Sonnenaufgang
![]() GRIMMING
LITERATUR
SONNTAG Heute früh ist der Grimming weich weiße Wölkchen flockengleich schmiegen sich in seine Ritzen. Er atmet sie empor und wieder steigen sie hervor Umkosen sein Gestein Er schaut zufrieden drein. WUNSCH Der Berg er füllt das Fenster aus In der Sonne glänzt der Schnee Wenn Wollen mehr als Können ist Tut auch die Schönheit weh Adelheid Hahn >HYMNE AUF DEN
GRIMMING
Grimming, o Grimming, wie freu' ich mich an deiner Pracht Du Stolz des Ennstal's, wo wuchtig und so schön Stehst majestätisch da, als wärest auf der Wacht. Um deine schroffen Wände streicht der Föhn. Im Frühling, wenn des Winters trotzige Macht zerbricht, Wenn auf den neu ergrünten, feuchten Ennstal Wiesen Tausendfach, herrlich weiß Narzissen sprießen, Stehst du, o Grimming, noch mit Schnee bedeckt im neuen Licht Wenn sich auch an schwülen Sommertagen drohend sich dein Haupt verhüllt, Dein Leib verdeckt wird vom Gewitter Wolkenmeer, Wenn Blitze zucken und der Donner furchtbar brüllt, Trotz alledem, o Grimming, lieb' ich dich so sehr. Mit steifen Winden meldet sich der Herbst im Land, Wirbelt Laub, das er den Bäumen entrissen, hoch empor, Du freuest dich, o Grimming, auf ein weiß' Gewand. Dann bist du tausendmal noch schöner als zuvor. Wenn der Winter, zaghaft noch, die ersten Flocken bringt, Ergraut dein Haupt, wenn noch im Tale Kühe grasen. Doch wütend bald die ersten Winterstürme blasen - Hei, wie es schaurig dann um deine Grate singt. Ein weißes Daunenkleid bekommst du nun wie alle Jahr' Von Gotteshand gemacht, so herrlich und so wunderbar, So schmiegsam, wie kein Schneider wär's im Stand, O Grimming, o Grimming du, du Stolz vom Oberland. Von Hans Fischelschweiger Sen. Wörschach, vorgetragen vom Wanderer Schirmherrn bei der Feier ÖAV Grimming Gipfelkreuz 40 Jahre im Jahre 1994 Lois Strobl >
DA GRÖSSA DER
GRÖSSTE Übersetzung Nach einem "Island
Bilder- und Videovortrag mit Animationen"
von und mit "Franz Zeiringer" alias
Grimming Franz, eine erholsame Nacht, mit
teilweisen Grimmingblicken, in der Pension "Zeiringer"
in Klachau, herzlichen Dank dafür.
Abgang Kulm bis zu der letzten Linkskehre
vor dem Wandeinstieg, dann rechts unter den
Wänden zum Öslinger und am
Jägersteig auf den "Kleinen Grimming".
In Kulm ist auf einem Baum ein Hinweis
angebracht: "Die Gipfelfeier am Grimming
ist wegen Schlechtwetter abgesagt". In
dem letzten Tagen waren schwere Unwetter,
doch für heute war die Wetterprognose
gar nicht so schlecht angesagt. Die
Temperatur ist zwar tief gesunken, das haben
wir auch gestern beim Islandvortrag zu
spüren bekommen. Eine Garage des
benachbarten Bauern war unser Vortragsort
gewesen. Trotz der Videoclips von der
Eruption der Geishire, war es für einen
Sommerabend bedenklich kühl. Die
Hausfrau versorgte und mit Tee und vielen
Köstlichkeiten aus der Backstube und
vom Hausherrn bekamen wir einen
Aufwärmschnaps, wiederum ein herzliches
"Dankeschön" dafür.
Ehre wem Ehre gebührt, Franz hat einen Vortrag zuwege gebracht, von dem sich so mancher Professionelle etwas abpausen kann. In verschiedenen Abschnitten wurden wir den Naturwundern Islands, durch Bild, Film, Musik, Schrift und Landkarten näher vertraut gemacht. Es war die Planung, die Anreise, die Statistik, die überwältigen Wasserfälle und Stromstürze, die dampfende Erde mit brodelnden heißen Quellen und Geishiren, die Berge und Gletscher, die Fauna und Flora, die 1000 km Rundreise. Hier hat sich Franz einen Traum erfüllt und wir durften an seinen Erlebnissen, virtuell auf einer Leinwand, teilnehmen. Bald durchstoße ich die Talnebeldecke und der Grimming - Höhenzug liegt unverhüllt vor mir, am Öslinger begrüßt mich schon die Morgensonne. Nun geht es gemächlich und ohne Schwierigkeit aber mit großen Höhengewinn bergauf. Diesmal versuche ich, oberhalb der Baumgrenze, rechts in mir noch unbekannten Gelände zu steigen. Dies erweist sich aber nicht besonders angenehm, die anfängliche Genußkletterei wird später zur Angsttour bei der keine Umkehr möglich ist. Hinauf schafft man es bald einmal, aber ein Hinuntersteigen hat's immer besonders in sich, das habe ich schon öfters erlebt und manchmal gab es "nur ein Zurück". Hier war es gottseidank nicht so extrem, aber mit zunehmenden Alter sieht alles etwas anders aus. Im Gebirge kann ein Seitensprung tödlich werden, doch im Alleingang kann man nur mit sich selbst uneins werden. So reizvoll das umhergrasen abseits der Pfade sein kann so sehr kann es auch, wie bei den menschlichen Beziehungen, an die Substanz gehen. Deshalb bin ich froh meinen Morgengang auf den gewohnten Spazierweg bis zum Gipfelkreuz des "Kleinen Grimming" fortsetzen zu können. Einige Leute haben
hier, seit meinen letzten Besuch, eine
Gipfelrast gehalten:
Als
Alternative zur abgesagten
Gipfelmesse am, "Hohen Grimming"
soll hier am "Kleinen
Grimming" ein bescheidenes,
christliches Zeichen gesetzt werden.
Ich liege in einer Senke neben dem
Gipfel, bei der Niederschrift im
Gipfelbuch wärmt mich die
Mittagssonne.
Das Hohelied der LIEBE Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther Strebt
nach den Gnadengaben, die höher
stehen. Ich zeige euch jetzt noch
einen Weg, der über alles
hinausführt:
Wenn ich in den Sprachen der
Menschen und der Engel redete, aber
die LIEBE
nicht hätte, wäre ich
dröhnendes Erz oder eine
lärmende Pauke. Und wenn ich
prophetisch reden könnte und alle
Geheimnisse wüßte und alle
Erkenntnisse hätte; wenn ich alle
Glaubenskraft besäße und
Berge damit versetzen könnte, aber
die LIEBE
nicht hätte, wäre ich nichts. Und wenn
ich meine ganze Habe verschenkte, und
wenn ich meinen Leib dem Feuer
übergebe, aber die LIEBE
nicht hätte, nützte es mir
nichts.
Die LIEBE
ist langmütig, die Liebe ist
gütig, sie ist nicht
eifersüchtig, sie prahlt nicht, sie
bläht sich nicht auf. Sie handelt
nicht unschicklich, sucht nicht ihren
Vorteil, sie läßt sich nicht
herausfordern und trägt das
Böse nicht nach, sie freut sich
nicht über das Unrecht, sondern
freut sich an der Wahrheit.
Sie
erträgt alles, glaubt alles, hofft
alles, hält allem stand. Die LIEBE
hört niemals auf. Prophetisches
Reden hat ein Ende, Zungenrede
verstummt, denn Stückwerk
ist unser Erkennen, Stückwerk unser
prophetisches Reden; wenn aber das
Vollendete kommt, vergeht alles
Stückwerk, Erkenntnis vergeht.
Als ich
ein Kind war, redete ich wie ein Kind,
dachte wie ein Kind und urteilte wie ein
Kind, als ich ein Mann wurde, Legte ich
ab, was Kind an mir war.
Jetzt
schauen wir in einen Spiegel und sehen
nur rätselhafte Umrisse, dann aber
schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann
aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt
worden bin. Für jetzt bleiben
Glaube, Hoffnung, LIEBE,
diese drei; doch am größten
unter ihnen ist die LIEBE.
>Bibel
Apostelgeschichte. Der erste Brief der
Korinther Quelle: Teilweise Wandschrift
in meiner Schlafstätte der Pension
Zeiringer.
Schön ist alles was mit LIEBE betrachtet wird, Christian Morgenstern Nun ich will nicht allzu klagen, Manchmal wollt ich schon verzagen. Als ich das KREUZ hierher getragen, Dachte ich – "nun das schafft du nie". Doch dann hab' ich's doch ertragen, Doch fraget mich nur nicht wie? Bei
meinem letzten Aufenthalt hier, nach
einem Gipfelbiwak, wagte ich es nicht
weiter in Richtung Schartenspitze zu
gehen. Der abschüssige Rasenhang
war taunass, doch heute will ich es
wagen. Es ist ein Weg der Erinnerung,
denn ich schon einigemal beschritten
habe, aber der immer wieder ein
bleibendes Erlebnis bietet. Der "Öslinger"
hat keinen freistehenden Gipfel, er
ist ein bewaldeter Kamm der sich aus
Richtung Krungl zum Gipfelaufbau des "Kleinen
Grimming" hinzieht. Vor dem
Einstieg, konnte ich es mir nicht
nehmen mit der Rucksack - Konzertina,
meinen Antrittsbesuch
anzukündigen. Dabei waren; das
St.Martiner Grimminglied: "Der
Grimma is' mei Hoamatland", das
Pürgger Grimminglied: "Dort wo
der Grimming steht", das
Hinterberger Grimminglied: "Woan i
so ob'n am stolz'n hoh'n Grimming
steh" und der
"Grimmingtorjodler", unter anderen
Pflichtstücke.
In der Scharte zwischen dem "Kleinen Grimming" und der "Schartenspitze", ist wieder der Ort für ein Intermezzo. Ameisengleich, weit unter mir im Schartenkar der Gänsemarsch der vom "Hohen Grimming" absteigenden Leute. Nun aber will ich es wagen, was ich bei meiner letzten Anwesenheit hier nicht unternommen hatte: Die rucksacklose Besteigung der "Schartenspitze". Es gibt zwei Möglichkeiten; entweder den Vorspitz nördlich bis zu der Scharte vor dem "Schartenfinger" zu umgehen oder zuerst den Grat entlang und dann südlich auszuweichen. Beide Anstiege haben ihre Vor- und Nachteile: Im ersten Fall erspart man sich viele Höhenmeter es mangelt aber im letzten Teil der Rinne an griffigen Fels, der zweite Anstieg, mit den Tiefblicken in das Ennstal, ist reizvoller aber hat den Nachteil, dass man wieder sehr tief hinunter klettern muß. Diesen Anstieg jedoch hat, als ich letztesmal hier war, auch "Herwig Adam" unternommen, den Schwierigkeitsgrad schätze ich mit II+ ein. Auch ich wähle diesen Weg der südlichen Umgehung zum Schartenfinger und bin bald am einsamen Gipfel der Schartenspitze angelangt, nach einer kurzen Zeit- der Besinnung und eines Rundblickes entnehme ich das wohlverwahrte Gipfelbuch aus dem Behälter. Das Gipfelbuch wurde von "Herwig Adam" anläßlich des Jahrtausendwechsel in memoriam von "Anton Adam" am, 18.08.2000 hinterlegt. Die Schartenspitze war für die Familie Adam aus Pürgg ein immer wieder gern besuchter Gipfel, meist als Draufgabe auf die Grimmingtour bereitete uns der Besuch der "Dame des Hauses", (wie Anton Adam die Schartenspitze nannte), immer besondere Freude und Genuß.
"Gott selbst
staunt stets noch auf's neu bei
jedem SONNENAUFGANG".
Grimming, Grimming! Grimming, Grimming was ist los? Felsen, Steine, Schutt und Moos! Doch, ich bin in Dich so sehr verliebt, Weil es für mich nichts Schön'res gibt. Kaum war der Frühling Dir bewußt Schwelgst Du in des Sommers Lust. Deine hohen Fluren zieret Blütenflor, Am Fuß der Wand das Grimmingtor. Grimming, Grimming was ist los? Deine Allmacht die ist doch so groß! Die Zeit vergeht – ein holder Traum, Ein gelbes Blatt erscheint am Baum. Herbstlich schon gewoben wie ich seh' Mir scheint's Du wartest schon auf Schnee. Makellos glänzt Du in stiller Winterzeit, Wie eine Braut im weißen Hochzeitskleid. Der Menschen Getümmel ist nun vorbei, Nun ruh' Dich aus. nun bist Du wieder frei. Altvater Grimming, Du bleibst ewig jung Was mir immer bleibt – es ist Erinnerung. Nun ruh Dich aus in Deimer weißen Pracht. Bis Dir auf's neu der Frühling wieder lacht. Menschen komen, Menschen wieder gehen, Aber Du Grimming, wirst alles überstehen. So möge es das Schicksal oft noch geben, Dass mich in meinem kurzen Erdenleben Die Sehnsucht oft zu Dir hierher noch trägt – Bis einstens mir, die letzte Stunde schlägt. ⇑ Öslinger oberhalb der Baumgrenze Fuhre rechts Kleiner Grimming ⇒ Schartenspitze ⇓ Heil Kulm Sonntag den 2008-08-17 18:10
Auch mir entschwand der Tag gleich
einem Traum, doch mein TRAUM war
Wirklichkeit.
Die TRÄUME sind die Sprache der Seele. Gib dich ihm ganz hin, dem Weg deiner Träume. Gedanken
und TRÄUME
überwinden Zeiten und
Räume.
Ich
steh, am Gipfel und erlebe
den TRAUM mit
freien Sinn und im Gedenken, des
einsamen Gipfel voll Zauber und
Wunder.
Hier wo die stille Andacht um mich blickt, Was ich erträumt, es ist mir heut geglückt.
Doch
Träume,
Wunschträume und der
Gedankenflug, so schön und
erhebend sie auch sein
können, gehen einmal zu
Ende und können über
die Realität nicht
hinwegtäuschen. Nun
heißt es aber Abschied zu
nehmen, so leicht auch der
beflügelte Anstieg war
umsomehr erfordert der Abstieg
nun die volle Aufmerksamkeit und
Konzentration, er bietet wenig
Spielraum für
Träumereien. Vom
Rucksackdepot in der Scharte,
sehe ich bereits Gämsen im
Schartenkar, durch sie hatte ich
heute bereits vom Öslinger
an eine flüchtige
Gesellschaft, die mich oft von
ihren Standplätzen und von
den Gämsengarten
(Krummholzhänge) keck
musterte. Es wird ein
besinnlicher Abgang, auch
erleichtert durch die
vorbildliche, neu errichtende
Seilversicherung im Wandabbruch.
Auch die kritische Stelle, an
der im vorigen Jahr eine Frau
tödlich abstürzte,
wurde entschärft.
Königlich erstrahlt der Grimming, im milden Licht und rötlichen Schein entschwinden die schimmernden Höhen vom Himmel blaß umwoben. Am Fuß der Wand eine kurze Rast: So wie die Sonne mich am Öslinger begrüßte, so verabschiedet sie sich nun am Öslinger um sich dann in dem dahinterliegenden Bergkamm zur Ruhe zu begeben. Doch in welcher Vielfalt und Schönheit dies geschieht, ist ein außergewöhnliches Ereignis und wird die Krone des ereignisreichen Sonntags, der traumgleich im dunklen Hag entweicht. "Leis ertönt die Abendglocke": Ein Abschiedlied aus dem Liederschatz des seligen Bergkameraden "Johann Ploder", oft und gern, so auch diesmal, von mir immer wieder gespielt und gesungen. Es tönt doch im Abendrot, wie von selbst, Helios goldenen Harfe der Ewigkeit. Grimming Zusammenfassung 2008-09-05
Die obertriadischen bis mitteljurassischen
Karbonate im Westabschnitt des
Grimmingstockes (Nördliche Kalkalpen,
Steiermark) werden mikrofaziell
untersucht: Die norisch rätischen
Dachsteinkalke der Grimmingliegend-decke
bildeten sich in einem gegliederten
Riff-Lagunen-Komplex. Das an
Kalkschwämmen reiche Riff liegt im
Süden. Eingeschaltete Kanäle
führen eine karbonatklastisch
beeinflußte
Algen-Foraminiferen-Detritus-Fazies. Im
Back-Reef entstanden grobklastische Kalke
mit reicher Algenflora in z.T. sehr guter
Erhaltung. “Black Fossils” zeugen von
Auftauchbereichen im Riff. Nördlich
schließen Onkoid- und
Grapestonefazies an und leiten zur
Bankfazies über. Diese progradiert im
Rhät nach Süden über das
Riff.
Am Top der Triasentwicklung
treten Kalke in Kössener Fazies auf.
Sie waren bereits lithifiziert, als sich
im Lias ein submariner Hartgrund mit
Phosphat- und Glaukonitmineralisation
bildete.
Die folgenden
echinodermenreichen Lias-Rotkalke zeigen
pelagischen Einfluß. Eine
Korngrößenanalyse der
Crinoidensande gibt Hinweise auf reinen
Strömungstransport. Das
Korngrößenspektrum ist
gegenüber äquivalenten
Quarzsanden um 1 bis 1,5 phi zum Groben
hin verschoben.
Intraliassische,
meteorische
Diagenese begrenzt die
Ablagerungstiefe der Lias-Encrinite,
die andererseits in Klauskalk
(Dogger) übergehen, für
den eine Bildungstiefe unter der
Aragonit-Lysokline anzunehemen ist.
Möglicherweise verursachte
aufsteigendes, fossiles
Süßwasser aus dem
Dachsteinkalk den meteorischen
Einfluß. Die zunehmende
Vertiefung ließ die Bildung
von Radiolarit zu. In dieses
Tiefseebecken glitt im Oberjura die
Grimminghangenddecke ein.
Schlüsselwörter Karbonatplattform - Mikrofazies - Crinoidenkalk - Korngrössen - Nördliche
Kalkalpen - Obertrias - Lias - Dogger![]() DIE KALTE RINNE 2010-10-15
und 2004-09-09
Die Kalte Rinne einer der bezauberndsten
Anstiege auf der Nordseite des Grimmings. Die
Kalte Rinne sind mein Sohn Herwig und ich auch
mit meiner Tochter Helke gegangen. Helke ist
bereits mit 19 Jahren ihrem Vater
vorausgegangen. Ein Versprechen an Helke, kurz
bevor sie verschied, ist die Ursache warum ich
jetzt nicht mehr auf den Grimming gehe.
Der
König von Sachsen war ein
gefürchteter grausamer Herrscher.
Grundlos und aus puren Übermut
ließ er von seinen Gefangenen die Kalte
Rinne
ausmeißeln. Den Gefangenen gefiel es
aber am Grimming besonders gut. Sie arbeiteten an
der Ausmeißelung der Kalten
Rinne,
besonders gründlich und freiwillig
bis an ihr Lebensende weiter.
Die Kalte
Rinne begingen am, 4.September 1954, mein Mann
und Sigurd
Fahringer
![]() > im Abstieg
nachdem sie Teile des neuen ÖAV
Gipfelkreuzes auf den Grimming getragen
hatten. Dorli AdamIn meinem alpinen Freundeskreis genießt der Grimming eine besondere Wertschätzung. Zwar erhebt sich der Gipfel nur 2351m über Meeresniveau, dafür überragt er das Ennstal ansatzlos um rund 1600m und beeindruckt von fast allen Seiten durch seine imposante Erscheinung. Vor allem der Grimming im Winter, die sogenannte grimmige Tour, rangiert in der Wunschliste ganz oben. Der sehnsüchtigste Wunsch gilt freilich der Längsüberschreitung West-Ost, einer Tour mit Westalpenformat. Sie führt über einen kilometerlangen Grat, der mit zahlreichen Felstürmen und steilen Firnschneiden aufwartet. Im Jänner 1997 wollten Andi und ich eine Nord-Süd-Überschreitung durchführen, gleichermaßen als Annäherung an die Längsüberschreitung. Harry, der uns die Besteigung des Grimming im Winter schon voraus hatte, wollte am selben Wochenende mit Walter und Robert eine West-Ost-Überschreitung versuchen und war bereits einen Tag vor uns aufgebrochen. Während der Anfahrt zum Grimming zerbrachen wir uns den Kopf darüber, ob wir die Tour in Nord-Süd-Richtung oder umgekehrt anlegen sollten. Schließlich entschieden wir uns für die erste Variante, was sich als durchaus vorteilhaft erweisen sollte. Spät am Abend erreichten wir den kleinen Ort Kulm an der Nordseite des Grimming, welcher für seine Schiflugschanze über die Grenzen hinaus bekannt ist. Dem Ort und der Jahreszeit entsprechend war es grimmig kalt, am wolkenlosen Himmel glitzerten Tausende und Abertausende Sterne. Darunter versuchten zwei Bergsteiger ein Quartier für eine kurze Nacht zu finden, die erste – gar nicht so leichte – Hürde für die erfolgreiche Besteigung des Berges. Der erste Versuch in einem Gasthaus schlug fehl, da man geschlossen hatte. An der zweiten Adresse öffnete eine junge Frau mit Lockenwicklern, die nur in ein Badetuch gehüllt war. Sie hatte eigentlich eine Freundin erwartet, mit der sie zu dem an diesem Tage stattfindenden Dorfball gehen wollte. Als sie uns zwei Bergsteiger sah, verschwand sie gleich wieder hinter der Tür, um kurz darauf nur unwesentlich mehr bekleidet, nämlich mit Badeschlapfen an den Füßen, zu erscheinen. Sie riet uns, ein paar Häuser weiter bei einem Bauern zu fragen und nachher auf dem Ball vorbeizuschauen. Beim Bauern bekamen wir ein Zimmer, merkten aber bald, daß hier eine bereits recht feucht-fröhliche Partie den Geburtstag eines jugendlichen Familienmitgliedes feierte. Wider Erwarten war es dann doch lange Zeit ruhig im Hause, vor Aufregung konnte ich aber unter der schweren und viel zu warmen Bettdecke kaum ein Auge zudrücken. Gegen zwei Uhr in der Früh wurde ich dann von Gepolter und lautem Stimmengewirr aus dem Halbschlaf gerissen. Unmittelbar vor unserer Zimmertür spielte sich eine Eifersuchtsszene ab, die zwischen zwei rivalisierenden Liebhabern mit Fäusten ausgetragen wurde. Auch nachdem sich der Streit irgendwie entspannt hatte, war für mich nicht mehr an Schlaf zu denken. Gegen sieben Uhr brachen wir schließlich schwerbepackt von Kulm zum Grimming auf. In unsere Rucksäcke hatten wir vorsorglich neben Schlafsack, Isomatte und Kocher – wir planten eine Übernachtung in der Biwakschachtel – die volle Kletterausrüstung mit Seil, Haken und Klemmkeilen gestopft, eine Fleißaufgabe, wie sich zeigen sollte. Es hatte seit gut zwei bis drei Wochen nicht mehr geschneit. Der Schnee war beinhart gefroren und gesetzt, so daß wir gut vorankamen. Am Beginn der Drahtseilversicherung legten wir die Steigeisen an. Etwa nach der ersten Hälfte des Anstieges erreichte auch uns auf der Nordseite des Berges die Sonne und tauchte die zuvor recht düster anmutende Landschaft in gleißendes Licht. Auch auf dem Steilhang im zweiten Abschnitt kamen wir gut voran und die Spannung löste sich. Fast waren wir ein bißchen enttäuscht, wie wenig sich der grimmige Berg zur Wehr setzte. Bei der Biwakschachtel angekommen, deponierten wir unsere schweren Rucksäcke und schlenderten unbeschwert zum nahen Gipfel. Nahezu senkrecht bricht die schnee- und eisbedeckte Flanke nach Süden ab. Man sitzt hier wie auf einem Balkon hoch über dem Ennstal. Gut zwei Stunden verbrachten wir hier, immer wieder blickten wir in Richtung Westen um nachzusehen, ob unsere Freunde schon auf dem endlos langen Grat auftauchten. Später erfuhren wir, daß sie im Gegensatz zu uns bereits im Aufstieg zum Grat schlechte Schneeverhältnisse Bruchharsch angetroffen und sich nach einem Biwak frustriert fürs Umdrehen entschieden hatten. Nach Osten warf der Grimming im Licht der untergehenden Sonne einen kilometerlangen Schatten, der bis zum Gesäuseeingang reichte. Die Nacht in der kleinen Biwakschachtel war trotz der grimmigen Außentemperatur durchaus angenehm, lange noch plauderten wir über Gott und die Welt und schmökerten im Schein der Stirnlampen im leicht durchfeuchteten und modrig riechenden Biwakschachtelbuch. Auch bei dieser Lektüre begegnete uns die geheimnisvolle Aura dieses Berges: Einsamkeitsfanatiker bringen hier nicht nur seitenlange Berichte über Erstbegehungen in abseitigen Steilfluchten des Bergriesen zu Papier, sondern schreiben sich auch ihre emotionellen Befindlichkeiten von der Seele. Am nächsten Morgen ging es ein zweites Mal auf den Gipfel. Nach einer kurzen Rast stiegen wir über den Südanstieg Richtung Ennstal ab. Die steilen Hänge waren in den frühen Morgenstunden noch fest gefroren und somit mit Pickel und Steigeisen deutlich sicherer zu begehen als in den späten Nachmittagsstunden. Spuren von den vergangenen Tagen zeigten uns, daß andere Bergsteiger im gut 40 Grad steilen Gelände hüfttief eingesunken sein mußten. Firnflanken wechselten mit versicherten Klettersteigpassagen. Als wir uns der Baumgrenze näherten, sanken wir auch knietief im Schneematsch ein. Vom kräftigen Sonnenschein motiviert, trauten sich bereits vielerorts kecke Frühjahrsblumen aus dem Boden und stemmten die noch verbliebene Schneedecke über sich in die Höhe. Als ich Mitte Februar des heurigen Jahres begann, diese Zeilen in den Computer zu klopfen, spekulierte ich mit einigen Bergfreunden noch mit einer West-Ost-Überschreitung. Die Verhältnisse müßten auch in diesem Winter lange Zeit passabel gewesen sein, hatte es doch lange nicht mehr geschneit. Ein Aufbäumen des fast schon verabschiedeten Winters mit starken Schneefällen vereitelte jedoch die Verwirklichung dieses Traumes. Somit wird die Fortsetzung dieser Geschichte wohl wieder einmal verschoben, der nächste Winter kommt bestimmt. Quelle Matthias Hutter Bergsteigergruppe Der Gebirgsfreund 2/2001 Seite46 /47 Der Grimming — mächtig, dominant als steinernes Wahrzeichen des mittleren Ennstales und des Salzkammergutes! Kaum ein Berg prägt ein Tal, eine Landschaft derart intensiv wie der Grimming und ist für viele Bewohner um den mächtigen Bergstock Sympol ihrer Heimat. Viele Geschichten ranken sich um den Grimming, Freude über Gipfelsiege wechseln mit Leid über Bergtragödien oder Naturlatstrophen. Wir haben in dieser Ausgabe dem Grimming eine Roportage gewidmet. Groß und mächtig drängt er seine gewaltigen Steinmassen gegen den Himmel. Ein Naturdenkmal, das verbindet und trennt. Mit ihm eng verbunden sind Schicksale, Dramen, aber auch Freuden und Emotionen. Der Grimming lässt keinen keinen kalt. Wenn Franz Zeiringer vulgo Grimmingfranz aus Klachau auf den Grimming angesprochen wird, dann rennt man bei ihm zweifelsfrei offene Türen ein. Denn der Berg hat ihn rundum gefangen genommen. Schon als kleiner Bub hat mich der Grimming Tag für Tag geprägt, erzählte der Maschinenbautechniker, der am Fuße des imposanten Bergmassives aufgewachsen ist. Die Begeisterung für alles, was irgendwie mit dem Grimming zu tun hat, ist auch heute noch – mit 59 Jahren – ungebrochen. Einen großen Teil seiner Freizeit investiert der Tauplitzer deshalb in seine , in der er in
akribischer Kleinarbeit Informationen
über und rund um den Grimming
zusammenträgt und Grimming - Begeisterten
zur Verfügung stellt. Vieles davon
ersparte uns mühsame Recherche einiges
war jedoch bis dato auch dem Grimmingfranz
bisher noch unbekannt. Der
Grimming - ein Berg, der nicht nur
Wanderer fasziniert.Der Grimming ist das steinerne Wahrzeichen des oberen Ennstales und galt bis ins 17.Jahrhundert hinein als Mons Styriae altissimus – als der höchste Berg der Steiermark. Woher der Name Grimming stammt, kann nicht wirklich nachgewiesen werden, denn früher gab es – abgesehen von militärischer und strategischer Bedeutsamkeit – keine Notwendikeit einer Benennung von Berggipfeln. Das wirtschaftliche Leben spielte sich ja hauptsächlich im Tal ab. Die wahrscheinlichste Erklärung findet sich deshalb wohl in den Gewittertürmen, die sich am breiten Bergrücken oftmals aufstauen und das nackte Kalkgestein in eine grimmige und bedrohlich anmutende Atmosphähre tauchen. Und so dürfte auch der Grimming zu seinem Namen gekommen sein. Eine bessere Erklärung finden auch Flora und Ferdinand Rundhammer aus Bad Mitterndorf nicht, obwohl die beiden eine sehr nahe Beziehung zum Grimming unterhalten: Ihnen gehört nämlich ein Teil davon. 1976 haben sie eine kleine Parzelle des Grimmings von einem Lichtensteiner Architekten erworben. Damals ist uns auch gesagt worden, dass sich das Gipfelkreuz auf diesem Grundstück befindet, berichten die beiden nicht ohne Stolz. Zwar stehen auch heute noch wirtschaftliche Überlegungen zur Nutzung dieser Liegenschaft durch Forstwirschaft und Jagd im Vordergrund, jedoch was das unmittelbare, steil emporragende Gesteinsmassiv betrifft, sei der Grimming doch mehr Liebhaberei und teures Hobby als eine lukaretive Einkommensquelle. Dennoch will man sich nie und nimmer davon trennen. Zu stark sind die Emotionen, die dem steinernen Wahrzeichen entgegengebracht werden. Eine dieser
Emotionen spiegelt sich im ästhetischen
Empfinden wider. Von welcher Seite
ist der Grimming am schönsten? Ist
wohl die Frage aller Fragen. Und hier
zeigen sich differenzierte Meinungen,
zumal auch noch der Sohn des Hauses zur
Runde dazugestossen ist. Von der
Viehbergalm, von Bad Mitterndorf aus, von
der Klachau aus, jeder weiß einen
noch besseren Aussichtspunkt auf den Berg
der Berge.
Und
fragt man einen Vordernberger – oder einen Ennstaler
–, so ist's
natürlich von dem jeweiligen Standpunkt
am schönsten. Faktum ist vom Ennsboden
bis zum Gipfel ist er rund 300m höher als
von der Mitterndorfer Seite. Da erkennt man
schon eine ganz besonderer Eigenheit des
Grimmings: Gleich einem göttlichem
Thron nimmt der Kalkstock die gesamte Region
– Ennstal wie
auch das Salzkammergut – in seinen
ehrfürchtigen Schatten auf. Eine
Gemeinsamkeit, die dann doch wieder trennt
und nur schmale Durchschlupfe im Pass Stein und
in Untergrimming, gewährt.
Mit dem
Grimming sind natürlich viele tragische
Bergereignisse und Naturkatastrophen verbunden.
Die bekannteste Tragödie ist wohl die von
den beiden Ausseer Bergrettungsmännern Franz Meier
und Karl Resch aus den Jahre
1948, die sogar in einen eigenen Roman Helden im
Fels von Albrecht Gaiswinkler
beschrieben wurde. Man kann den Grimming
bestaunen oder ehrfürchtig bewundern. Nur
eines darf man nicht: Ihn
unterschätzen! Einige Gedenktafeln
entlang der bislang drei markierten
Aufstiegsrouten eine vierte über
dem Lärchkogel ist in Vorbereitung
sind mahnende Zeugen vergangenen Leides.
Der Volksmund weiss aber auch von rätselhaften Begebenheiten zu berichten, die sich um den Grimming zugetragen haben sollen. Dieser Stoff regte auch die Öblarner Heimatdichterin Paula >
1892 - 1984 an, ihren weltbekannt
gewordenen Roman Das Grimmingtor zu
verfassen. Das Grimmingtor wird auch Steinernes
Tor genannt ist eine markante
Felseinbuchtung an der Südseite, die der
Sage nach der Eingang zu einer riesigen
Schatzhöhle ist. Jedes Jahr zu
Frohnleichnam sei das Tor für kurze
Zeit geöffnet. Was viele nicht wissen:Auch auf der Mitterndorfer Seite existiert ein Tor das Eiserne Tor und auch um dieses ranken sich ganz ähnliche Mythen, wie um das Ennstaler Grimmingtor. Daneben wurden weitere Mären über unermessliche Reichtümer im Berg, über geheimnisvolle Schürfer, über Teufel, Zwerge und Jungfrauen und über drachenähnliche Ungeheuer und riesige Ochsen verbreitet, die jedoch langsam in Vergessenheit geraten. Ein kleines Buch mit dem Titel Der Grimming in der Volkserzählung von Karl Haiding, ist im Museum Trautenfels erhältlich, lässt diese Geschichten weiterleben. Untrennbar mit dem Grimming verbunden ist Toni Adam. Der Kaufmann aus Pürgg kannte den Grimming wie seine Westentasche und bestieg seinen Hausberg auf allen Fuhren — einige sind als Erstbegehungen nach ihm benannt. Er war auch bei vielen Bergrettungs Einsätzen- und bei der Errichtung des 1.Gipfelbiwak aktiv. 1989 wurde er Opfer seiner Leidenschaft und verunglückte auf der Himmelsleiter tödlich. Und noch ein interessantes Datail am Rande: 31 Jahre nach der Errichtung des ÖAV-Kreuzes wurde 1985 das Kaiserkreuz von Bruno Mayer in einer Felsspalte entdeckt. Mayer barg die verosteten Eisenteile, transportierte sie durch Zinnoberwandrinne ins Tal und fertigte daraus ein neues Kreuz. Dieses neue alte Kreuz steht heute am 351m hohen Krippelberg in Schattendorf in Burgenland genau um 2000m tiefer als auf den Grimming. Heute ist der Grimming ein beliebtes Ausflugziel von geübten Bergfexen. Jährlich pilgern viele Bergsteiger/-innen auf den ehemals höchsten Berg der Steiermark. Es ist ein trockener Berg -- mit wenigen Quellen. Und er ist als lockerer Berg, wegen seiner Steinschläge, gefürchtet. Also eine erst zu nehmende Tour, die einer guten Ausrüstung und guter Vorbereitung bedarf. Der Grimming ist auch eine prächtige Kulisse für alle Segelflieger, welche die guten thermischen Bedingungen schätzen, die für ungeahnte Höhenflüge sorgen. Vor allem aber ist er ein Teil unserer Heimat. Ein Teil, der bei so manchem eine echte Herzensangelegenheit ist. Wie zum Beispiel bei Franz Zeiringer. Tauplitz,
Trautenfels, St.Martin, und Bad Mitterndorf.
Den Grimmingstock
teilen sich vier Grundbesitzer:
Österreichische
Bundesforste
4,309.593m²
Bernd Mandl,
Irdning 3,515.092m²
Forst-
und
Waldgenossenschaft
Diemlern - Niederstuttern 2,855.313m²
Flora und Ferdinand Rundhammer - Bad Mitterndorf 1,566.937m²
Die Grimming-Story in unserer letzte Ausgabe
sorgte für viele positive
Rückmeldungen, die wir Ihnen nicht
vorenthalten wollen. Natürlich war uns
klar, dass nicht alle Ereignisse rund um den
imposanten Berg aufgelistet waren, um so
dankbarer waren wir über alle
Informationen, die in der Redaktion
eingegangen sind. Zum ersten meldete sich
eine Leserin aus Altaussee, die Klarheit in
die Namensgebung bringen konnte. Monika
Gaiswinkler verwies auf Jakob
Grimm ja
genau:
der von den Gebrüdern Grimm,
der im 19. Jahrhundert nicht nur bekannter
Märchensammler, sondern auch ein
begnadeter Sprachforscher war.
Grimm erwähnt in seiner Deutschen Mythologie auch den Ennstaler Hausberg und leitet den Namen vom Altslawischen Germnik ab, was nichts anderes heisst als Donar. Donar - auch Donner oder Thor - wiederum ist eine mit rotem Bart symbolisiert den Blitz und Hammer dargestellte Gottheit aus der nordischen Mythologie die "Edda". Davon abgeleitet sind auch die gebräuchlichen Worte mit Blitz und Donner bzw. das ist ein Hammer. Auch Donnersbach hat mit den Gewitter- Donner somit nichts zu tun. Aber zurück zum Grimming: Der Grimming ist also Donars Berg und somit ein wahrer Götterberg. Zum anderen gingen viele Hinweise auf weitere Ereignisse und Tragödien ein, welche die Chronik weiter ergänzen: Quelle Liezner Bezirksnachrichten 01.02.2003 von Guido Grundner Überaus mächtig ragt
der Grimming im Süden über den
weiten Wiesenboden zum Himmel. Er ist schon
sichtbar, wenn man von Selzthal gegen Liezen
fährt. Etwas weniger steil ist sein Gesicht
von Norden, blickt man von der Tauplitz, von
Bad Mitterndorf oder Kulm zu diesem Bollwerk
aus Felsenmauern, die sich weit gegen Westen
dehnen. Bei jeden Gang da hinauf, gleich von
welcher Seite und auf welchem Weg, jedesmal
wird sich der Grimming einprägen. Und
keiner soll ihn unterschätzen. Steil ist
er, ohne Flüssigkeitsnachschub,
ständig locker – und jedes
Wetter fängt sein breiter
Gipfelrücken ein.
Er gilt im Land als der Berg, der mit Bedacht erstiegen werden will. Am Anfang war es seine aus dem Ennstal mächtig aufragende Gestalt, welche die Sinne des Alpengehers fesselte. Bald stand für uns fest, da müssen wir hinauf ! Dann prägte er sich unauslöschlich als der trockene Berg in unsere Erinnerung, da wir nicht entsprechend für den Flüssigkeitshaushalt vorgesorgt hatten. Denn die Schweißperlen bleiben am Grimming die einzigen Wassertropfen die abwärts rinnen. Dazu kommen die rasanten Tiefblicke ins Ennstal, die weite Sicht zu den Rottenmanner-, Wölzer- und Hohen Tauern, zum Dachstein, zum Toten Gebirge und in die Ennstaler Alpen, die Begeisterung auslösen. Dazu ist er ein Berg mit literarischer Vergangenheit, hat ihm doch die Öblarner Dichterin Paula > mit dem
berühmten Roman Das Grimmingtor
ein Denkmal gesetzt. Der Grimming ist eben ein
Berg mit besonderen Flair. Rund 600m fehlen
ihm zum wirklichen mons Styriae altissimus
– dem
höchsten Berg des Landes, wie ihn die
Altvorderen nannten, dennoch machen die rund
1700m aus den Talboden der Enns bis zur Spitze
jene feine Würze aus, die jeder
genießt, der dem Gipfelkreuz zustrebt.Zwei Zustiege hält der Berg von Süden aus bereit: Jenen über den Südostgrat mit leichter und ausgesetzter Kletterei oder den über das Multereck. Beide recht ordentlich, vor allem wird hier heiß gegessen. Die Sonne sorgt für das Aufkochen und manch einer saß auf einem Rasenpolster sitzend und senkrecht hinunter blickend auf das schmale Band der Straße, das im Ennstal an gastlichen Häusern vorbeizieht, die allesamt eine einzige Einladung symbolisieren. Da ist der Anstieg von Norden schon etwas anders. Früh aufgebrochen, bleibt man bis in die höchsten Regionen im wohltuenden Schatten.
Für immer einprägsam wird mir
der erste Gang über den
Südostgrat bleiben. Geschlaucht von
einer endlosen nach Istanbul und
besonders ausgeruht nach einer
Übernachtung im Auto hatten wir nur
einen Wunsch: Ein Ordentliches
Frühstück in der
Grimminghütte. Die aber war zu
Künstlerpech! Also weiter. Am
einzigen Wasserquell 20 Minuten vor der
Hütte waren wir längst
vorbei, also mußte der karge
Wasservorrat in der Trinkflasche für
ein kaltes Frühstück herhalten.
Das sollte sich an diesem Tag mit
strahlendem Sommerwetter rächen.
Bei der Wegteilung zieht der markierte Zustieg nach links in die Große Schneegrube hinauf. Da hatte uns die Sonne längst im Visier. Der Hinweis Südostgrat nur für Geübte macht jeden aufmerksam, dass es am Grat ausgesetzt — auch der Sonne gegenüber — sein würde. Der Südostgrat rückte linker Hand näher, wir aber gingen auf die schmutzige Schneefläche zu, wühlten die Oberfläche auf und suchten darunter nach sauberem Weiß, damit wir unsere Tagesration Flüssigkeit etwas auffüllen konnten. Dann folgten wir den Farbtupfern nach links auf den Grat. Da wurde es erstmals spannend. Man folgt den Kamm und hat nur mehr eine Richtung vor sich: hinauf! Über Grataufschwünge, Felsköpfeln, dann wieder im etwas plattigen Gelände, so folgt man den Farbflecken höher. die Tiefblicke ins Ennstal werden zunehmend luftiger, die Schritte manchmal ordentlich ausgesetzt und einige Griffe durchaus locker. Aufmerksamkeit ist angesagt. Doch das war nicht schlimm, der Weg und die Tiefblicke faszinierten nur die trockenen Kehlen, der verpappte Mund plagte uns. Aber auch das ist vergessen, wenn man die letzten Schritte zum Gipfelkreuz tut, das schon immer auf unsere Köpfe heruntergeschaut hatte. Gipfelrast, Panorama - Rundschau und vielleicht auch einen Gedanken an jenen Baron Simbschen, der bereits 1822 hier ein hölzernes Vermessungszeichen errichtet hatte, lassen innehalten. Damit war an diesem Tag der Gipfel über einen interessanten Weg erreicht, aber das Elend des Durstes ging erst zu Ende, als wir an der Quelle unter der Grimminghütte uns fast in den Wassertrog warfen.
Das ist der Normalweg
von Süden. Allerdings sollte man
ihn nicht unterschätzen. er
hält für den Berggeher so
manche Überraschung parat. Da sei
einmal die Länge des Anstieges
genannt, dann heißt es einige
male ordentlich packen und anhand von
Seilsicherungen oder knorrigen
Latschenästen über recht
ausgesetzte Stellen darüber zu
turnen. Zum Eingehen hat man von
Trautenfels herauf Zeit, die Quelle
unter der Grimminghütte sollte
man keinesfalls missachten. Als
Erleichterung bietet die
Grimminghütte der Naturfreunde,
Schlafplätze an.
Nach der Grimminghütte beflügelt uns der morgendlich frische Wald und die Abzweigung zum Grimmingtor lässt an Mythen und Sagen denken. Dann aber nimmt uns der Berg gefangen. Noch vor der Wegteilung zum Südostgrat übersteigt man auf zwei Eisenleitern ein Felswandl und in der folgenden Latschengasse kann es schon warm werden. Sicher wird es aber warm, nachdem man sich ab der Wegteilung Südostgrat endgültig für das Multereck entschieden hat. Latschen, ein erstes Schuttkar und ein unüberwindlich scheinender Felsaufschwung warten. Das war eine Überraschung. Wir waren den Weg übers Multereck vor Jahren im Abstieg gegangen, konnten uns an diese lange versicherte Felsenwand aber nicht erinnern. Schlägt schon der Alzheimer zu oder war der Anstieg tatsächlich verlegt worden? Darüber zu sinnieren war zwecklos, die Bosheit der Begleiter deutete natürlich auf Alzheimer. Erst der Griff in die Seile und die ordentliche Turnerei ließen alle verstummen. Sollte hier jemand Schwierigkeiten haben, dann nicht den Helden spielen wollen, der Grimming bleibt auch von unten ein prächtiger Berg. Auch höher oben benötigt man bei zwei Geländestufen die Hände, ein Griff in die Latschen kann dabei durchaus hilfreich sein. Das aber sind die letzten Hilfsgriffe, denn auf gutem Weg geht man ins große Kar der Kleinen Schneegrube unter dem Multereck, wendet sich im Geröll nach rechts der Felsenwand des Kastens zu und folgt dann in nimmermüden, kurzen und wirklich steilen Kehren dem Steig hinauf zum Multereck. Erstmals belohnt ein toller Blick ins Ennstal, ins steirische Salzkammergut und zu den Bergen des Toten Gebirges. Ein kurzer Verschnaufer, ein Schluck aus der Flasche und ein langer Blick zum sichtbaren Gipfelkreuz. Dorthin warten noch 170m Höhenunterschied. Über zerissene Kalkplatten und viele Steintrümmer schlängelt sich der Steig schließlich zum höchsten Punkt. Auch der Normalweg begeistert. Ob man diesen für den Abstieg benützt oder mit dem Weg nordwärts nach Kulm eine Überschreitung ins Auge fasst, jeder Weg verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Aufmerksamkeit. Der
Anstieg von Kulm wird als der leichteste
und der kürzeste bezeichnet? Eine
Überschreitung von Norden nach
Süden bescherte und die Erfahrung,
dass leicht und kurz
deutbare Begriffe sein können. Da
die Jausenstation am Kulm nicht mehr
existiert, gilt auch hier, dass jeder
nur das trinken kann, was er selbst mit
hat. Dafür bleibt der Anstieg durch
den Stribinggraben zwar steil, aber
längere Zeit im Schatten dichter
Bäume. Ist man frühzeitig
unterwegs, dann hebt die Morgenfrische
den Unternehmungsgeist zusätzlich.
Über den Wegverlauf waren wir uns im Klaren: Es geht auf das große Kar zu, das man vom Hinterberger Tal immer vor sich hat. Beim Anstieg durch den Stribinggraben kommt man an einem alten ![]() >
vorbei, das daran erinnert,
dass die Kleinbauern sich und ihre
Familien oft nur mit unberechtigt
besorgten Wildbret fortbringen konnten.
Dass dann der Schuß eines
Jägers von hinten dem Leben des
Wilderers ein Ende setzte, hat mit der
Wilderer - Romantik nichts zu tun,
sondern erzählt vom harten
Überlebenskampf zu Beginn des 20.
Jahrhunderts. Die Baumgrenze ist bald
erreicht, in weiten Serpentinen zieht
der Steig auf die erste
Felsbarriere im Bereich des
Lärchkogels zu.Anmerkung: Ein zweiter Lärchkogel ist nördlich unter dem Multereck, ein dritter Lärchkogel ist in Heilbrunnnähe. Zügig steigen wir mit Hilfe der Seilversicherung über die Felswülste höher und standen bald im großem Kar, einem imposanten runden Felskessel, der vom Grimminggipfel und der Schartenspitze umschlossen wird. Im großen Linksbogen führt die Markierung auf gutem Pfad höher und an die Wände des Grimmings heran. Dort beginnt der zweite Einstieg. Über viele Felsstufen, über unzählige schroffige Aufschwünge und über schmale vom Geröll erfüllte Bänder zieht der Steig höher. Das muss nicht jedermanns Geschmack sein. Bei unseren letzten Anstieg kehrte hier ein Pärchen um, dem jungen Mann war der Weg zu unheimlich geworden. ![]() > erinnern an
den Ernst des leichtesten
Anstieges auf den Grimming. Öfters
gilt es die Hände zu benutzen und
jeder soll darauf achten, keine Steine
los zu treten. Die Nachkommenden werden
es ihm danken!Nach der Gedenktafel für die Bergrettungsmänner Maier und Resch ![]() > die hier
ihr Leben lassen mussten, weil sie einen
vermeintlich in Bergnot Geratenen retten
wollten, Anmerkung: Meier schied auf
der Gipfelhochfläche, der in
Bergnot Geratene wurde vom Geier Sepp
gerettet, durchstiegen wir einen
kleinen Kamin und erreichten über
die letzte versicherte Stelle am
exponierten Grat die Höhe mit dem
beeindruckenden Blick zur Schartenspitze
zurück. Dann stand die
bekannte Dr. Obersteiner Biwakschachtel
Notunterstand
vor uns und nach dem Schlussanstieg
über rasiges Terrain gaben wir uns
nach wenigen Minuten beim Gipfelkreuz
die Hände. Für den Abstieg
wählten wir diesmal nach einem
Mittagsschlaf -- da sicheres Wetter war
-- den Steig über das Multereck.Beherzigen sollte man bei Touren am Grimming: Genug zum trinken mithaben, früh aufbrechen, das Wetter im Auge behalten. Dann steht einem grandiosen Bergerlebnis nichts im Wege. Quelle. Land der Berge 4-2002 von Hans Hödl DIE PLOTTEEGS* KOMMEN *Mit weißen Kunststoff umwickelte Heusilos, die seit einiger Zeit die Heuschober auf den Wiesen ergänzen
Schließlich kann man
kein Dia mehr machen, ohne ein
paar gleisende Punkte darauf
zu haben, die bei den
beschaulichen Urlaubsberichten
nur zu unnötigen Fragen
führen: Hobts im August
no an Schnee ghobt? Einst
hielt
man
ihn
-
was
durchaus zu verstehen ist -
für den höchsten
Berg der Steiermark. Erst zu
Maria Theresias Zeiten, als
die gesamte Monarchie exakt
vermessen wurde, stellte sich
heraus, dass der Grimming mit
einer Höhe von 2.351m,
bei weiten nicht an den
Hochgolling oder den Dachstein
heranreichte. Der Dachstein
etwa überragte ihn um
600m. An Respekt verlor
er aber nicht. Nach wie vor
ist die Besteigung des Berges,
der das obere Ennstal
beherrscht, ein alpines
Erlebnis und ein gar nicht
ungefährliches
Unterfangen.
Alois Pürcher
Dachsteingebirge Grimming
Gosaukamm Hochalpine Touren und
Wanderungen für die ganze
Familie 2004, Steirische
Verlagsgesellschaft, ISBN
3-85489-108-3, 224 Seiten
Klappentext:
Die
großartige
Landschaft
des steirischen Ennstales und
Salzkammergutes hat Alois
Pürcher viele Jahre lang
durchwandert, erkundet und
fotografiert. Vor allem im
Dachsteingebirge, um den Grimming
und den Gosaukamm ist er wie zu
Hause, seine Heimat grenzt direkt an
diese Gebirgszüge.Das Dachsteingebirge und die Nachbarn Grimming und Gosaukamm sind in ihrer Art vielfältig und abwechslungsreich, geeignet sowohl für den "einfachen" Bergwanderer als auch für den Kletterer bis zum 6. Grad. 70 Bergwanderungen sind es, die der Autor hier beschreibt, und er führt auf niedere und hohe Gipfel, auf Almen, in wilde Schluchten und zu verträumten Bergseen. Obwohl manche der Wanderungen und Bergtouren in den hochalpinen Bereich führen, sind sie für jedermann/jederfrau zu bewältigen. Allein das Erlebnis, die Natur zum Ziel zu machen, ist oft wichtiger als der Gipfelsieg. Der Autor zeichnet ein sehr persönliches Bild seiner Heimat und lädt ein, einige der schönsten Gebirgszüge der Ostalpen kennen zu lernen. Außerdem erzählt er vom Leben in der Region, von Brauchtum und Tradition und von jenen Menschen, die diese Gebiete erschlossen haben. Aus dem
Inhalt:
Hoher
Dachstein
Dachsteinwarte
Hüttenwanderungen Ramsau
Ramsauer Höhenweg Steiglpass
- Umrundung Gosaukamm
Grimming Aufstieg Nordseite Grimminghütte Überquerung des Grimming Kommentar:
Wo
Pürcher
war,
muss man hin ...Im Gegensatz zu vielen anderen, eher kühl und sachlich gehaltenen Tourenführern ist Pürchers Dachstein-Guide ein sehr persönlicher, engagierter, begeisterter - und gerade das macht ihn so wertvoll. Pürcher (be-)schreibt mit der leidenschaftlichen Stimme eines Menschen, der sein Herz an die Gipfel und Täler des Dachsteins verloren hat und sich aus "seinen" Bergen jene Kraft holte, die ihm gegen eine schwere Krankheit half. Und die Leidenschaft des Autors steckt an - wo Pürcher war, muss ich auch hin. Nicht
zuletzt findet man zu jeder
einzelnen Tour ALLE Informationen
und hervorragende Bilder für
eine sichere und vergnügliche
Tour.
Zum
Autor:
Alois
Pürcher: Geboren 1947 in Bad
Mitterndorf. Nach 40 Berufsjahren
im Bankgeschäft findet der
begeisterte Bergwanderer und
Fotograf Ruhe und Erholung in
seinen Bergen. Quelle
Lange
Zeit
galt
er
als
mons Styriae altissimus,
als der Steiermark
höchster Berg: Der
sagenumwobene,
majestätische
Grimming, der das Ennstal
ein gutes Stück
beherrscht. Erst
neuzeitliche
Vermessungstechnik raubte
ihm den Ruf, allerhöchster
Steirer zu sein; es hat
sich herausgestellt, dass
ihn der 1832 erstmals
bestiegene Dachstein um
exakt 644 Meter
überragt. Doch der Respekt
vor dem mächtigen
Massiv des Grimmings ist
geblieben, denn er hat
seine eigenen Gesetze,
die erfahrene
Bergsteiger zu beachten
wissen: Mag die Sonne
das Tal noch so
freundlich bescheinen,
wenn der Grimming seinen
Wolkenhut aufgesetzt
hat, bleiben ihm Kenner
fern, zumal oben keine
Hütte Schutz vor
Wetterunbilden bietet.Nur Halbschuh Touristen lassen dann nicht ab von ihren dreisten Annäherungsversuchen. Erst etwa um das Jahr 1800 so wird berichtet, soll der Grimming seine Unberührtheit verloren haben, der Name des Erstbesteigers blieb im Dunkeln. Viele zieht es seither diesen Berg hinan. Der einfachste Aufstieg beginnt hinter der weltberühmten Skiflug Schanze am Kulm in der Fremdenverkehrsregion Bad Mitterndorf - Tauplitz; in drei bis vier Stunden ist man von dort aus am Gipfel angelangt. Zwei weitere Routen führen über das sogenannte Multereck und den nicht ungefährlichen Südostgrat. Empfehlenswert ist der Aufstieg von Bad Mitterndorf aus: Ausgehend von der Jausenstation Stangl / Pötschpaul gesperrt geht es durch duftenden Nadelwald zum ersten Einstieg. Einige Serpentinen durch Geröll sind zu bewältigen denen eine Drahtseil gesicherte Steilstufe folgt, ehe der Wanderer in die Grimming Scharte kommt. Hier sieht es vorerst zum Verschnaufen aus, denn der stete Anstieg zehrt an den Kräften. Dann stellen sich dem Touristen einige Felsstufen entgegen deren Überwindung Kraft und Geschick erfordert. Pietätvolle Wanderer halten später bei der Gedenkstelle für Karl Resch und dessen Kameraden Mayer, die 1948 auf der Suche nach einem angeblichen verschollenen Bergsteiger ihr junges Leben lassen mußten. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, doch die Anstrengung nach den bisher bewältigten 1400 Höhenmetern haben dann schon viel Schwung gekostet. Oben angelangt, wird der Bergwanderer vom prachtvollen Blick auf den Dachstein, das steirische Salzkammergut, das Tote Gebirge und im Süden die Niederen Tauern belohnt. An schönen Tagen reicht der Blick bis zum Großglockner und im Norden sogar bis zum Böhmerwald. Viele bekannte Orte reihen sich um den markanten Berg: Bad Mitterndorf mit seinen schon von den Römern genutzten Heilquellen, Tauplitz, Pürgg mit seiner Johanneskapelle und deren großartigen Fresken aus dem Jahr 1160 und St. Martin. Immer wieder suchten Dichter wie Hans Fraungruber und Friedrich Torberg, Musiker wie Wilhelm Kienzl und große Bergsteiger wie Paul Preuß und Leo Schlömmer, Erholung rund um den Grimming. Auch Kaiser Franz Josef und Erzherzog Johann wußten die reizvolle Landschaft zu schätzen. Viel Kultur und Brauchtum sind hier beheimatet: Die Faschingstage des Ausseerlandes, das weltbekannte Bad Mitterndorfer Nikolospiel und das Narzissenfest mit seinen fast 40.000 Besuchern, das heuer vom 2.Juni (Fronleichnam) bis 5. Juni stattfinden wird. Raiffeisenzeitung Nr.15 vom 14.04.1988 Alois Pürchner Bad Mitterndorf. GIPFELSPRÜCHE Liebe Freunde von der Formation Gipfelbuch
Wie schon gesagt freue ich mich
immer über Eure Unternehmungen und
über die Berichte darüber. Die
Kassette mit dem Mitschnitt von Eurem
Jahrestreffen 1985 am Grimming habe ich
mir oft angehört; alles ist so
herzerfrischend! Auch im
schriftlichen Bericht steht so viel
Bewegendes, dass ich ganz traurig
bin, nicht mehr daraus zitieren zu
können. Besonders
dankenswert ist die Sammlung von
Gipfelsprüchen unter dem Motto:
Die künstlerische Kraft schlummert im Menschen, nur die Natur kann sie wecken. Weisheiten, Humorvolles, Gipfelsprüche, Berggedichte Prosazeilen, geschrieben auf Bergeshöhen in Gipfelbüchern. Eine jahrzehntelange liebevolle Sammlung und eine erfüllende unvollendete Lebensaufgabe. Auch Euer Bemühen um das Werk des urtümlichen Volksdichters Karl Reiterer – vor allem die Herausgabe des Sonderheftes der Grimming Nachrichten ist lobenswert. Roseggergesellschaft: Des neuen Heimgärtners Tagebuch geführt von Bertl Petrei > †
geschrieben 1985DAS ERSTE GESICHT
ÜBERSCHREITUNGSVERSUCH
Am Grimming sind
Klettertouren immer Bergtouren.
Frühlingshafte Weihnachten.
Dieter und ich wollen die
Überschreitung des
Grimmingstockes machen und wir
trudeln per Anhalter in Trautenfels
ein, Nächtigung in der Jugendherberge.
Am nächsten Tag
Materialtransport zum Beginn des
Südostgrates. Bei diesen
großen Routen ist immer das
Gleiche: Entweder man hat viel
Gepäck, dann ist man auch
tagelangen Schlechtwetter gewachsen,
dafür aber schwerfällig im
Weiterkommen — oder aber man
nimmt nur das Notwendigste mit, dann
ist man wesentlich schneller,
allerdings kann eine zwei Tage lange
Schlechtwetterperiode das
Unternehmen zum Scheitern
verurteilen. Später entscheide
ich mich für die zweite
Möglichkeit ein Biwaksack,
zwei Pullover, Anorak und warme
Unterwäsche tun's auch — was soll der
Luxus?, diesmal haben wir
jedoch viel Gepäck. Fast
zuviel; aber ein Jahr vorher erst
mußten Bergsteiger in der
Weihnachtszeit, nachdem sie tagelang
am Gipfel festgenagelt waren,
herunter geholt werden. Sie wurden
nicht gelobt!
Bei der Grimming Hütte beginnt der Schnee. Er wird bald überraschend tief und trägt nicht. Jeder Schritt, bis zu den Knien und noch weiter im weißen Element einsinkend, ist mühsam. Alle hundert Meter wechseln wir beim Spuren ab. Dieter hat wenigstens ordentliche Gamaschen, wogegen ich Wickelgamaschen aus der Zwischenkriegszeit — und aus Vaters Nachlaß — trage. Materialdepot am Beginn des Südostgrates. Für heute soll es genug sein. Wir steigen wieder nach Trautenfels ab und am nächsten Tag soll's ballastlos in der eigenen Spur hinauf gehen. Am nächsten Tag kündigt sich der früher oder später jedes Jahr kommende Wettersturz an diesmal kommt er zu früh! und wir latschen mit langen Gesichtern wieder hinauf, um das Material wieder talwärts zu fördern. Sicher ist sicher. Tagelanges Herumsitzen in Trautenfels, das Wetter wird auch nicht besser - und wenn auch: Nach dem Wettersturz haben wir da oben nichts mehr verloren. Heimfahrt. Später erfahren wir, dass die Grimming Überschreitung zwischen Ostern und Pfingsten - wenn der Grat Firn aufweist - mit Steigeisen der reinste Genuß sein soll. > 1985
Das
Wochenende zum 1. Mai. Ich habe ein
schönes Gesamtfoto der Grimming -
Nordseite gesehen. Das muß doch
eine schöne Wand mit nicht zu
langen Zustiegen sein... Wie
wär's damit? Ich bin allein und
wieder geht's per Anhalter in's
Ennstal. Das Gepäck ist klein sogar
sehr klein. In Klachau steige
ich mit vielen Dank und besten
Wünschen für eine gute
Weiterfahrt aus einem Auto und mache
mich auf den Weg. Weit reicht der
Schnee herunter. Das Schlechtwetter
der vergangenen Woche präsentiert
sich hier. Ich will den Nordwestgrat
begehen.Im Wald: Schnee. Ein seelisch fast zerstörend langer, felsendurchsetzter Latschenrücken. Schnee. Entweder gibst du auf was ich nicht will oder du wühlst dich unverdrossen, von Geäst zu Geäst hangelnd, hinauf. Die Wickelgamaschen sind im Rucksack. Da oben im Fels ist's bestimmt aper und ich will keine Zeit mit dem Anlegen der Gamaschen verlieren. Später Nachmittag ist es - aber die Route ist ja nicht schwierig und ich komme bestimmt heute noch zur Biwak Schachtel am Gipfel. Der Felsteil. Leider ist's auch dort winterlich, aber jetzt brauche ich die Gamaschen auch nicht mehr — ich bin bis zur Hüfte hinauf völlig durchnäßt. Klettern. Langsam wird es finster. Von der Biwak Schachtel ist noch lange nicht zu sehen. Schlaftst halt im Gelände. Auf einer schrägen Plattenschichte richte ich mir ein Nachtlager ein. Zwei Mauerhaken werden zur Selbstsicherung geschlagen. Die nasse Hose und die Strümpfe werden ausgezogen und dafür die untere Körperhälfte mit den trockenen Wickelgamaschen versorgt, die Füße kommen in den trockenen Rucksack. Gegenüber die tief verschneite Nordwand der Schartenspitze. Herrlich. Eine Kleinigkeit essen, dann. Biwaksack überzogen und Gute Nacht! Man kann diese Nacht als wunderschön oder scheußlich bezeichnen. Das Scheußliche: Der Biwakplatz ist abschüssiger als ich gedacht habe und ich rutsche zweimal in die Selbstsicherung, zudem ist's fürchterlich kalt und bald ist die gesamte Innenseite des Biwaksackes mit Rauhreif überzogen, die Kleidung ist auch nicht die wärmste — Zähneklappern entspannt und geschlafen wird wieder einmal nur viertelstundenweise.Das Schöne und dieses überwiegt: Die nächtliche, tief verschneite Nordwand der Schartenspitze gegenüber, kein Laut zu hören. Im Tal sieht man einige Lichter von Häusern und fahrenden Autos; sie werden immer spärlicher - dann nur mehr der Sternenhimmel und die Landschaft aus Fels und Schnee. Langsam wird der Himmel grau - die Nacht hätte ich auch hinter mich gebracht — auf die wärmenden Sonnenstrahlen brauche ich jedoch gar nicht zu warten, da ich westseitig biwakiere. Also auf! Je schneller du zusammenpackst, desto früher kommst du in die Sonne! Von dauerndem Zähneklappern unterbrochene Umkleideszene in die steif gefrorenen Sachen. Je lockerer man die Zähne klappern läßt, desto mehr entspannt es — nur keine Zurückhaltung auferlegen! Steife Kletterbewegungen; es ist nur gut, dass das Gelände nicht zu schwierig ist. Auf der Gratschneide die ersten Sonnenstrahlen. Sie wärmen zwar nicht, geben aber die Illusion von Wärme. Bald bin ich am Gipfel. Die Biwak Schachtel finde ich erst nach einigen Suchen; sie ist im Innern nicht sehr einladend und ich gehe gleich weiter. Abstieg nach Nordwesten in's Schartenkar. Dort soll ein alter bezeichneter und versicherter Weg ins Tal führen. Im Wald endet dann irgendwo der Schnee. Ab nun trocknet der untere Körperteil wieder langsam, was ja auch schon deshalb wichtig ist, da ich heute noch per Anhalter nach Wien will. > 1985Die Grimming Nordseite läßt mich nicht in Ruhe. Ihre Wandflucht ist über einen Kilometer breit; die Touren: Na ja - nach meinen bisherigen Augenschein - als Kletterei eher mittelschön - dafür aber eine großartige Landschaft mit wilden Schluchten zwischen den verschiedenen Gratrippen. Im Gebirgsfreund lese ich von der Erstbegehung der Multereck - Nordkante, die von den Erstbegehern mit Das Schwert bezeichnet wird. Diese ist, zum Alleingehen, für mich sicher zu schwierig — aber hinschauen kostet nichts. Wieder steige ich oberhalb Klachau aus einem Auto, das mich per Anhalter mitgenommen hat. Kurzer Weg über Schuttfelder zum Wandfuß. Hier beginnen die Felsen sofort, was ich im Vergleich zum Grimming - Nordwestgrat als angenehm finde. Die Nordkante vergesse ich allein lieber - links daneben geht eine Nordwandroute hinauf. Erstbegeher Damberger und Riegele. Sehr schwierig steht im Führer. Da ich mit den beiden Namen in jugendlichen Unwissen nicht verbinden kann, denke ich, es wird schon so ein Dreier sein... Eine leichte Schlucht, dann: Verblüfftes Schauen. Also wenn das Drei ist...! Fangst halt einmal zum Klettern an. Das Ganze riecht aber nach der oberen Vier, aber der Fels ist gut und das Klettern macht Spaß. In halber Wandhöhe hier besser Bergeshöhe: Ende der Kletterei. Es beginnt ein erbärmlicher Latschenritt, der nur mir Unverdrossenheit zu erledigen ist. Fazit. Auf der Grimming - Nordseite kannst du es dir aussuchen - entweder du hast unten die Latschen und oben den Fels oder unten den Fels und oben die Latschen. Irgendwo hat man sie zuverlässig. > 1985Im Bergkamerad gibt es ein Kletterbild vom Südgrat, ein Freund hat ihn auch schon gemacht, über tausend Höhenmeter und noch mehr Kletterstrecke soll er aufweisen... Der Morgen ist heiß und ich bin an demselben gerade in's Gebiet gekommen. Nur ein Dummkopf klettert bei dieser Hitze südseitig. Schön Zeit lassen! — Wenn du nachmittags einsteigst, reicht es auch noch bis zur Biwak Schachtel. Aufstieg in brütender Hitze zum Kar der Jausengrube. Ein Steiglein mit uralten blauen Markierungen führt durch den Schutt. Der Mittag ist nun bereits längst vorbei - jedoch: Der untere Südgrat begeistert überhaupt nicht und ich beschließe, das Kar in Richtung Grimmingtor hinauf zu steigen. Beaugapfelung der Zinnoberwandrinne. Die könnte schön sein, aber eigentlich bin ich ja wegen des Südgrates hier... Ich mache nun eine etwa fünfhundert Meter lange Einstiegs Variante zum Südgrat und erreiche diesen vor dem Aufschwung des Liegerecks. Auch nicht Besonderes. Weiter. Monotone Kletterei ohne Höhepunkte - und langsam wird es recht abendlich. Zur Biwak Schachtel komme ich heute nicht mehr. Solche Grate sollte man doch nicht erst am Nachmittag beginnen. Der nächste Tag. Am Gipfel höre ich vom Tal herauf die Kirchenglocken läuten. Ich habe keine Uhr mit und vermute, dass es das sonntägliche Vormittagsgeläute ist. Abstieg über den gewöhnlichen Weg nach Trautenfels. Diese Wandstufe hat's doch damals im Winter überhaupt nicht gegeben ...., wahrscheinlich ist zuviel Schnee gelegen.... Trautenfels: Es ist 9 Uhr vormittags. > 1985Hervorragende Genußkletterei ohne Leerläufe über 700 Meter Felshöhe. Das gibt es doch zwischen dem Damberger Weg in der Multereck Nordwand und der Nordostwand des Berges noch eine breite, unbegangene Wandfläche. Ja, ja — schon gut! Trotzdem mache ich mit der Familie eines Tages von der Triebental Hütte aus sie ist jedes Jahr für einige Wochen unser Familien - Sommerquartier mit dem Auto einen Ausflug rund um den Grimming. Ein Feldstecher leistet mir dann beim, aus verschiedenen Blickwinkeln, durchgeführten Wandstudium ausgezeichnete Dienste. Das Ergebnis des Studiums: Also links, am die Nordwand begrenzenden Pfeiler, gibt's zu viele Latschen: Der zentrale Wandteil sieht sehr schwer aus, aber etwas rechts davon sehe ich eine Möglichkeit, bis zum Ausstieg des Damberger Weges in selbständiger Routenführung empor zu steigen ... Einige Tage später stehe ich unter der von mir gefunden Möglichkeit. Gemischte Gefühle. Gar so leicht sieht das gar nicht aus - aber eigentlich wolltest du doch ... Also kletterte ich, jedoch nicht lange. Leicht ist es nicht und ich habe mir es anders vorgestellt. Nachdem ich den dritten Haken geschlagen habe, verzichte ich dankend und seile mich wieder ab. Ich sitze im Schutt und bin etwas verdrossen. Was soll ich jetzt machen? Zum Heimgehen ist's mir noch zu zeitig - und mich freut zur Zeit gar nichts. Also bummle ich unter dem Wandfuß entlang nach Osten. Jetzt stehe ich unter dem zentralen und so schwierig vermuteten Wandteil. Da geht's doch! Das ist doch kletterbar! Ein glatter Einstiegsriß, dann Klettern, Klettern, Klettern. Kein Schutt, nur eisenfester Fels - und das nicht zu schwierig. Nach ungefähr 200 Metern gibt's mir bildlich gesprochen einen Schlag in's Hirn: Das gibt's doch nicht, das ist ja die reinste Genußkletterei und nirgends besonders schwierig — und das in einer völlig abweisenden Wand! Hoffentlich geht's so weiter! Eine kleingriffige Verschneidung soll die Schlüsselstelle bilden, ungefähr 300 Meter ober dem Wandfuß gibt's den ersten kleinen Schuttfleck. Nach weiteren 200 Meter stehe ich in einer Scharte und betrachte das Gelände. Bis jetzt war alles ideal — soll jetzt das dicke und übliche Grimming Ende kommen? Es kommt nicht. Nach ungefähr achtzig Meter Latschenkampf setzt sich die Genußkletterei, wenn auch leichter, fort. Das Gelände ist jetzt dem am Kederbachweg in der Watzmann — Ostwand ähnlich. Der Ausstieg. Vor zweieinhalb Stunden bin ich in die Wand eingestiegen. Und jetzt? Der Abstieg über den Normalweg zurück zur Nordseite scheint mir zu zeitraubend und ich wähle deshalb den Dambergerweg in der Nordwand als Rückweg. Vor etwa 20 Jahren bin ich ihn hinauf und gar so schwer wird der ja nicht sein ... Wie die Erinnerung trügt. Bald stehe ich an einem glatten Riß und schlage einen Abseilhaken. Das Seil reicht gerade bis zum nächsten Absatz. Wo ich da damals herauf geklettert bin weiß ich nicht mehr - die Erinnerung läßt aus. Weiter. Wieder schlage ich einen Abseilhaken ... Also für den wahrscheinlich in Zukunft üblichen Begeher meiner neuen Route möchte ich den Dambergerweg nicht als Abstieg empfehlen. Nach zwei Stunden sitze ich am Wandfuß und trinke aus der Feldflasche. Ich bin glücklich und zufrieden. Schutt und zuletzt schwellender Waldboden bringen mich zum Auto. Österr. Alpenzeitung Mai / Juni 1985 von Peter Holl Herr Holl ist Verfasser vieler Führer, er wurde als Schirmherr bei der Wanderer Lesung 1995 in der Hochgolling Nordwand geehrt. > 1985
ABSCHIED Was dir mein Blick verschweigt, Dir nie mein Mund gestand, Was dir mein HERZ nicht sagt, Sagt dir ein Druck der Hand.
Ehe
Karl Resch ganz hinüberschlummert in
eine bessere Welt, muß er an seine
alte Mutter denken. Jetzt wo er sterben
soll, jetzt eilen seine Gedanken zu jenem
Menschen, der ihn einst unter Schmerzen
sein Leben schenkte, zu seiner lieben
Mutter. Im
Geiste sieht er sie wieder wie einst:
An
der Hand der Mutter geht er über
blühende Wiesen, er hört die
liebe, traute Stimme, wie sie ihm das
Liebe zur Natur, zur Heimat lehrte und
spürt, wie sie, mit ihren weichen,
lieben Mutterhänden, ihn über
das von lauen Frühlingswinden
zerzauste Bubenhaar strich. Während
ihm in Wirklichkeit der Grimming Sturm
Eiskristalle ins Gesicht schlägt.
Er sieht die blühenden Bäume rund um`s Vaterhaus, er riecht den frühlingshaften Duft der heimatlichen Wälder und hört den abendlichen Sang einer Amsel vom Wipfel des blühenden Apfelbaumes. Immer leiser wird die Musik, sie klingt ihm jetzt wie das Säuseln eines lauen Abendwindes im Mai. Verschwommen nur sieht er jetzt noch das Bild seiner Mutter, es ist ihm als ob sie ihm zum Abschied noch einmal die Hand reichen würde und als ob Tränen, aus den unsagbar traurigen Augen glänzten. Langsam wechselt das Traumbild: Er sieht eine grüne Alm! Glockengeläute der zur Hütte ziehenden Kühe wird leise hörbar und in nie gesehener Pracht zaubert die scheidende Abendsonne auf die Felswände im Hintergrund, das zauberhafte schöne Alpenglühen. Wie blutübertüncht leuchten die Felsen, dann wie glühende Steine, die er einmal beim alten Kalkofen am Toplitzsee, aus dem Feuer leuchten sah. Ganz warm ist ihm jetzt! Vor einer Almhütte sitzen junge Menschen, Zitherklänge werden hörbar. Burgl, seine Frau eilt ihm entgegen, er greift nach ihr, will sie umarmen, da schwindet das Bild wieder langsam wie ein Nebelgebilde. Die Zitherklänge verstummen, das Alpenrot verblaßt, er schließt die Augen, ganz still und dunkel wird es rings um ihn. Der Bergführer Karl Resch schlummert hinüber und das Herz eines prachtvollen Menschen hört auf zu schlagen. Helden im Fels Albrecht Gaiswinkler Gipfelbuch Grimming Auszug Der
Kanzleidirektor in Ruhe August
Krainer, Initiator
des Komitees für die Errichtung des
Karl Reiterer
Denkmales, hielt die
Begrüßungsansprache und
konnte unter anderen besonders die
Enkelin von Karl Reiterer, Frau Gertrude
Haisl aus Graz, weiters Herrn Bruno
Mayer aus Wien, ein begeisterter
Anhänger von Karl Reiterer - und der
die Anregung zu dieser Feier gegeben hat,
begrüßen. Als Bergsteiger hat
dieser im Jahre 1985 auf dem 2351 m hohen
Grimming, mit Bergkameraden und der
Öblarner Bergmusik, eine Gipfelfeier
mit einer Karl Reiterer Lesung abgehalten. Am
Samstag, dem 17.August 1985 findet um
11:00 auf dem 2351m hohen Grimming
eine Gipfelfeier statt. Bei der
Gipfelbuchlesung werden auch Worte des
Dichters Karl Reiterer zu
hören sein. Ein Verehrer von Karl
Reiterers Werken, Bruno
Mayer aus Wien, schrieb
kürzlich u. a.: Am 25 Dezember 1984
hatte ich Gelegenheit, meiner
großen Bewunderung für Karl
Reiterer Ausdruck zu verleihen. In
seinem 50. Todesjahr konnte ich an
seinem, von dem Bildhauer Carl Hermann
geschaffenen, Denkmal in St.Peter im
Sulmtal, Latschenzweige vom Grimming
hinterlegen.
Weststeirische
Rundschau 1985
Wer im Sommer oder
an reinen Herbsttagen auf der
Straße von Trautenfels nach
St. Martin fährt, hat den
Steinriesen Grimming rechts neben
sich. Goldiger Sonnenschein
überstrahlt die hellgrauen
Wände. Die Grimmingtür,
eine sagenhafte Steinbildung, ist
deutlich sichtbar. Es
hieß im Volksmunde: Wenn der letzte
Moar im Steinkeller gestorben ist,
soll sich an einem Fronleichnamstag,
die Tür öffnen. Die
letzte Besitzerin des Hofes ist
längst tot, die Tür aber
hat sich noch nicht geöffnet.
Das Talerfeld, die Talerhalt, das
Schaffeld, die Strahleiten, das
Schopffeld, die Stockwiesen, das
Ochsenreich, liegen in ihrer alten
Lieblichkeit sonnenbestrahlt um das
Gut. Am Waldsaum des Weg von Kulm auf die Stribing steht ein Marterl: Darauf ist ein Wilderer, der mit erhobenen Händen rücklings von dem Jäger erschossen wird, zu sehen. Dahinter steht der Kruzifixus in hoch auflodernden Flammen. WILDERERSCHICKSAL,
Not oder Leidenschaft?
Nun ist es gut 70 Jahre her seit er
viel am Grimming unterwegs war, sein Blick
gleitet über sein Steinrevier. Der
Wilderer alias Windl Franz
aus dem Hinterbergischen, die Steige
kannte er noch ebenso wie die
Einstände der Gams. Jäger
und Gendarmen hatten damals längst
ein mißtrauisches Auge auf ihn
geworfen, waren aber dem schlauen Burschen
nicht auf die Schliche gekommen. Die
Gamsböcke hatten es ihm angetan -
krachte irgendwo am Grimming ein
Schuß, so konnte es nur einer von
Windl sein. Es war später
Vormittag, mit weitausgreifenden Schritten
lief
der Windl vulgo Burghauser seinem am
Hang gelegenen Berghof zu. Seine Frau
werkte gerade mit einem Trankeimer herum
als er ankam: Machs schnell Mutter!
Häng drei weiße
Leintücher auf, du weißt
schon wegen dem Franzl. anno
300
n. Chr. Römische Legionäre
entdeckten das heilkräftige
Wasser in Grubegg bei Mitterndorf. Nachweis
Münzenfunde 1842 Bei
Grabarbeiter an der Quelle fand man
den Römerstein mit 3
Quellennymphen. Das Original ist im
Joanneum, ein Abdruck befindet im
Museum Strick, in Mitterndorf 1874 Der
Wunderdokter Franz Vitzhum
verfaßt eine Schrift über
die Heilerfolge der Therme. 1898
Thermen - Quellenneufassung Die Therme
kommt aus 600 m Erdtiefe mit 26 Grad
an die Oberfläche. Erkrankung
des
rheumatischen
Formenkreises, Polyarthritis, Gelenks
und Skelettabnützungen,
Wirbelsäulenerkrankungen,
bestimmte Hauterkrankungen und Ekzeme,
Lähmungfolgen,
Kreislaufschwächen,
Durchblutungsstörungen und
Neuralgien. Das
Hinterbergtal
ist eingebettet zwischen Dachstein,
Grimming und Totes Gebirge. Riffkalk
und Dachsteinkalk des Kammergebirges
setzen sich über die durch eine
Querstörung in ihrer Anlage
begründete Erosionfurche der
Salza in den Grimming fort, massige
Riffkalke im Steinfeld, gebankter
Dachsteinkalk im Hohen Grimming. Im
Aufbau der Schartenspitze deutet sich
schon die Schichtung in 20 bis 30
Meter mächtigen Platten an, in
der Scharte ist der Riffkalk vom
geschichteten Dachsteinkalk flach
überlagert, von der Gipfelkuppe
aber wölben sich die Platten des
Dachsteinkalkes immer steiler hinab,
bis sie zum Schluß im 60 Grad
geneigten Tafeln zu den Schutthalden
abschießen.
Fund
eines Schleifers des Verfassers in
Schlüsselstelle Lärchkogel -
Museum Strick Lärchkogelweg.
Das Heimatmuseum der
Familie Strick in Bad
Mitterndorf Nr. 67, wurde in
idealistischer Kleinarbeit, von mehreren
Generationen zusammengetragen und ist
liebevoll gestaltet. Hier haftet
nicht der Hauch der amtlichen Kastellane
und Kustos, wie es in öffentlichen
bürokratischen Anstalten oft der
Fall ist. Hier herrscht Eintracht
in wohlig behaglichen
Atmosphäre, es hat fast den
Anschein als wären die vielen
Exponate, im alten verblichenen
Glanz, neu belebt.Eine Novität ist die Bücherei und das Archiv, dickleibige in Leder gebundene Folianten, wertvolle Bücher der Vergangenheit, Dokumentationen, heilige Schriften anno 1554 und 1558, ein Arzneibuch aus dem Jahre 1718 und vieles mehr. Auch am Grimming vom Verfasser gefundene Exponate befinden sich bei Herrn Strick: Ein in der Lärchkogel Schlüsselstelle gefundener Schleifer Wetzgerät zum schärfen von Messern und ein Schi von der ersten Grimming Winter Erstüberschreitung der Brüder Salfellner. Zuletzt! Nicht nur weil dann immer das Beste kommt! Sondern auch weil es hier die einzige Grimming Chronik gibt, ist dies besonders hervorzuheben. Auszüge aus dem Heimatbuch 1972 von Bad Mitterndorf. Eine Gabe des Hr. Strick
Nur
wenige Berggestalten unserer Alpen
prägen sich so tief in die
Erinnerung des Menschen ein wie der
Grimming. Mächtig erhebt er sich
aus der Talsohle, zuerst in sanften
Matten hinauf zu einem breiten Saum von
Laub- und Nadelnwäldern, um dann
jäh und steil mit seinen
Schutthalden und Felswänden
emporzustreben. Er steht allein,
daher wirkt er, von welcher Seite man
aus ihn
auch
immer betrachtet, als ungewöhnlich
hoher Berg, ein Eindruck, der in der
mittelalterlichen Bezeichnung Mons
Styria altissimus seinen
frühen Niederschlag findet. Der
Grimming wurde durch den Roman von Paula
Grogger, Das Grimmingtor, der in den dreißiger Jahren
erschienen ist, weit über die Grenzen der
engeren Heimat hinaus bekannt. Aus dem
Buch "Rund um den Grimming" Leykam 1967 Und wieder
sitze ich vor den grauen Wänden des
Grimming, der drei Jahre lang für
mich geschwiegen hat. Oder mir nur ganz
selten über die Schulter gesehen
hat – im fernen Dunst der
Höhe, in Amt und Pflicht und Ruck
und Pfiff meiner Lebenskleinbahn.
Und hat doch auch sein Leben gelebt wie
ich, nur unendlich größer,
freier, aus den Tiefen der Gewalten, die
ihn vor Urzeiten empor gepreßt,
geschoben, zur Sonne gereckt. Und ihm
langsam Mantel und Glieder füllten
mit den ersten Keimen organischen
Lebens, mit Blühen, Fruchten und
Welken durch Jahrtausende. Und ist
immer stumm geblieben und
gleichmütig, auch unterm
wechselnden Kleid, das ihm
Schneestürme, Wetterschauer, Wind
und Hagel und die unendlichen
Nebelschleier über die nackten
steinernen Schultern geworfen. MONS STYRIAE
ALTISSIMUS Fritz
Benesch Den alten
Geographen geht es wie den
Bergsteigern, die die
Meereshöhe eines Gipfels nur
insoferne beachten, wenn sie ihnen
einen Zwei-, Drei- oder
Viertausender anzeigt, im
übrigen aber den Berg nur nach
seiner Höhe über dem Tale
einschätzten. Ein
Musterbeispiel eines Berges, der aus
sich etwas zu machen versteht, ist der
Grimming im Ennstal. Gut 1700 m erhebt
er sich über dem Tal, auf dessen
moorige Wiesen er steil und unvermittelt
absetzt. Eine meilenbreite Ebene erlaubt
es, ihn ohne störende
Verkürzungen zu betrachten, so dass
sich auch die oberen Lagen gewaltig
emporrecken und sich Berg über Berg
türmt. DIE
SCHNEIDIGEN JÄGER Auszug:
ÖAV Jahrbuch 1918 Mons Styria
altissimus Fritz
Benesch Zum
Schluß sei noch einiges über
die von schneidigen Jägern
gemachten Aufstiege gesagt. Die
Besteigungen über das Eisentor auf
das Krautschwellereck und durch die
Steinfeldrinne auf das Steinfeld sind
beide schwierig. Noch schwieriger ist
zweifellos der durch die Schartenrinne,
die von Jägern schon in beiden
Ästen durchstiegen worden sein
soll. Dieser Aufstieg auf den Kleinen
Grimming dürfte, dem durch die
unbenannte Schlucht in der Südwand,
an Schwierigkeit nicht nachstehen. Die
Jausengrubenrinne wurde von Jägern
öfters durchklettert. Sachte öffnete
sich die Krümmung des Tales und nun
steigt sichtbar über den Bergen
anwachsend der gewaltige Grimming empor.
Das ist er, den unsere Vorfahren den
Altvater nannten und für den
höchsten Berg der Erde hielten. Seine
von allen Seiten schroff aus dem Tale
aufspringende Kegelgestalt, mit dem 2351
Meter hohen Haupte, berückt weit mehr
als etwa anderswo der, aus breitem
Gebirgsstock sich im Hintergrund
unscheinbar erhebende, Dachstein oder
Großglockner. Der Tag ist
gewitterschwer und von der eben noch
freien Spitze des Grimming`s sehen wir
Nebel ziehen, in wenigen Minuten das ganze
breite Haupt eingehüllt. Der Grimming bildet den
östlichen Eckpfeiler des
Dachsteinstockes. Er ist das steinerne
Wahrzeichen des oberen Ennstales und wurde
einst als mons altissimus styriae
bezeichnet. Der Große Grimming
entragt, als östliche höchster
Punkt des 5 ½ Kilometer langen
Grimmingstockes, direkt dem Talboden des
Ennstales zunächst der Mündung
des Klachaubaches in die Enns. Bei Trautenfels, an der
Straße nach Radstadt, sieht man an
den kahlen Wänden des Grimming einen
seltsam geformten Felsen, den sie dort das
Steintor oder das Steinerne Tor nennen,
weil er von der Straße aus einem Tor
gleichsieht. Von diesem Felsen
heißt es, dass er sich
alljährlich an einen bestimmten Tag
öffne. Einmal weidete ein Hirtenbub
in der Nähe des Steinernen Tores
gerade an einem Tag an dem es offen
stand. Er ging neugierig hinein und
sah im Berg drinnen viel Zwerge. Einer
nahm ihn an der Hand, führte ihn
herum und zeigte ihm die aufgehäuften
Schätze, aber ohne ein Wort zu
sprechen. Das
Wahrzeichen
des mittleren Ennstales bildet der den
nördlichen Kalkalpen
angehörige Grimming, der bis ins
17. Jahrhundert für den
höchsten Berg der Steiermark
gehalten wurde. Er erweckt den Eindruck
besonderer Mächtigkeit, weil er
unmittelbar aus dem Talboden 1700 Meter
emporsteigt. Östlich von ihm hat
sich der Grimmingbach, nach
Südosten der Enns zustrebend,
eingegraben, im Westen trennt den Berg
der Salzafluß durch eine tiefe
Rinne vom Gebirgsstock. Durch den
Stein, wie der Einschnitt
heißt, führte hier von
Mitterndorf im Salzkammergut ein
schmaler Fahrweg am linken Ostufer
heraus ins Ennstal, vor dessen
Erreichung der Fluß den schönsten
Wasserfall der Steiermark
bildete. Auch
der
Grimming
Bergregent
1995
Karl
Reiterer
ist in dem 16 Seiten Heft abgedruckt: Wenn
die Leute, heißt es,
wüßten was im Grimming
für Schätze sind, würde
man ihn mit Moltern aus
vollen Holz muldenartig ausgehakte,
flache Tröge abtragen. Auszüge vom
Heft DER GRIMMING IN DER
VOLKSERZÄHLUNG von
Prof. Dr. Karl Haiding Quelle Museumsverein
Trautenfels 1975 DAS ERLEBNIS DES DUCKBAUERN FRANZL Im Inneren des
Grimmingberges finden sich viele wundersame
Höhlen vor, in denen die Bergmännlein
hausen. Da gibt es weite Hallen, funkelnd von
Kristall und edlem Gestein; da laufen kreuz und
quer lange, marmorverkleidete Gänge, die zu
den überreich ausgestatteten Schatzkammern
führen; da gelangt man in
prächtige Säle mit weißgedeckten
Tafeln und herrlichen Gold- und
Silbergeräten. Harro
Wödl (* 29. April 1927 in
Perchtoldsdorf bei Wien; † 5. Oktober 1977
am Grimming, Steiermark) war ein
österreichischer Segelflieger und
Inhaber mehrerer Streckenrekorde, darunter
der Weltmeistertitel von 1968 in der Offenen
Klasse.
Bemerkenswert ist der vielfache österreichische Staatsmeister nicht nur durch seine Leistungen im Spitzen-Segelsport und seine Teilnahme an sieben Weltmeisterschaften (1963-1976), sondern auch durch die Tatsache, dass einer seiner Arme seit seiner Jugend gelähmt ist. Wödl musste ihn immer, wenn er ins Cockpit stieg, mit der anderen Hand zurechtlegen. Harro (Harald) Wödl war seit 1955 bis knapp vor seinem tödlichen Unfall am Grimming Leiter der Segelflugschule im Ennstal. Diese im deutschen Sprachraum sehr bekannte Schule war zunächst am militärischen Fliegerhorst bei Aigen untergebracht, musste jedoch um die Jahre 1973/74 nach Niederöblarn - direkt am Fuße des Grimming - umsiedeln. Dieser gewaltige Zweitausender (2351 m), dessen steiler Kalkblock das obere Ennstal beherrscht, bot dem jungen Flieger eine ideale Schule des thermischen Segelns. An dem sehr exponierten Hausberg der Region, der sich 1700m über den Talboden der Enns erhebt, lernte Harro auch die kleinsten Anzeichen von Wetteränderungen anhand der Wolkenstrukturen zu beobachten. Diese Fähigkeit kam ihm schon bald bei den Junioren-Meisterschaften und bei späteren Wettbewerben zugute. Als Lehrer war Wödl wegen seiner Wortkargkeit und seines trockenen Humors eher gefürchtet. Wer am Flugplatz unverantwortliches Verhalten oder Egoismus zeigte, war bei ihm schnell „unten durch“ - und zog meist vor, den Fluglehrer zu wechseln. Für seine Mannschaft war er ein geschätzter Vorgesetzter. Sein Nachfolger als Schulleiter wurde Pit van Husen (bis ca. 1995). Seit 1955 dürfte die Segelschule an die 10.000 Segelflieger ausgebildet haben, von denen ein hoher Prozentsatz den Sport ernsthaft weiterbetrieb. Qelle HEISSE LIEBE ZU KALTEM STEIN 2004-07-31
Als kleiner Junge war Franz Zeiringer schon beeindruckt, wie die Stein- und Schneelawinen Richtung Tal herunter donnerten und so kam er auf die Idee "seinen" Grimming doch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur mit so an die 15 maligen Besuchen, sondern auch mit einer Art Ahnenforschung rund um Geschichten und Fakten zum Thema Grimming. Im Alter von 11 Jahren bezwang der Klachauer mit seinen Freunden zum ersten mal das Kalkmassiv. Seit damals sammelt Franz Zeiringer alles über den "Mons-Styriae Altissimus" den Berg der Steiermark, wie er auch genannt wurde und weiß einiges über ihn zu berichten. Der
höchste Berg der Alpen
"Aus dem Ennstal
ragt der Grimming mit einer 1600 Meter –
Wand so steil empor , dass man ihn im
Mittelalter für den
größten Berg der Alpen hielt,
jährlich pilgern viele Bergsteiger
auf den Grimming. Leider gibt es dabei
auch immer wieder Tragödien", so
erzählte Franz Zeiringer. Zuletzt war
im August 2001 ein Amerikaner beim
Freiklettern 100 Meter abgestürzt.Die erste Besteigung erfolgte vermutlich im späten 17. Jahrhundert von der Klachauer – Seite. Es besteht die Vermutung, dass es Gamsjäger waren, die den Grimming von verschiedenen Seiten erstbestiegen haben. Im Zuge der Katastralvermessung erstieg im Jahre 1822 Oberleutnant Baron Simbschen den Grimming und errichtete eine hölzerne Pyramide als Vermessungszeichen, sowie eine kleine Unterstansdhütte aus Stein. Sie diente als Untzerkunftsstätte während seiner Vermessungsarbeit. Der Bergführer Paul Kesch soll am 29. Juni 1879 bereits das 100. mal am Grimming gestanden sein. Der Anstieg von Trautenfels durch die Schneegrube direkt zum Gipfel gelang Heinrich Hess im Sommer 1886. Es gibt’s unzählige Geschichten um den Grimming ich versuche sie alle auf meiner unterzubringen und hoffe auf
noch mehr Informationen, so der 61 –
jährige Grimming Franz. Quelle
Ennstaler Woche 20040527 Rosch
Vor Millionen von
Jahren wogte ein riesiges Urmeer und auf
seinen Grund lagerten sich unzälige
Schalen von Kleintieren ab. Und dann zog
sich das Meer zurück und die
Ablagerungen wurden zu Gestein. Als sich
die Kontinente massiv bewegten, wurden die
Gesteinsschichten übereinander
geschoben und weit in die Höhe
gepresst. So entstand der Grimming
Mons-Styriae
der Berg der Steiermark Mons
Styriae altissimus der
Größte. Der Grimming
235m ein massiver Gebirgsstock
östlich des Dachsteingebirges in der
Obersteiermark. Aus dem Ennstal ragt
seine 1600m - Wand so steil empor, dass
man ihn im Mittelalter für den
größten Berg der Alpen hielt.
Geologisch gesehen zählt er als
Inselberg zu den nördlichen
Kalkalpen, bzw. als östlicher
Eckpfeiler zum Dachsteingebirge. Der als
Dachsteinkalk wuchtig gebaute Fels,
markant strukturiert, scheidet er an der
Nordweststrecke der Steiermark das Ennstal
von der Region Salzkammergut -
Ausseerland.
Eine Broscchüre im Eigenverlag des Verfassers Franz Zeiringer, Ausgabe 12/2002 20 Seiten Din A4 mit 36 grösstenteils Farbbildern - einige Auszüge stammen aus meinem Grimmingbuch. Der Grimmingfranz> hat hier einen Teil seiner HP Bausteine zu einer lesenswerten historischen Schrift, die den Grimming Freunden gewidmet ist, zusammengefasst und er hat auch die DOKU Lärchkogelanstieg fotografiert. Am
Samstag
in
der
Früh
erfuhr
ich
von der Spitaleinlieferung des EVG
Wanderfreundes Franz Graner,
dies war auch die Ursache der Absage
seiner Wanderveranstaltung in
Admont. Es ergab sich für
mich ein unerhoffter Freiraum für
den Grimming, mit dem Grimmingfranz
und seinen Gästen aus Wien: Vater
Josef mit Sohn Pepi beabsichtigten wir
uns mit der Wegkennzeichnung des
Multereck Lärchkogelanstieges zu
beschäftigen. Durch die
Klimaerwaermung treten
stärkere Latschenwucherungen auf
- als jemals zuvor, deshalb
hatte der Krummholzritt
bergaufwärts seine ganz
besonderen Reize. Der
Lärchkogelanstieg wäre sonst
der felsenloseste Leichtanstieg des
Grimmings, allerdings war ich in
den letzten zehn Jahren, laut meinem
Wandsteigbuch an der
Schlüsselstelle, der Einzige der
diesen Weg beschritten hat.
Unser Intermezzo begann, durch einen Irrtum von mir mit einem falschen Wandeinstieg und einem depremierenden Rückzug, trotzdem liessen mich meine Kameraden nicht im Stich, ganz im Gegenteil im oberen Bereich waren Sie sogar weit voraus. Am Multereck entschlossen wir uns, statt der Weiterwanderung zur Biwakschachtel am Grimminggipfel, für den Abstieg am Normalweg zur Grimminghütte. Etwa auf halber Höhe biwakierten wir, es war allerding eher ein Ruhen als ein Schlafen, plötzlich witterte Franz den aufkommenden Regen, ich hatte allerdings nichts wahrgenommen, wir zogen es vor noch im trockenen aus der Wand heraus zu kommen. Als ausgesprocher Ausrüstungsmensch gab es für mich ein Erfolgserlebnis, ich hatte mein Seil nicht umsonst mitgenommen - und überhaupt ist die Sicherheitausrüstung, auch wenn sie nicht benötigt wird, in den Bergen niemals umsonst. Den letzten Wandausstieg hätten wir vier Mann, mit einer Kleintaschenlampe als Beleuchtung in dunkler Nacht ohne Seilsicherung nie riskieren können. Der Grimming entliess uns gnädig, wäre das Wetter uns nicht gut gesinnt gewesen - so hätte aus unserer besinnlichen Wanderung leicht ein Himmelfahrtskomando werden können. Bei der Grimminghütte legten wir wieder eine Biwakpause ein, jeder versuchte sich auf seine Weise von den erlittenen Strapazen zu erholen, ich schlief regengeschützt unter dem Tisch vor der Hütte. Der Niederschlag hörte nicht auf - er wurde sogar immer stärker und er hat letzten Endes dann auch zu dem verheerenden Hochwasser geführt. Dass sich Jäger, Förster und Wanderer auch verstehen ergab die Geselligkeit im Nachbarhaus des Grimmingfranzes. Der aus dem salzburgerischen gebürtige Förster Herbert steht mit der Jägerin Karin aus dem Ennstal, die auch ausserhalbe des Revieres einen schönen Anblick bietet, in ehelicher Zweisamkeit. Später kam dann noch der Grimming Quellenmeister dazu, ich erfuhr auch einiges über die Wichtigkeit der Grimmingquellen für die Trinkwasserversorgung. In letzter Zeit kommt es wegen der unregelmässigen Jahreszeiten vermehrt zu Quellentrübungen. Irgendwann forderte die durchwanderte Nacht im Zusammenwirkung mit dem Schnaps ihren Tribut, und so endete eine vom Anfang bis zum Ende gelungene Grimmingbergfahrt im Reich der Träume. Sa.20020810
Sonne
auf
Multereck
11.08.02
beginnender
Dauerregen
Nachtabstieg
mit Biwakpausen
Normalweg Grimminghütte
Untergrimming zum Ausgangspunkt mit
Josef, Pepi u. Franz <6>
Liebe Armanda und
Franz, nochmals herzlichen Dank
für Speise Quartier und Trank. Anbei zwei
der Nordwand vom Kulm. Der
Strich am zweiten Bild ist ein
Grashalm. Ich komme eben vom Grimming
zurück, allerdings war ich nur
etwas über dem Nordwandfuß
und als Abschluss am Kulm. Die Ursache
der Reise war das 1. Franz
Zeiringer Treffen im Klachauer
Grimmingstüberl. Das Ergebnis ist
eine permanente jährlich, jeweils
am Samstag vor dem Maria
Himmelfahrtstag, stattfindende Toni
Adam Gedenkwanderung Grimming
Lärchkogel diesmal am 11.August
07:00 von der Pürgger Abzweigung.Grimmingstuben Wandsprüche. Mag
draußen
die WELT
ihr Wesen treiben, mein Heim
soll meine Ruhestatt bleiben
Wenn du noch eine MUTTER hast sollst du sie mit Liebe pflegen, damit sie einst ihr teures Haupt getrost dann kann zur Ruhe legen EINER spinnt immer, wenn zwei spinnen ist`s schlimmer Guter MOND, wenn ich dich sehe, denk` ich an meine Plage du bist im Jahr nur zwölfmal voll doch ich fast alle Tage >
>
![]() CHRONIK
Quellen
Liezner Bezirksnachrichten
2003-02-01 von Guido
Grundner Franz
Zeiringer vlg. Grimming Franz
> >
Pürgg Heimatmuseum Strick Bad
Mitterndorf, Archiv Trautenfels.
Das herrliche Schauspiel des
Sonnenuntergang´s lohnte
unsere Mühe. Als der rote
Feuerball am Horizont versank,
schien es als ständen alle
Berggipfel in Flammen. Nach
dreiviertel Stunden erreichten wir
den Hauptgipfel und noch vor 9:00
flammte, nach altem deutschen
Brauch, unser Feuer auf; das erste,
das je am Grimminggipfel war. Toni
Adam
|
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Der
Verantwortliche für die private
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