![]() A>B>C> >![]() > A>B>C>D>![]() ![]() > >Wissenswertes, Historisches und Erlebnisse über um und auf dem einzigartigen steirischen Felsmonolith IMPRESSUM^ m.bruno@gmx.at >
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Wien Andersengasse 23/29/1 «» > (un)-
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R I M M
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L I T E R A T U R
9.1
- 3
L I E D E R 9.1
DAS
PÜRGGER
GRIMMINGLIED
![]() > 9.1.2Quellen: M.Klingelhuber Öblarn 1993 Wanderer Schirmherr Lois Strobl> Untergrimming 1994 DAS HINTERBERGER GRIMMINGLIED ![]() > 9.1.3GRIMMING KAISERKREUZHYMNE ![]() > 9.1.4WO DAS GRIMMINGANTLITZ ![]() > 9.1.5GRIMMINGTORTANZ ![]() > 9.1.6L
Y R I K
9.2
SONNTAG Heute früh ist der Grimming weich weiße Wölkchen flockengleich schmiegen sich in seine Ritzen. Er atmet sie empor und wieder steigen sie hervor Umkosen sein Gestein Er schaut zufrieden drein. WUNSCH Der Berg er füllt das Fenster aus In der Sonne glänzt der Schnee Wenn Wollen mehr als Können ist Tut auch die Schönheit weh Adelheid Hahn HYMNE AUF DEN
GRIMMING 9.2.1
Grimming, o Grimming, wie freu' ich mich an deiner Pracht Du Stolz des Ennstal's, wo wuchtig und so schön Stehst majestätisch da, als wärest auf der Wacht. Um deine schroffen Wände streicht der Föhn. Im Frühling, wenn des Winters trotzige Macht zerbricht, Wenn auf den neu ergrünten, feuchten Ennstal Wiesen Tausendfach, herrlich weiß Narzissen sprießen, Stehst du, o Grimming, noch mit Schnee bedeckt im neuen Licht Wenn sich auch an schwülen Sommertagen drohend sich dein Haupt verhüllt, Dein Leib verdeckt wird vom Gewitter Wolkenmeer, Wenn Blitze zucken und der Donner furchtbar brüllt, Trotz alledem, o Grimming, lieb' ich dich so sehr. Mit steifen Winden meldet sich der Herbst im Land, Wirbelt Laub, das er den Bäumen entrissen, hoch empor, Du freuest dich, o Grimming, auf ein weiß' Gewand. Dann bist du tausendmal noch schöner als zuvor. Wenn der Winter, zaghaft noch, die ersten Flocken bringt, Ergraut dein Haupt, wenn noch im Tale Kühe grasen. Doch wütend bald die ersten Winterstürme blasen - Hei, wie es schaurig dann um deine Grate singt. Ein weißes Daunenkleid bekommst du nun wie alle Jahr' Von Gotteshand gemacht, so herrlich und so wunderbar, So schmiegsam, wie kein Schneider wär's im Stand, O Grimming, o Grimming du, du Stolz vom Oberland. Von Hans Fischelschweiger Sen. Wörschach, vorgetragen vom Wanderer Schirmherrn bei der Feier ÖAV Grimming Gipfelkreuz 40 Jahre im Jahre 1994 Lois Strobl >
DA
GRÖSSA 9.2.2
DER
GRÖSSTE Übersetzung
Nach einem "Island Bilder- und Videovortrag mit Animationen" von
und mit "Franz Zeiringer" alias Grimming Franz, eine erholsame
Nacht, mit teilweisen Grimmingblicken, in der Pension "Zeiringer"
in Klachau, herzlichen Dank dafür. Abgang Kulm bis zu der letzten
Linkskehre vor dem Wandeinstieg, dann rechts unter den Wänden zum
Öslinger und am Jägersteig auf den "Kleinen Grimming".
In Kulm ist auf einem Baum ein Hinweis angebracht: "Die Gipfelfeier
am Grimming ist wegen Schlechtwetter abgesagt". In dem letzten
Tagen waren schwere Unwetter, doch für heute war die
Wetterprognose gar nicht so schlecht angesagt. Die Temperatur ist zwar
tief gesunken, das haben wir auch gestern beim Islandvortrag zu
spüren bekommen. Eine Garage des benachbarten Bauern war unser
Vortragsort gewesen. Trotz der Videoclips von der Eruption der
Geishire, war es für einen Sommerabend bedenklich kühl. Die
Hausfrau versorgte und mit Tee und vielen Köstlichkeiten aus der
Backstube und vom Hausherrn bekamen wir einen Aufwärmschnaps,
wiederum ein herzliches "Dankeschön" dafür.
Ehre wem Ehre gebührt, Franz hat einen Vortrag zuwege gebracht, von dem sich so mancher Professionelle etwas abpausen kann. In verschiedenen Abschnitten wurden wir den Naturwundern Islands, durch Bild, Film, Musik, Schrift und Landkarten näher vertraut gemacht. Es war die Planung, die Anreise, die Statistik, die überwältigen Wasserfälle und Stromstürze, die dampfende Erde mit brodelnden heißen Quellen und Geishiren, die Berge und Gletscher, die Fauna und Flora, die 1000 km Rundreise. Hier hat sich Franz einen Traum erfüllt und wir durften an seinen Erlebnissen, virtuell auf einer Leinwand, teilnehmen. Bald durchstoße ich die Talnebeldecke und der Grimming - Höhenzug liegt unverhüllt vor mir, am Öslinger begrüßt mich schon die Morgensonne. Nun geht es gemächlich und ohne Schwierigkeit aber mit großen Höhengewinn bergauf. Diesmal versuche ich, oberhalb der Baumgrenze, rechts in mir noch unbekannten Gelände zu steigen. Dies erweist sich aber nicht besonders angenehm, die anfängliche Genußkletterei wird später zur Angsttour bei der keine Umkehr möglich ist. Hinauf schafft man es bald einmal, aber ein Hinuntersteigen hat's immer besonders in sich, das habe ich schon öfters erlebt und manchmal gab es "nur ein Zurück". Hier war es gottseidank nicht so extrem, aber mit zunehmenden Alter sieht alles etwas anders aus. Im Gebirge kann ein Seitensprung tödlich werden, doch im Alleingang kann man nur mit sich selbst uneins werden. So reizvoll das umhergrasen abseits der Pfade sein kann so sehr kann es auch, wie bei den menschlichen Beziehungen, an die Substanz gehen. Deshalb bin ich froh meinen Morgengang auf den gewohnten Spazierweg bis zum Gipfelkreuz des "Kleinen Grimming" fortsetzen zu können. Einige Leute haben hier, seit meinen letzten Besuch, eine Gipfelrast gehalten:
Als Alternative zur abgesagten
Gipfelmesse am, "Hohen Grimming" soll hier am "Kleinen
Grimming" ein bescheidenes, christliches Zeichen gesetzt werden.
Ich liege in einer Senke neben dem Gipfel, bei der Niederschrift im
Gipfelbuch wärmt mich die Mittagssonne.
Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther (Das Hohelied der LIEBE) Strebt nach den Gnadengaben,
die höher stehen. Ich zeige euch jetzt noch einen Weg, der
über alles hinausführt:
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel
redete, aber die LIEBE nicht hätte, wäre ich dröhnendes
Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden
könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnisse
hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge
damit versetzen könnte, aber die LIEBE nicht hätte,
wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe
verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergebe, aber die
LIEBE nicht hätte, nützte es mir nichts.
Die LIEBE ist langmütig,
die Liebe ist gütig, sie ist nicht eifersüchtig, sie prahlt
nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht unschicklich,
sucht nicht ihren Vorteil, sie läßt sich nicht herausfordern
und trägt das Böse nicht nach, sie freut sich nicht über
das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt
alles, hofft alles, hält allem stand. Die LIEBE hört
niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede
verstummt, denn Stückwerk ist unser
Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das
Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk, Erkenntnis vergeht.
Als ich ein Kind war, redete
ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind, als
ich ein Mann wurde, Legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen
Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir
von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber
werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch
erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube,
Hoffnung, LIEBE, diese drei; doch am größten unter
ihnen ist die LIEBE.
Bibel Apostelgeschichte.
Der erste Brief
der Korinther Quelle: Teilweise Wandschrift in meiner Schlafstätte
der Pension Zeiringer.
Schön ist alles was mit Liebe betrachtet wird, Christian Morgenstern Nun ich will nicht allzu klagen, Manchmal wollt ich schon verzagen. Als ich das Kreuz hierher getragen, Dachte ich – "nun das schafft du nie". Doch dann hab' ich's doch ertragen, Doch fraget mich nur nicht wie? auf: Kulm Öslinger oberhalb der Baumgrenze Fuhre rechts ab: Öslinger, 12'er, Schartenspitze? Sonntag den 17.08.2008 Bei meinem letzten Aufenthalt
hier, nach einem Gipfelbiwak, wagte ich es nicht weiter in Richtung
Schartenspitze zu gehen. Der abschüssige Rasenhang war taunass,
doch heute will ich es wagen. Es ist ein Weg der Erinnerung, denn ich
schon einigemal beschritten habe, aber der immer wieder ein bleibendes
Erlebnis bietet. Der "Öslinger" hat keinen freistehenden
Gipfel, er ist ein bewaldeter Kamm der sich aus Richtung Krungl zum
Gipfelaufbau des "Kleinen Grimming" hinzieht. Vor dem Einstieg,
konnte ich es mir nicht nehmen mit der Rucksack - Konzertina,
meinen Antrittsbesuch anzukündigen. Dabei waren; das
St.Martiner Grimminglied: "Der Grimma is' mei Hoamatland", das
Pürgger Grimminglied: "Dort wo der Grimming steht", das
Hinterberger Grimminglied: "Woan i so ob'n am stolz'n hoh'n Grimming
steh" und der "Grimmingtorjodler", unter anderen
Pflichtstücke.
In der Scharte zwischen dem "Kleinen Grimming" und der "Schartenspitze", ist wieder der Ort für ein Intermezzo. Ameisengleich, weit unter mir im Schartenkar der Gänsemarsch der vom "Hohen Grimming" absteigenden Leute. Nun aber will ich es wagen, was ich bei meiner letzten Anwesenheit hier nicht unternommen hatte: Die rucksacklose Besteigung der "Schartenspitze". Es gibt zwei Möglichkeiten; entweder den Vorspitz nördlich bis zu der Scharte vor dem "Schartenfinger" zu umgehen oder zuerst den Grat entlang und dann südlich auszuweichen. Beide Anstiege haben ihre Vor- und Nachteile: Im ersten Fall erspart man sich viele Höhenmeter es mangelt aber im letzten Teil der Rinne an griffigen Fels, der zweite Anstieg, mit den Tiefblicken in das Ennstal, ist reizvoller aber hat den Nachteil, dass man wieder sehr tief hinunter klettern muß. Diesen Anstieg jedoch hat, als ich letztesmal hier war, auch "Herwig Adam" unternommen, den Schwierigkeitsgrad schätze ich mit II+ ein. Auch ich wähle diesen Weg der südlichen Umgehung zum Schartenfinger und bin bald am einsamen Gipfel der Schartenspitze angelangt, nach einer kurzen Zeit- der Besinnung und eines Rundblickes entnehme ich das wohlverwahrte Gipfelbuch aus dem Behälter. Das Gipfelbuch wurde von "Herwig Adam" anläßlich des Jahrtausendwechsel in memoriam von "Anton Adam" am, 18.08.2000 hinterlegt. Die Schartenspitze war für die Familie Adam aus Pürgg ein immer wieder gern besuchter Gipfel, meist als Draufgabe auf die Grimmingtour bereitete uns der Besuch der "Dame des Hauses", (wie Anton Adam die Schartenspitze nannte), immer besondere Freude und Genuß. Hier ein kurzer Auszug aus der langen Liste der Schartenspitze - Besteigungen von Anton Adam: Nur
wenige
Blätter des Gipfelbuches sind beschrieben. Am, 06.10.2004 finde
ich noch meine letzte Eintragung:
"Gott selbst staunt stets noch auf's neu bei jedem Sonnenaufgang". Grimming, Grimming! Grimming, Grimming was ist los? Felsen, Steine, Schutt und Moos! Doch, ich bin in Dich so sehr verliebt, Weil es für mich nichts Schön'res gibt. Kaum war der Frühling Dir bewußt Schwelgst Du in des Sommers Lust. Deine hohen Fluren zieret Blütenflor, Am Fuß der Wand das Grimmingtor. Grimming, Grimming was ist los? Deine Allmacht die ist doch so groß! Die Zeit vergeht – ein holder Traum, Ein gelbes Blatt erscheint am Baum. Herbstlich schon gewoben wie ich seh' Mir scheint's Du wartest schon auf Schnee. Makellos glänzt Du in stiller Winterzeit, Wie eine Braut im weißen Hochzeitskleid. Der Menschen Getümmel ist nun vorbei, Nun ruh' Dich aus. nun bist Du wieder frei. Altvater Grimming, Du bleibst ewig jung Was mir immer bleibt – es ist Erinnerung. Nun ruh Dich aus in Deimer weißen Pracht. Bis Dir auf's neu der Frühling wieder lacht. Menschen komen, Menschen wieder gehen, Aber Du Grimming, wirst alles überstehen. So möge es das Schicksal oft noch geben, Dass mich in meinem kurzen Erdenleben Die Sehnsucht oft zu Dir hierher noch trägt – Bis einstens mir, die letzte Stunde schlägt. auf: Öslinger oberhalb der Baumgrenze Fuhre rechts Kleiner Grimming weiter: Schartenspitze ab: Heil Kulm Sonntag den 17.08.2008 18:10 Auch mir entschwand der Tag gleich einem Traum, doch mein Traum war Wirklichkeit. Die Träume sind die Sprache der Seele. Gib dich ihm ganz hin, dem Weg deiner Träume. Gedanken
und
Träume überwinden Zeiten und Räume.
Ich steh,
am Gipfel und erlebe den Traum mit freien Sinn und im Gedenken, des
einsamen Gipfel voll Zauber und Wunder.
Hier wo die stille Andacht um mich blickt, Was ich erträumt, es ist mir heut geglückt.
Doch
Träume, Wunschträume und der Gedankenflug, so schön und
erhebend sie auch sein können, gehen einmal zu Ende und
können über die Realität nicht hinwegtäuschen. Nun
heißt es aber Abschied zu nehmen, so leicht auch der
beflügelte Anstieg war umsomehr erfordert der Abstieg nun die
volle Aufmerksamkeit und Konzentration, er bietet wenig Spielraum
für Träumereien. Vom Rucksackdepot in der Scharte, sehe ich
bereits Gämsen im Schartenkar, durch sie hatte ich heute bereits
vom Öslinger an eine flüchtige Gesellschaft, die mich oft von
ihren Standplätzen und von den Gämsengarten
(Krummholzhänge) keck musterte. Es wird ein besinnlicher Abgang,
auch erleichtert durch die vorbildliche, neu errichtende
Seilversicherung im Wandabbruch. Auch die kritische Stelle, an der im
vorigen Jahr eine Frau tödlich abstürzte, wurde
entschärft.
Königlich erstrahlt der Grimming, im milden Licht und rötlichen Schein entschwinden die schimmernden Höhen vom Himmel blaß umwoben. Am Fuß der Wand eine kurze Rast: So wie die Sonne mich am Öslinger begrüßte, so verabschiedet sie sich nun am Öslinger um sich dann in dem dahinterliegenden Bergkamm zur Ruhe zu begeben. Doch in welcher Vielfalt und Schönheit dies geschieht, ist ein außergewöhnliches Ereignis und wird die Krone des ereignisreichen Sonntags, der traumgleich im dunklen Hag entweicht. "Leis ertönt die Abendglocke": Ein Abschiedlied aus dem Liederschatz des seligen Bergkameraden "Johann Ploder", oft und gern, so auch diesmal, von mir immer wieder gespielt und gesungen. Es tönt doch im Abendrot, wie von selbst, Helios goldenen Harfe der Ewigkeit. ÷
÷Grimming Zusammenfassung 05.09.2008 Die obertriadischen bis
mitteljurassischen Karbonate im Westabschnitt des Grimmingstockes
(Nördliche Kalkalpen, Steiermark) werden mikrofaziell untersucht:
Die norisch-rätischen Dachsteinkalke der Grimmingliegend-decke
bildeten sich in einem gegliederten Riff-Lagunen-Komplex. Das an
Kalkschwämmen reiche Riff liegt im Süden. Eingeschaltete
Kanäle führen eine karbonatklastisch beeinflußte
Algen-Foraminiferen-Detritus-Fazies. Im Back-Reef entstanden
grobklastische Kalke mit reicher Algenflora in z.T. sehr guter
Erhaltung. “Black Fossils” zeugen von Auftauchbereichen im Riff.
Nördlich schließen Onkoid- und Grapestonefazies an und
leiten zur Bankfazies über. Diese progradiert im Rhät nach
Süden über das Riff.
Am
Top der Triasentwicklung treten Kalke in Kössener Fazies auf. Sie
waren bereits lithifiziert, als sich im Lias ein submariner Hartgrund
mit Phosphat- und Glaukonitmineralisation bildete.
Die
folgenden echinodermenreichen Lias-Rotkalke zeigen pelagischen
Einfluß. Eine Korngrößenanalyse der Crinoidensande
gibt Hinweise auf reinen Strömungstransport. Das
Korngrößenspektrum ist gegenüber äquivalenten
Quarzsanden um 1 bis 1,5 phi zum Groben hin verschoben.
Intraliassische,
meteorische Diagenese
begrenzt die Ablagerungstiefe der Lias-Encrinite, die andererseits in
Klauskalk (Dogger) übergehen, für den eine Bildungstiefe
unter der Aragonit-Lysokline anzunehemen ist. Möglicherweise
verursachte aufsteigendes, fossiles Süßwasser aus dem
Dachsteinkalk den meteorischen Einfluß. Die zunehmende Vertiefung
ließ die Bildung von Radiolarit zu. In dieses Tiefseebecken glitt
im Oberjura die Grimminghangenddecke ein.
Schlüsselwörter Karbonatplattform - Mikrofazies - Crinoidenkalk - Korngrössen - Nördliche
Kalkalpen - Obertrias - Lias - DoggerDIE KALTE RINNE 090904 > Die Kalte Rinne einer
der bezauberndsten Anstiege auf der Nordseite des Grimmings. Die Kalte
Rinne sind mein Sohn Herwig und ich auch mit
meiner Tochter Helke
gegangen. Helke ist
bereits mit 19 Jahren ihrem Vater vorausgegangen. Ein Versprechen an
Helke, kurz bevor sie verschied,
ist die Ursache warum ich jetzt nicht mehr auf den Grimming gehe.
X
Der
König
von
Sachsen war ein gefürchteter grausamer Herrscher. Grundlos und aus
puren Übermut ließ er von seinen Gefangenen die Kalte
Rinne
ausmeißeln. Den Gefangenen gefiel es aber am Grimming besonders gut.
Sie arbeiteten an der Ausmeißelung der Kalten Rinne, besonders
gründlich und freiwillig bis an ihr Lebensende weiter.
Die Kalte Rinne begingen am, 4.September
1954, mein Mann und Sigurd
Fahringer
![]() > im
Abstieg nachdem sie Teile des neuen ÖAV Gipfelkreuzes
auf
den
Grimming getragen hatten. Dorli
AdamIn meinem alpinen Freundeskreis genießt der Grimming eine besondere Wertschätzung. Zwar erhebt sich der Gipfel nur 2351m über Meeresniveau, dafür überragt er das Ennstal ansatzlos um rund 1600m und beeindruckt von fast allen Seiten durch seine imposante Erscheinung. Vor allem der Grimming im Winter, die sogenannte grimmige Tour, rangiert in der Wunschliste ganz oben. Der sehnsüchtigste Wunsch gilt freilich der Längsüberschreitung West-Ost, einer Tour mit Westalpenformat. Sie führt über einen kilometerlangen Grat, der mit zahlreichen Felstürmen und steilen Firnschneiden aufwartet. Im Jänner 1997 wollten Andi und ich eine Nord-Süd-Überschreitung durchführen, gleichermaßen als Annäherung an die Längsüberschreitung. Harry, der uns die Besteigung des Grimming im Winter schon voraus hatte, wollte am selben Wochenende mit Walter und Robert eine West-Ost-Überschreitung versuchen und war bereits einen Tag vor uns aufgebrochen. Während der Anfahrt zum Grimming zerbrachen wir uns den Kopf darüber, ob wir die Tour in Nord-Süd-Richtung oder umgekehrt anlegen sollten. Schließlich entschieden wir uns für die erste Variante, was sich als durchaus vorteilhaft erweisen sollte. Spät am Abend erreichten wir den kleinen Ort Kulm an der Nordseite des Grimming, welcher für seine Schiflugschanze über die Grenzen hinaus bekannt ist. Dem Ort und der Jahreszeit entsprechend war es grimmig kalt, am wolkenlosen Himmel glitzerten Tausende und Abertausende Sterne. Darunter versuchten zwei Bergsteiger ein Quartier für eine kurze Nacht zu finden, die erste – gar nicht so leichte – Hürde für die erfolgreiche Besteigung des Berges. Der erste Versuch in einem Gasthaus schlug fehl, da man geschlossen hatte. An der zweiten Adresse öffnete eine junge Frau mit Lockenwicklern, die nur in ein Badetuch gehüllt war. Sie hatte eigentlich eine Freundin erwartet, mit der sie zu dem an diesem Tage stattfindenden Dorfball gehen wollte. Als sie uns zwei Bergsteiger sah, verschwand sie gleich wieder hinter der Tür, um kurz darauf nur unwesentlich mehr bekleidet, nämlich mit Badeschlapfen an den Füßen, zu erscheinen. Sie riet uns, ein paar Häuser weiter bei einem Bauern zu fragen und nachher auf dem Ball vorbeizuschauen. Beim Bauern bekamen wir ein Zimmer, merkten aber bald, daß hier eine bereits recht feucht-fröhliche Partie den Geburtstag eines jugendlichen Familienmitgliedes feierte. Wider Erwarten war es dann doch lange Zeit ruhig im Hause, vor Aufregung konnte ich aber unter der schweren und viel zu warmen Bettdecke kaum ein Auge zudrücken. Gegen zwei Uhr in der Früh wurde ich dann von Gepolter und lautem Stimmengewirr aus dem Halbschlaf gerissen. Unmittelbar vor unserer Zimmertür spielte sich eine Eifersuchtsszene ab, die zwischen zwei rivalisierenden Liebhabern mit Fäusten ausgetragen wurde. Auch nachdem sich der Streit irgendwie entspannt hatte, war für mich nicht mehr an Schlaf zu denken. Gegen sieben Uhr brachen wir schließlich schwerbepackt von Kulm zum Grimming auf. In unsere Rucksäcke hatten wir vorsorglich neben Schlafsack, Isomatte und Kocher – wir planten eine Übernachtung in der Biwakschachtel – die volle Kletterausrüstung mit Seil, Haken und Klemmkeilen gestopft, eine Fleißaufgabe, wie sich zeigen sollte. Es hatte seit gut zwei bis drei Wochen nicht mehr geschneit. Der Schnee war beinhart gefroren und gesetzt, so daß wir gut vorankamen. Am Beginn der Drahtseilversicherung legten wir die Steigeisen an. Etwa nach der ersten Hälfte des Anstieges erreichte auch uns auf der Nordseite des Berges die Sonne und tauchte die zuvor recht düster anmutende Landschaft in gleißendes Licht. Auch auf dem Steilhang im zweiten Abschnitt kamen wir gut voran und die Spannung löste sich. Fast waren wir ein bißchen enttäuscht, wie wenig sich der grimmige Berg zur Wehr setzte. Bei der Biwakschachtel angekommen, deponierten wir unsere schweren Rucksäcke und schlenderten unbeschwert zum nahen Gipfel. Nahezu senkrecht bricht die schnee- und eisbedeckte Flanke nach Süden ab. Man sitzt hier wie auf einem Balkon hoch über dem Ennstal. Gut zwei Stunden verbrachten wir hier, immer wieder blickten wir in Richtung Westen um nachzusehen, ob unsere Freunde schon auf dem endlos langen Grat auftauchten. Später erfuhren wir, daß sie im Gegensatz zu uns bereits im Aufstieg zum Grat schlechte Schneeverhältnisse Bruchharsch angetroffen und sich nach einem Biwak frustriert fürs Umdrehen entschieden hatten. Nach Osten warf der Grimming im Licht der untergehenden Sonne einen kilometerlangen Schatten, der bis zum Gesäuseeingang reichte. Die Nacht in der kleinen Biwakschachtel war trotz der grimmigen Außentemperatur durchaus angenehm, lange noch plauderten wir über Gott und die Welt und schmökerten im Schein der Stirnlampen im leicht durchfeuchteten und modrig riechenden Biwakschachtelbuch. Auch bei dieser Lektüre begegnete uns die geheimnisvolle Aura dieses Berges: Einsamkeitsfanatiker bringen hier nicht nur seitenlange Berichte über Erstbegehungen in abseitigen Steilfluchten des Bergriesen zu Papier, sondern schreiben sich auch ihre emotionellen Befindlichkeiten von der Seele. Am nächsten Morgen ging es ein zweites Mal auf den Gipfel. Nach einer kurzen Rast stiegen wir über den Südanstieg Richtung Ennstal ab. Die steilen Hänge waren in den frühen Morgenstunden noch fest gefroren und somit mit Pickel und Steigeisen deutlich sicherer zu begehen als in den späten Nachmittagsstunden. Spuren von den vergangenen Tagen zeigten uns, daß andere Bergsteiger im gut 40 Grad steilen Gelände hüfttief eingesunken sein mußten. Firnflanken wechselten mit versicherten Klettersteigpassagen. Als wir uns der Baumgrenze näherten, sanken wir auch knietief im Schneematsch ein. Vom kräftigen Sonnenschein motiviert, trauten sich bereits vielerorts kecke Frühjahrsblumen aus dem Boden und stemmten die noch verbliebene Schneedecke über sich in die Höhe. Als ich Mitte Februar des heurigen Jahres begann, diese Zeilen in den Computer zu klopfen, spekulierte ich mit einigen Bergfreunden noch mit einer West-Ost-Überschreitung. Die Verhältnisse müßten auch in diesem Winter lange Zeit passabel gewesen sein, hatte es doch lange nicht mehr geschneit. Ein Aufbäumen des fast schon verabschiedeten Winters mit starken Schneefällen vereitelte jedoch die Verwirklichung dieses Traumes. Somit wird die Fortsetzung dieser Geschichte wohl wieder einmal verschoben, der nächste Winter kommt bestimmt. Quelle Matthias Hutter Bergsteigergruppe Der Gebirgsfreund 2/2001 Seite46 /47 Der Grimming — mächtig, dominant als steinernes Wahrzeichen des mittleren Ennstales und des Salzkammergutes! Kaum ein Berg prägt ein Tal, eine Landschaft derart intensiv wie der Grimming und ist für viele Bewohner um den mächtigen Bergstock Sympol ihrer Heimat. Viele Geschichten ranken sich um den Grimming, Freude über Gipfelsiege wechseln mit Leid über Bergtragödien oder Naturlatstrophen. Wir haben in dieser Ausgabe dem Grimming eine Roportage gewidmet. Groß und mächtig drängt er seine gewaltigen Steinmassen gegen den Himmel. Ein Naturdenkmal, das verbindet und trennt. Mit ihm eng verbunden sind Schicksale, Dramen, aber auch Freuden und Emotionen. Der Grimming lässt keinen keinen kalt. Wenn Franz Zeiringer vulgo Grimmingfranz aus Klachau auf den Grimming angesprochen wird, dann rennt man bei ihm zweifelsfrei offene Türen ein. Denn der Berg hat ihn rundum gefangen genommen. Schon als kleiner Bub hat mich der Grimming Tag für Tag geprägt, erzählte der Maschinenbautechniker, der am Fuße des imposanten Bergmassives aufgewachsen ist. Die Begeisterung für alles, was irgendwie mit dem Grimming zu tun hat, ist auch heute noch -- mit 59 Jahren -- ungebrochen. Einen großen Teil seiner Freizeit investiert der Tauplitzer deshalb in seine HP, in der er in akribischer Kleinarbeit Informationen über und rund um den Grimming zusammenträgt und Grimming - Begeisterten zur Verfügung stellt. Vieles davon ersparte uns mühsame Recherche einiges war jedoch bis dato auch dem Grimmingfranz bisher noch unbekannt. Der Grimming - ein Berg, der nicht nur Wanderer fasziniert. Der Grimming ist das steinerne Wahrzeichen des oberen Ennstales und galt bis ins 17.Jahrhundert hinein als Mons Styriae altissimus – als der höchste Berg der Steiermark. Woher der Name Grimming stammt, kann nicht wirklich nachgewiesen werden, denn früher gab es – abgesehen von militärischer und strategischer Bedeutsamkeit – keine Notwendikeit einer Benennung von Berggipfeln. Das wirtschaftliche Leben spielte sich ja hauptsächlich im Tal ab. Die wahrscheinlichste Erklärung findet sich deshalb wohl in den Gewittertürmen, die sich am breiten Bergrücken oftmals aufstauen und das nackte Kalkgestein in eine grimmige und bedrohlich anmutende Atmosphähre tauchen. Und so dürfte auch der Grimming zu seinem Namen gekommen sein. Eine bessere Erklärung finden auch Flora und Ferdinand Rundhammer aus Bad Mitterndorf nicht, obwohl die beiden eine sehr nahe Beziehung zum Grimming unterhalten: Ihnen gehört nämlich ein Teil davon. 1976 haben sie eine kleine Parzelle des Grimmings von einem Lichtensteiner Architekten erworben. Damals ist uns auch gesagt worden, dass sich das Gipfelkreuz auf diesem Grundstück befindet, berichten die beiden nicht ohne Stolz. Zwar stehen auch heute noch wirtschaftliche Überlegungen zur Nutzung dieser Liegenschaft durch Forstwirschaft und Jagd im Vordergrund, jedoch was das unmittelbare, steil emporragende Gesteinsmassiv betrifft, sei der Grimming doch mehr Liebhaberei und teures Hobby als eine lukaretive Einkommensquelle. Dennoch will man sich nie und nimmer davon trennen. Zu stark sind die Emotionen, die dem steinernen Wahrzeichen entgegengebracht werden.
Eine dieser Emotionen spiegelt sich im ästhetischen Empfinden
wider. Von
welcher Seite ist der
Grimming am schönsten? Ist wohl die Frage aller Fragen. Und
hier zeigen
sich differenzierte Meinungen,
zumal auch noch der Sohn des Hauses zur Runde dazugestossen ist. Von
der
Viehbergalm, von Bad Mitterndorf aus, von der Klachau aus, jeder
weiß einen
noch besseren Aussichtspunkt auf den Berg der Berge.
Und fragt man
einen Vordernberger – oder
einen Ennstaler –, so ist's
natürlich von
dem jeweiligen Standpunkt am schönsten. Faktum ist vom Ennsboden
bis
zum Gipfel ist er rund 300m höher als von der Mitterndorfer Seite.
Da erkennt man schon eine ganz besonderer Eigenheit des Grimmings: Gleich
einem göttlichem
Thron nimmt der Kalkstock die gesamte Region – Ennstal wie auch das
Salzkammergut – in seinen ehrfürchtigen
Schatten auf. Eine
Gemeinsamkeit, die dann doch wieder trennt und nur schmale
Durchschlupfe im Pass Stein und in
Untergrimming, gewährt.
Mit dem
Grimming sind natürlich viele
tragische Bergereignisse und Naturkatastrophen verbunden. Die
bekannteste Tragödie ist wohl die von den beiden Ausseer
Bergrettungsmännern Franz
Meier und Karl
Resch aus
den Jahre 1948, die sogar in einen eigenen Roman Helden
im Fels von Albrecht Gaiswinkler beschrieben wurde. Man kann
den Grimming bestaunen oder ehrfürchtig bewundern. Nur eines darf
man
nicht: Ihn unterschätzen!
Einige
Gedenktafeln entlang der bislang drei markierten Aufstiegsrouten eine
vierte über dem
Lärchkogel ist in Vorbereitung sind mahnende Zeugen
vergangenen Leides.
Der Volksmund weiss aber auch von rätselhaften Begebenheiten zu berichten, die sich um den Grimming zugetragen haben sollen. Dieser Stoff regte auch die Öblarner Heimatdichterin Paula >
1892
- 1984 an, ihren
weltbekannt
gewordenen Roman Das Grimmingtor zu verfassen. Das
Grimmingtor wird auch Steinernes
Tor genannt ist eine
markante Felseinbuchtung an der
Südseite, die der Sage nach der Eingang zu einer riesigen
Schatzhöhle ist. Jedes Jahr zu Frohnleichnam sei das Tor
für kurze Zeit geöffnet. Was
viele
nicht wissen:Auch auf der Mitterndorfer Seite existiert ein Tor das Eiserne Tor und auch um dieses ranken sich ganz ähnliche Mythen, wie um das Ennstaler Grimmingtor. Daneben wurden weitere Mären über unermessliche Reichtümer im Berg, über geheimnisvolle Schürfer, über Teufel, Zwerge und Jungfrauen und über drachenähnliche Ungeheuer und riesige Ochsen verbreitet, die jedoch langsam in Vergessenheit geraten. Ein kleines Buch mit dem Titel Der Grimming in der Volkserzählung von Karl Haiding, ist im Museum Trautenfels erhältlich, lässt diese Geschichten weiterleben. Untrennbar mit dem Grimming verbunden ist Toni Adam. Der Kaufmann aus Pürgg kannte den Grimming wie seine Westentasche und bestieg seinen Hausberg auf allen Fuhren — einige sind als Erstbegehungen nach ihm benannt. Er war auch bei vielen Bergrettungs Einsätzen- und bei der Errichtung des 1.Gipfelbiwak aktiv. 1989 wurde er Opfer seiner Leidenschaft und verunglückte auf der Himmelsleiter tödlich. Und noch ein interessantes Datail am Rande: 31 Jahre nach der Errichtung des ÖAV-Kreuzes wurde 1985 das Kaiserkreuz von Bruno Mayer in einer Felsspalte entdeckt. Mayer barg die verosteten Eisenteile, transportierte sie durch Zinnoberwandrinne ins Tal und fertigte daraus ein neues Kreuz. Dieses neue alte Kreuz steht heute am 351m hohen Krippelberg in Schattendorf in Burgenland genau um 2000m tiefer als auf den Grimming. Heute ist der Grimming ein beliebtes Ausflugziel von geübten Bergfexen. Jährlich pilgern viele Bergsteiger/-innen auf den ehemals höchsten Berg der Steiermark. Es ist ein trockener Berg -- mit wenigen Quellen. Und er ist als lockerer Berg, wegen seiner Steinschläge, gefürchtet. Also eine erst zu nehmende Tour, die einer guten Ausrüstung und guter Vorbereitung bedarf. Der Grimming ist auch eine prächtige Kulisse für alle Segelflieger, welche die guten thermischen Bedingungen schätzen, die für ungeahnte Höhenflüge sorgen. Vor allem aber ist er ein Teil unserer Heimat. Ein Teil, der bei so manchem eine echte Herzensangelegenheit ist. Wie zum Beispiel bei Franz Zeiringer. Tauplitz,
Trautenfels,
St.Martin, und Bad Mitterndorf. Den
Grimmingstock teilen sich vier Grundbesitzer: Österreichische
Bundesforste 4,309.593m² Bernd
Mandl, Irdning 3,515.092m² Forst-
und
Waldgenossenschaft Diemlern - Niederstuttern 2,855.313m²
Flora und Ferdinand Rundhammer - Bad Mitterndorf 1,566.937m²
Die
Grimming-Story in unserer letzte Ausgabe sorgte für viele positive
Rückmeldungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.
Natürlich war uns klar, dass nicht alle Ereignisse rund um den
imposanten Berg aufgelistet waren, um so dankbarer waren wir über
alle Informationen, die in der Redaktion eingegangen sind. Zum ersten
meldete sich eine Leserin aus Altaussee, die Klarheit in die
Namensgebung bringen konnte. Monika
Gaiswinkler verwies auf Jakob Grimm ja
genau: der von den Gebrüdern Grimm, der im 19.
Jahrhundert nicht nur bekannter
Märchensammler, sondern auch ein begnadeter Sprachforscher war. Grimm erwähnt in seiner Deutschen Mythologie auch den Ennstaler Hausberg und leitet den Namen vom Altslawischen Germnik ab, was nichts anderes heisst als Donar. Donar - auch Donner oder Thor - wiederum ist eine mit rotem Bart symbolisiert den Blitz und Hammer dargestellte Gottheit aus der nordischen Mythologie die "Edda". Davon abgeleitet sind auch die gebräuchlichen Worte mit Blitz und Donner bzw. das ist ein Hammer. Auch Donnersbach hat mit den Gewitter- Donner somit nichts zu tun. Aber zurück zum Grimming: Der Grimming ist also Donars Berg und somit ein wahrer Götterberg. Zum anderen gingen viele Hinweise auf weitere Ereignisse und Tragödien ein, welche die Chronik weiter ergänzen: Quelle Liezner Bezirksnachrichten 01/02/2003 von Guido Grundner Überaus
mächtig ragt der Grimming
im Süden über den weiten Wiesenboden zum Himmel. Er ist schon
sichtbar, wenn man von Selzthal gegen Liezen fährt. Etwas weniger
steil ist sein Gesicht
von Norden,
blickt man von der Tauplitz, von Bad Mitterndorf oder Kulm zu diesem
Bollwerk aus Felsenmauern, die sich weit gegen Westen dehnen. Bei jeden
Gang da hinauf, gleich von welcher Seite und auf welchem Weg, jedesmal
wird sich der Grimming einprägen. Und keiner soll ihn
unterschätzen.
Steil ist er, ohne Flüssigkeitsnachschub, ständig locker
–
und
jedes Wetter fängt
sein breiter Gipfelrücken ein. Er gilt im Land als der Berg, der mit Bedacht erstiegen werden will. Am Anfang war es seine aus dem Ennstal mächtig aufragende Gestalt, welche die Sinne des Alpengehers fesselte. Bald stand für uns fest, da müssen wir hinauf ! Dann prägte er sich unauslöschlich als der trockene Berg in unsere Erinnerung, da wir nicht entsprechend für den Flüssigkeitshaushalt vorgesorgt hatten. Denn die Schweißperlen bleiben am Grimming die einzigen Wassertropfen die abwärts rinnen. Dazu kommen die rasanten Tiefblicke ins Ennstal, die weite Sicht zu den Rottenmanner-, Wölzer- und Hohen Tauern, zum Dachstein, zum Toten Gebirge und in die Ennstaler Alpen, die Begeisterung auslösen. Dazu ist er ein Berg mit literarischer Vergangenheit, hat ihm doch die Öblarner Dichterin Paula >
mit dem berühmten Roman Das
Grimmingtor
ein Denkmal gesetzt. Der Grimming ist eben ein Berg mit besonderen
Flair. Rund 600m fehlen ihm zum
wirklichen mons Styriae altissimus –
dem
höchsten Berg des Landes, wie ihn die Altvorderen nannten,
dennoch machen die rund 1700m aus den
Talboden der Enns bis zur Spitze jene feine Würze aus, die jeder
genießt, der dem Gipfelkreuz zustrebt.Zwei Zustiege hält der Berg von Süden aus bereit: Jenen über den Südostgrat mit leichter und ausgesetzter Kletterei oder den über das Multereck. Beide recht ordentlich, vor allem wird hier heiß gegessen. Die Sonne sorgt für das Aufkochen und manch einer saß auf einem Rasenpolster sitzend und senkrecht hinunter blickend auf das schmale Band der Straße, das im Ennstal an gastlichen Häusern vorbeizieht, die allesamt eine einzige Einladung symbolisieren. Da ist der Anstieg von Norden schon etwas anders. Früh aufgebrochen, bleibt man bis in die höchsten Regionen im wohltuenden Schatten. Für
immer einprägsam wird mir der erste Gang über den
Südostgrat
bleiben. Geschlaucht von einer endlosen nach Istanbul und
besonders ausgeruht
nach einer
Übernachtung im Auto hatten wir nur einen Wunsch: Ein
Ordentliches Frühstück in der Grimminghütte.
Die aber war
zu Künstlerpech! Also weiter. Am einzigen Wasserquell 20
Minuten vor der
Hütte waren wir längst vorbei, also
mußte
der karge
Wasservorrat in der Trinkflasche für ein kaltes
Frühstück herhalten.
Das sollte sich an diesem Tag mit strahlendem Sommerwetter rächen. Bei der Wegteilung zieht der markierte Zustieg nach links in die Große Schneegrube hinauf. Da hatte uns die Sonne längst im Visier. Der Hinweis Südostgrat nur für Geübte macht jeden aufmerksam, dass es am Grat ausgesetzt -- auch der Sonne gegenüber -- sein würde. Der Südostgrat rückte linker Hand näher, wir aber gingen auf die schmutzige Schneefläche zu, wühlten die Oberfläche auf und suchten darunter nach sauberem Weiß, damit wir unsere Tagesration Flüssigkeit etwas auffüllen konnten. Dann folgten wir den Farbtupfern nach links auf den Grat. Da wurde es erstmals spannend. Man folgt den Kamm und hat nur mehr eine Richtung vor sich: hinauf! Über Grataufschwünge, Felsköpfeln, dann wieder im etwas plattigen Gelände, so folgt man den Farbflecken höher. die Tiefblicke ins Ennstal werden zunehmend luftiger, die Schritte manchmal ordentlich ausgesetzt und einige Griffe durchaus locker. Aufmerksamkeit ist angesagt. Doch das war nicht schlimm, der Weg und die Tiefblicke faszinierten nur die trockenen Kehlen, der verpappte Mund plagte uns. Aber auch das ist vergessen, wenn man die letzten Schritte zum Gipfelkreuz tut, das schon immer auf unsere Köpfe heruntergeschaut hatte. Gipfelrast, Panorama - Rundschau und vielleicht auch einen Gedanken an jenen Baron Simbschen, der bereits 1822 hier ein hölzernes Vermessungszeichen errichtet hatte, lassen innehalten. Damit war an diesem Tag der Gipfel über einen interessanten Weg erreicht, aber das Elend des Durstes ging erst zu Ende, als wir an der Quelle unter der Grimminghütte uns fast in den Wassertrog warfen.
Das
ist der Normalweg
von Süden.
Allerdings sollte man ihn nicht unterschätzen. er hält
für den
Berggeher so manche Überraschung parat. Da sei einmal die
Länge des
Anstieges genannt, dann heißt es einige male ordentlich packen
und anhand von Seilsicherungen oder knorrigen Latschenästen
über
recht ausgesetzte Stellen darüber zu turnen. Zum Eingehen hat man
von
Trautenfels herauf Zeit, die Quelle unter der Grimminghütte sollte
man
keinesfalls missachten. Als Erleichterung bietet die Grimminghütte
der
Naturfreunde, Schlafplätze an.
Nach der Grimminghütte beflügelt uns der morgendlich frische Wald und die Abzweigung zum Grimmingtor lässt an Mythen und Sagen denken. Dann aber nimmt uns der Berg gefangen. Noch vor der Wegteilung zum Südostgrat übersteigt man auf zwei Eisenleitern ein Felswandl und in der folgenden Latschengasse kann es schon warm werden. Sicher wird es aber warm, nachdem man sich ab der Wegteilung Südostgrat endgültig für das Multereck entschieden hat. Latschen, ein erstes Schuttkar und ein unüberwindlich scheinender Felsaufschwung warten. Das war eine Überraschung. Wir waren den Weg übers Multereck vor Jahren im Abstieg gegangen, konnten uns an diese lange versicherte Felsenwand aber nicht erinnern. Schlägt schon der Alzheimer zu oder war der Anstieg tatsächlich verlegt worden? Darüber zu sinnieren war zwecklos, die Bosheit der Begleiter deutete natürlich auf Alzheimer. Erst der Griff in die Seile und die ordentliche Turnerei ließen alle verstummen. Sollte hier jemand Schwierigkeiten haben, dann nicht den Helden spielen wollen, der Grimming bleibt auch von unten ein prächtiger Berg. Auch höher oben benötigt man bei zwei Geländestufen die Hände, ein Griff in die Latschen kann dabei durchaus hilfreich sein. Das aber sind die letzten Hilfsgriffe, denn auf gutem Weg geht man ins große Kar der Kleinen Schneegrube unter dem Multereck, wendet sich im Geröll nach rechts der Felsenwand des Kastens zu und folgt dann in nimmermüden, kurzen und wirklich steilen Kehren dem Steig hinauf zum Multereck. Erstmals belohnt ein toller Blick ins Ennstal, ins steirische Salzkammergut und zu den Bergen des Toten Gebirges. Ein kurzer Verschnaufer, ein Schluck aus der Flasche und ein langer Blick zum sichtbaren Gipfelkreuz. Dorthin warten noch 170m Höhenunterschied. Über zerissene Kalkplatten und viele Steintrümmer schlängelt sich der Steig schließlich zum höchsten Punkt. Auch der Normalweg begeistert. Ob man diesen für den Abstieg benützt oder mit dem Weg nordwärts nach Kulm eine Überschreitung ins Auge fasst, jeder Weg verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Aufmerksamkeit. Der Anstieg von
Kulm wird als der leichteste
und der
kürzeste bezeichnet? Eine Überschreitung von Norden nach
Süden
bescherte und die Erfahrung, dass leicht
und kurz
deutbare Begriffe sein
können. Da die Jausenstation am Kulm nicht mehr existiert, gilt
auch
hier, dass jeder nur das trinken kann, was er
selbst mit hat. Dafür bleibt der Anstieg durch den Stribinggraben
zwar
steil, aber längere Zeit im Schatten dichter Bäume. Ist
man frühzeitig unterwegs, dann hebt die Morgenfrische den
Unternehmungsgeist zusätzlich.
Über den Wegverlauf waren wir uns im Klaren: Es geht auf das große Kar zu, das man vom Hinterberger Tal immer vor sich hat. Beim Anstieg durch den Stribinggraben kommt man an einem alten ![]() >
vorbei,
das
daran erinnert, dass die Kleinbauern sich und ihre
Familien oft nur mit unberechtigt besorgten Wildbret
fortbringen konnten. Dass dann der Schuß eines Jägers von
hinten
dem Leben des Wilderers ein Ende setzte,
hat mit der Wilderer - Romantik nichts zu tun, sondern erzählt vom
harten Überlebenskampf zu Beginn des 20.
Jahrhunderts. Die Baumgrenze ist
bald erreicht, in weiten Serpentinen zieht der Steig auf die
erste Felsbarriere im Bereich des Lärchkogels zu.Anmerkung: Ein zweiter Lärchkogel ist nördlich unter dem Multereck, ein dritter Lärchkogel ist in Heilbrunnnähe. Zügig steigen wir mit Hilfe der Seilversicherung über die Felswülste höher und standen bald im großem Kar, einem imposanten runden Felskessel, der vom Grimminggipfel und der Schartenspitze umschlossen wird. Im großen Linksbogen führt die Markierung auf gutem Pfad höher und an die Wände des Grimmings heran. Dort beginnt der zweite Einstieg. Über viele Felsstufen, über unzählige schroffige Aufschwünge und über schmale vom Geröll erfüllte Bänder zieht der Steig höher. Das muss nicht jedermanns Geschmack sein. Bei unseren letzten Anstieg kehrte hier ein Pärchen um, dem jungen Mann war der Weg zu unheimlich geworden. ![]() > erinnern
an
den Ernst des leichtesten
Anstieges auf den Grimming. Öfters gilt es die Hände zu
benutzen und
jeder soll darauf achten, keine Steine los
zu treten. Die Nachkommenden werden es ihm danken!Nach der Gedenktafel für die Bergrettungsmänner Maier und Resch ![]() > die hier
ihr Leben lassen mussten, weil sie einen vermeintlich in Bergnot
Geratenen retten wollten, Anmerkung: Meier schied
auf der Gipfelhochfläche,
der in Bergnot Geratene wurde vom Geier Sepp gerettet, durchstiegen
wir einen kleinen Kamin und erreichten
über die letzte versicherte Stelle am exponierten Grat die
Höhe mit
dem beeindruckenden Blick
zur Schartenspitze zurück. Dann
stand die bekannte Dr. Obersteiner Biwakschachtel Notunterstand
vor uns und
nach dem Schlussanstieg über rasiges Terrain gaben wir uns nach
wenigen Minuten beim Gipfelkreuz die Hände. Für den Abstieg
wählten
wir diesmal nach einem Mittagsschlaf -- da sicheres Wetter war -- den
Steig über das Multereck.Beherzigen sollte man bei Touren am Grimming: Genug zum trinken mithaben, früh aufbrechen, das Wetter im Auge behalten. Dann steht einem grandiosen Bergerlebnis nichts im Wege. Quelle. Land der Berge 4-2002 von Hans Hödl ÷
DIE PLOTTEEGS* KOMMEN 9.3.1 *Mit weißen Kunststoff umwickelte Heusilos, die seit einiger Zeit die Heuschober auf den Wiesen ergänzen
Schließlich
kann man kein Dia mehr machen, ohne ein paar gleisende Punkte darauf zu
haben, die bei den beschaulichen Urlaubsberichten nur zu unnötigen
Fragen führen: Hobts im August no an Schnee ghobt?
Einst
hielt man ihn - was durchaus zu verstehen ist - für den
höchsten Berg der Steiermark. Erst zu Maria Theresias Zeiten, als
die gesamte Monarchie exakt vermessen wurde, stellte sich heraus, dass
der Grimming mit einer
Höhe von 2.351m, bei weiten nicht an den Hochgolling oder den
Dachstein heranreichte. Der Dachstein etwa überragte ihn um
600m. An Respekt verlor
er aber nicht. Nach wie vor ist die Besteigung des Berges, der das
obere Ennstal beherrscht, ein alpines Erlebnis und ein gar nicht
ungefährliches Unterfangen. Alois Pürcher
Dachsteingebirge Grimming Gosaukamm Hochalpine Touren und Wanderungen
für die ganze Familie 2004, Steirische Verlagsgesellschaft, ISBN
3-85489-108-3, 224 Seiten
Klappentext:
Die
großartige
Landschaft des steirischen Ennstales und Salzkammergutes hat Alois
Pürcher viele Jahre lang durchwandert, erkundet und fotografiert.
Vor allem im Dachsteingebirge, um den Grimming und den Gosaukamm ist er
wie zu Hause, seine Heimat grenzt direkt an diese Gebirgszüge.Das Dachsteingebirge und die Nachbarn Grimming und Gosaukamm sind in ihrer Art vielfältig und abwechslungsreich, geeignet sowohl für den "einfachen" Bergwanderer als auch für den Kletterer bis zum 6. Grad. 70 Bergwanderungen sind es, die der Autor hier beschreibt, und er führt auf niedere und hohe Gipfel, auf Almen, in wilde Schluchten und zu verträumten Bergseen. Obwohl manche der Wanderungen und Bergtouren in den hochalpinen Bereich führen, sind sie für jedermann/jederfrau zu bewältigen. Allein das Erlebnis, die Natur zum Ziel zu machen, ist oft wichtiger als der Gipfelsieg. Der Autor zeichnet ein sehr persönliches Bild seiner Heimat und lädt ein, einige der schönsten Gebirgszüge der Ostalpen kennen zu lernen. Außerdem erzählt er vom Leben in der Region, von Brauchtum und Tradition und von jenen Menschen, die diese Gebiete erschlossen haben. Aus
dem Inhalt:
Hoher
Dachstein
Dachsteinwarte Hüttenwanderungen Ramsau Ramsauer Höhenweg
Steiglpass - Umrundung GosaukammGrimming Aufstieg Nordseite Grimminghütte Überquerung des Grimming Kommentar:
Wo
Pürcher
war, muss man hin ...Im Gegensatz zu vielen anderen, eher kühl und sachlich gehaltenen Tourenführern ist Pürchers Dachstein-Guide ein sehr persönlicher, engagierter, begeisterter - und gerade das macht ihn so wertvoll. Pürcher (be-)schreibt mit der leidenschaftlichen Stimme eines Menschen, der sein Herz an die Gipfel und Täler des Dachsteins verloren hat und sich aus "seinen" Bergen jene Kraft holte, die ihm gegen eine schwere Krankheit half. Und die Leidenschaft des Autors steckt an - wo Pürcher war, muss ich auch hin. Nicht zuletzt findet man zu jeder einzelnen Tour ALLE Informationen und hervorragende Bilder für eine sichere und vergnügliche Tour.
Zum Autor:
Alois
Pürcher:
Geboren 1947 in Bad Mitterndorf. Nach 40 Berufsjahren im
Bankgeschäft findet der begeisterte Bergwanderer und Fotograf Ruhe
und Erholung in seinen Bergen. Quelle
Lange
Zeit galt er als mons Styriae altissimus, als der Steiermark
höchster
Berg: Der
sagenumwobene,
majestätische Grimming, der das Ennstal ein gutes Stück
beherrscht. Erst neuzeitliche Vermessungstechnik raubte ihm den Ruf, allerhöchster
Steirer zu sein; es hat
sich herausgestellt, dass ihn der 1832 erstmals bestiegene Dachstein um
exakt 644 Meter überragt. Doch
der Respekt vor dem mächtigen Massiv des
Grimmings ist geblieben, denn er hat seine eigenen Gesetze, die
erfahrene Bergsteiger zu beachten wissen: Mag die Sonne das Tal noch so
freundlich bescheinen, wenn der Grimming seinen Wolkenhut aufgesetzt
hat, bleiben ihm Kenner fern, zumal oben keine Hütte Schutz vor
Wetterunbilden bietet.Nur Halbschuh Touristen lassen dann nicht ab von ihren dreisten Annäherungsversuchen. Erst etwa um das Jahr 1800 so wird berichtet, soll der Grimming seine Unberührtheit verloren haben, der Name des Erstbesteigers blieb im Dunkeln. Viele zieht es seither diesen Berg hinan. Der einfachste Aufstieg beginnt hinter der weltberühmten Skiflug Schanze am Kulm in der Fremdenverkehrsregion Bad Mitterndorf - Tauplitz; in drei bis vier Stunden ist man von dort aus am Gipfel angelangt. Zwei weitere Routen führen über das sogenannte Multereck und den nicht ungefährlichen Südostgrat. Empfehlenswert ist der Aufstieg von Bad Mitterndorf aus: Ausgehend von der Jausenstation Stangl / Pötschpaul gesperrt geht es durch duftenden Nadelwald zum ersten Einstieg. Einige Serpentinen durch Geröll sind zu bewältigen denen eine Drahtseil gesicherte Steilstufe folgt, ehe der Wanderer in die Grimming Scharte kommt. Hier sieht es vorerst zum Verschnaufen aus, denn der stete Anstieg zehrt an den Kräften. Dann stellen sich dem Touristen einige Felsstufen entgegen deren Überwindung Kraft und Geschick erfordert. Pietätvolle Wanderer halten später bei der Gedenkstelle für Karl Resch und dessen Kameraden Mayer, die 1948 auf der Suche nach einem angeblichen verschollenen Bergsteiger ihr junges Leben lassen mußten. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, doch die Anstrengung nach den bisher bewältigten 1400 Höhenmetern haben dann schon viel Schwung gekostet. Oben angelangt, wird der Bergwanderer vom prachtvollen Blick auf den Dachstein, das steirische Salzkammergut, das Tote Gebirge und im Süden die Niederen Tauern belohnt. An schönen Tagen reicht der Blick bis zum Großglockner und im Norden sogar bis zum Böhmerwald. Viele bekannte Orte reihen sich um den markanten Berg: Bad Mitterndorf mit seinen schon von den Römern genutzten Heilquellen, Tauplitz, Pürgg mit seiner Johanneskapelle und deren großartigen Fresken aus dem Jahr 1160 und St. Martin. Immer wieder suchten Dichter wie Hans Fraungruber und Friedrich Torberg, Musiker wie Wilhelm Kienzl und große Bergsteiger wie Paul Preuß und Leo Schlömmer, Erholung rund um den Grimming. Auch Kaiser Franz Josef und Erzherzog Johann wußten die reizvolle Landschaft zu schätzen. Viel Kultur und Brauchtum sind hier beheimatet: Die Faschingstage des Ausseerlandes, das weltbekannte Bad Mitterndorfer Nikolospiel und das Narzissenfest mit seinen fast 40.000 Besuchern, das heuer vom 2.Juni (Fronleichnam) bis 5. Juni stattfinden wird. Raiffeisenzeitung Nr.15 vom 14.04.1988 Alois Pürchner Bad Mitterndorf.
÷
GIPFELSPRÜCHE 9.3.4 Liebe Freunde von der Formation Gipfelbuch Wie
schon gesagt freue ich mich immer über Eure Unternehmungen und
über die Berichte darüber. Die Kassette mit dem Mitschnitt
von Eurem Jahrestreffen 1985 am Grimming habe ich mir oft
angehört; alles ist so herzerfrischend! Auch
im schriftlichen Bericht steht so viel Bewegendes, dass ich ganz
traurig bin, nicht mehr daraus zitieren zu können.
Besonders dankenswert ist die Sammlung von Gipfelsprüchen unter
dem Motto:
Die künstlerische Kraft schlummert im Menschen, nur die Natur kann sie wecken. Weisheiten, Humorvolles, Gipfelsprüche, Berggedichte Prosazeilen, geschrieben auf Bergeshöhen in Gipfelbüchern. Eine jahrzehntelange liebevolle Sammlung und eine erfüllende unvollendete Lebensaufgabe. Auch Euer Bemühen um das Werk des urtümlichen Volksdichters Karl Reiterer -- vor allem die Herausgabe des Sonderheftes der Grimming Nachrichten ist lobenswert. Roseggergesellschaft: Des neuen Heimgärtners Tagebuch geführt von Bertl Petrei >
geschrieben 1985DAS
ERSTE GESICHT
ÜBERSCHREITUNGSVERSUCH 9.3.5.1
Am
Grimming sind Klettertouren immer Bergtouren. Frühlingshafte
Weihnachten. Dieter und ich wollen die Überschreitung des
Grimmingstockes machen und wir trudeln per Anhalter in Trautenfels ein,
Nächtigung in der Jugendherberge.
Am nächsten Tag Materialtransport zum Beginn des
Südostgrates. Bei diesen großen Routen ist immer das
Gleiche: Entweder man hat viel Gepäck, dann ist man auch
tagelangen Schlechtwetter gewachsen, dafür aber schwerfällig
im Weiterkommen — oder aber man nimmt nur das Notwendigste mit, dann
ist man wesentlich schneller, allerdings kann eine zwei Tage lange
Schlechtwetterperiode das Unternehmen zum Scheitern verurteilen.
Später entscheide ich mich für die zweite Möglichkeit ein
Biwaksack, zwei Pullover, Anorak und warme
Unterwäsche tun's auch — was soll der Luxus?, diesmal
haben wir
jedoch viel Gepäck. Fast zuviel; aber ein Jahr vorher erst
mußten Bergsteiger in der Weihnachtszeit, nachdem sie tagelang am
Gipfel festgenagelt waren, herunter geholt werden. Sie wurden nicht
gelobt!
Bei der Grimming Hütte beginnt der Schnee. Er wird bald überraschend tief und trägt nicht. Jeder Schritt, bis zu den Knien und noch weiter im weißen Element einsinkend, ist mühsam. Alle hundert Meter wechseln wir beim Spuren ab. Dieter hat wenigstens ordentliche Gamaschen, wogegen ich Wickelgamaschen aus der Zwischenkriegszeit — und aus Vaters Nachlaß — trage. Materialdepot am Beginn des Südostgrates. Für heute soll es genug sein. Wir steigen wieder nach Trautenfels ab und am nächsten Tag soll's ballastlos in der eigenen Spur hinauf gehen. Am nächsten Tag kündigt sich der früher oder später jedes Jahr kommende Wettersturz an diesmal kommt er zu früh! und wir latschen mit langen Gesichtern wieder hinauf, um das Material wieder talwärts zu fördern. Sicher ist sicher. Tagelanges Herumsitzen in Trautenfels, das Wetter wird auch nicht besser - und wenn auch: Nach dem Wettersturz haben wir da oben nichts mehr verloren. Heimfahrt. Später erfahren wir, dass die Grimming Überschreitung zwischen Ostern und Pfingsten - wenn der Grat Firn aufweist - mit Steigeisen der reinste Genuß sein soll. >
1985
Das
Wochenende zum 1.
Mai. Ich habe ein schönes Gesamtfoto der Grimming - Nordseite
gesehen. Das muß doch eine schöne Wand mit nicht zu langen
Zustiegen sein... Wie wär's damit? Ich bin allein und wieder
geht's per Anhalter in's Ennstal. Das Gepäck ist klein sogar
sehr klein.
In Klachau steige ich mit vielen Dank und
besten Wünschen für eine gute Weiterfahrt aus einem Auto und
mache mich auf den Weg. Weit
reicht der Schnee herunter. Das Schlechtwetter der vergangenen Woche
präsentiert sich hier. Ich will den Nordwestgrat begehen.Im Wald: Schnee. Ein seelisch fast zerstörend langer, felsendurchsetzter Latschenrücken. Schnee. Entweder gibst du auf was ich nicht will oder du wühlst dich unverdrossen, von Geäst zu Geäst hangelnd, hinauf. Die Wickelgamaschen sind im Rucksack. Da oben im Fels ist's bestimmt aper und ich will keine Zeit mit dem Anlegen der Gamaschen verlieren. Später Nachmittag ist es - aber die Route ist ja nicht schwierig und ich komme bestimmt heute noch zur Biwak Schachtel am Gipfel. Der Felsteil. Leider ist's auch dort winterlich, aber jetzt brauche ich die Gamaschen auch nicht mehr — ich bin bis zur Hüfte hinauf völlig durchnäßt. Klettern. Langsam wird es finster. Von der Biwak Schachtel ist noch lange nicht zu sehen. Schlaftst halt im Gelände. Auf einer schrägen Plattenschichte richte ich mir ein Nachtlager ein. Zwei Mauerhaken werden zur Selbstsicherung geschlagen. Die nasse Hose und die Strümpfe werden ausgezogen und dafür die untere Körperhälfte mit den trockenen Wickelgamaschen versorgt, die Füße kommen in den trockenen Rucksack. Gegenüber die tief verschneite Nordwand der Schartenspitze. Herrlich. Eine Kleinigkeit essen, dann. Biwaksack überzogen und Gute Nacht! Man kann diese Nacht als wunderschön oder scheußlich bezeichnen. Das Scheußliche: Der Biwakplatz ist abschüssiger als ich gedacht habe und ich rutsche zweimal in die Selbstsicherung, zudem ist's fürchterlich kalt und bald ist die gesamte Innenseite des Biwaksackes mit Rauhreif überzogen, die Kleidung ist auch nicht die wärmste — Zähneklappern entspannt und geschlafen wird wieder einmal nur viertelstundenweise.Das Schöne und dieses überwiegt: Die nächtliche, tief verschneite Nordwand der Schartenspitze gegenüber, kein Laut zu hören. Im Tal sieht man einige Lichter von Häusern und fahrenden Autos; sie werden immer spärlicher - dann nur mehr der Sternenhimmel und die Landschaft aus Fels und Schnee. Langsam wird der Himmel grau - die Nacht hätte ich auch hinter mich gebracht — auf die wärmenden Sonnenstrahlen brauche ich jedoch gar nicht zu warten, da ich westseitig biwakiere. Also auf! Je schneller du zusammenpackst, desto früher kommst du in die Sonne! Von dauerndem Zähneklappern unterbrochene Umkleideszene in die steif gefrorenen Sachen. Je lockerer man die Zähne klappern läßt, desto mehr entspannt es — nur keine Zurückhaltung auferlegen! Steife Kletterbewegungen; es ist nur gut, dass das Gelände nicht zu schwierig ist. Auf der Gratschneide die ersten Sonnenstrahlen. Sie wärmen zwar nicht, geben aber die Illusion von Wärme. Bald bin ich am Gipfel. Die Biwak Schachtel finde ich erst nach einigen Suchen; sie ist im Innern nicht sehr einladend und ich gehe gleich weiter. Abstieg nach Nordwesten in's Schartenkar. Dort soll ein alter bezeichneter und versicherter Weg ins Tal führen. Im Wald endet dann irgendwo der Schnee. Ab nun trocknet der untere Körperteil wieder langsam, was ja auch schon deshalb wichtig ist, da ich heute noch per Anhalter nach Wien will. >
1985Die Grimming Nordseite läßt mich nicht in Ruhe. Ihre Wandflucht ist über einen Kilometer breit; die Touren: Na ja - nach meinen bisherigen Augenschein - als Kletterei eher mittelschön - dafür aber eine großartige Landschaft mit wilden Schluchten zwischen den verschiedenen Gratrippen. Im Gebirgsfreund lese ich von der Erstbegehung der Multereck - Nordkante, die von den Erstbegehern mit Das Schwert bezeichnet wird. Diese ist, zum Alleingehen, für mich sicher zu schwierig — aber hinschauen kostet nichts. Wieder steige ich oberhalb Klachau aus einem Auto, das mich per Anhalter mitgenommen hat. Kurzer Weg über Schuttfelder zum Wandfuß. Hier beginnen die Felsen sofort, was ich im Vergleich zum Grimming - Nordwestgrat als angenehm finde. Die Nordkante vergesse ich allein lieber - links daneben geht eine Nordwandroute hinauf. Erstbegeher Damberger und Riegele. Sehr schwierig steht im Führer. Da ich mit den beiden Namen in jugendlichen Unwissen nicht verbinden kann, denke ich, es wird schon so ein Dreier sein... Eine leichte Schlucht, dann: Verblüfftes Schauen. Also wenn das Drei ist...! Fangst halt einmal zum Klettern an. Das Ganze riecht aber nach der oberen Vier, aber der Fels ist gut und das Klettern macht Spaß. In halber Wandhöhe hier besser Bergeshöhe: Ende der Kletterei. Es beginnt ein erbärmlicher Latschenritt, der nur mir Unverdrossenheit zu erledigen ist. Fazit. Auf der Grimming - Nordseite kannst du es dir aussuchen - entweder du hast unten die Latschen und oben den Fels oder unten den Fels und oben die Latschen. Irgendwo hat man sie zuverlässig. >
1985Im Bergkamerad gibt es ein Kletterbild vom Südgrat, ein Freund hat ihn auch schon gemacht, über tausend Höhenmeter und noch mehr Kletterstrecke soll er aufweisen... Der Morgen ist heiß und ich bin an demselben gerade in's Gebiet gekommen. Nur ein Dummkopf klettert bei dieser Hitze südseitig. Schön Zeit lassen! — Wenn du nachmittags einsteigst, reicht es auch noch bis zur Biwak Schachtel. Aufstieg in brütender Hitze zum Kar der Jausengrube. Ein Steiglein mit uralten blauen Markierungen führt durch den Schutt. Der Mittag ist nun bereits längst vorbei - jedoch: Der untere Südgrat begeistert überhaupt nicht und ich beschließe, das Kar in Richtung Grimmingtor hinauf zu steigen. Beaugapfelung der Zinnoberwandrinne. Die könnte schön sein, aber eigentlich bin ich ja wegen des Südgrates hier... Ich mache nun eine etwa fünfhundert Meter lange Einstiegs Variante zum Südgrat und erreiche diesen vor dem Aufschwung des Liegerecks. Auch nicht Besonderes. Weiter. Monotone Kletterei ohne Höhepunkte - und langsam wird es recht abendlich. Zur Biwak Schachtel komme ich heute nicht mehr. Solche Grate sollte man doch nicht erst am Nachmittag beginnen. Der nächste Tag. Am Gipfel höre ich vom Tal herauf die Kirchenglocken läuten. Ich habe keine Uhr mit und vermute, dass es das sonntägliche Vormittagsgeläute ist. Abstieg über den gewöhnlichen Weg nach Trautenfels. Diese Wandstufe hat's doch damals im Winter überhaupt nicht gegeben ...., wahrscheinlich ist zuviel Schnee gelegen.... Trautenfels: Es ist 9 Uhr vormittags. >
1985Hervorragende Genußkletterei ohne Leerläufe über 700 Meter Felshöhe. Das gibt es doch zwischen dem Damberger Weg in der Multereck Nordwand und der Nordostwand des Berges noch eine breite, unbegangene Wandfläche. Ja, ja — schon gut! Trotzdem mache ich mit der Familie eines Tages von der Triebental Hütte aus sie ist jedes Jahr für einige Wochen unser Familien - Sommerquartier mit dem Auto einen Ausflug rund um den Grimming. Ein Feldstecher leistet mir dann beim, aus verschiedenen Blickwinkeln, durchgeführten Wandstudium ausgezeichnete Dienste. Das Ergebnis des Studiums: Also links, am die Nordwand begrenzenden Pfeiler, gibt's zu viele Latschen: Der zentrale Wandteil sieht sehr schwer aus, aber etwas rechts davon sehe ich eine Möglichkeit, bis zum Ausstieg des Damberger Weges in selbständiger Routenführung empor zu steigen ... Einige Tage später stehe ich unter der von mir gefunden Möglichkeit. Gemischte Gefühle. Gar so leicht sieht das gar nicht aus - aber eigentlich wolltest du doch ... Also kletterte ich, jedoch nicht lange. Leicht ist es nicht und ich habe mir es anders vorgestellt. Nachdem ich den dritten Haken geschlagen habe, verzichte ich dankend und seile mich wieder ab. Ich sitze im Schutt und bin etwas verdrossen. Was soll ich jetzt machen? Zum Heimgehen ist's mir noch zu zeitig - und mich freut zur Zeit gar nichts. Also bummle ich unter dem Wandfuß entlang nach Osten. Jetzt stehe ich unter dem zentralen und so schwierig vermuteten Wandteil. Da geht's doch! Das ist doch kletterbar! Ein glatter Einstiegsriß, dann Klettern, Klettern, Klettern. Kein Schutt, nur eisenfester Fels - und das nicht zu schwierig. Nach ungefähr 200 Metern gibt's mir bildlich gesprochen einen Schlag in's Hirn: Das gibt's doch nicht, das ist ja die reinste Genußkletterei und nirgends besonders schwierig — und das in einer völlig abweisenden Wand! Hoffentlich geht's so weiter! Eine kleingriffige Verschneidung soll die Schlüsselstelle bilden, ungefähr 300 Meter ober dem Wandfuß gibt's den ersten kleinen Schuttfleck. Nach weiteren 200 Meter stehe ich in einer Scharte und betrachte das Gelände. Bis jetzt war alles ideal — soll jetzt das dicke und übliche Grimming Ende kommen? Es kommt nicht. Nach ungefähr achtzig Meter Latschenkampf setzt sich die Genußkletterei, wenn auch leichter, fort. Das Gelände ist jetzt dem am Kederbachweg in der Watzmann — Ostwand ähnlich. Der Ausstieg. Vor zweieinhalb Stunden bin ich in die Wand eingestiegen. Und jetzt? Der Abstieg über den Normalweg zurück zur Nordseite scheint mir zu zeitraubend und ich wähle deshalb den Dambergerweg in der Nordwand als Rückweg. Vor etwa 20 Jahren bin ich ihn hinauf und gar so schwer wird der ja nicht sein ... Wie die Erinnerung trügt. Bald stehe ich an einem glatten Riß und schlage einen Abseilhaken. Das Seil reicht gerade bis zum nächsten Absatz. Wo ich da damals herauf geklettert bin weiß ich nicht mehr - die Erinnerung läßt aus. Weiter. Wieder schlage ich einen Abseilhaken ... Also für den wahrscheinlich in Zukunft üblichen Begeher meiner neuen Route möchte ich den Dambergerweg nicht als Abstieg empfehlen. Nach zwei Stunden sitze ich am Wandfuß und trinke aus der Feldflasche. Ich bin glücklich und zufrieden. Schutt und zuletzt schwellender Waldboden bringen mich zum Auto. Österr. Alpenzeitung Mai / Juni 1985 von Peter Holl Herr Holl ist Verfasser vieler Führer, er wurde als Schirmherr bei der Wanderer Lesung 1995 in der Hochgolling Nordwand geehrt. >
1985
Was
dir mein Blick verschweigt,
Ehe Karl Resch ganz
hinüberschlummert in eine bessere Welt, muß er an seine alte
Mutter denken. Jetzt wo er sterben soll, jetzt eilen seine Gedanken zu
jenem Menschen, der ihn einst unter Schmerzen sein Leben schenkte, zu
seiner lieben Mutter. Im
Geiste sieht er sie wieder wie einst:
An der Hand der Mutter geht er über blühende Wiesen, er
hört die liebe, traute Stimme, wie sie ihm das Liebe zur Natur,
zur Heimat lehrte und spürt, wie sie, mit ihren weichen, lieben
Mutterhänden, ihn über das von lauen Frühlingswinden
zerzauste Bubenhaar strich. Während ihm in Wirklichkeit der
Grimming Sturm Eiskristalle ins Gesicht schlägt.
Er sieht die blühenden Bäume rund um`s Vaterhaus, er riecht den frühlingshaften Duft der heimatlichen Wälder und hört den abendlichen Sang einer Amsel vom Wipfel des blühenden Apfelbaumes. Immer leiser wird die Musik, sie klingt ihm jetzt wie das Säuseln eines lauen Abendwindes im Mai. Verschwommen nur sieht er jetzt noch das Bild seiner Mutter, es ist ihm als ob sie ihm zum Abschied noch einmal die Hand reichen würde und als ob Tränen, aus den unsagbar traurigen Augen glänzten. Langsam wechselt das Traumbild: Er sieht eine grüne Alm! Glockengeläute der zur Hütte ziehenden Kühe wird leise hörbar und in nie gesehener Pracht zaubert die scheidende Abendsonne auf die Felswände im Hintergrund, das zauberhafte schöne Alpenglühen. Wie blutübertüncht leuchten die Felsen, dann wie glühende Steine, die er einmal beim alten Kalkofen am Toplitzsee, aus dem Feuer leuchten sah. Ganz warm ist ihm jetzt! Vor einer Almhütte sitzen junge Menschen, Zitherklänge werden hörbar. Burgl, seine Frau eilt ihm entgegen, er greift nach ihr, will sie umarmen, da schwindet das Bild wieder langsam wie ein Nebelgebilde. Die Zitherklänge verstummen, das Alpenrot verblaßt, er schließt die Augen, ganz still und dunkel wird es rings um ihn. Der Bergführer Karl Resch schlummert hinüber und das Herz eines prachtvollen Menschen hört auf zu schlagen. Helden im Fels Albrecht Gaiswinkler Gipfelbuch Grimming Auszug ÷
DER
WILDE JÄGER 9.3.6.1
Es
war eine wunderschöne Nacht, in der Talniederung flaumte der
Dunst. Kalt strich der Wind vom Schartenspitzgewänd, der Mond zog
seinen Schein wie eine fahle Fackel. Je schöner der Morgen des
heiligen Fronleichnams aufging, je mächtiger der Grimming aus dem
Saum des Waldes ragte, um so besser fand sich ein armes, ruheloses Herz
zurecht. Es läutete die heilige Glocke der Irdninger
Kapuziner zur Frühmesse, wie Stoßseufzer zog ihr Klang
entlang der Felsenaltäre. Eine schwarze Blutkruste bedeckte
Reginas Lippen. Flüchtig hörte sie von fern, kaum vernehmbare
tiefe Töne.
Da
erblickte sie die weiße
Gamsgeiß mit den goldroten Augen, über die Wand stürzte
ein Wasserfall und besprengte Regina. Nun hörte sie
auch die Öblinger Glocken. Heute hätte unsere Hochzeit sein
sollen. Sonderbar, viele Blumen öffneten ihren Kelch. Sie schienen
wie hingestreut den Totenstein zu schmücken. Gleich darauf
klingelhell die St.Martiner Glocken. Sie lief und lief, schaute sich
aber nicht um. Ein roter Schaum dörrte um ihren Mund. Ihre Augen
starrten ohne Ausdruck zum steinigen Tor. Martin hatte schon die
Todesfähle im Gesicht. Wie ein Heiligenschein zeigte sich
die Sonne. Regina kniete und hielt ihrem Buben den blutenden Kopf. Arme Seelen
müssen viel Leiden, weit mehr als sie im Leben
gelitten haben. Da lallte er das letzte mal mit schwerer Zunge Gib dem
wilden Jäger auch ein
Tröpfchen Weihbrunn. Indes ein
blasses Wölkchen
hoch und immer höher aufstieg, bis es dann über dem Grimming
flockenzart erlosch.
DAS BETTLMANDL 9.3.6.2 Hochsattlerin,
gell,
die Geschichte vom unsinnigen Jäger ist eine Lüge und es ist
kein
Schatz drinnen im Grimming? Du mußt sie nicht glauben, sprach
sie, ich weiß von mehreren die es probiert haben, die goldenen
Zapfen hinter dem Tor zu holen, aber keiner ist zurückgekommen.
Grau und hager stand sie vor
dem runden Monde, zerlutschte ein Wermutskraut zwischen Zunge und
Gaumen und schwabbelte mit dem Speichel.
Aber Türe ist sicher keine im Grimming sagte der Bub. Zwei sind`s, sprach die Weibin und setzte sich, herüben auf der Sonnseite eine steinerne, drüben auf der Schattenseiten eine eiserne. Zeitenweise gehen beide auf, dann kugeln lockere Gesteinsbrocken daher. Alle Jahre um die Sonnenwende kam ein alter Bettelmann nach Mitterndorf. Derselbige hat weiter nichts getan, als auf dem Grimming Steine gesucht und wenn er mit dem vollen Rucksack an den Brentlerinnen Sennerinnen vorbeikeuchte, mußte er viel Gespött erleiden. Da war aber einmal eine die noch jung, witzig und voll Neubegier war. Die wollte ihm die Zunge lösen, sie tischte ihm Milch und Krapfen auf und zuletzt einen scharfen Schnaps mit Honig versüßt. Das Mandel wurde stante pede rauschig und sagte, so ein Stein von der Größe wie du ihn aus Mutwillen deiner Glockenkuh nachwirfst, ist mehr wert als die ganze Kuh. Die Dirn erzählte es allerorts, die Leute lachten sie aus, niemand glaubte ihr, da befiel sie der Trübsinn. Sie ging zu Zeiten, wo das Vieh längst abgetrieben war, auf den Grimming Steine suchen, bis sie einmal im Neuschnee erfror. Das alte Bettelmandel aber hat sich nie mehr blicken lassen. Es
war
als schwimme die Hütte langsam in den Mondschein hinaus. Dich
schüttelt`s, sagte die Hochsattlerin. Das
war der Teufel, sprach der Bub und es rann ihm kalt über den
Rücken, er schaute sie an und seine schieferbläulichen Augen
waren wie unergründliches Wasser. Erzähl`
mir noch etwas vom Grimming, bettelte
der Bub. Die
Hochsattlerin konnte sich nicht helfen: Sie hatte den armen
verluderten Kerl
gern und
entsprach seinen Willen. Es waren einmal zwei Hirten gewesen, diese hat
es um den Schatz gelüstet, fuhr sie fort. Am Peter- und Paultag,
ließen sie sich von einem Hüterbuben zur Jausengrube
führen. Das steinerne Tor stand offen, da sagten die zwei
Halter zu dem Kinde, es solle hineingehen und spähen wo der Schatz
wäre. So,
sagte er, mit dem Körper jäh in die Höhe fahrend und
jetzt die Geschichte vom wilden Jäger. Die Keuschlerin
spürte mit klugem Sinn, dass sie schon zuviel geredet hat, ihr
fiel das Gemunkel der Leute ein, sie verstand es plötzlich, es gab
ihr einen Stich in der Brust - der wilde Jäger war der Vater des
Buben, trotzdem sagte sie unschuldig: Der Jäger ist
abgestürzt und alles andere ist eine Mär, überhaupt
sind`s lauter Mären die ich dir erzählt habe. 9.3.6.5 GOTTES
Huld und der
Menschen Gnad Ein
Kreuz am Grimmingsaum
mit vergilbter
Schrift in Paula Groggers Grimmingtor 01.01.85:
In der Neujahrsnacht
verschied die Öblarner Dichterin Paula
Grogger im Alter von 91 Jahren. Mit der
Familiensage Das
Grimmingtor und mit dem Theaterstück Die Hochzeit
Erzherzog
Johann lernt als Hochzeitsgast, seine
spätere Frau, die Postmeisters Tochter
Anna Plochl kennen, wurde sie bekannt.
9.3.6.6
Grabinschrift
von
Der
Kanzleidirektor in Ruhe August Krainer,
Initiator des Komitees für die Errichtung des Karl
Reiterer Denkmales, hielt die
Begrüßungsansprache und konnte unter anderen besonders die
Enkelin von Karl Reiterer, Frau Gertrude Haisl
aus Graz, weiters Herrn Bruno Mayer
aus Wien, ein begeisterter Anhänger von Karl Reiterer - und der
die Anregung zu dieser Feier gegeben hat, begrüßen. Als
Bergsteiger hat dieser im Jahre 1985 auf dem 2351 m hohen Grimming, mit
Bergkameraden und der Öblarner Bergmusik, eine Gipfelfeier mit
einer Karl Reiterer Lesung abgehalten. KARL REITERERS 51. TODESTAG 9.3.7.1 Am
Samstag, dem 17.August 1985 findet um 11:00 auf dem 2351m hohen Grimming
eine Gipfelfeier statt. Bei der
Gipfelbuchlesung werden auch Worte des Dichters Karl
Reiterer zu hören sein. Ein Verehrer von Karl Reiterers
Werken, Bruno Mayer
aus Wien, schrieb kürzlich u. a.: Am 25
Dezember 1984 hatte ich Gelegenheit, meiner großen Bewunderung
für Karl Reiterer Ausdruck zu verleihen. In seinem 50. Todesjahr
konnte ich an seinem, von dem Bildhauer Carl Hermann geschaffenen,
Denkmal in St.Peter im Sulmtal, Latschenzweige vom Grimming hinterlegen.
Weststeirische
Rundschau
1985 MEIN
GOLDENES STEIRERLAND 9.3.7.2
Karl
Reiterer Wer im Sommer oder
an
reinen Herbsttagen auf der Straße von Trautenfels nach St. Martin
fährt, hat den Steinriesen Grimming rechts neben sich. Goldiger
Sonnenschein überstrahlt die hellgrauen Wände. Die
Grimmingtür, eine sagenhafte Steinbildung, ist deutlich sichtbar. Es
hieß im Volksmunde: Wenn der letzte
Moar im Steinkeller gestorben ist, soll sich an einem Fronleichnamstag,
die Tür öffnen. Die letzte Besitzerin des Hofes ist
längst tot, die Tür aber
hat sich noch nicht geöffnet. Das Talerfeld, die Talerhalt, das
Schaffeld, die Strahleiten, das Schopffeld, die Stockwiesen, das
Ochsenreich, liegen in ihrer alten Lieblichkeit sonnenbestrahlt um das
Gut. DER WILDERER VOM GRIMMING 9.3.8 Am Waldsaum des Weg von Kulm auf die Stribing steht ein Marterl: Darauf ist ein Wilderer, der mit erhobenen Händen rücklings von dem Jäger erschossen wird, zu sehen. Dahinter steht der Kruzifixus in hoch auflodernden Flammen. WILDERERSCHICKSAL, Not
oder
Leidenschaft? 9.3.8.1 Nun
ist
es gut 70 Jahre her seit er viel am Grimming unterwegs war, sein Blick
gleitet über sein Steinrevier. Der Wilderer alias Windl Franz
aus dem
Hinterbergischen, die Steige kannte er noch ebenso wie
die Einstände der Gams. Jäger und Gendarmen hatten
damals längst ein mißtrauisches Auge auf ihn geworfen, waren
aber dem schlauen Burschen nicht auf die Schliche gekommen. Die
Gamsböcke hatten es ihm angetan - krachte irgendwo am Grimming ein
Schuß, so konnte es nur einer von Windl sein. Es war
später Vormittag, mit weitausgreifenden Schritten lief
der Windl vulgo Burghauser seinem am Hang gelegenen Berghof zu. Seine
Frau werkte gerade mit einem Trankeimer herum als er ankam: Machs
schnell Mutter! Häng
drei weiße Leintücher auf, du weißt schon wegen dem
Franzl. Wilderermuseum
Siehe
auch Wilderer
Rebellen der Alpen von R.Girtler in Lyrik & Prosa
>anno
300 n. Chr.
Römische Legionäre entdeckten das heilkräftige Wasser in
Grubegg bei Mitterndorf. Nachweis
Münzenfunde 1842 Bei
Grabarbeiter an der Quelle fand
man den Römerstein mit 3 Quellennymphen. Das Original ist im
Joanneum, ein Abdruck befindet im Museum Strick, in Mitterndorf 1874
Der Wunderdokter Franz Vitzhum verfaßt eine Schrift über die
Heilerfolge der Therme. 1898 Thermen - Quellenneufassung Die Therme
kommt aus 600 m Erdtiefe mit 26 Grad an die Oberfläche. Erkrankung
des
rheumatischen Formenkreises, Polyarthritis, Gelenks und
Skelettabnützungen, Wirbelsäulenerkrankungen, bestimmte
Hauterkrankungen und Ekzeme, Lähmungfolgen,
Kreislaufschwächen, Durchblutungsstörungen und Neuralgien. Das
Hinterbergtal ist eingebettet zwischen Dachstein, Grimming und Totes
Gebirge. Riffkalk und Dachsteinkalk des Kammergebirges setzen sich
über die durch eine Querstörung in ihrer Anlage
begründete Erosionfurche der Salza in den Grimming fort, massige
Riffkalke im Steinfeld, gebankter Dachsteinkalk im Hohen Grimming.
Im Aufbau der Schartenspitze deutet sich schon die Schichtung in 20 bis
30 Meter mächtigen Platten an, in der Scharte ist der Riffkalk vom
geschichteten Dachsteinkalk flach überlagert, von der Gipfelkuppe
aber wölben sich
die Platten des Dachsteinkalkes immer steiler hinab, bis sie zum
Schluß im 60 Grad geneigten Tafeln zu den Schutthalden
abschießen. Eine Novität ist die Bücherei und das Archiv, dickleibige in Leder gebundene Folianten, wertvolle Bücher der Vergangenheit, Dokumentationen, heilige Schriften anno 1554 und 1558, ein Arzneibuch aus dem Jahre 1718 und vieles mehr. Auch am Grimming vom Verfasser gefundene Exponate befinden sich bei Herrn Strick: Ein in der Lärchkogel Schlüsselstelle gefundener Schleifer Wetzgerät zum schärfen von Messern und ein Schi von der ersten Grimming Winter Erstüberschreitung der Brüder Salfellner. Zuletzt! Nicht nur weil dann immer das Beste kommt! Sondern auch weil es hier die einzige Grimming Chronik gibt, ist dies besonders hervorzuheben. Auszüge aus dem Heimatbuch 1972 von Bad Mitterndorf. Eine Gabe des Hr. Strick
Nur wenige
Berggestalten unserer Alpen prägen sich so tief in die Erinnerung
des Menschen ein wie der Grimming. Mächtig erhebt er sich aus der
Talsohle, zuerst in sanften Matten hinauf zu einem breiten Saum von
Laub- und Nadelnwäldern, um dann jäh und steil mit seinen
Schutthalden und Felswänden emporzustreben. Er steht allein,
daher wirkt er, von welcher Seite man aus ihn
auch immer betrachtet, als ungewöhnlich hoher Berg, ein Eindruck,
der in der mittelalterlichen Bezeichnung Mons Styria altissimus
seinen
frühen Niederschlag findet. Der Grimming wurde durch den
Roman von Paula Grogger, Das Grimmingtor, der
in den dreißiger Jahren erschienen ist, weit über die
Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt. Aus
dem Buch "Rund
um den Grimming"
Leykam 1967
Und wieder
sitze ich vor den grauen Wänden des Grimming, der drei Jahre lang
für mich geschwiegen hat. Oder mir nur ganz selten über die
Schulter gesehen hat –
im fernen Dunst der Höhe, in Amt und
Pflicht und Ruck und Pfiff meiner Lebenskleinbahn. Und hat doch
auch sein
Leben gelebt wie ich, nur unendlich größer, freier, aus den
Tiefen der Gewalten, die ihn vor Urzeiten empor gepreßt,
geschoben, zur Sonne gereckt. Und ihm langsam Mantel
und Glieder füllten mit den ersten Keimen organischen Lebens, mit
Blühen, Fruchten und Welken durch Jahrtausende. Und ist
immer stumm
geblieben und gleichmütig, auch unterm wechselnden Kleid, das ihm
Schneestürme, Wetterschauer, Wind und Hagel und die unendlichen
Nebelschleier über die nackten steinernen Schultern geworfen. MONS STYRIAE ALTISSIMUS 9.3.12
Den
alten Geographen geht es wie den Bergsteigern,
die die Meereshöhe eines Gipfels nur insoferne beachten, wenn sie
ihnen einen Zwei-, Drei- oder Viertausender anzeigt, im übrigen
aber den Berg nur nach seiner Höhe über dem Tale
einschätzten. Ein Musterbeispiel eines Berges, der aus
sich etwas zu machen versteht, ist der Grimming im Ennstal. Gut 1700 m
erhebt er sich über dem Tal, auf dessen moorige Wiesen er steil
und unvermittelt absetzt. Eine meilenbreite Ebene erlaubt es, ihn ohne
störende Verkürzungen zu betrachten, so dass sich auch die
oberen Lagen gewaltig emporrecken und sich Berg über Berg
türmt. DIE SCHNEIDIGEN JÄGER 9.3.12.1
Zum
Schluß sei noch einiges über die von schneidigen Jägern
gemachten Aufstiege gesagt. Die Besteigungen über das Eisentor auf
das Krautschwellereck und durch die Steinfeldrinne auf das Steinfeld
sind beide schwierig. Noch schwieriger ist zweifellos der durch die
Schartenrinne, die von Jägern schon in beiden Ästen
durchstiegen worden sein soll. Dieser Aufstieg auf den Kleinen Grimming
dürfte, dem durch die unbenannte Schlucht in der Südwand, an
Schwierigkeit nicht nachstehen. Die Jausengrubenrinne wurde von
Jägern öfters durchklettert.
Sachte
öffnete sich die Krümmung des Tales und nun steigt sichtbar
über den Bergen anwachsend der gewaltige Grimming empor.
Das ist er, den unsere Vorfahren den Altvater nannten und für den
höchsten Berg der Erde hielten. Seine von allen Seiten schroff aus
dem Tale aufspringende Kegelgestalt, mit dem 2351 Meter hohen Haupte,
berückt weit mehr als etwa anderswo der, aus breitem Gebirgsstock
sich im Hintergrund unscheinbar erhebende, Dachstein oder
Großglockner. Der Tag ist
gewitterschwer und von der eben noch freien Spitze des Grimming`s sehen
wir Nebel ziehen, in wenigen Minuten das ganze breite Haupt
eingehüllt. Der
Grimming bildet den östlichen Eckpfeiler des Dachsteinstockes. Er
ist das steinerne Wahrzeichen des oberen Ennstales und wurde einst als mons
altissimus styriae bezeichnet. Der Große Grimming
entragt, als östliche höchster Punkt des 5 ½ Kilometer
langen Grimmingstockes, direkt dem Talboden des Ennstales zunächst
der Mündung des Klachaubaches in die Enns. SCHATZ IM STEINERNEN TOR 9.3.15 Bei
Trautenfels, an der Straße nach Radstadt, sieht man an den kahlen
Wänden des Grimming einen seltsam geformten Felsen, den sie dort
das Steintor oder das Steinerne Tor nennen, weil er von der
Straße aus einem Tor gleichsieht. Von diesem Felsen
heißt es, dass er sich alljährlich an einen bestimmten Tag
öffne. Einmal weidete ein Hirtenbub in der Nähe des
Steinernen Tores gerade an einem Tag an dem es offen stand. Er
ging neugierig hinein und sah im Berg drinnen viel Zwerge. Einer nahm
ihn an der Hand, führte ihn herum und zeigte ihm die
aufgehäuften Schätze, aber ohne ein Wort zu sprechen. Das
Wahrzeichen des mittleren Ennstales bildet der den nördlichen
Kalkalpen angehörige Grimming, der bis ins 17. Jahrhundert
für den höchsten Berg der Steiermark gehalten wurde. Er
erweckt den Eindruck besonderer Mächtigkeit, weil er unmittelbar
aus dem Talboden 1700 Meter emporsteigt. Östlich von ihm hat sich
der Grimmingbach, nach Südosten der Enns zustrebend, eingegraben,
im Westen trennt den Berg der Salzafluß durch eine tiefe Rinne
vom Gebirgsstock. Durch den Stein,
wie der Einschnitt heißt, führte hier von Mitterndorf im
Salzkammergut ein schmaler Fahrweg am linken Ostufer heraus ins
Ennstal, vor dessen Erreichung der
Fluß den schönsten Wasserfall der
Steiermark bildete. Auch
der
Grimming Bergregent 1995 Karl Reiterer ist in dem 16 Seiten Heft
abgedruckt: Wenn die Leute, heißt es,
wüßten was im Grimming für Schätze sind,
würde man ihn mit Moltern aus vollen Holz
muldenartig
ausgehakte, flache Tröge abtragen. Auszüge
vom Heft DER GRIMMING IN DER
VOLKSERZÄHLUNG
von Prof. Dr. Karl Haiding Quelle: Museumsverein Trautenfels1975 DAS
ERLEBNIS DES
DUCKBAUERN FRANZL 9.3.16.3
Im Inneren des
Grimmingberges finden sich viele wundersame Höhlen vor, in denen
die Bergmännlein hausen. Da gibt es weite Hallen, funkelnd von
Kristall und edlem Gestein; da laufen kreuz und quer
lange, marmorverkleidete Gänge, die zu den überreich
ausgestatteten Schatzkammern führen; da gelangt man
in prächtige Säle mit weißgedeckten Tafeln und
herrlichen Gold- und Silbergeräten. Harro Wödl (* 29. April 1927 in
Perchtoldsdorf bei Wien; † 5. Oktober 1977 am Grimming, Steiermark) war
ein österreichischer Segelflieger und Inhaber mehrerer
Streckenrekorde, darunter der Weltmeistertitel von 1968 in der Offenen
Klasse. Bemerkenswert ist der vielfache österreichische Staatsmeister nicht nur durch seine Leistungen im Spitzen-Segelsport und seine Teilnahme an sieben Weltmeisterschaften (1963-1976), sondern auch durch die Tatsache, dass einer seiner Arme seit seiner Jugend gelähmt ist. Wödl musste ihn immer, wenn er ins Cockpit stieg, mit der anderen Hand zurechtlegen. Harro (Harald) Wödl war seit 1955 bis knapp vor seinem tödlichen Unfall am Grimming Leiter der Segelflugschule im Ennstal. Diese im deutschen Sprachraum sehr bekannte Schule war zunächst am militärischen Fliegerhorst bei Aigen untergebracht, musste jedoch um die Jahre 1973/74 nach Niederöblarn - direkt am Fuße des Grimming - umsiedeln. Dieser gewaltige Zweitausender (2351 m), dessen steiler Kalkblock das obere Ennstal beherrscht, bot dem jungen Flieger eine ideale Schule des thermischen Segelns. An dem sehr exponierten Hausberg der Region, der sich 1700m über den Talboden der Enns erhebt, lernte Harro auch die kleinsten Anzeichen von Wetteränderungen anhand der Wolkenstrukturen zu beobachten. Diese Fähigkeit kam ihm schon bald bei den Junioren-Meisterschaften und bei späteren Wettbewerben zugute. Als Lehrer war Wödl wegen seiner Wortkargkeit und seines trockenen Humors eher gefürchtet. Wer am Flugplatz unverantwortliches Verhalten oder Egoismus zeigte, war bei ihm schnell „unten durch“ - und zog meist vor, den Fluglehrer zu wechseln. Für seine Mannschaft war er ein geschätzter Vorgesetzter. Sein Nachfolger als Schulleiter wurde Pit van Husen (bis ca. 1995). Seit 1955 dürfte die Segelschule an die 10.000 Segelflieger ausgebildet haben, von denen ein hoher Prozentsatz den Sport ernsthaft weiterbetrieb. Qelle HEISSE
LIEBE ZU KALTEM STEIN 310704
![]() Als kleiner Junge war Franz Zeiringer schon beeindruckt, wie die Stein- und Schneelawinen Richtung Tal herunter donnerten und so kam er auf die Idee "seinen" Grimming doch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur mit so an die 15 maligen Besuchen, sondern auch mit einer Art Ahnenforschung rund um Geschichten und Fakten zum Thema Grimming. Im Alter von 11 Jahren bezwang der Klachauer mit seinen Freunden zum ersten mal das Kalkmassiv. Seit damals sammelt Franz Zeiringer alles über den "Mons-Styriae Altissimus" den Berg der Steiermark, wie er auch genannt wurde und weiß einiges über ihn zu berichten. Der
höchste Berg der
Alpen
"Aus dem
Ennstal
ragt der Grimming mit einer 1600 Meter – Wand so steil empor , dass man
ihn im Mittelalter für den größten Berg der Alpen
hielt,
jährlich pilgern viele Bergsteiger auf den Grimming. Leider gibt
es dabei auch immer wieder Tragödien", so erzählte
Franz Zeiringer. Zuletzt war im August 2001 ein Amerikaner beim
Freiklettern 100 Meter abgestürzt.Die erste Besteigung erfolgte vermutlich im späten 17. Jahrhundert von der Klachauer – Seite. Es besteht die Vermutung, dass es Gamsjäger waren, die den Grimming von verschiedenen Seiten erstbestiegen haben. Im Zuge der Katastralvermessung erstieg im Jahre 1822 Oberleutnant Baron Simbschen den Grimming und errichtete eine hölzerne Pyramide als Vermessungszeichen, sowie eine kleine Unterstansdhütte aus Stein. Sie diente als Untzerkunftsstätte während seiner Vermessungsarbeit. Der Bergführer Paul Kesch soll am 29. Juni 1879 bereits das 100. mal am Grimming gestanden sein. Der Anstieg von Trautenfels durch die Schneegrube direkt zum Gipfel gelang Heinrich Hess im Sommer 1886. Es gibt’s unzählige Geschichten um den Grimming ich versuche sie alle auf meiner HP unterzubringen und hoffe auf noch mehr Informationen, so der 61 – jährige Grimming Franz. Quelle Ennstaler Woche 270504 –Rosch-
Vor
Millionen von Jahren wogte ein riesiges
Urmeer und auf seinen Grund lagerten sich unzälige Schalen von
Kleintieren ab. Und dann zog sich das Meer zurück und die
Ablagerungen wurden zu Gestein. Als sich die Kontinente massiv
bewegten, wurden die Gesteinsschichten übereinander geschoben und
weit
in die Höhe gepresst. So entstand der Grimming Mons-Styriae
der Berg der
Steiermark Mons
Styriae altissimus
der Größte. Der Grimming 235m ein massiver
Gebirgsstock
östlich
des Dachsteingebirges in der Obersteiermark. Aus
dem Ennstal ragt seine 1600m - Wand so steil empor, dass man ihn im
Mittelalter für den größten Berg der Alpen hielt.
Geologisch
gesehen zählt er als
Inselberg zu den nördlichen
Kalkalpen, bzw. als östlicher Eckpfeiler zum Dachsteingebirge. Der
als
Dachsteinkalk wuchtig gebaute Fels, markant strukturiert, scheidet er
an der Nordweststrecke der Steiermark das Ennstal von der Region
Salzkammergut - Ausseerland.
Eine Broscchüre im Eigenverlag des Verfassers Franz Zeiringer, Ausgabe 12/2002 20 Seiten Din A4 mit 36 grösstenteils Farbbildern - einige Auszüge stammen aus meinem Grimmingbuch. Der Grimmingfranz> hat hier einen Teil seiner HP Bausteine zu einer lesenswerten historischen Schrift, die den Grimming Freunden gewidmet ist, zusammengefasst und er hat auch die DOKU Lärchkogelanstieg fotografiert. Am
Samstag in der
Früh erfuhr ich von der
Spitaleinlieferung des EVG Wanderfreundes Franz Graner, dies war
auch die Ursache der Absage seiner Wanderveranstaltung in Admont.
Es ergab sich für mich ein unerhoffter Freiraum für den
Grimming, mit dem Grimmingfranz und seinen Gästen aus Wien: Vater
Josef mit Sohn Pepi beabsichtigten wir uns mit der Wegkennzeichnung des
Multereck Lärchkogelanstieges zu beschäftigen. Durch
die Klimaerwaermung treten
stärkere
Latschenwucherungen auf - als jemals zuvor, deshalb hatte
der Krummholzritt
bergaufwärts seine ganz besonderen Reize. Der
Lärchkogelanstieg wäre sonst der felsenloseste Leichtanstieg
des
Grimmings, allerdings war ich in den letzten zehn Jahren, laut
meinem Wandsteigbuch an der Schlüsselstelle, der Einzige der
diesen Weg beschritten hat.
Unser Intermezzo begann, durch einen Irrtum von mir mit einem falschen Wandeinstieg und einem depremierenden Rückzug, trotzdem liessen mich meine Kameraden nicht im Stich, ganz im Gegenteil im oberen Bereich waren Sie sogar weit voraus. Am Multereck entschlossen wir uns, statt der Weiterwanderung zur Biwakschachtel am Grimminggipfel, für den Abstieg am Normalweg zur Grimminghütte. Etwa auf halber Höhe biwakierten wir, es war allerding eher ein Ruhen als ein Schlafen, plötzlich witterte Franz den aufkommenden Regen, ich hatte allerdings nichts wahrgenommen, wir zogen es vor noch im trockenen aus der Wand heraus zu kommen. Als ausgesprocher Ausrüstungsmensch gab es für mich ein Erfolgserlebnis, ich hatte mein Seil nicht umsonst mitgenommen - und überhaupt ist die Sicherheitausrüstung, auch wenn sie nicht benötigt wird, in den Bergen niemals umsonst. Den letzten Wandausstieg hätten wir vier Mann, mit einer Kleintaschenlampe als Beleuchtung in dunkler Nacht ohne Seilsicherung nie riskieren können. Der Grimming entliess uns gnädig, wäre das Wetter uns nicht gut gesinnt gewesen - so hätte aus unserer besinnlichen Wanderung leicht ein Himmelfahrtskomando werden können. Bei der Grimminghütte legten wir wieder eine Biwakpause ein, jeder versuchte sich auf seine Weise von den erlittenen Strapazen zu erholen, ich schlief regengeschützt unter dem Tisch vor der Hütte. Der Niederschlag hörte nicht auf - er wurde sogar immer stärker und er hat letzten Endes dann auch zu dem verheerenden Hochwasser geführt. Dass sich Jäger, Förster und Wanderer auch verstehen ergab die Geselligkeit im Nachbarhaus des Grimmingfranzes. Der aus dem salzburgerischen gebürtige Förster Herbert steht mit der Jägerin Karin aus dem Ennstal, die auch ausserhalbe des Revieres einen schönen Anblick bietet, in ehelicher Zweisamkeit. Später kam dann noch der Grimming Quellenmeister dazu, ich erfuhr auch einiges über die Wichtigkeit der Grimmingquellen für die Trinkwasserversorgung. In letzter Zeit kommt es wegen der unregelmässigen Jahreszeiten vermehrt zu Quellentrübungen. Irgendwann forderte die durchwanderte Nacht im Zusammenwirkung mit dem Schnaps ihren Tribut, und so endete eine vom Anfang bis zum Ende gelungene Grimmingbergfahrt im Reich der Träume. Sa10.08.02
Sonne
auf Multereck 11.08.02
beginnender Dauerregen Nachtabstieg mit Biwakpausen
Normalweg Grimminghütte Untergrimming zum Ausgangspunkt mit Josef,
Pepi u. Franz <6>
Liebe Armanda und Franz, nochmals herzlichen
Dank für Speise Quartier und Trank. Anbei
zwei
Das
Ergebnis
ist eine permanente jährlich, jeweils am Samstag vor dem
Maria Himmelfahrtstag,stattfindende der Nordwand vom Kulm. Der Strich am zweiten
Bild ist ein Grashalm. Ich komme eben vom Grimming
zurück, allerdings war ich nur etwas über dem Nordwandfuss
und als
Abschluss am Kulm. Die Ursache der Reise war das 1. Franz
Zeiringer Treffen im
Klachauer Grimmingstüberl.Toni Adam Gedenkwanderung Grimming Lärchkogel diesmal am 11.August 07:00 von der Pürgger Abzweigung. Grimmingstubenwandsprüche
Mag
draussen die WELT
ihr
Wesen treiben, mein Heim soll meine Ruhstatt bleibenWenn du noch eine MUTTER hast sollst du sie mit Liebe pflegen, damit sie einst ihr teures Haupt getrost dann kann zur Ruhe legen EINER spinnt immer, wenn zwei spinnen ist`s schlimmer Guter MOND, wenn ich dich sehe, denk` ich an meine Plage du bist im Jahr nur zwölfmal voll doch ich fast alle Tage C
H R O N I K 9.03.01.2004
Errichtung Grimming
Kaiserkreuz 08.09.1903 Träger
und Stifter Grimming
Kaiserkreuz Quelle: Franz
Zeiringer
>![]() ![]()
Quellen
Liezner
Bezirksnachrichten
01/02/2003 von Guido
Grundner Franz Zeiringer
vlg .Grimming Franz >
ERSTE
SONNWENDFEIER
GRIMMING 1934>
Das
herrliche Schauspiel des
Sonnenuntergang´s lohnte unsere Mühe. Als der rote Feuerball
am
Horizont versank, schien es als ständen alle Berggipfel in
Flammen.
Nach dreiviertel Stunden erreichten wir den Hauptgipfel und noch vor
9:00 flammte, nach altem deutschen Brauch, unser Feuer auf; das erste,
das je am Grimminggipfel war. Toni Adam
|
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