DOCTRINA
WEBRITIS, Scientia
potentia est - Wissen ist Macht 2009-10-12
Hermann
Maurer ist ein internationaler
Wissenschaftler und Autor von Expert^ Zukunftsromanen,
schlicht
gesagt
ein
Weltbürger
aber
trotzdem
ein
bodenständiger
Österreicher,
der
auch
mit
dem
„Monz Styriae Altissimo Grimming“
verwurzelt ist. Hat er doch in Bad
Mitterndorf ein bescheidenes Refugium.
Wer ihn persönlich kennt wird,
wird feststellen er hat auch eine
Begabung im Umgang mit seinen
Mitmenschen und ist fern einer
wissenschaftlichen und
künstlerischen Abgehobenheit. Im
Gegensatz zur Ministerin Firnberg die
den AEIOU Förderhahn abdrehte,
wirbt er um Rechte für Texte und
Bildrechte von heimischen
Künstlern und sichert sich
Fotografien. Es spricht für die
Kleine Zeitung, dass sie die
offizielle Geburt des Austria Forums,
neben sonstiger diesbezüglicher
medialer Funkstille, (aussgenommen
Ö1 – da kam Hr. Maurer zu Wort),
in einem Online Artikel und in
einem Printartikel publizierte.
Grazer Forscher ist
Europa-Spitze: Zum neuen
Vorsitzenden der Sektion Informatik der
Academia Europaea (Europäische
Akademie der Wissenschaften) wurde der
Mathematiker Hermann Maurer,
Vorstand-Stellvertreter des Instituts
für Informationssysteme und
Computer-Medien (IICM)
der Technischen Universität Graz,
gewählt. Steile Karriere. Hermann
Maurer, geboren 1941 in Wien, studierte
Mathematik in Wien und Calgary und war
dann u.a. als Systemanalytiker bei der
kanadischen Regierung und
anschließend im Labor von IBM in
Wien tätig, bevor er 1978 seine
Karriere an der TU Graz begann, wo er
Dekan der Fakultät für
Informatik war. Kl.Z.
Ein Datennetz
trägt Rot-Weiß-Rot 2009-10-12
Der Grazer
"Internet Guru" Hermann Maurer stellt
eine art "Edel-Wikipedia" über
Österreich ins Netz. 3000.000
Einträge wird die multinationale
Datenbank umfassen. Hermann Maurer will
Österreich nochmals in seiner
ganzen Fülle ins Netz bringen.
(3000.000 Einträge bis 20012). Es
ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich
Maurer als Krönung seines
wissenschaftlichen Lebens vorgenommen
hat: "Austria Forum – das digitale
Wissensnetz" heißt ein neuer
Anlauf, Österreich in ganzer
Fülle zu präsentieren. Es ist
eine Art "Edel-Wikipedia über
Österreich, aber ohne die Nachteile
dieser all zu offenen Plattform.
Das Austria-Forum ist eine
Multidatenbank, archivarisch angelegt
ist: Tausende Einträge werden,
Multimediabeiträge und verlinkte
Sammlungen werden editiert und einem
Begutachtungsprozess unterzogen. Ob es
um Lebensläufe prominenter
Künstler oder Wissenschaftler
geht, um heimische Flora und Fauna oder
um Geschichte: Die Beiträge haben
Hand und Fuß. Vier hauptamtliche
und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter
prüfen die Güte der
Einträge. Das Projekt selbst ist an
der Technischen Universität Graz
angesiedelt. Derzeit sind etwa 1000.000
Objekte erfasst (Texte, Bilder,
Videos,...); bis 2012 sollen es
3000.000 werden.
Hermann Maurer
wurde 1941 in Wien geboren und in Calgary
Mathematik. 1978 wurde er an die TU Graz
berufen und war ein Motor des Ausbau der
Fächer Telematik bzw. Informatik.
Früh erkannte er die Bedeutung des
Internets.
Als Maurer vor gut 30 Jahren – lange vor dem Internet – als
einer
der Ersten die Möglichkeiten
vernetzter dezentraler Computer
erkannte, blieb er nicht im
Technisch-Wissenschaftlichen stecken.
Blieben auch BTX (Bildschirmtext) und
Mupid
(Vorläufer des PC) hinter den
Erwartungen zurück, ließ
Maurer nicht locker. Internationale
führten zu beeindruckenden
Projekten etwa mit Großverlagen.
Interaktiv:
Schon diese ersten Projekte zeigen alle
Ingredienzien, die jetzt beim "Austria
Forum" wider zum Tragen kommen:
Abgesicherte Informationen, freier
Zugang, Interaktivität und
Gedankenaustausch über das Netz.
Ein wichtiger Vorreiter
des Austria-Forums war die
Österreich Datenbank AEIOU, 1996
zur 1000-Jahr-Feier unseres Landes vom
Wissenschaftsministerium initiiert. Bis
heute ist es eine der besten
Netz-Quellen zu Österreich.
Zehn Jahre später kam das Aus – selbst eine
österreichweite Protestwelle konnte
nicht verhindern, dass die damalige
Ministerin Elisabeth
Gehrer die Förderung
von AEIOU einstellte.
Herman
Maurer – jetzt emerierter
Professor der TU Graz
– hat nicht
aufgegeben . Im Gegenteil. Er warb um
Rechte für Texte von heimischen
Schriftstellern, erhielt Bildrechte von
Künstlern, sicherte sich
Fotographien. Seit 10.10.2009 steht
Österreich also wieder online.
Nobert Swoboda Kl.Z.
Bisher umfasst die
Enzyklopädie über 97.000
Beiträge in Form von Text und
Anhängen wie Bilder, Filme und
Audio-Samples. "Austria-Forum" wurde von
Team der Technischen Universität
Graz entwickelt.
Eine neue
kostenlose Internet-Enzyklopädie
über Österreich steht seit
Freitag im Netz: Das von einem Team der
Technischen Universität (TU) Graz
entwickelte "Austria-Forum" geht laut
den Herausgebern über das
Wikipedia-Angebot hinaus. Es soll dem
Grazer Projektleiter Hermann Maurer
zufolge eine bis dato noch nie
dagewesene "Breite und Tiefe" an
Informationen bieten, wie es am Freitag
bei der Präsentation in Wien
hieß.
Im Internet
stehen unter austria
lexikon ab sofort das schon
länger existierende
Österreich-Lexikon "aeiou", eine
Wissenssammlung sowie ein "von jedermann
gestaltbarer" Community-Bereich zur
Verfügung. Das Besondere an
"Austria-Forum" liegt für den
Mitherausgeber im Österreich-Bezug
der Beiträge, zudem schließe
man "Tagesaktualität aus, das
überlassen wir anderen Medien". Es
handle sich vielmehr um eine Sammlung
von Lexika und ein Portal mit
"archivarischem Charakter". Bisher
umfasst die Enzyklopädie über
97.000 Beiträge in Form von Text
(rund 36.000 Beiträge) und
Anhängen wie Bilder, Filme und
Audio-Samples.
Dabei
handelt es sich sowohl bei Inhalt als
auch bei Funktion um "work in progress",
so Maurer. Bis 2011, dem
200-Jahr-Jubiläum der TU Graz, soll
die Website weiter wachsen. Das
vorwiegend mit Mitteln der
Universität umgesetzte Projekt -
Bundesmittel flossen in den vergangenen
Jahren laut dem Experten etwa 20.000
Euro pro Jahr und damit nur "minimales
Steuergeld" - basiere auch auf der
Arbeitskraft des Instituts für
Informationssysteme und Computer Medien
(IICM) und der ehernamtlichen Mitarbeit
des vierköpfigen Herausgeberteams
und des derzeit rund 60 Personen
umfassenden Editorials. Es wird auf
weitere öffentliche Zuwendungen
gehofft, das Land Steiermark hat bereits
die finanzielle Unterstützung
signalisiert. Der Betrieb von
Austria-Forum sei jedenfalls bis 2017
gesichert.
Ausgangspunkt
für das Projekt war das 1996 ins
Leben gerufene Universal-Lexikon
"Annotierbare Elektronische Interaktive
Österreichische Universallexikon"
(aeiou), das ebenfalls von den Grazern
entwickelt wurde. Es wurde in
ergänzter und aktualisierter Form
eingebaut. Der zweite Bereich, die
Wissenssammlung, umfasst eine Reihe
"Spezial-Lexika", darunter zu Biografien
über berühmte Politiker,
Dichter und Maler, zur Architektur und
österreichischen Erfindern, zu
Fauna und Flora, etc. Zu finden ist hier
etwa auch das gesamte Werk des Wiener
Malers Kurt Regschek, das von der Witwe
zur Verfügung gestellt wurde, so
Maurer. In einem dritten Bereich kann
sich die "Community" und damit jeder
Österreicher einbringen.
Mitherausgeber Peter Diem unterstricht
den multimedialen Charakter des
Angebots, die Mitherausgeberinnen Trautl
Brandstaller und Helga Maria Wolf
distanzierten sich von einer allzu
nationalen Sichtweise auf das Projekt:
Man könne vielmehr aus
europäischer Sicht "die eigenen
Kulturen und Konturen entdecken", so
Wolf, die es in einer solchen Bandbreite
bisher nicht gegeben hätte. "Je
globaler die Welt wird, desto mehr
sollten wir über unsere Kultur
wissen", so Brandstaller. Austria-Forum
solle auch einen "Beitrag sein zur
Versachlichung des öffentlichen
Diskurses in diesem Land". Kleine.Zeitung
Curriculum Vitae
*1941 Wien Hermann
Maurer
Hermann's.Space.&.Time
People Weblog
Studium der Mathematik an den
Universitäten Wien und Calgary
(Kanada) ab 1959. Systemanalytiker bei
der Regierung von Sasketchewan, Kanada
(1963); Mathematiker/Programmierer am
IBM Labor Wien 1964 - 1966. Dr. phil.
(Mathematik) an der Universität
Wien 1965.
Assistant- und später
Associate-Professor für Informatik
an der Universität Calgary 1966 -
1971. C4-Professor für
Informationsverarbeitung an der
Universität Karlsruhe (BRD) 1971 -
1977; Gastprofessor am SMU in Dallas
(USA), an der Universität Brasilia
(Brasilien) und während derselben
Periode auch an der Universität
Waterloo (Kanada), für jeweils 3
Monate.
Seit 1978 ordentlicher Professor
an der Technischen Universität
Graz; 2000 - 2004 Studiendekan für
Telematik, 2004 - 2007 Dekan der
neugegründeten Fakultät
für Informatik.
Von 1983 bis 1998 Leiter des
Forschungsinstituts für Angewandte
Informationsverarbeitung der
Österreichischen
Computergesellschaft, seit 1988 Vorstand
oder Vorstands-Stellvertreter des
Instituts für Informationssysteme
und Computer Medien, 1987 bis 2006
Leiter des Instituts für Hypermedia
Systeme des JOANNEUM RESEARCH, von 1997
bis 2000 Leiter des AWAC (Austrian Web
Application Center) der ARCS (Austrian
Research Centers), von 1979 bis 2003
Vorstandsmitglied der OCG
(Österreichischen Computer
Gesellschaft), Mitgründer und
Aufsichtsratvorsitzender der Hyperwave
AG München 1997 - 2005,
stellvertretender
Aufsichtsratvorsitzender der Hyperwave
AG seit Ende 2005, Gründer
des KNOW
Centers (K+ Zentrum), des ersten
Forschungszentrums für
Wissensmanagement in Österreich und
dort im wissenschaftlichen Beirat.
Adjunkt Professor an der
Universität Denver (USA) 1984 -
1988; Professor für Informatik an
der Universität Auckland
(Neuseeland) im Jahr 1993 (in Graz
beurlaubt) und Honorary Research Fellow.
Mitglied des Beratungsausschusses an der
Universität Kuching in Malysien
seit 1998.
Von 2002 - 2006 'Campus Graz
02'-Captain (Fachhochschule der
Steirischen Wirtschaft), Ehrentitel
'Visiting Professor' an der Danube
University (Krems, Austria) und 2003
Gastprofessor an der Universität
Edith Cowan (Perth, Australien).
Erhielt zahlreiche
Auszeichnungen, darunter den ADV Preis
für Verdienste um die
Informationsverarbeitung in
Österreich, den ENTER-Preis (ein
nettes Wortspiel mit
"Enterprise")der Steirischen
Wirtschaftskammer 1999, den
Integrata-Preis (für humane Nutzung
der Informationstechnologie) 2000 und
den 'AACE Fellowship Award' der AACE
(Association for the Advancement of
Computing in Education) im November
2003; wurde 1996 ausländisches
Mitglied der Finnischen Akademie der
Wissenschaften und im Februar 2000
Mitglied der Academia
Europaea, wo er im April 2009 zum
Vorsitzenden der Sektion Informatik
gewählt wurde.
Im Jänner 2001 wurde ihm das
Österreichische Ehrenkreuz für
Kunst und Wissenschaft Erster Klasse
verliehen, im Juli 2001 wurde er mit dem
Großen Ehrenzeichen des Landes
Steiermark ausgezeichnet. Ehrendoktorate
wurden ihm 1991 von der Politechnischen
Universität St. Petersburg, 2002
von der Universität Karlsruhe und
2007 von der University of Calgary
verliehen, im Mai 2007 wurde er Mitglied
im Advisory Board der "Web
History"-Gesellschaft.
Verfasser von 20 Büchern und
über 650 Artikeln in
verschiedensten Publikationsorganen;
Herausgeber der Zeitschrift 'Journal of
Universal Computer Science',
Mitherausgeber der Zeitschrift 'Journal
of Research in Innovative Teaching' und
Mitglied des Redaktionsrates von mehr
als einem Dutzend Zeitschriften;
Mitarbeiter in mehreren
wissenschaftlichen Beiräten und in
Programmkomitees zahlreicher
internationaler Tagungen; Gründer
der Tagungsreihen ED-MEDIA und
WebNet/eLearn und der Tagung I-KNOW;
europäischer Repräsentant bei
der ICCE bis 2000.
Leiter von mehreren großen
Industrieprojekten, darunter die
Entwicklung eines patentierten optischen
Bildspeichers, eines
Bildschirmtextcomputers MUPID, eines
elektronischen Unterrichtsexperiments
COSTOC, von Multimediaprojekten wie z.B.
"Images of Austria" (Expo'92 und '93),
von elektronischen Publikationsprojekten
wie z.B. "PC Bibliothek", "Geothek",
"J.UCS" und "Brockhaus Multimedial";
verantwortlich für die Entwicklung
des ersten Web Based Information
Management Systems der 2. Generation Hyperwave
und der eLearning Suite, einer modernen
netzbasierenden Unterrichtsplattform.
Beteiligt am Multimedia-Part
zahlreicher Museumsprojekte wie z.B. der
Ars electronica Center (Linz), dem Papa
Tongarewa (Wellington, Neuseeland) und
dem Odysseum (Köln, Deutschland;
Eröffnung am 2. April 2009).
Leiter bzw. Mitarbeiter von
etlichen nationalen Projekten und
EU-Projekten. Erfolgreiche Betreuung von
über 400 Diplomarbeiten, über
30 Dissertationen und 20 Habilitationen.
Maurer war an zahlreichen
Universitäten und
Forschungseinrichtungen zu Gast und
hielt mehr als 900 Vorträge -
entweder bei diesen Gelegenheiten oder
als eingeladener Vortagender oder
Keynote-Speaker auf internationalen
Konferenzen.
Er ist ein ausgesprochener Kritiker von
"data-mining"-Aktivitäten
(automatisches Datensammeln) im WWW.
Seine ursprünglichen
Forschungsgebiete waren Compiler Design,
Formale Sprachen und Automaten,
Algorithmen und Datenstrukturen.
Gegenwärtige Forschungs- und
Projektgebiete sind vernetzte Multimedia
/ Hypermedia Systeme (Hyperwave);
Elektronisches Publizieren und dessen
Anwendungen im Bereich von
Universitäten, Ausstellungen und
Museen; Web-basierende Lernumgebungen;
Sprachen und ihre Anwendungen,
Datenstrukturen und ihr effizienter
Einsatz, Telematikdienste,
Computernetzwerke,
Computergestützte neue Medien,
dynamisch symbolische Sprachen,
gesellschaftliche Auswirkungen der
Computer, Probleme der
Plagiatsbekämpfung und Computer in
der Science fiction.
Seine Hobbies sind u.a. das
Schreiben von Science Fiction,
Bergwanderern und SCUBA-Tauchen.
Er ist Mitglied der ACM, der GI,
der OCG, der OMG und der WG 3.6. der
IFIP; lebenlanges Ehrenmitglied des MCCA
(Wien) und der Computer Engineering
Society (Graz). Seit 1980 ist Hermann
Maurer Kiwanis-Mitglied und
-Funktionär. Graz, März 2009 Quelle
Wichtigste
Publikationen
- Der
Anfang:
[Kurzgeschichten] / H.
Maurer. - 2. Aufl. - [Linz]
: Freya-Verl., 2004. - 277
S. : Ill. ; 20 cm. -
(Xperten ;
[0]) Erschienen in
folgenden Ausgaben: Ausgabe2007
18 Kategorie 830 Ausgabe2007
18 Kategorie 1000
- The
Paradoppelgänger:
/ Hermann Maurer. [Transl.
from German by Wolfgang
Wendlinger...]. - [Linz] :
Freya-Verl., 2004. - 232 S.
; 20 cm. -
(Xperts) Einheitssacht.:
Der Para-Doppelgänger
<engl.> . - ISBN
3-902134-84-4 kart. : EUR
13,50 Erschienen in
folgenden Ausgaben: Ausgabe2007
16 Kategorie830 Ausgabe2007
16 Kategorie1000
- The
Paranet: / Hermann Maurer.
[Transl. from German by
Wolfgang Wendlinger...]. -
[Linz] : Freya-Verl., 2004.
- 216 S. ; 20 cm. - (Xperts)
Erschienen in folgenden
Ausgaben: Ausgabe2007
16 Kategorie 830 Ausgabe.2007
16 Kategorie1000
- Die
Parakämpfer:
[Roman] / H. Maurer. -
[Linz] : Freya-Verl., 2004.
- 232 S. ; 20 cm. - (Xperten
; 3) ISBN
3-902134-61-5 kart. : EUR
10,- Erschienen in
folgenden Ausgaben: Ausgabe2004
05 Kategorie 130 Ausgabe 2004
05 Kategorie
830 Ausgabe2004 05
Kategorie 1000 Quelle
nach
Fachgebieten nach
Datum nach
Erscheinungsart Quelle
Vorträge Vorlesungen
und Seminare
nach
Datum nach
Ländern nach Fachgebieten
Vorlesungen
u. Seminare Quelle Lehrveranstaltungen
Studienjahr 2008/09
Forschung am IICM
Am
IICM stehen Computeranwendungen und
deren Einbindung ins gesellschaftliche
Umfeld im Mittelpunkt des Interesses,
wobei oft weit in die Zukunft gedacht
wird. Forschungsschwerpunkte am IICM
sind u. a. Digitale Bibliotheken,
Electronic Publishing, vor allem im
Bereich Zeitschriften (J.UCS) und
online-Lexika (Austria-Forum),
verteilte Multimedia- und
Wissensmanagement-Systeme, die
Visualisierung großer
Informationsmengen, innovative
eLearning-Plattformen und virtuelle
Welten.
Styria
Professur für zukunftsweisende
Medien
Mit
Beginn 2005 hat die Styria Medien AG
der TU Graz eine auf vier Jahre
begrenzte, großzügig
dotierte Summe zur Verfügung
gestellt, die es erlaubte, eine neue
Professur für zukunftsweisende
Medien am IICM einzurichten. Die
Mittel waren so ausgelegt, dass nicht
nur eine hoch qualifizierte
Persönlichkeit (Dr. Frank Kappe,
s.u.) angeworben werden konnte,
sondern dass auch mehrere Mitarbeiter
eingestellt werden können.
Universitätsprofessor
Dr. Frank Kappe
Seit 1.1.2006, nach 9 Jahren
überaus erfolgreicher
Tätigkeit bei Hyperwave, ist Dr.
Kappe der "Styria-Professor für
zukunftsweisende Medientechnologien"
an der TU Graz. Als
Forschungsschwerpunkte konzentriert er
sich auf neue Medien wie "Social
Software" (also Weblogs, Wikis, offene
Enzyklopädien etc.), "Mobile
Content" (wie können
"traditionelle" Medien-Inhalte den
mobilen Menschen erreichen?) und vor
allem virtuelle Welten ("Second
Life"). Frank Kappe sieht sich
aufgrund seiner Industrieerfahrung als
Bindeglied zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft, und wird daher auch die
damit verbundenen wirtschaftlichen
Aspekte (d.h. wie sehen die
dazugehörigen
Geschäftsmodelle aus?)
betrachten. Quelle
Hermann Maurer
Google Kategorie:
angriff 03.12.2007|Erstellt um 12:21
Uhr
Der
österreichische Informatik-Doyen
Hermann Maurer hat für das
Infrastrukturministerium eine Studie
verfasst, in der er die Gefahren
heraufbeschwört, die durch
Googles Übermacht auf dem
Suchmaschinenmarkt drohen.
Die weltgrößte
Internet-Suchmaschine Google sollte
zerschlagen werden. Zu diesem Schluss
ist eine Studie der TU Graz mit
Unterstützung des
Infrastrukturministeriums gekommen,
die jetzt im Internet
veröffentlicht worden ist.
Google
als Aktienmarkt-Manipulator?
Studienautor
und Informatik-Professor Hermann
Maurer zufolge gefährdet Google
nicht nur unsere Wahrnehmung von
Realität, sondern auch die
bestehenden Wirtschafts- und da vor
allem die Kapitalmarktmechanismen.
Jedes Monat werden laut dem
Marktforschungsunternehmen Com Score
mittlerweile weltweit 61 Milliarden
Suchabfragen im Internet abgesetzt, 37
Milliarden davon über Google.
Dieser Marktanteil ist zu hoch, meint
Hermann Maurer.
"Jeder, der die Situation
betrachtet, muss sich dessen bewusst
sein, dass Google in noch nie da
gewesener Art Macht angehäuft hat
und damit unsere Gesellschaft in
Gefahr bringt", sagt Maurer. Download der
Maurer-Studie [PDF]
Die
Studie erwähnt unter anderem,
dass heute bereits je nach Umfragen
ein Drittel bis 70 Prozent aller
Studenten angeben, schon einmal Teile
ihrer Arbeiten kopiert zu haben. Nach
einer US-Untersuchung hat sich dieser
Anteil in fünf Jahren verdoppelt.
Google hätte zwar die
Möglichkeit, Plagiate zu
verfolgen und geistiges Eigentum zu
schützen, habe sich aber dazu
entschieden, das nicht zu tun - aus
starken wirtschaftlichen Gründen,
wie Maurer mutmaßt.
Der
Googlepedia-Komplex
Auf
der anderen Seite warnt der
Informatiker aber vor allem auch vor
der Verzerrung der Realität. In
der Studie glauben die Autoren
nachgewiesen zu haben, dass Google eng
mit Wikipedia zusammenarbeite.
Während bei Google für
willkürlich gewählte
deutschsprachige Suchbegriffe in 70
Prozent der Fälle Wikipedia das
erste Suchergebnis darstellte, seien
es bei Yahoo nur 50 Prozent gewesen,
bei Altavista nur 45 Prozent und bei
Microsoft Live nur 21 Prozent.
Entspreche die
"Google-Wikipedia-Version der
Realität" nicht der Wirklichkeit,
bestehe die große Gefahr, dass
durch das "Googeln" nach Information
zu einer verzerrten Wahrnehmung
führe, die sich durch das
"Google-Copy-Paste-Syndrom", wie es
einer der Autoren nennt, rasch
vervielfältige.
Vorwurf
des Insider-Handels
Gleichzeitig
kommt die Untersuchung zu dem Schluss,
dass Google beinahe universelles
Wissen darüber erreicht habe, was
auf der Welt gerade geschieht. Mit
diesem Wissen könne das
Unternehmen an den Börsen ohne
Risiko Aktien kaufen und verkaufen.
In manchen Bereichen könne
Google mittlerweile gesichert die
Entwicklung voraussagen.
Spieltheoretisch basiere Handel jedoch
auf dem Faktum, dass niemand über
komplette Information verfüge und
daher manchmal verliere und manchmal
gewinne. "Jeder Spieler, der nie
verliert, gefährdet daher die
Grundfeste des Kapitalmarktes", so die
Studie.
Der
Staat soll eingreifen
Kein
Land könne bestimmte
Grundversorgungsbereiche wie
Grundschule, Verkehrsinfrastruktur,
Medikamentenzulassung oder
Ähnliches dem freien Markt
überlassen. Man müsse
"erkennen, dass auch das Internet eine
solche Regulierung benötigt",
forderten die Studienautoren. Wenn
dies international nicht möglich
sei, müssten Kartellverfahren
eingeleitet werden, durch die Google
in immer noch große und
überlebensfähige Firmen
aufgeteilt werde - mit klaren
Trennwänden dazwischen.
Deutlich spricht sich Maurer
deshalb auch gegen den jüngsten
Google-Zukauf Double Click aus. Die
EU-Kommission hatte erst vor zwei
Wochen moniert, die 3,1 Mrd. Dollar
[2,1 Mrd. Euro] schwere Übernahme
der Online-Anzeigenfirma durch Google
könne den Wettbewerb am Markt
für Werbevermittlung im Internet
behindern. Insbesondere will sie im
Genehmigungsverfahren die Frage
beleuchten, ob Double Click,
eigenständig geblieben, zu einem
ernsthaften Konkurrenten für
Google geworden wäre. Nach einer
vertieften Prüfung will die
EU-Kommission bis zum 2. April 2008
über die Großübernahme
entscheiden. Quelle
30 Jahre Informatik an
der TU Graz Kategorie:
06.11.2007|Erstellt um 07:00 Uhr
Die Informatik an der
TU Graz feiert am Dienstag ihr
30-jähriges Bestehen. Zum
Geburtstag sprach ORF mit
Gründungsprofessor Hermann
Maurer über die Entstehung der
Fakultät, die wichtigsten
Projekte und über seine
Wünsche an die
österreichische
Wissenschaftspolitik.
ORF.at: Herr Maurer,
wann hatten Sie zum ersten Mal
Kontakt mit einem Computer?
Hermann Maurer: Den ersten
echten Kontakt mit einem
Computer hatte ich 1962 in
Kanada.
Ich hatte das
Glück gehabt, dass ich dorthin
von einem der führenden Leute
in der Informatik eingeladen worden
bin.
Ich habe 1963 in Regina bei
der Regierung von Saskatchewan als
Systemanalytiker gearbeitet und bin
zufälligerweise bei der ersten
sozialdemokratischen Regierung in
Kanada gelandet. Die hatte sich zum
Ziel gesetzt, eine allgemeine
Krankenversicherung
einzuführen.
Unsere Gruppe sollte
das Programm dafür entwickeln.
Das war auf den damaligen Computern
eigentlich noch fast unmöglich.
Man hat für eine Million
Menschen die Gesundheitsdaten
mitführen müssen. Das hat
damals fast die Möglichkeiten
der EDV gesprengt. Die Regierung hat
eines der besten Programmiererteams
Nordamerikas zusammengezogen und ich
war dort eine Art Lehrbub. Das hat
mich aber so begeistert, dass ich so
lange geblieben bin, bis das Projekt
fertig war.
Sie
sind dann aber nach Europa
zurückgekehrt.
Die deutsche Regierung
hat Anfang der 70er Jahre zwölf
Zentren für Informatik
gegründet. 1971 habe ich einen
Ruf nach Karlsruhe bekommen. Nach
einigen Jahren war es so, dass ich
aus persönlichen Gründen
nach Österreich zurück
wollte. Da gab es meine alten Eltern
und meine Geschwister.
Und
von dort ging es dann nach Graz.
Ja, das war 1977. Der
erste volle Lehrstuhl für
Informatik an der TU Graz. Das ist
auch der Grund weswegen wir das
30-jährige Jubiläum
feiern. Es ist ein bisschen unfair
den Leuten gegenüber, die schon
vorher hier Informatik betrieben
haben. Die werden aber in der
Jubiläumsfeier erwähnt.
Wir haben einen Vortrag über
die Zeit vor 1977, weil es da schon
das Rechenzentrum und das
Forschungszentrum gegeben hat.
Als ich nach Karlsruhe
gekommen bin, war ich der zweite
Professor der Informatik. Als ich
gegangen bin, waren wir schon 125
Mitarbeiter. Die Kollegen haben dann
alle gesagt, dass ich verrückt
wäre, dass ich nach Graz gehe,
in die Nähe des Balkans. Da gab
es ja noch den Eisernen Vorhang.
Der in Wien geborene
Hermann Maurer [66] promovierte 1965
an der Universität seiner
Heimatstadt in Mathematik. Nach
beruflichen Zwischenstationen in
Kanada und Deutschland wurde er 1978
zum ersten ordentlichen Professor
für Informatik an der
Technischen Universität Graz
berufen.
Die in der
Öffentlichkeit bekanntesten
Projekte mit Maurers Beteiligung
sind der österreichische
Bildschirmtext-Computer Mupid und
das
Wissensmanagement-System Hyperwave.
In seiner Freizeit
schreibt Hermann Maurer gern
Science-Fiction und hat seine
Gedanken über die Auswirkungen
der Computertechnik auf die
Gesellschaft in mehreren Romanen
dargelegt. Website
von Hermann Maurer TU
Graz: Fakultät
für Informatik Konferenz: 30
Jahre Informatik in Graz
Warum
haben Sie Ihr Institut in
Deutschland aufgegeben?
Der Grund war die
Landesforschungsstelle in Graz. Die
hat mir alles das geboten, was mir
das Ministerium nicht gegeben
hätte, auch in Deutschland
nicht. Also Reisemittel in einem
vernünftigen Ausmaß, oder
die Möglichkeit, Programmierer
zu einem vernünftigen Gehalt
anzustellen.
Das hat das
Forschungszentrum Graz alles
versprochen und auch gehalten. Wenn
man damals etwas entwickeln wollte,
hat man die Leute nicht bekommen,
weil man sie nur nach einem festen
Schema entlohnen konnte, so wie eine
Sekretärin. Und in der
Industrie waren sie gut bezahlt.
Mit der Hilfe des
Forschungszentrums habe ich in Graz
eine Programmierergruppe aufbauen
können, die in Deutschland nur
illegal aufzubauen war. In
Deutschland haben die Informatiker
damals einen Verein gegründet
und aus diesem Verein heraus und aus
Mitteln der Industrie haben wir auch
Leute etwas besser bezahlt. Dieser
Verein ist zwei Jahre nach meinem
Weggang aus Karlsruhe dann vom
Rechnungshof zerpflückt worden
und es war nahe dran, dass die
beteiligten Leute angeklagt worden
wären. Das ist dann nicht
passiert.
Welche
Projekte sind Sie dann in Graz
angegangen?
Ich bin eigentlich
Theoretiker. Ich habe mich intensiv
mit formalen Sprachen und
Automatentheorie befasst. Als
Mathematiker habe ich Zahlentheorie
studiert. Zahlentheorie war damals
ein absolut brotloses Geschäft.
Das war schon lustig, zu
überlegen, wie die
Primzahlverteilung ist, aber es hat
kein Mensch geglaubt, dass das je
wichtig werden könnte. Durch
die kryptographischen Verfahren ist
die Zahlentheorie ins Zentrum des
Interesses gerückt. Das ist
komisch. Manchmal sind die Sachen,
die so nutzlos ausschauen, eben dann
doch wichtig.
Wir haben in Graz
angefangen, Algorithmen zu
entwickeln. Wir hatten eine sehr
gute Algorithmengruppe. Einige der
Leute, die damals promoviert haben,
sind sehr gut geworden. Mein bester
Student, Herbert Edelsbrunner, ist
heute der beste Informatiker aus
Österreich und lehrt heute an
der Duke University in den USA.
Wir haben so ein
Ranking für
Informatikprofessoren, aufgrund
einer Rangliste der Zitate und
Publikationen und dergleichen. In
dieser Liste liegt der Herbert
weltweit an Stelle 200, weit vor dem
nächsten Österreicher. Wir
sind in Graz ganz gut. Wir haben
immerhin vier Leute, die in den
ersten 6.000 dieser Liste liegen.
Keine andere österreichische
Uni hat das.
Bekannt
wurden Sie aber vor allem mit dem in
Graz entwickelten Heimcomputer
Mupid.
Ich hatte das
Glück, dass mich die Post
beauftragt hat, eine Studie zu
machen, ob und wie man
Bildschirmtext in Österreich
einführen kann. Ich habe diese
Studie dann gemacht und habe darin
die Empfehlung ausgesprochen, ein
Netz von Microcomputern aufzubauen.
Gemeinsam mit Reinhard
Posch haben wir dann das Konzept des
Mupid entwickelt, eines mit Basic
und Pascal programmierbaren
Kleincomputers, der mit Vektorgrafik
umgehen und Software über das
Netz herunterladen konnte. Das war
um 1980. Im Juni 1982 haben wir ihn
im Arsenal in Wien vorgestellt.
Unterstützt wurden wir von der
Post und von der VOEST.
Ein
Exportschlager wurde das Gerät
aber nicht.
Nach der Rechnung, die
wir aufgestellt haben, war klar,
dass wir im Jahr mindestens 50.000
Stück verkaufen hätten
müssen, damit wir genug Geld
einspielen, um die nächste
Generation entwickeln zu
können. Wir sind im Juni auf
den Markt gegangen und haben bis zum
Ende des Jahres 23.000 Stück
verkauft.
Aber schon im zweiten Jahr
ist es bergab gegangen. Die deutsche
Post hatte damals Loewe-Opta
protegiert und wollte den Mupid um
jeden Preis draußen halten.
Das ist eine Geschichte, die ich
mich erst heute zu erzählen
traue.
Da sind wir sechsmal
nach Darmstadt gepilgert, zur FTZ,
zum Fernmeldetechnischen Zentralamt,
die haben dann immer wieder was
gefunden. Beim letzten Mal waren wir
so sicher, dass wir keinen Fehler
mehr hatten. Das war aber schon vier
Monate, nachdem der
Loewe-Opta-Decoder zugelassen war.
Bei dieser Abnahme standen
der Loewe-Opta-Decoder und der
Mupid. Und da gab es einen Test, bei
dem 5.000 Bilder aus einer Datenbank
abgerufen werden mussten. Man hat
immer gesehen, ob die beiden
dasselbe zeigen. Am zweiten Tag hat
der Loewe-Opta-Decoder irgendwann
etwas anderes angezeigt als der
Mupid. Ein Jubel beim FTZ: Jetzt
haben wir doch wieder einen Fehler
beim Mupid gefunden!
Posch hat aber die
Nerven bewahrt und protokollieren
lassen, was über die Leitung
reingekommen ist. Dann hat sich aber
herausgestellt, dass der Loewe-Opta
den Fehler gemacht hat, nicht der
Mupid. Sie hätten dann sofort
die Zulassung des Loewe-Opta
streichen müssen. Stattdessen
hat der zuständige Mann gesagt,
dass sie nachträglich die
Spezifikation ändern
müssen. Das ist bei einer
Ausschreibung natürlich
illegal.
Was
haben Sie dann gemacht?
Wir sind gezwungen
worden, den Fehler des
Loewe-Opta-Decoders im Mupid
nachzuprogrammieren.
Aus dem Grund war ich
dann beim damaligen Bundeskanzler
Bruno Kreisky und habe ihn gefragt,
ob er intervenieren will.
Der Kreisky war sehr lieb,
der hat gesagt: "Herr Professor, ich
mach das schon für Sie, der
Loewe-Opta-Decoder wird verschwinden
und Sie haben dann das führende
Gerät. Aber eins sag ich Ihnen:
Die Version zwei des Geräts
kriegen Sie in Deutschland nie mehr
durch. Sie haben dann eine derartige
Clique von Feinden gegen sich, die
dann alles tun werden, um zu
verhindern, dass Sie nochmals zum
Zug kommen. Wenn Sie das wollen,
fahre ich nach Deutschland." Er hat
mir abgeraten.
Es war der Anfang vom
Ende. Aber wir hatten nur 50
Mitarbeiter. Die haben 17 Firmen
gegründet, mit und ohne unsere
Hilfe. Diese Firmen gibt es alle
noch, einige sind sehr groß
geworden.
Was
hatte die Uni von diesem
Unternehmen?
Wir haben sechs
Prozent des Umsatzes bekommen. Das
war eine ganz schöne Summe. Ich
war ja bis 1986 der einzige
Professor. Aber durch die
Mupid-Entwicklung haben die Firmen
so viel Druck gemacht, dass die
damalige Ministerin für
Wissenschaft und Forschung, Hertha
Firnberg, ein Sonderprogramm
für die Einrichtung der
Telematik in Graz genehmigt hat.
Damals sind sechs
Professuren genehmigt worden und
eben auch das Studienprogramm
Telematik. Das war unsere Idee, dass
wir nicht die konservative
Informatik, die in Wien und Linz
gelehrt wurde, kopieren. Damals hat
eine Studienordnung noch durchs
Parlament gehen müssen. Wenn
man da was ändern wollte, hat
man zwei Jahre warten müssen,
weil das immer der letzte Punkt auf
der Agenda war. Das ist immer wieder
vertagt worden. Dadurch waren die
Studienpläne der Informatik
verstaubt.
Das wollten wir nicht.
Dann gab es einen Trick,
nämlich den des
Studienversuchs. Da hat man einen
neuen Titel erfinden müssen
für den Studiengang. Da haben
wir Telematik als Studiengang
eingeführt als eine Kombination
von Informatik und
Kommunikationstechnologie und
Elektronik. Bei einem Studienversuch
hatte das Parlament nichts
mitzureden gehabt. Wenn der
Studienversuch fünf Jahre lang
erfolgreich war, dann wurde er
automatisch zum Studienprogramm. So
ist es mir unter Umgehung des
Parlaments gelungen, ein
Studienprogramm einzuführen,
und zwar ein relativ modernes.
Sie
haben sich dann weiter mit
vernetzten Informationssystemen
befasst.
Am Institut haben wir
uns gefragt, was nun eigentlich am
Bildschirmtext falsch gewesen ist.
Diese Überlegungen haben uns
dann zur Entwicklung von Hyperwave
geführt. Hyperwave sollte
ursprünglich nur ein Testsystem
für unsere Universität
werden.
Die Firma Hyperwave
ist 1996 gegründet worden,
sechs Jahre, nachdem wir das System
entwickelt haben. Eines der
Grundprinzipien von Hyperwave war,
dass wir keine Links haben wollten,
die ins Leere führen. Wir
wollten das verhindern, indem wir
die Links bidirektional machten. Das
heißt, jedes Objekt
"weiß", dass ein Link auf es
zeigt. Auch wenn ein Objekt
verändert wird, ändert
sich der Link. Wenn die Seite
gelöscht wird, wird der Server
verständigt und löscht den
Link.
Das setzt voraus, dass man
die Links von den anderen Daten
trennt. Man kann ja nicht einem
fremden Server erlauben, dass der in
meinen Daten etwas verändert,
aber wenn man den Link von den
Inhalten trennt, kann man das schon
so machen, dass der fremde Server
dem eigenen System mitteilt, wenn
ein Link ungültig ist.
Eine andere
große Schwäche des
Bildschirmtexts war auch, dass man
Informationen abgelegt hat, aber
keine Beschreibung dazu. In
Hyperwave sollte man zu jedem Objekt
Attribute anlegen können, also
Metadaten. Wir wollten auch, dass
man an jeder Stelle eine Diskussion
starten kann.
Ein
großer Erfolg wurde Hyperwave
trotzdem nicht.
Am Anfang ist das sehr
gut gelaufen. Wir wollten an die
Börse gehen und hatten alles
vorbereitet. Dann sind wir aber
mitten im Crash der späten 90er
Jahre gelandet. Die Bank sagte, dass
unsere Aktien im Crash sofort an
Wert verlieren würden und sie
wollte das den Großanlegern
nicht zumuten.
Das war eine heikle
Situation. Ein halbes Jahr zuvor hat
Hyperwave in den USA einen
Expansionskurs gefahren. Wir haben
gedacht, das durch den
Börsengang finanzieren zu
können. Ein paar
Venture-Capital-Firmen haben uns
trotzdem Geld gegeben. Dadurch hat
Hyperwave zwar überlebt, aber
es ist damals sehr gebremst worden.
Heute verstehe ich
nicht, warum Hyperwave nicht mehr
Erfolg hat. Es ist eine Firma mit
100 Leuten und hält sich soweit
am Leben, aber es ist keine riesige
Erfolgsstory, obwohl es bei weitem
das beste Wissensmanagementsystem
der Welt ist. Die Firmen, die es
verwenden, die schwören drauf.
Ist
Österreich ein guter Standort
für Informatik-Projekte?
Österreich ist
sicherlich nicht der ideale
Standort, um neue Entwicklungen in
der Informatik durchzusetzen. Aber
es ist sicher nicht unmöglich,
hier sehr groß zu werden und
wichtige Sachen zu erfinden.
Dass es nicht so
einfach ist, liegt auch daran, dass
es hier immer noch Leute gibt, die
Informatik nicht für wichtig
halten. Wir haben in Graz jetzt
einen Rektor und vier Vizerektoren.
Der Rektor unterstützt die
Informatik einigermaßen, aber
einer der Vizerektoren hat einmal
gesagt, er glaube nicht, dass
Informatik eine Wissenschaft sei.
Wenn ich mir
andererseits Fälle wie Facebook
ansehe, dass also ein junger Mann
eine Idee hat, diese umsetzt und
sein Unternehmen dann zwei Jahre
später mit 15 Milliarden Dollar
bewertet wird – das kommt im
Maschinenbau eher selten vor. Aber
in der Informatik gibt es das.
Ich betrachte die
Tatsache, dass die Informatik an
keiner Universität wirklich
stark gefördert wird, als
Betrug an den jungen Leuten. Wir
sind in Graz relativ groß,
aber wir sind auch aus eigener Kraft
so stark geworden. Die
Universität hat uns nur
mäßig unterstützt.
Wir haben jetzt, je nachdem, wie man
zählt, 45 Leute, die normal
bezahlt werden. Aber über 160
Leute, die wir aus Tantiemen,
Projekten und Drittmitteln bezahlen.
Das ist natürlich ein ganz
ungewöhnliches Verhältnis.
Wie
viele Leute waren Sie am Anfang?
Am Anfang waren wir
vier Wissenschaftler. Reinhard
Posch, der dann die zweite Professur
für Informatik bekommen hat,
der Günter Haring, der heute
Dekan der Fakultät für
Informatik an der Uni Wien ist und
Walter Bucher. Bei all den
Projektbeschreibungen habe ich
unterschlagen, dass ich nicht auf
unsere Firmen am meisten stolz bin,
sondern auf unsere Studierenden.
Dieter Fellner
beispielsweise ist Nachfolger von
Jose Encarnacao geworden, am
Fraunhofer-Institut für
grafische Datenverarbeitung in
Darmstadt. Wir werden eine
Fraunhofer-Gruppe in Graz aufbauen,
die zu 60 Prozent von Deutschland
finanziert wird und zu 40 Prozent
von österreichischen
Ministerien. Das kostet die TU Graz
keinen Groschen und bringt uns 30
Mitarbeiter.
Ich habe 60 bis 80
Leute promoviert und habilitiert.
Viele unserer ehemaligen
Studierenden sind heute in
Positionen, die besser sind als
meine. Ich glaube, dass ich am
meisten als Lehrer beigetragen habe,
nicht mit dem, was ich selber
gemacht habe.
Wo
sehen Sie die Stärken der
Informatik an der TU Graz?
Ich habe mir immer
vorgenommen: Wenn wir Leute
einstellen, dann stellen wir die
unabhängig vom Gebiet ein. Wir
nehmen einfach die besten Leute. Das
hat sich bewährt. Bei der
Computergrafik sind wir heute unter
den zehn besten Instituten in der
Welt. In der Kryptographie sind wir
unter den drei besten. Beim
Wissensmanagement sind wir im
deutschsprachigen Bereich unter den
zwei besten.
Und dazwischen haben
wir aber riesige Löcher. Wir
sind zu klein, um alles mit
Topleuten besetzen zu können.
Was
stört Sie am
Universitätsbetrieb in
Österreich?
Im Wesentlichen hakt
es daran, dass die
Universitäten schlecht
organisiert sind. Das Gesetz, das
wir seit 2002 haben, ist zwar ein
deutlicher Fortschritt, aber es ist
auch halbherzig, weil es so eine Art
Gegenregierung gibt. Es gibt ein
Rektorat und einen Senat und die
können sich gegenseitig halt
schon auf die Nerven gehen.
Dann kommt dazu, dass
der Rektor halt nicht wirklich ein
CEO ist, sondern der Vorsitzende des
Rektorats. Da kann es passieren,
dass der Rektor von den Vizerektoren
überstimmt wird.
Ein Rektor muss halt
den Mut zur Lücke haben. Man
kann nicht an jeder technischen
Universität in Österreich
jedes Fach unterrichten. Ich glaube,
dass nach wie vor die
Gießkanne regiert. Man muss
sich auf gewisse Gebiete
konzentrieren. Mittlerweile wird an
acht Universitäten in
Österreich Informatik
unterrichtet. Auch das ist für
mich zweifelhaft. Die Informatik
sollte man vielleicht an drei
Universitäten unterrichten.
Es sollte halt von
Regierungsseite her besser
koordiniert werden. In
Österreich haben wir 23
Universitäten. Es gibt diese
furchtbare Zerstückelung in
kleine Einheiten, anstatt dass man
sagen würde, wir konzentrieren
uns auf Nanotechnologie oder
Quantenphysik. Und schauen, dass wir
die Informatik mit guten Leuten in
Graz, Wien und Linz weiterbringen.
Was
wünschen Sie sich für die
Zukunft der Fakultät?
Dass wir unsere
Situation stabilisieren. Im Moment
sind wir 200 Forscher, von denen
etwa 160 aus Projekten bezahlt
werden, wobei wir ständig neuen
Projekten nachlaufen müssen.
Wir haben sechs Professorenstellen
über eine Stiftung finanziert,
von der wir nicht wissen, wie lange
sie das noch machen wird. Wir
müssen in einigen starken
Punkten ausbauen.
Da besteht die Gefahr,
dass darunter auch Projekte sind,
die man nicht macht, weil sie
innovativ sind, sondern weil sie
Geld bringen. Bisher ist das nicht
passiert, aber die Gefahr besteht.
Wir brauchen in einigen Bereichen
mehr Leute.
Es geht nicht, dass
wir in den
Einführungsvorlesungen für
Programmierer oder in Informatik I
600 Studenten sitzen haben. Es ist
schon eine Frechheit, dass die
Fachhochschulen eine
Gruppengröße von 40
Leuten haben und wir teilweise eben
600 Leute in den Veranstaltungen
haben. Da ist die Politik gefordert.
Ein Studentenjahr an einer TU
kostet den Staat 19.000 Euro. An der
FH kostet ein Studentenjahr 40.000,
auch in den nichttechnischen
Fächern. Die
Fachhochschüler werden mit mehr
als doppelt soviel Geld
unterstützt wie die Studenten
an den Universitäten. Ist das
in Ordnung, wenn man Forschung
fördern will?
Wenn ich eine
große Vorlesung halte, dann
habe ich einen gewissen
Maßstab, aber es fallen bei
der Prüfung 40 Prozent durch.
Man müsste ein besseres
Auswahlverfahren haben, bei dem man
schneller feststellen kann, welche
Studenten motiviert sind und welche
nicht für den Beruf taugen. Es
gibt auch Leute, die gut sind, aber
in einem bestimmten Teil des Fachs
Probleme haben, die man aber gut mit
Zusatzkursen beheben könnte.
Dazu haben wir bei uns
überhaupt keine Chance. Wenn da
einer durchfällt, dann ist das
halt so. Dann fallen halt hundert
durch.
Wie
hat die Informatik in den letzten 30
Jahren die Menschen verändert?
Ich glaube, dass die
Computer für die Allgemeinheit
erst in den letzten fünf bis
acht Jahren wirklich an Bedeutung
gewonnen haben. Das heißt, die
Auswirkungen der Computer auf die
Gesellschaft sind noch nicht voll
sichtbar.
Eine Auswirkung, die
ich sehr stark befürchte, ist
die Verflachung des Wissens. Ich
habe schon Schulaufsätze
gesehen und Aufsätze von
Studierenden, bei denen Fragmente
aus Google und Wikipedia
zusammengeklebt worden sind und zum
Schluss haben die nicht verstanden,
was sie geschrieben haben.
Ich glaube auch, dass
die Fähigkeit zum
zusammenhängenden Lesen leidet,
unter den Minihäppchen an
Informationen, die wir im Netz
serviert bekommen.
Wie
könnte die Wissenschaft dem
vorbeugen?
Wenn ich die Chance
hätte, ein neues Zentrum
für Informatik zu beantragen,
würde ich mich mit E-Learning
beschäftigen. Ich würde
aber nicht die Frage stellen, wie
man mit Computern Wissen vermittelt,
sondern welches Wissen man mit ihnen
vermitteln sollte.
Ich glaube, dass es
blödsinnig ist, den Kindern in
der Volksschule noch Handschrift
beizubringen. Wenn die Kinder aus
der Schule kommen, werden sie keine
Handschrift mehr brauchen. Warum
sollten sie? Sie werden mit
Tastaturen und anderen
Eingabegeräten arbeiten, aber
nicht mehr mit Kugelschreiber auf
Papier.
Ich glaube, dass die Zeit der
Handschrift vorbei ist. Es gibt nur
ein Argument für die
Handschrift: Dass sie dabei hilft,
die Feinkoordination zwischen Augen
und Fingern zu üben.
Sie
sind ein Scherzbold.
Einmal haben wir den
Erhard Busek hochgenommen. Wir haben
ihm einen Computer mit Kamera zur
Gestenerkennung vorgestellt.
In Wirklichkeit ist
einer unserer Mitarbeiter im
Nebenzimmer gesessen, hat live die
Bilder von der Kamera angesehen und
dem Computer die entsprechenden
Kommandos gegeben. Es hat
funktioniert. Busek hat uns dann
ordentlich Forschungsgelder gegeben.
[ORF.futurezone
| Günter
Hack]
BÜCHER
Theoretische
Grundlagen
der Programmiersprachen,
BI, Mannheim (1969) Bestellung
Datenstrukturen
und Programmierverfahren,
Teubner, Stuttgart
(1974) Bestellung
HyperWave:
The Next Generation Web
Solution,
Addison-Wesley Longman, London
(1996) Bestellung
In dieser Arbeit wird anhand
von zwei konkreten Beispielen
erläutert, was
Wissensmanagement (WM) ist und
warum WM eine so wichtige Rolle in
der Zukunft spielen wird. Dies
gilt freilich nur, wenn es sich
bei WM um mehr handelt als die
Verwendung von
Informationssystemen oder
verteilten Datenbanken für
anspruchsvolle Aufgaben.
Zeitschrift Informatik-Spektrum Verlag Springer
Berlin / Heidelberg
Hermann
A. Maurer:
Wissensmanagement Ein
Schritt nach vorne oder nur ein
neues Schlagwort? 26-33
Computer
Science, Computer
Science, general, Computer
Hardware, Computer
Systems Organization and
Communication Networks, Software
Engineering/Programming and
Operating Systems and Data
Structures, Cryptology and
Information Theory
Learning
Support Systems for
Organizational Learning,
(with J. Hasebrook),
World
Scienctific Publishing
Co. Pte. Ltd.
Singapore (2004), ISBN
981-238-831-1 Bestellung
Buchübersicht:
The major trends in e-learning
are determined by the global
demand of academic, elderly and
non-traditional target groups
for training and education. The
advent of the learning
organization reflects these
major shifts of the educational
markets within companies.
Automation of learning processes
does not enhance a company's
productivity; augmentation of
individual and collaborative
learning processes is needed.
This book reflects seven years
of applied research (1997-2003)
in the fields of adaptive
multimedia systems,
knowledge-based and
collaborative learning
environments, and intelligent
software agents.
Produktinformation:
Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: World Scientific Pub Co (
(Juni 2004) Sprache: Englisch
ISBN-10: 9812388311 ISBN-13:
978-9812388315 Größe
und/oder Gewicht: 22,8 x 15,8 x
2,2 cm
Xpertenreihe
Anfang
Telekinet
Parakommunikator
Paradoppelgänger
Paraschirm
e-Smog
Mindwave
Parakämpfer
Paranetz
Kampf
dem großen Bruder Im
Banne des Wissens Mindcaller
Bestellmöglichkeiten
- bestellbar auch z.B.
über ein Bestellformular
direkt beim Verlag
HINWEIS: Englische
Versionen aller Bücher
(außer 'Der Anfang')
können auch über www.booklocker.com bestellt werden
("Suche" z.B.
nach XPERTS oder Maurer,
um alle z.Z.
verfügbaren Titel zu
erhalten)
Hermann
Maurer studierte Mathematik
und Physik in Österreich,
Informatik in Kanada. Er war
einige Jahre in der Industrie
tätig, aber ist nun seit
mehr als 30 Jahren
Universitätsprofessor
für Informatik an
Universitäten in Kanada,
USA, Deutschland, Brasilien,
Australien, Neuseeland und vor
allem an der Technischen
Universität Graz in
Österreich. Er ist mit
zahlreichen wissenschaftlichen
Büchern und über 500
wissenschaftlichen
Publikationen in seinem
Bereich der Informatik aktiv
tätig, ist aber auch seit
vielen Jahren
schriftstellerisch aktiv, oft
unter einem Pseudonym
Anfang
Kurzgeschichten
Descrizione: Das vorliegende
Buch ist eine Sammlung von
über hundert Beiträgen,
die teils futuristisch, teils
einfach amüsant sind. Neben
den Geschichten an sich (die vom
zweiten Autor stammen und vom
ersten redigiert wurden) sind fast
alle Erzählungen kurz
kommentiert. Viele der Ideen
werden in anderen Büchern der
Xperten-Reihe aufgegriffen.Ein
unvergleichliches Fitnessprogramm
für den Geist und ein
geistreicher Initial-Zünder
für streitbare Geister. Diese
Dokumentation einer elektronischen
Diskussion zu einem Kaleidoskop
von Themen und Fragen fordert den
Leser zum Debattieren geradezu
heraus. Wen es da nicht juckt,
darüber weiter zu
diskutieren, der ist wohl schon
die dritte Art des Todes
gestorben: being offline. Für
die anderen: xperten0@iicm.edu.
Vorwort
Das vorliegende Buch
ist eine Sammlung von 91
Beiträgen, die teils
futuristisch, teils einfach
provokant oder amüsant sind.
Einige der Ideen werden in anderen
Büchern der XPERTEN-Reihe
aufgegriffen. Dieser Band ist aber
das einzige Buch der
XPERTEN-Reihe, das aus
Einzelgeschichten besteht, alle
anderen Bände sind Romane,
die über die agierenden
Personen zusammenhängen.
Das Buch ist eine
veränderte Neuauflage der im
Jahre 2003 erschienenen Version,
in der mein Freund Magister Peter
Lechner aus einem Vorrat von ca.
200 Beiträgen, die ich
irgendwann verfasst habe, ca. 100
auswählte, editierte und
kommentierte. Da die einzelnen
Beiträge über einen
längeren Zeitraum entstanden
waren und einige in die erste
Auflage mehr als Kuriositäten
aufgenommen wurden, haben wir
beschlossen, das Buch nicht mehr
in der ursprünglichen Form
aufzulegen.
So habe ich also die
Beiträge im Einvernahmen mit
meinem früheren Ko-Autor
teils aktualisiert, teils
zusammengelegt, sieben neue
hinzugefügt, knapp 20
gestrichen, teils auf Grund der
fehlenden Aktualität, teils
wegen ihrer starken Ausrichtung
auf Österreich: die
vorliegende Auflage ist nun
für einen größeren
Leserkreis weit über
Österreich hinaus geeignet.
Auf Grund der neuen
Struktur wurden die Kommentare
meines Freudnes Peter Lechner
gestrichen, allerdings gefielen
mir einige der prägnanten
oder witzigen Aussagen so gut,
dass ich einen kleinen Teil davon,
oft gekürzt, behalten habe.
(Peter, ich hoffe Du verzeihst mir
das!): diese sind als 'Anmerkung
von Peter Lechner' an einigen
Stellen zu finden.
Ich hoffe dass das Buch,
wie seine erste Auflage, zu einer
lebhaften Diskussion führen
wird: über Kritik, Lob und
Anmerkung freue ich mich sehr,
bitte per E-Mail an mich, hmaurer@iicm.edu.
Ich werde alle E-Mails
beantworten. Viel Vergnügen und
ein bisschen Nachdenklichkeit beim
Lesen!
Leseprobe
11.5 Hilfe, ich bin
unsichtbar
Von
König Laurins Mantel,
über H.G.Wells "The
invisible man", über
Filme wie "Hilfe, ich bin
unsichtbar" aus den
fünfziger Jahren, bis hin
zu Harry Potter, der mit
seinem Mantel unsichtbar durch
die Hallen von Hogwarts
wandert ist die Unsichtbarkeit
ein uralter Traum, der nur in
Science Fiction Büchern
und Filmen Realität
wurde. Bis jetzt!
Die ersten Ansätze
in Richtung ‚Unsichtbarkeit'
werden sichtbar (was für
ein Wortspiel) und wenn man
weiß, dass die US Army
über "active
camouflaging" spricht und
Forschungslabors dafür
betreibt, und wenn man den
Mantel des Japaners Susumu
Tachi von der Universität
Tokio gesehen hat, dann wird
es klar, dass früher oder
später die Zeit der
Unsichtbarkeit kommen wird.
Tiere wie Tintenfische
passen sich in Farbe und
Muster so dem Hintergrund an,
dass man sie nicht mehr sehen
kann. Ist es so unmöglich
etwas Ähnliches mit einem
Material zu machen, das man in
einen Mantel verarbeitet? Da
stünde man also vor einer
Wand, die zur Wand gerichteten
Sensoren des Mantels geben die
aufgenommene Farbinformation
an die entsprechenden vorderen
Punkte des Mantels ab. Leider
ist uns da die Tierwelt, die
Biologie weit voraus. Aber wie
wäre es mit IT? Wie
schaut es aus wenn wir einen
Mantel haben, der vorne
tausende Öffnungen von
winzigen Glasfasern hat, die
um den Körper geleitet um
den Körper herumschauen
lassen? Natürlich gibt es
da noch einige ‚kleine'
Probleme: es funktioniert
sicher nur einwandfrei wenn
man genau von vorne darauf
sieht, nur wenn man der
Körper nach hinten keinen
Schatten wirft, und wenn man
Lichtverstärker in den
Glasfasern hat, weil sonst das
Bild vorne (immerhin
beansprucht ja auch die Wand
der Glasfasern ihren Platz) zu
gedämpft erscheint.
Der zurzeit
realistischte Ansatz, jener
von Susumu Tachi ist ein
anderer: man verwendet einen
Mantel auf den man das Bild
projiziert, das eine Kamera am
Rücken der Person
aufnimmt! Wie beeindruckend
dieser Effekt ist kann man mit
etwas Mühe ausprobieren:
man hängt sich vorne
einen geöffneten Laptop
um der also seinen Bildschirm
zeigt, und hat am Rücken
eine Videokamera, die vom
Körper wegzeigt:
tatsächlich hat jemand,
der vor einer so
ausgerüsteten Person
steht den Eindruck, man
könnte wie bei einem
Fester durch die Person
hindurch sehen!
Natürlich
gibt es auch hier
unzählige Probleme: da
ist wieder das Problem der
Lichtstärke von
Computerschirmen, die an die
Helligkeit des Tages nicht
herankommen. Da ist das
Problem, dass das Bild nur
stimmt wenn man von der
richtigen Entfernung von vorne
auf den Bildschirm blickt. So
beeindruckend das beschriebene
Experiment unter den richtigen
Umständen ist, so sehr
ist man damit von wirklicher
Unsichtbarkeit entfernt. Um
die Schwächen zu
überbrücken
bräuchte man mehrere
Kameras, die nach hinten
aufnehmen; einen Supercomputer
der in Echtzeit daraus ein
vollständiges Modell des
Hintergrunds berechnet und
vorne bei jedem Punkt eine
Projektionseinrichtung, die in
alle möglichen Richtungen
den richtigen Strahl
aussendet. Das alles in einem
gewaltigen
Helligkeitsintervall!
Überschlagsrechnungen
ergeben: man würde die
Auflösung von mehreren
100.000 VGA Schirmen, die
Rechenkapazität von
hunderten superschnellen PCs
brauchen, und damit auch so
ungefähr 10 Kilowatt
Energie. Selbst wenn das
Mooresche Gesetz ungebrochen
weitergeht, wird es einige
Jahre (ca. 40) benötigen
um diese
Größenordnungen in
den Griff zu kriegen. Aber:
nur 40 Jahre!!!
Übrigens, hier ist
ein netter Party Scherz:
hängen Sie sich einen
eingeschalteten aufgeklappten
Laptop Computer so um, dass
der Bildschirm vor Ihnen
sichtbar hängt.
Befestigen Sie am Rücken
eine Videokamera, die nach
hinten gerichtet ist, und das
Bild auf dem Bildschirm des
Laptops anzeigt: jeder der
(richtig positioniert) vor
Ihnen steht, sieht durch Sie
hindurch, weil er ja das
Kamerabild sieht! (Ein
bisschen experimentieren ist
notwendig: die Beleuchtung
muss stimmen, auch muss der
Betrachter direkt vor dem
Schirm an der richtigen Stelle
stehen, und muss die Optik der
Kamera entsprechend
eingestellt sein.)
Obwohl es (siehe oben)
immer bessere High-tech
Tarnanzüge geben wird
brauchen wir uns also vor
Unsichtbaren noch nicht zu
fürchten. Und wenn es sie
dann gibt, dann rüsten
wir uns mit einer
Spritzpistole mit roter Farbe
aus, spritzen auf den
verdächtigen Ort und,
siehe da, die
Projektionslinsen werden rot
verklebt und das Unsichtbare
wird sichtbar.
Würde man
meinen. Aber da gibt es eben
auch noch andere Tricks, die
in Richtung "Unsichtbarkeit"
gehen, und die gegen
Farbspritzpistolen immun sind!
Der "realistischste" ist mit
Hilfe von futuristischen
Drohnen!
Drohnen, also
unbemannte
Aufklärungsflugzeuge,
werde seit vielen Jahren
militärisch verwendet:
sie sind fernsteuerbar,
verfügen über eine
hoch auflösende Kamera,
häufig über eine
Laserrichtmikrophon (mit dem
man selbst über
große Distanzen sogar
durch Fenster in Räume
hineinlauschen kann), und sind
im militärischen Bereich
manchmal sogar bewaffnet, d.h.
können (wie schon
mehrmals geschehen) selbst
sich bewegende Objekte
beschießen. Für
unsere Zwecke ist die
Bewaffnung uninteressant. Was
sie futuristisch bedeutsam
macht ist die Tatsache, dass
sie nicht nur als
Beobachtungsgeräte
verwendet werden (wie etwas in
"XPERTEN 3: Die
Parakämpfer") sondern
dass sie vielleicht einmal mit
einem Holographieprojektor
ausgerüstet werden
können (wie etwa in
"Xperten 2: Der
Paradoppelgänger"
erläutert) mit dem Dinge
oder Menschen von den Drohnen
in eine beliebige Umgebung
projiziert werden können.
Heutige Drohnen sind
noch recht globig. In der
XPERTEN- Reihe schrumpfen sie
schon zur Größe von
Kolibris, in der Fantasie des
schon mehrmals erwähnten
Ray Kurzweils aber sogar schon
zur Insektengröße.
Damit ist das folgende
Szenario denkbar:
Überall
auf der Welt sind solche mit
Holographieprojektoren
ausgerüstete
Minidrohnen stationiert, so
wie heute Mietautos.
Ein Freund
von mir veranstaltet
eine Gartenparty in
Wien. Leider habe ich
keine Zeit,
persönlich von Graz
nach Wien zu kommen. Ich
miete mir daher eine
Minidrohne in Wien. Ich
lenke sie zum Garten
meines Freundes, setze
sie auf den Zweig eines
Astes und der
Holographieprojektor
projiziert mich, wie ich
bin, dreidimensional
unter die
Gästeschar. Ich
kann mit dieser reden
(über ein
Richtmikrophon in der
Drohne), höre sie,
sehe sie in Graz, sie
sehen mich. Es ist fast
so als wäre ich
anwesend. (Stört es
einige Leser, dass ich
nicht auch den
Gästen die Hand
schütteln oder
jemand auf die Schulter
klopfen kann? Diese
Leser müssen noch
ein par Jahre zulegen:
dann werden nach
Kurzweil (siehe Beitrag
11: "60 Prognosen und
Thesen", These 23)
Nanobot- Schwärme,
die man auch angreifen
kann, und die auch
angreifen können,
anstelle von
nicht-materiellen
Holographieprojektionen
verwendet werden.). So
also bin ich bei dem
Fest meines Freundes
virtuell anwesend. Und
was hat das mit
Unsichtbarkeit zu tun
und mit den Romanen der
XPERTEN- Reihe? Nun, der
Aspekt der
Unsichtbarkeit sollte
klar sein: ich brauche
ja nur den
Holographieprojektor
ausschalten… dann sehe
und höre ich noch
alles, kann auch noch
reden, bin aber 100%
unsichtbar. Und mit der
XPERTEN- Reihe? Wenn Sie
diese Frage stellen,
dann haben sie offenbar
noch nicht "Xperten 2:
Der
Paradoppelgänger"
gelesen!
Dettagli del
libro
Categoria: Science
Fiction / Fantasy
Report: Führen
wir nicht bzw. nicht
mehr
Autore: Lechner Peter,
Maurer
Hermann
Editore: Freya
Edizione: 2003.
336 S. 20 cmLanguage:
German
Collana: Xperten
Bd.0
ISBN: 390213450X
ISBN-13: 9783902134509
Weight: 417
g
Prezzo:
€ 21.78 Quelle
Achtung: Diese
deutlich veränderte
Neuauflage erscheint in
broschürter Form: es fehlen
ca. 20 Beiträge, dafür
gibt es 7 neue - und die
spritzigen Kommentare von Mag. P.
Lechner sind nur an ganz wenigen
Stellen gekürzt erhalten
geblieben. Das Original
ist ausverkauft - für
Liebhaber gibt es noch einige
Restexemplare - bitte wenden Sie
sich bei Interesse direkt an Prof.
H. Maurer.
Telekinet Roman
Descrizione:
Markus,
Student der Physik, entdeckt
bei einem Bergzwischenfall
seine X-Begabung. Mit
unsichtbaren Händen kann
er Felsen bewegen,
Roulettekugeln manipulieren
oder durch Wände greifen.
Eine geheimnisvolle
Organisation will die Macht
über den Telekineten an
sich reißen ... Ein
spannender SF-Roman über
parapsychologische
Phänomene, bilderreich
wie ein orientalischer
Teppich, der quer durch die
Welt erotische Fäden
verknüpft."Da soll einer
sagen, Gedanken bewegten nicht
die Welt! Mit der Akribie
eines Naturwissenschaftlers
und der Erzählkraft eines
Romanciers zieht Maurer den
Leser in seine Geschichte
über Telekinese. Nach
Beenden des Buches
wünscht man sich mehr von
diesen Gedankenversuchen, auch
wenn sie unter dem Genre
Science-Fiction laufen. Psst:
Alles nur Tarnung. Meine
Empfehlung: Dringend
lesen.12"Da soll einer sagen,
Gedanken bewegten nicht die
Welt! Mit der Akribie eines
Naturwissenschaftlers und der
Erzählkraft eines
Romanciers zieht Maurer den
Leser in seine Geschichte
über Telekinese. Nach
Beenden des Buches
wünscht man sich mehr von
diesen Gedankenversuchen, auch
wenn sie unter dem Genre
Science-Fiction laufen. Psst:
Alles nur Tarnung. Meine
Empfehlung: Dringend lesen!"
(Dr. Heinz Greuling,
WDR-Fernsehen Köln
Physiker und
Wissenschaftsjournalist)"Wenn
ein Vor-Denker über
Frei-Denker schreibt und dabei
nachdenklich stimmt - bleibt
dann das Lesevergnügen
auf der Strecke? Keineswegs,
wenn dieser Vor-Denker Prof.
Dr. Maurer heißt, die
Frei-Denker prall im Leben
stehen, das Nachdenken durch
in jeder Hinsicht
'über-sinnliche'
Phänomene aufgelockert
wird und sich die 'Strecke'
als atemlose Abfolge
phänomenal sinnlicher
Schauplätze herausstellt
..." (Mag. Hansjörg
Ransmayr, Bischofshofen) "Mit
seinem ersten Roman hat der
bekannte österreichische
Computerexperte Prof. Dr12
Hermann Maurer die Tür in
eine mögliche Zukunft
einen winzigen Spalt weit
aufgemacht. Es ist ein
ungemein spannendes
Vergnügen, im Kegel des
Lichtes, das aus diesem
Türspalt fällt,
zusammen mit den sehr
lebendigen Helden des Romans
unsere bekannte Wirklichkeit
an alltäglichen und
exotischen Schauplätzen
zu erleben. Eines der so raren
Bücher, wo der Leser mit
der Hand aufs Pult haut und
sich wundert." (Mag. Peter
Lechner, Wien)
Vorwort
In diesem Buch sind
Handlung, Ereignisse und Personen
frei erfunden. Auch faktische oder
geographische Aussagen entsprechen
oft in der gebrachten Form nicht
genau der Wirklichkeit oder der
Wahrheit, bis hin zu allen
Literaturangaben mit
Erscheinungsdatum nach 2003.
Dennoch lehnen sich vor allem
geographische Details sowie Namen
von Bergen, von Städten, von
Einrichtungen fallsweise an die
Wirklichkeit an. Der Titel des
Roman, "Xperten", und der
Untertitel, "Der Telekinet",
sollen andeuten, dass dieses Buch
von Para-Begabungen ("X-Akte",
"X-Men", "X-Begabungen") handelt.
Konkreter geht es vorrangig um
einen jungen Österreicher,
Marcus, der durch Zufall entdeckt,
dass er ein mächtiger
Telekinet ist.
Bis heute ist es unklar, ob
es eine solche "parapsychische
Fähigkeit" gibt: Sie wird
zwar in tausenden von
Science-Fiction-Werken als Faktum
verwendet, jedoch wurde sie nie
wissenschaftlich nachgewiesen noch
wurden ihre möglichen
Eigenschaften analysiert. Dieses
Buch ist als spannender
Abenteuerroman geschrieben, in dem
die Entdeckungen und Anwendungen
verschiedenster Aspekte der
Telekinese hineinverwoben sind,
wobei durch Para-Begabungen
ausgelöste erotische
Erlebnisse nicht zu kurz kommen.
Der Roman spielt in mehreren
authentischen Umgebungen, die der
Autor durch eigene Reisen gut
kennt, und schildert Erlebnisse
mit verschiedenen Para-Begabungen.
Deutlich wird dabei, dass
Para-Fähigkeiten nicht nur
angenehm für die betroffenen
Personen sind: Sie unterscheiden
sich dadurch so weit von normalen
Menschen, dass sie und auch
normale Menschen gefährdet
sind oder sich jedenfalls
gefährdet fühlen. Im
Laufe des Buches finden sich
einige längere
Fußnoten. Um den Fluss des
Romans nicht zu zerstören,
sind sie in einem eigenen
Abschnitt am Ende des Buches
gesammelt. Sie sind so
ausführlich, dass sie auch
für sich allein
nachträglich gelesen werden
können; sie haben
außerdem jeweils einen
Verweis auf die Seite, der sie
zugeordnet sind. Bitte schreiben
Sie mir, wenn Sie Kritik,
Korrekturen oder auch Lob
anbringen wollen: per E-Mail an hmaurer@iicm.edu
oder per Normalpost an Professor
Hermann Maurer, TU Graz,
Inffeldgasse 16c, A-8010
Graz/Österreich. Etwaige
Telekinetiker werden in der
Korrespondenz mit besonders hoher
Priorität behandelt werden. H.
Maurer Graz, Frühjahr 2002
PS und Danksagungen:
Eine erste Version diese Buches
wurde an eine Reihe von Freunden
gesandt mit der Bitte um
allgemeine Anmerkungen, aber auch
um Aufdeckung inhaltlicher und
stilistischer Schwächen oder
Inkonsistenzen. Für
ermutigende Reaktionen bedanke ich
mich bei Heinz Greuling und Lisa
Maurer. Für interessante
kritische Anmerkungen bei Renate
und Henriette Zirl. Für viele
detaillierte Anmerkungen zum Stil
und zur Grammatik bin ich vor
allem Günter Schreier und
Jörg Mühlbacher sehr
verbunden. Hermann Engesser,
Eckehart Hundt und vor allem
Johann Günther danke ich
für Kontakte zu mehreren
Verlagen. Besonders aber bin ich
meinem langjährigen Freund
Peter Lechner und Vera Münch
zu Dank verpflichtet, beide haben
viel Zeit investiert und mir sehr
wertvolle Anregungen gegeben.
Viele davon wurden
berücksichtigt (ob es mir gut
gelungen ist, kann ich nicht
beurteilen), manche konnte oder
wollte ich nicht aufgreifen,
dafür bitte ich um
Verständnis.
"Schließlich bedanke ich
mich beim Verlag Freya für
die gute Zusammenarbeit". Nun wünsche ich
den Lesern wenigsten halb so viel
Spaß, wie ich beim Schreiben
des Buches hatte. Los geht's!
Leseprobe
(Anfang
Kapitel 1)
Nur noch eine
Seillänge trennt Marcus
Waller vom Gipfel des Hochtors.
Direkt unter ihm ist der
überhängende Felsen, den
er umklettert hat. Schräg
rechts unter ihm, neben dieser
schwierigen Stelle, ist seine
Bergkameradin Andrea.
Marcus, gut gesichert, ist
im Begriff, Andrea anzudeuten
nachzuklettern. Da hört er
plötzlich von oben ein
Geräusch. Direkt am Gipfel
löst sich ein Felsbrocken und
stürzt herunter, wohl hundert
oder mehr Kilo schwer (war er von
jemand am Gipfel losgetreten
worden, der von der Hesshütte
aufgestiegen war?). Es ist klar,
dass er Marcus rechts verfehlen
wird; aber ebenso klar ist es
einen Augenblick später, dass
er direkt auf Andrea aufprallen
und sie zermalmen wird. Andrea und
Marcus sehen die Gefahr beinahe
gleichzeitig. Doch Andrea hat
keine Optionen: Wegen des
Felsvorsprungs kann sie sich nicht
ins Seil fallen und links
wegschwingen lassen. Jeder
Versuch, in den verbleibenden
wenigen Sekunden auszuweichen -
nach rechts zu klettern - ist
offenbar unmöglich. So bleibt
nur die Bergsteigerregel: Sich mit
dem Gesicht an den Felsen pressen
und hoffen, dass der Helm das
Schlimmste verhindert. Der Stein
saust keine 3 m an Marcus vorbei
direkt auf Andrea zu. Diese blickt
nicht mehr nach oben, ihr Gesicht
hat sie an die Wand gepresst.
Marcus weiß, dass Andrea in
wenigen Sekunden tot sein wird.
Andrea weiß dies auch, mit
einer Hand winkt sie Marcus zum
Abschied zu, eine Bewegung, die
Marcus nie vergessen wird.
"Dieser verdammte Stein",
ist das Einzige, was Marcus denkt.
Da ist es plötzlich, als
würde ein Teil von ihm mit
einer oder mit mehreren
unsichtbaren "Pseudohänden"
den Stein berühren. Marcus
ist wie in Trance, was ist das? Er
fühlt, wie seine
"Pseudohände" den Stein
spüren, ihn verlangsamen,
immer mehr abbremsen. Der Stein,
mit wachsender Geschwindigkeit
unterwegs, im Begriff Andrea zu
zerschmettern, beginnt sich nur 20
Meter über ihr zu
verlangsamen, driftet
zunächst wie eine
Schneeflocke hinunter, kommt dann
fast zum Stillstand. Mit dem Stein
steht auch die ganze Welt aus der
Sicht von Marcus still: die
Lärchen, die sich vorher im
Wind wild bewegt hatten, die
Felsschwalben hängen
bewegungslos in der Luft, als
wären sie festgenagelt, das
Piepsen der Murmeltiere ist
verschwunden und durch ein
eigentümlich leises, tiefes
Dröhnen ersetzt ... und
Marcus hat den Stein, 30 m unter
sich, 20 m oberhalb von Andrea in
seiner Gewalt!
Er kann es nicht fassen,
nur durch seinen Willen mit
eigentümlichen, unsichtbaren,
aber für ihn fühlbaren
"Pseudohänden" den Stein
festhalten bzw. massiv abbremsen
zu können. Es wird ihm auch
bewusst, dass er mehr verlangsamt
als nur den Stein, nämlich
auch die Zeit. Hat er seine
subjektive Zeit beschleunigt oder
verlangsamt er die objektive Zeit?
Bewegen sich zurzeit alle Uhren,
Tiere, Menschen nur im
Zeitlupentempo oder vergeht
für alle die Zeit wie normal,
nur er denkt und empfindet
plötzlich so viel schneller,
dass ihm die Umwelt langsamer
vorkommt?
Wie in einem Traum erlebt
Marcus das, erfüllt nur von
einem Wunsch und einer Hoffnung,
Andrea zu retten. Er merkt, dass
er den Stein nach rechts ablenken
könnte, sodass er an Andrea
vorbeifallen würde, aber es
ist ihm bewusst, dass dies
völlig unerklärbar
wäre. Ohne in diesem Moment
zu wissen warum, hat er das
Bedürfnis, seine
Fähigkeit zu verbergen, auch
vor Andrea. Marcus lockert den
Griff seiner Pseudohände auf
den Stein, dieser beginnt wieder
schneller Richtung Andrea zu
fallen. Marcus drückt ihn
millimeterweise gegen die
Felswand. Kurz oberhalb von Andrea
berührt der Felsbrocken die
Wand, einige Splitter fliegen (der
Helm von Andrea hält das
leicht aus), der Stein selbst
springt von der Felswand weg wie
eine Billardkugel, die die Bande
schräg berührt, und
verschwindet hinter dem
Rücken von Andrea nach unten
ohne Schaden anzurichten.
Zeit
und Leben laufen wieder normal
weiter.
"Das war knapp",
ruft Andrea ..., "ich habe nicht
geglaubt, dass ich das
überleben werde." "Andrea,
ich bin auch total erschrocken.
Ich bin so froh, dass das gut
vorüber ist", antwortet
Marcus erleichtert. Nebenbei
registriert er fast unbewusst: Die
Zeit hat sich offenbar nur
subjektiv verändert, Andrea
hätte sonst ganz anders
reagiert.
Geheimnisvolles
Artefakt aus der Vergangenheit
Jennifer Lennon
Das
neuseeländische Mädchen
Aroha findet in einem verborgenen
Tal - das landschaftlich an Szenen
aus den Filmen "Der Herr der
Ringe" erinnert, eine schöne
Steinschnitzerei, die weniger
harmlos ist, als sie aussieht. Es
stellt sich heraus, dass der
'Mindcaller' aus uralten Zeiten
stammen muss und die Kommunikation
mit Mythen, Menschen, Tieren,
Pflenzen, Zukunft und
Vergangenheit ermöglicht.
Aroha entschlüsselt das
Geheimnis und kommt dadurch in
unerwartete und gefährliche
Situationen. Achtung: Die
ersten 12 Kapitel wurden bereits
2003 unter dem Titel "Der
Mindcaller" mit sehr
hübschen, zum Teil
ganzseitigen Farbtafeln
veröffentlicht: das Buch ist
für Liebhaber noch immer
lieferbar!
Vorwort
Dieses Buch ist ein weiterer
Roman in der ständig
wachsenden XPERTEN-Saga. Er ist
unabhängig von den anderen
Büchern in dieser Reihe
lesbar, doch treten die
Hauptpersonen Aroha, Herbert und
Cynthia auch an anderen Stellen
der Reihe auf und auch Marcus
spielt im vorliegenden Werk
wieder eine nicht unwesentliche
Rolle.
Dieser Roman wurde
in zwei Schritten in Englisch
geschrieben: Die ersten 12
Kapitel wurden bereits 2003
unter dem Titel "Der Mindcaller"
mit sehr hübschen zum Teil
ganzseitigen Farbtafeln
veröffentlicht; das Buch
ist für Liebhaber immer
noch lieferbar. Die zweiten 12
Kapitel setzen die Geschichte
des Maorimädchens Aroha und
ihres Freundes Herbert fort und
entführen aus dem liebevoll
beschriebenen Neuseeland nach
Namibia.
Wenn oben steht,
dass das Buch in Englisch
geschrieben wurde, dann stimmt
das nicht ganz. Eines der
Kapitel stammt von mir. Die
ersten drei Leser, die erraten,
welches Kapitel ich geschrieben
habe, bekommen eine Flasche
Schilcher von mir zugeschickt:
Also bitte auf die Suche! Von
den anderen Kapiteln habe ich
elf und meine Kollegin - und
Freundin der Autorin - Cornelia
(Blüfeld) zwölf
übersetzt.
Mehr zur gesamten Xperten-Sage
am Ende des Buches.
Jetzt verbleibt mir nur
noch, Jennifer und Conny
für die
freundschaftliche
Zusammenarbeit zu danken und
wie immer - und wie immer
mit Recht - Siegrid Hirsch
und Wolf Ruzicka für
ihre Geduld und Umsicht.
Den Lesern
wünsche ich nun viel
Spaß! Ich freue mich
über jede
Rückmeldung per hmaurer@iicm.edu
und leite diese auf Wunsch
auch gerne an Jennifer
Lennon weiter.
Leseprobe
2. Hapakapa - Der
Anhänger
Wenn man am wilden
Karekare Strand steht, mit
dem Rücken zu den hoch
heranrollenden Wellen und
mit den Augen den Bach den
steilen Hang hinauf
verfolgt, wo er wie im
Himmel zu verschwinden
scheint, und wenn man ganz
genau weiß, wo man
suchen muss, dann ist es
möglich, dass man
gerade noch einige hohe
Bäume ausmachen kann:
sie stehen am Beginn eines
verborgenen Tals.
Dieses Tal ist auf keiner
Karte eingezeichnet und ist
schwer zu finden. Es ist in
dichtem und
undurchdringlichem Wald
versteckt. Die Stimmung, die
das Tal ausstrahlt, wechselt
so rasch wie das Wetter in
diesem Teil Neuseelands: von
tiefblauem subtropischen
Himmel, zu wild sich
türmenden Wolkenbergen,
zu Sturzbächen von
Regenmassen oder anhaltendem
Sprühregen, der
Nebelfetzen oft stundenlang
durch die engen Tälern
treibt.
An
einem Tag zu Beginn des
Frühlings steht Aroha,
eine junge Frau, alleine auf
einem kaum mehr erkennbaren
alten Pfad auf einer
Lichtung in der Nähe
des oberen Endes dieses
Tales. Nach Westen hin kann
sie den steilen, mit
Manukabüschen
bewachsenen Hang sehen, der
zum Meer
hinunterstürzt. Nach
Osten hin verbergen
Hügel und Wald den
Blick nach Auckland, wo sie
jetzt lebt, und das von hier
unendlich weit weg scheint,
obwohl es in Wahrheit nur
eine Autostunde entfernt
liegt. Nach Süden, wo
der Weg abrupt nach unten
abbricht, führt das
verborgene Tal, das auf
Aroha eine fast magische
Anziehungskraft ausübt
und in das sie
hinunterzusteigen beginnt.
In
ihrer
Wanderhose,
einem dünnen Anorak und
mit einem kleinen Rucksack
kämpft sie sich durch
die dichten
Manukabüsche hindurch,
zwischen denen oft
unangenehm scharfes Grass
wächst. Bei einer
Steilstufe des Weges rutscht
Aroha plötzlich auf dem
feuchten Boden aus und
versucht vergeblich, sich an
kleinen Zweigen und Wurzeln
festzuhalten. Erst nach
einigen Metern, nicht weit
von jener Stelle entfernt,
wo der Bach entspringt, der
dann durch das Tal
fließt, kommt sie
wieder auf die Beine.
Abgesehen von einigen
Kratzern und lehmigem
Schmutz auf ihrer Kleidung
ist Aroha unversehrt. Sie
wäscht sich im klaren
Wasser und beginnt dann die
große Ruhe zu
genießen, die sie hier
spürt.
Es
ist ganz still. Aroha
hört weder das
Zwitschern von Vögeln,
die die sonnigen höher
liegenden Teile vorziehen;
sie hört auch nicht die
Geräusche des Meeres,
die durch die Hänge des
Tales und den Wald
abgeschirmt werden. Sie
schließt tief atmend
ihre Augen. Es fällt
ihr leicht sich
vorzustellen, dass die
uralten Puriribäume mit
ihren
flechtenüberzogenen
Ästen und den roten
Beeren schon seit Beginn der
Zeit hier stehen und schon
zusahen, wie sich
tätowierte Maorikrieger
unter den mächtigen
Zweigen wilde Kämpfe
lieferten.
Langsam und vorsichtig folgt
Aroha dem Bach abwärts,
an kleinen Wasserfällen
vorbei, manchmal im Bach
oder am Bachrand, dann
wieder etwas höher auf
der moosbewachsenen
Böschung, die der Bach
wie eine perfekte Skulptur
unterhöhlt hat und wo
Aroha fast zögert, die
weichen Polster durch ihre
Schritte zu gefährden.
Aber nicht immer ist das
Fortkommen einfach. Sie muss
sich häufig den Weg
über umgestürzte
Bäume und durch
Schlingpflanzen
hindurchkämpfen. Mehr
als einmal wünscht sie,
sie könnte sich wie
Tarzan mit Schlingpflanzen
von Baum zu Baum schwingen.
Schließlich
hält
sie
bei einem Felsen an, der in
der Mitte des Baches diesen
teilt. Sie watet durch das
Wasser, setzt sich auf den
großen Stein und
beginnt etwas
geistesabwesend ihr
Mittagessen aus dem Rucksack
zu verzehren, während
sie die Wellen und Wirbel
beobachtet, die die
Strömung um den Felsen
erzeugt. Die beiden Teile
des Bachs scheinen ihr wie
die zwei
widersprüchlichen
Einflüsse in ihrem
eigenen Leben: Maori und
Pakeha 1
Sie
erinnertt
sich an den Marae, an das
kleine Maoridorf ganz im
Norden von Neuseeland, wo
sie die ersten fünf
Jahre ihres Lebens
verbrachte. Da waren die
langen Stunden, in denen sie
glücklich den
Geschichten der
Großmutter
zuhörte, der weisen
Kepa, wie man sie nannte,
als Aroha jedes Mal hoffte,
die Geschichten würden
nie aufhören. Die weise
Kepa war die Matriarchin der
Familie, sie führte und
leitete diese sanft, aber
auch fest, bestand darauf,
die alten Traditionen nicht
aufzugeben, und versuchte,
dies auch bei den
Mitgliedern der
Großfamilie
durchzusetzen. Aroha
weiß, dass sie selbst,
Maoritradition entsprechend,
im Alter von wenigen Monaten
von ihrer Großmutter
adoptiert wurde. Arohas
Maorimutter und ihr
englischer Vater hatten
große Schwierigkeiten
Arbeit zu finden, die ihnen
Zeit für die Betreuung
von Aroha gelassen
hätte.
Ihre
Großmutter wollte
andererseits unbedingt, dass
Aroha in einer Maoriumgebung
aufwuchs. Aroha war noch so
klein, als sie in das
Maoridorf kam, dass sie sich
bald nicht mehr an ihre
Eltern erinnern konnte. Ihre
Großmutter wurde
Mutter und Vater in einer
Person für sie.
Die weise
Kepa verlangte, dass alle
Maori sprachen, wenn die
Zeit des
Geschichtenerzählens
kam, aber dass sie Englisch
reden konnten, wenn sich die
Familienmitglieder zu
anderen Zeitpunkten
unterhielten, etwa wenn die
Frauen Flachs zu
Körben, Taschen und
Wandteppichen woben. Beim
Spielen mit anderen Kindern
aber war die Trennung der
Sprache nie so genau
gewesen: Worte wurden
gemischt verwendet, so wie
sich manche eben gerade
besser eigneten. Sie
unterhielten sich mit alten
und neuen Spielen oft ohne
Ende, fröhlich und
ausgelassen, wobei sie dann
manchmal so respektlos
waren, die weise Kepa hinter
ihrem Rücken "die Alte"
zu nennen!
Unvermittelt brechen Arohas
Erinnerungen ab und sie ist
zurück in der Gegenwart
und Wirklichkeit. Mit einem
gewissen Gefühl der
Unruhe denkt sie an das neue
Leben, das für sie mit
dem Beginn des ersten
Universitätsjahres in
nur wenigen Wochen beginnen
und für sie eine sehr
große Umstellung
bedeuten wird.
Sie
packt alles wieder in ihren
Rucksack und setzt die
Erforschung des Tals fort.
Dabei ist sie manchmal nur
halb bei der Sache, immer
wieder geht ihr durch den
Kopf, ob das Biologiestudium
sie so faszinieren wird, wie
sie das hofft. Und wird sie
Freunde finden?
Sie folgt
dem Bach eine weitere
Stunde. Das Fortkommen wird
immer schwieriger.
Schließlich scheint es
kein Weiterkommen mehr zu
geben. Das Bach links ist
tief und reißend
geworden, rechts ein steiler
Felsen, am rechten Bachrand
undurchdringliche
Büsche und große
Baumstämme, die den Weg
versperren. Auf Händen
und Füßen
kriechend gelingt es ihr,
sich unter einer
großen Baumwurzel
durchzuzwängen,
während sie
Spinnwebenfäden, kleine
Wurzeln und andere
Hindernisse Zentimeter um
Zentimeter aus dem Weg
räumen muss.
Irgendetwas treibt sie
weiter.
Plötzlich wird es
wieder leichter, sie kann
aufstehen, schüttelt
sich Staub und Blätter
aus Haaren und Kleidung,
dann hält sie
verblüfft inne. Sie
steht in einer anderen Welt,
so scheint es ihr, wie in
einem Raum aus einer andern
Zeit: Farnbäume 2
und Neuseelandpalmen 3
bilden ein natürliches
Dach, durch das die
zylindrischen Stämme
von riesigen
Kauribäumen 4
himmelwärts wachsen. Am
Boden sind die Wurzeln mit
Flechten und Moos wie mit
einem weichen Teppich
überwachsen, aus denen
da und dort die
Buschorchideen Neuseelands
ihre Blüten strecken.
Eine Welle
von Bewunderung und
Erstaunen durchflutet Aroha.
Sie steht hier an einem Ort,
den die Zeit vergessen hat.
Hier, in diesem verborgenen
Tal, hat sie einem Ort
gefunden, der ehrwürdig
alt ist und offenbar seit
Jahrzehnten nicht mehr von
einem Menschen besucht
wurde. Die "Kathedrale",
tauft Aroha diesen Ort, ohne
darüber wirklich
nachzudenken.
An einem
Ende dieses von der Natur
geschaffenen Raumes ist ein
alter Kauribaum
umgestürzt, hat mit
seinem Wurzelwerk Teile der
Bachböschung
mitgerissen und liegt nun
quer über das Wasser.
Aroha geht näher an den
umgestürzten Baum
heran: "Ob wohl die
großen Regenfälle
der letzten Wochen den Boden
so aufgeweicht haben, dass
dieser schöne Waldriese
umstürzte?",
überlegt Aroha,
während sie die
mächtigen Wurzeln
betrachtet, an denen noch
große Brocken
glänzenden Lehms zu
sehen sind. Der Lehm ist
glatt, mit blauen Streifen,
ohne Verunreinigungen, so
wie sie ihn im Marae
für das Brennen von
Gefäßen
verwendeten.
Doch was
ist das? Im Lehm scheint
etwas zu glitzern, das wie
eine Glasscherbe aussieht.
Aroha ist entsetzt: "Abfall,
hier an dieser Stelle?
Undenkbar!" Sie kniet
nieder, beachtet nicht, wie
Hose und Hände
anfangen, sich immer weniger
von der Farbe des Lehms zu
unterscheiden. Um zu dem
glitzernden Stück zu
kommen, muss Aroha unter
einigen der abgerissenen
Wurzeln durch, bekommt Erde
in die Haare und ins
Gesicht, rutscht mehrmals
gefährlich tief zum
Bach hinunter, kämpft
sich zwischen den Wurzeln
wieder hoch, bis sie endlich
das, was wie eine Scherbe
aussieht, in der Hand
hält. Sie entfernt
soviel Lehm von dem Ding wie
möglich und hält
es dann in die Höhe, wo
ein Lichtstrahl durch die
Baumdecke durchbricht. Was
sie in der Hand hält,
hat die Gestalt eines
Fischhakens.
"Es ist eine Art
Schnitzerei. Die Form
ist typisch für
Kunstwerke aus der
ganz frühen Zeit…
Dieses scheint eines
zu sein, die Form ist
schön. Und
vielleicht habe ich
etwas Altes, ganz
Altes, gefunden",
durchzuckt es Aroha
mit
überraschender
Stärke.
Aroha eilt
zum Bach hinunter und
wäscht die Schnitzerei
sorgfältig. Dann sucht
sie sich einen bequemen
Baumstamm, wo sie sich
hinsetzen kann und
betrachtet das schöne
gefundene Stück
sorgfältig. Von ihrem
Vater, einem
Naturwissenschaftler
weiß sie, dass es aus
Obsidian 5
besteht, einem schwarzen,
fast glasähnlichen
Stein vulkanischen
Ursprungs. Sie verfolgt die
Ränder vorsichtig mit
einem Finger: Die eine Seite
hat eine eigenwillige
geometrische Form, auf der
Rückseite ist ein
Muster von grauen Punkten
sichtbar. Aroha merkt, dass
sie grundlos von einer
großen Aufregung
ergriffen wird. "Was ist los
mit mir? Werde jetzt nicht
verrückt", sagt sie
sich selbst‚ "du hast
einfach eine zu lebhafte
Einbildung".
Aroha kann
nicht wissen, dass sie einen
Mindcaller gefunden hat,
genauer gesagt, die
Hälfte eines
Mindcallers. Aber selbst
wenn sie es wüsste,
könnte sie zu diesem
Zeitpunkt mit dem Begriff
noch nichts anfangen. Aber
dennoch, Aroha weiß,
ohne zu wissen, warum sie es
weiß, von Legenden
über Lebewesen in
grauer Vorzeit, die manchen
Zauber in Schnitzereien aus
Obsidian eingewoben haben.
Lange und
sorgfältig studiert
Aroha die Schnitzerei und
bewundert die glatten und
schönen Formen, die nur
an einer Stelle kantig sind,
weil hier offenbar ein
Stück fehlt. Sie fragt
sich immer wieder, wer ihr
vielleicht mehr über
ihren Fund erzählen
könnte. Sie
schließt einen
Augenblick die Augen und
zuckt zusammen. Sie "sieht"
plötzlich die Spur
eines Lächelns, ohne
aber ein Gesicht ausmachen
zu können. Verwirrt
öffnet sie die Augen.
Das gerade Erlebte war so
eigentümlich, dass sie
es nicht fassen kann. Wie
kann sie mit geschlossen
Augen etwas 'sehen'?
Zögernd schließt
sie nochmals die Augen. Da
ist es wieder, diesmal noch
intensiver!
Augen, die sie zu rufen
scheinen! Noch nie hat Aroha
etwas in ihrer Vorstellung
mit solcher Klarheit und
Schärfe gesehen. Aber
was sie noch mehr
verblüfft ist, dass sie
ohne ein Gesicht 'gesehen'
zu haben, doch sofort
weiß, wem das
Lächeln und die Augen
gehören: ihrer
Großmutter, der weisen
Kepa! Wie ist das
möglich, nachdem sie
das Dorf und ihre
Großmutter schon seit
vielen Jahren nicht mehr
besucht hat?
1Eine
etwas
abfällige
Bezeichnung
der
Maoris
für
die
europäischen
Zuwanderer.
2Farnbäume
und Varianten
wie die "Cabbage
Trees" und die
Nikaupalme
bestimmen das
Bild der
niedrigen Waldes
in den
Waitakeres,
jenem
zerklüfteten
Mittelgebirgsgebiet
nahe Auckland,
in dem der
größte
Teil dieses
Roman handelt.
3Nikaupalme
4Neben
den
verschiedenen
Varianten von
Farnbäumen
ist der
Kauribaum wohl
der typischste
aller
neuseeländischen
Bäume. Er
wird so alt und
groß wie
die roten Zedern
in Kalifornien
und zeichnet
sich durch sein
knotenloses Holz
(die Äste
sitzen sehr
hoch) und durch
seinen
zylindrischen
Stamm (der sich
also nach oben
hin kaum
verjüngt!)
aus, was diese
Bäume durch
Aushöhlung
zum Bau von
Einstämmen
und Booten
prädestiniert.
5Obsidian
wir auch
Feuerkiesel
genannt.
Paradoppelgänger
Roman
Eine
österreichische Familie
von Para-Begabungen hat sich
auf eine Insel vor Auckland
geflüchtet, nachdem sie
in Europa tödlich
bedroht war. Durch Zufall
finden sie hier in
Neuseeland einen Mann mit
unglaublichen
Fähigkeiten: den
Para-Doppelgänger. Mit
seiner Hilfe und mit Duldung
der Regierung gelingen
spektakuläre Erfolge…
doch die Vergangenheit
beginnt sie einzuholen.
Ein spannender Roman der
dramatische Ereignisse in
Neuseeland, Brasilien und
Österreich schildert,
vermischt mit
geheimnisvollen
Kräften,
Computertechnologie und
einem Schuss Erotik. ACHTUNG:
In
diesem
Buch
ist
ein
Fehler
eingebaut
-
finden
Sie ihn?!
Vorwort
Dieses
Buch "Xperten 2: Der
Paradoppelgänger" ist
ein in sich abgeschlossener
Roman. Gleichzeitig ist er
auch ein Roman in der
"Xperten-Reihe", die zur
Zeit des Erscheinens dieses
Buches aus vier Bänden
besteht, nämlich:
"Xperten 1: Der Telekinet",
dem vorliegenden Band
"Xperten 2: Der
Paradoppelgänger" und
den ersten
'Sonderbänden' "Xperten
0: So fing alles an" und
"Xperten 1.2: Der
Mindcaller". Der Band
"Xperten 3: Die
Para-Kämpfer" ist in
Arbeit. Insgesamt ist die
"Xperten-Reihe" als eine
Sammlung von vielen in sich
verzahnten Romanen
konzipiert, bei der die
einzelnen Bände von
verschiedenen
Autorenkombinationen
verfasst sind, sich aber
stets mit Themen wie
Parapsychologie und
Informatik bzw. denselben
Personen wie z.B. Marcus und
Maria als Zentralfiguren
beschäftigen.
Das "Rückgrat"
der Reihe sind die
Bände 1, 2, 3 usw., die
von mir allein geschrieben
sind, und die auch im Stil
einheitlich sind: eine
Mischung von
Parapsychologie,
zukünftiger
Informations-Technologie,
Science Fiction, verwoben
mit Abenteuer-,
Reiseschilderungen und ein
bisschen Sex. Die anderen
Bände können davon
abweichen: so vermeidet Band
0 etwa Sex und zu
kontroversielle Themen und
besteht aus Kurzgeschichten,
Band 1.2 lebt viel von
Emotionen und Bildern,
während etwa der
geplante Band 2.5
Rätsel der
Vergangenheit auflöst,
und "Xperten 1.5: Die
Parajünger" einen
Vorfall als zentrales Thema
hat, der in "Xperten 2 : Der
Para-Doppelgänger"
angedeutet wird.
Alle Handlungen,
Ereignisse und Personen in
diesen Büchern sind
frei erfunden. Auch
faktische oder geografische
Aussagen entsprechen nicht
immer in der gebrachten Form
genau der Wirklichkeit oder
Wahrheit. Dennoch lehnen
sich viele vor allem
geografische Details und
Schilderungen an die
Wirklichkeit an.
Der Obertitel der
Romanserie "Xperten" - siehe
www.iicm.edu/Xperten
soll andeuten, dass sich die
Bücher mit
Para-Begabungen
(PSI-Begabungen,
X-Begabungen)
beschäftigen, aber auch
mit deren Beziehung zur
modernsten
Informationstechnologie.
Bis heute ist es
nicht nachgewiesen, ob es
"echte"
Para-Fähigkeiten wie
Telepathie, Telekinese,
Teleportation usw. gibt. Es
ist jedoch absehbar, dass
solche Fähigkeiten mehr
oder minder gut durch
technisch-wissenschaftliche
Methoden simulierbar werden:
dieses Faktum ist eine
entscheidende Facette in der
Xperten-Reihe.
Dieser Roman, wie
alle anderen in der
"Xperten-Reihe", ist als
spannender Abenteuerroman
geschrieben, wobei vom Autor
erlebte authentische Orte
als Hintergrund dienen, und
wobei weder durch die
Para-Fähigkeiten
ausgelöste erotische
Situationen zu kurz kommen,
noch die Grundidee, dass
Para-Fähigkeiten auch
große Probleme mit
sich bringen:
Minoritäten,
gleichgültig wie
wertvoll, sind schwer in die
normale Gesellschaft zu
integrieren. Ein
großer Teil der
Handlung dieses Bandes
spielt in Neuseeland, einem
Land, das dem Autor durch
die Freundschaftlichkeit und
die unorthodoxen
Verhaltensweisen seiner
Menschen sehr ans Herz
gewachsen ist. Bitte
schreiben Sie mir, was Ihnen
gefallen hat und was nicht,
an hmaurer@iicm.edu
oder an Prof.Dr. H. Maurer,
IICM, TU Graz, Inffeldgasse
16 c, A-8010
Graz/Österreich.
Para-Begabte werden immer
bevorzugt behandelt! Viel Spaß
beim Lesen
Herzlichst Ihr H. Maurer Graz,
Frühjahr 2003
Leseprobe
(aus Kapitel 3)
In seiner Firma
redet Marcus mit dem
Geschäftsführer
unter vier Augen: "Robert,
ich brauche einen
Mitarbeiter, auf den ich
mich 100% verlassen kann.
Er muss jemand für
mich beobachten, darf
aber, egal wie unglaublich
das ist, was er vielleicht
sieht, niemand außer
mir davon erzählen."
Robert ist begreiflich
neugierig, aber er merkt,
dass Marcus nicht weiter
darüber reden will.
"Ich würde sagen,
nimm doch Paul Warren, auf
den ist wirklich
Verlass…und abgesehen
davon, dass er auch beim
'großen Unfall'
durch Euch gerettet wurde,
hast Du mir -erinnerst Du
Dich- vor einem Jahr nicht
erlaubt, ihn zu
kündigen."
Marcus bittet also Paul,
Barry und sein
Geschäft ab sofort
möglichst umfassend
zu beobachten, aber sich
über nichts zu
wundern und niemand von
der Überwachung oder
etwaigen Vorfällen zu
erzählen. Bei
irgendwelchen
Besonderheiten soll Paul
sofort Marcus per Handy
anrufen.
Marcus hat noch
einige Erledigungen in der
Stadt. Er besorgt Karten
für Maria und sich
für ein Musical im
Aotea Center, holt ein
paar Bücher aus der
Universitätsbibliothek
für Maria ab, trifft
sich auf einen Kaffee mit
Aroha, jener
rätselhaften jungen
Frau, die er vor Jahren
einmal kennengelernt
hatte, und die nach dem
Tod ihres Freundes in
tiefe Verzweiflung
stürzte, wo er durch
Zufall ein bisschen hatte
helfen können. Als es
gegen 20 Uhr Zeit wird,
allmählich auf die
Insel zurück zu
fliegen, klingelt
plötzlich sein Handy.
Zu seiner
Überraschung ist es
Paul, der etwas verlegen
sagt: "Ich weiß
nicht was ich mit dem
anfangen soll, was ich
erlebt habe, aber es ist
doch so ungewöhnlich,
dass ich es gleich
berichten wollte." Die
Stimme klingt
verunsichert, dass Marcus
fragt: "Paul, bist Du in
der Nähe von Barrys
Büro?" "Kann man wohl
so sagen", antwortet Paul
und kichert
eigentümlich. "OK,
treffen wir uns in 15
Minuten auf ein Essen in
der Bronce Goat in der
Ponsonby Road,
einverstanden?" "Klingt
gut", meldet sich Paul ab.
Marcus ruft Maria
an, dass er erst spät
kommen wird. Zu Aroha sagt
er: "Du, entschuldige wenn
ich jetzt abrupt gehe. Du
musst uns aber einmal in
unserem Haus auf der Insel
besuchen, versprichst Du
das? Das nächste Mal,
wenn Du eine Einladung
ablehnst, bin ich ganz
sauer." Aroha
lächelt: "Ich werde
kommen, wenn es irgendwie
geht". Sie umarmen sich
kurz, Aroha blickt Marcus
lange nach während
sie ihre uralte
Schnitzerei, den
"Mindcaller" wie sie ihn
nennt und den sie fast
immer trägt,
berührt. Marcus ist
ein guter Freund, ein
netter Kerl, aber da ist
noch etwas an ihm, und
irgendwie hängt das
mit ihrem Mindcaller
zusammen. Aber wie?
Die Bronce Goat ist
voll wie immer. Mit
Mühe finden Paul und
Marcus einen
einigermaßen ruhigen
Platz. Der Fischeintopf
und ein leichter
Weißwein sind
hervorragend.
"Schieß los", sagt
Marcus. Paul überlegt
kurz: "Also, ich war um
ca. 15 Uhr in der Bar auf
der anderen
Straßenseite, von wo
man das kleine
Reisebüro gut
beobachten kann. Ich habe
ein Skriptum mit, wie ein
Student, um einen guten
Grund zu haben, hier
länger zu sitzen.
Nach einem
größeren
Trinkgeld werde ich gut
bedient bzw. in Ruhe
gelassen. Zuerst ist gar
nichts los. Dann geht eine
wirklich bildhübsche
Chinesin in das
Reisebüro. Als sie
nach 30 Minuten noch immer
nicht herausgekommen ist,
muss ich nachsehen. Die
Eingangstür ist
offen, kein Wunder bei der
Hitze, aber der kleine
Verkaufsraum ist leer.
Dahinter ist ja eine
Tür zu einem anderen
Zimmer… ich schaue
vorsichtig hinein. Es ist
nur ein kleines,
fensterloses Zimmer mit
einer Badenische und einem
großen Bett. Und da
liegen Barry und die
Chinesin, splitternackt -
ach nein, sie hatte noch
die Stöckelschuhe an-
und na ja, sie treiben es,
und zwar ziemlich toll.
Sehr gelenkig, beide."
Marcus unterbricht: "Paul,
klingt ja ganz
interessant, aber ich
glaube diese Details sind
doch nicht so wichtig,
dass Du mich angerufen
hast?" Paul lacht: "Nein,
kommt schon noch. Aber
lass mich doch. Was bleibt
mir doch anderes
übrig, als ein
bisschen zuzuschauen. Die
beiden waren
unersättlich.
Schließlich bin ich
dann halt doch wieder
zurück in die Bar.
Die Chinesin kommt erst
einiges später
heraus. Die Kellnerin
findet mich jetzt auf
einmal sehr viel
interessanter: hält
mich wohl für einen
Detektiv, erzählt
mir, dass da drüben
oft die verschiedensten
Frauen auf eine Stunde
verschwinden und manchmal
recht zerzaust
herauskommen. Du wirst es
nicht glauben: sie wird
recht heiß beim
Erzählen, und ich
bin's noch vom Zuschauen,
so gibt ein Wort das
andere: ich treffe mich
mit der Kellnerin, wenn
sie um 22 Uhr fertig ist",
schmunzelt Paul und hebt
die Hand, um Marcus zu
hindern, dass er wieder
unterbricht. "Also, kurz
gesagt, das erste was ich
über Barry
herausfinde: er ist
offensichtlich ein
ziemlicher Weiberheld.
Aber jetzt kommt das
Unglaubliche. Barry
schließt um 18:00
von innen, verstehst Du,
von INNEN, das
Geschäft. Er kommt
nicht mehr heraus, es wird
dämmrig, es wird
drinnen kein Licht
angedreht, außerdem
muss doch auch Barry
irgendwann essen. Also
gehe ich so gegen 19:30
hinüber, läute
an, klopfe, keine
Reaktion. Komisch, denke
ich. Die Tür war ganz
leicht aufzukriegen, es
ist ja außer den
Dingen die vielleicht im
Safe eingesperrt sind
wirklich nichts, was man
stehlen will… außer
man fährt total auf
Reiseprospekte ab." "Du
bist eingebrochen?",
staunt Marcus. "Na, sagen
wir ich bin durch die
Tür hineingegangen
weil ich mir Sorgen um
Barry machte … vielleicht
hat er sich zu sehr
verausgabt, vorher, du
weißt ja. Aber, er
hat sich nicht zu sehr
verausgabt: er war einfach
nicht mehr da. Und das ist
warum ich dich angerufen
habe: da bin ich in Barrys
leerem Büro
gestanden, und du fragst
mich, ob ich noch in der
Nähe des Büros
bin. War schon zum
Kichern. Aber überleg
einmal: das gibt es doch
einfach nicht: er hat von
Innen zugesperrt, es gibt
nur einen Weg aus dieser
Bude, durch die Tür,
und dort ist er garantiert
nicht mehr herausgekommen.
Er hat sich in Luft
aufgelöst. Hast Du
eine vernünftige
Erklärung
dafür?"
Marcus schaut auf
die Uhr. "Ich habe keine
vernünftige
Erklärung. Ich werde
nachdenken. Danke dir. Ich
werde dich wieder
brauchen. Aber jetzt geh,
damit du deine Kellnerin
nicht versäumst… und
viel Spaß… und rede
nicht über das, was
du erlebt hast". "Geht
alles klar. Und du glaubst
mir wohl die Geschichte
nicht ganz", verabschiedet
sich Paul enttäuscht.
Marcus zuckt die
Schultern: "Würdest
Du sie mir glauben?" "Ich
würde wohl auch lange
nachdenken."
Zu Hause berichtet
er Maria. Sie sind sich
rasch einig: es gibt drei
mögliche
Erklärungen: erstens,
die wahrscheinlichste,
dass Paul übersehen
hat, wie Barry das
Geschäft
verließ… immerhin
war er ja durch die
Kellnerin
einigermaßen
abgelenkt; zweitens, es
könnte doch einen
anderen oder Geheimausgang
aus dem Büro geben;
und drittens, Barry ist
para-begabt, wenn sie sich
bei Lena nicht irren: kann
er am Ende durch
Wände gehen, wie
Marcus durch Wände
greifen kann? Kann er sich
unsichtbar machen? Kann er
Menschen durch eine Art
von Hypnose etwas
vortäuschen? Kann er
sich massiv verkleinern
und durch eine kleine
Öffnung entschwinden?
Da gibt es viele
Möglichkeiten, eine
fantastischere als die
andere....
Vorwort,
Leseprobe
Die
Siedlung der
Para-Begabten Kommunikationsbrille
und Computer Info,
Buchrückseite Der
Paradoppelgänger -
263 Seiten ISBN
3-902134-39-9, Freya
Verlag (2003)
www.freya.at Buch
bestellen
Paraschirm Xperten Samuel
Osborne
eigenständiger Roman
Durch
Zufall
stößt
das
parapsychologisch
begabte
Team
aus
Neuseeland, das in allen
Romanen der XPERTEN-Saga
eine entscheidende Rolle
spielt, auf drei ganz
besondere Parabegabungen
in
Südwestaustralien:
auf Ryan, der in der
Lage ist ein
schützendes
Energiefeld um sich und
andere Menschen
aufzubauen und auf seine
Freundin Hannah, eine
Parasensorin, die ihre
Fähigkeiten zur
temporären
»Lähmung«
von anderen Menschen
einsetzen kann. Nur
durch die Kombination
ihrer Begabungen gelingt
es, die gewissenlosen
Pläne Dr. Campbells
zu durchkreuzen, der
versucht mit seiner
Parabegabung andere
Menschen zu beherrschen.
Obwohl es dem Team aus
Neuseeland
gelingt, in einer
kritischen Situation
helfend einzugreifen,
bleibt die Macht des Dr.
Campbell ungebrochen.
Die Handlung spielt vor
dem authentisch
geschilderten
Hintergrund
Südwestaustraliens
und lässt den Leser
durch das immer raschere
Tempo nicht mehr los.
Vorwort
des
Herausgebers
Dieses
Buch ist ein
weiterer Roman in
der ständig
wachsenden
XPERTEN-Saga. Er
ist
unabhängig
von den anderen
Büchern in
dieser Reihe
lesbar, auch wenn
Fans der
XPERTEN-Sage gegen
Ende des Romans
die eine oder
andere lieb
gewonnene Person
wieder treffen
werden. Mehr zur
XPERTEN-Sage am
Ende des Buches.
Jetzt verbleibt
mir nur, dem Autor
Sam Osborne
für seine
Kooperation bei
der Verfassung des
Romans zu danken:
Ich hatte das
Vergnügen,
viele Details mit
diesem begabten
jungen Mann zu
diskutieren. Ich
danke Robert
Stubenrauch
für die
gelungene
Übersetzung
und dem Freya
Verlag für
die nun schon
mehrfach
bewährte gute
Kooperation. Den
Lesern
wünsche ich
so viel
Spaß, wie
mir der Roman
gemacht hat. Ich
freue mich
über jede
Rückmeldung
per hmaurer@iicm.edu.
Leseprobe
(aus
Teilen des
Kapitel 1)
Perth,
West-Australien
Mai 1991
Im
Mutterleib wird die
Aura des Kindes
aktiviert und sie
dehnt sich behutsam
als ein
energetischer Schirm
um seinen
Körper aus. Die
Nabelschnur hat sich
um den Hals des
Ungeborenen gelegt,
aber durch den
unsichtbaren
Schutzschild im
Inneren des
Körpers der
Mutter scheint die
Gefahr des
Sauerstoffmangels
vorerst gebannt.
Schnell, aber
ohne Hast, reicht
die Krankenschwester
dem Arzt die
Klammern.
Hochkonzentriert
beginnen sie mit
präzisen
Notfallsmaßnahmen,
um diese schwierige
Entbindung zu
unterstützen.
"Wird das
Baby gesund sein?",
fragt die Mutter
zaghaft, aber doch
voll Hoffnung. Der
Arzt wirft einen
kurzen,
mitleidsvollen Blick
auf die Frau und
wendet sich wieder
dem Monitor zu. Die
Herztöne des
Kindes werden
langsam
schwächer.
Die Eltern
tauschen einen
langen, intensiven
Blick "Wird es
überleben?" Die
Frage des Vaters
zerschneidet das
Schweigen. Als
Antwort ist statt
des pulsierenden
Herzens nur noch ein
durchdringender,
konstanter Ton zu
hören; die
Linie am Bildschirm
bleibt flach. Die
Eltern fassen sich
stärker an den
Armen und beginnen
ein verhaltenes
Schluchzen. Der
Doktor gibt sich
geschlagen und
lässt den Kopf
sinken. Langen,
quälendes
Schweigen
erfüllt den
Raum.
Der
Assistenzarzt, ein
Mann Ende Zwanzig,
steht im Hintergrund
und fixiert mit
durchdringendem
Blick den
Herzmonitor. "Na
kommt schon,
Kleines!",
flüstert er zu
sich selbst. "Es ist
noch nicht zu Ende,
ich kann dich immer
noch fühlen!"
Biep ...
biep. Der
Herzmonitor! Biep
... biep. Noch
einmal! Der
ältere Arzt
hebt seinen Kopf,
blickt
überrascht die
Eltern an, dann den
Monitor.
"Unmöglich",
murmelt er
ungläubig. Noch
einmal blickt er die
Eltern an, diesmal
lächelnd.
"Das Herz des
Kindes schlägt
wieder!", ruft die
Schwester. Mit einem
Schlag ist das Team
wieder voll
einsatzbereit, nur
der Assistenzarzt
steht weiter ruhig
da. Auch er
lächelt.
"Sieht ganz
danach aus, dass das
Kind jetzt
rauskommen will. Ein
Wunder", sagt der
Arzt zu den Eltern,
die jetzt neue
Hoffnung in den
Augen haben."...
Das Baby Ryan
als
fünfjähriger:
Cottesloe Beach,
Perth Jänner
1996. ...
"Papa, kann
ich da
rübergehen?",
fragt Ryan seinen
Vater und deutet zum
Ende des Dammes.
Jack sieht nicht
einmal auf, sondern
starrt weiter nach
seiner Angelschnur.
"Ja, aber
pass auf. Und geh'
nicht so weit, dass
ich dich nicht mehr
sehen kann."
Ryan geht
los, zwischen den
Anglern und den
herab baumelnden
Haken auf dem
schmalen Betonpfad
in der Mitte der
Mole.
"Aber bleib
nicht zu lange weg,
wir müssen bald
aufbrechen!", ruft
Jack seinem Sohn
nach, und diesmal
sieht er auch nach
ihm. "OK, Papa". ...
Eine weitere Welle
donnert heran und
die Gischt macht
Ryans Kleidung nass.
Aufgeschreckt
springt er hoch und
beginnt zurück
zu klettern. Da
stürzt noch
mehr salziges Wasser
auf ihn nieder und
durchnässt ihn
bis an die Haut. Er
hält inne und
beginnt zu weinen.
Die Flut hat
eingesetzt und der
Wind wird
stärker. ...
Unter der
wild
schäumenden
Meeresoberfläche
sinkt Ryan sanft am
Rücken gleitend
zu Boden. Mit weit
aufgerissenen Augen
hat er Arme und
Beine in federnden
Bewegungen
ausgestreckt.
Allmählich
trocknet seine
Kleidung. Das Wasser
spült nahe an
seiner Haut vorbei
ohne sie zu
benetzen. Sein
Körper ist
vollkommen
unversehrt und er
hat aufgehört
zu schreien. Die
schimmernden
Lichter, die aus der
anderen Welt
jenseits der
Wasseroberfläche
dringen, lösen
sich allmählich
in einem
verschwommenen
Schein von Grün
und Weiß auf.
Ryan ruht sanft und
friedlich. Da
beginnt sich der
Raum zwischen seinem
Körper und dem
Wasser zu einer
opalisierenden
sphärischen
Form auszudehnen.
Er nimmt
einen tiefen Atemzug
und beobachtet voll
Erstaunen wie das
kugelartige Gebilde
um ihn
größer
wird, bis sein
Wachstum
schließlich in
etwa einem Meter
Entfernung zum
Stillstand kommt.
Ungläubig
blickt er an sich
hinunter und
berührt seine
Hose. Sie ist
trocken, so wie
alles an ihm.
Das Grollen
der krachenden
Wellen über ihm
und das Gurgeln der
See dringen nur
gedämpft zu
Ryan in seine
beschützende
Blase, die von der
Strömung
geschaukelt wird.
Die Hülle
federt alle
unsanften
Stöße ab,
so dass Ryan
gemächlich
knapp über dem
sandigen Meeresgrund
dahin treibt.
Bei ihrer
Tätigkeit als Beraterin
stößt Dr. Amanda
‘Mandi’ Webber in Indonesien auf
eine illegale
Produktionsstätte für
E-Helper. Der Bruch des
Patentrechtes ist aber nur der
Anfang einer Reihe von
Enthüllungen … Mandi
forscht Information aus, die die
gefährliche, ja
tödliche Auswirkung von
elektromagnetischer Strahlung –
des E-Smogs – belegen. Mit
Unterstützung der Gruppe
von Parapersonen um Marcus
Waller will sie damit an die
Öffentlichkeit gehen. Ein
mächtiges, multinationales
Konsortium von Konzernen ist
damit allerdings nicht
einverstanden und hat andere
Pläne. Die
Veröffentlichung der
Forschungsergebnisse soll mit
allen Mitteln verhindert werden.
Erschienen am
01.08.2005 ISBN Nr:
3-902134-75-5 Preis: EURO 10,--
14,8 x 21 cm; 280 Seiten; Pb.;
übersetzt aus dem
Englischen von Robert
Stubenrauch; Herausgeber der
Xperten-Reihe Hermann Maurer
Verlag.Freya
Vorwort
des Herausgebers
Dieses Buch ist
ein weiterer Roman in der
wachsenden XPERTEN-Saga. Der
vorliegende Roman ist
unabhängig von den anderen
zu lesen, jedoch gibt es manche
Überschneidungen bei den
handelnden Personen, die Lesern
der XPERTEN-Reihe sicher
Spaß machen.
Das Thema des
Buches, elektromagnetische
Verschmutzung unserer Welt durch
zu viele Geräte, die
elektromagnetische Wellen und
Felder erzeugen, ist ein heikles
Thema: einerseits gibt es
durchaus ernstzunehmende
Wissenschafter, die von den
negativen Auswirkungen von
solchen Phänomenen auf
(manche) Menschen überzeugt
sind (wir haben dazu einiges im
Anhang zusammengestellt),
andererseits gibt es auch viele
Untersuchungen, die keine
schädlichen Auswirkungen zu
belegen scheinen. Möge sich
der Leser selbst ein Bild
machen, absurd ist das
beschriebene Szenario, das in
der nicht zu fernen Zukunft
spielt, jedenfalls nicht.
XPERTEN Bände
werden entweder von mir selbst
geschrieben, oder nach einem
kurzen Expose wie in diesem
Fall. Alle Romane sind eine
Mischung von Wissenschaft und
Pseudo-Wissenschaft, eingebettet
in eine spannende Situation, die
sich quer über den Weltball
verstreut abspielen.
In diesem Sinn
passt e-Smog sehr gut in die
XPERTEN-Reihe! Ich wünsche
allen Lesern wünsche viel
Spaß! Bei Ann Backhaus,
der Autorin, kann ich mich
für die nette und
reibungslose Zusammenarbeit
bedanken, und beim Freya Verlag
wie immer für optimale
Unterstützung!
Wenn Sie positive
oder negative Anmerkungen haben,
bitte schreiben Sie mir unter
hmaurer@iicm.edu. Wenn Sie
wünschen, dass ich etwas an
Ann Backhaus weiterleite, bitte
Email auf Englisch verfassen.
Mehr zu den Bänden in der
XPERTEN-Reihe am Ende des
Buches! Ich freue mich über
jede Rückmeldung per hmaurer@iicm.edu.
Leseprobe
(aus Teilen des Kapitel
1) 16. Juni 2003 Colorado
Springs, Colorado, USA
Mandi wirft noch
einmal einen Blick auf die Uhr -
und ihre Lippen werden
schmäler. 15 Minuten schon!
Sie klappt ihren e-Helper1 auf,
die gängige Kombination aus
Handy, Computer und
Internetbrowser, und wählt
Ramus Nummer, aber wieder erreicht
sie nur seine Sprachbox. Ramus
Flug ist doch planmäßig
gelandet, wo bleibt er nur?
"Mandi! Wir brauchen einen
Plan B, und zwar schnell!"
Mandi sieht den Mann an,
der sie angesprochen hat, und sie
braucht einige Augenblicke, um ihn
als Forschungsassistenten
wiederzuerkennen. Für die
geplante Demonstration bei dieser
Kongresseröffnung hat er sich
in einen eng anliegenden schwarzen
Dress mit einem aufgenähten
grellroten Blitz gekleidet. Mandi
hat ein ungutes Gefühl, dass
sie mehr als nur einen Plan B
brauchen werden. Sie nickt ihrem
Kollegen matt zu und geht auf die
provisorische 'Bühne' zu. Ein
paar einfache Bretter, nur knapp
über dem Erdboden.
Mandi geht zum vorderen
Rand und bleibt stehen. Spannung
unter den mehr als 150
Wissenschaftern aus aller Welt.
"Es tut mir Leid, dass wir
noch nicht beginnen können,
aber Dr. Ramu Visra ist noch nicht
eingetroffen." Leises Murmeln und
Wispern. " Ich kann ihn im Moment
nicht erreichen, aber ich kann
Ihnen versichern, dass sein
Flugzeug sicher gelandet ist. Er
muss in einem Stau stecken ... Ich
bin sicher, er wird in wenigen
Minuten hier sein." Mandis Stimme
versagt. Sie blickt in die Runde
und nimmt die besorgten Gesichter
der Kollegen wahr, mit denen sie
seit Jahren zusammenarbeitet.
"Also", sagt sie mit
gespielter Begeisterung, als ob es
nur genügend Elans
bedürfe, um Ramu in ihrer
Mitte materialisieren zu lassen,
"in der Zwischenzeit, bis er hier
ist, erzähle ich Ihnen ein
wenig über Dr. Ramu Visra.
Viele von Ihnen kennen ihn wohl
nur unter seinem Spitznamen
'e-Man', der nicht - wie viele
glauben - für 'extremer Mann'
steht, obwohl er sicher ein
extremes Potenzial hat. Nein,
'e-Man' soll heißen:
'elektromagnetischer Mann'. Dr.
Ramu Visra ist der weltweit
führende Forscher im Bereich
Elektrosmog oder e-Smog. ...
Die Erwartungen der
Kongressteilnehmer sind hoch,
ungeachtet des verzögerten
Starts der Veranstaltung. Was
viele seit Jahren vermutet haben,
nämlich die potenziell
gefährliche - ja,
tödliche - Wirkung von
e-Smog, hat Dr. Visra offenbar
jetzt in umfassenden und
intensiven Versuchen nachweisen
können. Die Dokumentation der
entsprechenden Versuche hat er
bisher allerdings streng unter
Verschluss gehalten. Keine Details
sind bisher an die
Öffentlichkeit
durchgedrungen. ...
Mandi hält sich den
e-Helper ans Ohr und die
Anwesenden verharren in
angespannter Stille. Nur eine
leichte Brise Wind treibt ein paar
Blätter raschelnd über
den Boden ihres
'Freiluft-Hörsaals'.
Die Leute in den vorderen
Reihen bemerken, dass Mandi kurz
den Atem anhält, bevor sie
sich von der Menge abwendet und
zur Seite sieht. Der Anblick der
dicht belaubten, starken
Bäume gibt ihr gerade genug
Kraft, um sich wieder ihren
Kollegen zuzuwenden. Mit
stockender Stimme beginnt sie:"Es
hat einen schrecklichen Unfall
gegeben... vom Flughafen... Ramu
ist tot. Seine Freundin, Stephanie
McGrath, ist in einem kritischen
Zustand. Ich... ich... weiß
nicht, was ich sagen soll..."
Sie muss nichts sagen. Die
Anwesenden werden unruhig und
Stimmen erheben sich überall.
Wildfremde Personen sprechen sich
an, um ihrem Unglauben Ausdruck zu
verleihen. Fragen werden quer
durch die Menge gerufen. Gemeinsam
trauert man um einen Mann, den die
wenigsten persönlich gekannt
haben, mit dessen Wissen aber das
Leben sehr, sehr vieler Menschen
eine positive Wende hätte
nehmen können.
Das ganze Ausmaß des
Schreckens wird allerdings erst
etwas später zutage treten,
wenn entdeckt wird, dass
ungefähr zur Zeit von Dr.
Visras 'Unfall' in sein kleines
Labor an der malaysischen
Universität eingebrochen
wurde. Seine Arbeitsstätte
wurde geplündert und
zerstört, die Dokumente
gestohlen, und ein Computervirus
fraß sich durch die
digitalen Speicher der
Laboratoriums-PCs und des
zentralen Servers. Ein
elektrischer Schaden verschmorte
auch die Sicherheitskopien der
Universität bis zur
Unbrauchbarkeit. das Gebäude
steht an diesem Tag leer, denn die
gesamte Kollegenschaft besucht
auswärts einen Workshop zur
beruflichen Weiterentwicklung. Das
Geld dafür hat ein anonymer
Sponsor bereitgestellt.
Dr. Ramu Visra und seine
Daten sind nicht mehr. ... ... Vorwort
des Buches Leseprobe Info,
Buchrückseite Buch
bestellen E-Smog - 280
Seiten ISBN 3-902134-75-5 Freya
Verlag (2005) Freya
Verlag
Descrizione: Man
schreibt das Jahr 2019. Ein
Atomkrieg zwischen Indien und
Pakistan, ausgelöst durch den
Kashmir-Konflikt, scheint
unvermeidlich: Zum ersten Mal seit
74 Jahren wird wieder
beabsichtigt, Atomwaffen gegen
Menschen einzusetzen. Der indische
Subkontinent, ja die ganze Welt
ist in Gefahr und es gibt keinen
Ausweg! Die Paragruppe um Marcus,
die ihr Hauptquartier in
Neuseeland hat, versucht
einzugreifen ? mit verheerenden
Ergebnissen. Wird die Paragruppe
an den entsetzlichen Ereignissen
zerbrechen? Besteht eine
Verbindung zwischen der schwarzen
Kugel Atlantis aus der ferneren
Vergangenheit und dem
geheimnisvollen Tier "DAS SIE" und
können diese Rettung
bringen?01Hermann Maurer studierte
Mathematik und Physik in
Österreich, Informatik in
Kanada. Er war einige Jahre in der
Industrie tätig, aber ist nun
seit mehr als 30 Jahren
Universitätsprofessor
für Informatik an
Universitäten in Kanada, USA,
Deutschland, Brasilien,
Australien, Neuseeland und vor
allem an der Technischen
Universität Graz in
Österreich. Er ist mit
zahlreichen wissenschaftlichen
Büchern und über 500
wissenschaftlichen Publikationen
in seinem Bereich der Informatik
aktiv tätig, ist aber auch
seit vielen Jahren
schriftstellerisch aktiv, oft
unter einem Pseudonym.
Categoria:
Science
Fiction / Fantasy Report: Führen
wir nicht bzw. nicht mehr Autore: Maurer
Hermann Editore:
Freya Edizione:
2004.
232 S. 19,5 cm Language:
German Collana:
Xperten
Bd.3 ISBN: 3902134615 ISBN-13:
9783902134615 Weight: 255 g Prezzo: € 11.00
Quelle
Vorwort
Dieses Buch "Xperten 3: Der
Parakämpfer" ist ein in
sich abgeschlossener Roman.
Diese Reihe ist eine Sammlung
von vielen in sich verzahnten
Romanen, bei der die einzelnen
Bände von verschiedenen
Autorenkombinationen verfasst
sind, sich aber stete mit Themen
wie Parapsychologie und
Informatik und denselben
Personen (wie zum Beispiel
Marcus und Maria als
Zentralfiguren)
beschäftigen.
Das
"Rückgrat" der Reihe sind die
Bände 1, 2, 3 usw., die ich
schreibe und die auch im Stil
einheitlich sind: eine Mischung
von Parapsychologie,
zukünftiger
Informations-Technologie, Science
Fiction, verwoben mit Abenteuer-,
Reiseschilderungen und ein
bisschen Sex. Die anderen
Bände sind über
Personen, Daten und Ereignisse
verzahnt, aber ihr Stil kann ganz
anders sein: Das hängt von
den Autoren ab! Nur Band 0 ist
eine Ausnahme, denn er ist eine
Sammlung von Kurzgeschichten, von
denen einige Themen in den Romanen
aufgegriffen werden. Mehr zu den
Bänden in der Xperten-Reihe
im Nachwort.
Alle Handlungen, Ereignisse
und Personen in diesem Roman sind
frei erfunden. Auch faktische oder
geografische Aussagen entsprechen
nicht immer in der gebrachten Form
genau der Wirklichkeit oder
Wahrheit. Dennoch lehnen sich
viele - vor allem geografische -
Details und Schilderungen an die
Wirklichkeit an, wie ich sie oder
andere Autoren erlebt haben, aber
vielleicht schon vor einiger Zeit!
Der Obertitel der
Romanserie "Xperten" - siehe www.iicm.edu/Xperten
wurde gewählt, weil alle
Autoren Experten in irgendeinem
Gebiert sind. Die immer wieder
verwendete Vorsilbe "para"
bedeutet nach Brockhaus "von der
Norm abweichend" und sagt damit
sehr deutlich, dass sich die
Bücher mit Themen
beschäftigen, die über
den heutigen Horizont hinausgehen,
von "übernatürlichen
Fähigkeiten" bis hin zu neuen
(oder auch noch gar nicht
entdeckten)
naturwissenschaftlichen
Phänomenen. Das in meinen
Bänden die
Computertechnologie eine
große Rolle spielt,
möge man mir verzeihen.
Bitte schreiben Sie mir,
was Ihnen gefallen hat und was
nicht, an hmaurer@iicm.edu
oder an Prof.Dr. H. Maurer, IICM,
TU Graz, Inffeldgasse 16 c, A-8010
Graz/Österreich.
Leseprobe (aus Kapitel 1)
8. Dezember 2019, 11:00
(Islamabad-Zeit)
Der pakistanische
Präsident, General Ibn
Muhammed Yussin, sitzt zu
dieser Zeit am selben Tag mit
seinem Generalstab im
bombensicheren Kriegsraum in
Islamabad und geht noch einmal
die Invasionspläne zur
Eroberung von Kashmir durch.
General Massuda stürzt
herein: "Die Inder öffnen
die Raketensilos an der
Ostküste Indiens und
treffen
Abschussvorbereitungen." "Ist
das sicher?", erkundigt sich
General Yussin, setzt aber
gleich fort: "Und ist es
verifiziert, dass an keinen
anderen Stellen in Indien
Abschussvorbereitungen
getroffen werden?" Die
Berichte der Agenten sind
eindeutig: Was immer Indien
vorhat, es ist kein
Großangriff, aber sehr
wohl einer mit atomaren
Waffen.
Yussin ist entsetzt. Er
hatte immer damit gerechnet,
dass seine Drohung vor zwei
Jahren an den Premierminister
Vajassi genügen
würde, diesen vor
extremen Handlungen
zurückzuhalten und dass
dieser daher auch die
Eroberung Kashmirs hinnehmen
würde. Er hat sich
geirrt! Aber er durchschaut
die Pläne der Inder
sofort: Diese wollen 'nur'
gezielt seine Atomwaffen
ausschalten und dann in einem
konventionellen Krieg Jammu
und Kashmir verteidigen; dies
wäre auf Grund ihrer
Kampfstärke mit
Sicherheit erfolgreich.
Yussin denkt keinen
Augenblick daran nachzugeben:
Noch könnte er einen
Anschlag Indiens verhindern,
indem er die Invasion Kashmirs
aufgibt, soft Vajassa
über Verbündete
kontaktiert und dem seit
Jahren in der Schublade
liegenden ausgehandelten
Atomabrüstungsvertrag
zwischen Pakistan und Indien
zustimmt. Aber hieße das
nicht sein Gesicht zu
verlieren? Ohne Zögern
stellt Yussin daher die
Weichen für die
größte Katastrophe
in der Geschichte der
Menschheit:
"Wir sind alle nicht in
der Lage, den geplanten
Atomüberfall Indiens zu
verhindern. Er wird aber
unsere Erzfeinde teuer zu
stehen kommen. Ich befehle,
alle verfügbaren
Atomraketen auf Ziele in
Indien zu programmieren, die
großen Städte
vorrangig. Je nach Sprengkraft
sind die Bomben so
einzustellen, dass sie in
optimaler Höhe über
dem Boden explodieren, um eine
möglichst große
Fläche zu zerstören.
Wann können sie starten?"
"Wir sind vorbereitet.
Die ersten Atomraketen
können bereits um 13:30
Uhr abgeschossen werden.
Allerdings ... Werden dann die
Inder nicht auch mit aller
Macht zurückschlagen?"
"Ich denke nicht, wenn
wir das Land sofort und total
vernichten. Wir werden jedoch
durch unser blitzartiges
Vorgehen so viele der
Befehlshaber töten, dass
Indien keine Atomraketen mehr
starten kann: Die
Schwächlinge in Indien
haben ja wie etwa die USA
vorgesehen, dass Atomraketen
nur von zwei Personen zusammen
gestartet werden können."
Die Generalstabssitzung
wird unterbrochen, der
Angriffsplan eingeleitet.
Selbst die Generäle
können ein Schaudern
nicht unterdrücken: Auch
wenn die Rechnung Yussins
aufgeht, sie morden Hunderte
Millionen Zivilisten. Der
radioaktive Fallout wird sogar
ihre eigenen Familien und die
ganze Welt verseuchen - wie im
Schreckensszenario des Romans
'On the Beach' von Nevil
Shute.
Die Vorbereitungen der
Inder bleiben auch vielen
anderen Ländern nicht
verborgen. Niemand
außerhalb Indiens und
Pakistans ahnt allerdings,
dass die Welt vor ihrem
Untergang steht, dass die
Raketen von beiden Seiten
gleichzeitig abgefeuert werden
sollen, denn 13:30 Uhr in
Islamabad entspricht 14 Uhr in
Delhi!
Die
Großmächte, die den
bisherigen Verlauf der
Auseinandersetzung um Kashmir
als eine mehr in einer langen
Reihe von vorhergehenden
gesehen hatten, beginnen das
Ausmaß der Gefahr zu
erkennen.
Kommunikationsleitungen laufen
heiß, der Druck auf
Indien und Pakistan ist enorm.
Doch bald wird klar, dass
Pakistan nicht
zurückweichen wird und
dass unter diesen
Umständen das indische
Vorgehen eines begrenzten
Präventivschlags von
einigen Regierungen mit einem
gewissen Verständnis, ja
sogar Hoffnung gesehen wird.
Selbst Neuseeland
greift ein. Auf einem
ungewöhnlichen Weg
kontaktiert die
Premierministerien einen Mann
in Pakistan: "Der Notfall
tritt ein. In Indien aktiviert
man Chandipur, in Indien beide
große Abschussbasen.
Sind die Vorbereitungen
dafür getroffen?"
Die Antwort kommt fast
gereizt: "Abgesehen von den
bekannten
Unsicherheitsfaktoren: Ja. Und
wir kennen auch die Zeit der
geplanten Abschüsse.
Hoffen wir das Beste."
Die PM bedankt sich bei
der Vermittlungsstelle auf
Great Barrier Island, auf
einer Insel vor Auckland: Es
ist in Neuseeland inzwischen
später Abend und sie
weiß, es wird eine lange
Nacht werden. Sie hat nun
Telefongespräche mit den
USA, mit Russland und mit
China vor sich und wird die
Regierungen dort durch ihren
Optimismus verblüffen.
Paranetz Xperten
Im
Jahr 2080 bricht »das
Netz«, der Zusammenschluss
aller Computernetze, zusammen.
Weltweit bricht totales Chaos aus
– Millionen von Menschen sterben,
Milliarden sind vom Tod bedroht.
Gibt es einen Ausweg? Ja, man muss
in der Vergangenheit, im Jahre
2021, einen Terroranschlag
durchführen!
Erschienen
am
01.01.2004
ISBN
Nr:
3-902134-72-0
Preis:
EURO
10,--
240 Seiten, Taschenbuch Verlag.Freya
Vorwort
"Das
Paranetz" ist ein in sich
abgeschlossener Roman. Obwohl ich
hoffe, dass er an Spannung und
Vielfalt das bietet, was Leser
erwarten, ist er mehr als nur
Unterhaltung. Er zeigt auf, wie
gefährdet wir sind, wenn wir
uns auf eine zu vernetzte, zu
automatisierte Welt verlassen.
Doch er offeriert auch, anders als
der Orwell'sche Klassiker vom
'Großen Bruder', einen
hellen Streifen von Optimismus mit
konkreten Andeutungen, wie sich
die Verwendung der Technologie
ändern sollte.
In diesem Sinn hoffe ich,
dass das Buch alle jungen Menschen
lesen, die einmal die Zukunft der
Welt mitbestimmen werden, aber
auch die heutigen
Entscheidungsträger und
Interessierte, die positiv in die
angedeutete Richtung wirken
können.
Wenn nebenbei durch den
Hinweis auf andere Bücher der
Xperten-Reihe Neugier auf diese
entsteht, dann ist das zwar nicht
unbeabsichtigt, aber nicht das
Hauptanliegen dieses Buches. Dazu
ist das - unterhaltsam
dargestellte Thema - einfach zu
ernst.
Wenn die Entwicklung von
Computern und die Globalisierung
mit diesem Buch auch nur um eine
Nuance beeinflusst wird, dann habe
ich mein Ziel erreicht. Ich habe
es auch erreicht, wenn Leser beim
nächsten Zusammenbruch des
Internets, des Stromnetzes oder
des Verkehrs (und diese
Zusammenbrüche kommen
bestimmt) dieses Buch zur Hand
nehmen und sich damit
trösten, wie gut es ihnen
doch vergleichsweise (hoffentlich)
geht, und dann verstehen, dass wir
die Ursache für solche
Zusammenbrüche bekämpfen
müssen und können.
Wie immer ging das
Rohmanuskript an eine Reihe von
Freunden mit der Bitte um
Kommentare. Ich bin für die
vielen Hinweise dankbar und
entschuldige mich dafür, dass
ich nicht alle aufgreifen konnte.
besonders dankbar bin ich (in
alphabetischer Reihenfolge) Lisa
Maurer für wichtige "globale"
Hinweise, Helmut Paurer für
die Ermunterung, Thorsten Ries
für seine zahlreichen
Korrekturen und vor allem
Günter Schreier für die
Berichtigungen und Hinweise.
Über positive und
negative Anmerkungen zum Buch - an
hmaurer@iicm.edu
- freue ich mich sehr: Nichts ist
schlimmer als ignoriert zu werden.
Leseprobe (Eine
gekürzte Version der ersten
Buchseiten) 1. Zusammenbruch in
Graz,
Österreich Sonntag, 9.
Juni 2080, 5:00
Unruhig
wälzt sich Karl im Bett.
Das Gefühl: "Es ist etwas
nicht in Ordnung", wächst
immer mehr, bis es
schließlich die Wand
seines Schlafes zerbricht.
Als er die Augen
öffnet sieht er im
schwachen Schimmer der
Nachtleuchte am Fußende
des Bettes schemenhaft das
vertraute Schlafzimmer. Die
von der Zeituhr gesteuerten
Weltfenster sind noch dunkel.
Die Luft ist stickig und
wärmer als
gewöhnlich. Mit
Überraschung setzt sich
Karl seinen XP1
auf. Dieser schaltet ungefragt
seine Infrarotlampe ein, so
dass Karl durch die Brille,
die Teil des XP ist, wohin er
sich wendet nun alles deutlich
schwarz/weiß sehen kann:
nichts erscheint
ungewöhnlich. Seine junge
Frau Christina liegt mit dem
Rücken zu ihm in einem
leichten Bogen. Die dünne
Bettdecke hat sie abgestreift
- auch ihr scheint es zu warm
zu sein... (Auslassung
hier) ... Einen Moment
lang zögert Karl, ob er
sich nicht an ihren
Rücken kuscheln soll,
aber er spürt die
Ungeduld des XP und seine
eigene Unruhe.
"Was ist eigentlich
los, XP?", fragt Karl
schließlich tonlos.
"Das gesamte
Computernetz im Haus, und
soweit ich es registrieren
kann, weit darüber
hinaus, ist ausgefallen, und
dadurch wohl auch alle
elektrischen Geräte."
Karl ist irritiert:
"Aber es brennt doch zum
Beispiel das Nachtlicht!"
"Das ist nur der
Notstrom aus der
Brennstoffzelle, die das Haus
beim Ausfall des Stromnetzes
mit den wichtigsten Funktionen
versorgt. Die Situation ist
wirklich recht
ungewöhnlich", setzt XP
fort, "denn eigentlich sollten
auch die Klima- und
Belüftungsanlage durch
den Notstrom betrieben werden.
Offenbar sind aber auch
diverse Steuercomputer
ausgefallen. Auch ich bin in
Mitleidenschaft gezogen: ich
kann mit anderen XPs nicht
mehr kommunizieren. Dass
dieses mit weiter entfernten
nicht geht, ist eine klare
Folge des Netzausfalls. Jedoch
sollte ich Kontakt mit XPs und
anderen elektronischen
Geräten in der Nähe
haben, aber selbst eine so
einfache Technologie, die man
schon vor 85 Jahren
rudimentär angewendet2,
hat funktioniert zurzeit
nicht."
"Wie ist das
möglich", wundert sich
Karl, "die Technologie kann
doch nicht plötzlich
versagen?"
"Nein, die
physikalischen Grundlagen
natürlich nicht. Aber
irgendwie wurden die
Programme, die mir die
drahtlose Kommunikation
erlauben, genau so
zerstört wie die
Programme vieler
Steuerungseinrichtungen.
Gleich eine Warnung dazu: ich
kann dir zurzeit keine
Türen öffnen, wie du
es gewöhnt bist!"
"Warum hast Du mich
nicht geweckt?", sagt Karl
vorwurfsvoll. "Der Netzausfall
erfolgte um 4:34. Da war ich
zunächst auch ganz
durcheinander, da ich
plötzlich von der
gesamten Welt abgeschnitten
war. Selbst meine Sensoren
lieferten keine Daten, doch
die entsprechenden Programme
konnte ich inzwischen selbst
neu starten. Außerdem
hätte ich nicht nur dich,
sondern auch vermutlich
Christina aufgeweckt.
Schließlich hat es kurze
Netzausfälle ab und zu
gegeben, allerdings so
dramatisch und inzwischen so
lang andauernd wie diesen seit
Jahrzehnten nicht. Als ich
schließlich beschloss
dich aufzuwecken, da sah ich,
dass du ohnehin schon selbst
unruhig wurdest."
"Es ist sicher
draußen schon hell",
meint Karl, "ich werde einmal
ins Freie gehen."
"Ja, sicher eine gute
Idee", kommentiert XP, "nur
wirst du den Notausstieg
nehmen müssen: der Aufzug
funktioniert auch nicht."
Leise verlässt
Karl das Schlafzimmer und geht
durch die offene Tür in
den Gang. Hier und auch in den
Wohnzimmern brennt nur die
Notbeleuchtung. Nirgends
schaltet sich automatisch ein
Licht ein. Als er auf die
Tür zum Vorraum zugeht
ruft der XP: 'Achtung', aber
es ist zu spät: mit
einiger Wucht prallt Karl
gegen die Tür, die sich
nicht wie sonst wie durch
Geisterhand geöffnet hat.
"Ich werde vorübergehend
wohl in einigen Punkten
umdenken müssen", wird
sich Karl bewusst,
während er seine Stirne
betastet, wo sich eine Beule
zu bilden beginnt.
Der Notausstieg nach
oben bereitet keine
Schwierigkeiten, und auch die
Luke lässt sich bequem
öffnen. Nun steht Karl
auf der Wiese, unter der sich
das Haus befindet.
In den letzten 40
Jahren wurden Häuser aus
vielerlei Gründen
zunehmend unterirdisch3
gebaut: Die Heizung bzw. die
Kühlung der Häuser
ist während des ganzen
Jahres wenig energieaufwendig.
Obwohl der drohende Atomkrieg
zwischen Indien und Pakistan
2019 wie durch ein Wunder
nicht stattfand4,
hatte sich die Zahl der
Länder mit Atomwaffen
weiter vergrößert,
und war ein Atomkrieg nie ganz
auszuschließen. Da es
seit Jahrzehnten billige
'Weltfenster' gibt,
Bildschirme, die wie Fenster
aussehen, die aber gespeist
werden von Kameras, die
irgendwo sonst in der Welt
stehen, kommt in den unter der
Erdoberfläche liegenden
Häusern kein
'Bunkergefühl' auf. Ein
Wohnzimmer mit Fenstern, von
denen eines den aktuellen
Blick auf einen Strand in
Hawaii, das zweite einen Berg
im Himalaja, das dritte einen
Wasserfall in Österreich
zeigt, usw. gilt am Anfang als
kitschig, wird allmählich
aber zum Hit.
Schließlich kann man
jederzeit den Blick aus den
Fenstern ändern, wenn man
eine andere Stimmung
bevorzugt! ...
(Auslassung) ...
Jetzt steht Karl auf
ca. 800 Quadratmeter Garten,
von dem sonst ein
Großteil durch Haus und
Mehrplatzgarage verschwendet
werden würde. Dass die
Garagen für die Mollers5
inzwischen auch alle
unterirdisch liegen, ist klar.
Und dass die Mollers, die
über Satellitensteuerung
vollautomatisch von jedem
Punkt zu jedem Punkt fliegen,
zurzeit nicht einsetzbar sind,
wird Karl vom XP ungefragt
mitgeteilt. So erblickt Karl
vom Abhang des
Rosenhügels die Stadt
Graz, wie sie auf einem Stich
aus dem 19. Jahrhundert
aussieht: die Häuser mit
Ausnahme besonders
schöner, sowie die
Altstadt (UNESCO Welterbe)
sind unverändert, viele
der vorher die Stadt
umgebenden 'störenden
neuen' Gebäude und
Wohnhäuser sind aber in
der Erde verschwunden. Diesen
Anblick kennt und liebt Karl:
doch heute kommt noch etwas
dazu: es gibt kein Anzeichen
von Leben, keinen Moller in
der Luft, wie es sonst trotz
der frühen Morgenstunde
unvermeidlich gewesen
wäre. Der beginnende
Sommermorgen ist frisch, die
Vögel singen, alles
scheint friedlich, doch Karl
empfindet den Frieden eher wie
die berühmte Stille vor
einem großen Sturm.
Er hastet die Treppen
des Notausstiegs hinunter in
die Wohnung zurück und
zieht sich rasch aber so leise
an, dass er Christina nicht
aufweckt.
"XP, hinterlasse auf
dem XP von Christina eine
Nachricht, dass ich wegen des
Netzausfalls meinen Freund
Johann besuche, um mit ihm die
Situation zu besprechen."
"Tut mir leid, Karl,
aber ich habe dir schon
erklärt: ich kann zurzeit
mit keinem anderen XP
kommunizieren." Mehr und mehr
wird es Karl klar, wie
ungewöhnlich die Lage
tatsächlich ist: wenn der
Netzausfall lange andauert,
wird es größere
Probleme geben! Er findet im
Lichtstrahl seines XP ein
Stück Papier und schreibt
eine Notiz für Christina.
Er ist froh, dass Christina
und er in der Schule noch das
Wahlfach 'Schreiben6
und Lesen' gewählt haben,
sonst würde er ohne
Computer nur sehr
umständlich eine
Nachricht hinterlassen
können ...
1
XP (für Computer EXPerte
bzw. EXPertin) ist eine
Weiterentwicklung des eHelpers
bzw. der Kommunikationsbrille,
siehe z.B. "XPERTEN:
Der Paradoppelgänger".
XP ist eine Kombination von
hochwertigem Computer und
Kommunikationsgerät mit
einer riesigen, sich über
das neue Internet immer
automatisch aktualisierenden
Bibliothek und mit einer
Fülle von Sensorik,
inklusive natürlich
Kamera, Mikrophon, etc. und
einer fast telepatischen
Kommunikation mit dem
Träger.
2
Zu Beginn war das so genannte
"Blue Tooth" eine weit
verbreitete Variante.
3Siehe "Das Haus
unter der Erde" in "XPERTEN:
Der Anfang"
4Siehe "XPERTEN:
Die Parakämpfer"
5Flugautos, seit
2011 gelegentlich, ab 2030
universell im Einsatz, siehe "XPERTEN:
Der Paradoppelgänger"
und www.moller.com
6Siehe "Das Ende
der Schrift" in "XPERTEN:
Der Anfang
"Vorwort
des Buches Leseprobe Info,
Buchrückseite Buch
bestellen Das Paranetz - 238
Seiten ISBN 3-902134-72-0 Freya
Verlag (2004) Freya
Verlag
Kampf
dem großen Bruder
Descrizione:
Das Gespenst
der totalen Überwachung,
wie es sich schon mit
Überwachungskameras um
2000, mit Videomaut um 2002, mit
Sektionsgeschwindigkeitskontrolle
2003, mit
Verbrecherüberwachung 2006,
mit dem 'Filmen der
Vergangenheit' 2007 und mit dem
'Tagebuch der Sinne' 2010
abzeichnet, wird 2022
plötzlich zum
Schlüssel der totalen
Freiheit.01Hermann Maurer
studierte Mathematik und Physik
in Österreich, Informatik
in Kanada. Er war einige Jahre
in der Industrie tätig,
aber ist nun seit mehr als 30
Jahren
Universitätsprofessor
für Informatik an
Universitäten in Kanada,
USA, Deutschland, Brasilien,
Australien, Neuseeland und vor
allem an der Technischen
Universität Graz in
Österreich. Er ist mit
zahlreichen wissenschaftlichen
Büchern und über 500
wissenschaftlichen Publikationen
in seinem Bereich der Informatik
aktiv tätig, ist aber auch
seit vielen Jahren
schriftstellerisch aktiv, oft
unter einem Pseudonym.
Categoria: Science
Fiction / Fantasy Autore:
Maurer
Hermann
Editore: Freya
Edizione: 2006. 288
S. 19,5 cm
Language: German
Collana: Xperten ISBN: 3902134763
ISBN-13: 9783902134769 Weight:
282 g Prezzo:
€ 11.00
Quelle
Vorwort
"Kampf dem
großen Bruder" ist nun
schon der neunte Band in der
Romanreihe "XPERTEN". Wie
seine Vorgänger kann er
für sich allein stehend
gelesen werden. Es treten in
diesem Band aber viele
Personen auf, die schon in
früheren Bänden
eine wichtige Rolle
spielten. Insofern werden
die bisherigen Leser der
Romane wohl besonders viel
Spaß haben! Allen, die
die früheren
Bänder der Reihe nicht
kennen, würde ich
empfehlen, zunächst
"Der Telekinet", "Der
Paradoppelgänger" und
"Die Parakämpfer" in
dieser Reihenfolge zu lesen,
dann vielleicht noch "Das
Paranetz" und "Der
Parakommunikator", eventuell
auch noch "Der Paraschirm".
Dann hat man alle in dem
vorliegenden Band
auftretenden Personen sehr
genau kennen gelernt! Die
beiden anderen Bände
"eSmog" und "Mindwave"
enthalten im Wesentlichen
keine weiteren Personen, die
im "Kampf dem großen
Bruder" eine Rolle spielen.
Der vorliegende Roman
ist wie immer eine Mischung
aus technischen Visionen,
Parakräften wie z.B.
Telekinese, aber er
enthält auch wieder, wie
ich hoffe, spannende Szenen,
da und dort die Beschreibung
einer exotischen Weltgegend,
und einen Schuss Erotik. In
diesem Sinne wünsche ich
beim Lesen Amüsement und
Unterhaltung. Tatsächlich
geht der Roman aber auch
tiefer: es wird beschrieben,
wie massiv die
Überwachung durch die
Anpeilung von Handys, durch
heutige Zahlungsmethoden wie
Kredit- oder Bankomatkarten,
durch DNA Analyse, durch neue
Technologien rund um so
genannte RFID und NFC Chips,
und durch eine Vielzahl von
Überwachungskameras ist
und werden wird, noch dazu
weil die
Überwachungskameras bald
als 'Drohnen' fliegen lernen
werden! Wir steuern damit in
eine gefährlich
überwachte Gesellschaft,
die kaum mehr eine
Privatsphäre kennt,
durchaus im Sinne des
Orwellschen Großen
Bruders. Der Roman ist aber
nicht pessimistisch, sondern
umgekehrt: er skizziert, wie
wir uns gegen eine immer
weitere Überwachung
durchaus schützen
können, wenn das nur
hinreichend viele Menschen
wollen!
Von den nachstehend
angeführten Testlesern
wurden zahlreiche
Änderungen vorgeschlagen,
die vieles bereinigt haben.
Ich konnte freilich nicht auf
alle Vorschläge eingehen,
teils weil sie in verschiedene
Richtungen gingen, teils weil
manche den Roman an sich
grundlegend geändert
hätten. Dafür bitte
ich um Verständnis.
Dieser Band ist, wie alle
XPERTEN Romane die ich
geschrieben habe, von der
Handlung her sehr dicht: ob
das gefällt oder nicht
ist sicher Geschmacksache!
Mein ganz herzlicher Dank geht
an die Testleser
(alphabetisch): Georg
Czedik-Eysenberg, Gabriele
Jaburek, Claudi Maurer, Lisa
Maurer, Thorsten Ries,
Wolfgang Schinagl, Günter
Schreier, Hans-Georg Stork und
Renate Zirl.
Besonders bedanken
möchte ich mich auch bei
meinen Freunden im Freya
Verlag, Siegrid und Wolf, und
bei Elisabeth Pirker für
den Entwurf der Titelgraphik.
Ein herzlicher Dank geht auch
an Professor Ulrich Reimers
von der Technischen
Universität Braunschweig,
mit dem ich eine interessant
Diskussion führen durfte,
wie man die Ortung von Handys
vermeiden könnte. Wenn Ihnen
das Lesen auch nur halb soviel
Spaß macht wie mir das
Schreiben gemacht hat, dann
denke ich, wird Ihnen das Buch
gefallen und werden Sie sich
schon auf Fortsetzung freuen,
auf die es den einen oder
anderen Hinweis im Roman gibt. Ihr Hermann MaurerAugust
2006.
Leseprobe (aus
Kapitel 4)
Teil 4: Drohnen von
Sonokia Anfang 2022
23 Die Führung
von Sonokia hatte das
Weihnachtsgeschäft
2021 angepeilt. Als das
Technik und Marketing
nicht mehr schafften, war
man in den Vorstandsetagen
sehr unzufrieden. Ein
Köpfe-Rollen stand
bevor. Der clevere
Marketing Chef aus
Finnland, Marti Nukammen,
schaffte es aber, eine
innovative Strategie
durchzusetzen: man
würde im Dezember bis
Ende Januar das neue
Produkt von Sonokia "Be
where you want", ohne
Details bekannt zu
gegeben, so hochjubeln,
die Käufer so
neugierig zu machen, wie
das seinerzeit bei der
Harry Potter Buchreihe
einem Verlag gelungen war.
Und die ersten Exemplare
würden weltweit um
00:00 am ersten Februar
2022 verfügbar sein.
Die Werbung
für den Auftritt des
Produktes ist genial. Mehr zu
verraten, als dass jeder
Mensch Orte hat, wo er hin
möchte und doch nicht
sein kann, aber genau dies mit
dem Sonokia EVW (Every Where)
möglich ist, wird
vermieden. Aber die Werbespots
zeigen idyllische Orte,
Aufnahmen aus großer
Höhe, Haie unter Wasser,
Strände mit schönen
Menschen, wie bekleidet oder
unbekleidet wird nie klar,
Szenen aus einer
Freilichtopernaufführung
in der Toskana, wilde
Vulkanausbrüche, kalbende
Gletscher, usw. Die
Erwartungshaltung wird so hoch
getrieben, dass Ende Januar
größte
Sicherheitsmaßnahmen
getroffen werden müssen,
um einen unbewältigbaren
Ansturm auf die
einschlägigen
Geschäfte zu vermeiden.
Die Ankündigung, dass
jedes einschlägige
Geschäft am ersten Tag
nur das Sonokia EVW zu einem
bekannten Fixpreis verkaufen
wird (und außer
Zubehör zum EVW kein
anderes Produkt, weder von
Sonokia noch einer anderen
Firma), erhöht das
Gefühl, dass es hier
etwas Einzigartiges geben
wird. Auch die lapidare
Feststellung, dass in der
ersten Tranche nur 250
Millionen Sonokia EVW
aufgelegt sind, schürt
das Drohnenfieber.
24 Marcus sitzt
bei der Premierministerin von
Neuseeland in Wellington im
Büro der PM, wie sie
immer genannt wird. Die PM ist
längstens seit der
Brodlyn Affäre ein
persönlicher Freund von
Marcus.
"Marcus, macht dich
auch die Sonokia
Ankündigung so
nervös wie mich? Es ist
wie ein globales Fieber, das
ausgebrochen ist. Und die
Führung von Sonokia
scheint so dicht zu halten,
dass niemand so recht
weiß, was angeboten
wird: Zugang zu einem
weltweiten System von Kameras,
die man vielleicht sogar
individuell steuern kann? Oder
doch fliegende Kameras, wie
SR-Inc. seit einiger Zeit
herstellt? Und ist es in
diesem Fall nicht ein Fehler,
durch den SR-Inc. und damit
auch Neuseeland viel Geld
entgehen wird, wenn ihr nicht
auch so etwas verkauft?
Weißt du mehr? Hast du
Vorschläge, wie sich
meine Regierung verhalten
soll? Es sind ja nur noch 15
Tage bis zum ersten Februar!"
"Jenny", antwortet
Marcus, "Die Geheimhaltung von
Sonokia ist bewundernswert.
Wir haben alle Mittel
eingesetzt, um mehr zu
erfahren als öffentlich
bekannt ist. Wir haben
inzwischen einen Weg gefunden,
sehr viel mehr über
Sonokia und die EVWs zu
erfahren: ich möchte dir
aber erst berichten, wenn wir
was Handgreifliches haben.
Unsere Ausbeute bisher
ist dürftig: wir wissen
immerhin, dass das Sonokia EVW
eine fliegende fernsteuerbare
Kamera ist, etwa so groß
wie eine Amsel. Das ist
für uns aus zwei ganz
verschiedenen Gründen
Besorgnis erregend.
Erstens hatten wir
gehofft, dass die Sonokia
Geräte die Minidrohnen
sind, die wir kennen, obwohl
wir noch immer nicht
verstehen, wie sie genau
funktionieren bzw. welche
Aufgabe sie erfüllen
sollen. Aber Tschau scheint
überhaupt nichts mit
Sonokia zu tun haben. Das
heißt aber, dass es
jetzt außer unseren
schon zwei andere Modelle von
fliegenden Drohnen gibt. Dabei
scheinen uns die Minidrohnen
gefährlicher als die
Drohnen Sonokia, weil sie
geheim gebaut werden ... wir
wissen noch immer nicht wo ...
und von einer sehr
undurchsichtigen Person:
Tschau ist entweder
Parahypnotiseur, der selbst
große Menschenmengen
beeinflussen kann oder
arbeitet mit Parabegabungen
zusammen, und irgendwie muss
es da auch eine Verbindung zu
seinen Drohnen geben.
Zweitens, wir verstehen
nicht, wie sich Sonokia den
Einsatz der EVW, die
übrigens um einiges
klobiger sind als die
Minidrohnen und unsere
eigenen, vorstellt. Es ist ja
undenkbar, dass jeder Mensch
ab sofort eine ferngesteuerte
Kamera überall hinfliegen
lassen kann: damit würde
jede Privatsphäre
verschwinden, die Menschheit
würde zu einer riesigen
Gesellschaft von Voyeuren. Es
ist nicht denkbar, dass dies
von den Menschen und
Regierungen geduldet wird,
d.h. es wird rasch Gesetze
geben, die die Drohnen
verbieten. Dann sind die EVW
nicht mehr verkaufbar, und
Besitzer schon gekaufter
werden
Schadenersatzansprüche
stellen. Dessen muss sich
Sonokia bewusst sein.
Dann gibt es technische
Probleme, die so komplex sind,
dass wir nicht glauben
können, dass Sonokia sie
alle gelöst hat: was ist,
wenn eine Sonokia Drohne
abstürzt und dabei
Menschen verletzt? Es sterben
jährlich hunderte
Menschen durch herab fallende
Kokosnüsse: werden dann
in Zukunft auch hunderte
Menschen durch herab fallende
Drohnen sterben? Was ist, wenn
die Drohnen ein Auto, Flugzeug
oder Moller gefährden,
weil sie Windschutzscheiben
zertrümmern? Was ist,
wenn jemand seine Drohne in
ein Fenster steuert und dieses
zerbricht. Oder nimm statt
Fenster eine im Freien
stehende Vase, Obst an
Bäumen, usw. usw. Selbst
wenn diese Probleme alle
gelöst wurden, es sind
die Drohnen einfach zu billig:
soviel Technik zu dem
angegebenen Preis anzubieten
ist unrealistisch, ist
wirtschaftlich nicht
möglich.
Das sind nur einige der
Fragen, auf die wir keine
Antworten haben.
Außerdem sind wir noch
aus anderen Gründen
besorgt: die Problematik des
e-Smog, der
elektromagnetischen
Verschmutzung, ist trotz
unserer Gegenmaßnahmen
nie aus den Köpfen der
Menschen verschwunden. Das
zunehmende Gefühl, von
Computern vollständig
abhängig zu sein, einigen
monopolartigen Firmen genau so
ausgeliefert zu sein wie der
Überwachung durch den
Staat aber auch anderer
Gruppen, beginnt eine immer
stärkere Gegenbewegung
gegen alles, was mit
Informatik zu tun hat,
auszulösen. Die Menge der
Computerskeptiker wäschst
ständig, ganz zu
schweigen von den
Anhängern des
Computerhassers Sam Dickson in
den USA." "Du meinst den
'grünen Sam'",
fällt ihm die PM fast ins
Wort. Marcus nickt: "Ja, und
ich fürchte, dass die EVW
die Stimmung gegen Computer
noch mehr aufheizen wird."
(...)
25 Am ersten Tag
des Februars 2022 werden
weltweit 330.000 Sonokia EVW
verkauft: Sonokia hat also
sogar noch mehr Geräte
aufgelegt als
angekündigt. Das
Gerät ist eine fliegende,
steuerbare Kamera: wo immer
man sich befindet, kann man
seine Drohne an einen
beliebigen Ort navigieren und
sich Bild und Ton
dreidimensional auf einen
e-Helper oder ein
ähnliches Gerät
übertragen lassen.
Insofern hatte Marcus
bei seinem Gespräch mit
der PM Recht gehabt. Und auch
seine Bedenken bewahrheiten
sich. Nur hatte er nicht mit
der verblüffenden und
ausgeklügelten
Gesamtstrategie von Sonokia
gerechnet.
Das EVW-Grundpaket
besteht aus einem
Steuergerät mit oder ohne
Display --- als Display
können ganz normale
e-Helper oder andere Bild und
Ton liefernde Geräte
verwendet werden und aus
einem Satz von drei Drohnen.
Weitere Drohnen kosten nicht
mehr als ein einfaches
Restaurantessen! Der Grund,
warum die Drohnen so billig
angeboten werden, wird beim
Einsatz bald klar. Es liegt an
einem genialen Trick: Sonokia
bietet ein relativ teures
Abschirmgerät
'EVW-Blocker'an, das
eingeschaltet das Fliegen von
EVWs in einem Umkreis von 200
Metern verhindert: um sich
also irgendwo eine gewisse
Privatsphäre bewahren zu
können, muss man ein
solches Abschirmgerät
aufstellen und aktivieren.
Durch den Verkauf dieser
Blocker, aber auch durch
anderes Zubehör und gut
ausgeklügelte
Dienstleistungen, wird
offenbar der Verlust beim
Verkauf der EVW ausgeglichen.
Sonokia hat den EVW Blocker
sofort auf den Markt gebracht,
weil sich dadurch zu
restriktiv gegen die EVWs
gerichtete Gesetze vermeiden
lassen werden.
Mit dem
Steuergerät lässt
sich ein EVW leicht bedienbar
überall hinfliegen. Man
kann es drehen und wenden, und
das Objektiv der Videokamera
bis auf zehnfach Zoom
einstellen, wobei das Mikrofon
zum Richtmikrofon wird. In
diesem Sinn erfüllt das
EVW die Versprechungen des
Werbefeldzugs.
Allerdings fliegen die
Drohnen maximal 5 km pro
Stunde schnell, für viele
Benutzer irritierend langsam.
Dafür sind die EVW fast
geräuschlos, wichtig
für alle, die die Drohnen
für Spähzwecke
einsetzen wollen. Die
Treibstoffzelle hat eine
Betriebsdauer von nur 50
Stunden: dann muss sie durch
eine neue ersetzt werden, was
wohl eine weitere beachtliche
Einnahmequelle für
Sonokia werden wird! EVWs
lösen sich
buchstäblich in eine
Staubwolke auf, wenn sie sich
schneller als 5 km pro Stunde
bewegen (etwa weil sie
abstürzen) oder wenn sie
an ein Objekt näher als
50 cm herankommen. Sonokia hat
damit zwei Dinge mit einem
Schlag erreicht: die EDVs
werden keinen ernsthaften
physischen Schaden anrichten
können, und es werden
sich immer wieder welche durch
ungeschickte Steuerung, oder
weil ihnen ein Objekt oder
Tier, etwa ein Vogel, zu nahe
kommt von selbst
auflösen: laufender
Absatz scheint daher
gesichert.
Klaus und Marcus
können nicht umhin, das
Geschäftmodell von
Sonokia zu bewundern, das noch
zusätzliche Komponenten
beinhaltet. Auf Grund der
geringen Fluggeschwindigkeit
ist der Einsatzradius der EVWs
sehr begrenzt. Um dies
auszugleichen, hat Sonokia
gleich noch eine weitere
Einnahmequelle erschlossen.
Sonokia hat unbemerkt
hunderttausende (!) EVW-
Mietstationen weltweit
errichtet. Diese Mietstationen
sind unscheinbare
Metallkästen, die je nach
Größe zwischen 20
und 500 Drohnen beinhalten und
von denen man von jedem Punkt
der Welt über seinen
eigenen e-Helper EVW mieten
kann, wobei ein
rückerstattbarer
'Einsatz' verrechnet wird. Die
EVW Mietstationen sind der
Grund, warum man von jedem
Punkt der Welt auch z.B. eine
Fidji Insel "virtuell"
erkunden kann, oder den Gipfel
des Mt. Everest, oder die
Viktoria Wasserfälle in
Afrika, usw. Und, man muss es
Sonokia lassen, das Konzept
ist gut durchdacht: die
EVW-Mietstationen können
auch gekauft werden: die
Mieteinnahmen werden dann zu
80% an den Käufer, zu 20%
an Sonokia ausgeschüttet.
Im Übrigen hat
sich Sonokia genial gegen
Haftungsansprüche,
Umtausch von Drohnen usw.
geschützt: jedem
Gerät liegt eine
Beschreibung bei, die vor dem
Kauf eines Gerätes
gelesen und unterschrieben
werden muss, und die so viele
Schutzklauseln enthält,
dass der Konzern kaum mit
Klagen zu rechnen hat.
26 Der Photograph
Martin Mischel, der sich in
Paparazzi Art auf die
fotographische Beobachtung der
Fürstenkinder in Monaco
spezialisiert hat, ist einer
der ersten, der eine
EVW-Grundpackung erwirbt. Wie
viele vor und viele nach ihm
unterschreibt er den "Ich
anerkenne alle obigen
Punkte"-Bogen Sonokias, ohne
das Dokument durchgelesen zu
haben. Er stürzt sich auf
die einfache
Bedienungsanleitung und
fährt dann mit seinem
Auto zu seiner üblichen
Beobachtungsstelle
außerhalb des
Palastgartens. Bald liefert
ihm sein EVW hoch
auflösende Bilder in
schwarz-weiß (wegen der
Dunkelheit muss er zurzeit mit
der Einstellung Infrarot
arbeiten). Martin bedient sein
EVW bald sehr geschickt. Er
fliegt um mehrere Ecken und
bekommt damit erstmals den
Swimmingpool vor die Linse:
'Das wird im Sommer tolle
Bilder geben', freut er sich.
Als nach mehreren Stunden, es
ist inzwischen hell geworden,
der Fürst mit seiner
Tochter trotz des kühlen
Märzmorgens auf die
Terrasse tritt, stellt Martin
auf zehnfach Zoom und fliegt
nahe heran: das aufgenommene
Video bzw. die Bilder sind
sensationell gut. In seiner
Aufregung kommt er einem Zweig
zu nahe und sein EVW löst
sich in eine Wolke Staub auf.
Der Fürst sieht mit
überraschtem Stirnrunzeln
Staub vom einem Zweig des
neben der Terrasse stehenden
Trompetenbaums
herunterrieseln. Martin
startet eine zweite Sonde und
erforscht den Palastgarten, ja
durch die Fenster auch Teile
von Zimmern in einer Weise,
wie er es sich nie hätte
vorstellen können. Bei
einem Zimmer steht das Fenster
weit offen: nur mit Mühe
widersteht er der Versuchung,
seine EVW in das Zimmer
fliegen zu lassen.
Martin wird freilich
auch immer nachdenklicher:
wenn das alles so einfach ist,
werden dann nicht viele
Menschen Ähnliches
machen? Und wird er sich mit
offenem Fenster wenn er wie
immer nackt schläft wohl
fühlen, wenn vielleicht
fremde EVWs ihn beobachten
können? Noch weiß
er gar nichts von den EVW-
Blockern, die in wenigen Tagen
den Palast der Garibaldis vor
EVWs wieder vollständig
schützen werden.
27 Dort wo die
Scarborough Road in Perth auf
den West Coast Highway
stößt, direkt an
dem herrlichen Stadtstrand,
steht ein luxuriöser
fünfzehnstöckiger
Komplex von Wohnungen. Alle
haben Meerblick, also auch
kein Gegenüber und sind
daher zum Meer mit viel Glas
und nur fallweise
Minivorhängen, die nur
zur Verzierung dienen, gebaut.
Rick Manshoe wohnt
hier, seit es das Gebäude
gibt. Er genießt noch
immer am Morgen das oft
ruhige, gleichmäßig
glitzernde Meer und am Abend
die sinkende Sonne, die seine
Wohnung wegen der großen
überdachten Loggia erst
dann voll erreicht, wenn sie
knapp vor dem Untergang ist.
Um diese Jahreszeit kann man
erst nach Sonnenuntergang die
Balkontüren öffnen:
die Außenluft ist selbst
dann noch wärmer als der
klimatisierte Innenraum, aber
die Brise, die vom Meer kommt
ist schon soweit
abgekühlt, dass sie
erträglich ist. Rick ist
seit seiner Scheidung
Junggeselle, hat zurzeit keine
feste Bindung. Er kennt einige
der Bewohner des
Apartmentgebäudes,
darunter auch mehrere
Studentinnen, von denen er ab
und zu eine zur Edith Cowan
University mitnimmt. Jean
findet er besonders attraktiv.
Aber weiter als über
kurze Gespräche oder
einen gemeinsamen Drink auf
der Coffee Shop Terrasse im
Parterre, die direkt an den
Strand anstößt, hat
er es noch nie geschafft,
wobei die Tatsache, dass er
gut zwanzig Jahre älter
ist als Jean sicher eine Rolle
spielt.
Da er weiß, dass
alle Wohnungen so gebaut sind
wie seine, hat er schon
manchmal die Möwen
beneidet, die an allen
Fenstern des Gebäudes
vorbeifliegen können, er
hat sogar einmal davon
geträumt (wach oder im
Schlaf?) ein kleines
Modellflugzeug mit einer
Kamera auszurüsten und so
zu versuchen, interessante
Einblicke zu erhaschen. Und
nun wird plötzlich das
Sonokia EVW angekündigt!
Kein Wunder, dass er
sich schon vor Mitternacht bei
einem
Elektronikfachgeschäft
anstellt, um möglichst
bald eines der Geräte
besitzen zu können. Er
ist nicht der einzige Voyeur
mit solchen Überlegungen!
Kaum zurück in
seiner Wohnung und nach kurzem
Studium der
Bedienungsanleitung startet er
sein EVW und lässt es vom
Balkon aus zunächst
Richtung Strand fliegen, wobei
er gerade noch rechtzeitig,
bevor es abstürzt, auf
Infrarot umschaltet. Erst
jetzt kann er sich richtig
orientieren. Er wendet das EVW
und bekommt damit einen guten
Blick auf das Wohnhaus, in dem
er sich selbst befindet.
Jetzt, um 2 Uhr Früh,
sind fast alle Fenster dunkel,
nur im zwölften Stock
gibt es in einer Wohnung
offenbar noch eine Party. Er
schaltet auf zehnfach Zoom,
fliegt näher, kann nun
sogar die Wellenlänge von
Infrarot auf normal
einstellen. Auf dem Balkon der
Wohnung sieht er im Halbdunkel
ein Pärchen, das sich
intensiv knutscht. Ihren
Oberteil hat sie schon halb
ausgezogen während ihr
Freund ihre Brüste
streichelt. Rick beobachtet
mit wachsendem Interesse, wie
die Umarmungen immer intimer
werden. Es fällt ihm
nicht leicht, sich
loszureißen, aber dann
wendet er sein EVW doch so,
dass er genau in die Wohnung
hineinsieht, und auch hier
entdeckt er eine Szene, die
ihm schmerzhaft in Erinnerung
ruft, was ihm schon
länger gefehlt hat. Rick
wird unruhig und aufgeregt:
nicht nur durch das, was er
sieht, sondern vor allem auch
durch das was er vielleicht in
anderen Wohnungen nicht sieht!
Er navigiert von
Fenster zu Fenster, gewinnt
rasch an Geschicklichkeit.
Überall sieht er
schlafende Menschen. (...)
Viele liegen wegen der hohen
Temperatur abgedeckt, und die
meisten schlafen, wie er
selbst, nackt.
Langsam wird es hell.
Nun ist es Zeit für den
Höhepunkt. Er weißt
ungefähr, wo die Wohnung
von Jean ist. Nach einigen
Versuchen findet er sie ...
und die Balkontüre ist
offen! Mit größter
Vorsicht steuert er sein EVW
weiter. Aber er kommt doch zu
nahe an den Türrahmen,
und plötzlich ist das
Bild weg, die Drohen hat sich
wohl "in Staub
aufgelöst", wie es im
Prospekt heißt.
Verärgert startet er eine
neue Drohne und findet
zielstrebig Jeans Wohnung. Als
er sich noch vorsichtiger als
vorher der Balkontüre
nähert, sieht er sich den
Boden genau an: er sieht
deutlich grauweißen
Staub über eine
größere Fläche
verstreut, sonst aber nichts:
das EVW hat sich offenbar
selbst pulverisiert, und so
leise, dass Jean dadurch nicht
geweckt wurde! Nun fliegt er
vorsichtig in einen Winkel der
Wohnung, von dem aus er das
Bett gut sehen kann und stellt
die Steuerung auf "Position
halten". Er bewundert die
Technik, die dies gestattet,
und die ihm nun einen ruhigen
Blick auf die schlafende Jean
gestattet. Sie hat ein
durchsichtiges Höschen
an, liegt halb auf der Seite,
ihm zugewendet, ihre
Brüste bewegen sich
leicht beim Atmen: Ihre Haut
ist dort, wo sie im Normalfall
der Bikini bedeckt aufregend
weiß, sonst appetitlich
goldbraun: Sie lächelt
leicht, als ob sie was
Schönes träumen
würde. Ihre vom Schlaf
zerzausten dunklen Haare
passen ihr, denkt Rick, genau
so gut wie die Frisur, mit der
er sie kennt, wenn er sie am
Morgen trifft. Sie ist
umwerfend hübsch. Alles
was die Kamera aufnimmt,
zeichnet er mit schlechtem
Gewissen und pochendem Herzen
auf. Irgendwie versteht er
sich selbst nicht. Wenn er
Jean am FKK Strand von Perth
sehen würde, oder in der
Sauna, es wäre bei weitem
nicht so erregend wie hier,
sozusagen verbotener Weise.
Aber ist das eigentlich
verboten, was er macht? Hat je
ein Gesetzgeber an eine solche
Situation gedacht? (...)
Nachwort
Zur
XPERTEN-REIHE
Dieser Band der
XPERTEN Reihe beginnt den
Bogen des aus zehn
Büchern bestehenden
ersten Zyklus der XPERTEN
Reihe zu schließen: die
Geschichte Dirkmanns endet,
Alina aus dem ersten Band "Der
Telekinet" tritt genau so
wieder auf, wie der seit dem
Ende "Der Parakämpfer"
verschollene Barry und Ryan
aus dem "Der Paraschirm".
Umgekehrt wird die Basis
für den letzten Band
"Treffen am Mars" des ersten
Zyklus der XPERTEN Reihe im
vorliegenden Roman gelegt!
Nachstehend eine kurze
Übersicht über den
ersten Zyklus der
XPERTEN-Reihe:
Alle Bände, bei
denen kein Autor steht habe
ich geschrieben: sie stellen
das "Rückgrat" der Reihe
dar. Die anderen Bände
wurden nach einem Expos' von
mir geschrieben, wobei ich die
Manuskripte editierte um
Widersprüche mit anderen
Bänden zu vermeiden. Ich
habe im Folgenden die
Bücher so angeordnet wie
sie in etwa chronologisch
spielen. Obwohl die
Bücher unabhängig
gelesen werden können
erkennt man den Hauptfaden
wohl am besten wenn man sie in
der Reihenfolge: "Der
Telekinet", "Der
Paradoppelgänger",
"Die Parakrieger", "Das
Paranetz" und "Kampf dem
Großen Bruder" liest. In
welcher Reihenfolge man sich
die anderen Romane vornimmt
ist dann eher unbedeutend.
Wenn man die Geschichte von
Aroha und Herbert genauer
verstehen will, dann
könnte man vor oder nach
"Dem Paradopplegänger"
den "Mindcaller" oder besser
den "Der Parakommunikator"
einschieben, und vor dem
"Kampf dem Großen
Bruder" auch die Bücher
"Der Paraschirm", "eSmog" und
"Mindwave". Die
Hauptgeschichte geht nach dem
"Kampf dem großen
Bruder" direkt weiter mit
"Treffen am Mars" (ab Herbst
2007 verfügbar).
Viel Spaß beim
Lesen! Ihr H. Maurer, hmaurer@iicm.edu,
www.iicm.edu/maurer
Vorwort
Leseprobe Nachwort,
Buchrückseite
Buch
bestellen Kampf dem
großen Bruder - 288
Seiten ISBN 3-902134-76-3, Freya
Verlag (2006)
Wenn Hermann Maurer,
richtungsweisender
Visionär der
Technischen
Universität Graz, von
einem „XPERTEN“ spricht,
wird klar, dass sich
hinter seiner
13-bändigen
Science-Fiction-Serie ein
real existierender
„XPERTE“ verbirgt. Es ist
O. Univ. Prof. Dr. Dr.
h.c. Maurer selbst. Schon
die Alchemisten
vergangener Jahrhunderte
gingen davon aus, dass es
das Schwerste sei, das
Wesentliche einfach und
verständlich
auszudrücken und
darzustellen. In Hermann
Maurer scheint sich dieser
Leitgedanke zu
perfektionieren. Was die
XPERTEN-Reihe schildert,
ist der wissenschaftliche
Weitblick DDr. Maurers auf
die aktuelle,
selbstzerstörerische
Dynamik einer sich zur
Gefahr aufschaukelnden
Cybertechnologie. In der
XPERTEN-Serie wird
hochkarätiges Wissen
allgemein
verständlich,
spannend und unterhaltsam
dargestellt. Hermann
Maurer war Wegbereiter
moderner Computer- und
Internettechnologie. Als
hochkarätiger
(E)XPERTE, kann er
abschätzen, was mit
größter
Wahrscheinlichkeit sein
wird. So zieht Maurer uns
in den Bann seines
Wissens, in dem
Parabegabungen wie
Telepathie oder Telekinese
keine magischen
Fantastereien, sondern
wissenschaftliche
Gegenwart sind. Erschienen am
10.12.2008 ISBN Nr:
978-3-902540-29-4 Preis:
EURO 10,--Taschenbuch, Pb.
304 Seiten Verlag.Freya
Vorwort
"Im Banne
des Wissens - was macht man
mit gefährlicher
Technologie" ist der zehnte
Band in der Romanreihe
EXPERTEN.
Wie seine
Vorgänger kann er
für sich allein gelesen
werden. Es treten in diesem
Band aber auch Personen auf,
die schon in früheren
Bänden eine wichtige
Rolle spielten. Insofern
werden die bisherigen Leser
der Romane wohl besonders
viel Spaß haben.
Für Neueinsteiger habe
ich eine Liste der
wichtigsten Personen am Ende
des Buches zusammengestellt.
Vielleicht macht auch
diese Liste schon Lust
darauf, mehr zu erfahren!
Allen, die die früheren
Bände der Reihe nicht
kennen, schlage ich vor, das
Nachwort mit Empfehlungen,
wie man die Reihe vielleicht
am besten liest, zu
überfliegen, wenn sie
mit diesem Band fertig und
(hoffentlich) neugierig
geworden sind!
Der vorliegende Roman
ist wie immer eine Mischung
aus technischen Visionen und
Parabegabungen wie z.B.
Telekinese, aber er
enthält auch wieder,
wie ich hoffe, spannende
Szenen, da und dort die
Beschreibung einer
exotischen Gegend, und einen
Schuss Erotik. In diesem
Sinne wünsche ich beim
Lesen Amüsement und
Unterhaltung.
Der Roman behandelt
aber auch zwei wichtige
Themen im Hintergrund.
Das erste ist die die
Aussage des SF Autors Arthur
Clark, dass jede sehr weit
über die bekannte
hinausgehende Technologie
wie ein Wunder wirkt (eine
Idee die schon 1849 von T.
S. Elliot beschrieben wurde,
was Clark vermutlich nicht
wusste). Nur als kleines
Beispiel: Was Sie heute mit
Ihrer Digitalkamera machen
hätte Sie vor 400
Jahren noch garantiert auf
den Scheiterhaufen gebracht!
In diesem Sinne werden alle
Parabegabungen, die man sich
vorstellen kann, egal ob sie
in Spiderman, Harry Potter,
Superman, Batman, X-Men,
oder XPERTEN vorkommen,
irgendwann mehr oder minder
technisch realisiert werden.
Sie sollten daher gar nicht
als unglaublich" oder als
Wunder" betrachtet werden.
Diese Idee zieht sich durch
die bisherigen zehn Romane
der XPERTEN Reihe und erlebt
im vorliegenden Band ihren
Höhepunkt, weil viele
Parabegabungen
plötzlich technisch
verwirklichbar und damit
eigentlich unwichtig werden.
Das zweite Thema ist
noch tiefer, und behandelt
ein Problem, das die ganze
Menschheit angeht: Wie viel
Technologie brauchen die
Menschen, um glücklich
zu sein? Die ketzerische
Antwort darauf ist: Wohl
sehr wenig. Denn hätte
das Fehlen von Technologien
die Menschen
unglücklich gemacht,
dann hätten alle unsere
Vorfahren, die in
Höhlen lebten,
Selbstmord begangen. Aber es
geht noch um mehr. Es gibt
bei den Menschen (oder
zumindest bei den
Europäern) einen nach
Goethe faustischen" Trieb,
immer mehr wissen zu wollen.
Was fängt man aber mit
Wissen an, das Kulturen oder
die Menschheit
gefährden kann, etwa
aktuelle Technologien wie
Kernspaltung oder
Gentechnik? Der Schweizer
Dichter Dürrenmatt gab
in seinem Theaterstück
Die Physiker" eine recht
pessimistische Antwort:
Einmal gefundenes Wissen
kann man nicht mehr
zurücknehmen, es ist
ein für alle Mal
bekannt . so wie der
Zauberlehrling in Faust den
magischen Besen nicht mehr
beherrscht. Wie in allen
Bänden bin ich ein
Optimist. Wie es Coca Cola
gelungen ist, Giga-Liter von
ihrem Getränk zu
verkaufen und niemand je die
Formel für das
Getränk gefunden hat
(obwohl es dazu viele
Versuche gab), kann man
vielleicht auch
Hochtechnologie einsetzen,
ohne dass nur ein einziger
Mensch weiß, wie sie
funktioniert. Eine kleine
Gruppe hat Teile des
Wissens, beim Tod wird das
Wissen anderen
übertragen, und man
kann die Technologie so
einsetzen, dass man von ihr
profitiert ohne sie
verstehen zu müssen, ja
ohne sie verstehen zu
können. Mehr dazu
müssen Sie aber nun in
diesem Buch selber lesen.
Von den nachstehend
angeführten Testlesern
wurden zahlreiche
Änderungen
vorgeschlagen, die vieles
bereinigt haben. Ich konnte
freilich nicht auf alle
Vorschläge eingehen,
teils weil sie in
verschiedene Richtungen
gingen, teils weil manche
den Roman an sich
grundlegend geändert
hätten. Dafür
bitte ich um
Verständnis.
Dieser Band ist, wie
alle XPERTEN Romane die ich
selbst geschrieben habe, von
der Handlung her sehr dicht.
Ob das gefällt oder
nicht, ist sicher
Geschmacksache! Mein ganz
herzlicher Dank geht an die
Testleser (alphabetisch):
Georg Czedik-Eysenberg,
Gabriele Jaburek, Jörg
Mühlbacher, Thorsten
Ries und Günter
Schreier.
Besonders bedanken
möchte ich mich bei
meiner Lektorin Dagmar
Boedicker und bei meinen
Freunden im Freya Verlag,
Siegrid und Wolf.
Wenn Ihnen das Lesen
auch nur halb soviel
Spaß macht wie mir das
Schreiben, dann wird Ihnen
das Buch gefallen, und ich
hoffe, Sie werden gespannt
sein, wie es weiter geht! Ihr Hermann Maurer Oktober 2008.
Leseprobe
Verdichtetes Eisen
27. September 2022,
Pasadena, Kalifornien
Greg und
Jeff starrten sich
einigermaßen
fassungslos an. Vor drei
Stunden waren sie zu
Stillschweigen verpflichtet
worden, um sich
zwischendurch kurz mit
einer streng geheimen
Aufgabe" zu
beschäftigen, der
Untersuchung einer Folie
verdichteten Eisens" Sie
hatten das zwei mal zwei
Meter große 0.2 mm
dicke Blech in eines der
bestausgerüsteten
Chemielabors des JPLs1
geliefert bekommen. Das mit
der kurzen Untersuchung
zwischendurch war
offensichtlich eine
Fehleinschätzung
gewesen. Sie waren in den
letzten Stunden nicht
ernsthaft weitergekommen.
Die allererste
Grundvoraussetzung,
nämlich ein kleines
Stück des Materials
für weitere
Untersuchungen abzutrennen,
war ihnen bisher nicht
geglückt!
Freilich war mit dem
Fehlschlag vieler Versuche,
ein kleines Eckchen
abzutrennen, auch ihre
Neugierde immer mehr
gestiegen. Wie war es
möglich, dass sich ein
so dünnes Blech selbst
bei Anwendung immenser
Kräfte weder biegen,
noch brechen, noch mit einer
Spezialsäge bearbeiten
ließ? Und warum hatte
man ihnen diese Substanz als
verdichtetes Eisen"
vorgestellt? Die ersten
Versuche schienen mehr als
deutlich zu belegen, dass es
sich nicht um Eisen
handelte. Die elektrische
Leitfähigkeit war,
soweit sie dies prüfen
konnten, nahe Null, das
Gewicht der Platte
(würde es sich um Eisen
handeln) hätte dem von
800 Kubikzentimetern Eisen
entsprechen müssen, das
wären 6.3 kg, aber die
Waage hatte nur 3.82 kg
gezeigt. Der Schmelzpunkt
von Eisen ist bekanntlich
1538 Grad Celsius. Als sie
mit einem
Hochtemperaturschweißbrenner
versuchten, ein Stück
zu schmelzen oder zumindest
zum Glühen zu bringen,
stießen
--Fußnote: et
Propulsion Laboratories.
Arbeitet bei planetaren
Missionen eng mit der NASA
zusammen, ist eine der
Forschungseinrichtungen des
Caltech, der technischen
Eliteuniversität
Kaliforniens.--
Sie stieß auf
gänzlich unerwartete
Probleme. Das Material
erwies sich als so
wärmeleitfähig,
dass man beim Erhitzen eines
Punkts die ganze Fläche
aufwärmte. Um diese
aber auf hohe Temperaturen
zu bringen, mussten sie
viele Tricks einsetzen, und
dann schließlich bei
1700 Grad doch kapitulieren.
Alle Versuche, mit den
verschiedensten Säuren
Teile des Gesamtstücks
aufzulösen, schlugen
fehl.
Einer Untersuchung
mit Röntgenstrahlen
widersetzte sich der Stoff.
Was hatte man ihnen
da gegeben? Auf ihre
anfänglichen Fragen bei
der Lieferung hatten sie die
Antwort erhalten, dass es
sich um einen Teil der
Außenverkleidung der
Astra-4 Rakete handelte,
jener Rakete, die nach drei
unbemannten
Versorgungsraketen Astra-1
bis Astra-3 ein
zwölfköpfiges
Astronautenteam in von heute
an gerechnet in weniger als
zwei Jahren zum Mars bringen
sollte. Dies machte die
Angelegenheit noch
geheimnisvoller. Nach all
den bisherigen Versuchen
stellte das Material
tatsächlich eine sehr
gute Außenverkleidung
für ein Raumschiff dar,
weil man damit mechanische
Stabilität, Schutz vor
kosmischen Strahlen und
einen automatischen
Wärmeaustausch zwischen
Sonnenseite und
Schattenseite des Fahrzeugs
bei insgesamt geringem
Gewicht erreichte. Aber wenn
die NASA dieses Material
schon einsetzte, dann
mussten die wichtigsten
Eigenschaften doch bekannt
sein! Warum dann eine
Untersuchung beim JPL, das
bei interplanetarischen
Missionen ein Teil der NASA
war? Konnte es am Ende sein,
dass das Material gar nicht
vom Bau der Astra-4 stammte,
sondern vom Bau eines
Raumschiffs irgendwo sonst
in der Welt, etwa in China,
das mit seiner seit 2020 gut
funktionierenden Mondstation
die erste permanent
besiedelte Einrichtung
außerhalb der Erde
geschaffen hatte, wenn man
von der großen
internationalen Raumstation
in einer Umlaufbahn um die
Erde absah?
"Wenn wir kein
Stückchen abtrennen
können", schlug Greg
vor, dann verwenden wir
einen Diamantbohrer. Damit
mussten wir auch durch
diesen Stoff kommen und
könnten den
entstehenden Staub sammeln
und weiter untersuchen."
Dem Material war auch
mit einem dünnen
Diamantbohrer nur bei hohem
Druck beizukommen. Aber
schließlich hatten sie
doch einige kleine
Löcher gebohrt und
etwas Staub" gesammelt. Sie
flammten diesen
zunächst ab, um Reste
des Diamantenstaubs zu
beseitigen und begannen dann
mit den üblichen
chemischen Versuchen. Den
Staub in lösliche Form
zu bringen, um eine
Spektralanalyse
durchführen zu
können, gelang nicht.
Das Elektronenmikroskop
zeigte keine Besonderheiten.
Den Schmelzversuch in einem
Siliziumnitrid Keramiktiegel
brachen sie bei 2500 Grad
ab, da sie nun an die
Schmelztemperatur des
Tiegels herankamen.
Es schienen jetzt
also nur noch zwei
Möglichkeiten zu
verbleiben: den Staub mit
Hochenergielasern oder mit
Hochspannungsentladungen zu
bearbeiten. Sie entschieden
sich für Hochspannung.
Auf einer auf der Unterseite
mit Kupfer beschichteten und
gut geerdeten Keramikplatte
pressten sie in eine schmale
zylindrische Vertiefung auf
der Oberseite eine kleine
Menge des Staubs.
Darüber fixierten sie
ein Gerät, das
über die Entladung von
Großkondensatoren
einen Blitz durch das Pulver
zur Kupferplatte schicken
würde.
Aus sicherer
Entfernung schlug der erste
Blitz ein. Das Pulver zeigte
keine Veränderung. Sie
steigerten verblüfft
die Energieleistung des
Blitzes. Auch diesmal
änderte sich an der
Substanz nichts, aber der
Keramikrand um die
zylindrische Ausfräsung
zeigte Spuren. Es war klar:
Man konnte die
Leistung nicht nach und nach
steigern, damit würde
man die Keramikplatte
beschädigen und Teile
von ihr mit dem Eisenstaub"
vermischen. Also stellte
Greg nach Abstimmung mit
Jeff die höchste
Leistung ein. Mit einem
Knopfdruck löste Greg
den alles entscheidenden
mächtigen Blitz aus.
Es ist unklar, ob
Greg und Jeff noch sehen
konnten, dass nicht nur der
Staub mit enormer Wucht
explodierte, sondern dass
sich auch die mehrere Meter
weit entfernt stehende
Platte mit Megabombengewalt
auflöste und
große Teile des JPL
Labors zerstörte. ***
Einige Kilometer
weiter führte Ed Wilkes
nur Minuten später ein
längeres
Telegespräch mit
Densmol in Leeds. Ed war ein
schlanker, gut aussehender,
blonder englischer Physiker
von der Cambridge
Universität, dessen
Narbe am Kinn durch einen
gepflegten hellbraunen Bart
verdeckt war, die ihm aber
doch ein leicht
abenteuerliches Aussehen
verlieh. Er berichtete
seinem Partner bei Densmol
ausführlich von einer
großen Explosion bei
JPL und dass dabei eine
sonderbare frequenzvariable
Strahlung aufgetreten war.
Diese hatte er mit
Geräten feststellen
können, deren
Funktionsweise ihm neu und
unbekannt war und die von
Densmol stammten.
Sein Bericht
bewirkte, dass er zu einem
Paul Warren, der mit einem
ihm nicht vertrauten Akzent
sprach, durchgeschaltet
wurde: "Ed, wir kennen uns
noch nicht. Ich bin neuer
Sicherheitschef bei Densmol.
Die Explosion geht mit
Sicherheit auf verbotene
Experimente mit dem von uns
hergestellten 'verdichteten
Eisen' zurück.
Versuchen Sie, an die
Videoaufzeichnungen
heranzukommen, die sicher
bei den Experimenten gemacht
wurden. Das wird schwierig
sein. Es ist aber für
uns von enormer Wichtigkeit.
Scheuen Sie keine Kosten.
Wenn Sie Probleme bekommen
sollten, wir haben wie Sie
wissen gute Kontakte zur
Caltech und lassen Sie nicht
im Stich. Zusammen mit allen
technischen Geräten
kommen Sie dann
möglichst rasch zum
Flughafen Pasadena und
kündigen Ihr Ankommen
mit dem vereinbarten Code
an. Sie werden am Flughafen
erwartet werden und mit
einer Densmol Firmenmaschine
sofort nach England geflogen
werden. Wir müssen
dringend miteinander
sprechen. Bleiben Sie
natürlich offiziell als
Gastprofessor am Caltech,
aber melden Sie sich
für ein paar Tage
Urlaub im Südwesten der
USA ab. Wir schmuggeln Sie
aus den USA heraus und
wieder hinein, wir brauchen
Sie nach unserem
Gespräch wieder in
Kalifornien. Aber Ihre
Verbindung zu Densmol darf
nicht zu eng aussehen."
Ed überlegte:
Wie sollte er an die
geforderten
Videoaufzeichnungen
herankommen? Eigentlich sah
er nur eine Chance: Susan
Salk. Aber würde sie
ihm vertrauen? Er hatte sie
erst bei seiner Ankunft als
Gastprofessor am Caltech vor
zwei Monaten kennen gelernt.
Und seine Einladung als
Gastprofessor verdankte er
Densmol. Dabei hatte ihm die
Firma mehr als nahe gelegt,
möglichst eng mit Susan
Salk zusammenzuarbeiten. Er
wusste, das war das
Hauptziel seines
Forschungsaufenthalts, den
Densmol ihm sehr
großzügig
finanzierte.
Susan unterrichtete
theoretische Physik an der
Caltech. Sie war mit ihren
28 Jahren nicht das, was man
sich unter einer Physikerin
der Weltspitzenklasse
vorstellen würde. Susan
war lebhaft, zierlich und
hatte kurze geschnittene
schwarze Haare die mit ihren
hellen Augen einen nicht
übersehbaren Kontrast
bildeten. Ihre Mimik konnte
von nachdenklich zu
spitzbübisch, zu
enthusiastisch oder zu
schlicht liebenswert
wechseln. Sie trug meist ein
am Rücken tief
ausgeschnittenes Kleid, das
ihre perfekte und
gebräunte kalifornische
Haut genau so gut zur
Geltung brachte wie die
makellosen Beine und
Füße in den
offenen Sandalen, die ihre
dezent lackierten schlanken
Zehen betonten.
Sie konnte leger am
Strand,
standesgemäß mit
dezenter Brille an der Uni,
oder elegant am Abend
auftreten. Aber all das
schien man zu vergessen,
wenn man mit ihr sprach.
Dass sie eine der besten
Physikerinnen der Welt war,
kam nur selten durch und
dann war es beeindruckend.
Aber meist redete sie
lieber über andere
Themen und war in Kunst,
Geschichte und Politik
umfassend informiert. Sie
überraschte oft mit
ungewöhnlichen und
originellen Ansichten. Ed
hatte
auftragsgemäß
versucht ihr zu gefallen,
aber sehr bald wollte er das
nicht mehr nur wegen seines
Auftrags. Sie hatten sich in
den letzten Wochen viel
getroffen, oft nur auf einen
Kaffee mit Kollegen in einer
Pause, oder in der Mensa
für ein Mittagessen.
Aber es waren auch
schon einige romantische
Abende dazu gekommen, und
ein gemeinsamer Tauchausflug
nach Nordmexiko. Auch
dorthin fuhren sie nicht
allein, sondern mit
Freunden, doch verbrachten
sie soviel Zeit zu zweit und
waren beim Tauchen ein
unzertrennliches Team, dass
sie bald als irgendwie
zusammengehörig
angesehen wurden.
Ed war stolz auf die
Freundschaft mit Susan,
obwohl ihm nicht klar war,
was ihn für eine
Superfrau wie Susan
anziehend machte. Sie schien
es zu genießen, ihn
mit dem Kaltwassertauchen in
Kelpwäldern vertraut zu
machen oder mit einer
Hawaii-anischen Harpune das
Abendessen zu erlegen, und
sie schien andererseits sein
umfangreiches Wissen in
Literatur und Malerei zu
lieben und aufzusaugen. Aber
sie interessierte sich auch
für seine Arbeit bei
Densmol, einer Firma die man
eher mit angewandter Chemie
oder Physik in Verbindung
brachte als mit tieferer
Grundlagenforschung. Als er
sie das erste Mal traf und
erklärte, dass er
für ein halbes Jahr von
Densmol für Forschung
in den USA frei gestellt
worden war, lachte sie:
Ach, du steckst also mit
dahinter, dass man heute
Kleider mit einem Knopfdruck
an eine gewünschte
Farbe oder auch an den
gegenwärtigen
Hintergrund anpassen kann?"
Es war dies das
international bekannteste
Patent von Densmol, und Ed
hatte halb im Ernst, halb im
Spaß geantwortet:
Also so einfach ist es auch
nicht, die Moleküle so
umzuordnen, dass beliebige
Muster entstehen, ja sogar
der Hintergrund simuliert
wird. Aber Densmol
beschäftigt sich
insgesamt mit Problemen, wie
man durch Neuanordnung von
Molekülen neue Effekte
erreichen kann. Es gibt
einige geheime Abteilungen,
die an ganz neuen
Materialien arbeiten, aber
da gehöre ich nicht zu
den Eingeweihten." Er
erwähnte nichts vom
verdichteten Eisen und der
Sorge Densmols, dass dieses
Material leicht für
kriegerische Zwecke
missbraucht werden
könnte.
All das schoss ihm
durch den Kopf, während
er sich auf das
Gespräch mit Susan
vorbereitete. Er wusste,
dass sie gute Kontakte zu
JPL hatte, doch würden
sie gut genug sein, die
Aufzeichnungen zu erhalten?
Und wie konnte er
erklären, dass er ein
Video von den Experimenten
benötigte, die zur
Explosion führten? Er
beschloss, ganz offen zu
sein. Im seinem
Videotelegespräch,
Susan schien sich über
seinen Anruf zu freuen, kam
er bald auf das wirkliche
Thema: Es hat vor ganz
kurzer Zeit eine Explosion
bei JPL gegeben. Du hast
vielleicht schon davon
gehört. Ich wurde von
Densmol angerufen, dass sie
vermutlich durch ein
Material ausgelöst
wurde, das sich verdichtetes
Eisen nennt, mit dem man
anscheinend im Verstoß
gegen ein Abkommen
experimentierte. Diese
Experimente wurden sicher
auf einem entfernten
Videoserver aufgezeichnet.
Densmol möchte
begreiflicherweise wissen,
was geschehen ist und
möchte daher unbedingt
an die Aufzeichnungen
herankommen. Das gelingt
ihnen sicher nicht, JPL kann
die Experimente nicht
zugeben. Wenn es dir
gelingen würde, die
Aufzeichnungen zu bekommen,
wäre ich dir sehr
dankbar. Ich schulde Densmol
einiges dafür, dass sie
meinen Forschungsaufenthalt
finanzieren und mir damit
die Zusammenarbeit mit der
besten und nettesten
Physikerin, die ich je
kannte, ermöglichen."
Er quittierte ihren Blick,
der ,schon gut, schon gut'
bedeutete, mit einem Lachen.
"Wenn du das Video
bekommen könntest,
sehen wir es uns doch bitte
zusammen an. Es ist sicher
sehr interessant, obwohl das
Ende der Experimente
tragisch war. Mehrere
Personen scheinen durch die
ausgelöste Explosion
getötet worden zu sein.
Nachdem du die
Aufzeichnungen gesehen hast,
entscheidest du, ob ich sie
vertraulich an Densmol
weiterleiten darf. Ich
garantiere im Namen von
Densmol, dass die
Aufzeichnungen nur intern
verwendet werden, um
ähnliche
Zwischenfälle in
Zukunft zu vermeiden. Drum
jetzt zwei Gretchenfragen an
dich: Erstens, glaubst du,
du kannst an die Unterlagen
herankommen, und zweitens,
vertraust du mir?"
Ed hatte
auftragsgemäß
versucht ihr zu gefallen,
aber sehr bald wollte er das
nicht mehr nur wegen seines
Auftrags. Sie blickte Ed mit
ihren hellen Augen unter den
leicht zerzausten schwarzen
Haaren lange an, so intensiv
als würde sie
voreinander stehen und nicht
nur über eine
Teleübertragung
verbunden sein.
Schließlich sagte sie:
"Ich habe die Aufzeichnungen
sofort nach der ersten
Nachricht vom internen
Server geladen ... jetzt
sind sie dort schon
gelöscht. Ich habe sie
auch bereits
überflogen. Wenn das
Material, das verdichtetes
Eisen genannt wird, wirklich
von Densmol stammt, dann ist
diese Firma noch
interessanter als ich je
dachte. Ich vertraue dir.
Ich hoffe, ich mache keinen
Fehler. Du erhältst die
Aufzeichnungen sofort. Aber
du schuldest mir, dass du
mir mehr über Densmol
erzählst, als du es je
gemacht hast. Reden wir
jetzt nicht weiter. Ich habe
den Verdacht, es geht hier
um eine sehr große
Sache, die man besser nicht,
auch nicht wie wir
verschlüsselt,
über normale
Kommunikationskanäle
besprechen sollte. Melde
dich bei mir sobald es geht.
Ich habe den
Verdacht, es wird erst in
ein paar Tagen sein, oder
...'
Susan brach mitten im
Satz ab und ließ Ed
mit offenem Mund stehen.
Ahnte Susan, dass er mit den
Aufzeichnungen sofort nach
England fliegen würde?
(...)
Nachwort
Zur
XPERTEN-REIHE
Dieser Band
der XPERTEN Reihe
schließt den Bogen des
aus zehn Romanen bestehenden
ersten Zyklus der XPERTEN
Reihe.
Durch die Ereignisse
am Ende dieses Bands stehen
die Menschheit und die
Gruppe um Maria und Marcus
vor ganz neuen
Herausforderungen, die in
weiteren Büchern
behandelt werden sollen!
Nachstehend eine
kurze Übersicht
über den ersten Zyklus
der XPERTEN-Reihe:
Alle Bände, bei
denen kein Autor steht habe
ich geschrieben. Sie stellen
das Rückgrat" der
Reihe dar. Die anderen
Bände wurden nach einem
Exposé von mir
geschrieben, wobei ich die
Manuskripte editierte, um
Widersprüche mit
anderen Bänden zu
vermeiden. Ich habe im
Folgenden die Bücher so
angeordnet wie sie in etwa
chronologisch spielen.
Obwohl die Bücher
unabhängig gelesen
werden können, erkennt
man den Hauptfaden wohl am
besten wenn man sie in der
Reihenfolge: "Der
Telekinet", "Der
Paradoppelgänger",
"Die Parakrieger", "Das
Paranetz" und "Kampf dem
Großen Bruder" liest,
gefolgt von "Im Banne des
Wissens" In welcher
Reihenfolge man sich die
anderen Romane vornimmt, ist
dann eher unbedeutend. Wenn
man die Geschichte von Aroha
und Herbert genauer
verstehen will, dann
könnte man vor oder
nach "Dem
Paradoppelgänger" den
Mind-caller" oder besser
den "Der Parakommunikator"
einschieben, und vor dem
"Kampf dem Großen
Bruder" auch die Bücher
"Der Paraschirm", "eSmog"
und "Mindwave". Viel
Spaß beim Lesen! Ihr
H. Maurer hmaurer@iicm.edu,
www.iicm.edu/maurer.
Vorwort
des Buches Leseprobe Nachwort, Buchrückseite
Buch
bestellen Im Banne des
Wissens - 303 Seiten
ISBN 978-3-902540-29-4, Freya
Verlag (2008)
Mindcaller Roman
Descrizione:
Aroha
findet in einem
verborgenen Tal in
Neuseeland, das
landschaftlich an
Szenen aus den Filmen
"Der Herr der Ringe"
erinnert, eine
schöne
Steinschnitzerei, die
weniger harmlos ist,
als sie aussieht. Es
stellt sich heraus,
dass der 'Mindcaller'
aus uralten Zeiten
stammen muss und die
Kommunikation mit
Mythen, Menschen,
Tieren, Pflanzen,
Zukunft und
Vergangenheit
ermöglicht. Aroha
entschlüsselt das
Geheimnis und kommt
dadurch in unerwartete
und gefährliche
Situationen ...12"Wer
das Buch 'Xperten 2:
Der Para
Doppelgänger'
schon gelesen hat, der
hat sich über das
zarte Mädchen
Aroha und ihren
geheimnisvollen
Anhänger den Kopf
zerbrochen. In diesem
Band erfahren wir die
spannende und
gefühlvoll
geschriebene
Geschichte Arohas und
des 'Mindcallers'.
Werden die 'Alten',
mit einer fremden aber
unglaublich weit
entwickelten
Technologie
eingreifen?" (Mag.
Bernd Schuster,
Villach,
Österreich)"Eine
wunderbar schöne
und einzigartige
Mischung von Science
Fiction und den Mythen
und der Schönheit
Neuseelands. Man
verliert sich in den
liebevollen
Beschreibungen der
einzigartigen
Landschaft, der
Pflanzen, der Tierwelt
und der Geschichte
dieses Landes
während man
versucht, das
Rätsel des
geheimnisvollen
'Mindcallers' zu
verstehen. Ein Buch,
das eine unerreichbare
Mischung von
Zukunftsroman und
emotionalen
Erlebnissen bietet.
Ein Buch, das man
nicht so schnell
wieder vergessen
kann." (Tava Maryanne
Olsen, Associate
Professor, Washington
University in St.
Louis)01Hermann Maurer
studierte Mathematik
und Physik in
Österreich,
Informatik in Kanada.
Er war einige Jahre in
der Industrie
tätig, aber ist
nun seit mehr als 30
Jahren
Universitätsprofessor
für Informatik an
Universitäten in
Kanada, USA,
Deutschland,
Brasilien, Australien,
Neuseeland und vor
allem an der
Technischen
Universität Graz
in Österreich. Er
ist mit zahlreichen
wissenschaftlichen
Büchern und
über 500
wissenschaftlichen
Publikationen in
seinem Bereich der
Informatik aktiv
tätig, ist aber
auch seit vielen
Jahren
schriftstellerisch
aktiv, oft unter einem
Pseudonym.
Categoria:
Science
Fiction / Fantasy Report: Führen
wir nicht bzw. nicht
mehr
Autore: Lennon
Jennifer, Maurer
Hermann Editore: Freya Edizione: 2003.
128 S. m. z. Tl.
farb. Abb. 19,5 cm Language: German Collana: Xperten
Bd.1/2 ISBN: 3902134496 ISBN-13: 9783902134493 Weight: 213 g
Prezzo:
€ 11.00
Quelle
Datenstrukturen
und
Programmierverfahren,Teubner, Stuttgart (1974) Bestellung
| Six,
H. W., 1944-
joint author. |
| von
H. Maurer,
unter
Mitwirkung von
H. W. Six. |
| Leitfäden
der
angewandten
Mathematik und
Mechanik,, Bd.
25, Teubner
Studienbücher.
Informatik |
| German |
| 222
p. |
| 3519023288 |
| 74344772 |
| 001.6/42 |
| QA76.6
.M383 |
| 1637370 |
|
Computer
programming.
Data
structures (Computer
science)
|
HyperWave:
The Next
Generation Web
Solution,
Addison-Wesley
Longman, London
(1996) Bestellung
In dieser Arbeit
wird anhand von zwei
konkreten Beispielen
erläutert, was
Wissensmanagement (WM)
ist und warum WM eine
so wichtige Rolle in
der Zukunft spielen
wird. Dies gilt
freilich nur, wenn es
sich bei WM um mehr
handelt als die
Verwendung von
Informationssystemen
oder verteilten
Datenbanken für
anspruchsvolle
Aufgaben.
Zeitschrift Informatik-Spektrum Verlag Springer
Berlin / Heidelberg Hermann
A. Maurer:
Wissensmanagement Ein
Schritt nach vorne
oder nur ein neues
Schlagwort? 26-33
Computer
Science, Computer
Science, general, Computer
Hardware,
Computer Systems
Organization and
Communication Networks,
Software
Engineering/Programming
and Operating Systems
and Data Structures,
Cryptology and
Information Theory
Learning
Support Systems
for
Organizational
Learning,
(with J.
Hasebrook),
World
Scienctific
Publishing
Co. Pte.
Ltd. Singapore
(2004), ISBN
981-238-831-1
Bestellung
Buchübersicht:
The major trends in
e-learning are
determined by the
global demand of
academic, elderly
and non-traditional
target groups for
training and
education. The
advent of the
learning
organization
reflects these major
shifts of
the educational
markets within
companies.
Automation of
learning processes
does not enhance a
company's
productivity;
augmentation of
individual and
collaborative
learning processes
is needed. This book
reflects seven years
of applied research
(1997-2003) in the
fields of adaptive
multimedia systems,
knowledge-based and
collaborative
learning
environments, and
intelligent software
agents.
Produktinformation: Gebundene
Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: World
Scientific Pub Co (
(Juni 2004) Sprache:
Englisch ISBN-10:
9812388311 ISBN-13:
978-9812388315
Größe
und/oder Gewicht: 22,8
x 15,8 x 2,2 cm
Ehrendoktorwürde
für Professor Hermann
Maurer
2002-05-03
- (idw)
Universität Fridericiana
Karlsruhe (T.H.) Nr. 47/
2.5.02/my-Münch Fakultät
für Wirtschaftswissenschaften
zeichnet österreichischen
Informatiker aus
Ehrendoktorwürde für
Professor Hermann Maurer
Am 8. Mai verleiht die
Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften der
Universität Karlsruhe (TH)
die Würde eines Ehrendoktors
an Professor Dr. Hermann Maurer.
Der Österreicher hat sich um
die Förderung der angewandten
Informatik vielfältig
verdient gemacht.
"Hermann Maurer hat stets
zukunftsträchtige Themen der
Informatik aufgegriffen",
begründet Professor Dr.
Hartmut Schmeck die hohe
Auszeichnung. Der Dekan der
Fakultät betont: "Maurer hat
Visionen, mit denen er junge
Menschen zu kreativer
Forschungsarbeit motivieren kann".
Eine nachhaltig wirkende Aktion
Maurers waren seine "Theoretischen
Grundlagen der
Programmiersprachen". Er legte sie
1969 als Taschenbuch auf, womit es
erstmals ein preiswertes
Informatik-Fachbuch gab. Viele
seiner Arbeiten führten zu
Anwendungssystemen, die heute am
Markt etabliert sind.
Als Maurer 1971 einen Ruf
an die Karlsruher Fakultät
für Wirtschaftswissenschaften
annahm, wurde er Inhaber des
ersten Lehrstuhles für
Angewandte Informatik in
Deutschland. Gemeinsam mit
Professor Dr. Wolffried Stucky
gründete er vor 31 Jahren das
AIFB (Institut für Angewandte
Informatik und Formale
Beschreibungsverfahren). 1978
übernahm Maurer den Aufbau
der Informatik an der Technischen
Universität (TU) Graz,
Österreich. Publikationen und
Lebensdaten hat er unter http://www.iicm.edu/maurer
bereitgestellt. Details zu vielen
seiner Projekte gibt es unter http://much.iicm.edu
Das Kolloquium zur
Verleihung der
Ehrendoktorwürde fand am 8.
Mai, 16 Uhr, im
Tulla-Hörsaal,
Kollegiengebäude am
Ehrenhof der Universität
Karlsruhe, Englerstrasse 11,
Geb.-Nr. 11.40, Raum 103 statt.
PRÄAMPEL m.bruno@gmx.at Adresse   
Der
Verantwortliche
für die private  
hat keinerlei Einfluss
auf die Gestaltung und
die Inhalte der
externen gelinkten
Seiten und die extern
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für Expertin.
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