Ein wahrer Freund
Friday, 30 June 2006
Verbesserungen an der XT 660 R
Mein Motorrad, das Stollentier

Nachdem ich in weniger als 3 Wochen mittlerweile weit uber 1000 Kilometer mit der XT gefahren bin, treten die Verbesserungsmoglichkeiten und Verbesserungsnotwendigkeiten an dem Motorrad immer mehr zutage.

Der Motor ruckelt sowohl bei Konstantfahrt als auch beim leichten Beschleunigen, gelegentlich stirbt er bei Gangwechseln oder beim Gaswegnehmen ab, zudem hat er die Eigenheit auch bei klein wenig Gaswegnehmen komplett den Vorschub zu unterbrechen, als ob es zum Spritsparen eine Schubabschaltung hatte. Naturlich gibt man daraufhin wieder etwas Gas mit dem Effekt, dass jetzt die Leistung schlagartig wieder zur Stelle ist - und das Spiel wiederholt sich damit. Besonders unangenehm, da gefahrlich, sind diese unkalkulierbaren Lastwechsel beim Kurvenfahren am Limit. Vertrauen baut sich so zur Maschine nicht auf und die Fahrfreude leidet. Ein weiteres Indiz fur diese Problematik ist die Tatsache, dass ich wohl bei keinem anderen Motorrad wahrend der Fahrt so oft die Kupplung zog, um die Auswirkungen dieser negativen Motorcharakteristik zu minimieren.

Das Problem scheint bei Yamaha bekannt zu sein, mein Handler zeigt sich kulant und somit wird die Motorsteuereinheit (ECU – Engine Control Unit) demnachst auf Garantie getauscht werden.

Ein weiteres Manko ist die zu geringe Bodenfreiheit, die nur knapp 2 Handbreit betragt (ca. 20 cm). Beim Anblick der unter dem Motorblock gefuhrten Auspuffkrummer war ich bereits von Anfang an alarmiert und liess mir kurz nach der Fahrzeugubergabe einen Unterfahrschutz montieren. Dieser hat sich bisher als bitter notig erwiesen, mehrere Schrammen zeugen von Bodenkontakt bei Gelandefahrten und ich muss zugeben, dass ich ab und zu auch uber Bordsteine brettere und Treppen hochfahre, manchmal auch mit Sozia. Eine Enduro muss das abkonnen – ohne Bodenkontakt!

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, das 17-zollige Hinterrad gegen eines mit 18 Zoll zu tauschen. Die Bestellung wurde heute abgeschickt, die Materialkosten allein fur die Felge mit Speichen betragen knapp 200 Euro. Hinzu werden noch die Montagekosten und der neue Reifen kommen. Bestellt ist ausserdem ein Gepacktrager, Olthermometer, magnetische Olablasschraube und Valvoline SynPower 10W-40 Motorradol, vollsynthetisch. Den Olwechsel habe ich fur Kilometerstand 2000 anvisiert, bis dahin sollte auch der Motor eingelaufen sein.

Eine weitere in Kurze vorzunehmende Verbesserung ware eine Nachrustung mit einem Drehzahlmesser, jedoch konnte ich mich bisher noch fur kein Modell entscheiden.

Auf langere Sicht hin werde ich wohl auch das Fahrwerk hinten mittels eines anderen Federbeins und vorne mit einer anderen Gabel modifizieren, um sowohl die Bodenfreiheit noch weiter zu erhohen als auch die zu kurzen Federwege zu verlangern, welche vorne mit 225 mm und hinten mit 200 mm alles andere als enduromassig sind. Ebenso passt das hohe Gewicht nicht so recht zum Einsatzzweck dieses Motorrades, den ich weniger darin sehe, eine Reiseenduro als vielmehr ein Spassgerat zu sein, sowohl fur die Stadt als auch furs Gelande. Hier bote sich an, die Stahlschwinge gegen ein Alu-Exemplar zu tauschen, eine leichtere 2-1-Anlage zu montieren und Stahlschrauben gegen solche aus Leichtmetall zu ersetzen.

Posted by blog/afriendindeed at 12:25 AM EDT
Updated: Saturday, 1 July 2006 5:11 PM EDT
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