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Historie

volpe (ital. der Fuchs) - ein Irrtum


Die Entstehungsgeschichte dieses handles beruht auf einem Irrtum.

Er wurde mir von einer ehemaligen Freundin zu Beginn des Kennenlernens verliehen, in der Meinung, die Übersetzung im deutschen sei "Wolf", was sie für meinen Charakter als sehr bezeichnend fand.
Trotzdem habe ich diesen Nick über viele Jahre meines online-Daseins behalten, da ich auch mit der korrekten Übersetzung und den Assoziationen zum Fuchs keinerlei Identifikationsprobleme habe und zum anderen jene kurze Beziehung damals mein Leben grundlegend verändert hat, wenn auch der Ausgang dramatisch endete.
volpe ist ganz persönlich zum Synonym für ein neues Bewusstsein der eigenen Psyche geworden.

Um es gleich zu Beginn anzumerken: diese Seite erscheint im SM-Bereich und das nicht ohne Grund.
Aber dieses Thema ist nicht Alles, was meine Empfindungen, Lebenseinstellungen, Wünsche und Hoffnungen beherrscht.

volPe gehört zu jenen, denen erst verhältnismässig spät klar wurde, was auch in ihm schlummert.
Seit Mitte der 90-er Jahre ist mir bewusst, dass mich das Wechselspiel von Dominanz und Unterwerfung anzieht. Ganz langsam und teilweise ängstlich habe ich mich damit auseinandergesetzt und es immer mehr zugelassen.

Viel habe ich in diesem Zusammenhang gegrübelt, wo die Wurzeln für mein SM-Leben liegen könnten.
Mir ist klar geworden, dass ich dies schon in früheren Beziehungen  ansatzweise gespürt und sogar gelebt hatte, ohne zu erkennen, um  was es sich dabei handelte.

Erst in jener Beziehung, aus der der Nick volPe herrührt, ist durch ein Signal der berühmte Groschen gefallen. Es handelte sich um eine 7 m lange Kette, die meine Partnerin für einen ganz anderen, sehr dramatischen, hoffnungslosen und destruktiven Zweck benutzt hatte. Diese Kette hat mir die Tür zu meinem sadomasochistischen  Bewusstsein geöffnet.

Zufälligerweise lag dieses Erlebnis zeitgleich mit meinen ersten Schritten im damals neuen "Online-Leben". Die Neugier war geweckt. Alles an sogenannten Informationen wurde gierig aufgesogen. Je weiter ich mich in die Materie hinein begab, um so undurchsichtiger wurde sie.

In vielen chats bin ich gelandet - überall lief dasselbe Muster ab: es waren reine Anmacherplattformen. Ob es die Frauenwelt glaubt, dass das auch für einen Mann nicht immer der angenehmste Ort ist?

Hartnäckig, wie Mann mit Sternzeichen Steinbock nun mal sein kann, hab ich mich durchgeschlagen und bin in einigen wenigen Foren und chats hängengeblieben, in denen ich mich meist wohlfühle, deren Funktion ich aber auch immer sehr kritisch betrachte.


 

Die Gegenwart

Szene-Kritik


Zweifelsohne bieten alle online-Kommunikationsmöglichkeiten die besten Voraussetzungen, andere mit ähnlichen Interessen und Neigungen zu finden und sich mit ihnen auszutauschen. Gleichzeitig wird wohl die Begrenztheit dieses Mediums häufig falsch eingeschätzt.

Dem kurzen geschriebenen Satz in einem chat oder einer message fehlt zumindest das wichtige schmückende Beiwerk einer gesprochenen Äusserung, von der Stimme und der Gestik ganz zu schweigen. So bleibt es nicht aus, dass Missverständnisse entstehen, die einen aufkeimenden Kontakt zunichte machen können. Es kommt zu Fehlinterpretationen. Entweder wirkt man distanziert und nüchtern, oder zu forsch, offen und gar aufdringlich.
Das eine kann dann als abweisend missverstanden werden, das andere als plumpe Anmache.

Feststellen muss man, dass SM-chats ihre eigenen Gesetze haben. Vergleicht man sie mit solchen ohne eine bestimmte Themenvorgabe, dann darf man getrost feststellen, dass sie oft intoleranter und auch verlogener sind. Sicher befassen wir uns mit einem heiklen Thema, warum man aber alle Neuen erst einmal in die "richtigen" Bahnen zwingen will, ihnen die eigenen Regeln als Gesetz glaubt beibringen zu müssen, das bleibt mit unerklärlich. Jeder, der neu in einen chat kommt, hat bestimmte Erwartungen und muss die Zeit bekommen zu sehen, ob dieses Forum für ihn interessant ist, oder er eben auf seine Vorstellungen kein passendes Echo erhält. Hinweise auf Verhaltens- und Anstandsregeln halte ich für unnötig und nicht angebracht. 

Ein chat wird von seinen Teilnehmern geprägt und entwickelt eine  Eigendynamik. Erzieherische Zurechtweisungen wollen Veränderungen verhindern und den selbst so lieb gewonnenen Stammtischcharakter sichern.


 

Und dann gibt es da in manchen chats und auch im irc jene selbsternannten Wächter und gar so hilfreichen Geister, die glauben irgendeinem Helfersyndrom folgend alle Neuen, v.a. die weiblichen natürlich, gluckenhaft und ganz selbstlos mit meist wenig hilfreichen Tips versorgen zu müssen. Selbstverständlich haben jene Guten Menschen "Kenntnis" über jeden, der sich online tummelt und schütten dann ihre dicke Gerüchtesuppe ins Volk, ohne jemals mit Betroffenen geschrieben oder gesprochen zu haben. Diese sind zuvor aufgrund von Mitteilungen anderer katalogisiert in eine Schublade gesteckt worden und werden nun an jede und jeden entsprechend beurteilend weitergereicht.

In solchem Verhalten kommt die ganze Verlogenheit eines Teils der sogenannten Szene zum Vorschein.

Ich will nicht verkennen, dass es gerade für Neue im SM-Bereich von grosser Bedeutung ist, so viele Informationen wie nur möglich zu sammeln. Dazu gehören auch unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Betrachtunsweisen. Aber Verunsicherungen in Form von Gerüchten gehören eben gerade nicht dazu und sind sogar abschreckend, selbst wenn es sich um positiv gefärbte handelt. 
Weder darf die Beschäftigung mit Sadomasochismus als ungefährliches Spiel der Freizeitbeschäftigung verharmlost werden, noch muss unter dem Deckmantel eines emanzipatorischen Frauenschutzbundes jeder Mann erst einmal als potentieller Frauenverachter angesehen werden.
Nüchterne und sachliche Informationen ohne anmassende Beurteilungen würden vielen Neuen sicherlich mehr dienen.

Frau und Mann haben selbst genug Urteilsvermögen, um für sich zu entscheiden, was sie wollen und was sie ablehnen.


 
 
 

Positives


Bei aller Kritik an der Begrenztheit der online Kommunikation sind glücklicherweise die Möglichkeiten für Kontakte zahlreich.
Interessante Bekanntschaften lassen sich finden, Freundschaften kommen zustande, Liebesbeziehungen finden online ihren Ursprung.

Ich habe einige sehr angenehme und offene Kontakte gefunden. Wie im realen Leben auch, bleiben davon naturgemäss zwar nur wenige intensive Freundschaften. Das Kennenlernen an sich ist aber schon ein positives Erleben. Deswegen möchte ich diesen Weg nicht missen, wenn mir auch oft der direktere Weg viel lieber wäre.

Allen möchte ich daher auf diesem Weg danken, die sich mit mir offen und ehrlich "unterhalten" haben oder dies in Zukunft tun werden und sich ihr eigenes volPe-Bild machen, unbeirrt von Gerüchten und Meinungen anderer.

Auch freue ich mich über jene, die ich real kennenlernen durfte und die ohne Vorbehalte auf mich zugegangen sind, um dann für sich zu beurteilen, wer hinter dem nick volPe steckt.

Ein von Herzen kommendes Dankeschön möchte ich all jenen sagen, die diesen Text aufmerksam gelesen haben und sich anschliessend mit mir in die unterschiedlichste Form von Diskussion begeben haben.


 
 

 Sadomasochismus


Zukunft, Perspektiven und Aussichten begründen sich aus erlebter Vergangenheit und jenen Erfahrungen, die man aus dieser ziehen kann.

Das Thema Sadomasochismus hat sich ins Bewusstsein derart eingefressen, dass sie aus heutiger Vorstellung ein wichtiger Baustein meines Ichs geworden ist.
Es war und ist kein Ausprobieren von Neuem, keine Suche nach einem neuen Kick, ähnlich dem kurzfristigen Adrenalinstoss beim Ausüben einer Extremsportart. Es ist kein Spiel, in dem der gelebten Sexualität neue Impulse als Langeweileverhinderer gegeben werden. SM ist nicht ausschliesslicher Bestandteil von Sex. Es ist sicherlich auch nicht nur eine Neigung. Dieser Begriff würde die Tiefe und die Ernsthaftigkeit des Auslebens verniedlichen.

Meine Beschäftigung mit dem Sadomasochismus scheint so intensiv zu sein, dass ich die klare Erkenntnis gewonnen habe, er hat sich zu einem Zustand in mir entwickelt, ist ein wichtiger Baustein meines Psycho-Mosaiks geworden, macht einen Teil meiner Seele aus und führt zu der Schlussfolgerung: "Ich will Sadomasochismus leben.  Ja, ich muss ihn leben."

Schwierigkeiten habe ich mit Meinungen, der Masochismus mache frei durch Unfreiheit. Die Ansicht, geistige Fesseln würden durch körperliche aufgebrochen, muss ich kritisch hinterfragen.

Die so oft zitierten Mauern, die eingerissen werden können, werden nicht ausschliesslich durch das Erleben von Sadomasochismus zum Einsturz gebracht. Vielmehr führen oft ganz andere Lebenssituationen dazu, dass sich ein Mensch seelisch nackt im Spiegel sieht.

Auch werden die so oft beschworenen Gefahren, die von einem dominanten Partner ausgehen können überbewertet. Zumindest in einer emotional gefestigten Beziehung sehe ich derartige Bedrohungen für den devoten und/oder masochistischen Partner nicht.
Ich will nicht verkennen, dass es ein Gefahrenpotential gibt, auf das hingewiesen werden muss.

Jeder, der versucht, sich ernsthaft mit seinen sadomasochistischen Gefühlen, Empfindungen und Phantasien auseinanderzusetzen, kommt sehr schnell zu der Frage, warum man nicht "normal" ist und wo denn die Wurzeln der eigenen Abnormität liegen könnten.

Dutzende von Psychotherapiestunden werden es nicht leisten können, Ursachen und Quellen dafür zu erarbeiten.
Nicht die therapeutischen Massnahmen zum Angstabbau und zur Lösung von Identitätskrisen sind gemeint, sondern jene, die DIE Ursache ans Licht fördern sollen.
Um es deutlich zu sagen: ich bin ein wahrer Befürworter der Zuhilfenahme professioneller Hilfe, wenn das ICH sich selbst nicht mehr spürt. Gerade ein Grossteil meiner Geschlechtsgenossen zeigen häufig eine mir unerklärliche Scheu, diese Möglichkeit wahrzunehmen.

Aber ständiges Grübeln und Nachdenken haben noch nie "die Brutstätte der Perversion" gezeigt. Jedem fällt im Laufe seiner Überlegungen ein Ereignis, oder ein Zustand aus der eigenen Kindheit, der Familie, der Jugend, der Ausbildungszeit oder der ersten sexuellen Kontakte ein. Dieses Ergebnis, oder eine Reihe davon, muss dann dafür herhalten, sich die eigenen sadomasochistischen Zustände zu erklären. Dies wäre eine viel zu einfache und eindimensionale Betrachtungsweise.


 

Meine Erkenntnis ist eine andere:
Sadismus und Masochismus ist eine von mehreren Auspägungen menschlichen Seins. Beide Formen sind in jedem und jederzeit vorhanden.
In vielen menschlichen Interaktionen und Beziehungen finden sie sich mehr oder weniger deutlich. Es ist menschlich normal, Sadist und Masochist zu sein.

Mir als Sadomasochisten ist es gelungen (zufällig?), aus meinem Erleben einen wie auch immer gearteten Lustgewinn zu erfahren. Ich bin mir meiner eigenen Empfindungen bewusst geworden.

Die Beschäftigung mit sich selbst hat den ohnehin vorhandenen Sadomasochismus in eine andere Bewusstseinsebene gehoben und fordert ihren Tribut in den permanent vorhandenen Zweifeln und Fragen nach den gesellschaftlichen Konventionen.

Welchen Weg werde und kann ich gehen?

Zur Zeit will ich Sadomasochismus leben.
Es darf aber wohl nicht ausgeschlossen werden, dass mein SM-Leben eine zeitlich begrenzte Erscheinung darstellt, deren Wirkung im Laufe der Zeit des Älterwerdens auch wieder verblassen kann.
Beide Möglichkeiten nehme ich an und werde sie jeweils sehr bewusst erleben.

Entgegen vielen, die Dominanz und Submission und all die vielen anderen Variationen glauben in sogenanntem Spielen tiefgehend ausüben zu können, ist mir sehr schnell deutlich geworden, dass diese Vorstellung immer ein Selbstbetrug ist und eigentlich die verzweifelte Suche nach emotionaler Nähe und Liebe verdeutlicht. 
Man erscheint wie eine läufige Hündin durch das Dorf eilend, bis sie endlich den passenden Rüden gefunden ihre Triebe befriedigt bekommt.

Der umgekehrte Weg ist für mich der einzig gangbare:
erst durch die tiefe Verbindung meiner Gefühle zu meiner Partnerin in einer gefestigten Beziehung mit Perspektive ist es mir möglich, meine SM-Neigungen absolut erleben und ausleben zu können.
Es gibt daher auch keine auf SM reduzierte Beziehung, sondern eine Partnerschaft, in der in tiefer Liebe gemeinsam das gelebt werden kann, was wir beide wollen und wohin wir uns zusammen entwickeln.

Diese Entwicklung kann sehr mühselig, von vielen Missverständnissen und Verletzungen begleitet und durch Rückschläge erschüttert sein. Stellt sich aber heraus, dass alle Gefühle zueinander durch nichts aus der Bahn geworfen werden, dann haben beide gemeinsam ihre wahrlich grosse Chance.


 
Ich bin in der glücklichen Lage, diese Partnerin gefunden zu haben.
Eine Frau, mit der es möglich ist, den notwendigen gegenseitigen Respekt täglich zu leben und zu erleben.
Eine Beziehung mit einer Frau, in der keiner versuchen muss, die Kanten des anderen abzuschleifen, um sich nicht dauernd schmerzhaft an diesen zu stossen.
Eine Frau, mit der Vertrauen und Zuverlässigkeit leben zu einem intensiven Ereignis wird.
Eine Frau, die bereit ist, sich absolut einzubringen, ebenso wie sie es einfordert.
Eine Frau, die in der Lage ist, mir all ihre Gefühle und ihre Liebe deutlich zu zeigen.
Dafür und für noch viel mehr liebe ich sie.

 
 

Gegenwart & Zukunft

 ... an DICH


Dich kennengelernt zu haben ist ein derart glückliches und einschneidendes Ereignis, dass es für immer seine Wirkung behalten und fortschreiben wird.

Die Situation ist schwierig, kompliziert und auch nervenaufreibend.
Es gibt Umstände, die mit pessimistischen Gedanken betrachtet, manchmal hoffnungslos wirken. Mit unserem Optimismus und unserer inneren Sicherheit verlieren sie aber schnell ihre Schreckensfratze und werden überwindbar.

Das derzeitige Erleben könnte nicht tiefer, spannender und hoffnungsvoller sein.

Und die Aussicht auf unser Ziel lohnt alle Anstrengung.

Ich danke Dir, dass ich dies alles mit Dir zusammen erleben darf.

Januar 2000