe zunächst in Clubs in Liverpool und Umgebung auf. 1960 werden sie nach Hamburg engagiert und komplettieren die Band mit dem Schlagzeuger Pete Best. Bald sind sie die bekannteste Band auf der Reeperbahn. Stuart Sutcliffe verläßt die Beatles, um in Hamburg bei seiner Freundin Astrid Kirchherr zu bleiben. Vier weitere Reisen nach Hamburg folgen, darunter auch zur Eröffnung des neuen Starclubs im April 1962. Die Auftritte in Hamburg bringen der Band das nötige Durchstehvermögen für eine bald beginnende Weltkarriere. Dass sie 1961 in Hamburg als Background-Gruppe für den Sänger Tony Sheridan bei Schallplattenaufnahmen mitwirken bleibt zunächst kaum beachtet. 

Im Cavern Club in Liverpool sind die Beatles die beliebteste Band und ihre Fangemeinde wächst stetig. Brian Epstein, Besitzer eines Schallplattengeschäftes in Liverpool, wird auf die Beatles aufmerksam. Er trifft die Beatles im Cavern Club, bietet sich als ihr Manager an und verhilft ihnen Mitte 1962 zum Schallplattenvertrag. George Martin, Chef der EMI-Tochter Parlophone, empfiehlt den Schlagzeuger zu wechseln. Nachdem Ringo Starr die Stelle übernommen hat, erscheint am 5. Oktober 1962 ihre erst Single ,,Love me do". Die zweite Single ,,Please please me" wird bereits Nummer Eins, wie auch alle anderen in den nächsten drei Jahren. Nach drei Langspielplatten kommt 1964 der erste Beatle-Film ,,A hard day's night" in die Kinos, ein Jahr später folgt ,,Help!". 

Textlich ,,starten" die Beatles 1962-63 mit simplen ,,Komm, hab' mich lieb" - Songs. Musikalisch bieten sie jedoch neue Elemente die aufhorchen lassen, Schon 1965 entdecken sie für die Popmusik neue Instrumente, die Arrangements werden ausgefeilter, und die Songinhalte anspruchsvoller. Erstmals fließen klassische Einflüsse in die Popmusik ein, besonders der Produzent George Martin beeinflußt die Beatles. Live können die Titel nicht mehr umgesetzt werden, zudem ist bei den Konzerten durch das ständige Gekreische der Fans, von der Musik nicht viel zu hören. Am 29. August 1966 spielen die Beatles zum letztenmal live auf der Bühne. 

Nach einer fast halbjährigen Pause gehen die Beatles wieder ins Studio und experimentieren mit neuer Musik, 1967 veröffentlichen sie mit ,,Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" eines der wichtigsten Alben der Popmusik-Geschichte! Die eingängigen Songs sind geschickt mit Tonkaskaden und Geräuschen angereichert, die Arrangements sind kompliziert und vielschichtig wie kaum zuvor im Bereich der Unterhaltungsmusik. Der so inszenierte Auftritt der Beatles als ,,Sgt. Pepper-Band" wirkt wie ein musikalisches Hörspiel. Zu dieser Zeit planen die Beatles auch einen Zeichentrickfilm um bunte Unterseeboote. Doch das Projekt zieht sich in die Länge. 

Wenige Wochen nach Erscheinen der LP wird der musikalisch sehr einfach gehaltene Song "All you need is love" in einer weltweiten Fernsehsendung live aufgeführt. Kurz nach Veröffentlichung wird er zur Hymne der sog. ,,Flower - Power - Generation", die sich unkonventionelle und einfache Weise für den Frieden einsetzt: ,,Make love not war!" 

Die Nachricht vom Tode ihres Managers Brian Epstein erreicht die Beatles, als sie gerade bei einem indischen Guru weiten. Sie entschließen sich, die Firma Apple aufzubauen und ihre Musik unter dem neuen Label zu vermarkten.

Der selbstproduzierte Fernsehfilm ,,Magicat Mystery Tour" läuft Weihnachten 1967 im englischen Fernsehen. Erstmals hagelt es harsche Kritik: ,,Himmelschreiender Unsinn!" Doch die Musik, zunächst auf Doppel-EP, -später auf LP, -ist nach wie vor erfolgreich. Kurz darauf, Anfang 1968, kommt der Zeichentrickfilm ,,Yellow Submarine" in die Kinos und wird von Fans und Kritikern positiv aufgenommen.

Auf ihrer ersten Doppel-LP, dem sog. ,,White Album" (Mitte 1968), sind die individuellen musikalischen Entwicklungen von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr unüberhörbar. Nebenher beginnen Harrison und Lennon mit Solo - Projekten, Ringo Starr spielt in Kinofilmen mit.

Die sich immer häufiger streitenden Musiker treffen sich im Januar 1969, um ein neues Album und einen neuen Film aufzunehmen. John Lennon's zweite Ehefrau, Yoko Ono, trägt zur gespannten Atmosphäre bei.

LP und Film werden trotz der vorliegenden Aufnahmen zunächst nicht veröffentlicht. Unterdessen arbeiten die Beatles noch einmal in gewohnter Umgebung, den EMI Abbey Road Studios an einem neuen Album, welches als ,,Abbey Road" im Herbst 1969 veröffentlicht wird. Es sind die letzten gemeinsamen Aufnahmen der Beatles!

Nachdem zuvor Lennon, Harrison und Starr die Band  zeitweise verlassen hatten und zurückgekehrt waren, verkündet Paul am 10. April 1970, dass er aufgrund musikalischer und finanzieller Differenzen nicht mehr mit den anderen Beatles arbeiten werde. 

Nach dem Auseinanderbrechen der Gruppe, erscheinen die über ein Jahr alten Aufnahmen als LP und Film ,,Let it be". In den Folgejahren veröffentlichen alle vier Beatles Soloschallplatten, können aber an die Erfolge, die sie als Gruppe hatten, nicht mehr anknüpfen. Regelmäßig tauchen Gerüchte um eine Wiedervereinigung auf. Spätestens seit der Ermordung von John Lennon im Dezember 1980 wird schlagartig klar, dass es die Beatles nie wieder geben wird! Dennoch gibt es immer wieder Gerüchte, dass Julian Lennon,- John's Sohn aus erster Ehe, die Gruppe live komplettieren wird. 

Paul, George und Ringo beginnen 1995 die Beatles-Geschichte erneut zu verarbeiten. ,,Anthology" heißt das Mega-Projekt und erscheint auf drei Doppel-CDs und einer 10 stündigen Video-Dokumentation. Und es gibt erstmals so etwas wie neue Beatles-Titel. Zwei alte Demoaufnahmen vom verstorbenen John Lennon werden von den drei überlebenden Beatles komplettiert. Letztlich ist dies jedoch ein Kratzen am eigenen Mythos, denn nur der erste Song "Free as a bird" erreicht für kurze zeit die Spitze der Hitparaden.

Im Herbst 2000 erschien die erste Beatles-eigene Biografie: ,,Anthology".

 

Doch was immer noch geschrieben und gesprochen werden wird,- die Musik der Beatles ist es,

die unvergänglich bleibt!

(nb)

   

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