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m.bruno@gmx.at   1120 Wien Andersengasse 23/29/1 
 
*1958 in Wels lebt in Ried - Innkreis. *1953  Wien, Zetteldichter.
 
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FÜSSEL 2012 Der Hurensohn 03 2011 Leidenschaft - Lob_der_Eifersucht 02
 
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ÖNB - 1v3 | Literatur  Bodenlyrik - Gespräch - Kunsthausgericht - Pflückbaum - Pflückbuch - Polizeiprotokoll Politk Gerechtigkeit - Wien Kultur  | Category 21  

     
  FÜSSEL DIETMAR
  Biographie  Leitgebstr. 4/24 4910 Ried im Innkreis Österreich Tel: 0043/(0)7752/70587
  Geb. 23.01.1958 in Wels. Von 1973 bis 1977 Schüler am Stifts Bymnasium in Lambach, 1977 Matura. Zwischen 1977 und 1982 diverse Studien in Wien und Linz Germanistik, Pädagogik, Psychologie, Französisch, Holländisch, Spanisch, Suaheli, Päd. AK  und Jus, sowie ausgedehnte Reisen per Autostop durch Skandinavien, Frankreich und Südeuropa.
  Von 1983 bis 2001 Lehr- und Wanderjahre in der Schule des Lebens. 2002 Im Zuge von Roman Recherchen Reise nach Kairo und Jordanien, Syrien und Kappadokien nach Hattuscha Hauptstadt des Hethiterreiches. Seit 2003 nicht mehr verheiratet, sondern geschieden, eine Tochter, lebt als Schriftsteller, Bibliothekar, Läufer und Aktionskünstler in Ried im Innkreis.

  Publikationen Eden^ Gelsomina^ Der Hurensohn^  Wanderer 32 > Etzwa 800 Veröffentlichungen in Zeitschriften, Tageszeitungen und Anthologien sowie im Hörfunk.

Der Mutige

  Als der Chef eines Morgens schlecht gelaunt das Großraumbüro betrat und eine völlig haltlose Beschuldigung gegen dessen Insassen aussprach - er bezichtigte nämlich sämtliche Anwesende der Schlamperei, weil er die Abrechnungen jener Abteilung am Morgen nicht auf seinem Schreibtisch gefunden hatte - wagte es der Buchhalter Maier, den Chef darauf aufmerksam zu machen, dass er, der Chef, jene Abrechnungen am Vortag sogar persönlich aus seinen, Maiers, Händen entgegengenommen hatte, um sie in die oberste Schublade seines Schreibtisches zu legen.
  Wutschnaubend verließ der Chef das Großraumbüro, worauf Maier von all seinen Kollegen beglückwünscht und zum Helden des Tages ernannt wurde.
Als Maier am darauffolgenden Tag gut gelaunt das Großraumbüro betrat, fand er auf seinem Schreibtisch einen Besen, einen Scheuerlappen, einen Eimer und einen Brief des Chefs, in dem dieser ihn vor die Alternative stellte, entweder in Zukunft den Putzfrauen bei der Arbeit zu helfen oder aber zu kündigen, worauf er von all seinen Kollegen verhöhnt und zum Absteiger des Tages ernannt wurde. Sic transit gloria mundiSo wandelt sich der Ruhm der Welt.

  Homo homini lupus. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Ein Zitat des Römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca. 250 v. Chr. – ca. 184 v. Chr.). 
  Agricola ancillam amat. Der Bauer liebt die Magd.
  Excrementum!!! das Ausgesiebte, der Abgang, Kommentar des Buchhalters Maier zu seiner Degradierung.
  Non scholae sed vitae discimus. Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. ist ein Seneca-Zitat (epistulae morales ad Lucilium 106, 12)

Der Versoffene
  Ich bin von Beruf Maler und Anstreicher.
  Manche meiner Kunden werfen mir vor, dass ich während der Arbeit zu viel trinke, aber diese Leute verstehen eben nichts von der Materie.
Wie jeder weiß, hat Farbe, solange sie noch nicht trocken ist, einen unangenehmen, beißenden Geruch, der den Hals austrocknet, wenn man ihm für längere Zeit ausgesetzt ist.
  Ein trockener Hals ist aber sehr anfällig für Erkältungskrankheiten.
  Dadurch, dass ich ihn ständig befeuchte, erspare ich mir also so manchen Krankenstand.
  Zu Beginn meiner Laufbahn ist es noch manchmal vorgekommen, dass ich so betrunken war, dass ich von der Leiter gefallen bin.
  Dieses Risiko gehe ich heute natürlich nicht mehr ein. Wenn ich merke, dass ich das Quantum, das ich ohne weiteres vertrage, schon überschritten habe, sodass mein Gleichgewichtssinn etwas gestört ist, steige ich herunter und trinke eben unten weiter.
  Besonders darüber schimpfen viele meiner Kunden, es stört sie, dass ich dann, statt weiterzuarbeiten, nur noch dasitze und eine Flasche Bier nach der anderen trinke.
  Ihnen wäre es am liebsten, wenn ich ihretwegen Kopf und Kragen riskieren würde, krepieren könnte ich, wenn es nach ihnen ginge, solche Arschlöcher sind das, aber nicht mit mir!
  Freilich stimmt es mich doch manchmal etwas nachdenklich, dass mir noch kein einziger Kunde, für den ich bisher gearbeitet habe, ein zweites Mal einen Auftrag gegeben hat, aber das liegt vermutlich daran, dass ich die Farbe so perfekt auftrage, dass sie ein Leben lang hält...

Die Fehlerquelle

  Chef: Herr Kindler, ich habe Sie rufen lassen, weil ich Ihnen endlich einmal sagen wollte, was ich von Ihnen halte.
  Kindler: Sie machen mich neugierig, Herr Generaldirektor: Was halten Sie denn von mir?
  Chef: Nichts.
  Kindler: Das ist aber nicht besonders viel. Und wegen dieses einen Wortes haben Sie mich rufen lassen und halten mich von meiner Arbeit ab?
  Chef: Nein, nicht nur deswegen. Wissen Sie, warum ich Sie trotzdem noch nicht entlassen habe?
  Kindler: Keine Ahnung.
  Chef: Dann hören Sie mir jetzt genau zu: In jedem großen Betrieb - und unsere Firma ist glücklicherweise ein großer Betrieb - schleichen sich manchmal bei den Abrechnungen Fehler ein.
Das ist natürlich unangenehm, besonders deshalb, weil es oft einer stundenlangen Suche bedarf, bis der Fehler gefunden ist.
Nicht so bei uns.
Wenn bei uns irgendeine Unstimmigkeit auftritt, so wissen wir sofort, wo die Fehlerquelle liegt.
Die Fehlerquelle sind nämlich Sie, Herr Kindler, wir brauchen nur nachzusehen, welchen Teil der Arbeit Sie erledigt haben, und schon ist der Fehler gefunden.
Dadurch ersparen wir uns viel kostbare Zeit, und Zeit ist, wie Sie wissen, Geld. Wenn Sie auch, offen gestanden, eine Niete sind, so kann man sich wenigstens darauf verlassen.
  Kindler: Wenn das so ist, dann verlange ich eine Gehaltserhöhung...


Eigentum ist Diebstahl

  Als der Bankier Gregor von Hampe eines Morgens frisch gewaschen, rasiert und gekämmt, mit einem Liedchen auf den fleischigen Lippen das Wohnzimmer seiner Luxusvilla betrat, war‘s um seine gute Laune geschehen.
  Er musste nämlich feststellen, dass in der Nacht Einbrecher seinem Haus einen Besuch abgestattet und einen Picasso, einen Monet und ein mit Schrauben gefülltes Präservativ von unschätzbarem Wert hatten mitgehen lassen.
  Sofort stürzte er aus dem Haus, bestieg seinen Mercedes und befahl dem Chauffeur, ihn zur Polizei zu bringen, wo er wenig später verschwitzt, doch gut gekleidet ankam.
  Der diensthabende Beamte kaute gerade an einer Schinkensemmel, als der Bankier die gute Stube betrat.
„Morn“ nuschelte der Beamte mit prallgefüllten Backen.
  „Mit vollem Munde spricht man nicht“ belehrte ihn von Hampe, worauf der Beamte sich entschuldigte und respektvoll den Inhalt seines Mundes auf die Tischplatte spuckte.
  „Was kann ich für Sie tun?“ fragte er den Bankier zuvorkommend. „Mein Name ist Gregor von Hampe. Heute Nacht ist bei mir eingebrochen worden. “
„Und? Fehlt was?“
  „Ja. Es ist furchtbar. Diese Verbrecher haben einen Picasso, einen Monet und ein ... ein wertvolles künstlerisches Objekt gestohlen.“ ‘
„Waren die gestohlenen Gegenstände Ihr Eigentum?“
  „Ja, natürlich waren sie das. Hören Sie ‚ Sie müssen die Täter finden, egal, ob tot oder lebendig, Hauptsache, ich bekomme meine Bilder und ... mein künstlerisches Objekt zurück.“
  „Was ich muss und was nicht, das haben nicht Sie zu bestimmen, sondern meine Vorgesetzten“ erklärte der Beamte streng: „Waren diese Kunstwerke alles, was Sie besaßen?“
  „Nein, natürlich nicht, aber das spielt doch keine Rolle, oder?“ 
  „Das zu beurteilen, überlassen Sie bitte mir. Wie groß ist Ihr Vermögen jetzt noch, ohne die Kunstgegenstände, Herr von Hampe?“
  „Ich verstehe nicht, was meine Besitzverhältnisse mit dem Fall zu tun haben...“
  „Mehr als Sie denken. Sie dürfen mir glauben, dass ich Ihnen diese Frage nicht aus privater Neugierde oder nur so zum Spaß stelle, sondern deshalb, weil Ihre offene Antwort uns die Ermittlungen in diesem Fall beträchtlich erleichtern würde. Also?“
  „Na schön, mir ist zwar nach wie vor nicht klar, warum Sie das unbedingt wissen wollen, aber wenn es Ihnen weiterhilft, bitte: Unter Einbeziehung aller Sachwerte beläuft sich mein Vermögen - ohne die gestohlenen Kunstwerke - auf knapp drei Millionen Euro.
  Können wir jetzt endlich wieder zum Verbrechen zurückkehren? Deswegen bin ich schließlich hier.“
  „Was heißt hier zum Verbrechen zurückkehren? Darüber sprechen wir doch gerade, Herr von Hampe. Einen Moment, ich notiere. Also drei Millionen, sagten Sie.“
  „Ja, aber hier geht es doch nicht um meinen Besitz, sondern um die gestohlenen Kunstwerke!“
  „Irrtum. Es geht um Ihr Eigentum.“
  „Nun, das meine ich ja, es geht um die gestohlenen Kunstwerke, die mein Eigentum sind.“
  „Sie verstehen mich scheinbar immer noch nicht. Die gestohlenen Kunstwerke sind für uns völlig nebensächlich, wichtig ist nur das, was Sie jetzt noch besitzen. Haben Sie denn heute noch keine Zeitung gelesen, Herr von Hampe?“
  „Nein, ich bin noch nicht dazu gekommen, als ich merkte, dass die Bilder und das künstlerische Objekt fehlten, bin ich sofort hierher geeilt."
  „Ihr Pech.“
  „Wie darf ich das verstehen?“
  „Na, wenn Sie die Zeitung gelesen hätten, dann wüssten Sie, dass sich in der Nacht von gestern auf heute die Machtverhältnisse in unserem Land geändert haben. Eine Gruppe von Leuten, die sich Anarkomos nennen, hat durch einen Putsch die Regierung gestürzt, und diese Leute sind nun mal der Ansicht, dass Eigentum Diebstahl ist.
  Ich muss Sie wegen schweren Diebstahls verhaften, Herr von Hampe. Und wissen Sie was? Sie sollten den Einbrechern sogar noch dankbar sein, dass sie Sie heute Nacht etwas ärmer gemacht haben, denn sonst würde Ihre Strafe noch härter ausfallen...“

Monatstext März 2010
MEINE HEIMAT
ist aus Papier.
Eine andere
habe ich nicht.

Ich hätte
gern eine
und habe
keine.

Ich bleibe
ein Fremder
bin niemals
‘von hier’.

Meine Heimat
ist aus Papier.
Eine andere
habe ich nicht.

Ich hätte
gern eine
und habe
keine.

Meine Heimat
ist aus Papier.
Weitere Texte unter Textarchiv
  • HUNDERT ZITATE
  • 01. Lieber ein schwarzes Schaf als ein grauer Esel.
  • 02. Ich stelle dich über alles. Du aber stellst mich ans Ende einer langen Reihe – als Anfang einer langen Reihe.
  • 03. Laubfallen – das ist ein Sterben von Glück.
  • 04. Ich, der große Jäger, erlegte den Tiger, noch bevor er bis drei zählen konnte.
  • 05. Es ist ein Fortschritt der Menschlichkeit, dass Städte vom Flugzeug aus bombardiert werden, denn das Gewissen des Bomben werfenden Mörders wird durch die Unsichtbarkeit der Folgen seiner Tat kaum noch belastet.
  • 06. Ehrlich währt’s am Längsten. Der Verschlagene kommt schneller ans Ziel.
  • 07. ‚Ein Dichter wird geboren’ sagt ein Sprichwort, und das stimmt auch, denn bisher ist nachweislich noch keiner vom Storch gebracht worden.
  • 08. Wir konsumieren Musik meistens so wie Kartoffelchips vor dem Fernsehapparat.
  • 09. Die Hoffnungen für die Zukunft werden sich nur dann erfüllen, wenn die Tatkraft größer ist als sie.
  • 10. Wenn es stimmt, dass Alkohol den wahren Charakter enthüllt, dann sind wir alle ausgesprochen kindisch.
  • 11. Wer lässt sich nicht gern bitten? Und wer ist denn nicht enttäuscht, wenn schon seine erste Weigerung akzeptiert wird?
  • 12. Was hilft es, die ganze Welt zu gewinnen, wenn man eigentlich immer etwas ganz anderes haben wollte?
  • 13. Was, wenn sich plötzlich die Tapire zu den Herren der Erde aufschwingen würden? Wir würden ganz schön blöd schauen......
  • 14. Durch Anpassung kann man sich viele gute Bekannte, doch keine Freunde schaffen. Freunde – wie auch Feinde – findet man, indem man Stellung bezieht.
  • 15. Enthaltsamkeit ist, sofern sie den Enthaltsamen belastet, eine Schwächung. Askese ist nur für geborene Asketen gesund, nicht aber für Leute,die gerne Asketen wären.
  • 16. Irren ist menschlich, erkennen unmenschlich.
  • 17. Ehrgeiz ist fast immer sublimierte Aggression.
  • 18. Für eine Mutter wird man nie erwachsen, bleibt immer hilflos und schutzbedürftig.
  • 19. Würde und Humor schließen einander nicht aus.
  • 20. Vielleicht war für die Menschen der Steinzeit die Furcht vor Raubtieren das, was für uns Kaffee ist: Ein Muntermacher.
  • 21. Wo die künstlerische Ader in einem Menschen liegt, weiß ich nicht, doch muss sie sich in der Nähe der Eitelkeitsdrüse befinden.
  • 22. Die Weisheiten flossen aus ihm wie das Bier in ihn.
  • 23. Worte sind nicht mal der Kaffeesatz von Taten.
  • 24. Es genügt nicht, zu wollen. Man muss müssen.
  • 25. Du gehst den Weg der Selbstverleugnung, doch du kehrst nicht heim, sondern drehst dich, drehst dich immerzu um Gedanken an Erlösung.
  • 26. Du wirst verlassen, nicht mehr berühren, nicht mehr hoffen, nicht vergessen.
  • 27. Geboren sein, Kind sein, jung sein, verworfen werden. Verloren sein, leben, altern, sterben, zu Erde werden.
  • 28. Schwer werden Schritte auf Treppen aus Stein, und immer ist es Abend.
  • 29. Ich werde ohne Schatten sein in einem halben Jahrhundert.
  • 30. Demokratie! Demokratie! Ein Königreich für eine Demokratie!
  • 31. Die grünen Hügel werden grau, folgen dem Beispiel der Seelen.
  • 32. Keiner, der Erfolg hat, macht das Glück dafür verantwortlich.
  • 33. Schlimm genug, dass es in unserem Land immer noch eine staatlich anerkannte Mörderschule gibt. Schlimmer, dass wir noch dazu für ihre Erhaltung aufkommen müssen.
  • 34. Nur nichts Gutes erwarten. Wenn es ausbleibt, ist man enttäuscht, wenn es eintrifft, nimmt man es als selbstverständlich hin.
  • 36. Gnade und Gerechtigkeit sind wie Wasser und Feuer.
  • 37. Langsam wie das Wasser eines Flusses am Ende seines Weges fließt das Blut am Morgen nach einem Besäufnis durch meine Adern.
  • 38. Am Morgen im Bett liegen, nicht mehr schlafen und auch noch nicht ganz wach sein, das ist unbewegtes Schweben.35. Der Tod war ein Spaßvogel.Er holte die Menschen in der Maske eines Harlekins.
  • 39. Auf Gefühle reduziert zu sein wie ein Tier. Die Natur ruft mich heim, ich greife zur Flasche.
  • 40. Wenn Blut fließt, so immer das unsere, das Blut jener, die nichts zu gewinnen, jedoch alles zu verlieren haben im Krieg.
  • 41. Wer nach den Sternen greifen will, braucht lange Arme.
  • 42. Lebendes muss unter die Felder gehen. Wäre es Ackergrund, gäbe es keinen Tod.
  • 43. Wenn alle Wege nur zu zerbrochenen Brücken führen, so werde ich mich in den reißenden Fluss stürzen, das andere Ufer erreichen oder ertrinken.Keinesfalls aber würde ich mich zufrieden geben mit dem engen Raum, in dem ich eingesperrt bin.
  • 44. Ein Leben, arm an interessanten Ereignissen, wird eines Tages unter seinem wert an den Tod verkauft werden.
  • 45. Kein Wunder, dass Lohengrin es nicht ausstehen konnte, nach seinem Namen gefragt zu werden. Ich würde auch nicht gerne so heißen.
  • 46. Unsere Kinder sind keine Kopien von uns. Daher haben sie auch in unseren Fußstapfen nichts verloren.
  • 47. Ihr Lachen klang, als würde man mit einem biegsamen Stück Blech heftig auf eine Drahtspule klopfen.
  • 48. Seine Seele ist schwarz wie Kohle und wird daher am Jüngsten Tag wie ein Brikett ins Feuer der Hölle geworfen werden.
  • 49. Sei dankbar – aber verlange von keinem anderen Dankbarkeit.
  • 50. Schönheit schwindet. Überzeugung sollte bleiben.
  • 51. Unglück ist versäumtes Glück.
  • 52. Wenn du es geschafft hast, das Image eines Weisen zu bekommen, kannst du dich ruhig ab sofort wie ein Esel benehmen.
  • 53. Sein Leben stinkt nach Verwesung.
  • 54. Der Stolz eines Generals über eine gewonnene Schlacht ist der eines Mannes, der davon überzeugt ist, das perfekte Verbrechen begangen zu haben.
  • 55. Die Straßenlaterne warf Schein um Schein auf das Pflaster, das sich am Finger der armen Mädchens befand, und endlich war es reich.
  • 56. Hätte der Liebe Gott uns nicht als Menschen erschaffen, wären wir heute noch Fische und dürften auch am Karfreitag gegessen werden.
  • 57. Alt werden ist nicht schwer. Nur einsehen, dass man es ist.
  • 58. Abschied ist: Zwei Seelen, kein Gedanke, der sie einander ähnlich macht.
  • 59. Lass deine Seele in Ruhe, sie geht dich nichts an.
  • 60. Ich bin so besoffen, dass ich mir einbilde, nüchtern zu sein.
  • 61. Viele Tiefschläge braucht’s nicht mehr, dann werde ich zur Grapefruit.
  • 62. Touristen sind die Krebsgeschwüre schöner Plätze.
  • 63. Ein fades Buch ist nie ein Kunstwerk, es tut höchstens so, denn Kunst ist nie langweilig.
  • 64. Ein Arsch ist zum Sitzen da und nicht dazu, auf einem Sessel zu kleben.
  • 65. Sie hat ihm seine Jugend abgewöhnt. Das ist verzeihlich, denn sie verfolgte damit eine bestimmte Absicht. Er hat sich seine Jugend abgewöhnen lassen. Das ist unverzeihlich.
  • 66. Es gibt mehr Schriftsteller als Verleger. Aber es gibt mehr reiche Verleger als reiche Schriftsteller.
  • 67. Lieber noch wäre ich ein schlechter Stilist, dafür aber originell, als ein stilistisch perfekter Schwätzer.
  • 68. Schön und gut, das Auge des Gesetzes wacht, aber wo ist das dazu gehörende Hirn?
  • 69. Ich schreibe von Bauch zu Bauch.
  • 70. Wäre ich nicht Schriftsteller, so wäre ich Alkoholiker.
  • 71. Wir ziehen keine ehren aus der Vergangenheit, weil wir uns für klüger als unsere Vorfahren halten, und wiederholen damit ihre größte Dummheit.
  • 72. Ob verschuldet vom Alkohol oder von Weltpolitikern – es wird auf jeden Fall ein böses Erwachen geben.
  • 73. Rauchen und Saufen ist auf jeden Fall besser als Miesmachen und Moralpredigen.
  • 74. Die schlimmste Hölle wäre für mich eine langweilige.
  • 75. Nicht unglücklich sein – mehr darf man nicht vom Leben erwarten.
  • 76. Trinklieder sind kleine Todeslieder.
  • 77. Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der Witwer aller Menschen.
  • 78. Man kann die Moral von Kinderschändern nicht mit der von Politikern vergleichen. Kinderschänder handeln triebhaft, Politiker hingegen wohl überlegt.
  • 79. Lumpen sind selten in Lumpen gekleidet.
  • 80. Ein Lügengebäude kann so stabil gebaut sein, dass die Wahrheit an ihm abprallt.
  • 81. Du bist die Versuchung, und ich ein ganz besonders dummer Adam.
  • 82. Man sollte auch Polizisten gegenüber höflich sein, aber viele erwarten nicht Höflichkeit, sondern Demut.
  • 83. Wie viele unangenehme Situationen hat der Alkohol in meinem Leben schon verschuldet? Ungefähr die Hälfte der unangenehmen Situationen,die er in meinem Leben noch verschulden wird.
  • 84. Man kann nicht gleichzeitig an einer Mädchenbrust saugen und Bier trinken.
  • 85. Vielleicht werde ich eines Tages zufrieden sein, aber ich werde mich nie zufrieden geben.
  • 86. Psychologie war die Alchimie des 20. Jahrhunderts.
  • 87. Kein Schwein fragt danach, was morgen sein wird, und das ist gut so, denn die Zukunft der Schweine ist nicht rosa, sondern kulinarisch.
  • 88. Unvergessenes spielt mit meiner Seele.
  • 89. Ich glaube nicht an Geister, ich fürchte mich nur vor ihnen.
  • 90. Wir sind so fröhlich, weil wir verzweifelt sind und hilflos.
  • 91. Ich mag ein armer Hund sein, aber hündisch bin ich nicht.
  • 92. Wenn die Welt meine Geschichten nicht mag, muss das nicht unbedingt an der Welt liegen.
  • 93. Wir alle reden zu viel, weil wir fürchten, unser Schweigen könnte missverstanden werden.
  • 94. Ein halbes Lob schmerzt mehr als ein ganzer Tadel.
  • 95. Wer sagt: ‚Ich bin bestimmt kein schlechter Kerl, aber...’ – der ist ein schlechter Kerl.
  • 96. Sie war seine Dienstmagd, ihr Lohn ein Trauschein.
  • 97. Der Schreiner schrie, der Dichter dichtete, der Maler malte, das Kalb kalbte.
  • 98. Konsequent sein heißt keine Nachteile fürchten.
  • 99. Wenn Schönheit alltäglich ist, hört sie auf, Schönheit zu sein.
  • 100. Mein Motto: Erzählen, nicht Künstelei!
 
GELSOMINA

  Vor wenigen Tagen erschien im Liliom Verlag mein neues Buch ‚Gelsomina - eine Mückengeschichte in sieben Stichen’. Es erzählt - in bewusster Anlehnung an Wilhelm Buschs berühmte Bildgeschichte ‚Max und Moritz’ - die Abenteuer einer besonders boshaften, heimtückischen Stechmücke.
  Zu Gelsominas Opfern zählen unter anderem ein Bischof, ein Pilot, ein Dressurpferd und ein Vampir. Erhältlich ist ‚Gelsomina’ zum Preis von 14 Euro plus Versandkosten entweder gleich bei mir kontakt@dietmarfuessel.com oder über mein Bestellformular
oder aber im guten Buchhandel (ISBN 978-3-934785-42-7).
  Warum identifizieren Kinder sich mit Pippi Langstrumpf und nicht mit Thomas und Annika? Warum mit Michel aus Lönneberga und nicht mit Klein Ida? Warum mit Bart Simpson und nicht mit Lisa? Weil Kinder nun mal Anarchisten sind und daher auch eine große Schwäche für anarchistische, unangepasste Helden haben. Nichts gegen pädagogisch wertvolle Bücher, die Kindern Ängste nehmen oder sie zu erwünschten Verhaltensweisen animieren, aber ich wollte eine Geschichte schreiben, die ohne jede Botschaft auskommt, sondern den Kindern - und natürlich auch den vorlesenden Eltern - schlicht und einfach Spaß machen soll. Die Illustrationen stammen von Hilde Wallner aus Teisendorf. Liebe Grüße aus Ried im Innkreis  dietmar fuessel   Erster Stich >
 
APHORISMEN 1998  
  • Nach der Beichte müssen Katholiken als Buße ein Gebet sprechen, als wäre es eine Strafe, mit Gott sprechen zu müssen.
  • Es macht glücklich, glücklich zu machen. 
  • Der Beglückende gewinnt mehr als der Beglückte.
  • Manchmal, in rabenschwarzen Stunden, denke ich sogar, dass es gnädiger für mich wäre zu sterben als das Ende des Weges, auf dem ich mich befinde, miterleben zu müssen.
  • Keiner beklagt sein Unglück lauter als ein Glückspilz, der ein einziges mal Pech hatte.
  • Wer ständig von Moral spricht, verfolgt unmoralische Ziele.
  • Es ist wichtiger, sich selbst zu besitzen als sich gut zu verkaufen.
  • Dein Schicksal liegt in Gottes Hand. Lass es dort nicht liegen. Nimm es dir.
  • Ich erwache aus meinen Phantastereien, die alles waren, was ich noch hatte.
  • Der größte Hemmschuh meiner Karriere bin ich selbst. Füssel Inhalt 
 
Der Presslufthammermann und die Mondscheinsonate 2007
  Der Mann, den ich meine, arbeitet am Presslufthammer. Er macht das schon recht lange. Er ist es gewohnt. Man kann den Lärm spüren. Der Mann hält so viel Kraft in den Händen, dass seine Arme zittern. Er hat einen Schutz auf den Ohren. Der Lärm stört ihn schon lange nicht mehr. Aber er ist natürlich froh, wenn er das Ding abstellen und heimgehen kann. Heim. Er besitzt eine kleine Eigentumswohnung und er ist mächtig stolz darauf. Er hat lange dafür sparen müssen. An der Tür küsst er kurz seine Frau zur Begrüßung, dann schließt er sich, wie jeden Tag, für eine Stunde in einem Zimmer ein. Sie lächelt. Er hört jetzt klassische Musik, da will er ganz ungestört sein, sie respektiert das. Und wenn er nach dieser Stunde herauskommt, ist er so sanft, so ausgeglichen, den ganzen Lärm des Alltags hat er hinter sich gelassen. Er hört jetzt die Mondscheinsonate von Beethoven und gibt sich ganz den zarten Tönen hin, die in so großem Gegensatz zum Gedröhne des Presslufthammers stehen. Er wird ruhig. Immer ruhiger. Es ist, als ob er seine Arbeitskluft zum zweiten Mal auszöge.
  Das ist seine Stunde. Nein, so ist es nicht. Das Geräusch des Presslufthammers dringt durch, durchdringt den unzureichenden Ohrenschutz, der Lärm quält ihn, so lange, bis er ihn nicht mehr wahr nimmt. Aber dafür hämmert es im Unterbewusstsein weiter. Er ist schwerhörig geworden. Er kommt nach Hause und hört Beethoven. Er liebt Beethoven. Doch in die Musik mischt sich ein Stampfen und Dröhnen, das nun doch wieder aus dem Verborgenen hervor quillt, das gibt nicht Ruh und schlägt einen abscheulichen Takt zur Mondscheinsonate.
  Er dreht lauter, lauter, immer lauter, doch das Dröhnen bleibt und er weiß nicht, dass nun auch Schläge von Nachbars Fäusten an die dünnen Wände sind. Bis es an der Tür läutet und einer sich beschwert. Er entschuldigt sich, schaltet den Plattenspieler aus. Vorbei. Nichts von der Mondscheinsonate bleibt zurück, nur das Geräusch des Presslufthammers...Sag, Didi F., was soll das eigentlich? So ein Blödsinn! Leute, die am Presslufthammer arbeiten, hören keine klassische Musik!’ Nun ja, zugegeben, im allgemeinen nicht, aber warum sollte nicht dieser eine...Na schön. Ich gebe es zu. Ich habe diesen Mann erfunden. Es ist ja wahr. Das Ohr dieses Menschen ist kein feines Instrument mehr. Selbst wenn er dafür Interesse hätte, könnte er klassische Musik nicht mehr so wahrnehmen, wie wir das können. Er hat keinen ‚Sinn’ mehr dafür. Er hört Lärm, Lärm, alles ist so laut! Er aber hört es nur leise. Er hasst. Und weiß nicht, was. Er brüllt mit seiner Frau. Und merkt es nicht mal. Er liebt seine Frau noch. Er glaubt, normal zu sprechen. Sie hat bisher noch nie deswegen etwas zu ihm gesagt, sie möchte ihm nicht weh tun. Aber sie beginnt, ihn wegen seines Gebrülls zu hassen und sie weiß, dass sie eines Tages nicht mehr schweigen wird. Dann wird er wirklich schreien wie ein verwundetes Tier, er wird dann nicht zugeben wollen, dass sie recht hat, dass er Gehör geschädigt ist. Er wird nie mehr ein ‚Ich liebe dich’ flüstern. Er hat noch nie Musik von Beethoven gehört. Ab und zu im Radio die ersten Töne, dann dreht er ab oder sucht einen anderen Sender.
  Nach der Arbeit geht er mit den anderen Kollegen fort und sie sitzen in einem Gasthaus an grün gekachelten Tischen und trinken. Trinken viel. Sie alle haben dasselbe Leiden und auch die Hände zittern nach. Das kommt von der Gewalt, die sie damit festhielten. Das ist eine Gewalt, die aggressiv und stumpf zugleich macht. Und taub. Je mehr sie trinken, desto lauter sprechen sie, es schwillt an zu einem einzigen Schrei, sie hören nicht und werden nicht gehört und machen sich allesamt was vor. Und die Leute an den anderen Tischen drehen sich verärgert nach ihnen um und denken: ‚Proleten’.Währenddessen erfreuen meine Freundin und ich uns an der Schönheit der Mondscheinsonate.
 
Schöne Umwelt 2007
  Mutter Natur, ich preise dich und deine Schönheit. An deinem Busen fühle ich mich fast so wohl wie an einem echten, dir habe ich es zu verdanken, dass es mich überhaupt gibt. Ein großes Loblied singe ich dir und bedanke mich bei dir für deine Gaben mit kleinen Gegengeschenken: Mit leeren Blechbüchsen, zerbrochenen Bierflaschen, Plastiksäcken, giftigen Abwässern und meinem alten Kühlschrank. Du hast die Rohstoffe für die Herstellung all dieser Dinge geliefert, da ist es doch nur recht und billig, dass du auch einen Anteil an den fertigen Produkten erhältst, nicht wahr? Oh Wald, sag, warum bist du denn so sauer? Freust du dich denn gar nicht darüber, dass mit deinem Schwinden auch die Häufigkeit von Waldbränden abnimmt? Das ist doch immerhin ein begrüßenswerter Fortschritt! Und, sei getröstet, Wald: Auch wenn du, ermordet von giftigem regen, sterben musst, so gibt es doch nur wenige, die abstreiten, dass dir ein Unrecht geschehen ist, du stirbst also als Märtyrer und ich werde dir daher nach deinem Tod ein Denkmal setzen - eines aus Plastik natürlich. Ruhiger Bach, ich liebe dich! Doch wie klein ist meine Liebe zu dir, verglichen mit der Liebe jener, denen die Fabriken gehören, die dein Ufer säumen. Oh ja, sie lieben dich wirklich, denn gäbe es dich nicht, so wüssten sie nicht, wie sie sich der giftigen Abwässer, die in so einer Fabrik nun mal anfallen, kostensparend entledigen könnten. Oh ihr Pflanzen, ihr schönen, schönen Pflanzen!
  Ihr braucht Stickstoff zum Atmen, so wie ich Sauerstoff dazu brauche. Seid doch nicht so undankbar dafür, dass ich der Luft ein wenig Blei, Teer, Cadmium und ähnliche Nettigkeiten zufüge. Glaubt mir: Stickstoff ohne Cadmium, Blei, Teer und ähnliche Nettigkeiten schmeckt wie eine Suppe ohne Salz. Freilich werden euch diese Genüsse vielleicht nicht auf Anhieb munden, aber, glaubt mir: Ihr werdet euch schon daran gewöhnen, und wenn nicht - tja, euer Pech. Oh Meer, du Ursprung des Lebens! Es gibt Wissenschaftler, die behaupten, dass du eines Tages der mit Abstand größte Nahrungsmittellieferant der Menschheit sein wirst. Vielleicht stimmt das sogar, doch bis dahin werde ich dich als Mülldeponie verwenden. Du sollst schließlich nicht das Gefühl haben, nutzlos zu sein. Oh Mutter Natur, es heißt, dass ich mich selbst zerstöre, wenn ich dich zerstöre. Aber, was soll's: Sterben muss jeder irgendwann einmal. Also geh gefälligst du mit gutem Beispiel voran. Füssel Inhalt
 
Der Würger 2007
  Chefinspektor Rohl galt als umgänglicher Mann, doch wenn er etwas hasste, so waren das unfähige Beamte, unzuverlässige Zeugen, milde Richter, Verteidiger, Briefträger, Zahnärzte, Tiere, Frauen, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, verstümmelte Leichen und Verbrecher. Er war der Boss der Polizeidienststelle des 10. Bezirks, in dem Ruhe und Ordnung herrschten. Chefinspektor Rohl war zu Recht stolz darauf, dass sein Bezirk als der sicherste weit und breit galt, und wenn eine nackte Jungfrau versucht hätte, den Bezirk mit einem Goldklumpen auf dem Kopf zu durchqueren, so wäre sie selbstverständlich binnen kürzester Zeit geschändet und beraubt worden, so wie überall auf der Welt, aber im Anschluss daran wäre sie wenigstens wegen eines groben Verstoßes gegen Sitte und Moral hinter Schloss und Riegel gelandet. Kurz und gut: Hier, im 10. Bezirk, war die Welt noch heil und das Leben noch lebenswert. Nur einer störte den Frieden, und das sogar empfindlich, nämlich ein Würger, der am helllichten Tag auf offener Straße Frauen zu vergewaltigen und anschließend zu erdrosseln pflegte, was dem tüchtigen Chefinspektor natürlich absolut nicht in den Kram passte. Deshalb ließ er eines Tages seine beiden Unterbullen Kraus und Obermüller zu sich rufen und sprach zu ihnen wie folgt: Ihr werdet euch sicher schon denken können, worum es geht, sofern ihr zwei Holzköpfe überhaupt denken könnt. Es geht natürlich um den Würger. Die Medien haben uns seinetwegen scharf kritisiert, und auch der Polizeipräsident ist derzeit alles andere als zufrieden mit uns, erst gestern habe ich ein ziemlich grobes E-Mail von ihm bekommen.“
  „Was ist denn ein E-Mail?“ fragte Kraus: „Kann man das essen?“ Wie viel kostet denn das Kilo?“ erkundigte sich Obermüller. Chefinspektor Rohl seufzte tief. Mit solchen Untergebenen war es alles andere als einfach, die immer mehr um sich greifende organisierte Kriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen. Aber andere hatte er eben nicht. Also fuhr er, ohne eine der drei Fragen zu beantworten, fort: Jedenfalls kann es so nicht weitergehen. Daher erwarte ich von euch, dass ihr diesen verdammten Würger unverzüglich verhaftet und hierher bringt.“ Nichts leichter als das, Boss“ sagte Kraus: „Sollen wir einen Türken verhaften oder lieber einen Neger? Weder - noch“ antwortete Rohl: „Diesmal muss es leider unbedingt der echte Täter sein. Sonst noch Fragen?“ Ich hätte da schon noch eine Frage“ sagte Obermüller: „Aber ich weiß nicht, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist.“ Fragen Sie.“ Wo kommen denn eigentlich die kleinen Kinder her?“ Hinaus!“ brüllte Rohl: „Aus meinen Augen! Hinaus!“ Etwa fünfzehn Sekunden später verließen Kraus und Obermüller die Polizeidienststelle, um ihre Pflicht zu tun. Sie hatten Glück, denn schon nach kurzer Zeit entdeckten sie den Würger, der sich gerade anschickte, eine Frau zu vergewaltigen, die sich nicht einmal wehren konnte, da sie in jeder Hand eine schwere Einkaufstasche trug. Stehenbleiben! Polizei!“ befahl Kraus.
  Der Würger aber ergriff, statt zu gehorchen, die Flucht, lief dabei allerdings direkt in die Arme der beiden Beamten Huber und Kredlicek vom Nachbarbezirk. Dies gefiel weder Kraus noch Obermüller, und so forderten sie ihre Kollegen auf, den Mann herauszugeben. Kommt nicht in Frage“ war die Antwort: „Wir haben ihn festgenommen, also behalten wir ihn auch.“ Aber wir haben ihn aufgespürt. Also gehört er uns. Gebt ihn sofort her.“In unserem Bezirk hat er genauso viele Lustmorde begangen wie in eurem. Und außerdem: Wem gehört ein Fisch: Dem, der ihn aufscheucht oder dem, der ihn an Land zieht? Na also.“ Blödes Gerede! Dieser Mann ist doch kein Fisch! Und weil er gerade in unserem Bezirk an der Arbeit war, sind natürlich auch wir für seine Verhaftung zuständig.“Oh nein. Die Belobigung steht uns zu!“Nein, uns!“ Nein, uns!“
  Inzwischen hatten sich einige Schaulustige um sie herum angesammelt, die interessiert die Kontroverse verfolgten. Mancher von ihnen steuerte auch einen Ratschlag bei, wie man die Angelegenheit gerecht lösen könnte.Gebt ihn uns. Wir lynchen ihn, und ihr seid das Problem los“ schlug einer vor. Ein anderer: „Werft doch eine Münze.“ Ein weiterer: „Die Frau soll entscheiden.“ Und ein vierter: „Ach was. Es geht um den Würger, also soll der Würger entscheiden.“ Der letzte Vorschlag wurde von beiden streitenden Parteien gutgeheißen.Es fällt mir keineswegs leicht, mich zu entscheiden“ stellte der Würger fest: „Was mich erwartet, ist nur zu klar: Ich werden den Rest meines Lebens hinter Kerkermauern verbringen müssen, an einem finsteren Ort, an dem es nur Männer gibt. Deshalb würde ich gern, bevor ich eingesperrt werde, noch eine allerletzte Frau vergewaltigen und erdrosseln. Also werde ich mich für jene Partei entscheiden, die mir das ermöglicht.“ Kraus reagierte blitzschnell, packte die ihm am nächsten stehende Frau und rief:Da, Würger! Nimm diese!“Du, Charly, ich glaube, so geht das nicht“ ermahnte ihn sein Kollege Obermüller.Und warum nicht?“Wir können doch nicht zulassen, dass hier vor unseren Augen erst eine Vergewaltigung und dann sogar noch ein Mord passiert. Es gibt zu viele Zeugen, und wenn nur ein einziger von ihnen nicht dichthält, sind wir die längste Zeit Polizisten gewesen.Das ist wahr“ murmelte Kraus verlegen und ließ die Frau los.
   Na schön“ sagte der Würger: „Da offenbar keiner von euch auf meinen salomonischen Vorschlag eingehen will, sehe ich eigentlich nur noch eine Lösung:
  Ihr lasst mich noch einmal ganz kurz frei und gebt mir einen Vorsprung von - sagen wir, von zehn Sekunden, und wer mich dann als erster einholt, der darf mich verhaften. Einverstanden?“Kommt gar nicht in Frage!“ rief Obermüller: „Wir haben ja gesehen, dass du ein ausgezeichneter Läufer bist, also würdest du uns möglicherweise entkommen. Nein, so nicht!“Na gut, dann habe ich noch eine andere Idee“ erklärte der Würger: „Dieses Haus dort drüben hat doch sicher einen Keller. Ich werde mich also in diesem Keller verstecken, während ihr oben auf der Treppe wartet, bis ihr bis 100 gezählt habt, und wer mich dann findet, der darf mich verhaften. O.K.?“ Die vier Bullen überlegten kurz, dann stimmten sie zu. Wenig später stieg der Würger also die Kellertreppe hinab, während die Polizeibeamten zu zählen begannen:Eins...zwei...drei...vier...“ Als sie allerdings endlich bei 100 angelangt waren und in den Keller stürmten, fehlte vom Würger jede Spur. Ganz offensichtlich war er durch ein Kellerfenster entkommen - eine Möglichkeit, an die die Beamten leider nicht gedacht hatten.Schade“ sagte Kredlicek.Na, dann eben ein andermal“ sagte Huber.Jetzt sitzen wir aber ganz schön in der Scheiße“ bemerkte Kraus.Was wohl unser Boss dazu sagen wird?“ fragte Obermüller. Etwa eine halbe Stunde später kannte er die Antwort auf diese Frage. Aber eigentlich wäre es ihm bedeutend lieber gewesen, wenn Chefinspektor Rohl ihm statt dessen verraten hätte, wo die kleinen Kinder herkommen.
 
Die Fahrkarte 2007
  Ich saß auf einer Reise nach Wien allein im Zugabteil, als der Schaffner eintrat und meine Fahrkarte zu sehen wünschte. Ich erfüllte ihm diesen Wunsch und überreichte ihm mein Ticket. Er aber nahm es und warf es zum Fenster hinaus. „Fahrkarten, bitte“ sagte er wiederum. „Ich habe Ihnen meine Fahrkarte bereits gegeben, und Sie haben sie zum Fenster rausgeworfen!“ rief ich empört. Er aber erwiderte: „Unsinn. Ich habe Ihre Karte noch nicht gesehen und ihre Behauptung ist absurd. Oder haben Sie schon jemals davon gehört, dass ein Schaffner Fahrkarten aus dem Zug wirft? Niemals! warum sollte ich es also tun?“ „Das weiß ich nicht, aber Sie haben es getan!“ „Dafür gibt es keine Zeugen und ich denke doch, dass man Ihnen Ihre Geschichte kaum abnehmen wird. Lösen Sie also sofort eine Karte nach, andernfalls sehe ich mich gezwungen, Sie anzuzeigen.“ „Ich bin ein armer Mensch“ stöhnte ich: „Ich habe kein Geld für eine zweite Karte! Ich flehe Sie an: Lassen Sie mich bitte laufen. Ich werde den Zug auch in der nächsten Station verlassen!“ Er schüttelte nur den Kopf. „Pflicht ist Pflicht“ murmelte er: „Und ich werde keinen Zentimeter davon abweichen.“ „Aber ich hatte doch eine Karte! Ich bin kein blinder Passagier! Sie haben doch eigenhändig meine Fahrkarte aus dem Zug geworfen!“ Er lächelte: „Daran kann ich mich nicht erinnern. Außerdem würde ich so etwas nie tun, so was tut ein Schaffner nicht, dafür wird er nicht bezahlt.“ „Aber Sie! Sie haben es getan!“ „Lassen Sie das blöde Herumgerede, es fühlt zu nichts“ brummte er ungeduldig: „Was ist: Können Sie bezahlen oder nicht?“ „Nein. Unmöglich. Ich habe alles Geld, das ich besaß, für den Erwerb der ersten Fahrkarte ausgegeben.“ „Tja, Freundchen, das ist bitter für dich. Die Polizei wird sich freuen.“ All meinen weiteren Einwänden schenkte er kein Gehör. In Wien angekommen wurde ich verhaftet und in eine kleine, enge Zelle gebracht. Eine Woche später fand die Gerichtsverhandlung statt. Da ich wusste, dass mir niemand die Wahrheit glauben würde, behauptete ich, die Karte wäre mir durch einen jähen Windstoß aus der Hand gerissen worden, doch auch diese Version stieß auf sehr große Skepsis. So wurde ich zum Tode durch den Strang verurteilt. Am Morgen meiner Hinrichtung besuchte mich noch ein Geistlicher in der Zelle. Er meine, meine Chancen, doch noch Gnade vor Gott zu finden, würden sich erheblich verbessern, wenn ich nun doch noch ein volles Geständnis meiner Schuld ablegen würde. Ich aber blieb stur bei meiner Behauptung, dass ich unschuldig wäre und erzählte dem Priester den wahren Sachverhalt, den ich während der Verhandlung verschwiegen hatte.
  Er glaubte mir nicht und versprach mir, dass ich für diese freche Lüge im Angesicht des Todes sicher zu ewigen Höllenqualen verurteilt werden würde. Die Wachen kamen und schleppten mich zum Hinrichtungsplatz - ins Ernst - Happel - Stadion, das bis zum letzten Sitz ausverkauft war. Ich sollte in der Halbzeit eines wichtigen Europacup - Treffens hingerichtet werden. Kurz nach dem Halbzeitpfiff des Unparteiischen - Austria führte übrigens 1:0 - wurde ich unter dem wohlwollenden Beifall des Publikums zu dem eiligst in der Mitte des Spielfeldes errichteten Galgen geführt. Schon hatte mir der Henker die Schlinge um den Hals gelegt und mich gebeten, gut von ihm im Jenseits zu sprechen, als etwas völlig Unerwartetes geschah: Eine weiße Taube schwebte vom Himmel herab, flog in schönen Kreisen tiefer und immer tiefer und ließ sich endlich auf meiner Schulter nieder. Im Schnabel aber trug sie - eine Fahrkarte! „Die Fahrkarte! Meine Fahrkarte! Der Beweis meiner Unschuld!“ schrie ich: „Nehmt sie der Taube ab, schnell!“ Mit einem blitzartig ausgeführten Griff entriss der Henker dem Vogel die Karte, blickte kurz darauf und überreichte sie dann dem Richter zur Begutachtung. „Du hast Pech“ sagte der Henker. Damit hatte er recht, denn es handelte sich um eine Fahrkarte nach Bregenz, während ich ja auf der Fahrt nach Wien verhaftet worden war. „Bringen wir es hinter uns“ sagte der Henker und ich nickte betrübt. Er legte mir eine Augenbinde um, löste die Falltür unter mir und ich hauchte rasch mein bisschen Leben aus. Aus diesem Grunde ist es mir, wie jeder einsehen wird, bedauerlicherweise nicht möglich, das Endresultat des Spieles hier anzugeben.
 
Die Lebenspille 2007
  Es war spät in der Nacht, als der Chemiker Dr. Carl Calder sein Labor verließ. Er war müde, doch unendlich glücklich, denn nun hatten seine jahrelangen Forschungen endlich Früchte getragen: Er hatte eine Pille entwickelt, die die Zellen desjenigen, der sie einnahm, über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren nicht altern ließ. Wenn also jemand alle zehn Jahre diese Pille einnahm, so war er unsterblich, sofern er nicht durch einen Unfall ums Leben kam. Zuerst hatte der Chemiker versucht, eine Pille mit unbegrenzter Wirkung herzustellen, doch hatte er bald festgestellt, dass eine so hohe Dosis für den Menschen unverträglich war. Immerhin: Seine Erfindung war auf alle Fälle eine der bedeutendsten in der Geschichte der Menschheit. Am nächsten Morgen, als jenes Glücksgefühl wieder verflogen war, gewann er seine nüchterne Logik wieder zurück und begann sich Gedanken über die Anwendung seiner Pille zu machen. Sollte die Lebenspille allen Menschen zur Verfügung gestellt werden? Nein. Das war kaum möglich. Das Problem der Überbevölkerung war bereits groß genug. Alle Menschen unsterblich zu machen würden den vollkommenen Zusammenbruch der Versorgung mit sich bringen, die Menschen müssten dann entweder verhungern oder zum Kannibalismus zurückkehren. Damit hätte also die gute Erfindung Schlechtes bewirkt. Eine Möglichkeit bestünde darin, die Menschen vor die Wahl zu stellen: Sterilisation und ewiges Leben - oder Kinder und früher Tod. Dieser Plan schien ihm barbarisch zu sein. Was, wenn einer, der sich früher für die Pille entschlossen hatte, plötzlich gern auf ewiges Leben verzichten würde, wenn er dafür Kinder haben könnte? Dieser Mensch wäre dann Tod unglücklich, und schuld daran wäre die Pille. So schloss er auch diese Möglichkeit aus. Sollte er also die Erfindung umsonst gemacht haben? Sollte sich nun keine Anwendungsmöglichkeit für sie finden? Dann endlich kam ihm die Idee: Jedes Jahr wollte er 100 Lebenspillen an Menschen verteilen, die seiner Ansicht nach die positivsten Leistungen für die Menschheit erbracht hatten. Dadurch, dass jene wertvollen Menschen länger lebten, würde die Welt besser werden.In seine erste Liste nahm er besonders viele Wissenschaftler auf, was aber nicht allzu verwunderlich war, da er selbst nicht Wissenschaftler geworden wäre, hätte er nicht gerade von diesem Berufsstand besonders viel gehalten.Auch die Namen der Künstler, deren Werke ihm am meisten zusagten, trug er in die Liste ein und dann noch einige, die sich im Kampf für den Frieden oder gegen die Armut verdient gemacht hatten. Sein eigener Name stand natürlich auch auf der Liste, denn er musste ja weiterleben, um die korrekte Verwendung der Erfindung überwachen zu können. Einem anderen wollte er die Formel nicht anvertrauen, um die Möglichkeit eines Missbrauchs auszuschließen. Allerdings gab er keinem seiner Familienmitglieder die Pille, was sicherlich deutlich zeigte, wie konsequent er seinen Entschluss, nur den hundert wertvollsten Menschen jährlich die Pille zu geben, einhielt. Seine Anverwandten waren darob aber sehr erbost und Frau und Kinder verließen den Wissenschaftler. Das stimmte ihn traurig, doch er wusste, dass die sinnvolle Anwendung seiner Erfindung Vorrang gegenüber persönlichen Gefühlen hatte. Dann machte er öffentlich bekannt, dass er die Lebenspille entdeckt hatte und veröffentlichte gleichzeitig die Liste derer, denen er die Pille im ersten Jahr geben wollte.
   Nur zwei der Auserwählten lehnten ab. Für sie kamen Ersatzleute zum Zug. Und schon hagelte es Proteste auf den armen Chemiker ein. Zuerst meldete sich die Frauenliga und nannte Dr. Calder einen Patriarchen, weil er nur fünfzehn Frauen in die Liste aufgenommen hatte und darunter nicht einmal die Vorsitzende der Weltfrauenkonferenz. Der Wissenschaftler antwortete höflich und bat die Frauenliga, ihm für das nächste Jahr eine Vorschlagsliste zu übersenden, selbstverständlich versehen mit genauen Angaben über die Verdienste der Kandidatinnen. Besonders viele Beschwerdebriefe erhielt er auch von prominenten Politikern, die sich darüber beklagten, dass auf der Liste nur ein einziger von ihnen aufschien. Dr. Calder antwortete, dass er eben nicht mehr Politiker kenne, die sich wirklich um die Menschheit und den Frieden verdient gemacht hätten und bat um eine Vorschlagsliste. Daraufhin erhielt er von Tausenden von Politikern Briefe, in denen sie sich rühmten, mehr für die Menschheit getan zu haben als Gott selbst. Auch der Vatikan beschwerte sich darüber, dass Dr. Calder den Papst nicht auf die Liste gesetzt hatte. Sollte er dieses Versäumnis nicht auf der nächsten Liste nachholen, so sähe sich die Heilige Katholische Kirche gezwungen, ihn zu exkommunizieren.Die Antwort des Chemikers war kurz:Solange die Kirche ihre Macht dazu benutzt, um Drohungen auszustoßen, wird auch ihr Oberhaupt nicht auf meiner Liste aufscheinen. Erst dann, wenn die Kirche all ihre Kraft dafür einsetzt, für die Nächstenliebe zu wirken, werde ich mit Freuden die Lebenspille an ihre höchsten Würdenträger vergeben.“ Er wurde exkommuniziert. Wenig später starb der alte Papst und der neue nahm ihn wieder auf, in der Hoffnung, dafür die Pille zu erhalten. Als er sich aber in der Hoffnung getäuscht sah, schloss er Dr. Calder gleich wieder aus. Dr. Calder wurde mit Post regelrecht überflutet. Täglich kamen weit über 1.000 Briefe und Dr. Calder musste eine Sekretärin einstellen, da er die Post nicht mehr allein bewältigen konnte.
   Dann wurde ihm der Vorschlag unterbreitet, dass nicht mehr er selbst, sondern eine Kommission über die Vergabe der Pille entscheiden sollte.
Er lehnte den Vorschlag ab, bat aber, dass diese Kommission ihm jährlich eine Vorschlagsliste vorlegen sollte. Es kamen auch Briefe von Familienangehörigen unheilbar Kranker, die den Wissenschaftler anflehten, ihrem Verwandten doch die Pille zu geben, um sein Kleben wenigstens noch um zehn Jahre zu verlängern. Das rührte den Wissenschaftler so sehr, dass er beschloss, fünf der 100 Plätze für solche Fälle zu verwenden. Nach Veröffentlichung der zweiten Liste erreichten ihn viele bittere Briefe, etwa dieses Inhalts:Unser Vater muss sterben, weil Sie ihm nicht geholfen haben! Denken Sie, dass wir weniger leiden als jene fünf, die Sie ausgewählt haben? Sie sind der Teufel in Menschengestalt!“ So etwas stimmte ihn traurig. Auch die Frauenliga schrieb erbost, er wolle sie wohl verhöhnen, denn auch diesmal hatten nur 20 Frauen die Lebenspille erhalten, während die Liga eine Frauenquote von 50 Prozent forderte. Der Wissenschaftler antwortete:Sie können mich nicht dafür verantwortlich machen, dass es Frauen immer noch schwerer gemacht wird, wahrhaft Großes zu erreichen, doch ich beurteile nun einmal nicht Fähigkeiten, sondern nur tatsächlich Geleistetes.“ Nach zehn Jahren freute er sich, dass er nur 62 von denen, die auf der ersten Liste gewesen waren, wieder die Pille zu geben brauchte, denn das bedeutete, dass in dieser Zeit viele neue Leute mit ihren Leistungen mehr für die Menschen bewirkt hatten als ein guter Teil der Leute der ersten Liste. Allzu lange währte seine Freude allerdings nicht, denn einer der Zurückgesetzten war darüber dermaßen erbost, dass er den Wissenschaftler erschoss. Damit gab es keine Lebenspille mehr, und da so bald kein Chemiker mit ähnlichen Fähigkeiten geboren werden wird, wie sie Dr. Calder besaß, wird es wohl Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte bis zu ihrer Wiedererfindung dauern. Vielleicht ist das auch ganz gut so.
 DIE LESUNG 2002-02-18
  Ich sitze auf einem Podium und lese aus meinem neuesten Gedichtband. Plötzlich trifft eine überreife Tomate mich an der linken Schulter."Darf ich fragen, was das soll?" frage ich ärgerlich. Fast im selben Moment zerplatzt eine Tomate mitten auf meiner Stirn. Ich schließe die Augen, um keinen Tomatensaft hineinzubekommen und während ich ein Taschentuch aus dem Hosensack hole, um mir damit das Gesicht zu säubern, werde ich von zwölf weiteren Wurfgeschossen getroffen, von denen mindestens drei rohe, verfaulte Eier sind. Und dann ist der Spuk zu Ende. Offenbar ist ihnen die Munition ausgegangen. Ich wische mir notdürftig mit dem Taschentuch das Gesicht ab und öffne wieder meine Augen. Erwartungsvoll blickt das Publikum mich an. "Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit" sage ich: "Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass Sie meinen neuen Gedichtband drüben am Büchertisch auch käuflich erwerben könnenr Er kostet 16 Euro. "Und ich bin selbstverständlich gerne bereit, ihn auch zu signieren." Aber natürlich kauft an diesem Abend kein einziger ein Buch, und kein einziger bittet mich um eine Signatur. Statt dessen hält der Veranstalter mir Schaufel und Bartwisch hin. "Was soll ich denn damit?" frage ich ihn. "Blöde Frage" antwortet er: "Sie haben mit Ihren Texten diese Sauerei verschuldet, also putzen Sie sie gefälligst auch wieder weg." "Also gut" seufze ich und mache mich an die Arbeit. Manchmal hat man es wirklich nicht leicht als Künstler. Und doch würde ich mit keinem Menschen tauschen wollen, und soll ich Ihnen verraten, warum? Weil ich offenbar ein Masochist bin.

K O R R E S
  

Der Sohn einer Hure 2013-03-18 >
   Am 14. Februar erschien im Sisyphus Verlag mein neuer Roman ‚Der Sohn einer Hure‘ – eine Geschichte über Literatur und Philosophie, Religion und Prostitution, perverse Politiker und nostalgische Nazis, Schnaps und Marzipan, Sex and Crime und den Sinn des Lebens.
  Natürlich freue ich mich über jedes neue Buch, aber diesmal ist die Freude sogar noch etwas größer als sonst, weil es mein zehntes ist, und dieses Jubiläum, auf das ich immerhin seit 30 Jahren hingearbeitet habe, ist für mich als Schriftsteller schon etwas ganz Besonderes:
  Spätestens ab dem zehnten Buch kann man nämlich durchaus schon von einem Gesamtwerk sprechen, ohne der Übertreibung bezichtigt werden zu können, und das macht mich stolz und glücklich.
  Freilich hoffe ich, dass noch viele, viele weitere Bücher folgen werden – vor allem mein historischer Ägyptenroman ‚Wiederholte Geburten‘, an dem ich nun schon seit elf Jahren arbeite und den ich heuer endlich und endgültig fertigstellen möchte. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
Diesseits von Eden 2009
  Lieber Bruno, es ist mir ein Fest, Dir nur acht Monate nach meinem letzten Buch‚ Gelsomina - eine Mückengeschichte in sieben Stichen’ schon wieder ein neues vorstellen zu können.
Diesmal handelt es sich freilich nicht um ein Kinderbuch, sondern um einen satirischen Roman mit dem Titel ‚Diesseits von Eden’, in dessen Mittelpunkt die Abenteuer eines erfolglosen Schriftstellers in einem ziemlich rätselhaften Stadtstaat stehen.
Und damit Du jetzt nicht womöglich auf die Idee kommst, dass dieser Roman autobiographisch sein könnte - was mir ganz und gar nicht gefallen würde!!! - folgt nun eine
Kurzbeschreibung
 Hans Pribil ist ein erfolgloser, vom Leben enttäuschter Schriftsteller aus Wien. Eines Tages nun wird er völlig überraschend dazu eingeladen, das Amt des Stadtschreibers von Eden zu übernehmen.
Dieses ‚Eden’ ist ein irgendwo im Waldviertel gelegener Stadtstaat, der sich im Jahr 1925 von der Republik Österreich losgesagt hat, um innerhalb seiner Grenzen den alten Menschheitstraum vom idealen Staat zu verwirklichen.
Seit damals hat kein einziger Ausländer Eden mehr betreten.
Aus diesem Grund nimmt Pribil die Einladung hoch erfreut an, weil er sich von seinem Bericht über den mysteriösen Kleinstaat den lang ersehnten literarischen Durchbruch erhofft.
Was er nicht ahnt, ist, dass die Edener Staatsführung gar nicht daran denkt, ihn jemals wieder ausreisen zu lassen...
LEIDENSCHAFT Lateinamerikanische Liebesgedichte 2011-02-07
  Lieber Bruno, stell Dir vor, es gibt schon wieder ein neues Buch von mir! Wie Du siehst, bin ich wirklich fleißig. Vor allem aber gelingt es mir in letzter Zeit immer besser, für das, was ich schreibe, auch Verlage zu finden. Und das genieße ich wirklich sehr!
  Die Idee zu meinem neuen Buch verdanke ich Wim Wenders beeindruckender Dokumentation ‚Buena Vista Social Club’, in deren Mittelpunkt einige zu Unrecht vergessene kubanische Musiker standen.
Dieser Film weckte in mir nämlich den Wunsch, die stolze, seelentiefe, über alle Grenzen und Gesetze erhabene Leidenschaftlichkeit lateinamerikanischer Liebeslieder in deutschsprachigen Liebesliedern nicht bloß nachzuahmen, sondern wahrhaft nachzuempfinden.
  Bis zur Erfüllung dieses Wunsches war es freilich ein sehr, sehr weiter Weg, der mich bis nach Kuba führte. Dieser Reise, die ich gemeinsam mit meiner geliebten ‚brujita’ Mony unternahm, verdanke ich die entscheidenden Eindrücke, die es mir ermöglichten, den Zugang zu meiner eigenen ‚lateinamerikanischen’ Emotionalität zu finden, sodass ich nach unserer Rückkehr mit der Niederschrift der Gedichte beginnen konnte.
Was dabei herausgekommen ist, sind Gedichte über Liebe und Hass, Kummer und Abschied, unvernünftige, tabulose Gedichte über das beglückende und gefährliche, segensreiche und zerstörerische, hundertmal verfluchte und tausendmal gepriesene Feuer in unseren Adern, das sich Leidenschaft nennt. (‚Leidenschaft - Lateinamerikanische Liebesgedichte’, 2010, Liliom Verlag, 96 Seiten, Preis: 18 Euro plus Versand)
LOB DER EIFERSUCHT
 
Du solltest meine Eifersucht
nicht tadeln, sondern preisen:
Auch wenn sie dir lästig fällt
gereicht sie dir doch zum Vorteil:
Sie wird dich davor bewahren
dich fremden Körpern auszuliefern
verdorbenen, kranken Körpern
die auch den deinen verderben.
 
Lobe darum meine Eifersucht!
Sie wird dich davor bewahren
dass treulose, lüsterne Blicke
zu treulosen, lüsternen Taten werden.
Sie wird dich davor bewahren,
mich, die dich liebt, zu verlieren
die einzige Frau, die dich wirklich liebt
obwohl du es nicht verdienst.
 
Lobe darum meine Eifersucht!
Sie wird dich davor bewahren
als geiler Bock, der du bist
- du siehst, du bist durchschaut:
Du würdest doch alles bespringen,
was nicht bei drei am Baum ist -
mich, die dich liebt, zu verlieren
und es bis zum Tod zu bereuen.
  ‚Leidenschaft - Lateinamerikanische Liebesgedichte’ ist ohne Zweifel mein schönstes Buch, was nicht zuletzt Monys Cover und den Illustrationen von Elisabeth Bernauer zu verdanken ist. Bestellen kannst Du das Buch zum Preis von 18 Euro + Versand entweder direkt per Mail oder auch über das Bestellformular auf meiner
Liebe Grüße Dietmar
  P.S: Am Dienstag, den 22. Februar um 20 Uhr stelle ich mein Buch im KIK (Kulturverein KUNST IM KELLER) in Ried vor - mit zahlreichen Musikbeispielen, frischen Mojitos und dem kubanischen Nationalgericht ‚Ropa Vieja’.
Und natürlich wäre es ein echtes Versäumnis, leidenschaftliche Liebesgedichte vorzutragen, ohne dass es im Anschluss daran auch noch die Möglichkeit gäbe, zu lateinamerikanischer Musik zu tanzen und dadurch etwas karibisches Feuer in die Kälte des Rieder Winters zu bringen.
  Erhältlich sind meine Bücher in jeder guten Buchhandlung oder auch direkt bei mir, per Mail kontakt@dietmarfuessel.com oder über http://www.dietmarfuessel.com/shop

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SEETHALER Helmut Leopold Vimeo
ÖNB - 1v3 | Literatur  Bodenlyrik - Gespräch - Kunsthausgericht - Pflückbaum - Pflückbuch - Polizeiprotokoll Politk Gerechtigkeit - Wien Kultur  | Category 21  

Es trifft uns alle!
Sakrileg Urteil gegen die Kunstfreiheit 581Free Seethaler
  im öffentlichem Raum, 6 Wochen unbedingt für "Helmut Seethaler", das Wiener Gesicht der Kulturnation Österreich. 2012-05-05
  "Muss Seethaler ins Gefängnis? Das bekannt seriöse Blatt "Österreich"berichtete kuerzlich von einem Prozess gegen den Zetteldichter Helmut Seethaler. Dieser sei, nachdem ihm in einer U-Bahn-Station Passanten einige seiner Zettel heruntergerissen haetten, zur Stationsvorstehung gegangen, habe aus Wut dort eine Scheibe zerschlagen und auch noch einen Feueralarm ausgelöst. Dies ist die amtliche Version. Seethalers Schilderung klingt anders: Erstens wären diese "Passanten" Mitarbeiter der Wiener Linien gewesen und zweitens habe er keine Scheibe eingeschlagen. Lediglich habe sich eine Schraube der Befestigung der Scheibe gelöst, als er sich gegen diese gelehnt hätte. Diese Version glaubte das Gericht natürlich nicht und in "Österreich" ist davon auch nichts zu lesen. In erster Instanz wurde Seethaler so zu 6 Wochen Haft verurteilt. Da er noch ein bedingtes Urteil ausstehend hatte, dass er wegen Bemalens des Gehsteigs vor dem Museumsquartier ausgefasst hatte, wurde die neue Strafe ohne Bewährung ausgesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sollte die Berufung scheitern, müsste Seethaler tatsächlich ins Gefängnis. akin.mediaweb"
 
Wiener Umgang mit Obdachlosen
2012-02-02
  Wenn die  Wiener Linien und die ÖBB es bei extrem-Kälte tolerieren würden, dass Obdachlose in den Stationen uebernachten: Dann geht einigen Sheriffs (Polizei, Wr.Linien - Stationswarte und ÖBB-Securities) ein großes Hobby und Vergnügen verloren: Obdachlose zu demütigen, zu beschimpfen, zu misshandeln. Mit Füssen zu treten: "Du Orsch schleich di ausse ins rinnsal wo'sd hinkehrst." Das wurde Teil der Hackordnung: Nur so dürfen sich diese kleinen Systemerhalter einbilden, doch nicht so klein zu sein.
- Anmerkung: Bei Wehrlosen und Hilfsbedürftigen fühlen sich geistig Unterentwickelte immer besonders stark. Hier werden Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit wach. Wenn bei Minusgraden Obdachlose polizeilich gedemütigt und, von wo auch immer, in die Kälte verjagd werden ? Ist dies die Visitenkarte des Kulturapostels und Feinschmecker Häupel und die Wahrheit der sozialen Ausgewogenheit seiner Partei der Sozialisten. Ich danke für Ihre Wahrnehmung und unterstreiche die Wichtigkeit Ihrer Arbeit als letzer wirklicher Poet im öffentlichen Raum. Presseinfo: Die Presse, heute.at, Kleine Zeitung, Kurier, oe24.at, Wiener Zeitung
-- S. g. Hr. Christian Kern ÖBB-Chef, zu "Die ÖBB prüfen wegen der Kälte Unterbringungsmöglichkeiten für Obdachlose". Es ist hoffentlich zu hoffen, dass ihre Prüfung der Möglichkeiten noch vor der Beendung der Kältewelle ein Ende findet und Sie in der Lage sind eine Sofortlösung herbeizuführen. MfG
  • Vom Salus zum Paulus oder vom Täupl zum Häupl ? 1v11 2012-02-04 >
Goldmanns Bereicherungen 2011-02-10
Museums Quartier^ Eigentümer: Republik Österreich 75% Bund 25% Gemeinde Wien Aufsichtsrat Vorsitz:  Dkff. Wilhelmine Goldmann. "Es ist jedenfalls gut, dass Frau Goldmann ihren Verweis für ihre Privataktivitäten auf Firmenkosten kassiert hat." Quelle
 
ÖBB-Managerin Goldmann wird nur verwarnt! Der Aufsichtsrat der ÖBB-Personenverkehrs AG hat am Donnerstag Vorstandsdirektorin Wilhelmine Goldmann wegen der "Verwendung betrieblicher Mittel für nicht betriebliche Zwecke" einen Verweis erteilt, diese aber nicht, wie vielfach erwartet, fristlos entlassen. Aufsichtsratschef Fredmund Malik und ÖBB-Chef Huber begründeten das Vorgehen mit prinzipiellen Überlegungen. Der Aufsichtsrat sei einstimmig zur Meinung gelangt, dass....Quelle. Nicht umsonst, sondern auch erhebliche Kosten hinterlassend, musste die Frau Goldmann ihre Vorstandsposten bei den Salzburger Festspielen und bei der Bundesbahn "freiwillig" räumen.
  Das Wiener Museums Quartier gesteht, dass sein "Zeuge" gelogen hat^, weil MQ - Direktion ihn unter Druck setzte: Zum entfernen gab es nichts: Meine GEHSTEIG-GEDICHTE  verschwanden durch Witterung und 10.000e Schuhe der Passantinnen und Pasannten in 3 wochen von selbst! Dennoch ließ mich das MQ wegen schweren Sachbeschädigungen zu 2 Monaten Gefängnis verurteilen. Sogar die Berufung bestätigte die Strafe.

70 € Schadenprozess gegen den Dichter Seethaler - wegen Bodenzitat
mit abwaschbaren Stift  im Gerichtsaal?
  Auszug: "Herzlichen Glückwunsch zur Nebenverdienst Medaille Herr Seipel >, Sie sind ohnehin ja schon auch vorher mit den Künstlern beim Opernball einmarschiert. Ihre, mit einem Betrüger, private Salierasuche in Italien, zu Lasten der Steuerzahler auf den Spuren der Maffia, war sehr vornehm und dementsprechend kostspielig. Der Verkauf Ihres Autos an das Museum und Ihre Bilderkäufe vom Museum?  Weiterhin viel Erfolg, in Zusammenarbeit mit Herrn Morak, bei den externen Kunstwerk Erträgnissen." Auch der Saliera Seipel bekam den Geschenk Preis von Wien und sogar der Austria Heinrich > wurde einst mit dem höchsten Staatspreis und mit lebenslänglicher gerichtlicher Freiheit belohnt, auch Kaprun > verschwand unter dem Richtertisch.
  • "Manche Leute haben Krebs, ich habe Bandion-Ortner ". Helmut Elsner nach fast 4 Jahren Verwahrung, zum Schutz der Hintermänner, in Untersuchungshaft?
  • H.B.G Hausordnung Bauordnung Gesetze sollten für alle Einwohner Österreichs wirksam sein?
  • 4-8 Jahre Zeit um den Tatbestand einer Abschiebung festzustellen und zu vollziehen. Die Verabscheuungswürdigen sind nicht die Fremden sondern die Einheimischen untätigen, unfähigen Faulokraten, sie gehören abgeurteilt.
  • Die Politik sitzt fest und vertritt nur die Füße mit Tritten gegen Volksabstimmungen.
Strafprozess um 70 € gegen Wiener „Zettelpoeten“ Seethaler 2010-10-11
  Wien (APA) - Ein Prozess im Wiener Straflandesgericht vom vergangenem Februar, in dem er wegen „Verzierens“ mehrerer Steinplatten im Museumsquartier zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt wurde, hatte für den „Zettelpoeten“ Helmut Seethaler weitere strafrechtliche Folgen. Er musste sich am Freitag neuerlich wegen Sachbeschädigung vor verantworten, da er nach dem damaligen Gerichtsauftritt mit einem Textmarker auf den Fußboden vor dem Verhandlungssaal „Kunstverbreitung bringt mi ins Häf‘n und ihr kennts mi olle googln“ gemalt hatte.
Inkriminiert war eine Schadenssumme von 70 Euro - soviel kostete laut Strafantrag die Entfernung des Schriftzugs.
Ich würde es wieder tun, aber nachher wegwischen“, lautete Seethalers Verantwortung. Und zu Richterin Margareta bemerkte er: „Was wollen‘s von mir leicht? Ich mach nur meine Arbeit.“ „Und ich die meine“, zeigte sich diese schlagfertig.
  Der Angeklagte betonte, es gebe weltweit keinen, der wie er der Kunstverbreitung im öffentlichen Raum nachgehe. Daraufhin stellte die Richterin die Frage in den Raum, ob das Beschreiben von Plakatwänden und der Web-Adresse www.hoffnung.at - wie von Seethaler mit Vorliebe praktiziert - Kunst sei. „Ja, www.hoffnung.at ist der schönste Tag überhaupt“, insistierte Seethaler. Als „Tag“ wird im Graffiti-Jargon das Signaturkürzel beziehungsweise die Unterschrift eines Sprayers bezeichnet.
   Er versicherte, im Straflandesgericht einen wasserlöslichen Stift verwendet und die Absicht gehabt zu haben, den Schriftzug wegzuwischen, nachdem er von Medienvertretern fotografiert und gefilmt worden war: „Das hab ich dann vergessen. Es war damals keine Zeit mehr. Es waren so viele Journalisten dort.“ Er sei jedoch am nächsten Tag neuerlich ins Gericht spaziert, um das Versäumte nachzuholen: „Da war‘s schon weg. Die Putzfrau hat mir erzählt, dass sie zweimal mit dem Wischmopp drüber gefahren ist“. Insofern sei die Behauptung unrichtig, es hätte eines Spezialreinigers bedurft, um sein „Pamphlet“ loszuwerden.
Die Richterin will nun die betreffende Raumpflegerin ausforschen und als Zeugin befragen. Die Verhandlung wurde daher auf unbestimmte Zeit vertagt.
287. Denk-Zettel
Je mehr angepasste
Umso leichter
Wird es
Für die Anpasser.

Je mehr Angepasste
Umso schwerer
Wird es
Für die
Nicht - Angepassten
Der
Anpassung
Zu entkommen.
Helmut Seethaler
Kein Kunstpreis^ 20100528 der Stadt Wien für Zetteldichter Helmut Seethaler. All die berühmten Autoren, die ihn vorgeschlagen haben, fühlen sich beleidigt und er bleibt mit all seinen Strafen und Schulden allein.

Kulturstadt Wien ? Häupel Schilda 2010-05-13
1980 lud mich Bürgermeister Zilk in sein Rathaus^. Er sagte: ,Da hast zwei Bäume und gib a Ruh!’ So bekam ich zwei Bäume in der Kärntnerstraße. Das war mein Kunstraum, mein Sprachraum, und nicht einfach nur zwei Bäume“, lächelte der Zettelpoet. Später bekam er noch zwei Säulen bei der Opernpassage.
  Bravo und Gratulation Herr Bürgermeister - zur Kür "Feinschmecker des Jahres" im teuersten Nobellokal. Quelle Krone. Gaumenfreuden und Sinn für Kunst sind bei Ihnen wohl Gegenpole. Ihr Vorgänger hat Hr. Seethaler, für seine Kunst, immerhin einige Bäume gewidmet. Auch ihre Einstellung zu den türkischen Mitbürgern ist sehr sonderbar,  für Ihren aufgeblähten Hausmeisterersatz, "Wohnpartner" reicht es nicht einmal für eine Übersetzung der Hausordnung in die türkische Sprache im Internet.
  Helmut Seethaler, der einzige Wiener Poet im öffentlichen Raum wurde wegen plagiati corpus delicti (Gerichts Plagiat) von Ihrem Museums - Quartier geklagt, verurteilt und mittels Polizeieinsatz erfolgte von seiner Wohnung aus die Zwangsvoführung zur Amtsärztin.

ENTENGERICHT IM NAMEN DER REPUBLIK Poet u. Richterin   076 Hv 1/10 p (Auszug) 2010-02-18 

  Republik Österreich Landesgericht für Strafsachen Wien. Das Landesgericht für Strafsachen Wien hat durch die Einzelrichterin Mag. Andrea WOLFRUM über den von der Staatsanwaltschaft Wien gegen Helmut SEETHALER geboren am 13.3.1959 in Wien, österreichischer Staatsbürger, freischaffender Künstler wohnhaft in 1200 Wien, Wasnergasse 43/8, wegen des Vergehens der schweren Sachbeschädigung nach §§ 125, 126Abs 1 Z 7 StGB gestellten Strafantrag nach der am 18.2.2010 in Anwesenheit der öffentlichen Anklägerin StA Dr. Annemarie WIESER, des Angeklagten Helmut SEETHALER, des Sachverständigen Christian JA(unleserlich) und der Schriftführerin VB S.K.(unleserlich) durchgeführten Hauptverhandlung am selben Tag zu Recht erkannt:   
 
Helmut SEETHALER ist schuldig, er hat im Zeitraum vom 30.10.2009 bis zum 2.11,2009 in Wien dadurch, dass er 13 Steinplatten am Vorplatz des Museumsquartiers mit einem Textmarker mit dem Schriftzug „www.hoffnung.at“ und der Telefonnummer „01/330 37 01“ beschriftete, fremde Sachen der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebs GesmbH *verunstaltet.

  Entenanmerkung 2011-02-10: *Verunstaltet ist die Gegenwartsform, ein Verfahrensfehler, (oder kann  der für die Richtigkeit verantwortliche Leiter der Geschäftsabteilung des Gerichtes beweisen, dass währende der Verhandlung oder beim Protokollschreiben, fremde Sachen der Museumsquartier Errichtungs- und Betriebs GesmbH verunstaltet wurden. Bei den genannten fremden Sachen ist nicht verifiziert für wen sie fremd waren, für den Angeklagten oder für die Museumsquartier Errichtungs- und BetriebsGesmbH. Neben dem Wortlaut „beschmierte“ und der ausgesprochenen Frage an Hr. Seethaler: „Mit welchen Recht behaupten Sie Kunst zu machen?“ Ist die Urteilsbegründung mit der Aufzählung von laufenden anderen Verfahren, ohne Berücksichtigung der Unschuldsvermutung, untermauert, dies ist nicht rechts-konform und verletzt den Gleichheitsgrundsatz.
 
"Die Richterin ruft daraufhin einen Zeugen auf^, der ist jedoch schon die ganze Zeit im Gerichtsaal, da die Richterin vergessen hatte die Zeugen aus dem Raum zu verweisen. Auch danach unterläßt sie es." Er gibt an, dass er die Beschmierungen entdeckte. Obwohl er mit einem Spezialreinigungsmittel (Antigraffitimischung) ausgerüstet war, konnte er die Platten leider nicht zur Gänze reinigen. An 2 Stellen sei sie immer noch sichtbar. Da müssen wohl neue Platten her, das Stück fuer ca. 300,-€. Helmut Seethaler verfolgt die Aussage mit einem Lächeln im Gesicht, was die Richterin auch flugs in's Protokoll aufnehmen lässt.
  Das Wiener Museums Quartier^ gesteht, dass ihr "Zeuge" gelogen hat^, weil MQ - Direktion ihn unter Druck setzte: Zum entfernen gab es nichts: Meine GEHSTEIG-GEDICHTE verschwanden durch Witterung und 10.000`de Schuhe der Passantinnen und Pasannten in 3 wochen von selbst! Dennoch ließ mich das MQ wegen schweren Sachbeschädigungen zu 2 Monaten Gefängnis verurteilen. Sogar die Berufung bestätigte die Strafe.
  Sehr geehrter Herr Mayer^, wie bereits mehrfach auch gegenüber den Medien dargelegt, hat das Museums Quartier keine Anzeige gegen Helmut Seethaler erstattet.
Um 11:32^, also nach exakt 30 Minuten Verhandlung verliest die Richterin das Urteil (2 Monate Gefängnis - bedingt auf drei Jahre und die Bezahlung der Prozesskosten), dass sie bereits ausgedruckt in der Hand hält. [Also eine vis compulsiva - (lat. „zwingende GEWALT zur Willensbrechung)] Anmerkung Ende.

  Helmut SEETHALER hat hie(r)durch das Vergehen der Sachbeschädigung nach § 125 StGB begangen und wird hie(r)für nach § 125 StGB zu einer Freiheitsstrafe in der Dauer von 2 (zwei) Monaten sowie gemäß § 389 Abs. 1 stopp zum Ersatz der kosten des Strafverfahrens verurteilt.
 
Gemäß § 43Abs 1 StGB wird die Freiheitsstrafe unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Er bezeichnet sich selbst als freischaffender Künstler und gibt an monatlich Kunstförderungen und Zuwendungen von Sponsoren  in Höhe von insgesamt Euro 700,- zu erhalten. Seethaler ist vermögenslos und hat Schulden in Höhe von Euro 8.000,-
 
Seine Strafregisterauskunft ist leer, jedoch wurde er mit Urteil des Bezirksgerichtes Innere Stadt Wien vom 2.4.2009 zu GZ 11 U 481/07 s — noch nicht rechtskräftig — zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 90 Tagessätzen zu je Euro 2,-, für den Fall der Uneinbringlichkeit zu 45 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt, weil er in Wien(Abstand)fremde Sachen verunstaltete, und zwar am 8.6.2007 dadurch., (d)Dass er eine Baustellen Abschrankung mit Filzstift beschrieb, eine fremde Sache des Ing. BADJURA; ERSTE Bank, am 16.10.2007 dadurch, dass er mit einem blauen Filzstift im Bahnhof Wien Mitte den grünen zum CAT Terminal führenden grünen Fußboden beschriftete, eine fremde Sache der Wien Mitte Immobilien GmbH im Wert von rund Euro 100,- und am 5.112007 dadurch, dass er im U-Bahn-Bereich Schwedenplatz zwei Säulen mit rotem Filzstift beschriftete, eine fremde Sache der Wiener Verkehrsbetriebe im Wert von ca.  5,- (ohne € Angabe) pro Quadratmeter.

  Zu einem nicht mehr näher feststellbaren Zeitpunkt zwischen dem 2.11.2009 begab sich der Angeklagte zum Vorplatz des Museumsquartiers und brachte dort, ohne dabei beobachtet zu werden, mittels Textmarkers auf insgesamt 13 einen mal ein Meter großen Steinplatten den Schriftzug „www.hoffnung.at“ und der Telefonnummer „01/330 37 01“ an. Der Austausch einer Platte – ohne Arbeitszeit des Fliesenlegers gerechnet – zwischen Euro 250,- und 300,-
 
 Obwohl der Angeklagte dem Schriftsachverständigen die Abgabe von Schriftproben verwehrt hatte bzw. nur bereit gewesen wäre, diese in Anwesenheit von Fernsehteams und der Presse abzugeben, war es Christian JA(unleserlich) aufgrund einer vom Angeklagten inszenierten weiteren Aktion am 2.2.2010, als er vor der  durch ihn verständigten Presse und zahlreichen Kamera-Teams weitere Bodenplatten im Bereich des Museumsquartiers beschriftete, möglich, Vergleichsmaterial des Angeklagten zu gewinnen und somit ein Gutachten zu erstatten. 
  die (kleingeschrieben) Tatsache, dass er unmittelbar nach der Urteilsverkündung den Boden vor dem Eingangsbereich des Verhandlungssaales 101 mit Schriftzug „www.hoffnung.at“ sowie seiner Telefonnummer und dem Satz “Kunstverbreitung bringt mi ins Häfn“ beschmierte (vgl. Amtsvermerk des Stadtpolizeikommandos Josefstadt zu GZ B6/61998/2010 vom 18.2. 2010 sowie AV ON 24AS 29), zeigt, dass er Beschädigung fremden Eigentums sehr wohl in Kauf nimmt. jedoch (kleingeschrieben) „mit der bewussten Entscheidung, nach ein paar Tagen ist es weg“ und „in bester Absicht in der Kulturstadt Wien, um Kultur zu machen“. Das sich eine derartige Beschädigung aber wieder beseitigen lässt, ändert nichts an der bereits eingetretenen Verwirklichung des Tatbildes.
  Unter Abwägung dieser Strafzumessungsgründe erschien im Hinblick auf die Persönlichkeit des Angeklagten sowie unter Bedachtnahme auf die Auswirkung der Strafe und anderer zu erwartender Folgen der Tat auf das künftige Leben des Täters in der Gesellschaft eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten schuldangemessen und dem Unrechtsgehalt der Tat und der Täterpersönlichkeit entsprechend. Insbesondere auf Grund der Unbescholtenheit des Angeklagten war es möglich, den Vollzug der Freiheitsstrafe für die Dauer einer Probezeit von drei Jahren bedingt nachzusehen, zumal es nicht der Vollstreckung der Strafe bedarf, um der Begehung strafbarer Handlungen dieser und ähnlicher Art abzuhalten. Allein die Tatsache, dass der Angeklagte unmittelbar nach der Urteilsverkündung vor dem Eingangsbereich des Verhandlungsaales 101 im Landesgericht für Strafsachen Wien wiederum einen Schriftzug am Boden anbrachte, lässt befürchten, dass er wohl auch in der Zukunft mit derlei Sachbeschädigungen fortfahren wird.
 
Die Verhängung einer Geldstrafe erschien daher aus spezialpräventiven Gesichtspunkten, insbesondere der Schuldeinsichts(s)losigkeit des Angeklagten, nicht ausreichend, zumal eine Probezeit länger verhaltenssteuernd nachwirkt als eine allfällige unbedingte Geldstrafe.
  Landesgericht für Strafsachen Wien 1082 Wien, Landesgerichtsstraße 11 Abtl. 76, am 18.2.2010
  Gerichts Stempel gezeichnet unleserlich Mag. Andrea Wolfrum Für die Richtigkeit der Ausfertigung der Leiter der Geschäft(s)abteilung.

Audiobeitrag Verhandlung 2010-03-19
  Der Wiener Zettelpoet Helmut Seethaler kam um gestoppte 2 Minuten zu spät in den Verhandlungssaal Nr. 101 im Wiener Landesgericht. die Richterin hatte zuvor schon die Nichtanwesenheit des Angeklagten zu Prozessbeginn in's Protokoll diktiert.
  Es geht um 13 Steinplatten vor dem Museumsquartier, die angeblich von dem Literaten, in der Zeit vom 30.10.2009 bis 02.11.09, beschädigt wurden.
  Der Angeklagte bestreitet dies, außerdem was er mache sei ja Kunst. Die Richterin ruft daraufhin einen Zeugen auf^, der ist jedoch schon die ganze Zeit im Gerichtsaal, da die Richterin vergessen hatte die Zeugen aus dem Raum zu verweisen. Auch danach unterläßt sie es. Er gibt an, dass er die Beschmierungen entdeckte. Obwohl er mit einem Spezialreinigungsmittel (Antigraffitimischung) ausgerüstet war, konnte er die Platten leider nicht zur Gänze reinigen. An 2 Stellen sei sie immer noch sichtbar. Da müssen wohl neue Platten her, das Stück fuer ca. 300,-€.
  Helmut Seethaler verfolgt die Aussage mit einem Lächeln im Gesicht, was die Richterin auch flugs in's Protokoll aufnehmen lässt. Danach kommt der Sachverständige zu Wort.
  Auch er spricht von Beschmierungen. Wortreich erklärt er dem Gericht, das er keine Handschriftproben vom Angeklagten erhalten habe. Dafür wurde er von ihm eingeladen vor Ort einen Vergleich zu machen. Seethaler beschrieb eine Steinplatte vor dem M.Qu.. Da wäre eine genaue Üebereinstimmung nicht zu Tage getreten, aber, DIE FORMEN STIMMEN UEBEREIN. Da wird er's schon gewesen sein. Außerdem bemerkte er immer wieder, dass ......... da immer die Presse dabei war ........ .
  Um 11:32^, also nach exakt 30 Minuten Verhandlung verliest die Richterin das Urteil (2 Monate Gefängnis - bedingt auf drei Jahre und die Bezahlung der Prozesskosten), dass sie bereits ausgedruckt in der Hand hält.
Bleibt für mich nur die Frage offen wozu wurde da überhaupt verhandelt, wenn das Urteil schon vorher feststand? Im Audiobeitrag die ersten spontanen Reaktionen des Wiener Zettelkünstlers und ein kurzes Interview. Ein Beitrag von Herby Loitsch. Wenn aber Rassismus und Nationalsozialismus im Spiel ist gehen die Uhren anders. Siehe: Kulturpolitik die Hauptstadt der rassistischen Beschmierungen Deserteursberatung.at Volksgruppen.orf.at

"Zettelpoet" Helmut Seethaler verurteilt 2010-03-19
  Der Wiener "Zettelpoet" Helmut Seethaler, der seit 35 Jahren im öffentlichen Raum seine sogenannten Pflück-Texte hinterlässt, ist am Donnerstag, 18.2., im Straflandesgericht wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Richterin Andrea Wolfrum achtete es als erwiesen an, dass der 56-Jährige im vergangenen Herbst am Vorplatz des Museumsquartiers 13 Steinplatten mit einem Textmarker verunstaltet hatte, indem er den Schriftzug "www.hoffnung.at" und seine Telefonnummer hinterließ.
  Seethaler, der "im Sinne der Freiheit der Kunst" einen Freispruch verlangt hatte, meldete volle Berufung an, verließ den Verhandlungssaal, zückte einen Filzstift und beschriftete in großen Lettern den Fußboden mit "www.hoffnung.at" und der Nummer seines Festnetzanschlusses. Zusätzlich brachte er den Schriftzug "Kunstverbreitung bringt mi ins Häf'n" an.
  Die Richterin hatte mit einer Provokation des Künstlers gerechnet und daher vorsorglich Saalschutz angefordert. Die zwei dafür abgestellten Uniformierten sahen Seethaler jedoch seelenruhig zu, wie er sich am Fußboden "verewigte" und nachher bereitwillig anwesenden Medienvertretern Interviews gab, was die Richterin "unglücklich" machte, wie sie der APA verriet.
  Helmut Seethaler bekannte sich in seiner Verhandlung dazu, "pausenlos" und "ununterbrochen" im öffentlichen Raum Texte zu hinterlassen: "Ich habe aber noch nie in meinem Leben etwas gemacht, wofür ich vor Gericht stehen müsste." Auch im Museumsquartier sei er "oft" tätig gewesen, allerdings nicht im Tatzeitraum - laut Anklage zwischen 30. Oktober und 2. November 2009 -, was der "Zettelpoet" ausdrücklich bedauerte.
  Wurde kopiert
  "Schade, dass ich es nicht war", gab er zu Protokoll. Die Documenta Kassel habe sich nämlich inzwischen bei ihm gemeldet: "Hätte ich es mit Lack gemacht, hätten sie das als Kunst ausgestellt." Er, Seethaler, sei "ein berühmter Wiener Dichter", offensichtlich habe ihn jemand auf den Steinplatten vor dem Museumsquartier kopiert.
  Ein vom Gericht beigezogener Schriftsachverständiger stellte in Bezug auf die inkriminierten Verunstaltungen jedoch in seinem Gutachten fest: "Aufgrund der Schriftformen spricht alles dafür, dass es der Herr Seethaler geschrieben hat." Bei dieser Gelegenheit ersuchte der Graphologe den Künstler, ihn zukünftig nicht mehr mit Mails "zuzumüllen", worauf ihm Seethaler beschied: "Jeder, der sich anmaßt, in diesem Theater mitzuspielen, wird von mir informiert. Alle sollen Bescheid wissen."
  Unmittelbar nach seiner - nicht rechtskräftigen - Verurteilung bekräftigte Seethaler, seine Gedichte und Texte weiter im öffentlichen Raum anbringen zu wollen: "In einer halben Stunde mach' ich weiter. Das ist mein Job." www.oe24.at/kultur
 
Stellungnahme zur Verurteilung von Helmut Seethaler
2010-02-18
  Die IG Autorinnen Autoren nimmt Stellung zur Verurteilung von Helmut Seethaler wegen Sachbeschädigung. Hier der Originalwortlaut ihrer Aussendung: Man muss die aufrufartig formulierten Texte Helmut Seethalers nicht mögen, um zu erkennen, dass sie im glatten Tagesablauf und in den auf Hochglanz polierten und bis in die höchsten Kirchentürme hinauf mit Werbungen drapierten städtischen Umgebungen stören. Nicht jede und jeden, aber vor allem die Vertreter städtischer und stadtnaher Betriebe.
  Wieder einmal wurde Helmut Seethaler für eine seiner literarischen Interventionen per abwaschbarem Schreibstift vor Gericht gestellt - und dieses Mal auch zu einer zweimonatigen bedingten Haftstrafe verurteilt. Das Besondere an dieser Verurteilung ist, dass sie wegen "Verunreinigung" der Steinplatten vor einem der weltgrößten Kulturareale, dem Wiener Museumsquartier, durch das Hinterlassen seiner Internet-Adresse erfolgt ist.
  Schon im Vorfeld der heutigen Verurteilung wollte das Museumsquartier mit der Anklage Helmut Seethalers nichts zu tun haben, obwohl es die zu diesem Verfahren führende Anzeige erstattet hat. "Gegen Unbekannt", wie das Museumsquartier versicherte. Kann es wirklich sein, dass der stadtbekannte Wiener Zetteldichter Helmut Seethaler, der schon jedem in Wien irgendwann irgendwie aufgefallen ist und dessen Handschrift genauso bekannt ist wie er selbst, nur dem Museumsquartier unbekannt war, obwohl er schon seit 35 Jahren in Wien arbeitet und lebt?
  Eher anzunehmen ist, "das Museumsquartier^ wollte sich bei Bekanntwerden der Anklage selbst vom Verdacht freisprechen, dass es als ein höchst subventionierter stadt- und staatsnaher Großkulturbetrieb einen für seine Arbeit im öffentlichen Raum selten bis nie ausgezeichneten österreichischen Schriftsteller vor Gericht und um seine Existenz bringt, weil er ein paar Steinplatten auf dem riesengroßen Aufmarschgebiet vor dem Museumsquartier abwaschbar beschriftet hat".
  Helmut Seethaler hat berufen. Das Museumsquartier sollte die Zeit bis zu einer neuerlichen Verhandlung nützen, um nach einer Möglichkeit zu suchen, die klägliche kulturelle Rolle, die es bei dieser Verurteilung gespielt hat, zu korrigieren, und Helmut Seethaler unterstützen statt ihn der Gerichtsbarkeit zu überlassen.
  Die IG Autorinnen Autoren wird Helmut Seethaler in seinen Bemühungen, den öffentlichen Raum für Veröffentlichungen zu nutzen, weiterhin beistehen.  Entsprechende Initiativen werden derzeit vorbereitet. Gerhard Ruiss IG Autorinnen Autoren Wien

Preis der Stadt Wien für Helmut Seethaler:
Einreichung angenommen
Kein Kunstpreis^
  Ein Personenkomitee hat vorgeschlagen, Helmut Seethaler mit einem Preis der Stadt Wien auszuzeichnen. Jetzt wurde dieser Vorschlag angenommen, er wird der Fachjury dieses Jahres vorgelegt werden. Hier die Stellungnahme des Komitees:
  Komitee zur Auszeichnung von Helmut Seethaler mit einem Preis der Stadt Wien für interdisziplinäres Arbeiten: Peter Huemer, Elfriede Jelinek, Doris Knecht, Heinz Lunzer, Robert Menasse, Angelika Plank, Gerhard Ruiss, Peter Turrini, Franz Schuh, Clarissa Stadler.
  Das "Komitee zur Auszeichnung von Helmut Seethaler mit einem Preis der Stadt Wien für interdisziplinäres Arbeiten" hat heute von der dafür zuständigen Abteilung der Stadt Wien die Verständigung erhalten, dass der Vorschlag von Helmut Seethaler für den Preis der Stadt Wien angenommen wurde und der über die Vergabe des Preises entscheidenden Fachjury bei ihrer Sitzung im Mai oder Juni dieses Jahres vorgelegt wird.
  Zugleich häufen sich die Anzeigen von unterschiedlichen Seiten, um offenbar die Situation seiner nicht rechtskräftigen Verurteilung zu einer bedingten Haftstrafe zu nützen, in der kaum Möglichkeiten für ihn bestehen, offensiv zu reagieren. Einen unrühmlichen Höhepunkt hat dabei ein gegen ihn veranlaßter Polizeieinsatz wegen angeblicher Selbstmordgefährdung gespielt, bei dem ihn die Polizei von seiner Wohnung zur Vorführung vor dem Amtsarzt abholte. Grund dafür waren zwei Zeilen in einem rund 40 Zeilen langen Text, "Das schaff ich nicht, das überlebe ich nicht."
  Auch wenn die Amtsärztin Helmut Seethaler attestierte, keine Gefahr zu sein, weder für sich selbst noch für andere, und ihm riet, die zwei Zeilen wegzulassen, erinnert diese Aktion fatal an die Versuche in Diktaturen, Dissidenten für verrückt erklären zu lassen. Wer immer so etwas veranlasst oder begünstigt, weil ihm ein Text von Helmut Seethaler mit diesen beiden Zeilen zugesandt wurde, hat abgesehen von allem anderen auch keine Ahnung vom Wiener Idiom und genauso keine Ahnung vom literarischen Gebrauch von Sprache.
  Fest steht, Helmut Seethaler, braucht einen rechtlichen Vertreter, er braucht vor allem einen Strafverteidiger. Diesen Verteidiger kann er genauso wenig selbst finanzieren wie vieles andere in seiner aufreibenden Arbeits- und Lebenssituation. Das Komitee ist derzeit auf der Suche nach einer Finanzierungsmöglichkeit und hält zuvorderst das Wiener Museumsquartier für geeignet, sich an der Finanzierung eines Strafverteidigers für Helmut Seethaler im Verfahren der Verschmutzung der Bodenplatten vor dem Wiener Museumsquartier durch Helmut Seethaler zu beteiligen. Für das Komitee Gerhard Ruiss.

"Sperrt Helmut Seethaler endlich ein !" 1998-12-23
  "Sperrt Helmut Seethaler endlich ein!", fordert die IG Autorinnen Autoren in einem offenen Brief an die Leitung der Wiener Verkehrsbetriebe und an die Wiener Stadträte Brigitte Ederer und Peter Marboe. Der 45jährige Wiener Zettelpoet war vergangenen Freitag wegen Amtsehrenbeleidigung in zweiter Instanz zu einer unbedingten Geldstrafe von 5 000 Schilling und zur Übernahme der Antwalts- und Gerichtskosten von 42 000 Schilling verurteilt worden.
  Herrn Direktor Dipl. Ing. Grois, Herrn Senatsrat Dipl. Ing. Rudelsdorfer und Herrn Dipl. Ing. Grünner von den Wiener Verkehrsbetrieben Fax: 43-1-7909-149, 43-1-7909-43090 Frau Mag. Brigitte Ederer, Fax: 43-1-4000-9981200 Herrn Dr. Peter Marboe, Fax: 43-1-4000-9981164
  Nach zwei Jahrzehnten der Verteilung seiner Zettelgedichte, nach einer nicht mehr nachvollziehbaren Zahl von Verwaltungsstrafen ist es nunmehr gelungen, die Arbeit Helmut Seethalers endlich strafrechtlich erfolgreich einzuklagen. Am Freitag, den 20. November, wurde Seethaler in einem Verfahren wegen Amtsehrenbeleidigung in zweiter Instanz zu einer Vorstrafe von 5.000 Schilling sowie zur Übernahme der Anwalts- und Gerichtskosten von 42.000 Schilling verurteilt.
  Diesen besonderen Dienst an der Kultur haben zwei Stationswärter und die Verantwortlichen der Wiener Verkehrsbetriebe geleistet. Dieser besondere Dienst stellt eine Ordnung wieder her, auf die Wienerinnen und Wiener schon lange gewartet haben. Helmut Seethaler verschwindet aus dem öffentlichen Leben und ist mit Überlebensproblemen beschäftigt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Verkehrsbetriebe können sich wieder ungehindert auf ihre Arbeit konzentrieren.
  Da die Arbeit eines Dichters, insbesondere eines, der davon "lebt", dass er Spenden für seine Pflückgedichte erhält, besonders hohe Erträge abwirft, wird Helmut Seethaler selbstverständlich schon aus reiner Bösartigkeit weder für die 5 000 Schilling Strafe noch für die 42 000 Schilling gegnerischer Anwalts- und Verfahrenskosten aufkommen wollen. Da es sich bei Helmut Seethaler darüber hinaus um einen überaus raffinierten Geschäftsmann handelt, wird sich bei ihm auch nichts zu pfänden finden. Es bleibt also nur eine Lösung: Helmut Seethaler endlich einzusperren.
  Die IG Autorinnen Autoren fordert daher die für den Vollzug dieser Strafe zuständigen Behörden auf, nicht länger zuzuwarten und Helmut Seethaler ohne jede weitere Verzögerung endlich seiner wohlverdienten Gefängnisstrafe zuzuführen. Am besten gleich über Weihnachten, wo der Besserungseffekt für einen Vater von drei Kindern sowohl für den Vater als auch für die Kinder und die Ehefrau am höchsten einzuschätzen ist. Es soll nichts unterlassen bleiben, um den Schaden an der Ehre der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Verkehrsbetriebe wiedergutzumachen.
  Sollte auch diese Strafe nicht den gewünschten Effekt erzielen, so bieten sich von der Einschaltung des Fürsorgeamtes bis zur Psychiatrierung noch zahlreiche weitere Möglichkeiten an, um Helmut Seethalers tagtäglich neue Anschläge auf die Ehre und auf den freien Blick der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Verkehrsbetriebe auf die Verkehrslage zu unterbinden.
  Sollten sich jedoch, wofür es ein aktuelles Vorbild aus der Ehren Beleidigungscausa Ö3 gegen Karl-Markus Gauß gibt, die Wiener Verkehrsbetriebe dazu entschließen, ihre Anwaltskosten und die Verfahrenskosten selbst zu tragen, so könnte die IG Autorinnen Autoren - sollte Helmut Seethaler nicht von selbst dazu in der Lage sein - die Geldstrafe in diesem Verfahren übernehmen.
  Sollte sich diese Lösung nicht anbieten, fordern wir die Wiener Verkehrsbetriebe dazu auf, die Forderung der IG Autorinnen Autoren zu unterstützen:
Sperrt Helmut Seethaler endlich ein! Gerhard Ruiss IG Autorinnen Autoren Wien, 23.11.1998

Post aus Wien Sachbeschädigung Niederösterreichische Nachrichten 2010-02-25
  Anderswo mag man Äpfel, Ribisel, Bananen oder gar Kokosnüsse pflücken, bei uns in Wien kann man Gedichte pflücken. Seit 35 Jahren klebt Pflückdichter Helmut Seethaler seine Gedichte auf Klebeband, das er von Laternenpfahl zu Laternenpfahl spannt. Zur freien Entnahme. Inzwischen hat sich der Künstler darauf verlegt, seine handschriftlichen Spuren auf den Boden zu hinterlassen.
  Letzte Woche stand er nun vor dem Kadi, weil er 13 der Steinplatten vor dem Museumsquartier mit seiner Handschrift unwiderruflich ruiniert haben soll. Urteil; zwei Monate bedingt wegen Sachbeschädigung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
  Nun mag man über Kunst gar trefflich streiten können, allerdings ist auffällig, dass sich bisher kein Richter seelischer Schäden angenommen hat, die Kunst verursacht haben mag. Wer geht vor Gericht und klagt einen Gehörsturz an, wer ein beleidigtes Auge? Wer wird gehört, wenn ihn sein täglicher Weg an einer Architektensünde vorbeiführt, die mittelfristig für psychische Schäden ungeahnten Ausmaßes sorgt?
  Schon im verblichenen Jahrhundert erkannte ein Richter Seethalers Qutput (Ausgabe, Ausstoß) als „anerkannte Kunstform, solange sie keinen Schaden hinterlässt“. Also kritzelt Seethaler mit wasserlöslichen Marker. Hätte er Lack verwendet, hätte die Documenta in Kassel die inkriminierten (Gegenstand einer Strafanzeige) Fliesen angeblich ausgestellt. An dieser Stelle soll keine Lanze gebrochen werden für Menschen, die nichts Besseres zu tun haben, als frisch gestrichene Wände mit sinnentleerten Klosprüchen zu beschmieren, aber eine Lanze für Künstler und deren unauffälligen Botschaften. Ein „echter Seethaler“ ziert jetzt auch das Landl.
  „Kunstverbreitung bringt mi ins Häfn“, kritzelte Seethaler auf den Boden des Landesgerichtes. Die Uniformierten, die das verhindern sollten, sahen gelassen zu.
augustine@noen.at

Wem gehört der öffentliche Raum ? Die Jagd auf den Zettelpoeten Seethaler wirft eine Frage auf. 2010-05-08

  Wie nennt man in der Sprache Brechts eine Justiz, die Helmuth Seethalers Zettelgedichte sowohl als öffentliches Ärgernis als auch als Verkehrssicherheitsstörung verfolgt und die Aufdringlichkeit der kommerziellen Rolling Boards für stadtgemäß hält?
Prof. Alfons Huber
  Welcher Wiener kennt sie nicht, die Gedichte zum Pflücken des Wiener Zettelpoeten Helmuth Seethaler? Seit vielen Jahren meldet sich der unangepasste Individualist in der Öffentlichkeit zu Wort: in U-Bahn-Stationen, Fußgänger-Passagen, auf Einkaufsstraßen, kurz  überall dort, wo sich viele Menschen aufhalten oder vorüber eilen. Seethaler versteht sich als Dichter. Er schreibt Kurzgedichte, Wortspiele, Aphorismen. Natürlich möchte er seine Gedichte unters Volk bringen, nur  Seethaler wendet sich nicht an Verlage, sondern direkt an seine Rezipienten:
  Gedichte auf der Straße. Dutzendweise appliziert er die Fahrschein großen Zettel an Zäune, Bäume, Baugitter, Säulen, Wandverkleidungen, wo sie neugierige Menschen sehen, lesen und gegebenenfalls eben auch pflücken können, so wie man einen reifen Apfel direkt vom Baum pflückt, wenn man Gusto verspürt. Durch seine Tätigkeit im öffentlichen Raum wurde Seethaler zum Täter.
  Seit Jahren halten ihn bestimmte Abteilungen der Wiener Stadtverwaltung für ein Ärgernis, das es zu bekämpfen gilt. Meist war in den Anzeigen von Störung der öffentlichen Ordnung oder von Sachbeschädigung die Rede. Dabei hat der Straßendichter eine bemerkenswerte Technik entwickelt, um gerade letzteren Vorwurf zu entkräften: Ein Selbstklebeband wird mit der Klebeschicht nach außen um Säule oder Gitter gewickelt oder zwischen zwei nahe stehende Bäume gespannt und die Zettel daran geheftet, sodass alles nach beendeter Aktion rückstandsfrei beseitigt werden kann.
  2528 Mal wurde Seethaler angezeigt, und jedes Mal hat der Dichter dagegen berufen. In 2521 Fällen haben die Richter des Unabhängigen Verwaltungssenates (UVS) dem Vorwurf der Anzeigenden nicht stattgegeben und die Aktionen als Kunstausübung akzeptiert. Helmut Seethaler war quasi gerichtlich anerkannter Zettelpoet.
  Seit kurzem ist alles anders. Hängt das damit zusammen, dass Seethalers Sprache subversiver geworden ist? Dass er mit seinen Aphorismen zur Wirklichkeit vordringt? Mit Sätzen wie "Je mehr Dinge vom Denken ablenken, umso lenkbarer werden wir für die Dinge Erzeuger"? Helmut Seethaler wird nach einer Aktion auf der Wiener Kärntner Straße angezeigt und verurteilt.
  Die Ordnung rücksichtslos gestört. Wie schon hunderte Male zuvor legt er gegen das Urteil beim UVS Berufung ein, doch diesmal wird dieser keine Folge gegeben. Seethaler hat das Wiener Landessicherheitsgesetz und das Sicherheitspolizeigesetz übertreten; amtlich wird ihm beschieden. Er habe dadurch, dass Sie zwischen zwei dort befindlichen Bäumen über eine Länge von 10 m ein braunes Klebeband (mit Gedichtzetteln) in der Höhe von 1,50 bis 1,80 Meter anbrachten, ein Verhalten gesetzt, welches geeignet war, Aufsehen und Ärgernis zu erregen, und haben dadurch die Ordnung an einem öffentlichen Ort besonders rücksichtslos gestört. Wegen dieser Verwaltungsübertretung wird er zu einer Geldstrafe von 70 Euro oder 70 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. Das war aber noch nicht alles. Zwei Polizisten haben den Dichter mit den Worten: „Scheiß Künstler, ram weg den Dreck!“ aufgefordert, seine Zettel abzunehmen. Als dieser der Aufforderung nicht nachkam, schritten die Amtsorgane zur Tat und schnitten mit einem Messer die Klebestreifen durch.
  Sich dadurch bedroht fühlend rief der Künstler laut: Hilfe, Hilfe, Polizei!, was natürlich von der anwesenden Exekutive als Provokation aufgefasst wurde. Dieser ungebührlicher weise störende Lärm, es war ja fast halb elf Uhr in der Nacht, kostete Herrn Seethaler weitere 70 Euro oder 70 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe (zuzüglich 28 Euro Verfahrenskosten).
 
 Wohlgemerkt: Wegen der beschriebenen Aktion muss man in Österreich 6 Tage ins Gefängnis!
  Wem gehört der öffentliche Raum? Der Gemeinde Wien? Der Firma Gewista? Oder uns allen? Ist das vorübergehende Aufspannen von Klebebändern zwischen zwei Bäumen gefährlich? Stört es wirklich nachhaltig die öffentliche Ordnung? Ist es überhaupt verboten? Das nachweislich gesundheitsschädliche und die Öffentlichkeit beeinträchtigende und deshalb auch verbotene Freisetzen von ca. 10 Tonnen Hundekot täglich auf Wiens Straßen wird bekanntlich nicht geahndet, weil dies politisch nicht opportun erscheint. Man stelle sich den medialen Aufschrei vor, wenn ein beim nachlässigen Gassigehen ertappter Hundebesitzer wegen ungebührlichen Verschmutzens des Gehweges drei Tage ins Gefängnis müsste
  Worin bestand Seethalers Vergehen? Er hat sich im öffentlichen Raum ohne amtliche Genehmigung und ohne eine Abgabe zu entrichten den Menschen in den Blick gestellt  im Namen der Kunst und ohne ernsthafte kommerzielle Absicht und Aussicht. Zugegeben, auf eine ungewöhnliche, aber sehr persönliche  Art. Aber sehen wir uns doch einmal um in Wien, schärfen wir einmal für einen kurzen Augenblick die Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Was drängt sich tagtäglich unserem Blick auf, aufdringlich im Sinn des Wortes, unausweichlich und unübersehbar? Wir sind verfolgt und eingekreist von Werbung auf psychologisch höchstem und in seiner Wiederholung geradezu aggressivstem Niveau. Aber im Gegensatz zu Seethalers Denk-Zetteln und Appellen, etwa zu bewusstem Konsumverhalten, geht es hier um massive wirtschaftliche Interessen.
  Für mich ist das Aufstellen der Rolling Boards ein Verhalten, das Ärgernis erregt und die Verkehrssicherheit und Ordnung an öffentlichen Orten besonders rücksichtslos stört.
  Es ist paradox: Der Wiener Zettelpoet wurde bestraft, weil er im öffentlichen Raum  kritische Aufmerksamkeit den Ressourcen und der Umwelt gegenüber sowie bewusstes Konsumverhalten, Unangepasstheit, Solidarität und Bescheidenheit verkündete. Dabei appellieren seine Gedichte an nichts anderes als an jene christlichen und europäischen Werte, vor deren Verlust immer wieder  eindringlich gewarnt wird. Prof. Alfons Huber


VORTÄUSCHUNG EINER MIT STRAFE BEDROHTEN HANDLUNG 2010-04-19
  Polizeiinspektion , Hernalser Gürtel GZ: D1/88251/2010 Ladung des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren wegen 
§ 298 Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung.
(1) Wer einer Behörde (§ 151 Abs. 3) oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Beamten die Begehung einer mit Strafe bedrohten Handlung wissentlich vortäuscht, ist, wenn er nicht nach dem § 297 Abs. 1 mit Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Nach Abs. 1 ist nicht zu bestrafen, wer freiwillig bewirkt, daß die Tat keine behördliche Ermittlung zur Folge hat.
Anmerkung des Beschuldigten: „Ich habe nichts vorgetäuscht, ich hab’s wirklich getan, meine Gedichte verbreitet!  
 Polizei Beschuldigtenvernehmung 2010-04-09
  Betreff: Schachbeschädigung GZ: B6/494720/2009 Wien, am 09.April2010 Vornamen der Eltern Vater: Wilhelm Mutter: Franziska, Beruf / Erwerbstätigkeit nach eigen Angaben freischaffender Künstler. Anmerkung: Der Einschub „nach eigenen Angaben“, stellt alle anderen Angaben als nicht eigene dar.
Nach erfolgter Belehrung gebe ich folgendes freiwillig an: „Ich war am 13.12.2009 am Bahnhof Meidling U6 Station Philadelphiabrücke. Wie des Öfteren und auch polizeilich bekannt, bin ich regelmäßig an diesem Ort und wickle die vier Säulen mit meinen Gedichten und Sprüchen, die sich auf Zetteln befinden mittels Klebeband ein. Viele Leute sind von dieser Idee begeistert und freuen sich über diese Gedichte. In diesem Fall kam ein Mitarbeiter der WIENER LINIEN hiezu und riss die Zetteln alle runter. Aus Protest, weil ich weiß, dass dies gemäß mehreren UVShttp://www.wien.gv.at/uvs/index.html – Entscheidungen nicht verboten ist, schrieb ich danach meine Sprüche und Gedichte mit meinem schwarzen Filzstift auf die Säule. Ich mache dies bewusst so, weil diese Schrift auf der glatten Säule sofort leicht abzuwischen ist. In diesem Fall wischte ich alles wieder runter und hinterließ keine Beschmutzung.“

Die Verurteilung der Kunstfreiheit

  Im Vergangenen Herbst soll Helmut Seethaler dreizehn Steinplatten im Museumsquartier mit  Textmarker beschriftet haben. Am 18. Februar wurde er im Straflandesgericht Wien zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt.
  Es existieren bereits zwei Dissertationen über den Zettelpoeten und momentan entsteht ein Dokumentarfilm über ihn. „wenn man was über mich wissen will, sind die Polizeiakten eine gute Quelle.“ Seethaler schätzt, das rund 3.500 Anzeigen wegen Verunstaltung und Sachbeschädigung gegen ihn aufgenommen wurden. Ein Satz aus der Verhandlung war ihm besonders schmerzvoll in Erinnerung: „Mit welchen Recht behaupten Sie Kunst zu machen?“ Seit 33 Jahren bekommt Seethaler Kunstförderung. Damit finanziert er sein Leben: „Kunstexperten sagen, ich mache eine realistische, lebendige Form der Kunstverarbeitung“. Er fragt sich: „Mit welchen Recht hat ein Kulturort, wie das Museumsquartier, mich angezeigt?“

 
1980 lud mich Bürgermeister Zilk in sein Rathaus^. Er sagte: ,Da hast zwei Bäume und gib a Ruh!’ So bekam ich zwei Bäume in der Kärntnerstraße.
Das war mein Kunstraum, mein Sprachraum, und nicht einfach nur zwei Bäume“, lächelte der Zettelpoet. Später bekam er noch zwei Säulen bei der Opernpassage.
 
Seine Pflück - Texte bereichern den öffentlichen Raum der Stadt seit bereits 35 Jahren. „Tatorte“ nennt er seine Wirkungsstätten — da, wo er seine Zettel auf einem Klebestreifen montiert oder dort, wo er mit seinem Textmarker auf das Trottoir schreibt.

 
Der „Tatort Museumsquartier“ brachte ihn seinen aktuellen Prozess ein. „Ich habe aber noch nie in meinem Leben etwas gemacht, wofür ich vor Gericht stehen müsste“, sagte Seethaler am 18. Februar zu Richterin Andrea Wolfrum.

 
Das umgedrehte Tixo Auf die Frage hin, welches sein einschneidendstes Erlebnis war, kramt Seethaler in seiner Tasche: „Die Entwicklung des umgedrehtenTixos“, sprach’s packte eines aus und demonstrierte seine Erfindung.
 
Eine Weiterentwicklung des umgedrehten Tixos war, es von Baum zu Baum zu spannen. „Da blieben die Leute gern stehen und pflückten meine Texte!“ nach den Pflück-Texten suchte er nach neuen „Tatorten“ und fand die Gehsteige Wiens. „Jeder darf den Weg nutzen, also auch ich. Ich gestalte den Raum, werde nie ein Haus beschreiben“, so Seethaler. „Seit Jahren beschreibe ich die Trottoirs Wiens, verwende aber nie feste Farbe. Die Farbe auf den Gehsteigen vertritt sich. Nach ein paar Tagen sind nur noch Umrisse von ein paar Buchstaben zu sehen.
 

Der "Zettelpoet" wurde erstmals verurteilt Helmut Seethaler 2010-03-19
  Bedingte Haftstrafe für Helmut Seethaler. Von Petra Tempfer Aufzählung An Wiener Laternenmasten und Parkbäumen kleben Zettelchen mit seinen "Pflückgedichten". Auch die Wände von U-Bahn-Stationen werden mitunter zur Projektionsfläche seiner Kunst im öffentlichen Raum. Als seine Gedichte jedoch auf 13 Steinplatten des Museumsquartiers in dicken Lettern zu lesen waren, musste sich der 56-jährige österreichische Schriftsteller und Buchautor Helmut Seethaler erstmals vor Gericht verantworten – wo er am Donnerstag wegen Sachbeschädigung zu zwei Monaten bedingter Haft verurteilt worden ist.
  "Schade, dass ich es nicht war", meinte er dazu, meldete volle Berufung an und beschriftete mit einem Filzstift den Fußboden. Unmittelbar danach bekräftigte der Wiener "Zettelpoet", der ein Philosophiestudium abgebrochen hat, er werde seine Texte weiterhin im öffentlichen Raum anbringen – wie er es seit nunmehr 35 Jahren tut. Sogar im Internet tauchen "Literatur Viren" in Form seiner Gedichte auf. Der dreifache Vater blickt auf 1109 Anzeigen und 19 Verwaltungsstrafen zurück. Printausgabe vom Freitag, 19. Februar 2010

Monatsblatt 2009-04 Nr.11

  Tage ohne Taten. Nichts bleibt von diesen Lebens Stillständen. Immer wieder holt es mich ein, bremst mich auf Null. Lässt mich verharren in einem Nichts, das es nicht wert wäre, zu beschreiben. Aneinandergereiht wurden den es viele Jahre ohne dem, das ich bin.
 
Unerwartet, unvorbereitet, ohne Anzeichen trifft es immer wieder mitten in mich hinein. Da hilft es nicht, Vater dreier intelligenter, schöner Töchter zu sein. Da nützt es nicht, das Leben des Zetteldichters zu haben. Da stürzt plötzlich alles ein, nichts bleibt wichtig, nichts gelingt, nichts erfreut. Jedes Wollen versagt.

 
Warten. Bis es vorbei geht. Dann umso kräftiger: Weiterleben. Bis zum nächsten Fall. Vergessen, dass ein Drittel all meiner Stunden verloren ging. Weil meine Ursprungsfrage mich wieder einholte.

 
Eine der größten P.R.- Firmen der Welt missbraucht für dümmliche Werbekampagne des Konzernriesen UPC Telekabel meine Idee:

 
Sie nennen ihre Klebe - Werbe - Zettel: Pflückgedichte! In deren Presse-Aussendungen heißt es: 

 
Alle in Wien kennen Pflückgedichte, die seit Jahrzehnten überall in der Stadt kleben. Vor unseren Geschäften werden Klebebänder gespannt und daran die Werbe-Plückgedichte befestigt. Auch zwischen Bäumen und Laternen in der Nähe unserer Lokale kann man sie sehen.

 
Sie übernehmen nicht nur meine Grundidee, sondern auch eine meiner besten Varianten der Verbreitung. Meinen Namen erwähnen sie nicht. Sie haben mich auch nicht kontaktiert. Sie verdienen gut daran, während ich weiterhin unter dem Existenzminimum darbe.

 
Keine Chance, mich dagegen zu wehren? Was für Gemeinheit. Was für Tiefschlag. Was für Diebstahl meiner literarischen  neuen Form, um Werbung eines großen Medien-Konzerns zu verbreiten.

 
Kann es nicht fassen. Bin zittrig, traurig, richtig angeschlagen wie ein Boxer bevor er endgültig fällt. Brutale rücksichtslose Vermarkter, deren Gier keine Grenzen kennt. Da bleibt nichts, das sie nicht missbrauchen. Nun wurde eben ich ihr Opfer.

 
Es ist 2 Uhr in der Nacht. In 10 Minuten beginne ich wieder. 3 Stunden quer durch Wien. Beklebung und Beschreibung meiner Stadt. 1000e Zeichen setzen. Für eine gerechtere Welt.

 
Am Tag begeben sich Polizei-Kunstexperten auf die Suche nach meinen nächtlichen Taten, dokumentieren mich mit 100en Fotos, erstatten Anzeige wegen meines Aufzeigen von Problemen. Und schaffen damit (sich und uns) noch mehr Probleme.

 
Dutzende blaue Amtsbriefe werden mir wöchentlich geschickt: Vorladung zur Rechtfertigung. Und Gerichtstermine, wo würdige Unwissende darüber richten, ob ich das darf, das ich mir nicht verbieten lasse.

 
Seit kurzem gestehe ich nur die Taten, bei denen ich erwischt oder verhaftet wurde. Beweist es, dass ich meine Gedichte selbst dort angeschrieben und meine Zettel persönlich überall angeklebt habe. Wenn ihr euch so sehr gegen (=für) meine Literatur-Verbreitung engagiert, geb ich euch gern noch mehr Grund dazu. Manch Zuständige steigern sich wieder hinein wie in den 90ern, als ich pro U-Bahnstation 100 Anzeigen bekam. Stets sprachen mich alle Gerichte frei. Man suchte neue Delikte, gegen die ich verstoßen könnte. Auch ich steigerte mich wieder in einen großen Schreib- und Verbreitungseifer. Habe nicht zu verlieren, nur die Freiheit der Kunst zu gewinnen.

 
Geldstrafen schrecken mich nie. „Wo nichts ist kann nicht genommen werden.“ Wagt man wirklich mich einzusperren, weil ich nicht zahlen kann?

 
Früher gewann ich erst in 2. Instanz, nachdem ich Berufung einlegte. Nun spricht mich meist die 1. frei. Merke wie meine Blätter zu oft meine Taten betonen. War nicht geplant. Wird sich ändern. Ist nur Aufarbeitung und Bewältigung des amtlichen Wiener Wahnsinns, der mich täglich zu verhindern versucht.

 
Darf man sich gefallen lassen, wie ungebildete Kleingeister bestimmen, was und wo Kunst sein darf? Oft höre ich, dass ich das mache, wofür andere keinen Mut haben: Solche wie ich nutzen demokratischen Chancen: Sonst bleiben sie für alle nutzlos.

 
Warum müssen in einer Welt-Kulturstadt Gedichte, die öffentlich angeklebt oder auf Baustellenwände geschrieben sind, überhaupt (und meist ganz schnell) entfernt werden? WÄRE ES NICHT EIN ZEICHEN EINER GESUNDEN LEBENDIGEN DEMOKRATIE; SIE EINFACH (K)LEBEN ZU LASSEN. Nach einiger Zeit verwittert das Papier und die Schrift von selbst.
          

Monatsblatt 2008-06 Nr.2

  Unzufrieden mit dem Mai - Blatt. Aus Unsicherheit streiche ich vieles, das im Juni schreibbar wird. Auch diese Bedenken?
 
Doch das ist ein Teil meiner neuen Form: Nicht nur kurze Texte, deren Wirkung ich täglich erlebe und die mir weiter gelingen müssen: Sondern ab nun bis ans Ende Festhalten des Sonstigen, das um mich herum und in mir passiert. Und das bisher meist ungeschrieben, unbeschrieben vorbeigeht, verloren bleibt: Als hätte ich es nicht gesehen, nicht erlebt, nie gespürt, nie erdacht.

 
Manches unschreibbar, Anderes zu persönlich, zu alltäglich. Nur für mich und wenig Betroffene bedeutend. Oder erst in vielen Jahren an Bedeutung gewinnend. Daher erst am Ende aller Blätter zu veröffentlichen: Wenn keine neuen mehr möglich sind und ich nicht mehr höre, wie man reagiert.

 
Endlich wieder Aktionen in der Fußgängerzone Kärntnerstraße. Endlich wieder Tausende, vor allem Wienbesuchende, die mich lesen, pflücken, diskutieren. Stundenlang bin ich täglich ganz der, für den ich mich halte.
  Ein paar Euro gibt es auch. Deckt kosten für Druck und Klebebänder. Wann deckt es wieder das Weiterleben? Wo sind die, die mir früher kleine Scheine schickten? Hätte es die nicht gegeben, gäbe es mich nicht mehr.
  Ende des Klebens? Immer weniger die das Weiter(k)leben ermöglichen.

 
Was für interessante, schöne Frauen ich mitbewirke. Meine 2.Tochter besteht mit gutem Erfolg die Matura. Die 1. studiert seit 2 Jahren. Die Jüngste beginnt mit der Oberstufe.

 
Ein wenig zu angepasst und brav scheinen sie. Immer öfter merke ich, dass viele ihrer Verhaltungsweisen austauschbar sind mit allen Gleichaltrigen. Schwer, den von Werbung und Medien forcierten Lebensmuster zu entkommen. Auch nicht bei so einen Vater?

 
Bin ich nicht froh, dass sie nicht so werden wie ich? Sie schaffen mir wunderbare Verbindungen zur normalen Welt. Selten spiele ich den Mahner. Sie begreifen mehr als die meisten anderen. Für das Eingreifen in die Welt bleibt ihnen Jahrzehnte mehr Zeit als mir. Wurzeln sind gelegt.

 
Zu Fuß zum Praterstern. Wie im vorigem Monat: Diesmal links der Buslinie, mit der ich oft den 2.Bezirk durchfahre. Wieder das Gefühl, als wäre ich in einer fremden Stadt.

 
Hier wohnen anderer Schichten. Abbröckelnde Mauern an vielen schmutzig-grauen Häusern, die seit dem vorigem Jahrhundert stehen und in deren zahllosen kleinen Ein-
und Zweiraum-Wohnungen das Leben täglich enger wird. Viele auf Gehsteigen spielende Kinder mit Sprachen aller Art. Einige Billig-Geschäfte mit Waren aller Art.
 
Angerostete 10-30 Jahre alte Autos. Ghettostimmung. Da wohnt niemand, der mit diesen Leuten nicht zu tun haben will. Außer den ganz armen, alten, vereinsamten, vergessenen Wienerinnen. So bleibt jede Schicht für sich und wird einander noch fremder.

  Die meisten hier gehören zu meiner Stadt wie meine Vorfahren, die aus dem nördlichen Weinviertel zuwanderten. Auch aus unterster sozialer Schicht. Mit Null Bildung und keinem Wissen von der Welt. In jeden System leben könnend. Unter Kaiser, Hitler oder Kreißky. Keine Meinung habend. Nur die, die alle haben, wenn die Einheitsmeinung herrscht.

  Da auch die meisten Altwiener nicht aus Wien stammen, darf man erwarten, dass die meisten Neuwiener normale Wiener werden. Beide Gruppen machen mir es solchen wie mir schwer, in derselben Stadt zu wohnen.
 
Darf einer wie ich schreiben, dass viele Neuwiener ein Welt- und vor allem Frauenbild zeigen wie im Mittelalter? Sind echte Wiener besser? Bei denen fällt es (mir) wenig auf? Weil selber (oft noch) so einer bin? Egal woher sie kommen: Ob sie 2 oder 20 Jahre oder ein ganzes Leben von Wien geprägt wurden und Wien zurückprägten: Aus allen Schichten gibt es immer wieder unerwartete Anerkennung für mein Tun. Sogar von denen, die ich nicht leiden kann und gegen die ich schreibe. Ergibt sich die Frage, ob ich bald zu denen gehöre, von denen ich mich befreien wollte. Holt mich eine in mir verborgene Sehnsucht nach Normalität zu den Normalen zurück? Beginne ich mich nicht zu freuen, wenn Normale meinen: Der ist gut, der schreibt, wie es ist. „Wie damit umgehen, dass ich immer besser mit denen umgehen kann, die ich nicht umgehen kann?

 
Machen sie mich zu einem der ihren, obwohl sie mich ablehnten und tausendfach bekämpften? Werde ich durch deren Anerkennung unfähig sie verändern zu wollen?

Monatsblatt 1997-06

  Nach dem langen Sterben meiner Mutter und den immer unerträglicher gewordenen Herbei-jammern des Todes, wirkt ihr wirkliches Tot-sein wie ein weiteres ihrer Spielchen, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erlangen.
 
Schnell gewöhnte ich mich daran, dass sie uns jetzt nicht mehr anjammert mit: „O weh, ojo, mi werds nimma laung haum“. Nur manchmal glaub ich, dass sie doch noch lebt und darauf lauert , wieder mit dem Jammern und Drohen, dass sie bald stirbt, zu beginnen.
  Wenn ich etwas hinkende, etwas bucklige alte Frauen sehe, denk ich: Ah die Oma ist wieder da. Seit mein erstes Kind „Oma“ sagen konnte, sagte auch ich zu meiner Mutter: Oma. Das klang distanzierter. Ich spürte keine Nähe zu meinen Verwandten, auch nicht zu meiner Mutter. Eine ganz anderer Welt trug sie herum und verteidigte sie mit volkstümlichen Sprüchen. Sie hatte nie ein Buch gelesen. Auch keine Gedichte. Auch nicht von Helmut Seethaler.
 
Sie hatte erst dann ein wenig Achtung von mir als Künstler, als die, die sie respektierte, mich respektierten. Der Bürgermeister und der Pfarrer des kleinen Ortes bei Retz, in dem sie geboren wurde und in dem sie starb, pflückten in Wien einige meiner Gedichte und reichten sie zu Hause weiter, schickten mir sogar kleine Scheine.

 
Das erzählten sie auch meiner Mutter. Da begann ein kleines Umdenken in ihr. Diese Persönlichkeiten finden meine Arbeit gut. So musste sie es gut finden.

  „Da Bua is jo eh ka Depp!“ War ein großes Lob für sie. Von meiner Kunst verstand sie weiter nichts. Aber ihre Versuche, mich doch zu einen normalen Beruf zu überreden, wurden geringer. „Geh do zua Baun, bis 35 nemman’s di nau!“ Ich wurde 35 und bleib der, der ich immer war.

 
Ab und zu  bekomme ich doch ein wenig Geld für meine Arbeit. Das begriff sie nicht, aber beeindruckte und beruhigte sie ein wenig.

 
Ich verstand ihre Angst um meine  Zukunft und die ihrer drei Enkeltöchter. Ich konnte sie ihr nicht ausreden. Es schmerzte immer wieder zu hören, dass ich endlich etwas Normales, Vernünftiges, Sicheres arbeiten sollte. Stand etwas über mich in den Zeitungen oder war ich gar im Fernsehen, ging sie tagelang nicht aus dem Haus, nahm das Telefon nicht ab, traute sich nicht, mit jemand zu sprechen. Sie hatte Angst: „Wos die Leit dazua sogn kennten.“

 
Berichteten Gratis-Zeitungen über mich wie das Bezirksblatt, ging sie schnell durchs Dorf und sammelte alle ab.

 
Wurde ich zu Kunstaktionen außerhalb Wiens eingeladen, schrieb ich ihr immer eine Karte und wünschte ihr gute Besserung und teilte ihr mit; dass es mir gut gehe und wann ich wieder in Wien sein werde. Immer derselbe Wortlaut. Ein kleines Ritual. Sie sammelte die Karten und zeigte sie denen, die sie besuchten und meinte damit, dass es ihr Sohn mit seiner Schreiberei weit gebracht hat.

 
Heuer war ich viermal weit weg von Wien und jedes Mal — sei es in Luzern, Leipzig, Innsbruck, Tamsweg — ertappte ich mich, wie ich meine Mutter eine Karte schreiben wollte, obwohl ich wüsste, dass sie diese nicht mehr erreichen kann.

 
1997-07-28 Durch den Tod meiner Mutter komm ich mir erwachsener vor. Nun gibt es niemanden, der mich privat ermahnt. Die amtlichen Ermahnungen amüsierten mich stets, die privaten sind manchmal etwas nervend, aber genauso unwirksam.
 
Was sollen solche Menschen wie meine Mutter von Kunst halten. Sie brauchen nie Kunst. Ihr Leben läuft auch so. Ich weigerte mich von Anfang an, unter deren Nicht-Anerkennung zu leiden. Die Begreifen auch sonst nicht viel.

 
Meist verwenden sie nur die Negation von Kunst: Bei vielen Gelegenheiten des Alltags hört man sie sagen: „Des is jo ka Kunst“. Oder: „Des soi Kunst sei?“ Das schützt sie davor etwas als Kunst anzuerkennen.


PFLÜCKTEXT

Bald gibt es
Keine anderen Werte
Als die
die man uns
einredet
Weil wir
nicht fragten
Ob es
Keine anderen
Werte gibt
Als die
die man uns
Einredete

Damit
Die einen
In Ruhe gewinnen
Lenkt man
Die anderen
Mit vielen Spielen
In denen auch sie
Zu gewinnen glauben
Davon ab
Dass immer
Dieselben
Gewinnen/verlieren

Wer demokratische
Mittel
Nicht nützt
Sorgt dafür
Dass sie
Nutzlos werden

Je mehr Dinge vom
Denken ablenken
Umso lenkbarer
Werden wir für
Die Dinge-Erzeuger

Stets neue Fragen
Stellen
Und niemals sich
Mit alten ANTWORTEN
Trösten lassen
Sonst kommt
(wieder) Eine Zeit
In der Wenige
Auf alles
Für alle
Eine Antwort
Geben (dürfen)
Und wir alle
All unsere Fragen
Vergessen(müssen)

Wird alles machbar
Sind auch wir
Für alle/s
Machbar

Wer keine Macht hat
Hat das zu machen
Das die Macht
Mit ihm macht
Wer keine Macht hat
Hat kein Recht
Sich sein Recht
zu machen

Je mehr wir uns
Zu immer mehr Konsum
Verleiten lassen
Umso weniger merken wir
Wer die sind
Die uns leiten

Noch mehr dürfen
Die WENIGEN
MEHR HABEN
Nicht mehr haben:
Sonst haben
Noch mehr der
VIELEN
MEHRHABER
Bald nichts mehr

Was will man mehr
Als immer mehr
Als die anderen?

Je mehr Mitläufer
Umso leichter wird es
Dass eigene Mitlaufen
Zu rechtfertigen

Und seinen Namen
Googeln
Sowie
Aktuelles auf
Facebook
Oder twitter

Es reißt wieder
Einen Tag
Aus deinem Leben
Stiehlt dir die Kraft
Aus deinem Körper
Läuft in dir
Ständig weiter

Die besten Sklaven sind die
Die sich selber welche
Halten dürfen

Nur Wache wissen
Dass es Schlaf und
Wachsein gibt
Wer schläft
Weiß nicht
Dass er schläft
So bleibt ihm auch
Die Wachheit fremd

Es weihnachtet
Auch heuer wieder ganz kräftig
In allen Kassen dieser zerschmückten
Und auf Shopping trainierten Stadt.
So kauft weiter ein und verkauft
Euch dadurch immer mehr und endgültiger.
Kauft ein und macht die Reichen
Noch reicher durch ein Fest,
Das für die Armen gedacht.
Man sieht Euch laufen und schleppen
und in Euren Augen spiegeln sich Dinge,
Die das nie ersetzen, das Euch
Nicht nur zu Weihnachten verloren ging.
2005>

Sich wehren zur
Rechten Zeit
Um Chancen
Zu wahren
Für
Sicheres Recht

Werden immer
Mehr DINGE
Beworben
Bewerten auch
Immer mehr
MENSCHEN
Einander nach den
Dingen
Die sie erwerben

Wir haben keine
Feinde in einem
Anderen Land
Wir haben Feinde
Im eigenen Land:
Die
Die uns einreden
Wir hätten Feinde
In einem
Anderen Land

Ist die Zeit
Arm an Dingen
Müssen es
Alle spüren
Ist die Zeit
Arm an denken
Können es nur
Die spüren
Die noch
Denken wollen

Die die dich zerstören
Leben umso besser
Je besser du als
Teil des großen
Fließbands
Funktionierst








        
KORRES SCHANDGERICHT MUSEUMSQUARTIER Banausencausa Waldner^
  • a6 Bandion Ortner Claudia Raiffeisenjustiz 2010-05-21 6v6 Bandion angeklagt Kaprun > Standard 2010-04-09
Fußfessel für den Dichter Helmut Seethaler 2010-07-10 5v5
  Betreff an minister.justiz@bmj.gv.at Fußfessel für den Dichter Helmut Seethaler S.g. Frau Minister Claudia Bandion-Ortner von Dr. Konrad Gnaden, die 'elektron.Fußfessel' für ungefährliche Täter wurden am 09.07.2010 im Parlament beschlossen. Sie sind nicht nur, wie sie kolportiert haben für Hr. Elsner möglich sondern wären vor allem, bei der Vollstreckung des Schandurteiles gegen die Kunst des Dichter Helmut Seethaler, anzuwenden. Hier könnte die Justiz zumindest einen Teil ihres Gesichtes wahren. Webinfo^ MfG
Unbefugte Bandion 2010-06-28 4v5
  an minister.justiz@bmj.gv.at S.g. Frau Minister, ich danke und bestätige Ihre 2 Mail, das 1. war inhaltslos. Die Info, dass ich am Verfahren nicht beteiligt war (Vergangenheit), der Instanzenweg und dass Sie keine Urteile ändern war mir bekannt. Wenn die Justiz jedoch die Vergangenheit mit der Gegenwart verwechselt ist deren Zukunft, genauso wie die Heiligsprechung der gerichtlichen Fehlerteufel, fraglich? Ihr Artikulationsverbot, mit dem bloßen Hinweis auf verfassungsrechtliche Schranken - ohne diese anzuführen, bleibt daher Ihre persönliche Visitenkarte. Im Kaprun > Prozess als Angeklagte begründeten Sie Ihr Schweigen allerdings, mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen. Kaprun und der lebenslänglich freigesprochene Kindermörder > sowie das Seethaler Urteil gegen die Kunst, offenbaren Ihre zitierten unabhängigen Rechtssprecher. Ihre politische Verantwortung jedoch kann nicht durch ein Schweige Gelübte abgelegt werden. Es hat mich sehr gefreut MfG
Anmerkung: Fr. Bandion ist verfassungsrechtlich nicht zum Kommentieren befugt gibt aber Krasser Detail preis. "...... ,dass das Bundesministerium für Justiz als Verwaltungsbehörde aufgrund verfassungsrechtlicher Schranken nicht befugt ist, Entscheidungen der in der Rechtsprechung unabhängigen Gerichte abzuändern, zu überprüfen oder auch nur zu kommentieren." (Lt. parlamentarischer Anfrage soll Bandion im Juli 2008 vom Raiffeisenbank Boss Konrad den Posten des Justizministers angeboten bekommen haben.)
Auch allfällige Verfahrensfehler 2010-06-27 3v5
  von andrea.horvath@justiz.gv.at Betreff BMJ Erledigungsschreiben/27.05.2010 Gesendet von justiz.gv.at Andrea Horvath BM für Justiz Sektion IV  Straf- und Gnadensachen 1070 Wien, Neustiftgasse 2 (See attached file: BMJ Erledigungsschreiben_27.05.2010.pdf) BMJ Erledigungsschreiben_27.05.2010.pdf 57 K  R E P U B L I K Ö S T E R R E I C H BUNDESMINISTERIUM FÜR J U S T I Z BMJ-4011945/0011-IV 2/2010 Bruno Mayer Per E-Mail: bruno.mayer40@gmail.com
  Adresse 1070 Wien, Museumstraße 7 e-mail kzl.d@bmj.gv.at Telefon (01) 52152-0* Telefax (01) 52152 2727 Sachbearbeiter(in): Mag. Julia Gföller
Sehr geehrter Herr Mayer! Zu Ihrer E-Mail-Eingabe vom 21. Mai 2010 bezüglich des Urteiles AZ 76 Hv 1/10p des Landesgerichtes für Strafsachen Wien kann ich Ihnen als am Verfahren nicht beteiligte Person namens der für Einzelstrafsachen zuständigen Fachabteilung im Bundesministerium für Justiz nur allgemein mitteilen, dass das Bundesministerium für Justiz als Verwaltungsbehörde aufgrund verfassungsrechtlicher Schranken nicht befugt ist, Entscheidungen der in der Rechtsprechung unabhängigen Gerichte abzuändern, zu überprüfen oder auch nur zu kommentieren.
  Auch allfällige Verfahrensfehler können demnach nur von Gerichten höherer Instanz anlässlich eines rechtzeitigen und zulässigen Rechtsmittels wahrgenommen werden. Mit freundlichen Grüßen 27. Mai 2010 Für die Bundesministerin: Mag. Julia Gföller
Anhang fehlte 2010-06-27 2v5
  von andrea.horvath@justiz.gv.at  Betreff Erl. an Bruno Mayer 4011945/11-IV 2/2010 Gesendet von justiz.gv.at Andrea Horvath BM für Justiz Sektion IV  Straf- und Gnadensachen 1070 Wien, Neustiftgasse 2 (See attached file: Erl. an Bruno Mayer BMJ-4011945_0011-IV 2_2010_27.05.2010_Bruno Mayer.pdf) Erl. an Bruno Mayer BMJ-4011945_0011-IV 2_2010_27.05.2010_Bruno Mayer.pdf 17 K Anmerkung: Anhang fehlte.
Auskunftseingabe 2010-06-21 1v5
  an minister.justiz@bmj.gv.at Betreff Auskunftseingabe Landesgerichtsurteil 076 Hv 1/10 p Gesendet von gmail.com Mag. Claudia Bandion-Ortner Bundesministerium für Justiz, Museumstraße 7, 1070 Wien S.g. Frau Minister, im Anhang Übermittle ich Ihnen die Abschrift eines Gerichtsurteiles^ und der eingefügten Bemerkung der Verfahrensfehler, mit der Bitte dieser Auskunftseingabe Rechnung zu tragen. M.f.G
 
b4
Justiz-Ombudsstelle  "Die Justiz immer mit schlechten Beispiel voran?"
2010-06-29 4v4  An die Leiterin der Justiz-Opudsstelle, sehr geehrte Leiterin der Justiz-Opudsstelle, ich danke für Ihre, auf Grund meiner Urgenz, erfolgte Unzuständigkeitserklärung als Begründung Ihrer Nichtauskunft. Eine diesbezügliche formlose Mitteilung von Ihrer Seite, ohne Aufforderung, wäre die Normalität gewesen. Allerdings wird indirekt bestätigt, dass am Verhalten der Gerichtsbediensteten im Prozess Seethaler,  von der Justiz-Opudsstelle nichts auszusetzen war. Besonders geistreich war Ihre Info, dass Sie keine Gerichtsurteile aufheben oder ändern  können. Es bleibt also dabei: "Die Justiz immer mit gutem Beispiel voran?" MfG
2010-06-29 3v4 Sehr geehrter Herr Mayer! Sie wenden sich an die Justiz-Opudsstelle mit einem Schreiben von 21.05.2010, in welchen sie auszugsweise das Urteil zu 76 HV 1/10P gegen Helmut Seethaler zitieren.
Die Justiz Ompuds-stelle wurde eingerichtet, um der Verfahrensdauer von Gerichtsprozessen oder dem Verhalten von Gerichtsbediensteten nachzugehen.
Ich entnehme Ihrem Schreiben weder eine Parteienstellung im Gerichtsprozess von Helmut Seethaler noch eine Angelegenheit, die in die Kompetenz der Justiz-Opudsstelle fällt. das Kommentieren, Abändern oder Aufheben von Gerichtsurteilen ist der Justiz-Opudsstelle nicht möglich. Urteile sind im Wege eines Rechtsmittel zu bekämpfen. Ich vberbleibe mit Freundlichen Grüßen für die Leiterin der Justiz-Opudsstelle Mag. Strebinger
2010-06 2v4 an justizombudsstelle Erinnerung Auskunftseingabe und Auskunftsverpflichtung von Ämter und Behörden. S.g. Damen und Herren der Justizombudsstelle, die Justiz ein gutes Beispiel? In dieser Sache nicht! Mit der Bitte um die Begründung Ihres Schweigens. MfG
2010-05-21 1v4  an justizombudsstelle.wien@justiz.gv.at Datum 21. Mai 2010 01:13 Betreff Auskunftseingabe Landesgerichtsurteil 076 Hv 1/10 p Justiz-Ombudsstelle Wien Justizpalast, Schmerlingplatz 11, 1016 Wien S.g. Damen und Herren, im Anhang Übermittle ich Ihnen die Abschrift eines Gerichtsurteiles^ und der eingefügten Bemerkung der Verfahrensfehler, mit der Bitte dieser Auskunftseingabe Rechnung zu tragen. M.f.G
   
c6 Zeuge hat gelogen 2010-07-10 6v6
  Das Wiener Museums Quartier^  gesteht, dass sein "Zeuge" gelogen hat, weil MQ - Direktion ihn unter Druck setzte: Zum entfernen gab es nichts: Meine GEHSTEIG-GEDICHTE  verschwanden durch Witterung und 10.000e Schuhe der Passantinnen und Pasannten in 3 wochen von selbst! Dennoch ließ mich das MQ wegen schweren Sachbeschädigungen zu 2 Monaten Gefängnis verurteilen. Sogar die Berufung bestätigte die Strafe.
Dank 2010-07-10 5v6
  Dank für ihre wertvolle Arbeit. Folgendes meine ich nicht nur ironisch: Echte Haft ist für mich echt bedrohlich. Aber vielleicht gibt's ja neue Formen: Heute wurde die 'elektronischen Fußfessel' für ungefährliche Täter beschlossen. Ich beantrage sie, um meine Haftstrafe daheim zu verbüßen: Sobald ich wieder Gedichte öffentlich anschreibe, gibt's Alarm!
Bestrafungen wegen Gedichte 2010-05-06 4v6
  Eine meiner Bestrafungen wegen Gedichte - Verbreitung ist bereits rechtskräftig und die Zahlungsfrist seit Wochen abgelaufen: Nun muss ich bald 90 Tage Ersatz - Arrest absitzen. (Die andere Strafe zu 2 Monaten Gefängnis ist noch in Berufung.)Daher: ÖFFENTLICHES ANSUCHEN UM AUFSCHUB dieser Geldstrafe wegen Sachbeschädigung durch schreiben meiner Gedichte an Bauwände: Ich habe diese 188 Euro nicht. Aber ich wurde für den Literaturpreis der Stadt Wien vorgeschlagen: Ich kann diese Strafe nur  bezahlen, falls  ich diesen Preis bekomme: Und ich wurde für diesen Preis vorgeschlagen, weil ich das machte, wofür ich bestraft wurde! HS 
Urteilsbegründung 2010-04-20 3v6
Grad kürze ich die 40 Seiten lange Urteilsbegründung und die Dokumentation der Verhandlung und verkleinere es, so dass ein A3 Blatt die Kerninformationen belegt. Sobald ich’s kopiert habe, sende ich’s Ihnen in 3-4 Tagen, bin derzeit ziemlich krank. Wohl wegen des ganzen Wahnsinns. Danke für Ihre Arbeit. Besten Gruß. HS
Amtliche ZERSTÖRUNGEN 2010-03-29 2v6
  Helmut Seethaler A-1200 Wien Wasnergasse43/8 0043 1 330 37 01 0043 664 33 69 572 Oder ihn googln.......Oder facebookn...Gedichte auf Zetteln die seit vielen Jahren an Bäumen, Säulen und Wänden zum pflücken hängen, oder per Post für einen kleinen Schein auf PSK 7 975 059 BLZ 60 000. Am Anrufbeantworter täglich neue Texte, weitere Gedichte auf Zettel und Infos über ständige amtliche Wiener Vandalen - Maßnahmen gegen neue Verbreitungsformen von Literatur:
  Bisher gab es 3.355 ANZEIGEN und amtliche ZERSTÖRUNGEN von einer HALBEN MILLION Zettel-Gedichten! Nach tausenden Strafen 1. Instanz erfolgten tausende Berufungen: Es gab Tausende Freisprüche für die freie KUNSTVERBREITUNG im öffentlichen Raum: Nur wenige Schuldsprüche wurde bestätigt. Trotz einiger guter Medien-Berichte, die mein Tun anerkennen, geriet ich wieder ins ganz schlimme finanzielle NICHTS. Das ist so unerwartet, so arg wie noch selten. Nichts da fürs Kopieren und Klebebänder. Heute auch nichts mehr fürs Essen. Ratlos.
Unkulturszene 2010-03-21 1v6
  Danke für Ihre Reaktion, es ist mehr als purer Wahnsinn was sich hier ein Rechtsstaat anmaßt, es ist eine Aktion von substanzlos raffinierten Protagonisten eines politisch geförderten Machtapparates gegen die Kreativität und die fruchtbare Öffentlichkeitsarbeit eines außergewöhnlichen Literaten, die letzten Endes gegen alle Schreibenden gerichtet ist. Man könnte schier verzweifeln, dass so etwas gerichtlich verurteilt wird. Hunderwasser hat einst seine Notdurft vor der Türe der damaligen Stadträtin Gertrude Sandner verrichtet, was verständlich war aber nicht nachahmenswert ist. Denken Sie auch wie die Österreichische Unkulturszene Thomas > durch den Schmutz gezogen hat und wie die Literatur des Massenmörder Unterweger gefördert wurde. Die Gerichtsbarkeit Österreichs hat auch das Privileg den nationalsozialistischen, sadistischen Kinder Massenmörder >, bis zu seinem Tod, einen Heiligenschein ausgestellt zu haben.
  Auch ich habe an Ihren Gedichtsbäumen mit Freude geerntet. Wenn es hoffnungslos erscheint, die Hoffnung stirbt nicht zuletzt – sondern bleibt bestehen so lange man lebt. Hier wurde die Kernsubstanz Ihrer lyrischen Arbeit, von der Stadt Wien nicht einmal toleriert sondern ständig gnadenlos sabotiert und vernichtet, obwohl Ihre Lyrik nie den Rahmen der Kunst verlassen hat und auch nicht den Anschein einer Provokation oder Beleidigung hervorruft. Sie ist im Gegenteil davon, im Einzelnen und im Gesamten ein Denkzettel deren Inhalt, das Volumen der Köpfen der Aktionäre gegen Sie, sprengt. Diese Niederschrift ist allerdings geduldig, weil ich nicht selber durch das Gefängnis bedroht bin, doch denken Sie daran Ihre Berufung nicht wegen einer Ansammlung von, durch Steuergeldern bezahlten, Kunstbanausen im Staate Österreich und speziell in Wien, leichtfertig aufs Spiel zu setzen.
  Für den derzeitigen Wiener Stadtrat^ für Kultur wäre auch die vorher zitierte Hundertwasser Aktion zu schade, sein Horizontradius endet beim Bonbonball und reicht auch nicht über den Marchfeldnerhof hinaus. Kunst und Kreativität findet immer wieder einen Weg, denn es gibt dazu keine Alternative. MfG
 
Kultur Anderl Mailath 2010-03-19 >
  Mailath-Pokorny Andreas, Dr. Amtsführender Stadtrat (SPÖ), Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft andi.mailath@gku.wien.gv.at
  Sehr geehrter Hr. Dr. Mailath-Pokrny, wegen dem vom Museumsquartier angestrebten Urteil, gegen den Zetteldichter Seethaler ergeht eine Protestnote an Sie persönlich. Wie man hier einen freischaffenden Poeten, wegen lächerlichen Delikten, aburteilt ist die Visitenkarte der Kulturstadt Wien und ihres Kulturstadtrates.
  Ein solcher mit Steuergeldern geförderten "Öffentlicher Museums Quartier Raum" der Stadt Wien ist entbehrlich. Ich danke für Ihre Reaktion bzw. für die stillschweigende Außer Streitstellung dieses Textes. MfG
 Keine Notdurft 2011-02-10
 Hunderwasser hat einst seine Notdurft vor der Türe der damaligen Stadträtin Gertrude Sandner verrichtet, was verständlich war aber nicht nachahmenswert ist.
  Anmerkung^: Für den derzeitigen Wiener Stadtrat für Kultur wäre auch die vorher zitierte Hundertwasser Aktion zu schade, sein Horizontradius endet beim Bonbonball und reicht auch nicht über den Marchfeldnerhof hinaus.
 
Für "Freiheit im MQ!" 1.2.002Mtgl.  2.17.474Mtgl.
e3 Waldner Banausencausa M.Q.  2010-09-10
  Museums Quartier Eigentümer: Republik Österreich 75% Bund 25% Gemeinde Wien Aufsichtsrat Vorsitz:  Dkff. Wilhelmine Goldmann Goldmanns Bereicherungen^ "Es ist jedenfalls gut, dass Frau Goldmann ihren Verweis für ihre Privataktivitäten auf Firmenkosten (der ÖBB) kassiert hat." Quelle
ÖBB-Managerin Goldmann wird nur verwarnt! Der Aufsichtsrat der ÖBB-Personenverkehrs AG hat am Donnerstag Vorstandsdirektorin Wilhelmine Goldmann wegen der "Verwendung betrieblicher Mittel für nicht betriebliche Zwecke" einen Verweis erteilt, diese aber nicht, wie vielfach erwartet, fristlos entlassen. Aufsichtsratschef Fredmund Malik und ÖBB-Chef Huber begründeten das Vorgehen mit prinzipiellen Überlegungen. Der Aufsichtsrat sei einstimmig zur Meinung gelangt, dass....Quelle
 Geschäftsführung: Dr. Wolfgang Waldner office@mqw.at Eine "Überreaktion des Personals" habe zur Kontroverse geführt; so GF Waldner. Darauf hin formierten sich 2 Gruppen "Freiheit im MQ!" Man habe nur vorbeugend Exzesse verhindern wollen. Waldner hatte gegenüber Medien bereits betont: Das grundsätzliche Verbot mitgebrachter alkoholischer Getränke sei von der Polizei und Anrainern gefordert worden. Auch sei das MQ rechtlich gesehen Privatgrund mit öffentlichem Durchgangsrecht, wurde betont.
  Ausgerechnet das Museums Quartier, das sich als Hort künstlerischer Toleranz und kultureller Liberalität, vor allem aber schicker Freizeitmode, generiert, scheint dem Zetteldichter nun das Genick der dichterischen Freiheit gebrochen und zugleich seine wirtschaftliche Existenz vernichtet zu haben. Ausgerechnet im Museums Quartier wurde Kunst zur Sachbeschädigung! Das mit abwaschbarem, nicht wetterfestem Edding - Stift. Daraufhin haben M.Qu. - Mitarbeiter gegen den Dichter Strafanzeige erstattet und dreizehn Steinplatten à 390,- Euro, Gesamtschaden 5.070 Euro [!!!], beklagt. Obwohl es keinerlei Schaden gibt!
  Helmut Seethaler Wiener Poet im öffentlichen Raum wegen plagiati corpus delicti (Gerichtplagiat) vom Museums - Quartier geklagt, verurteilt und mittels Polizeieinsatz erfolgte von seiner Wohnung aus die Zwangsvorführung zur Amtsärztin. ..."das Museumsquartier^ wollte sich bei Bekanntwerden der Anklage selbst vom Verdacht freisprechen, dass es als ein höchst subventionierter stadt- und staatsnaher Großkulturbetrieb einen für seine Arbeit im öffentlichen Raum selten bis nie ausgezeichneten österreichischen Schriftsteller vor Gericht und um seine Existenz bringt, weil er ein paar Steinplatten auf dem riesengroßen Aufmarschgebiet vor dem Museumsquartier abwaschbar beschriftet hat".
Das Wiener Museums Quartier gesteht, dass ihr "Zeuge" gelogen hat^, weil MQ - Direktion ihn unter Druck setzte: Zum entfernen gab es nichts: Meine GEHSTEIG-GEDICHTE  verschwanden durch Witterung und 10.000e Schuhe der Passantinnen und Pasannten in 3 wochen von selbst! Dennoch ließ mich das MQ wegen schweren Sachbeschädigungen zu 2 Monaten Gefängnis verurteilen. Sogar die Berufung bestätigte die Strafe. 
MUSEUMSQUARTIERGERICHT 2010-03-19 3v3
  an Irene Preißler <ipreissler@mqw.at> Datum 19. März 2010 13:48 Betreff Re: MUSEUMSQUARTIERGERICHT gegen Kunstfreiheit Sehr geehrter  Herr Dr. Wolfgang Waldner Direktor, Museums Quartier Wien. p. Adr.<ipreissler@mqw.at> Danke für Ihr Mail, bezüglich einer Anzeige gibt indirekte Möglichkeiten, gegen eine Person, um nicht direkt als Anzeiger aufzuscheinen. Ihr Vergleich mit dem von Ihnen zur Anzeige gebrachten Fall, mit Herrn Seethaler zeigt den wahren Hintergrund. Danke für die Information, die Polizei ermittelt und nicht das Salzamt und dass Sie kein Angehöriger der Justiz sind. MfG
Keine Anzeige erstattet 2010-03-19 2v3
2010/3/19 Irene Preißler <ipreissler@mqw.at> Sehr geehrter Herr Mayer^, wie bereits mehrfach auch gegenüber den Medien dargelegt, hat das Museums Quartier keine Anzeige gegen Helmut Seethaler erstattet. Vielmehr mussten wir wie in anderen ähnlich gelagerten Fällen aus Versicherungsgründen polizeiliche Anzeige gegen unbekannte Täter erstatten, nachdem auf dem im Eigentum der Republik befindlichen Vorplatz des MuseumsQuartier Wien 14 Steinplatten mit Farbe (nicht mit Gedichten) beschmiert worden waren. Die Platten wurden dadurch beschädigt und die Farbe ist bis heute nicht verwittert. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die MQ E+B hat keinerlei Einfluss auf ein allfälliges Strafverfahren gegen Helmut Seethaler oder andere Personen und würde an einem solchen auch nicht teilnehmen. Mit freundlichen Grüßen Irene Preißler
Von Steuergeldern geförderten Quartier 2010-03-19 1v3
   Sehr geehrter  Herr Dr. Wolfgang Waldner Direktor, Museums Quartier Wien, per Adresse MQu Presse ipreissler@mqw.at. Sie haben es gerade notwendig den Zetteldichter Seethaler anzuzeigen und somit Ihr wahres Gesicht für Ihre Freiheit der Kunst, von Ihrem von Steuergeldern geförderten Quartier aus, zu offenbaren. Ziehen Sie daher bitte Ihre Anzeige gegen die Freiheit der Kunst im öffentlichen Raum zurück. "Nach 37 Jahren Verbreitung meiner Gedichte (und 3.500 Anzeigen) muss ich ins Gefängnis: 'Für beschreiben des Gehsteigs vorm Wiener Museumsquartier wurde ich vom Museumsquartier mehrmals wegen schweren Sachbeschädigungen angezeigt': Sie wollen den Gehsteig auswechseln! Es War aber ein leicht abwaschbarer Stift. Ich bekam 2 Monate bedingt auf 3 Jahre. Am Ende der Verhandlung verlas die Richterin den bereits vorher verfassten Schuldspruch: Jede Veränderung des Öffentlichen Raumes ist strafbar! Wozu verhandeln, wenn Urteil feststeht." So der betroffene Poet. Dazu passt nur ein Zitat von Thomas Bernhard: Ich danke für Ihre Reaktion bzw. für die stillschweigende Außerstreitstellung des Textes. MfG Bruno Mayer
Sie (aber besonders Sie Frau Goldmann^ im Museumsquartier) sitzen noch immer im auf ihren dicken (ARSCH) ÄRSCHEN in Tausenden und Hunderttausenden Ämtern, in allen Winkeln des Staates u. haben nichts als die Auslöschung und das Umbringen im Kopf."Thomas >

PRÄAMBEL  m.bruno@gmx.at  Adresse
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