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m.bruno@gmx.at   1120 Wien Anderseng 23/29/1
 
Erinnerung an 5 Jahre große Fahrt bei der Deutschen Handelsmarine
 
 
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Marine Inhalt

 
Marine Erinnerungen
  Knallstein
> 2011-03-24
  Unwillkürlich kommt mir Sibirien und Archangelsk in Erinnerung, vor jeden Schiff stand dort ein Soldat mit einer Maschinenpistole und kontrollierte alle an Bord und von Bord kommenden Personen.  Böse Matrosen machten  ihn betrunken und nahmen ihn sein Waffe weg. Der gute Mann war aber dann für immer verschwunden.  In Konstanza in Rumänien ist mir bei den Landgängen die ständige Leibesvisitation am Hafentor lästig geworden. "Geh einfach stramm und aufrecht mit stolzen Blick durch", hat mir der alte Schmierer gesagt, dieser Rat wirkte ich konnte danach ungehindert passieren. In Indonesien war ein Militärputsch, trotzdem machte ich einen ausgedehnten Landausflug, mit einer Ritschka. Als Unkundiger überließ ich dem Fahrer die Route und landetet im einer Freudenstätte im Urwald.  Es gab wohl schöne Frauen doch sie spukten alle paar Minuten einen gelben Saft aus. Ich vergnügte mich unter der Mitwirkung bei einer Art rhythmischen Konservendosen und Blechtonnen Musik. Bei der Rückfahrt, saß mein Fahrer hinten im bequemem Sessel und fich trat die Pedale, in einem Wald wurden wir plötzlich von Soldaten umringt.
  Es gab eine wilde bedrohliche Debatte von der ich kein Wort verstand, ich zeigte aber keine Angst und bot mit freundlicher Körpersprache mein letztes Geld an und zeigte dann bedauernd meine leeren Hosensäcke.
  • Zerlumpte Gestalten>
  In Südamerika war ich einst mitten im Urwald, unter vielen Schwarzen, der einziger Weiße gewesen, aber keiner davon hat mir  damals auch nur ein Haar gekrümmt. Ganz im Gegenteil; aus der furtartigen  Bachvergrößerung, in der wir zuvor gebadet hatten, holten sie mit Stangen eine Riesenschlange heraus und sie luden mich und "Ramira Ramirez" dann die einzige Hütte ein.
  "Zerlumpte Gestalten vor dem Eingang der Bar Mogasor in Bonaventura (Columbien) starrten mich mit stechenden Augen an, als ich mit der Mestizin Marina Ramirez an ihnen vorbeiging und das Lokal dann zum Abendessen betrat." Marina hatte mich an diesem Tag zu einer Wanderung in das Landesinnere eingeladen. Wir hatten einen herrlichen Tag bei einem von einer Quelle gespeisten kleinen See im Urwald zusammen mit Einheimischen, die sich wie wir beim Bade erfrischten, verbracht. Trotz unseres Hungers konnten wir das reichliche Essen nicht gänzlich verzehren. Nach einigen Minuten kam große Bewegung in die sechs Bettler vor der Tür, der Tellerwäscher hatte ihnen unsere Speisereste vorgesetzt und verbissen kämpften sie um die größten Happen.
Seemanns Abend >
Einst, bei einem geselligen Seemanns Abend, auf dem Motorschiff, Luciana> während einer Ostseefahrt, überkam mich ganz plötzlich ein unerklärlicher Anfall von Kummer und Leid. In Helsinki erreichte mich Vaters Brief, den er mir kurz vor seiner lebensbedrohlichen Magenoperation, geschrieben hatte. Datum und Uhrzeit dieses Schreibens ergaben eine Übereinstimmung mit dem Zeitraum meiner Traurigkeit.
  Jetzt ist mein Karl tot, schrie die Mutter entsetzt, sie hatte die letzten Gedanken, des im Rußlandkrieg sterbenden Sohnes, gefühlt. Vielleicht aber war ich durch das Verlieren einiger mir nahestehenden Menschen für das Jenseitige sensibilisiert? Gedankenübertragungen begreife ich, doch Stimmen aus dem Schattenreich melden sich nur mehr in Träumen.
GEDANKEN und Träume überwinden Zeiten und Räume.
  Zuerst trifft es den Ortsfremden, dann trifft es alle Ausländer reicht das auch noch nicht, dann müssen noch die Juden, Neger und die Zigeuner herhalten. Ein bleibendes Feindbild, bei dem sich manche  Domestiken aber auch Amtspersonen ganz groß aufspielen, sind auch immer wieder die Krüppel, die Schwächeren und die Wehrlosen.
 
Atlantische Affäre
  Das Meer strich der einsamen Insel die Haare aus der Stirn und machte ihr eine stürmische Liebeserklärung in seiner überschäumenden Art. "Bei mir siehst du kein Land!" zischte die Insel, schroff wie sie war, lag einfach nur da, war unverschämt hübsch und übrigens wesentlich jünger. Das Meer legte sich ihr zu Füßen, und zweimal am Tag versuchte es eine Umarmung, bis eines Nachts die Insel in einer Welle von Lust und Laune versank.
  • GLITTERTINDEN 2464 m >
Sie lockten mich her Berge,
FJORDE und das Meer
.
SEEFAHRTSLIED 1998-04-03
STERNE ENTSINKEN
Erzähler
001-3
Schlummer säumst nicht länger,

Sterne entsinken der Nacht,
Gefiederte Waldessänger,
Sind zur Kantilene erwacht.

Längs des Wandfuß Wiesen,
Silbern blinkende Quellen,
Blumen, Gräser sprießen,
Entrieseln vielen Stellen.
 
ERWACHEN 003-5
Erwacht’ auf aus tiefen Schlaf

Es fielen blaue Schatten,
Als mich des Morgens Hauch traf
Und Tau lag auf den Matten.

Meine Wimpern waren betaut,
Ich fühlte mein Herz erbeben
Und eine Drossel sang vertraut,
Da musst ich mich erheben.

Säen, keimen, gedeihen,
Unbekümmert schweifen,
Jugend Liebeleien,
Wachsen, blühen reifen.
 
WASSERTÖNE 006-14
Es tröpfelt, es gluckert,

Es flüstert, es summt,
Es säuselt, es pluppert,
Es murmelt und es brummt.

Es plätschert, es rauscht,
Es hüpft, es schnellt,
Es stolpert, es plauscht,
Es rinnt und es schwellt.

Es lauft, es springt,
Es hallt, es gellt,
Es spielt, es singt,
Es zischt und es schellt.

Es schießt, es hallt,
Es stürzt, es stöhnt,
Es strähnt, es fallt,
Es donnert und es dröhnt.

Es gähnt, es gießt,
Es töst, es schäumt,
Es schlummert, es fließt,
Es ruht und es träumt.

Von den hohen Bergen her,
Wer weiß wie er entsteht?
Fließt der Strom zum Meer,
Wer weiß wie er vergeht?

Quellen - Wasser quillt,
Voll Freude und Glück,
Zum Bach geschwillt,
Niemals aber zurück.

Wildbach - Gesaus,
Unbändige Leidenschaft?
Wasserfall - Gebraus,
Überschäumende Kraft.

Ständig stilles Schwellen
Breiter mächtiger Fluss,
Strom und Meeres Wellen
Rauschender Scheidegruss.
 
LIEBESABSCHIED 015-24
Gedanken verweilen,

Höhere Bäume,
Stigmas verheilen,
Betörende Träume.

Junges Liebesleid
Zarte, süße Triebe
Erste Männlichkeit
Die erste Liebe!

Zündender Flug,
Brennende Sonne
Verzerrende Glut,
Himmlische Wonne.

Immer im Lenze,
Gelockerte Zügel
Berauschende Tänze
Gewachsene Flügel.

Rastlose Zeit,
Quelle und Strom,
Gehzeiten Kleid,
Ewiger Fron.

Der Liebe Macht
Trotzt den Gewalten,
Bei Tag und Nacht
Bei Jungen und Alten.

Wonne und Schmerz
Freude und Leid
Gebrochenes Herz,
Zum Scheiden bereit.

Liebe und Träume
Im Geiste verbinden
Zeiten und Räume
Trennen und finden.

Als ich nun von dannen zog,
Da fing es an zu schneien,
Hoch über mir die Krähe flog,
Mit Krächzen und mit Schreien.
  >
Vom Geist der Nacht,
In banger Zuversicht,
Ein neuer Tag erwacht
Im fahlem Dämmerlicht.
 
Zum SCHIFF 025-27
Am Strand stehe ich nun allein
Nun nach langer Wanderschaft,
Es glänzt das Meer im Widerschein
In seiner ganzen Fassungskraft.

Wallend auf sanften Wogen
Ein Schiff im hurt'gen Lauf,
Tief aus des Himmels Bogen,
Steigt nun die Sonne auf.

Munter aber verschlafen
Im hellem Sonnenlicht,
Am Wege zum Hafen
Bangen und Zuversicht.
 
Fahr wohl an BORD 028-30
Es ruht das Meer

Ahoi alo ahe!
Was willst du mehr
Auf hoher See.

Den Anker gelichtet,
Entbundener Zaum
Die Ferne gesichtet
Erfüllender Traum.

Ohne Kummer und Sorgen
Jeden Morgen jede Nacht,
Jede Nacht jeden Morgen,
Gescherzt und gelacht.
 
Am MEER dahin
Kapitän 031-36
Am Meer dahin
In stürmender Flut,
Das ist mein Sinn
Und das ist mir gut.

Seeleut' und Matrosen!
Ich bin der Kapitän,
Wenn die Orkane tosen
Heißt es widersteh`n.

Ob Wonne oder Seelenpein,
Bei Stille oder Sturmgebraus,
Ob Wolken oder Sonnenschein,
Auf See, auf See ist mein Zuhaus'.

Aus Wellen und aus Wogen,
Ferne ein Schiff entsteigt
Und dann nach weiten Bogen
Sich es von dannen neigt.

Wo die Sonn’ erscheint,
Wo die Sonne vergeht,
Himmel und Meer vereint,
Solang’ die Erde sich dreht.

Wie Ebbe und Flut,
Am Meer dahin,
Das gibt mir Mut,
Das gibt mir Sinn.
 
Meine BRAUT !
1. Offizier 037-39
Von der Wiege bis zur Bahre
Ginge nur alles so gut aus,
So gut aus wie meine Haare,
Lebte ich in Saus und Braus.

Dem Seemann lockt die Ferne!
Sanfte Brisen und Sturmgesang,
Sonne, Wolken, Mond und Sterne,
Es ruft das Meer ein Leben lang.

Jahrelang bin ich an Bord
Das Meer wurd' mir vertraut,
Wilde Fahrt von Ort zu Ort
Das Schiff ist meine Braut.
 
BLÜTEN im Tal
Traum 040-42
Silberne Wellen,
Gischtender Flaum,
Wandern und schwellen,
Im endlosen Raum.

Blätter im Wind
Wehender Duft,
Tanzendes Kind,
Würzige Luft.

Lachende Maid
Leuchtende Sterne,
Zur Liebe bereit
Wäre ich gerne.
  
TRAUM oder Wirklichkeit ? 043-48
Die Augen weiden,
An der Gestirne Glanz,
Verklingendes Leiden,
Im nächtlichem Tanz.

Antlitz Gedicht,
Fühlen uns schauen
Im Wunderlicht
Der Seele vertrauen.

Sternschnuppe fällt,
Götter Lichterreigen
Den Wunsch gestellt:
"Gesund zu bleiben".

Funken verglühen
Träume der Nacht,
Knospen sie blühen
Mit lyrischer Kraft.

Wolken ziehen dahin
Endymion und Selene,
Seele und Sinn
Bogen und Sehne.
Flüchtiger Traum,
Gestirne entweichen
Dämmernd am Saum
Des Tages Zeichen.

 
EOS kommt hervor 049-59
Kaum geborene
Morgenzeit
Schatten die nicht frommen,
Auf dem Meere weit und breit
Das Dämmern hat begonnen.

Himmelsaugen, Mondgesicht
Rosenwolken Purpurkranz,
Scheiden hin im Morgenlicht,
Wandeln sich zu hellen Glanz.

Spielerisch in Herrlichkeit
Die See dampft und weht
Leuchtende Verborgenheit,
Eh` noch die Nacht vergeht.

Erster Flammenstrahl
In silbernen Aquarellen,
Reges Treiben überall
Über und unter Wellen.

Eos voller Eleganz,
Aus dem Rosen Tor
Wiegend sich im Tanz,
Im Safrankleid empor.

Vorbei ist die Nacht
Blau wird das Meer,
Der Tag ist erwacht,
Banget nicht mehr.

Schleier sind gesunken,
Auf, auf! Nun ist es Zeit,
Augen schlummertrunken
Benetzt von Schläfrigkeit.

Der Sonne gleich, empor!
Um die sich alles dreht,
Aus dem Bett hervor,
Bis sie zur Ruhe geht.

Albatrosse, munter streiten
Tummeln sich im Morgentanz,
Fische in der Strömung gleiten
Freuen sich im Lichterglanz.

Fische auch Fliegende dabei
Unter frisch erblauten Zelt
Delphinenspiel, Möwengeschrei,
In der neu erwachten Welt.

Vom Morgentreiben angeglüht
Geht es hurtig durch die Flut,
Gischt in das Gesicht gesprüht
Frischer Wind, die Fahrt ist gut.
  
SONNENGOLD und Wogengrün 060-66
Auf See! Auf See! Aber wohin?
So hab' ich es mir vorgestellt
Über die salzige Fluten dahin
Gerade so, wie es mir gefällt.

Wohin das Schiff mich trägt
Im endlosen weiten Meer?
Bis die letzte Stunde schlägt
Ohne Gunst der Wiederkehr.

Heilige Meeresflut,
Seemanns Leben,
Seemanns Blut,
Weiter schweben.

Im Meeresstrom zu treiben,
Auf blauer See zu gleiten
Ohne Kummer und Leiden
Zu unbekannten Weiten.

Von Winden getragen,
Steuern durch Wogen,
Geflügelt mit Behagen
Meeresstrom gezogen.

Zu unbekannten Zielen
Unermessliches Meer,
Wo Sonnenlichter spielen
In den Triften hin und her.

Leise rauschen Wellen
Wiegender Sonnenglanz,
Sinken und Schwellen,
Stampfen und Tanz.
 
Hinab in's WELLENGRAB 067-75
Freundlich weh‘n die Abendwinde,
Über’s Meer ganz ohne Plagen,
Das Schiff zieht leicht und linde,
Zum Tor rollt Helios den Wagen.
 
Der Abend naht dem Sänger,
Der Sonnenschein wird blässer,
Die Schatten werden länger,
Die Nacht ruht im Gewässer.

Meeres Abendrot,
Goldener Schrein,
Letztes Aufgebot,
Helioses Daheim.

Der Tag war sehr gewogen
Noch glüht der Feuerbrand,
Der Abend kommt geflogen
Mit schattigem Gewand.

Möwen hoch am Himmel droben
Krächzen in der Abschiedsstund',
Purpurrot sind Wolk’ und Wogen,
Fliegend durch der Sonne Rund.

Abschied birget Schmerz
Die Sonne sinkt hinunter,
Rührt manch' treues Herz,
Die Sonne sie geht unter.

Letzte Gnadenstrahlen
Einmal noch Karfunkel,
Schatten nieder fallen
Nächtliches Gemunkel.

Der Sonne nachgeflogen
Ein loses Rosenpfand,
Es winket auf den Wogen
Wo einst die Sonne stand.

Meeres Traumes Wellen
Sie schaukeln, wanken,
Für Schläfer Bettgesellen
Verwehen sie Gedanken.
 
GÄHNENDER HÖLLENSCHLUND 076-85
Prüd' schleicht der Morgen rauf
Wenn er ohne Sonne anbricht,
Freudlos wird des Tages Lauf
Drückend wie ein Hohngedicht.

Ein Windzug angeschwellt
Auf grauer Wasserbahn,
Schäumend hinzugesellt
Der aufgewühlte Ozean.

Dann eine Stille
Als stünde die Welt,
Dann Satans Wille
Dazu noch gestellt.

Dunkle Wolken starke Winde,
Wogen stampfen ohnegleichen
Und ein Sturm als Angebinde
Luzifernos Höllenzeichen.

Schwarze Wolken bauen
Hohe Wettertürme auf,
Wellen peitschen brauen,
Stampfen mit Geschnauf.

Sturmgeheul, Winde brausen
Es ächzt und stöhnt die Flut,
Todes Inferno ohne Pausen,
Samuel fordert den Tribut.

Dunkler Höhen wilde Macht
Lässt Wolkenbrüche traufen,
Blitze zucken, Donner kracht,
Um alle hier nur zu ersaufen.

Wutgeschrei, ohmächtiger Zorn,
Tief gähnender Meeresschlund,
Sturzsee achtern und von vorn,
Aufbäumender Wogengrund.

Durch die finstr'e Wolkenwand
Feurig, zischender Wetterstrahl,
Stampfen, stöhnen, Geisterhand,
Weithin dröhnt der Donnerhall.

Der Sturm zieht nun Hosen an,
Der Kahn ringt mit den Wellen,
Er wütet was er wüten kann
Mit seinen düsteren Gesellen.
 
DER ALTE KAHN
Chor
086-95
Wogendes Gefild’ auf hoher See,
Wallende Fluten der Gehzeiten

Zischende Gischt  wie Schnee
In blauen unbegrenzten Weiten.
 
Bootsmann

Stimmt alle mit mir an
Das Lied vom alten Kahn,
Als ich stand am Steuerrad
Kam ich gleich vom Kurse ab.

Nichts war mir zu teuer
Verprasst ist die Heuer,
Hab’ spendiert und geliebt
Wie es sich gerade ergibt.
 
Zimmermann

Der Abschied fällt nicht schwer
Von ferne rauscht das Meer.
Aurora die Berge umglänzt
Strände mit Palmen begrenzt.

An Bord und auch an Land
Mit Kraft und mit Verstand.
Fischer grüßen in Fjorden,
Dann das Kap des Norden.
 
Storekeeper

Nagt der Rost am Schiff
Umschiffen wir ein Riff.
Delphine in des Bug’s Welle
Auf  Klippen steh'n Kastelle.

Backbord, Steuerbord Luv und Lee
Dreißig Tage schon auf hoher See.
Auch Gevatter Klaubautermann
Singt das Lied vom alten Kahn.
 
Schmierer

Barbaren die den Tod verhehlen,
Verkäufer sind es von den Seelen.
Hoch versichert nur zum Sinken,
Angeheuert werden zum Ertrinken.

Von den Wellen ein gewiegt
Ihr am Meeresgrunde liegt, 
Fahre wohl mein Kamerad,
Mordopfer dieser Freveltat.
 
Chor
Wogendes Gefild’ auf hoher See,

Wallende Fluten der Gehzeiten
Zischende Gischt  wie Schnee
In blauen unbegrenzten Weiten.
 
MEERESSTILLE
Erzähler
096-106
So Unermesslich ausgeweitet
Ruhig glänzend, ahnungsschwer,
Liegt es vor mir mir ausgebreitet
Unser aller ewig heiliges Meer.

Wenn ich vom Mastkopf schau:
Zieht von fern ein Schiff daher,
Sonne, Wasser, Himmelsblau
In Demut schweigt das Meer.

Unser Kahn gleich dem Nachen,
Gleicht dem flinken Kormoran.
Sieht so aus als würde lachen
Meer und Himmel froh sich an.

Oh! Freude, Freude ohne Reue
Die Sonne am Himmel glänzt,
Fest und schlicht wie ew'ge Treue
Stets wandellos und unbegrenzt.

Im Frieden schlummert
Ruhig das blaue Meer,
Wie die Liebe flimmert
Das Wasser ringsumher.

Frei und leicht dahingeflogen
Wallt in glatter See der Kahn,
Wie weiße Segel aufgezogen
Möwen auf der Freiheitsbahn.

Die weite See ist spiegelblank
Die würzigen Schwaden wallen,
Geschmeide tanzender Schwank
Im steten Werden und zerfallen.

Harmlos kost die blaue Weite
Nun ein lauer zarter Wind,
Möwen segeln im Geleite
Wellen regen sich gelind.

Durch die satte Meeresweide
Grüne Furchen zieht das Boot,
In dem ruhenden Geschmeide
Funkelnd, schimmerd Abendrot.
 
ÄQUATORTAUFE
105-118
Opfergang
Taufkomitee dreistimmig

Nichts zählt was war zuvor
Die Zeit ist reif geworden,
Nun steht ihr vor des Südens Tor
Mit eurem Schmutz des Norden.

Für Neptuns gute Stimmung
Geschenke nun und Opfergaben,
Sorgt für des Neptuns Huldigung
Denn nur das Beste soll er haben.

Geizet nicht mit euren Spenden
Götter lieben Speise und Trank,
Ihre Gunst nur kann bewenden
Eure Schmerzen euren Zank.

Geometer
Die Peilung die ist der Beweis

Nun kann die Taufe beginnen,
Wir sind schon im Wendekreis
Heiliges Wasser es soll rinnen.
 
Schandbrett Richtschnur
Taufkomitee dreistimmig
Kahlheit das erste Attribut

Kopfschmuck abgeschoren,
Das stillet euren Übermut
Nur haarlos südgeboren.

Erzähler

Ein Pranger nur für alle Köpfe
Der die Sitzenden verbindet
Für kleine und große Geschöpfe
Damit keiner mehr entschwindet.

Erst die Schnur mit großer Härte
Durch die Münder fest gespannt,
Zwecks Rasur der langen Bärte
Hin und hergezogen mit der Hand.

Rechts die Wangen eingeseift
Schaum mit einem Bürstenstreich,
Links die Wangen eingeseift
Schaum mir einem Bürstenstreich.

Der Barbier mit krummen Säbel
Gnadenlos und ohne zaudern,
Zielt nun auf die bärtigen Schädel
Die Delinquenten sie erschaudern.

Sie springen alle auf mit Wucht
Schlimm geht es den Kleinen,
Suchen ihr Heil nun in der Flucht
Die nur zappeln mit den Beinen.
  
NEPTUN
Erde und Meer Erschütterer
Im Wogenschlag der Wellen,
Leben kommt vom Meere her
Wohin die Ströme schwellen.

Die Flut sie stampft und braust
Schnell schießt der Wetterstrahl,
Schlägt das Schiff mit harter Faust
Laut dröhnt der Donner Hall.

Am Horizont ein Feuerzeichen
Das Schiff im Schwanken,
Tag und Nacht entweichen
Versunken wie Gedanken.

So Unermesslich ausgeweitet
Ruhig glänzend, ahnungsschwer,
Liegt es wieder ausgebreitet
Unser ewiges heiliges Meer.

Der Himmel hat eine Träne geweint,
Die hat sich ins Meer zu verlieren gemeint.
Die Muschel kam und schloss sie ein;
Du sollst nun meine Perle sein.
Du sollst nicht vor den Wogen zagen,
Ich will hindurch dich ruhig tragen.
O du mein Schmerz, du meine Lust,
Du Himmelsträn' in meiner Brust
Gib, Himmel, dass ich in reinem Gemüte
Den reinsten deiner Tropfen hüte.
(Friedrich Rückert, 1788 - 1866)

  • Liebeserklärungen an das Meer- La Mer

Zu dieser wunderbaren nostalgischen Version in französisch, gibt es eine swingende und englische Variante von Robbie Wiliams und einen noch neueren deutschen Text von Herrn Hirschhausen in seinem Glücksbuch

La Mer

Mensch, Meer, gut siehst Du aus
Mensch, Meer, lang nicht gesehen
Du rauschst und berauschst
Mensch, Meer, sag, wer
Gibt Dir diese Kraft, ewig hin und her?

Mensch, Meer, Du hast keine Uhr
Gehst pünktlich und doch nach dem Mond
Du weisst schon alles, Meer, was lohnt
Mit Dir dikutier’n bei Deinem Horizont

Oje, Du schmeckst nach Salz
Hat wirklich nur Wind geheult?
Sehnst Du Dich still nach der Schweiz?
Hast Du Freiheit Dir so vorgestellt?

Mensch, Meer, wenn Du Dich traust
Komm mit, ich zeig Dir Berlin
Und dann werden Du und ich nie mehr
Allein um die Häuser ziehn.
Veröffentlicht in La Mer Buchtipps, Gefühle, Leben, Menschen, Musik, Rum-Philosophieren, Schöne Gedanken

  LUCONA
  Die Lucona war ein Schwester Schiff der Luciana , sie wurde von dem Seelen Verkäufer Udo Proksch versenkt. Der Versicherungs Betrug kam auf, einige Besatzungs Mitglieder überlebten die Zeitzünder Sprengung des Schiffes.
Heinz Fischer und „Der Fall Lucona“ >
  Ein Versicherungsbetrug und sechsfacher Mord durch die Versenkung des Schiffes Lukona: ORF "Ein Sprengstoffvergehen mit Folgen.">
  Jüngeren Lesern ist der „Fall Lucona“ wahrscheinlich nicht mehr bekannt. Es war dies eine der spektakulärsten Kriminalaffären, die es im Dunstkreis der österreichischen Regierungsspitze jemals gab. Udo Proksch, ein Wiener Gesellschaftslöwe, Waffenhändler, Ostagent und Inhaber des legendären Café Demel, ließ im Jahr 1977 das Frachtschiff „Lucona“ mit wertlosem Schrott beladen, ließ es auf rund 240 Millionen Schilling als angebliche „Urananlage“ frachtversichern und schickte es auf den Weg von Venedig nach Hongkong. Im Laderaum befand sich eine Sprengladung, die sich Proksch über den damaligen SPÖ-Verteidigungsminister (der später erschossen aufgefunden wurde) aus Bundesheerbeständen beschafft hatte. Im Indischen Ozean wurde die Sprengladung zur Explosion gebracht, der Frachter sank, und sechs Matrosen starben. Vergeblich versuchten Polizei und Justiz insgesamt mehr als zehn Jahre lang, Proksch und seine Mittäter wegen Mordes und Versicherungsbetruges anzuklagen. Es gelang nicht, denn Proksch stand unter dem Schutz einflussreicher Freunde aus der Politik, die ihm über seinen Club 45, eine Art „rote Loge“, verbunden waren. Innenminister Karl Blecha, heute SPÖ-Pensionistenpräsident, verbot polizeiliche Ermittlungen, und SPÖ-Außenminister (und später Nationalratspräsident) Leopold Gratz besorgte ihm Entlastungsdokumente, die vom rumänischen Geheimdienst gefälscht waren. Erst nach der Aufdeckung dieses Polit-Skandals durch ein Buch (Pretterebner, Der Fall Lucona) im Jahr 1988 konnte der Massenmörder Udo Proksch angeklagt und schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt werden, und die Minister Gratz und Blecha sowie andere hohe Funktionäre aus Polizei und Justiz mussten ihre Ämter niederlegen. Auch Heinz Fischer gehörte dem Club 45 eine Zeitlang an. Im Februar 1985 (Fischer war zu diesem Zeitpunkt Wissenschaftsminister) hatte ein mutiger Untersuchungsrichter wieder einmal versucht, Udo Proksch zu verhaften. Sofort bot sich Gratz daraufhin dem Gericht als Entlastungszeuge an, worauf Proksch prompt wieder freigelassen werden musste. Erst viele Jahre später wurde Gratz deshalb wegen falscher Zeugenaussage verurteilt. Um seinen Sieg über die Justiz zu feiern, lud Proksch seine engsten Freunde in den Club 45 ein. Auch Wissenschaftsminister Fischer eilte herbei und stellte seinen „Sinn für Gerechtigkeit“ unter Beweis. Er umarmte seinen Freund, den Massenmörder, und rief mit Tränen in den Augen aus: „Schön, dass du wieder da bist!“ In Prokschs Gästebuch schrieb er: „Qousque tandem abutere patientia nostra?“ – Wie lange noch wird man unsere Geduld missbrauchen? Politisch geschadet hat diese Beziehung Fischer nie. Sein damaliger Parteifreund Egon Matzner sieht dies so: „Der Unterschied zwischen denen, die in Skandalen untergegangen sind, und Heinz Fischer, der unangefochten geblieben ist, besteht darin, dass er so wie die anderen seine Hände in jedem Dreck drinnen hatte, sie aber im Gegensatz zu den anderen rechtzeitig herauszog.“
> 2002-12-12
  3600 Tankschiffe mit nur einer Haut und älter als zwanzig Jahre sind als tickende Zeitbomben noch immer auf unseren Meeren unterwegs. Nun nach der PRESTIGE Versenkung - will die EU ab dem Jahre erst 2015 diesen Schiffen das Einlaufen in Häfen verwehren. Es wäre unproblematisch gewesen, den Katstrophen Tanker Prestige in einen Hafen zu schleppen und das Öl abzupumpen. 77.000 Tonnen Schweröl waren geladen und in den Tanks befinden sich noch rund 65.000 Tonnen - die nun als Zeitbombe auf dem Meeresgrund lagern. Als ich einst zur See fuhr, wurde auch ich von einem Seelenverkäufer für den alten Tanker Richard Kasalowsky angeheuert, deshalb  ist mir die Materie bestens vertraut. Der Versicherungsbetrug mit der programmierten Sprengung der Lucona scheiterte - weil ein Teil der Besatzung ungeplant überlebte, die Prestige wurde in der Hoffnung auf eine kostenlose Entsorgung  außerhalb der Hoheitsgewässer  so wie die Lucona  an einer besonders tiefen Stelle des Meeres versenkt wurde.
  Es waren insgesamt 3 Schwesterschiffe: die Adriana, Lucona und Luciana. Später dann in Wien klagte mir ein Staatsanwalt sein Leid im Fall Proksch, es war ihm nicht beizukommen, da er von allen Seiten geschützt wurde. Wenn Wellenbrecher die Lukendeckel des Laderaum durchschlagen sinkt ein Frachtschiff sofort, diese waren damals aus Holz aber mit einem Eisenrahmen und zusätzlich mit einer Persenning verschlossen. In der Südsee, dem Versenkungsort der Lucona gab es damals nur ruhige See. Obwohl ich ihm auf sein Verlangen dies schriftlich gab, war es nutzlos. Erst viel später wurde durch ein Spezial Tiefseetauch - Verfahren, die Sprengung aus dem Innerem des Schiffskörpers, durch die an der Sprenstelle nach außen gebogene Schiffswand, nachgewiesen.

 
Die stolzen Flammen der Griechen
>
........"Vermögen sie hier auch noch zu sprechen, lass mich, bis das die geteilte Flamme sich zu uns hierher bewegt, ein wenig weilen. Sieh hin, zu ihr zieht die Begierde mich." Sag ich drauf zum Meister. "Der Bitte", spricht er, "muss ich Lob erteilen, weil sie es verdient; sie sei darum gewährt, denn Griechen sind sie stolz auf ihre Art." Der alten Flamme größtes Horn beginnt zu flackern erst und murmelnd sich zu regen, als wäre sie vom Wind gefasst, um dann hin und her die Spitze zu bewegen, gleich einer Zunge, und deutlich tönt und klar, dann aus der Flamme uns dieses Wort entgegen. 
  "Wenn die Seele
noch den Leib zusammen hält, in dem flüchtigen Erdenleben bedenke – wozu das Dasein dir geschenkt! Nicht um zerstören sondern um zu bewahren, nicht um List und Tücke auszubrüten, sondern um Kunst, Tugend und Wissenschaft zu erstreben. Den Meinen schien dies Wort ein Sporn zu sein. Hätte ich gewollt, nicht konnte ich sie mehr bezwingen, und rastlos ging  es ins weite Meer. Schon fünfmal ward erschienen und verblasst der bleiche Mond, seit wir, dem Glück vertraut, durch den verhängnisvollen Pass gesegelt, als uns ein Berg erschien, von Dunst verhüllt in weiter Ferne, und schien so hoch zu ragen, wie ich noch keinen auf der Erde erschaut. Erst jubeln ließ er uns, dann bang verzagen, denn einen Orkan fühlt' ich entsteh'n, vom neuen Land zu uns her fegend; er ließ uns dreimal in den Fluten wenden, dann als das Schiff mit dem Heck empor geragt, nach höh'rem Los, mit dem Buge untergehen, bis über uns die Wogen sich geschlossen."     
  Schon aufrecht stand und still der Flamme Haupt,
und sie entfernte sich im tiefem Schweigen, nachdem der Dichter ihr die Flammenzunge kurz gelöst. Mit, verwirrten, mit knisternden Gestöhn, so seh' ich die stolzen Flammen der Griechen nun von dannen weh’n.

PRÄAMBEL  m.bruno@gmx.at Adresse
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