89 ![]() ![]() ![]() ![]() 1931 - 1989![]() ![]() 09.02.1931-12.02.89 Ein Mann der Weltliteratur und eine ganz ausgeprägte Einzelerscheinung unter den Grossen unserer Zeit
IMPRESSUM^ m.bruno@gmx.at >
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Wien Andersengasse 23/29/1 «» >(un)-subscribe
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![]() 2009
![]() 02 |
![]() BERNHARDWEG 2009
÷÷ 02
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BERNHARDFORUM
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ERINNERUNG
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BERNHARDWEG
Gerda.Maleta
GEHEN.DENKEN Ghanescha-Österreicher Bierführerexistenz -SPÖ.Ohlsdorf Marina.Grogger B
© G© © Ö© B© M©![]() BERNHARDWEG Horst.Gansel:
Arbeit
Mensch Maschine Bronzeguss
Hände
bewegen Ortsbrunnen
in Steinerkirchen Glücksbrunnen Hass
Bernhards Gummistiefel
Glasvitrine, erzürnt noch den im Massengrab eingescharrten Mozart
![]() > Quelle
Bernhards Fahrrad im
MusikSalon des Gläsernen Saales des Musikvereines Wiens? Hosenträgerorden-Quelle
Holzfällen
FORUM.BERNHARD
2009 Bernhard's 20. Todesjahr
Mit
Großvater-Quelle Auslöschung
Seelackenmuseum Amazon
Manfred.Mittermayer
0507 QuelleA
QuelleB
QuelleC
Kurt
Hofmann Gespräche
Karikatur1
Karikatur2
Karikatur3
Vierkanthof-Marina Grogger
Grüss.Gott.Ohlsdorf-Jörg-Martin Willnauer
|
Hasserfüllte
Verwünschungen, Diffamierungen bis zur nationalen Pogromstimmung – dem Tod von
Thomas Bernhard vor zwanzig Jahren waren die wohl bittersten
Auseinandersetzungen um eines seiner Werke vorausgegangen: Der schrille
Aufruhr, den Österreich-Chauvinisten ohne jede Textkenntnis im Herbst 1988 um
Bernhards monologisches Drama „Heldenplatz“ inszeniert hatten, hat vielleicht
sogar zum raschen Tod des aufgrund einer chronischen Lungekrankheit moribunden
Schriftstellers im Februar 1989 beigetragen. Gegen den damaligen
Gesinnungsterror selbsternannter Patrioten waren die ebenfalls durchaus
bitteren Auseinandersetzungen um seinen Roman „Holzfällen“ eher Komödie. Hanno.Kühnert, einer der luzidesten Betrachter von Recht, Gesetz und Justiz im
deutschsprachigen Journalismus, hat sich anlässlich dieser Groteske Gedanken
über die Freiheit der Kunst und das Persönlichkeitsrecht gemacht. Der
inzwischen tote Journalist, der für alle deutschsprachigen Druckmedien von Rang
und Seriosität gearbeitet hat, spiegelt 1985 die „Erregung“ des kunstvollen
Wüterichs Bernhard auf dem Fall des „Mephisto“ von Klaus Mann. So schreiben
Schriftsteller ungewollt Rechtsgeschichte.
2009.05.17 Lunaceks Rufmord ![]() >
Postmann Die Historiker^ Headsets - Wanderungen mit Fitness, Wellness und Kneipgebarungen mit garantierten Wohlfühlerscheinungen kann die Gemeinde Ohlsdorf, mit den lächerlichen unleserlich kleinen Textpassagen in ihrer HP, ohne Übertreibung und bei Gott oder gottseidank noch nicht auf ihren Folder schreiben. Auch der Folder ist so ein Anglizicissimus, im Englischen ist er ein Ordner oder ein Aktendeckel auf gut Deutsch wird aus ihm ein gefaltenes Papier. Immerhin bei den eingebürgerten Hinterunterohlsdorfer Vor- und Nachalpen Gmundner - bergüberragende Geistesgrößen ist bei den urdümmlichen mundartlichen Headsets, so wie bei den standardgemäßen Headsetsausführung, die aus aus Kopfhörern mit eingebauten Mikrophon bestehen, die Möglichkeit gegeben sich sprachlich über Geschmacklosigkeiten auszulassen. Sollte aber der Offenbarungsdrang und das Mekereiverlangen noch nicht damit gestillt sein - bleibt immer noch der Weg, zum unzensurierbaren Wanderbuch^. Speziell die Archivare, Germanisten, Histeriker und besonders die dichtenden Pfifferlinge können ihren Verewigungsdrang dort ungehindert ausleben. Ob es sich bei den Stühlen^, die bei den Wanderstationen aufgestellt sind, um Ansitzstühle, Hörstühle, Lehrstühle beziehungsweise Leerstühle oder Stuhlgangstühle handelt - oder ob es einfache Sitzgelegenheiten als Stuhlreste Überbleibsel von der Landesausstellung sind? Hier liegt das Lebenswerk des Herrn Hubers und eine für ihn erfüllende Feldforschungsarbeit noch offen dar. Was bedeuten die bernhard'schen Gummistiefel - oder sind es vielleicht gar Lederstiefel, die in einer Glasvitrine inmitten des Vorraumes im Berhardhaus stehen? Hier wird, dem Anscheine nach, der duftende Dichterschweiß des Dichtergehwerkes für die Nachwelt sichergestellt. Geschickte Werbefachleute haben damit eine Vorstufe für einen auf den Markt zu bringenden Berhard Fußspray errichtet. Das zur Schaustellung, im Salon des Gläsernen Musikvereinsaales in Wien, aufgestellt gewesene bernhard'sche Fahrrad^ - als Ausdruck der Freunde schöner Götzenfunken unter dem Motte; "Ich weiß nicht was soll das bedeuten", zum 20. Todestag Bernhards für die Hermann.Beil Lesung? Eine oberflächliche Bedeutungslosigkeit eines ganz natürlich sogenannten Bernhardweges? Was sind also die ohlsdorfer'schen in der Gegend frei herumstehenden Stühle wirklich? Und was hat man bei der Errichtung der in Ohlsdorf herumstehenden Wanderwegstühle, versucht zum Ausdruck zu bringen? Eines steht allerdings fest, im Sitzen kann man die Texte auf der Innenseite der Stuhllehnen nicht wahrnehmen, im Stehen ist die Schrift zu klein und im Liegen zu hoch, es bleibt nur ein Kniefall für diese Peinlichkeit. "Bernhard hat sich die Gegend erschlossen und erwandert," "der Bernhard Weg soll kein Weg auf den Spuren von Bernhard sein"? "Er ist ganz einfach ein Weg, bei dem Landschaft und Orte passiert werden, die auch in Bernhards Literatur eine Rolle spielen. Orte und Landschaften die Bernhard nie betreten hat sollen in seinen Werken eine Rollen spielen? Fragen über Fragen, die auch die Fragwürdigkeit einer Hinterfragung, dieser sich selbst entblößenden Offenbarungen über einen Verflossenen, als unzweckmäßig und sinnlos in Frage stellen. Wenn sich auch Bernhard im Grab nicht mehr aufbäumen kann, so kämpft sein Geist, so wie in seinem irdischen Dasein, gegen die Windmühlen der politischen und kulturellen Hydraschlangen - Beschwörer des österreichischen Staates. Was es auch immer sei, von Bernhard
Sinn ist kein Quäntchen dabei. Den Archivaren, den Germanisten, der
ganze Bernhardgesellschaft kann man nur mit Bernhard selbst begegnen:
"Sie
sitzen (noch immer) auf ihren
dicken ÄRSCHEN^ in Tausenden und
Hunderttausenden Ämtern, in
allen Winkeln
des
Staates........"
"Die Historiker Germanisten und
Archivare wissen auch, dass sie ihre Geschichten zu einem
bestimmte Zweck schreiben - nicht selten, um die Gegenwart oder die
Vergangenheit entweder zu verherrlichen oder zu verdammen."
Sie kommen im allgemeinen nicht zur Hochzeit, sondern zum Begräbnis. In jedem Falle tun sie sich mit einer Autopsie leichter als mit der Berichterstattung über offene Entwicklungsprozesse" - nach Neil.Postman >, Das Technopol,
204 - Das
Verschwinden der Kindheit, 1983Im oberösterreichischen Salzkammergut lädt die Gemeinde Ohlsdorf dazu ein, auf einem speziell markierten Rundweg jene Gegend im Gehen zu erfahren, in der sich Bernhard vor mehr als 40 Jahren ansiedelte, und sich dabei auch gedanklich mit seiner Literatur zu beschäftigen. Auf 11 Einzelstationen sind signifikante Zitate aus Bernhards Werk ausgestellt, die Assoziationen zu bestimmten Aspekten aus seiner literarischen Welt auslösen. Eine weitere, akustische Ebene ist über Headsets zugänglich, aus denen längere Textausschnitte von Bernhard und anderen Autoren zu hören sind. Der gehende Bernhard, die Idee eines Bernhard-Weges ist so abwegig nicht, spielt doch das Gehen in Bernhards Leben und Werk eine eminente Rolle: "Zahlreiche Interviews zeigen Bernhard gehend. Es ist auch dokumentiert, dass er - gerade in den Jahren nach seiner Ansiedelung - die Gegend erschlossen, erwandert hat. Das spiegelt sich offenbar auch in seinem Werk wieder." Der Thomas-Bernhard-Weg, der auch ganz einfach ein Weg ist, bei dem Landschaft und Orte passiert werden, die auch in Bernhards Literatur eine Rolle spielen. Als Einstieg für den 12 km langen Rundweg, der sich auch in zwei kleinere 8 km-Runden unterteilen lässt, stehen Parkplätze im Ort Ohlsdorf, beim Bernhard-Haus in Obernathal sowie bei der Kohlwehr zur Wahl. Noch idealer ist jedoch der Einstieg in der Nachbargemeinde Laakirchen, mit dem Papiermachermuseum Steyrermühl. Vor dem Museumscafé befindet sich ein Wegweiser des Thomas-Bernhard-Weges (ein Steinblock mit Richtungspfeil und BernhardSignatur), der uns über den Traunsteg ans jenseitige Ufer leitet. Ein kurzer Abstecher traunabwärts führt zum „Gschröff“, dem ältesten Flusskraftwerk Östereichs. Der Themenweg zweigt kurz vorher links zur Anhöhe ab und folgt der Traun flussaufwärts einen den bereits auf Ohlsdorfer Gemeindegebiet gelegenen Weiler Ehrenfeld zum Gasthof Enichlmayr, in dem Thomas Bernhard häufig verkehrte. Gegenüber bei der alten Kegelbahn finden wir auf einer einem Ohrensessel, (nachempfundenen Eisenskulptur) die erste von elf signifikanten, teilweise recht kritischen Textpassagen, die, oft schwer ergründlich,zum Denken und Gehen anregen sollen. Aber auch zum Schauen und Beobachten, denn meist stehen diese Kunstobjekte gut getarnt am Wegrand, wie etwa nach dem Waldanstieg zum Sandhäuslberg oder – nach dem die Abkürzung nach Hildprechting (Lourdeskapelle mit Heilbrünnl) – bei dem von Gebüschen umsäumten Löschteich kurz vor der Ortschaft Obernathal, wo sich auch Bernhards Vierkanthof befindet. Durch ein Fernrohr ist Schloss Wolfsegg zu sehen, in dessen Sichtweite Thomas Bernhard einen weiteren Wohnsitz hatte. Auf verkehrsarmen Güterwegen geht’s vorbei an den nächsten zwei Stationen in der Ortschaft Traich und im Kirchholz hinauf nach Ohlsdorf (538 m), wo die auf einem Hügel erbaute Wallfahrtskirche (Hochaltar wird der Gmundner Schwanthaler-Gruppe zugeschrieben) zum Innehalten einlädt. Einkehrgelegenheit in den Gasthöfen Kirchenwirt und Asamer. Die Beschilderung führt nun über die Stationen Peiskam und Khagfeld (schöne Ausblicke zum Traunstein) abwärts in denAuwald zur Einbindung der Kurzvariante. Begleitet von weiteren Bernhard-Zitaten geht’s dann am historischen Traunreiterweg recht romantisch entlang der tief eingefurchten Traun über die Schottergrube Aupointen, Danzermühle und Kohlwehr (Einkehrgelegenheit) wieder zurück nach Laakirchen. Gehzeit: Je nach Zeit und Muße 3 bis 4 Stunden Wegbeschaffenheit: Gut markierte Wald- und Güterwege, auch für sportliche Kinderwagen geeignet. Für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson eignet sich die südliche Kurzvariante Ohlsdorf – Hildprechting. Quelle 2009.05.30 Wegaufschriften Gehen und denken
Wenn ein einfacher Mensch spricht, ist das eine Wohltat. Er redet er
schwätzt nicht... Einem Maurer, einem Holzfäller können wir zuhören. TB Im Grunde war dieser Weg nach Traich ein deprimierender und wird doch, wie ich immer wieder dachte, ein zweckloser sein. Oder wird doch nicht ganz zwecklos sein, wie ich im Augenblick dachte, dachte ich und ging noch schneller auf Traich zu. Der Untergeher TB Andererseits müssen wir gehen um denken zu können, sagte Öhler, wie wir denken müssen, um gehen zu können, eins aus dem anderem und eins aus dem anderem mit einer immer noch gröberen Kunstfertigkeit. Gehen TB Tatsächlich verlieren im Wald alle die hineingehen, augenblicklich die Orientierung, geehrter ich habe noch nie einen Menschen getroffen, der in den Wald nicht die Orientierung verloren hätte. Watten TB (ein Nachlass) Und manchmal denke ich, ob nicht die Luft von der Papierfabrik so stark vergiftet ist, dass sie für mich tödlich ist, auf Dauer, dass ich schon jahrzehntelang die von der Papierfabrik vergiftete Luft einatme, gibt mir auf einmal zu denken. Beton TB (Wehr) Wo ein Wald war ist eine Schottergrube, wo eine Wiese war ist ein Zementwerk. Der Theatermacher TB (Schottergrubenhochstand) Es ist ein ständiges zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Kopfes denken und zwischen allen Möglichkeiten eines menschlichen Hirns empfinden. Gehen Vielleicht sind die Menschen in dieser Gegend noch roher als in meiner heimatlichen, vielleicht noch kälter noch infamer. Das steht aber fest, dass der Fremde, der in eine ihm noch völlig unbekannte Gegend und unter ihm völlig neue Menschen kommt, diese immer als viel kälter und infamer empfindet, als sie es in Wirklichkeit sind. Ja TB Während wir immer gedacht haben, wir können Gehen und Denken zu einem einzigen totalen Vorgang machen auch für längere Zeit, muss ich jetzt sagen, dass es unmöglich ist, Gehen und Denken zu einem einzigem totalen Vorgang zu machen auf längere Zeit. Denn tatsächlich ist es nicht möglich, längere Zeit gehen und zu denken in gleicher Intensität, einmal gehen wir intensiver, aber denken nicht so intensiv, wie wir gehen, dann denken wir intensiv und gehen nicht so intensiv wie wir denken, einmal denken wir mit einer viel höheren Geistesgegenwart, als wir gehen und einmal gehen wir mit einer viel größeren Geistesgegenwart als wir denken, wir können aber nicht mit der gleichen Geistesgegenwart denken und gehen, sagte Öhler, wie wir nicht mit der gleichen Intensität auf längere Zeit gehen und denken und Gehen und Denken immer noch mehr auf längere Zeit als ein totales Ganzes und ein totales Gleichwertiges machen können. Gehen wir intensiver, lässt unser Denken nach, sagt Öhler, denken wir intensiver, unser Gehen. Andererseits müssen wir gehen, um denken zu können, sagt Öhler, wie wir denken müssen um gehen zu können, eins aus dem andern und eins aus den andern mit einer noch immer größer werdenden Kunstfertigkeit. Aber alles immer nur bis zum Grade der Erschöpfung. Wir können nicht sagen, wir denken, wie wir gehen, wie wir nicht sagen können, wir gehen, wie wir denken, weil wir nicht gehen können, wie wir denken, nicht denken, wie wir gehen. Gehen wir längere Zeit intensiv in einem intensiven Gedanken, sagt Öhler, so müssen wir das Gehen bald abbrechen oder das Denken bald abbrechen, weil es nicht möglich ist, längere zeit gleich intensiv zu gehen und zu denken. Wir können auch ohne weiteres sagen, dass es uns oft gelingt, gleichmäßig zu gehen und gleichmäßig zu denken, aber diese Kunst ist offensichtlich die allerschwierigste und die am wenigsten zu beherrschende. von dem Einem sagen wir, er ist ein vorzüglicher Denker, von dem Andern sagen wir, er ist ein vorzüglicher Geher, aber wir können nicht von einem einzigen sagen, er sei ein vorzüglicher (oder ein ausgezeichneter) Denker und Geher zugleich. Andererseits sind Gehen und Denken zwei durchaus gleiche Begriffe und wir können ohne weiteres sagen (und behaupten) dass der, welcher geht und also der, welcher beispielsweise vorzüglich geht, auch vorzüglich denkt, wie der, der denkt und also auch vorzüglich denkt, auch vorzüglich geht. Wenn wir einen Gehenden genau beobachten, wissen wir auch, wie er denkt. Wenn wir einen Denkenden genau beobachten, wissen wir auch, wie er geht. Wir beobachten einen Gehenden längere Zeit auf das genaueste und kommen nach und nach auf sein Denken, auf die Struktur seines Denkens, wie wir, wenn wir einen Menschen längere Zeit beobachten, wie er denkt, nach und nach drauf kommen, wie er geht. Beobachte also längere Zeit einen Denkenden und beobachte dann, wie er geht, umgekehrt, beobachte längere Zeit einen Gehenden und beobachte dann, wie er denkt. Nichts aufschlussreicher, als wenn wir einen Denkenden gehen sehen, wie nichts aufschlussreicher, wenn wir einen Gehenden sehen, der denkt, wodurch wir ohne weiteres sagen können, wir sehen, wie der Gehende denkt, wie wir sagen können, wir sehen, wir sehen, wie der Denkende geht, weil wir den Denkenden gehen sehen, umgekehrt, den Gehenden denken und so fort, sagt Öhler. Gehen und Denken stehen in ununterbrochenen Vertrauensverhältnis zueinander, sagt Öhler. Die Wissenschaft des Gehens und die Wissenschaft des Denkens sin im Grunde genommen eine einzige Wissenschaft. Es scheint ein gemeinsames Maß zu geben: Denken auf Kosten des Gehens ist möglich. Seine
körperliche Hinfälligkeit auf einmal einerseits, sagt Öhler, die
plötzliche Unheimlichkeit und die plötzliche Ungeheuerlichkeit des
Denkens seines Kopfes andererseits...Rezension ÷
10.09.2009 BIOGRAPHIE UND WERKVERZEICHNIS ![]() BERNHARD STIFTUNG
(Goethe schtirbt. In: Die
Zeit, 19. März 1982)Auszeichnungen
1.↑ Zitat
aus Bernhards Dankesrede in:
Martin Huber und Wendelin Schmidt-Dengler: Die Romane, Nachwort Umspringbilder, Seite 1781.
÷
2.↑ Unterrichtsminister Theodor.Piffl-Percevic fasste Bernhards Dankesrede zum Förderungspreis für Literatur am 4. März 1968 als Beleidigung Österreichs auf, er trat mit erhobenen Fäusten und den Wort Hund Thomas Bernhard näher, lief aber dann wutschnaubend die Festsaaltür zuschlagend davon. Dieses Ereignis verarbeitet Bernhard in Wittgensteins Neffe. ![]() "Es
ist nichts zu loben, nichts anzuklagen, aber es ist vieles
lächerlich; es ist alles lächerlich, wenn man an den Tod
denkt. Man geht durch das Leben, beeindruckt, unbeeindruckt, durch die
Szene, alles ist austauschbar, im Requisitenstaat besser oder
schlechter geschult: ein Irrtum! Man begreift: ein ahnungsloses Volk,
ein schönes Land - es sind tote oder gewissenhaft gewissenlose
Väter, Menschen mit der Einfachheit und der Niedertracht, mit der
Armut ihrer Bedürftnisse.
Die Zeitalter sind schwachsinnig, das Dämonische in uns ein immerwährender vaterländischer Kerker, in dem die Elemente der Dummheit und der Rücksichtslosigkeit zur täglichen Notdurft geworden sind. Wir sind Österreicher, wir sind apathisch; wir sind das Leben als das gemeine Desinteresse am Leben, wir sind in dem Prozeß der Natur der Größenwahnsinn als Zukunft, was wir denken, ist nachgedacht, was wir empfinden, ist chaotisch, was wir tun ist unklar. Wir brauchen uns nicht zu schämen, aber wir sind auch nichts und wir verdienen nichts als das Chaos." 1968
Kleiner Staatspreis, Hr. Piffel
(ÖVP Kunst
Minister) preist Thomas Bernhard als Autor von
Südseegeschichten und nennt ihn einen holländischen
Auslandsösterreicher. Nach der von Bernhard gehaltenen
Laudatio, beschimpft er Bernhard mit "Hund"
und geht mit den erhobenen Fäusten auf ihn los, schlägt aber
dann nur, nach dem Hinausrennen aus dem Festsaales,
die mit aller seiner zur Verfügung stehenden Gewalt zu.
÷ 20090904 Der Aufreger Beschimpfung.
Thomas Bernhards Dankesrede bei der Verleihung des "Kleinen
Österreichischen Staatspreises" gerät zur Mutter aller Bernhard Eklas.
Der erst seit wenigen jahren bekannte Autor beschimpfte die
Österreicher dabei als "Geschöpfe der Argonie". "die Zeitalter sind
schwachsinnig, der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum
scheitern, das Volk als solches, das ununterbrochen zur Infamie und zur
Geistesschwäche verurteilt ist." Der Unterichtsminister Piffl-Percevic verließ den Saal und warf dem undankbaren Literaten ein "Wir sind trotzdem stolze Österreicher!" an den Kopf. Bernhard hatte umgehend seinen Ruf als notorischer Querunlant dadurch abgelegt. Kleine Zeitung 20080504. Anmerkung: Berhard ist in Weltliratur, Piffl-Percevic und Herta Firnberg sind als Kunstbanausen verewigt. ÷ Herta Firnberg 1909-94 Quelle ![]() Grillparzer-Preis
1972
"Es war der
hundertste
Todestag GRILLPARZERS und
gerade an diesem Todestag mit dem
Grillparzerpreis ausgezeichnet zu werden, empfand ich als
außergewöhnlich, jetzt zeichnen mich die Österreicher,
meine Landsleute, die mich bis zu diesem Zeitpunkt immer nur mit den
Füssen getreten haben, sogar aus, dachte ich und ich glaubte
tatsächlich, ich hätte einen Höhepunkt
erreicht..............." "Ein PREIS wird einem nur von
inkompetenten Leuten verliehen, die einem auf dem Kopf machen wollen
und die einem ausgiebig auf den Kopf machen, wenn man ihren Preis
entgegennimmt"
Fr.
Firnberg (SPÖ
K. Ministerin): "Wo ist er denn unser
Dichterling." Thomas
Bernhard hatte,
mit den
Seinen, in der Mitte des Festsaales der Akademie der
Wissenschaften Platz genommen. Wenn ihn nicht zufällig
ein Besucher erkannt hätte, hätte die Preisverleihung
nicht stattgefunden. Die
Preisverleihungen
widerten ihn an, später
lehnte er dann fast alle Preise, auch die hochdotierten, ab. Spanien,
Frankreich und Italien sind die Länder in
denen Bernhard am besten angenommen und begeistert gelesen
wird. Die Wirkung der Zitate kann durch
keine
anderer Publikation nur anähernd erreicht werden. Ruprecht.Hattinger
÷ "Sie
sitzen (noch immer) auf ihren
dicken ÄRSCHEN in Tausenden und
Hunderttausenden Ämtern, in
allen Winkeln
des
Staates u. haben nichts
als die Auslöschung und das Umbringen im Kopf."
÷
"Je
trostloser desto lieber,
wohin man schaut keine AUSSICHT. Das
ist nicht mehr das Sein, das aus ist das Ziel, das ist der einzige
tröstliche Gedanke." Der Theatermacher÷
"Die miserabelsten AUTOREN sind die,
die alles schon festlegen und
dem Schauspieler bereits mit den ersten zwwei Sätzen den Hals
zuschnüren."÷
"Mit ÄRZTEN war
ich
befreundet, solang ich noch Geld hatte, aber dann, wenn du
kein's mehr hast, behandeln sie dich wie eine Sau."
Wittgensteins.NeffeS.73÷
"Eine BIERFÜHREREXISTENZ
sein, dachte ich, Tag und
Nacht Bierfässer auf- und abladen un durch die Wirtsvorhäuser
Oberösterreichs rollen und mit all diesen verkommenen Wirtinnen
immer wieder zusammen sitzen und jeden Tag todmüde ins Bett
fallen, dreißig Jahre, vierzig Jahre lang." Der
Untergeher÷
"Meine
Erfahrung ist die, dass die EINHEIMISCHEN
gegen die Fremden
immer nur argwöhnisch und in ihren Empfindungen, wenn
überhaupt, nur schmutzig und gemein sind. Der Fremde, so
gutmütig und gutwillig und in der allerbesten Absicht kann er gar
nicht in diese Gegend kommen, wird von den Einheimischen beschmutzt,
heruntergemacht, es gibt viele Beispiele dafür." Prosatext
"Ja"÷
"Ein GEISTESMENSCH wird nie
verstanden hat der Professor gesagt ein Geistesmensch ist immer
unverstanden ganz alleine geht ein Geistesmensch durch sein Leben wenn sie auch
alle erfrieren an seiner Seite." Heldenplatz÷
"Eine GESELLSCHAFT,
die zwei
Minuten Finsternis nicht verträgt, kommt ohne mein Schauspiel
aus."÷
"Haßt
dich
selbst, dann verzeiht dir GOTT."÷
"Es war der
hundertste
Todestag GRILLPARZERS
und gerade an diesem Todestag
mit dem
Grillparzerpreis ausgezeichnet zu werden, empfand ich als
außergewöhnlich, jetzt zeichnen mich die Österreicher,
meine Landsleute, die mich bis zu diesem Zeitpunkt immer nur mit den
Füssen getreten haben, sogar aus, dachte ich und ich glaubte
tatsächlich, ich hätte einen Höhepunkt
erreicht..............."÷
"Die
KUNST ist
das Höchste und das
Widerwärtigste gleichzeitig." Alte Meisiter S79÷
"Das
Geschäft der KUNSTHISTORIKER
ist das übelste Geschäft, das es gibt, und ein
schwätzender
Kunsthistoriker und es gibt ja nur schwätzende Kunsthistoriker,
gehört
mit der Peitsche verjagt." Alte Meister S43÷
"Ich
brauche etwas zum LEBEN, also: Wenn ich nichts habe, muss ich,
wie
jeder andere Mensch auch, arbeiten gehen. Dagegen habe ich nichts, im
Gegenteil: Holzhacken oder Ähnliches ist mir die längste Zeit
lieber als Schreiben, aber dann kann ich auch nicht daran denken, den
Roman, an dem ich arbeite, weiterzubringen." Briefwechsel
Verleger Unseld÷
"Die LEHRER verderben die
Schüler, das ist eine jahrhundertealte
Tatsache, und die österreichischen Lehrer inbesondere verderben in
den
Schülern vor allem von Anfang an den Kunstgeschmack." Alte Meister S51÷
"Ausgerechnet der MENSCH ist
unmenschlich."÷
"Aber diese ganze MENSCHHEIT lebt ja schon die längste Zeit im
Exil, weil sie auf die geniaste Art, weil sie sich selber in
rücksichtsloser Weise aus der Natur hinaus komplementiert"÷
"Die NATURBESCHREIBUNGEN sind dumm, die
Natur ist doch vollkommen, was soll
man
da noch beschreiben? Interessant sind aber die Vorgänge in der
Natur.
Es hat
Sinn die inneren Vorgänge, die man nicht sieht, aufzuschreiben.
Eine
geniale Idee allein aber genügt nicht, Erregung macht Leben, macht
Bücher,
macht Perfektion! Ein Stück meines Lebens - 50 Jahre Klischee von
der
Vergangenheitsbetrachtung. Alles ist immer unklarer geworden, ein
Geflüster, doch was soll schon peinlich sein? Man löst sich
und macht
auf und jeder kann sich herausnehmen was er will, das wär's. Der
Tod
ist mir in die Wiege gelegt und verfolgt mich ständig, der Tod hat
mich aber auch stark gemacht. Ich kämpfe mit ihm, ich wehre ihn
ab,
ich
fürchte mich aber nicht vor ihm denn, ich lehne ihn nicht ab.÷
Die ÖSTERREICHER
haben nicht den geringsten Geschmack, jedenfalls schon lange Zeit nicht
mehr, wo man hinschaut, herrscht die allergrößte
Geschmacklosigkeit. Und was für eine allgemeine
Interesselosigkeit... Ein so dummes Volk, sagte ich, und ein so
herrliches Land, dessen Schönheit andererseits unübertroffen
ist. Auslöschung.
Ein
Zerfall÷
"Wir
müssen
den PAPST von Angesicht zu
Angesicht sehen und
persönlich feststellen, dass er alles in allem ein genauso
hilflos-grotesker Mensch ist, wie alle andern auch,
um es aushalten
zu können." Alte Meister S34÷
"Ob rot oder
Schwarz die POLITIKER sind alles Falotten!"
"In
den letzten fünfzig Jahren haben die REGIERENDEN
alles zerstört und es ist nicht mehr gutzumachen, die Architekten
haben
alles zerstört - mit ihrem Stumpfsinn. Das Volk hat alles
zerstört - mit seinem Stumpfsinn, die Parteien und die
Kirche, haben alles zerstört - der immer ein
niederträchtiger Stumpfsinn gewesen ist." Heldenplatz÷
"Wenn Sie die
Zeitung aufmachen in der Frühe, regen Sie sich schon ganz
automatisch über die Scheußlichkeiten und die Verbrechen
unserer POLITIKER auf. Da haben Sie
ganz automatisch den Eindruck, dasss alle Politiker krimminele
Erscheinungen sind und von Grund auf verbrecherisch und eine Horde von
Schweinehunden." Alte Meister
S239 ÷
"Wo ein POLITIKER
auftritt, tritt
eigentlich ein Totengräber des Staates
auf. Was
die
Künstler und Wissenschaftler
aufgebaut haben, ruinieren
die
Politiker. Die
Künstler erschaffen an jedem Tag die
Welt, und die
Politiker
ruinieren sie."÷
"Ein
PREIS wird einem nur von
inkompetenten Leuten verliehen, die einem auf dem Kopf machen wollen
und die einem ausgiebig auf den Kopf machen, wenn man ihren Preis
entgegennimmt"÷
÷
"Ich
geh oft stundenlang, wochenlang um
den heissen Brei herum, doch oft muss ich stehenbleiben um Luft zu
holen, meine
Themen liegen weit zurück. Das SCHREIBEN ist eine Ersatzhandlung
für
Mord - deshalb die Mordstinte, das Schreiben ist auch eine
Selbstbefreiung.
Die Beherrschung ist etwas ganz Schönes, jeder braucht Regeln -
sonst
gäbe es
auch keine Erfolgsregel. Die selbst auferlegten Regeln sind immer die
besten, die
aufgezwungenen sind nur Hemmnisse. Die Fiktion ist alles, die
Vision ist mehr als Realität. Ich beschreibe nicht alles ins
kleinste
Detail, es bleibt der Spielraum des Vorausgesetzten und wer diesen
nicht besitzt, für den schreibe ich nicht."
÷
"Was
die SCHRIFTSTELLER
schreiben ist ja
nichts gegen die Wirklichkeit jaja sie schreiben ja,
dass alles fürchterlich ist dass alles verdorben
und verkommen ist, dass alles
katastrophal ist und dass alles
ausweglos is aber alles das sie
schreiben ist nichts gegen die
Wirklichkeit die Wirklichkeit ist
so schlimm."
dass sie nicht beschrieben werden kann. Heldenplatz
"Wenn man die
Schönheit dieses Landes mit der Gemeinheit dieses STAATES
verrechnet, kommen wir auf den Selbstmord."
÷
"Ich
fürchte mich nicht mehr. Ich fürchte
mich nicht mehr, was kommen wird. Mein Hunger ist ausgelöscht,
meine Qual ist ausgetrunken, mein STERBEN macht mich
glücklich."
÷
TESTAMENT"Weder
aus dem von mir selbst bei Lebzeiten veröffentlichten noch aus dem
nach
meinem Tod gleich wo immer noch vorhandenen Nachlaß darf auf die
Dauer
des gesetzlichen Urheberrechtes innerhalb der Grenzen des
österreichischen Staates, wie immer dieser Staat sich
kennzeichnet,
etwas in welcher Form immer von mir verfaßtes Geschriebenes
aufgeführt,
gedruckt oder auch nur vorgetragen werden. Nach meinem Tod darf aus
meinem eventuell gleich wo noch vorhandenen literarischen
Nachlaß,
worunter auch Briefe und Zettel zu verstehen sind, kein Wort mehr
veröffentlicht werden." Verfügung
÷
"Es
gibt Mittel, auch über den TOD hinaus zu wirrken. Aber es wäre alle
testamentarische Weitsichtigkeit vergeblich, gäbe es nicht das
Werk, das imstande ist, lebendig zu bleiben.
÷
"Es
gibt ja nicht VERLOGENERES, als diese
Geburtagsfeiern, zu welchen sich
die Menschen hergeben, nichts Widerwärtiges als die
Geburtagsheuchlerei." Alte Meister S115
÷ZITATE ENDE 30.06.2006 „Das
Salzkammergut und seine
Menschen“ lautet der Titel der OÖ. Landesausstellung^ 2008. Die an
dieser Ausstellung teilnehmenden Gemeinden des Salzkammerguts werden
mit besonderen Beiträgen Schwerpunkte zu diesem Großereignis
einbringen. Ohlsdorf wird mit dem Thema Literatur und Thomas Bernhard
würdig vertreten sein. Dabei wird ein Wanderweg „Auf den Spuren
von Thomas Bernhard“ angelegt werden und das Bernhard Haus im
Mittelpunkt eines prächtigen Rahmenprogramms stehen. Text:
Hans Quelle
Claus
Peymann schwitzt. Er wischt sich aufgeregt über die hohe Stirn,
das schüttere Haar, er putzt die randlose Brille.
Schließlich muss er zwischendurch immer wieder den Text lesen,
den ihm Thomas Bernhard vorgeschrieben hat, und nebenbei ein riesiges
Wiener Schnitzel essen. Das kann selbst souveräne Theatermacher
überfordern: Wiener Schnitzel essen, lesen, Größe
vorspielen und dazu noch auf Hermann Beil aufpassen. Was für ein
Spaß! Zurück in Wien mit einem kleinen Stück Nostalgie.
Aus den Augenwinkeln beobachtet Claus Peymann Hermann Beil, mitten im abschließenden dritten Dramolett, das auf der Sulzwiese spielt, von der aus man in der Ferne das Burgtheater sieht, schießt Peymann listige Blicke auf Beil und schwitzt dabei mächtig. Er wischt sich mit einem weißen Taschentuch wie zur Kapitulation übers ganze Ex-Burgtheaterdirektoren-Gesicht. Es muss das Höchste sein für ihn, mit Beil nach Wien zurückzukehren und Thomas Bernhard zu spielen. Der größte Dichter Österreichs, vom größten Theatermacher der Welt gespielt, vor dem dankbarsten Publikum - das ist das Höchste, was man bei diesen Wiener Festwochen erreichen kann. Wer "Claus Peymann verlässt Bochum und geht als Burgtheaterdirektor nach Wien", "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen" und "Claus Peymann und Hermann Beil auf der Sulzwiese" an einem Abend, mit nur einer Pause spielt, der kann sich alles zutrauen. Der könnte im Burgtheater den gesamten Shakespeare in allen Sprachen in nur fünf Stunden spielen. Was für ein Abend! Festwochen-Intendant Luc Bondy wird, nachdem Peymann, Beil und die reizende Carmen-Maja Antoni zum vierten Mal vor den Vorhang gerufen wurden, stehend Beifall spenden, das Publikum wird mit Tränen der Rührung und des Hasses an Bernhard denken, dessen Geist bedrohlich versöhnlich über dem Theater-Gestell von Bühnenbildner Karl-Ernst Hermann im Museumsquartier schwebt. Das aber weiß Claus Peymann noch nicht, als er Claus Peymann auf der Sulzwiese spielt und herzhaft in sein riesiges Wiener Schnitzel beißt, während er seinem Dramaturgen das Welttheater erklärt. Er sieht nur aus den Augenwinkeln, dass Hermann Beil gleichzeitig abschätzig ins Publikum schaut und formvollendet in sein Wiener Schnitzel beißt, und in diesem Augenblick weiß Peymann, dass er sein Alter Ego unterschätzt hat. Hermann Beil hat Claus Peymann regelrecht an die Wand gejausnet, er ist der regierende Schauspiel-König von Wien, wenn es darum geht, das Höchste zu erreichen, das man im Burgtheater erreichen kann, nämlich mit müheloser Leichtigkeit professionell dilettantisch in ein Schnitzel zu beißen. Auch Beil hat das Textbuch neben sich auf dem grünen Kunststoff-Vlies der Sulzwiese liegen, er blättert auch immer wieder darin, damit alle Welt sieht, dass er sich nur beiläufig spielt - aber er liest nicht nach, was er zu sagen hat. Und während Peymanns Schnitzel am Ende auf Reste reduziert ist, packt Beil sein beinahe unberührtes Schnitzel in den Rucksack. Natürlich hat Bernhard gewusst, dass Beil der größere Künstler ist. Deshalb darf Beil auch Fräulein Schneider aus Bochum spielen, die Peymann die Koffer für Wien mit den Dramaturgen und Schauspielern, Socken, Hosen und der weißen Weste packt, er darf Thomas Bernhard spielen, der den völlig überforderten Peymann beim Hosenkauf und zum Rindsuppenessen begleitet, er darf Hermann Beil spielen. Stoisch hat Beil seine Rollen angelegt. Ganz Österreich sieht man in seinem Gesicht. Peymann spielt nur Peymann. Und sieht dabei wie Bochum aus.
Am 9. Februar 2006
wäre
Thomas Bernhard 75 Jahre alt geworden. Der TV-Sender 3sat zeigte aus
diesem Anlass am 11. Februar um 20.15 Uhr die Salzburger Inszenierung
von 1992 Der
Ignorant und
der Wahnsinnige mit einem
glänzenden Bruno
Ganz, Angela Schmid, Maria Singer und Ulrich
Wildgruber. Im Anschluss lief das Porträt »Das war Thomas Bernhard«, es waren ORF Produktionen aus den
Jahren 1192 und 1994. Wenn bei aktuellen Anlässen die von ORF Kunden finanzierten Produktionen, nur vom Ausland her gesendet werden, wofür kassiert dann der ORF überhaupt seine Gebühren? Vielleicht auch um als Nebenverdienst die Pröll> Günstlerin zu versorgen. Die
Politiker sitzen, laut Bernhard, wahrlichen in allen Winkeln des
Staates, als Parteien
Kuratoren getarnt auch im ORF und die Politiker sind nicht nur gegen
die Künstler, sie runieren auch noch dazu jede Kunst.
Bei den Salzburger Festspielen 1972 wurde Der
Ignorant
und der Wahnsinnige, unter der Regie von Claus Peymann, nur
einmal aufgeführt.
Eine
Opernsängerin singt ausschließlich die Rolle der
Königin
der Nacht
aus Mozarts Zauberflöte,
das aber in den besten
Opernhäusern der Welt. Ihr Vater, alkoholsüchtig und fast
blind, begleitet sie auf ihren Tourneen. Vater und Tochter leben in
einem gespannten, jedoch untrennbar symbiotischen Verhältnis. Der
Doktor steht zwischen dem Vater, der sich von seiner Tochter
rücksichtslos behandelt fühlt, und der Tochter, die unter
ihrem Künstlerdasein leidet.
Der
Doktor greift in seiner Eigenschaft als Naturwissenschaftler wie in
einem Musikstück immer wieder sein Thema auf - ein Vortrag
über den menschlichen Körper. Zugleich steht im Mittelpunkt
der Gespräche der Künstler, der durch sein Genie dazu
verdammt ist, vor den Menschen aufzutreten, der Gesellschaft an sich
jedoch kritisch gegenübersteht. Eine Koloraturprimadonna, deren
blinder Vater, die Garderobiere und ihr Arzt in der Extremsituation
eines Opernabends und im weiteren Sinn des Lebens - die Handlung in
Thomas Bernhards Bühnenstück ist bis aufs Äußerste
verknappt, kürzelhaft entsteht eine Welt der Auflösung, der
Sinnlosigkeit, der Anarchie, gebrochen durch die Gleichung der Kunst
und der Medizin.Quelle
Der Ignorant und der
Wahnsinninge mit dem zu
Bernhard bekehrten Fritz Muliar†2009
Wien Theater in der Josefstadt
Der Ignorant und der Wahnsinnige - Sprenger; Cervik, Bißmeier,
Muliar Fr,17.02.19:30 / So,26.02.19:30 /
Di,28.02.19:30 / Mo,06.03.19:30 / Mi,15.03.19:30
121204 Glückwünsche FRITZ MULIAR 85 JAHRE †2009 Hr. Muliar bezeichnet sein ehemaliges Feindbild Hr. Peymann, mit dem er sogar eine gerichtliche Auseinandersetzung hatte, als einen ebenbürtigen Gegenspieler - an dem sich die heutiger Theaterspitzen kaum messen können DOKU HELDENPLATZ 104: Hr. Muliar (Burgschauspieler) Thomas Bernhard legt alle herabwürdigenden Worte einem jüdischen Menschen in den Mund. Eine abgeschlossene
Kaufmannslehre, das
Mozarteum und eine Tätigkeit als Gerichtsreporter in Salzburg. Thomas Bernhard wirkte bei der Rauriser Literaturtage Premiere, am 17. bis 21. Februar 1971, aktiv mit. Sein erstes Stück - ein Gegenspiel
zum
Salzburger Jedermann, Ein Fest für Boris
wurde in Österreich abgelehnt und
in
Hamburg mit Herrn Peymann erfolgreich uraufgeführt. Wahrheit! Für mich ist Thomas Bernhard nicht einfach nur jemand der Weltliteratur. Seine Weltanschauung ist zu einer Philosophie geworden, der sich jeder stellen sollte, denn sie umfasst nur die Wahrheit und nichts anderes. Thomas Bernhard erwähnt sowohl in seiner erzählenden, wie in seiner dramatischen Literatur immer wieder Namen russischer Schriftsteller: Dostojewski, Tolstoj, Lermontow, Majakovksij, insbesondere auch die anarchistischen Denker Kropotkin, Bakunin, nur die scharfsinnigen Denker, von den Philosophen war es nur Kant, der ihn faszinierte.
Um
von Ihren nunmehrigen Bernhard Lobeshymnen nicht sprechen zu
müssen -
ist allein der Name Bernhard aus Ihren Mund eine Anomalie
der Hybris. Erinnern
auch Sie sich Hr. Wendelin Schmidt-Dengler^
auf die Bernhard Erbstreit-Disskussion
im Jahre 1999 bei den IG Autoren. Schon damals bei Wittmann waren Sie
der unterwürfigste Staatsgermanist aller Zeiten. Großzügerwiese nahmen Sie aber, als dann bei dieser Auseinandersetzung Ihre Doppelverdienerolle aufgezeigt wurde, leider von einer Anzeige gegen den jungen Autor, der Sie demaskiert hatte, Abstand. Deshalb kann ich heute am 09.12.04 um 21:01 auf Ihr Gespräch mit Hr. Kerbler als Ö1 Hörer gerne verzichten . <wendelin.schmidt-dengler@univie.ac.at>Fri, 10 Dec 2004 17:22:40 +0100 -------- Ursprüngliche Nachricht --------Betreff: Re: [Fwd: Schmidt Dengler Abweisung im Gespräch] Von: Wendelin Schmidt-Dengler An: <MayerBruno40@netscape.net>Referenzen: <41B9D233.6090708@netscape.net> Danke für Ihre Nachricht!Ich bin bis 12.12.2004 per eMail leider nicht erreichbar, werde Ihnen aber sobald als möglich antworten. Mit freundlichen Grüßen, Wendelin Schmidt-Dengler Was
niemanden bei diesen Nobelpreis interessiert, dass Haider kritisiert,
Fischer lobt und Wendelin redigiert
>Sehr
geehrter Hr. Michael.Kerbler,
zu Ihren heutigen Gesprächsgast Denger gibt es arge Vorbehalte,
deshalb kann ich auf Ihr heutiges diesbezügliches Gespräch
gerne
verzichten. Format: Bernhard hat in seinen
Testament ein Aufführungsverbot
seiner Stücke für in Österreich verfügt, das seit 2
Jahren
durchbrochen ist, wie finden Sie das? Jelinek: Es
ist
natürlich sinnvoll, seine Theaterstücke dort zu spielen wo
man sie am
besten versteht, nämlich in Österreich. Trotzdem finde ich es
schändlich und unmoralisch, Tote zu enteignen und den Willen eines
Künstlers über sein Werk nach seinem Tode zu missachten,
zumal
Bernhard bei klarem Bewusstsein war, als er dieses Testament verfasste.
Format: Sie
selbst haben
aus Protest gegen die schwarz - blaue Regierung ein
Aufführungsverbot
ausgesprochen.Jelinek: Da ich noch lebe, kann ich meinen Willen durchsetzen, aber irgendwann, wenn das Ganze zu einer leeren pathetischen Geste des Protests erstarrt, wird es auch sinnlos. Ich habe den Damagogen lange genug ihre Wahrheit in den Hals zurückgestopft, das hat mit dem Antritt der schwarz - blauen Regierung allerdings als wenig effektiv erwiesen. Ich konnte nach diesem Zivilisationsbruch und dieser Provinzialisierung nicht das weitermachen, was ich schon immer gemacht hatte. Format: Wieso glauben Sie, hat Bernhard diesen Österreich Boykott ausgesprochen? Jelinek: Bernhard wusste, dass Claus Peymann nicht ewig am Burgtheater bleiben würde, und wie er in Österreich verfolgt wurde, allein diese Hetze wegen dem Heldenplatz, hat diesen Schritt schon gerechtfertigt. Format: Ist es wichtig, Bernhards Stücke heute zu spielen? Jelinek: Seine Stücke sind absolut realistisch und wahr, wobei mich man Bernhard weniger interessiert, was er sagt, als, wie er es sagt. Die stilistische und rhytmische Meisterschaft seiner Triaden ist faszinierend. Was er sagt, ist, wie bei den meisten Künstlern, obsessiv. Format: Ihre Sprachkunst ist ähnlich obsessiv. Gab es einen Einfluss zwischen Ihnen? Jelinek: Das glaube ich nicht. Bei Bernhard dominiert das Suggestive der rhytmischen Schwingungen, während ich mehr am Wort arbeite, die Sprache selbst als Material verwende. Ich komme eher von der Wiener Gruppe und den Sprachexperimenten her. Das macht mich natürlich provinziell, weil sich meine Sprachspiele nicht übersetzen lassen. Format: Thomas Bernhard kann man leichter übersetzen? Jelinek: Diesen unverwechselbaren Rhythmus seiner Sprache zu übersetzen ist auch schwierig, aber ich denke doch, dass sich ein entsprechendes Subjekt im Dialog mit einem stummen Widerpart besser übertragen lässt als eines, das in seinen Stücken spricht. Das ist auch ein Grund, warum ich meinen Österreichboykott aufheben muss, weil ich so gebunden bin an den österreichischen Sprachrhytmus und die österreichische Tradition der Moderne, dass man mich woanders nicht versteht.
Am 12. Februar 1989
starb
der
österreichische Autor Thomas Bernhard. Nur einen Tag zuvor, am 11.
Februar 1989, hatte sich auch der Todestag seines Großvaters, des
Salzburger Schriftstellers Johannes Freumbichler, zum vierzigsten Mal
gejährt. Der zeitliche Zusammenfall erscheint wie ein
äußerliches Symbol für die außerordentliche
Bedeutung, die diese ungewöhnliche Persönlichkeit für
Bernhards Leben und Werk hatte.
Eine für Bernhards Leben und schriftstellerische Entwicklung äußerst wichtige Person war sein Großvater, Johannes Freumbichler (1881 bis 1949). Dieser blieb als Schriftsteller im Unterschied zu seinem Enkel jedoch Zeit seines Lebens wenig beachtet, erhielt aber immerhin für seinen bäuerlichen Roman ‚Philomena Ellenhub' 1937 den Förderungspreis des Österreichischen Staatspreises. Zwei weitere Romane (‚Atahuala' 1938, ‚Jodok Fink' 1943) und ein Band mit ‚Geschichten aus dem Salzburgischen' (1938) sowie die Erzählung ‚Die Reise nach Waldprechting' (1942) folgten. Freumbichler, einerseits von großem Schaffensdrang, andererseits von Depression und Welthass gekennzeichnet, widmete seinem Enkel etwa einen Band von Lehrgedichten ‚Erziehung zu Vernunft und Fröhlichkeit'. Bernhard selbst spricht von seinem Großvater in Anerkennung, aber auch kritischer Distanz als "Lehrer", der ihn in die ‚Ordnung der Dinge' und in die deutsche Sprache als "das heiligste, was wir haben" (Johannes Freumbichler in einem Brief vom 1.10.1942 an Thomas Bernhard), einführt. "Ich habe das Gefühl, dass ich und alle anderen mit anderen verwandt sind.... dass auch der liebe Gott in einem ist und auch die Nachbarin und alles, was lebt. Man könnte sich mit allen identifizieren. Das ist die Frage, wie weit unterdrückt man und beherrscht man alle diese Millionen oder Milliarden von Möglichkeiten von Menschen, die man in sich hat." LINDNERS
ORF AUSLÖSCHUNG zu BERNHARDS 15. Todesjahr
Hochgeschätzte
Fr. GD Lindner, ein
Service ist immer die Visitenkarte der oder des
Hauptverantwortlichen, diesbezüglich muss man Ihnen ein
Kompliment
vorenthalten. Ihr Kundendienst darf kein Telefonat an die ORF Zentrale
weiter leiten, auch Ihre Öffenlichkeitsarbeit muß
meinungslos
vegetieren und die
Untergebenen müssen die Vorgesetzen immunisieren. Bitte
bestätigen Sie
mir nicht noch ein siebendesmal auf englisch, dass Sie meine Mail
ungelesen gelöscht haben.
Vielleicht hat es sich auch schon in Ihrer Führungselite herumgesprochen, dass ein Themenabend keine Themennacht ist. Dies zu der Hundssendezeit für Thomas Bernhard und den Lindner Auslöschungen, der Ursache meiner ORF Kontaktaufnahme. Im Namen des ORF und der Lindner- Peinlichkeit stehen auch immer Beiträge die erst nach mehrmaliger Sendung zensuriert werden oder wurden. Dies zum bereits gesendeten Bernhard Zitat: OB ROT
ODER SCHWARZ DIE
POLITIKER SIND ALLES FALOTTEN!
Es wird aber bestritten,
dass viele davon auch im ORF sitzen,
warum also diese Zensur Betroffenheit? Ich danke dafür dass Ihr
Büro,
für Sie heute diese an Sie persönlich gerichtete Mitteilung,
telefonisch entgegen genommen hat. Hr.
rainer.scheuer@orf.at Presseabteilung Hundssendezeit 23.20 - 02
TB Themenabend
S. g. Hr. Scheuer
der
ORF Presseabteilung, Telefonatsbestätigung Büro Scheuer: Wir
haben dazu keine Meinung zu haben! Ist dies auch Ihre Meinung? Des weiteren wurde
das TB Zitat: Ob Rot ob schwarz die Politiker
sind alles Falotten! Nach einigen Werbeaussendung für
diesen Themenabend in Peinlichkeit zensuriert. Betreff: Hundssendezeit
23.20 - 02 TB
Themenabend Datum: Mon, 09 Feb 2004 12:24:43 +0100 An:
rainer.scheuer@orf.at Betreff:
Re: Not read:
Hundssendezeit 23.20 - 02 TB Themenabend Datum:
Mon, 09 Feb 2004 14:57:24 +0100 Von: Bruno Mayer
<mayerbruno40@netscape.net> An: kundendienst@orf.atBitte um
Weiterleitung an die Frau GD
Lindner und die KD
Veranrwortliche Frau Fichtinger kundendienst@orf.at schrieb: Your message To: rainer.scheue@orf.at; Kundendienst Orf Subject: Hundssendezeit 23.20 - 02 TB ThemenabendSent: Mon, 9 Feb 2004 12:14:25 +0100 was deleted without being read on Mon, 9 Feb 2004 13:57:21 +0100 ÜBERSETZUNG: Wurde gelöscht, ohne auf dem Monitor gelesen zu werden Es dürfte Ihnen entgangen sein, dass das von Ihnen ungelesen gelöschte Mail bereits an sie returniert wurde Wie bereits ersucht, bitte leiten Sie die Auslöschung von Thomas Bernhard an die Fr. Lindner und die Fr. Fichtinger weiter. Ich räume diesen Damen eine Artikulation ein. MfG
Die
Zugriffe sind exorbitant - aber die Videos mit
schönen Kommentaren sind ja weg. Es ist ein armseliges Getue.
Andererseits, wie schon geschrieben, ist die sogenannte
Internetgemeinde auch nur ein Scheißhaufen von geistesverwirrten
Egoisten, deren Impertinenz und eingebildete Anspruchshaltung gerade
absurd ist. Was soll's - es ist nichts zu erwarten, aber alles zu
befürchten. Ich freue mich auf Ihre Nachrichten. Gibt es
anläßlich des Gedenkjahres irgendwas an interessanter
Veröffentlichung. Hier, in diesem armseligen Deutschland ist man
ja außen. Grüße Jens Dechering
Herzlichen Dank für Ihr Lebenszeichen, aus dem ich erkenne, dass Sie, obwohl noch jung an Jahren, noch der Alte sind. Immerhin haben Sie Ihre Bernhard HP noch am Leben erhalten. Sobald ich meine Notizen von den Bernhard Filmen ausgewertet habe sende ich sie Ihnen. Von echter Kultur zu leben ist wohl die größte Kunst des Lebens. Der Staatsgermanist Wendelin Schmidt Dengler hat sich da zusammen mit Suhrkamp zum literarischen Blasphemie - Mammon gemausert. Bedenken Sie aber Bernhard hat schon zu Lebenszeit den Banausenkrieg gekämpft und gesiegt - nun empfindet er für seine einstigen - sich zeitlos fortpflanzenden Sargnägelschläger nur mehr Mitleid. Herzliche Grüße > Zum 15. Todestag -
Neues und Archiv-Highlights in ORF 2
Am
12. Februar 1989
starb Thomas Bernhard. Zeit seines Lebens sowohl als "Nestbeschmutzer"
als auch als "Säulenheiliger des Theaters" bezeichnet, sind seine
Werke auch 15 Jahre nach seinem Tod in aller Munde. Thomas Bernhards
Charisma transportierte sich aber nicht nur in seinen Texten, sondern
auch im persönlichen Gespräch. Genauso wie man ihm beim Lesen
seinen Hang zum Monolog gerne als Kunstmittel anrechnete, nahm man auch
in Interviews seine weitschweifigen Elogen mit Genuss hin.
Bernhard-Themenabend
am 8. Februar in ORF 2
Der
ORF, dessen Archiv über großartiges Bernhard-Material
verfügt, widmet dem Literaten am Sonntag, dem 8. Februar 2004, ab
23.20 Uhr in ORF 2 einen Themenabend, den die Erstaustrahlung des
Dokumentarfilms "Die Heimatkunde des Realitätenhändlers"
(23.20 Uhr) von Andreas Gruber einleitet. Der Bernhard-Themenabend
setzt fort mit den zwei beeindruckenden Bernhard-Porträts "Die
Ursache bin ich selbst" (0.15 Uhr) und "Monologe auf Mallorca" (1.00
Uhr). Und am Montag, dem 9. Februar, steht um 0.20 Uhr in ORF 2 der
Spielfilm "Der Umweg" auf dem Programm. 23.20 Uhr: Die
Heimatkunde des Realitätenhändlers
Ein Film über Karl Ignaz Hennetmair, der Thomas Bernhard in mehrfacher Weise "Realitäten" vermittelt hat. Gerade weil Hennetmair über eine gewisse Zeit lang eine so wichtige Person war, ist wohl die zentrale Frage, wieso sich Thomas Bernhard gerade diesen Menschen ausgesucht hat. Hennetmair soll und wird eine solche Frage im Film aber nicht direkt beantworten. Für den Zuschauer könnte durch Hennetmairs Beschreibungen und Erzählungen, nicht aber durch sein Auftreten selbst klar werden, wieso Bernhard gerade zu diesem Menschen eine Art Freundschaft eingehen konnte und wollte. Brauchte er so jemanden? Suchte er diesen mitunter groben Pragmatismus und diese Bodenständigkeit und Bauernschläue als bewußten Kontrapunkt? Ebenso indirekt gilt es zu beantworten, wieso es schließlich zum Bruch kam.Gestaltung: Andreas Gruber 0.15
Uhr: Die Ursache
bin ich selbst
Niemand
konnte so charmant monologisieren wie Thomas Bernhard, weder im
gesprochenen Wort noch in der Schrift. Eigenwillig und selbstbezogen
liebte es der Schriftsteller nicht nur in seinen Romanen, sondern auch
bei Fernsehinterviews. Für eine "Auskunftserteilung in eigener
Sache" hatte sich Bernhard als Hintergrund die Stadt Madrid mit ihren
Stierkämpfen und Kunstschätzen des Prado, ihrer reichen
Geschichte und turbulenten Gegenwart ausgewählt. Krista
Fleischmann hat dem Literaten für diese Sendung im Jahr 1986 die
Stichwörter gegeben.Bernhard erzählte über sein Leben und sein Werk, besonders über seinen umfangreichsten Roman "Auslöschung", aus dem der deutsche Schauspielstar Bruno Ganz Passagen las. Regie: Krista Fleischmann 1.00 Uhr: Monologe auf Mallorca Das mittlerweile fast komplett in deutscher Urlauberhand befindliche Mallorca war in den achtziger Jahren das Refugium des Schriftstellers Thomas Bernhard. Seit der Nachkriegszeit an einer unheilbaren Lungenkrankheit leidend, verdankte Bernhard sein Leben über Jahrzehnte dem Cortison und der milden Meeresluft. In dem mediterranen Ambiente lud Bernhard 1981 zu einer "Selbstdarstellung". Polemisierend und zugleich selbstironisch erzählte er über seine Jugend, Erziehung, Religion, Kirche und Politik, über Leben, Liebe, Tod und über - Mallorca. Sie können
sich nicht mehr wehren,
aber ihr Arm reicht vom Grab aus noch weiter, wie der Ihrer einstigen
und jetzigen Gegenspieler des Machtmißbrauches. Wildgans-Bernhard-Mitterbauer
> Bernhard
Historie: 1968 Österreichischer
Staatspreis (Förderpreis) Unterrichtsminister Pfiffl-Percevic
mißversteht die Dankesrede als Beleidigung Österreichs. Eine
genaue Beschreibung der Preisverleihung in "Wittgensteins Neffe".
Der
Festakt zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises der
österreichischen Industrie wird abgesagt. "Amras"
dient als Ballettvorlage im Landestheater Linz.
Franz
Vranitzky: "Das Prinzip
Freiheit der Kunst ist bewußt mit Risiken verbunden. Man kann es
nicht nach dem Alter einer Institution oder deren Finanzierung
zergliedern. Manche Leute können mich nicht beleidigen."
÷Alois Mock: "Jeder soll schreiben, was er will. Aber ich finde es unakzeptabel, diese Aufführung mit Steuergeld zu subventionieren. Die Österreicher wissen ganz genau, daß sie Fehler begangen haben - wie andere auch. Wir müssen uns deshalb aber nicht von jemandem beschimpfen lassen, der aus dem Steuergeld seinen persönlichen Gewinn erzielt. Wenn man die Österreicher fragte, ob dieses Stück aufgeführt werden sollte, wäre der überwiegende Teil dagegen." Bruno Kreisky: "Ich finde es unbegreiflich, daß bisher niemand gebührend geantwortet hat. Schau´n Sie, der Thomas Bernhard soll schreiben, was er will. Aber das darf man nicht mit nobler Verachtung zur Kenntnis nehmen. Auf einen groben Klotz gehört eben ein grober Keil." Hilde Hawlicek: "Gerade in umstrittenen Fällen zeigt es sich, ob man es mit der Freiheit der Kunst ernst nimmt. Und genau das geht nicht, daß man ein Stück absetzt, weil man sich nicht damit identifiziert. Der Minister ist nicht der oberste Kunstrichter. Er bestimmt beim Theater nur den Direktor und dann hört sein Einfluß auf." Kurt Krenn: "Die Kunst soll frei sein. Indem sich etwas frei gebärdet, ist es aber noch nicht Kunst." Jörg
Haider: "Hinaus mit diesem
Schuft aus Wien! Die Burg wird unter Hawlicek zu einem Narrenturm und
einer
Spielwiese für Egozentriker."
Kurt Waldheim: "Die Freiheit der Literatur und Kunst ist eine der großen Errungenschaften der Demokratie. Wenn diese Freiheit jedoch in einer Art und Weise mißbraucht wird wie in dem Stück "Heldenplatz", dann ist das Burgtheater nicht die Bühne für eine solche Aufführung. Ich halte dieses Stück für eine grobe Beleidigung des österreichischen Volkes und lehne es daher ab. 1 LEBENDIGER DENN JE? Thomas Bernhard von Priska Koiner Thomas
Bernhard wäre am 9. oder 10. Februar 2000 70 Jahre alt geworden.
Vor zwölf Jahren starb er an Herzversagen in seiner Gmundner
Wohnung. In diesem Jahr finden viele Gedenkveranstaltungen statt, die
den Österreich-Hasser und unbequemen Zeitgenossen emsig zur Ehre
kommen lassen wollen.
Tote Künstler sind anscheinend die geliebteren Künstler. Wie unbequem Thomas Bernhard für die katholische Kirche, die österreichische Gesellschaft und für Wien auch gewesen sein mag, alles scheint verziehen: Biografen, Nachlassverwalter, Preise, Stiftungen, Vereine arbeiten emsig an der Integration des unbequemen Mitbürgers in das kulturelle Bild Österreichs. Trotzdem läuft nicht alles reibungslos. wienweb priska@webworks.at schrieb:Lieber Bruno Maier! ich habe erstaunt festgestellt, dass einer meiner Artikel zu Thomas Bernhard auf Ihrer Internet-Seite www.anglefire.com zu finden ist. Können Sie mir erklären warum und was der Sinn der Seite ist? mfg priska koiner Mag. Priska Koiner 12.12.04 Sehr geehrte Fr. Priska, ich danke für Ihre erstaunte Anfrage, ich nehme an Sie haben einmal in einen Printmedium veröffentlicht, ich entschuldige mich dass ich in Ihrem Fall die genaue Quellenangabe unterlassen habe. Gestatten Sie mir nun eine kurze Erklärung, durch die Nennung des Namens von Thomas Bernhard, zu übermitteln. Wenn Sie es wünschen kann ich Ihre 5 Zeilen Text auch entbehren. Intellektuelle
Politiker Thomas
Bernhard im
Leben verachtet
Im Tode geachtet durch die Postume Aberkennung Der Testierfähigkeit Staaterbe des Unrechtes Eine Anerkennung nur deshalb Weil sein Werk nicht mehr Gegeisselt werden können Bedarf Thomas Bernhard nicht, Sein Platz in der Weltliteratur Hat er sich selbst geschaffen. > AM 14. 02. 2001
20:53:01 Heldenplatz: Selbstmord eines intellektuellen österreichischen Juden, ein Emigrant der nach der Rückkehr nach Wien, von seiner Wohnung am Heldenplatz in den Tod springt.
Nicht
nur,
dass Thomas Bernhard in den letzten Jahren prinzipiell die Annahme
eines Literaturpreises verweigerte, jetzt dreht sich die Geschichte um:
Die französische Thomas Bernhard Gesellschaft sorgte für
Aufregung als sie bekanntgab, ab Februar 2001 einen
Thomas-Bernhard-Literaturpreis vergeben zu wollen. Bernhards
Nachlassverwalter und Halbbruder Peter Fabjan lehnte
einen solchen Preis mit der
Begründung: Bernhard selbst seien solche Preise und vor allem die
Hintergründe der Preisvergabe verhasst gewesen.
Infolgedessen legte Jean-Marie Winkler die Präsidentschaft der Societe francaise Thomas Bernhard aufgrund der Unvereinbarkeit von zwei Positionen nieder - Winkler ist nämlich auch Leiter der Internationalen Thomas Bernhard Stiftung in Österreich. Sein Nachfolger, Jacques Le Rider, will die Idee des Literaturpreises auf jeden Fall weiterverfolgen. In diesem Fall werde Fabjan versuchen, den Preis verbieten zu lassen. Wäre das nicht ein Stoff für ein weiteres Bernhard Werk? Was
immer auch im unveröffentlichten Nachlass zu finden ist, so
schnell wird es keineswegs an die Öffentlichkeit gelangen. In den
ersten 60 Jahren nach seinem Tod bleiben die Manuskripte in Gmunden,
dann werden sie übersiedelt in die Österreichische
Nationalbibliothek. Bernhard bestimmte kurz vor seinem Tode noch was
dezidiert nicht zur Veröffentlichung gelangen soll. Am Rande
dieser Auseinandersetzungen ist aber schon fest geplant 2002 eine
25-bändigeWerkausgabe herauszugeben.
Als
Übertreibungskünstler und als Wiederholungskünstler
wurde Bernhard bezeichnet, was beides bei ihm als Stilfiguren zu
verstehen ist. Er arbeitet mit wenigen Themen (wie: das Leben ist die
Krankheit zum Tode),
die immer wieder variiert werden und
entwickelt sie in seinen Stileigenheiten: aus der rhetorischen Figur
der Wiederholung wird ein ästhetisch-philosophisches Prinzip. All
diese Eigenheiten finden sich in dem 1986 erschienenen Roman
Auslöschung, der einerseits als Opus
Magnus andererseits
als
Wiederaufbereitungsprosa die Meinungen teilte.
Für die katholische
Kirche und die Wiener Gesellschaft war Bernhard ein unbequemer
Zeitgenosse: 1972 trat er aus der katholischen Kirche aus und prompt
zog er sich drei Jahre später durch sein autobiographisches Buch
Die
Ursache eine Privatklage des Salzburger Pfarrers Franz Wesenauer nach
sich. Bernhard wurde gerichtlich gezwungen den
Text zu ändern. Jetzt bekommt er in ebenderselben Stadt
eine Gedenktafel. 1984 wird sein Buch Holzfällen durch
eine Klage von Gerhard Lampersberg skandalös. BerNhard
zieht alle seine Bücher aus dem
österreichischen Handel, die Klage wird zurückgezogen, die
Bücher dürfen wiedererscheinen.
Stiftungen,
Preise, Ausstellungen, wissenschaftliche Untersuchungen rücken nun
den österreichischen Schriftsteller, der über seine
politischen, gesellschaftlichen und kunsttheoretischen Themen
polarisierte, an einen ihm angemessenen Platz. Er war
der Übertreibungskünstler, er war der Schriftsteller, der
seit 1973 provozierte. Er war unbequem, aber trotzdem: er brachte einen
neuen Ton in die Literatur; durch seine Zusammenarbeit mit Claus
Peymann wurde das Burgtheater
ab
1986 zu einem modernem und zeitgemäßen Theater, über
das wieder tagespolitisch gesprochen wurde. Lebendiger denn je? Ja
natürlich!
(Ein
Erblasser ist noch testierfähig, auch wenn ihm der Notar die Hand,
bei der Unterfertigung des Testamentvordruckes, führt.)1998
Dürrenschöberl 15. JG WANDERER
Nr.: 2598 Gastgeber F. Vollmann 10. WGB
Wander - Gipfel - Buch Station in Stmk., Selzthal ERFAHRUNGSBERICHTE,
LESUNG
& PODIUMSDISSKUSSION Eine
Einladung des Literaturhauses Wien, (ein Mietobjekt der
Dokumentationsstelle für
neuere Österreichische Literatur, Geschäftsführer Heinz
Lunzer), Bibliothek der Provinz, Theater Phönix, Lesung
Franzobels aus dem Buch Staatspreis Utopie und
Erbärmlichkeit, im Fall Bernhard, Edition Selene, (Hrsg.
Alfred Goubran Wien),
Tritratrullala (Große Hanswurstiade
um einen Kleinen Staatspreis für Literatur)
So gibt es den Staat und es gibt die Utopie vom Staat. Wobei das, was heute Staat ist, gestern noch Utopie vom Staat war. An den Staat zu glauben bedeutet an die Utopie vom Staat zu glauben. Und nicht an die Utopie vom Staat zu glauben bedeutet das Scheitern der Utopie von Gestern zu sehen. Hier und heute. Und die Erbärmlichkeit. Und wenn man schreibt, was man sieht, wird man vielleicht von dieser Erbärmlichkeit schreiben. Die Erbärmlichkeit des Utopisten aber zeigt sich in dem Grad, in dem er an realer Macht gewinnt. Die Erbärmlichkeit zeigt sich in seinen Methoden und Mitteln der Unterdrückung und Verdrängung dem Scheitern der Utopie gegenüber. Und so wie seine Vorstellung von Zukunft Zukunft ausschließt, so versucht er auch den einzelnen, der an diese Vorstellung nicht glaubt, zu verhindern, zur Räson zu bringen. Thomas Bernhard ist der Beweis, daß es möglich ist in diesem Land Opposition zu bieten, ohne zu klügeln oder sich anzubiedern. Er ist der Beweis für die Existenz eines Widerstandes. Alfred Goubran Hr.
Moritz: (SPÖ
Unterichtsminister) stellte die
Zurechnungsfähigkeit von Bernhard in Frage.
Hr.
Franizky: (SPÖ Fi.
Minister) Hier schmiert sich einer gegen gute
Steuerschillinge seine Verklemmtheit vom Leibe.
DHP 16: Staberl,
U. Ministerin Hawlicek, -
einst
die tollste Boogy Katz Wien's, sollte doch gewiß
zurechnungsfähig sein.
Gertraut Jesserer und Elisabeth Orth, weigerten sich Thomas
Bernhard
Rollen zu spielen.
DHP 17: Kurier
Rau Ollas Vabrecha! Leider hat sich das Werk von
Thomas
Bernhard diesem Typus gefährlich genähert.DHP 18: Wiener
Zeitung N.T. Eine Neuauswalzung
von "Thomas Bernhards" geradezu krankhaftem
Menschen- und Österreichhaß, die hinter diesem schwachsinnigen
"Thomas Bernhard" - Stück
hervorlugt.
DHP 19: Hr. Mayr
(SPÖ), Hr. Krünes (FPÖ)
und Hr. Mock (ÖVP
Obmann) -
fordern die Stückabsetzung von
"Thomas Bernhard".DHP 24: Hr.
Kreisky+ (SPÖ
Bundeskanzler) Das darf
man sich von Thomas Bernhard nicht gefallen lassen.
Hr.
Zilk (SPÖ
Bürgermeister von Wien): Die paranoische
Selbstdarstellung eines Menschen. DHP
44: Hr. Haider (FPÖ -
Chef) Hinaus mit diesem Schuft aus Wien." Ein unrichtig
ausgesprochenes Zitat von Karl Kraus."
DHP 45: Hr.
Keller (SPÖ -
Zentralsekretär), hält den Heldenplatz,
für einen totalen Unfug. Hr.
Kren (Bischof): Ich bin
gegen
Schabernack, Demagogie und Verleumdung.
DHP 46: Hr.
Waldheim, (Bundespräsident
Österreichs). Ich halte das Stück
"Thomas Bernhards" für eine
grobe
Beleidigung.DHP 58: Staberl
(Kronenzeitung).
Die rüden Herren Peymann und Bernhard: Sie
mögen sich ihren Unrat selber finanzieren!
DHP 62: Hr.
Busek (ÖVP
Kultursprecher),
fordert einen Publikumsboykott in einem Pressegespräch.
DHP 63: Hr.
Kukacka (ÖVP
Generalsekretär). Eine Serie von
Skandalen!
DHP 70: Staberl (Kronenzeitung). Dafür
ist der Psychiater zuständig.
DHP 86: Bock
(Vizekanzler a. D. Wien 1, wohnhaft als echter
Sozialschmarozer in einer
gratis Staatswohnung in Unterem Belvedere). Nichts!
Was der angebliche Schriftsteller zusammengeschrieben hat, ist der
öffentlichen Diskussion wert.
DHP 104: Hr.
Muliar (Burgschauspieler) Thomas
Bernhard legt alle herabwürdigenden Worte einem jüdischen
Menschen in den Mund.
DHP 121: Hr.
Dichand (Kronenzeitung
Verleger) Ich verwehre mich dagegen, daß
wir Schweineställe sind.
Selbst
wenn unser KRONENSTABERL grunzt,
Hat er nur einen Feind verhunzt. Selbst GADAFFI und ARAFATT Haben diesen Thomas Bernhards satt." Der selige Kanzler Bruno Kreisky DHP 122: Inge
Santner (Die Weltwoche). Eine
Schreianstalt der Gehirnlosigkeit. Bei der Staatspreisverleihung,
schlug Thomas Bernhard durch eine besonders hinterfotzige Rede
den Unterrichtsminister in die Flucht. Von mal zu mal verloren, Thomas
Bernhards misanthropische (menschenfeindliche)
Grobianismen an schriftstellerischer Eleganz,
verkümmerten zur leeren Attitüde.
Fr.
Löffler (Profil
und
Starkritikerin des literarischen Quartettes). War'd je einem Dichter ein
solcher Allmachtsrausch beschert? Ist je eine Wirklichkeit einer
literarischen Ausgeburt derart in die Falle gegangen, wie
Österreich seinem Staatsdichter Thomas Bernhard?
DHP 128: (Wochenpresse),
Frage an Waldheim.
Sie meinen, durch Thomas Bernhard
würde dem Land Schaden entstehen? Im Ausland etwa? Antwort des
Bundespräsidenten Österreichs: Nicht nur im Ausland. Man
soll nicht glauben, daß wir die bösen Buben sind.
DHP 143: Hr.
Tschebull (Kurier,
Gastkomentar).
Wäre Thomas Bernhard besser als sein Ruf,
könnte diese
Farce mit ihrer unauflösbaren Rückbezüglichkeit von ihm
sein. -Ein kniffliger Fall für den Volksanwalt:
Ist Selbstdiskriminierung der österreichischen Nation ein Delikt?
DHP 168: Hr.
Purtscher (ÖVP
Landeshauptmann von Voralberg). Wäre
ich Unterrichtsminister, würde ich die
Aufführung von Bernhards Heldenplatz
nicht gestatten. Für eine Verurteilung der
Österreicher sei es nicht gerechtfertigt, Millionen an
Steuergeldern auszugeben. (Er
gibt zu den Text nicht gelesen
zu haben.)
DHP 171: Hr.
Gratz (Nationalratspräsident
SPÖ).
Soll eine Beleidigung, nur weil
sie sich reimt, plötzlich keine mehr sein?
DHP
187: Hr. Sichrovsky
(Standard).
Hier läßt ein
Bochumer Theaterdirektor, mit Hilfe eines österreichischen
Schriftstellers, einen Wiener Juden bellen wie einen deutschen
Schäferhund. Was mich dabei
aufregt ist die
Primitivapologie, (Verteidigungsrede) mit der Juden zugeordnet
werden.
DHP
200: Hr. Sichrovsky (Standard). Es ist ein
erschreckend schlechtes Stück!
Banal, polemisch, einfältig, verfälschend, dumm und
gefährlich. Ich möchte denen, die es auf die Bühne
bringen ins Gesicht schreien usw. DHP
203: Hr. Wolf (Kurier). Das Aufrege Duo Peymann & und Thomas
Bernhard kann sich zufrieden lächelnd zurücklehnen.
DHP
219: (ORF) Ich
möchte nur daran erinnern, daß der
ehemalige ORF Generalintendant Hr.
Bacher, Österreich
als Dünnschiß von Europa bezeichnet hat. - Wie kann man
da Thomas Bernhard keinen Vorwurf machen. (Während
seiner Zeit der ORF Generalintendanz
wohnte Hr. Bacher, aus Bedürftigkeitsgründen als echter
Sozialschmarotzer , in einer gratis
Staatswohnung im Oberen Belvedere.)
DHP 223: Hr.
Hans
Haider (Die
Presse).
In der
Literaturgeschichte wird unter dem Titel Heldenplatz,
weiter Ernst Jandels
Gedicht, an erster Stelle rangieren.
DHP 260: Fr.
Kathrein (Die ganze Woche).
Die
Falle ist zugeschnappt. Wieder einmal läßt Thomas Bernhard,
der Fallensteller, die Selbstgerechten und Engstirnigen über eines
seiner Werke in den Abgrund der Lächerlichkeit stürzen.
07.03.1998:
Hr. Cerha
(Standard).
Der Staat begräbt seinen alten
Konflikt mit einem Unbequemen. Gedacht ist an eine Stiftung mit einer
Grundeinlage von 5 Millionen
Schilling.
16.04.1998: Fr.
Kathrein (Kurier).
Vor
der Heimholung Thomas
Bernhards. Einige selbsternannte Anwäl-te des Dichters im
Publikum, störten zuletzt die Idylle! "Im Beharren
auf Einhaltung des Testaments". Skandal
Chronik Ende
Franz
Vranitzky:
"Das Prinzip Freiheit der Kunst ist bewußt mit Risiken verbunden.
Man kann es nicht nach dem Alter einer Institution oder deren
Finanzierung zergliedern. Manche Leute können mich nicht
beleidigen."
Alois
Mock:
"Jeder soll schreiben, was er will. Aber ich finde es unakzeptabel,
diese Aufführung mit Steuergeld zu subventionieren. Die
Österreicher wissen ganz genau, daß sie Fehler begangen
haben - wie andere auch. Wir müssen uns deshalb aber nicht von
jemandem beschimpfen lassen, der aus dem Steuergeld seinen
persönlichen Gewinn erzielt. Wenn man die Österreicher
fragte, ob dieses Stück aufgeführt werden sollte, wäre
der überwiegende Teil dagegen."Bruno Kreisky+: "Ich finde es unbegreiflich, daß bisher niemand gebührend geantwortet hat. Schau´n Sie, der Thomas Bernhard soll schreiben, was er will. Aber das darf man nicht mit nobler Verachtung zur Kenntnis nehmen. Auf einen groben Klotz gehört eben ein grober Keil." Hilde Hawlicek: "Gerade in umstrittenen Fällen zeigt es sich, ob man es mit der Freiheit der Kunst ernst nimmt. Und genau das geht nicht, daß man ein Stück absetzt, weil man sich nicht damit identifiziert. Der Minister ist nicht der oberste Kunstrichter. Er bestimmt beim Theater nur den Direktor und dann hört sein Einfluß auf." Kurt Krenn: "Die Kunst soll frei sein. Indem sich etwas frei gebärdet, ist es aber noch nicht Kunst." Jörg Haider+: "Hinaus mit diesem Schuft aus Wien! Die Burg wird unter Hawlicek zu einem Narrenturm und einer Spielwiese für Egozentriker." Kurt Waldheim+: "Die Freiheit der Literatur und Kunst ist eine der großen Errungenschaften der Demokratie. Wenn diese Freiheit jedoch in einer Art und Weise mißbraucht wird wie in dem Stück "Heldenplatz", dann ist das Burgtheater nicht die Bühne für eine solche Aufführung. Ich halte dieses Stück für eine grobe Beleidigung des österreichischen Volkes und lehne es daher ab. Quelle Hr. Peter Fabjan (Halbbruder Bernhards), Fr. Christa Fleischmann (ORF, Bernhard Vertraute), Hr. Jochen Jung (Geschäftsführer Residenz Verlag), Hr. Viktor Klima (Kunstminister wie schon bei mehreren diesbezüglichen Veranstaltungen unter anderen auch bei der Kunstdebatte im Parlament angekündigt aber in Abwesenheit geglänzt, vertreten durch den Kunstsekretär Hr. Wittmann), Hr. Claus Peymann (eingeladen aber abgesagt mit dem Argument: "Mit solchen Leuten setze ich mich nicht an einem Tisch"), Hr. Othmar Raus (Landesrat), Hr. Wendelin Schmidt-Dengler, (Stiftungsvorsitzender einer eventuellen Bernhard Stiftung und Geschäftsführer des Österreichischen Literaturachives der Nationalbibliothek), Hr. Siegfried Unseld (Suhrkamp Verlag Nachlaßerbe Bernhards, eingeladen aber nicht gekommen), Michael Walter (Urheberrechts-Experte), Moderation Hr. Ruiss» (Obmann des Vereines IG Autoren, eine selbsternannte beitragsfreie Interessensvertretung, das Vereinslokal ist das Literaturhaus. Nicht anwesend der Präsident "Hr. Milo Dor" vermutlich mit geröteten Horizont, 1995 mißbrauchte Hr. Dor die IG für eine sozialistische Wahlempfehlung) Anmerkung : Die Ehrung von Uschi Glas, obwohl der um einen Orden geprellte Kommisar Derek am Heldenplatz tobte, war für Hr. Kilma wichtiger gewesen. Außerdem mußte er auch noch seinen Sohn mit dem Geld einer Arbeitsstiftung bereichern, das bei den wachsamen und wachsenden Arbeitslosen kein leichtes Unterfangen gewesen. Hr.
Michel Walter: (Urheberrechtsexperte),
urheberrechtlich und erbrechtlich, verfügen die Erben Dr. Unseld
und Dr. Fabjan, so wie der Autor (Bernhard
verfügt im Grabe) selbst, solange die Schutzfrist
reicht. (70 Jahre nach dem Tod des Urhebers).
Sie können von einer Meinung wie sie im Testament
geäußert wurde auch wieder abgehen. Es wurde kein
Testamentsvollstrecker eingesetzt, insofern hätte wohl ein abgehen
vom verhältnismäßig klar zum Ausdruck gebrachten Willen
des Autors "Thomas Bernhard" keine erbrechtlichen Konsequenzen,
würde also
nicht zum Verlust des Erbrechtes führen.
Fr. Christa Fleischmann: Das Testament war nicht die Laune eines todkranken Menschen, er hat in den letzten 10 Jahren immer diesen Wunsch geäußert. Christa
Fleichmann (F) ORF: Die
Österreichischen Politiker, die Repräsentanten dieses
Staates: Ja es ist so lieber Herr Wittmann, es nützt nichts,
die Öffentlichkeit hat Thomas Bernhard
in seiner Kunst ständig desavouiert.
Holzfällen Die Richterin sprach beim eingeleiteten Strafverfahren, im Fernsehinterview: Es ist mir völlig egal ob dieses Buch ein Kunstwerk oder Mist ist. Anmerkung: Die Richterin Dr. Brigitte Klatt reiste für mehrere Wochen nach China, und keiner ihrer Kollegen erklärte sich für den Fall zuständig. Bitte Herr Kunststaatssekretär Wittmann sie wollten was sagen! Publikumszuruf Herr 1 (H1): Herr Wittmann bitte auf chinesisch das versteht jeder. Hr.
Wittman (W)
Kunststaatssekretär:
Grundsätzlich, nach dieser Einleitung haben wir gehört, was
Politiker alles gemacht haben. Da gibt es also keine Entschuldigung und
keine Rechtfertigung für mich. Aber man sollte schon eines hier
sehen, daß es immer Leute geben wird in einem
Gesellschaftsgefüge die Politik machen. Das sind Leute die sich
für diese Gesellschaft interessieren und die auch sich zum Ziel
gesetzt haben, Entscheidungen für diese Gesellschaft zu treffen. Leute, die in einem
demokratischem System vorhanden
sind und die nach gewissen Spielregeln ausgesucht werden. Ich sitze
heute hier als Vertreter dieser Leute, möchte aber trotzdem einmal
sagen:
Ich
glaube nicht, daß es immer wieder ein Fortschreiten der
Vergangenheit geben und kann, auch nicht in der Politik. Man kann nicht
den Letzten, der hier sitzt dafür verantwortlich machen, was seine
Vorgänger falsch gemacht haben.
Fr.
Christa
Fleischmann:
Dafür habe ich sie nicht verantwortlich
gemacht.
W:
Weil Sie diesen
Seitenhieb gemacht haben: Das
war so. Das glaub ich ihnen wirklich.
Fr.
Christa
Fleischmann: Ich
habe versucht darzustellen, daß
die Verletzungen auf 20 Jahre zurückgehen, wie die
Öffentlichkeit mit Thomas Bernhard umgegangen ist, Nestbeschmutzer
und...
Hr.
Wittman (W)
Kunststaatssekretär: (Ins
Wort gefallen)
Ich glaube es waren nicht nur Politiker, sondern auch andere Leute die
hier nicht fein gehandelt haben und man sollte vielleicht einmal die
Kirche im Dorf lassen und sagen hier sitzt jemand der mit diesen Sachen
Gott sei Dank nichts zu tun hat, weil ich auch nichts damit zu tun
haben will und das weiß ein jeder, daß ich sowohl meinen
Kopf hingehalten habe für andere Aufführungen im Burgtheater (für
Otto Mühl den Komunemaler und
verurteilter Sexualtäter).
Auch
wenn sie mir recht oder nicht recht waren, es ist nicht meine Aufgabe
zu beurteilen. Mein Begriff von Kunst zuzulassen ist eben der,
daß ich alles dafür zu machen habe, daß Kunst in jeder
Erscheinungsform stattfinden kann. Da würde für mich auch das
dazuzählen. Zum konkreten Fall, - die erbrechtliche Seite gibt uns
einen ganz klaren Auftrag, wir haben ein Testament das zu respektieren
ist, sowohl von den Erben als auch vom Staat.
Auch der Staat hat sich an die Gesetze, die er sich selbst gegeben hat, zu halten. Das bedeutet für uns, daß wir als ausschließliche Ansprechpersonen die Erben haben. Wenn die Erben, sei es über das Verfügungsrecht, sei es als Erben eingesetzt, ihrer Aufgabe so nachkommen, daß sie an den Staat herantreten um das Erbe Bernhards zu sichern bzw. aufzuarbeiten. Dann kann sich dieser Staat, den ich hier vertrete, nicht davor drücken, sondern muß diese Unterstützung gewährleisten. Es
ist
zu einer derartigen Situation gekommen und ich glaube das ist jetzt
unsere Aufgabe hier als Staat und es ist eine
Selbstverständlichkeit, wenn dieser Wunsch geäußert
wird, der wie wir gehört haben im Einklang mit dem Gesetz
möglich ist, daß der Staat hier seine Unterstützung
gewährleistet.
Also ich kann von meiner Stelle sagen und auch für das Bundesministerium für Unterricht und Kultur, daß von unserer Seite ganz konkrete Zusagen vorliegen und wir selbstverständlich es als kulturpolitischen Auftrag verstehen und, daß der Staat einer Sicherung eines großartigen Werkes eines Künstlers nachkommen wird und wir werden uns persönlich dafür einsetzen, daß das was passiert ist nicht eine Fortschreibung erfährt und wir sehr wohl diesem Auftrag und dieser Wertschätzung, die ein Künstler zu erfahren hat, nachkommen. Wir
versuchen die verschiedenen Ministerien, die damit befaßt sind,
zusammenzuführen. Nicht nur Ministerien auch Landesstellen.
Selbstverständlich geht es darum, daß das Bundeskanzleramt,
das Kunstministerium auch Geld zur Verfügung stellen muß
auch für die laufende Finanzierung. Es ist auch über das
Bundesministerium für Unterricht und Kunst und Kultur gesichert
das eine wissenschaftliche Erschließung erfolgt.
Publikumszuruf, Dame 1 (D1) Hinweis auf das Testament. Publikumszuruf,
Dame 1 (D1)
Wollen
sie in
Österreich vom Erbe
Thomas Bernhards profitieren oder nicht?W: Nochmals ich will nur eine
Situation, das ist keine Frage, selbstverständlich will der Staat
Österreich diese Möglichkeiten die uns hier geboten werden,
mit Hilfe der Erben nützen.
Publikumszuruf,
Dame 1 (D1)
Sie wurden Ihnen
verweigert durch das Testament.
Hr.
Wittman (W) Kunststaatssekretär: Das
begreife ich sehr
wohl, aber jeder auch
sie hier in diesem Saal hat rechtliche Grundlagen. Sie können sich
auch nicht über das Gesetz hinwegsetzen und das wollen wir auch
nicht, das Gesetz räumt uns eine einzige Möglichkeit ein, wie
wir das können.
Publikumszuruf,
Dame 1 (D1)
Durch die
Hintertür anscheinend.
Publikumszuruf,
Dame 1 (D1)
Es braucht nicht
durch Österreich gesichert werden.
Hr. Wittman (W) Kunststaatssekretär: Diese Möglichkeit führt ausschließlich über die Erben. Wenn die Erben an uns herantreten, dann werden wir selbstverständlich helfen, beziehungsweise das was notwendig ist leisten, um dieses Werk auch tatsächlich zu sichern. Hr.
Jürgen Jung
(JJ) Residenzverlag:
Ich möchte klarstellen, daß das was der Residenzverlag
gedruckt hat, waren ausschließlich Texte die es vorher schon
gegeben hat. Es wurde keine einzige Zeile gedruckt die es nicht schon
vorher gegeben hat, es handelt sich exakt um dieselben Titel die es
vorher auch schon gegeben hat. Der Streit dem wir zuletzt mit Dr.
Unseld hatten bezog sich auf die Frage usw........
Hr. Peter Fabjan Halbbruder von T.Bernhard: Ich will andeuten, daß natürlich ein Dichter ein ungewöhnlicher Mensch ist, ein Mensch ist, dem man eine ganz eigene Beurteilung zukommen lassen muß. Ein
Dichter hat ein Leben, ein Innenleben, das hat
für ihn eine Dimension, eine Größe die man
berücksichtigen muß, auch wenn er ganz bestimmte
Entscheidungen oder Anordnungen trifft.
Hr.
Gerhard Ruiss IG
Autoren Obmann: Eine
Frage, gibt es überhaupt eine wissenschaftliche Einschränkung
durch das Testament?
Hr.
Schmidt-Dengler
(Sch) National Bibliothek:
Ich wurde von Urheberechtsexperten darübergehend dahin informiert,
daß hier keine Einschränkungen möglich gewesen
wären. Es war aber sinnvoll einfach zu fragen bevor es zu diesen
in der Geschichte um Thomas Bernhard üblichen Weiterungen kommt.
Das ganze was wir hier verhandeln ist ein Teil eines Systems, eines
Systems des Textes Bernhard's.
Wir
schreiben an diesen Text irgendwie alle weiter, ohne es eigentlich zu
wollen und wir tun das in einer Weise, die tatsächlich das System
selber abhebt vom dem worum es dann geht, zunächst einmal von den
Texten selber.
Hr.
Schmidt-Dengler (Sch) National Bibliothek: Das außer
Zweifel, aber etwas Epigonalität (Nachahmung
ohne Schöpferkraft) werden sie mir doch zugestehen Herr
Dr. Jung.
Hr. Jürgen Jung (JJ) Residenzverlag: Bernhard war besser als wir. Hr.
Schmidt-Dengler (Sch) National Bibliothek:
Was
ich meine, ich
wollte also nur ein
Satz von Thomas Bernhard sagen: Der Herr Staatssekretär möge
mir verzeihen. Die Österreichische
Regierung ist
die schlechteste der Welt. Aber er hat
noch etwas eingefügt: Die
Österreichische Regierung ist wie jede Regierung die schlechteste
der Welt. Die Stiftung ist ein Weg vernünftig
über Thomas Bernhard reden zu können.
Publikumszuruf,
Dame
1 (D1)
Bitte wie weit kann man mit einer Stiftung
den Testamentswillen unterlaufen? (Keine
Antwort)
Publikumswort,
Dame 3 (D3) Jetzt haben wir zu
respektieren
was Thomas Bernhard zum Teil in seiner Wut zum Teil in seiner
Enttäuschung sagte. Es wäre unheimlich nobel wenn man das
berücksichtigen würde, wenn nicht dann würden sie weiter
an so sehr konfusen Argumenten festhalten.
Publikumszuruf, Herr 1 (H1) Wäre
es nicht
gescheiter ihre eigene Wut und Enttäuschung kund zu tun.
Publikumswort,
Dame 3 (D3)
Vielleicht habe ich sie
über sie, aber
nicht über Thomas Bernhard. Der hat das natürlich
vorhergesehen, er hat uns vielleicht auch ein Kuckucksei gelegt aber
Respekt vor dem was er wollte ist ja doch möglich, das heißt
man verzichtet auf sein Profitieren. Wenn der Herr Jung jetzt was vom
verlegen des Thomas Bernhard sagt: Kann ich
nur lachen denn verlegt wurde er zufälligerweise als
erstes beim Insel Verlag.
Ein
unverständliche Kommentar vom Herrn Jung
trieb die Dame in einen Wutanfall. Sie wiederholte in einer lauteren
Tonart ihr letztes Argument. Ach
was! Der Großteil aber erschien bei
Insel.
Hr.
Jürgen Jung
(JJ) Residenzverlag: Bernhard hat immer
eine
Identifizierung
hergestellt zwischen dem Staat und seinen Vertretern und allen anderen
die in dieser Republik leben, lesen und Theater sehen wollen. Ich denke
wenn man sich Gedanken darüber macht, ob es jetzt vernünftig
ist das Testament zu revidieren, dann glaube ich sollte man
zunächst diese beiden Dinge auseinanderhalten. Es ist wahrhaftig
nicht dasselbe und ich glaube nicht, daß man sozusagen die
Österreichischen Bernhardfreunde heute noch darunter leiden lassen
soll für das was die österreichischen Politiker vor 10, 20
und 30 Jahren bei Bernhard angerichtet haben.
Das
Werk verselbständigt sich und will aus sich heraus eigene Rechte,
will zu Lesern. So verständlich es ist was er im Testament
geschrieben hat, so wenig denke ich, daß es eine notwendige
Verpflichtung
ist, mit dem Testament so umzugehen wie ich glaube Thomas Bernhard
selbst schon umgegangen wäre.
Hr.
Wittman (W)
Kunststaatssekretär: Man kann sicher
sein, wenn man
selbst in der
Haut steckt, sich diese Aufgabe nicht leicht zu machen und in einer
großen Verantwortung ist. Ich als Staat finde es bewundernswert
finde, wenn sich die Erben in den Dienst der Sache stellen um eine
Lösung zu suchen die allen Literaturinteressierten zu gute kommt.
Das dann der Staat selbstverständlich eine Verpflichtung hat,
daß kann man ihm nicht zum Vorwurf machen, glaube ich. Wir werden
diese Verpflichtung sehr wohl wahrnehmen, obwohl wir
selbstverständlich den Willen der Erben
zu respektieren haben.
Um
das geht' s wir haben ein Testament, das wir zu
berücksichtigen haben, wir haben hier Erben die bereit sind dieses
Testament wie es oft üblich ist, im gesetzlichem Rahmen zu
interpretieren. Der Dank geht an die Erben, die es sich nicht leicht
machen, weil sie sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe stellen. Ich
glaube, daß hier der Staat sehr wohl beizutragen hat, daß
dann wenn sie sich entschieden haben, auch etwas
passiert.
Die
Finanzierungsfrage kann mit dem Einverständnis des Herrn Fabjan
beantwortet werden. 1 Million für die Stiftungsgründung und 1
Million
für den Betrieb.
Heinz
Lunzer
Geschäftsführer IG Autoren: Ich
mache mir
Sorgen um die Stiftung, die mit da einer Million und dort einer Million
ausgerüstet werden soll. Mein Verständnis einer Stiftung ist
doch, daß ein Stiftungskapital in einer wesentlich höheren
Summe, in wesentlich höheren Beträgen, als mit da einer
Million und dort einer Million errichtet wird, damit von den Zinsen
gelebt werden kann und zwar unabhängig. Von was hier die Rede ist,
ist offenbar eine Förderung die das Bundeskanzleramt geben soll,
oder wie soll ich das verstehen?
Publikumswort,
Dame
4 (D4):
Mich würde auch interessieren, wie man jetzt dazu gekommen ist so
einen Aufwand zu betreiben, wenn man den unveröffentlichten Teil
des Nachlaßes für gesperrt erachten muß.
Im
literarischen Fall bedeutet das: Es wird nur ausschließlich
Zugang für die beamteten Germanisten geben? Der Staat finanziert
ein Archiv schließt jedoch die Öffentlichkeit von der
Zugänglichkeit aus. In diesem Archiv können die
unveröffentlichten Teile des Werk- und Briefnachlaßes
"Thomas Bernhards" nicht gelesen werden.
Ich
sehe da eine gewisse Diskrepanz für den Aufwand der Stiftung, wenn
es dabei bleibt das nur das bisher veröffentlichte Werk, über
die bisher bei verschiedenen Verlagen erschienenen Bücher
zugänglich ist. Gibt es hier bereits ein Konzept zur
Zugänglichkeitsmachung der nicht veröffentlichten Texte.
Hr.
Peter Fabjan Halbbruder von T.Bernhard: Es
bleibt bei der Aufarbeitung, aber es wird keine Veröffentlichung
geben.
Hr.
Schmidt-Dengler
(Sch) National Bibliothek: Das erste was
sinnvoll
geschieht ist eine
archivarische Aufarbeitung des Nachlaßes und mit den weiteren
Schritten wird man sich dann mit den Erben verständigen
müssen. Aber es ist glaube ich sinnvoll dem interessiertem
Forscher für wissenschaftliche Arbeiten das Archiv zweckgebunden
zugänglich zu machen.
Publikumswort,
Dame 4 (D4):
Eine unter
gelöst in Verbindung gebrachte neue Einschätzung, oder
einfach durch eine Beurteilung, doch in einer Weise umgangen?
Hr. Wittman (W) Kunststaatssekretär: Das ist relativ einfach, denn grundsätzlich das Geld was wir verwalten ist immer das Geld des Steuerzahlers und damit auch des Lesers. Wahrscheinlich geht der Leserkreis noch über den Steuerzahler hinaus weil im Ausland genügend Leser Bernhards existieren werden. Daher stellt sich die Frage, wir verfügen über kaum andere Einnahmen. Hr. Wittman (W) Kunststaatssekretär: Eine Ausnahme wären zum Beispiel Theater Eintrittsgelder, um es richtig zu stellen also bei den Bundestheatern Burgtheater Volksoper sind es keine Steuereinnahmen sondern Eintrittsgelder und die sind etwas anderst zu behandeln.
Der junge Autor IG
Autor: Er hatter
bereits eine
berechtigte kritische Äußerungen zum
Besten gegeben, ergriff das Wort. Allerdings stand nur ihm
ein
Publikumsmikrophon zur Verfügung, deshalb
könnte die Aktion geplant gewesen sein. Dem Herrn Ruiss
wurde zur Kenntnis gebracht daß er nicht mehr die Interessen der
Autoren, im speziellen Fall, die von Herrn Bernhard vertrete. Er war sehr impulsiv brachte mit aber fachlich exakt untermauerten Argumenten Tatsachen von bereits erfolgten Umgehungen des bernhardschen Testamentes, zur Sprache. Hr. Jürgen Jung (JJ) Residenzverlag: Mit Verbalinjurien: Man solle auf den Kopf des von ihm hochgeschätzten Hr. Schmidt-Dengler nicht seine Notdurft verrichten! (Änderung aus ästhetischen Gründen.) Allerdings hatte Hr. Jung den von ihm nun Hochgeschätzten, vorher in der Diskussion, mit den Worten: Er könne ja noch die Epigonalität lernen, gedemütigt. (Der Residenzverlag hat ja bereits mehrmals, durch mehr- oder minder indenten Neuauflagen von Bernhards Büchern, mit den autobiografischen Prosabänden, den letzten Willen des Dichters ignoriert.) Am Ende der Diskussion wurde Herr Jung wegen seiner Verbalinjurien angesprochen. Seine Antwort: Ich verwende dieses Zitat zwanzigmal am Tag. Gesagt - getan, - man kann sich vorstellen welcher Geruch sich auf den Köpfen in der Führungsetage des Residenzverlages ausbreitet. >Wendelin.Schmidt-Dengler: Der Nachlass Thomas Bernhards. Geschichten. Probleme. Perspektiven (edition philosophisch-literarische reihe; 4, hg. v. Land Oberösterreich) o.O., o.J. [Linz 2001] [Zu beziehen über das Institut für Kulturförderung, Spittelwiese 4, A-4020 Linz]. ISBN 3-85483-025-4. St(a)at(t)licher Erbeschleicher Wendelin Schmidt-Dengler^ Kulturstudio
des Ö1 Sendung am 15.04.98 um 22:17 Sprecher:
Der freiberufliche Mitarbeiter G. Moser Das
Ende eines Bannfluches ein Transparent - Spezial über Bernhards
Erbe und Erben. Der so bezeichnete Alpenbekket und Untergangshofer (Diese
Ausdrücke fanden sich auch in der Boulevard - Artikeln der
Heldenplatz Dokumentation des Burgtheaters.) Bernhard,
belegte die
Republik, der er nicht nur einmal eine unselige Verquickung
von Katholizismus Nationalsozialismus und Pseudosozialismus attestiert
hatte, mit einem Bannfluch. Dieses Verdikt (Urteil),
das zwar eindeutig formuliert
ist, dürfte nun fallen. Thomas
Bernhard soll wieder nach
Österreich zurückkehren in Form einer staatlich finanzierten
Stiftung.Transparenz da
capo: 16.04.98 Sendungswiederholung. Einzige
Ergänzung,
Bernhard
wurde vom Sprecher auch als literarischer Weltenhammer, bezeichnet. Tote Indianer - sind gute Indianer, tote Schriftsteller - sind die besten Schriftsteller, man kann ihr Werk pietätlos ausbeuten und interpretieren. Germanisten können die Gestalt ihre Schöpfung ungehindert bis zur Unkenntlichkeit in Abhandlungen zerstückeln. Dem Sinne des Erblassers
entsprach die Lesung Der
Großen Hanswurstiade Tritratrullala von und
mit Fanzobel um einen
Kleinen Staatspreis des Verblichenen. Die Diskutanten mieden diese
Lesung, schade! Sie hätten sich die Nachahmung erspart. Laut Hr. Dengler wäre eine wissenschaftliche Auswertung der Werke des Erblassers ohnehin schon möglich gewesen. unsere Staatsgermanisten, ich zitiere Hr. Dengler: Benötigen internationale Fachleute zur Kontrolle, damit sie ihre Arbeit, rechtens vollbringen können. Die geplante Stiftung dient ausschließlich zur Rehabilitierung des Staates gegenüber dem Ausland, für die Thomas Bernhard Sie können sich nicht über das Gesetz hinwegsetzen und das wollen wir auch nicht, das Gesetz räumt uns eine einzige Möglichkeit ein, wie wir das können. Anmerkung: Herrn Wittmann räumt das Gesetz eine Möglichkeit ein sich über das Gesetz hinwegzusetzen, er ist ja der Staat. Er hat allerdings recht, - es sind nicht nur die Politiker, sondern die gesamten Medien, die an Kunst- und Kulturverständnis leiden. > Lesergemeinschaft bringt
sie keine Vorteile. Ein restantes Debet des Illuminatentum's für
die Kunst.Am Morgen des 12. Februar 1989 stirbt Thomas Bernhard und wird vier Tage später im engsten Familienkreis am Grinzinger Friedhof beigesetzt, noch ehe die Öffentlichkeit von seinem Tod erfährt. ÷ 3 SCHRIFTVERKEHR 2009/05/17 S.g. Fr. Lunacek, Info: Unter diesem Link wurde eine Publikation über Sie im Internet
verbreitet. Ich danke für Ihr stillschweigendes Einverständnis bzw. Korrektur. Mit freundlichen
Grüßen Bruno Mayer 2000/12/18 Jens Dechering jens@virtusens.de
schrieb:Danke für Ihre
Informationen zu Thomas Bernhard. Es ist ja
alles noch viel geschmackloser, als man sich so vorstellen mag2002/02/09 Von: praxis.simmler@t-online.de (praxis simmler) Betreff: thomas bernhard sehr geehrter herr mayer, ich danke ihnen sehr für ihre freundliche und prompte rückmeldung und auch recht herzlichen dank für die höchst aufschlußreiche und sehr interessante dokumentation aus dem wanderer.ich habe schon vor über 20 jahren begonnen, thomas bernhard zu lesen, habe dann bis 1996 pausiert und bin seitdem nicht mehr von bernhard losgekommen, inzwischen besuche ich jedes jahr, d.h. seit 2000 ein-bis zweimal gmunden, ohlsdorf usw. und komme auch mit dem einen oder anderen einheimischen dort in kontakt. was jetzt mit virtusens abgezogen wird, kann ich in keiner weise Nachvollziehen oder verstehen, zumal über diese internetseite doch gerade verständnis und interesse für bernhard geweckt wird...?ich würde mich sehr freuen, wenn wir weiterhin im kontakt miteinander bleiben könnten und grüße sie recht herzlich ihr franz simmler 2002/01/27 wolfgang.schuessel@oevp.at, thomasbernhardprivatstiftung@compuser, franz.morak@oevp.at, hl@literaturhaus.at, Sehr geehrter Kunstminister Schüssel, was verbirgt sich hinter der Löschung des Thomas Bernhard Web www.thomasbernhard.de, Ihr Sekretär gibt hier stillschweigend zu verstehen: <Politiker können zwar gute Schauspieler sein aber nicht jeder Schauspieler kann ein Politiker werden>. Wie stehen Sie zu Thomas Bernhard und finden Sie diesen pietätlosen staatlich geförderten Erbstreit angemessen? MfG B.Mayer ANLAGE MAIL VORLAUF KUNSTSTAATSSEKRETÄR Hr. Morak 2002/01/12 An: jens@virtuSens.de Betreff: Kunstpersiflage Sehr geehrter Herr Jens Dechering, ich danke für Ihre Verständigung und hoffe, mit meinen angeführten Mail in Ihrem Sinne regiert zu haben. Man glaubt oft vergebens gegen eine Mauer der Macht und der Dummheit anzukämpfen, doch losgelöst vom diesem Kollektiv ist man immer im Vorteil zumindest nicht einer von diesen Leuten zu sein. Diese Kunstpersiflage übertrifft alle von T. Bernhard dramatisierten kritischen Österreich Betrachtungen. Ich glaube der Hr. Fabjan zerrt zu sehr von der Aura und den Früchten seines Halbbruders. An der Stiftung, die für die Öffentlichkeit wertlos ist, haben auch Germanisten im Staatsdienst ihren Gehalt aufgebessert.Ich wünsche Ihnen etwas Besseres als dieses österreichische Armutszeugnis, mit herzlichen Grüßen B.Mayer 2002/01/12 BEILAGE ANFANG Sa AM 12:54:15 GMT+01:00 An: gr@literaturhaus.at, sb@literaturhaus.at, Dr. Heinz Lunzer Leiter hl@literaturhaus.at, franz.morak@oevp.at Betreff: Österreich ohne Kunst- u. Gesundheitsminister Sehr geehrter Kunstsekretär Hr. Morak, sehr geehrter Herren Ruiss u Hr. Lunzer von den IG Autoren, sehr geehrte Damen und Herren der Thomas Bernhard Stiftung, sehr geehrter Nachlaßverwalter und Halbbruder von Thomas Bernhard Hr. Dr Peter Fabjan, für Thomas Bernhard war Österreich ein unfruchtbarer Boden, nach seinem Tod will man sich nun in Österreich an seinen Früchten bereichern. Der Österreichische Staat hat seine Bernhard Reputation durch eine Erberschleichung mit einer mit Steuergeldern finanzierten Stiftung, die die Testierfähigkeit Bernhards postum aberkannt hat, durchgeführt. Als Bernhard Bewunderer und als Kritiker dieser pietätlosen öffentlichen Gebahrungen gegenüber einem begnadeten Österreicher, habe ich all diese Peinlichkeiten im Archiv. Auch der Hr. Ruiss und der Hr. Lunzer von der IG Autoren haben hier die Interessen dieses toten Dichters nicht gewahrt. (Tondokument T.B. Erbstreit). Thomas Bernhard hat sich nur im Ausland, besonders aber in Deutschland, seiner Begabung angemessen, entfalten können. Während man ihn in Österreich noch gesteinigt hat genoß er dort bereits sein verdientes Ansehen. Es gibt Institutionen die Bernhard bereits förderten währenddessen in Österreich noch kein öffentlicher Hahn nach ihm gekräht hat. Die Internet Seite ,
virtusens hat in dieser
Öffentlichkeitsarbeit auch für uns in Österreich
Pioniertaten geleistet. Diese kunstvolle home page, ist nun durch
einen Schildbürgerstreich der Thomas Bernhard Stiftung bedroht, in
dieser Sache lege ich meinen bisher schärften Protest meiner
irdischen Anwesenheit, mit allen mir zur Verfügung stehenden
Mitteln, insbesondere aber einen diesbezüglichen Internet News
Letter, ein. Ich hoffe aber noch, dass ich nicht vergebens an die
Vernunft der oben Angeführten apelliert habe, dass
Sie diesen staats- und kunstfeindlichen Unfug in Ihrem Kompetenzbereich
einen Ende zuführen. M f G B.Mayer
BEILAGE ENDEVIRTUSSENS INFORMATIONEN Die Thomas-Bernhard-Stiftung droht uns mit gerichtlichen Schritten, wenn die Seiten wie sie nun bestehen, weiter in dieser Form veröffentlicht werden, da sie gegen das Urheberrecht verstossen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, zunächst die Interviews zu schwärzen und die Videos nicht mehr zugänglich zu machen. Wenn Sie am Erhalt unserer Seiten interessiert sind, schreiben Sie bitte an uns oder die Thomas-Bernhard-Privatstiftung 2002/01/09 Von: <jens@virtuSens.de> Betreff: Thomas Bernhard Liebe Thomas Bernhard-Freunde. Bitte helfen Sie uns! Ich schreibe an Sie, weil, Sie sich in unser Gästebuch zu Thomas Bernhard eingetragen haben. Die Thomas Bernhard-Stiftung hat uns mit juristischen Schritten gedroht. Warum, das ist nicht klar ersichtlich. Sie will die Hand auf die Interviews halten. Wir wollen weiter die schönen Interviews bringen, denn was kann daran für die Stiftung falsch sein, der es um das internationale Ansehen Thomas Bernhards geht (so die Stiftungsurkunde). Bitte schreiben Sie eine kurze Nachricht an die Stiftung, dass unsere Arbeit wichtig ist für Thomas Bernhard-Leser. Das wäre gut. Wir haben bisher alles aus eigener Tasche bezahlt und keine müde Mark verdient damit und anstatt uns zu unterstützen, will die Stiftung destruieren. Mit freundlichen Grüßen Jens Dechering 2000/12/20 Von: "Mail - virtuSens" <mail@virtusens.de Betreff: Schön ist es - gegen das Pack! Lieber Herr Mayer, wollte Sie nur kurz darauf hinweisen, daß wir inzwischen das zweite Interview drinnenhaben - im Netz. Wir haben auch so unsere Erfahrungen mit den Herren, die über Bernhard Bescheid wissen und Rechte innehaben. Danke für die verschiedenen Texte - es ist ja wirklich zum Kotzen mit diesem Philistervolk. Man kann ja garnicht soviel essen, wie man kotzen möchte. Nochmal Frohes Fest und guten Rutsch Ihnen Jens Dechering 2000/12/18 An mail@virtusens.de Kopie: Betreff: Frohe Festtag und guten Wechsel ) Sehr geehrter Herr Dechering, ich danke für Ihre Emails, Ihre Würdigung von Thomas Bernhard halte ich für außergewöhnlich wertvoll. Alle von mir übermittelten Unterlagen stehen zur Ihrer freien Verfügung und Verwendung, die Adressen der Thomas Bernhard Gedenkstätten bzw. aller diesbezüglichen Häuser und Archive, teile ich Ihnen im nächsten Jahr mit. Ich selbst bezeichne mich gerne als einziges unpolitisches Arschloch von Österreich, es gibt aber nur einen wahren Freund der dies auch tatsächlich mir gegenüber ausgesprochen hat, für die meisten bin ich deshalb einfach nur der Wanderer. Sie haben sich schon ausreichend mir gegenüber revanchiert indem Sie sich so ausführlich mit TB beschäftigt haben und sich auch weiterhin mit ihm noch beschäftigen. Ich wünsche dem gesamten Virtusensteam besonders aber Ihnen frohe Feiertag und für alle Unternehmungen im ersten Jahr Zweitausend ein gutes Gelingen. Herzliche Grüße B.Mayer Als Beilage den WANDERER 30 Politik der sich auf der Seite 14-18 auch mit Thomas Bernhard beschäftigt. 2000/12/18 Von<mail@virtusens.de> Betreff: Thomas Bernhard Lieber Herr Mayer, ein frohes Fest! Wir lassen T.B. nun ein wenig mehr zu Wort kommen. Die von Ihnen zugesandte Cassette offenbart die ganze Abgeschmacktheit der Offiziellen. Wir haben da auch so unsere Erfahrungen. Lassen Sie es sich wohlergehen. Jens Mit freundlichen Grüßen Jens Dechering. 2000/12/12 Von: <mail@virtusens.de> Betreff: AW: Thomas Bernhard Entmündigung Datum: Tue, Lieber Herr Mayer, vielen Dank für die Informationen und die Zeitschrift. Der Intellektuellenspruch ist natürlich etwas derb, aber doch auch ganz schön als Entree. Die hohe Kunst und die niederen Dinge in einem. Und das Wort Arschlöcher zählt nun einfach auch zu meinen Lieblingswörtern - muß ich gestehen. Der ganze Kulturbetrieb ist ja generell ein schwierig Ding und wenn dann noch Politiker dazukommen wird´ s ungeheuer! Politiker in Ihrem ursprünglichen Sinne, ganz antik gedacht, sind ja schon Menschen, aber die Heutigen sind Winzlinge, die wegen niedrigstehender Sonne lange Schatten werfen. Bei Thomnas Bernhard wird sich vermutlich bald etwas tun - das ist mal so ein Versprechen im alten Jahr fürs Neue! Ich wünsche eine schöne Vorweihnachtszeit Das Beste Jens Mit freundlichen Grüßen Jens Dechering. 2000/12/10 Betreff: Thomas Bernhard Entmündigung An: mail@virtusens.de Sehr geehrter Herr Dechering, ich danke besonders auch dafür, dass Sie sich bisher ohnehin so ausführlich mit Thomas Bernhard beschäftigt haben. Insoferne sitze ich wohl teilweise an der Quelle seines einstigen Wirkens, aber auch in einer Stätte der Brunnenvergiftung. Der Geist von TB lebt nicht in Erinnerunsgstätten wie Ohlsdorf und diversen öffentlichen Archiven weiter sondern in der lebendigen Literaturszene und im Theater. Ohlsdorf habe ich noch nicht besucht. Ich bin mir allerdings aber nicht sicher - ob ich nicht selbst das größte Arschloch aller Zeiten bin und wenn dies zutrifft dann nur unter der Prämisse, als einziges "Unpolitisches" in ganz Österreich. Aber auch Politiker sind Menschen, oder sind Sie nur die Marionetten des multinationalen Illuminatentums? Die politischen regionalen Platzhirsche bedürfen immer wieder eindeutige Winke mit dem Zaunpfahl mit dem Hinweis: "Zurück ins Inzuchtgehege", als Wellerismus zu: "Zurück auf die Bäume ihr Affen". Pestalozzi Die Überspielung TB Dok. Ergeht per Post. Der Wanderer Nr. 25 TB 1998 Emails mit einer Word. Datei Mit freundlichen Grüßen B.Mayer (Email Anhang: Wan25.doc Typ .doc). 2000/12/07 Von: <mail@virtusens.de> Betreff: Bernhard Sehr geehrter Herr Mayer, Danke für Ihre schleunige Antwort. Die Information mit der Unzurechnungsfähigkeit kannte ich noch nicht. Leider haben wir die Thomas Bernhard Geschichte ein wenig zurückgestellt zugunsten unserer Nietzsche Präsentation. Gerne würde ich von Ihnen die angebotenen Sachen erhalten. Sie sitzen ja in Österreich an der Quelle. Hier in Deutschland ist Bernhard ja inzwischen nicht mehr sehr gelesen - haben Sie irgendwelche Neuigkeiten! Waren Sie schon in Ohlsdorf usw.? Wir hatten ja vor, die Interviews auf CD-Rom zu bringen. Das ist auch schon fertig- aber uns fehlt das Geld für die Rechte und der Suhrkamp-Verlag will nicht mitmachen. Schade, Schade - alle, die offiziell mit Bernhard zu tun haben, sind tatsächlich Ignoranten. Von den intellektuellen Politikern mal ganz abgesehen, denn diese Arschlöcher sind nicht der Rede oder ein Gedicht wert. Herzlichst Mit freundlichen Grüßen Jens Dechering www.thomasbernhard.de & www.friedrichnietzsche.de |
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