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Wohnen in England

Ich war im Alter von 15 Jahren das erste Mal per Schueleraustausch in England und fand das Land, die Leute, deren Lebenseinstellung einfach nur cool. Na eben, wie eine 15jaehrige so denkt.

Seit dieser Zeit hatte fuer mich eigentlich alles nur mit England zu tun. In der Schule war es besonders einfach fuer mich englisch zu lernen, obwohl ich nie so tolle Zensuren hatte. Bis auf einen oder zwei deutsche Freunde hatte ich nur britische junge Maenner kennengelernt. Ausserdem wollte ich immer schon ein Haus in Suedengland haben und auch hier wohnen. Seltsamerweise ist das alles auch eingetreten. Doch nach England umszuziehen und hier zu leben ist doch etwas ganz anderes, als nur mal hier Urlaub zu machen.

Nachdem ich meinen jetzigen Partner kennengelernt hatte, uebrigens im Internet, fragte er mich nach 4 Wochen, ob ich nicht mit ihm in England leben wollte. Er wuerde ein Haus erst mal mieten und wir wuerden dann gucken, ob alles funktioniert. Da ich immer schon fuer schnelle Entscheidungen zu haben war, bin ich mit meiner damals 1jaehrigen Tochter natuerlich auch sofort ueber den Kanal.

Unser gemietetes Haus:

Das gemietete Haus ist fuer englische Verhaeltnisse gut gewesen. Es hatte 3 Schlafzimmer, ein Badezimmer und einen 'airing cupboard' im ersten Stock. Ein Wohnzimmer, eine offene Kueche mit angrenzendem Esszimmer und eine Gaestetoilette im Erdgeschoss. Das ganze Haus hatte eine Groesse von ca. 80 qm. Es gibt bei englischen Hauesern auesserst selten einen Keller und Abstellraueme. Die Hausgroesse ist vorsichtig geschaetzt, die Norm hier. Und beherbergt leicht eine britische Durchschnittsfamilie mit 3 bis 4 Kindern. Da es wie gesagt, allerdings keine Keller oder anderen Abstellraueme gibt, war es fuer mich nun gar nicht einfach meine deutschen Moebel, Kuechengegestaende und alles, was man sonst noch so hat, unterzubringen. Da man als Kontinentaleuropaeer irgendwie mehr Sachen hat, reichte das Haus nicht mehr aus.

Es ergab sich auch die Schwierigkeit, dass man keine Regale anbringen konnte, da die Waende aus duennem Material es nicht erlaubten zu bohren. Ausserdem sind Heizkoerper nachgeruestet worden, die allerdings mitten in den Zimmern angebracht worden waren und nicht unter den Festern. Somit hatten wir auch kaum die Moeglichkeit Schraenke und Regale aufzustellen.

Hier in England ein Haus zu mieten, findet im allgemeinen ueber einen Makler (letting agency oder estate agent) statt. Man muss eine Kaution von 3 Monatsmieten hinterlegen und ein Mitarbeiter der Makleragentur hat das Recht so ca. alle 3 Monate das gemietete Haus zu begutachten. Man muss ihn also reinlassen, damit er nach dem Rechten sehen kann. Man muss sich auch mit dem Makler in Verbindung setzten, der sich dann wiederum mit dem Eigentuemer in Verbindung setzt, wenn man irgendwelche Veraenderungen vornehmen will. Unter Veraenderungen faellt auch Tapezieren, Streichen, das Anbringen einer Satelitenschuessel, etc. Die Norm sind hier relativ kurze Mietvertraege von ca. 6 Monaten, die dann immer wieder erneuert werden muessen.

Die Norm hier sind auch Reihenhaeuser und Haushaelften auf Minigrundstuecken. Einzelstehende Einfamilienhaeuser nach deutschem Standard sind hier eher selten, ich habe jedenfalls noch keines gesehen. Es gibt hier natuerlich auch einzelstehende Haueser, die es dann aber im Preis in sich haben.

Da der Mietpreis von Haeusern hier meisten gleich oder auch hoeher ist im Vergleich zu Hypothekenraten, kauft man hier lieber Haueser. Es ist hier wesentlich einfacher Hypotheken zu bekommen als in Deutschland, da man das immense Eigenkapital und Bausparvertraege usw. nicht braucht.

Der Hauskauf findet wiederum ueber einen Makler (estate agent) statt. Man sieht ja schon beim Autofahren Schilder an den Haeusern 'Zu Verkaufen' (for sale). Der Hausan- und Verkauf findet hier sehr rege statt. Eher zu vergleichen mit dem Mieten und Vermieten von Wohnungen in Deutschland. Wohnungen sind hier nicht die Regel. Die Briten leben lieber in kleinen Hauesern. Wohnbloecke usw. sind eher in Grosstaedten zu finden.

Wer Lust hat, sich das mal anzuschauen geht einfach zu www.rightmove.co.uk, www.adrians-property.co.uk, www.fennwright.co.uk (und immer schoen x 3 rechnen, zur DM)

Also, wie gesagt, nach einem Jahr machte unser gemietets Haus nun keinen Sinn mehr, da es meiner Ansicht nach fuer 3 Personen zu klein wurde. In der kleinen Kueche kriegt ich schon gar nicht meine deutschen Kuechenutensilien unter. Also musste ein groesseres Haus her und ein eigenes.

Wir haben dann die Bildanzeigen in lokalen Zeitungen gewaelzt und uns mit dementsprechenden Maklern in Verbindung gesetzt, die dann Besichtigungstermine fuer uns ausgemacht haben. Und musste dann bei den Besichtigungen feststellen, dass moderne Doppelglasfenster, Fenster, die nach innen zu oeffnen sind, Heizungen, normale Backsteinwaende, also alles Dinge, die ich fuer voellig normal gehalten habe, hier in England nicht die Norm sind.

Es hat somit auch etwas laenger gedauert, bis wir das gefunden haben, was ich so einigermassen im Bereich des Ertraeglichen halte.

Es ist eine Doppelhaushaelfte auf 2 Etagen, mit 3 Schlafzimmern, grossem Wohnzimmer, Arbeitskueche, Esszimmer, Arbeitszimmer, ueberdachter Miniterrasse (12 qm, fuer die Hunde, wenn es regnet). Das gesamte Haus eine Wohnflaeche von 150 qm. Der Garten ist klein, die Haelfte dient aus Auslauf fuer die Hunde. Es hat Zentralheizung, Mischwasserhaehne im Badezimmer (ist nicht Standard hier) und vernuenftige Waende.

Die gebrauchte Einbaukueche, na ja, so einen Dreck habe ich noch nicht vorher gesehen. Die Vorbesitzer habe sich noch einmal die Muehe gemacht zu putzen. Sie ist dann jedoch sofort rausgeflogen und wir haben alles erneuert. Die alten Fenster sind auch ersetzt worden. Es war nicht so einfach Fenster zu finden, die nach innen aufzumachen sind.

In England ist es normal zwei Wasserhaehne am Badezimmerwaschbecken zu haben. Einer fuer heisses Wasser und einer fuer kaltes. Im Klartext man verbrennt sich erst die Haende, um sie dann abzukuehlen. An vernueftiges Waschen ist da nicht zu denken.

Ausserdem sind die gaengigen Fenster hier nach aussen zu oeffnen, was bedeuted, man kann sie selbst nicht von aussen putzen. Fuer jedes Fensterputzen von aussen erfordert also einen Fensterputzer. Diese Fenster machen fuer mich ueberhaupt keinen Sinn.

Aber ansonsten kann man hier ganz vernuenftig Leben. :)