Drachen

 

Eigentlich weiß jeder, was ein Drache ist: eine gigantische, blutrünstige Kreatur aus Märchen und Legenden der Muggel, die dort als Medium dient, um den Mut des Ritters, der ihn bekämpft, deutlich darzustellen. Der Drache besitzt einen obskuren, mysteriösen Charakter, der meist nur sehr allgemein beschrieben wurde, er ist eben nichts weiter als ein Mittel zur Aufwertung des Helden.

Doch der Drache ist auch anders. Er ist ein bewundernswertes, intelligentes und gebildetes Wesen, das ein höchst faszinierendes Leben führt. Er ist im Besitz erstaunlicher Fähigkeiten.

Der erwachsene Drache ist scharfsinnig, kräftig und er ist sich seiner Stärke bewußt. Mit Verschlagenheit entgeht er den Fallen der Muggel. Drachen horten begierig ihre Schätze und kennen immer den genauen Wert ihrer "Sammlung", auf den Nickel genau und man kann sie auch nicht mit minderwerigem Plunder beeindrucken.

Eine weitere Vorliebe hegen sie für Denkaufgaben, oft versprechen sie ihre Opfer freizulassen, wenn sie die richtige Antwort auf eines ihrer Rätsel wissen. Weiters interessieren sie sich für Musik und Poesie. Üblicherweise sind Drachen sehr Stolz und besitzen einen gewissen Sinn für Ironie.

In den Bereichen der Magie ist der Drache sehr versiert, er kennt alle geheimen Kräfte, die an Namen gebunden sind. Diese Kräfte sind so machtvoll, dass der beste Weg einen Drachen abzuschrecken oder gar zu überwinden ist, seinen wahren Namen herauszufinden. Der wahre Name eines Drachens entsteht durch seine Persönlichkeit und Geschichte. Er drückt also nicht nur seinen Ursprung aus, sondern auch alles, was der Drache in seinem Leben erreicht hat, sein Trachten und Streben, seine Kenntnisse im Grad seiner magischen Fähigkeiten. Der wahre Name eines Drachen wird ihm bei der Geburt von seinem Vater verliehen und ist somit nur ihm selbst und seinem Vater bekannt, allerdings besitzt ein Drache normalerweise auch einen oder mehrere angenommene Namen. Es gibt drei Arten von Drachen: Erddrachen, Wasserdrachen und Feuerdrachen, wobei letztere eher selten sind und im Normalfall Einzelgänger sind, während die anderen beiden Gruppen eher in Sippen leben, oder zumindest eine große Anzahl von Dienern und niedrigen Geschöpfen in ihren Höhlen wohnen lassen.

Drachen sind das gesamte Jahr über sowohl am Tage, als auch Nachts unterwegs und überall über den Erdball verteilt aufzufinden. Im Allgemeinen haben Drachen Flügel, es gibt jedoch eine sehr alte und agressive Rasse, Lindwürmer, die nur sehr kurze Beine und keine, oder nur verkümmerte Flügel haben, die es keinesfalls ermöglichen, zu fliegen. Sie werden über 500 Jahre alt, in einigen Fällen sogar über 1000.

Der Drache kann sprechen, seine natürliche Sprache ist Latein, die er von Geburt an perfekt beherrscht, allerdings kann er sich auch jegliche andere Sprache oder Dialekt aneignen, je nachdem in welcher Region er lebt.

 

Skelett:

Der Drache ist die größte bekannte flugfähige Kreatur. Um eine enorme Körpermasse in der Luft halten zu können, mußte sich seine Körperstruktur anders als bei anderen Reptilien entwickeln. Seine Flugschwingen inserieren an breiten Schultern, die auch Ansatzstelle für die kräftige Flugmuskulatur sind. Dadurch wird ein besonderes Gelenksystem notwendig, das bei keiner anderen Tierart vorkommt.

Schuppen:

Der Körper des Drachen ist vollkommen von festen, glänzenden Schuppen bedeckt. Die einzige Ausnahme ist der Erddrache, dessen Bauch und Nacken nicht mit Schuppen bedeckt sind, wahrscheinlich eine Auswirkung seiner grabenden Lebensweise. Um ihren weichen Unterkörper zu schützen, bedecken Drachen diese Stellen mit Juwelen und sonstigen Schätzen. Nicht nur um sich zu schützen, sondern auch der Eitelkeit wegen, da Drachen meist äußerst eitel sind.

Der Drache kann seine Schuppen willentlich aufstellen, etwa um sie zu putzen, denn man darf nicht vergessen, dass Drachen sehr reinliche Wesen sind. Das alther suggerierte Bild einer stinkenden Drachenhöhle mit Skeletten und sonstigen "Essensresten" ist weit hergeholt und völlig übertrieben!

Im Gegensatz zu den meisten anderen Reptilien muß sich ein Drache nicht häuten, da seine Schuppen mitwachsen und automatisch erneuert werden, wie menschliche Haare und Nägel. Außer in Fällen besonderer Krankheiten werden sie nicht vom Körper abgestoßen.

Färbung:

Die wichtigsten Farbkomponenten der Drachenschuppen sind Blautöne von Dunkelblau über Silber bis hin zu Perlmutt, Rottöne von Kupfer über Dunkelrot bis Rötlichschwarz und Grüntöne mit eindrucksvollen Mischungen aus Gelb und Grün, sogar mit dunkelbraunen Schattierungen, Smaragdgrün und poliertem Gold.

Behausung:

Drachen bewohnen normalerweise natürliche Hohlen, die mittels Ultraschall gefunden werden. Der Eingang ist gerade so groß, dass der Drache aus- und eingehen kann un ist mit Sträuchern und Gebüsch versteckt. Der "Eingangsraum" wird in seinem natürlichen Zustand belassen um keinen Verdacht zu erwecken und ist gerade so groß, dass der Drache sich darin umdrehen kann, wenn er verfolgt wird oder sich verteidigen muß. Die anderen Räume, mindestens ein Schlafraum ist bei jeder Drachenart vorhanden, wird dann vom Drachen oder – falls vorhanden – seinen Sklaven oder Dienern in einen gemütlichen Zustand gebracht. Sollten noch weitere Räume benötigt werden, gräbt der Drache noch welche, um seine Schätze, Diener, Sklaven und dergleichen unterzubringen. Diese grabende Lebensweise kommt eher bei Erd- und Wasserdrachen vor, Feuerdrachen bevorzugen eher alte oder teilweise noch aktive Vulkane als Behausung und bei Wasserdrachen ist der Eingang meist unter Wasser.

Der große Erddrache (Draco rex cristatus):

Der Draco rex ist die am weitesten verbreitete Drachenart auf unserem Planeten. Er kann eine Länge von 15 bis 30 Metern erreichen und eine Spannweite von von bis zu 30 Metern erreichen. Einige der Erddrachen können Feuer speien, obwohl die Kraft ihrer Flammen bei weitem nicht an die gewaltige Wirkung der Feuerdrachen herankommt. Der Erddrache ist ein ausgezeichneter Flieger und Gleiter und kann trotz seiner enormen Körpermaße große Höhen erreichen und enorme Entfernungen im Gleitflug nur unter Ausnutzung der Thermik zurücklegen. Er ist von zurückhaltender Natur und eher introvertiert. Außerhalb der Paarungszeit schätzt er die Gesellschaft anderer Drachen keineswegs, da er einem Streit um Nahrung, Weibchen oder Schätze aus dem Weg gehen will. Bei der Kraft und Größe der Drachen können selbst Plänkeleien höchst gefährlich werden. Es ist jedoch interessant, dass sich Erddrachen im Alter gern von einem jungen Pagen begleiten lassen, den sie in der Weisheit der Drachen unterrichten.

Erddrachen paaren sich nur während der Regenzeiten, wenn die afrikanischen und asiatischen Wüsten mit Blumen bedeckt sind. Dann sammeln sich die Männchen hoch in der Luft schwebend über einem, meist erheblich größeren Weibchen und im freien Fall erfolgt schließlich die Paarung, kurz vor einem Aufprall auf die Erde lösen sie sich wieder voneinander, das Weibchen zieht sich mit "ihrem" Männchen in den Kern der Wüste zurück und legt ein Ei in eine Mulde. Schließlich verläßt sie das Männchen wieder, der sich nun die nächsten zwei Jahre um das bald ausschlüpfende Jungtier kümmern wird und paart sich mit dem nächsten Männchen. Das geht so lange, bis alle versammelten Männchen ein Ei versorgen können. Dabei ist allerdings nur der Embryo im ersten Ei ein neues Weibchen. Alle anderen werden Männchen. Junge Drachen erlangen erst mit vier Jahren die Geschlechtsreife und entwickeln auch erst dann ihren Sinn für Magie, Poesie und dergleichen, die Gier nach Schätzen jedoch haben sie beretis erheblich früher und auch um eine feste Behausung kämmert sich der Drache erst nach etwa vier Jahren, wenn er erwachsen wird. Er hält sich gern Gnome, Elfen und Muggels als Diener und Sklaven, die er meist gut behandelt und die ebenfalls von ihm versorgt und beschützt werden.

 

Wasserdrachen (Draco splendens):

Diese Drachenart findet man sowohl im Süß- als auch im Salzwasser. Dieses wunderbar gefärbte Wesen fühlt sich im Wasser perfekt zu Hause, sein Schwimmvermögen ist phantastisch. Er kann mehrer Stunden unter Wasser verbringen, ohne Luft zu holen und wie bereits erwähnt liegt der Eingang zu seiner Behausung stets unter dem Wasserspiegel. Seine Vorderbein sind scharfe Krallen, während seine Hinterbeine in Flossen umgeformt sind, was seiner Beweglichkeit an Land einiges an Eleganz nimmt, jedoch ist er physisch gesehen wesentlich schöner und eleganter als der Erddrache.

Die Paarung erfolgt ganz unkompliziert im Wasser, auch hier kommen mehrer Männchen auf ein Weibchen, doch nur die stärksten können sich mit dem Weibchen paaren und kümmern sich hier ebenfalls ein- bis zwei Jahre um das Jungtier, das erst in späterem Alter das Schwimmen erlernt und sich in der ersten Zeit an Land nur von Früchten ernährt. Sobald sie das Schwimmen gelernt haben werden sie von ihren Vätern verlassen und leben fortan im Wasser. Hier ernähren sie sich vorerst von Seeanemonen, deren Nesselgift den kleinen Drachen nichts anhaben kann. Dann treten sie ihre Reise den Golfstrom hinunter an und machen sich auf die Suche nach einer dauerhaften Heimstätte. Während dieser Reise werden sie erwachsen. Wenn er dann die europäischen Küsten erreicht, ist er ein eindrucksvolles Tier, sieben Meter lang, leuchtend grün gefärbt und wundervoll anzusehen. Er hat die Sprache erlernt und ist ein Meister der Magie geworden.

Das Heim des Wasserdrachen ist geschmackvoller und größer als das des Erddrachen. Meist fließt auch ein unterirdischer Fluß oder Bach durch den Höhlenkomplex. Hier findet man Vasen mit Blumen, Perlen, der Boden ist mit hellem Sand ausgelegt, den der Drache selbst herbeigeschafft hat und Geschmeide.

Als Diener hält sich der Wasserdrache meist niedere Wassergeister, Molche und auch einige Muggels.

 

Feuerdrache (Draco flameus):

Hierbei handelt es sich um die seltenste der drei Arten. Er ist außerordentlich schwer zu beobachten und studieren, da sein Lebensraum für Menschen unzugänglich ist. Diese Drachenart lebt im Inneren aktiver Vulkane, ihre natürliche Umgebung sind Lavaströme und lodernde Höhlen im Herzen der Erde. Als echtes Nachttier segelt er erst bei absoluter Dunkelheit von Flammen umhüllt auf seine Ausflüge, alerdings nur, wenn es eine extrem trockene Witterung zuläßt. Wasser oder Luftfeuchtigkeit stellen für den Drachen eine akute Bedrohung dar. Auf seinen Expeditionen in die Außenwelt setzt der Feuerdrache ganze Landstriche in Brand und raubt Schätze, wo es nur geht. Er ernährt sich von den verkohlten Überresten der Tiere und Menschen, die er bei seinen Ausflügen mit seinem Atem vernichtet. Das Feuer das er aus seinem Rachen speit besteht aus einer Mixtur aus Phosphor und Methan, das er in einem seiner vielen Mägen "aufbewahrt" und bei einem Angriff hervorwürgt und auf den Gegner spuckt. Sobald das Gemisch mit dem Luftsauerstoff zusammenkommt, entzündet es sich.

Der Feuerdrache verbringt oft Stundenlang mit der Pflege und Kontrolle seiner Schuppen, die aus einer Metall-Asbest-Legierung bestehen, um eventuellen Schäden vorzubeugen, denn immerhin ist sein Panzer der einzige Schutz gegen das Feuer, denn ohne seinen Panzer ist der Feuerdrache ebenso empfindlich gegen Feuer, wie jedes andere Lebewesen auch. Die Schuppen schimmern in vielen Farben , von leuchtendem goldgelb bis Rot, Kupfer und Schwarz. Allem Anschein nach ist diese Spezies in den Vulkanen in Island anzutreffen, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis Irland und in den Norden Großbritanniens. Es wird auch behauptet, dass eine kleine Kolonie in Sizilien lebt, es kann allerdings nicht nachgewiesen werden, dass es Drachen im Vesuv gibt.

Da der Feuerdrache in einem für Muggel unzugänglichen Gebiet lebt, ist über Paarung und Sozialstruktur nichts bekannt, ist doch der Feuerdrache derjenige unter den Drachen, der oft mit schwarzen Mächten im Bunde steht und absolut agressiv und gefährlich ist, auch, oder gerade speziell für Zauberer und Hexen.

Der Draco flameus herrscht über eine große Anzahl von Dienern, die ausschließlich aus Irrlichtern und Feuersalamandern besteht.

Der kleine Feuerdrache (Draco flamula):

Der nur höchstens zwei Meter lange Draco flamula ist eine Unterart des Feuerdrachen. Er bewohnt die Schornsteine von Kraftwerken und hat sich perfekt an die hohen Temperaturen und die dortigen Konzentrationen von Schwefel und Schwefelsäure angepaßt. Seine Schuppen haben ebenfalls diese schwefelgelben und rostfarbenen Töne angenommen, was ihm zu einer noch besseren Tarnung verhilft.

Diese Unterart ist ausgesprochen destruktiv, da sie beim fleigen einen Schwanz von schwefligen Gasen hinter sich herzieht, die für den sauren Regen verantwortlich ist – ein Phänomen, das Bäume zerstört und in Deutschland, Großbritannien und Spanien bereits große Waldgebiete vernichtet hat. Man nimmt an, dass es sich hierbei eher um einen Rückschritt der Drachenkultur handelt. Diese Theorie wird durch den Verlust von Latein als Muttersprache und das fehlen einer sozialen Organisation unterstützt. Allem Anschein nach bringen auch die anderen Drachen ihren winzigen Verwandten nur Verachtung und Widerwillen entgegen.

Der sizilianische Drache (Estupidus catalanus):
Bei dieser Art handelt es sich um eine weitere Unterart des Feuerdrachen; er ist ausgesprochen selten und kann nur in den Kratern des Ätna auf Silzilien gefunden werden. Dieses Tier mit seinen glanzlosen Schuppen und den kurzen Stummelbeinen wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts erst als Mitglied der Drachenrasse anerkannt. Der Sizilianische Drache speit Feuer, wie alle Feuerdrachen, er atmet die Flammen jedoch wieder ein, was zu schmerzhaften Verbrennungen der Speiseröhre führt. Er muß daher enorme Mengen an Wasser trinken, um diesen Brand zu lindern. Ihm fehlt die drachentypische Sprachfähigkeit, was auf eine nur geringe Intelligenz hinzuweisen scheint.

Der Goldene Drache:

Der goldene Drache ist der am meisten veehrte unter den Drachenarten. Seine Schuppen und Flügel sind angeblich von goldenem Glanz und obwohl er nicht zu den großen Elementen Feuer, Wasser, Erde gehört, fügt er sich doch auf eine natürliche Art und Weise dort ein. Er ist der Drache, dem man die meiste Schönheit zuspricht. Er ist einzigartig, rein und perfekt Weder Feuer noch Wasser, noch Lüfte sind ihm fremd. Bisher haben ihn jedoch nur drei legendäre Muggel gesehen. Um uns also mit diesem seltsamen und wundersamen Wesen vertraut zu machen, müssen wir das geheime Buch der Drachen konsultieren, in das bisher nur wenige andere Geschöpfe außer den weisesten unter den Drachen Einsicht hatten. Hier heißt es:

"Der goldene Drache hat sich niemals an irgendwelchen aggressiven Tätigkeiten beteiligt. Unbefleckt in jeder Beziehung ist er ohne Fehl und Tadel."

 

Krankheiten:

Senile dementia: eine gehirnzerstörende Krankheit, die besonders unter den Erddrachen verbreitet ist, was an ihrem enormen Fleisch- und Fettkonsum liegt.

Schuppenkorrosion: Diese furchtbare Krankheit löst die Schuppen vom Körper des Feuerdrachen, wodurch die empfindliche Haut des Drachen entblößt wird. Das kann nicht nur furchtbare Verbrennungen zur Folge haben, sondern auch zu einervollkommenen Dehydration kommen – als Ergebnis der intensiven Hitze seiner Umgebung.

Natürliche Feinde:

Ichneumon:

Dieser Sumpfbewohner, ein spindelförmiger Schlammfisch mit spitzer Schnauze und von kräftigem Panzer bedeckt ist der Todfeind des Drachen. Er schiebt sich unter die Schuppen des Drachen und durchgräbt mit seiner spitzen Schnauze das zarte Fleisch, bis er zu den Innereien vordringt, die seine Lieblingsspeise darstellen – eine für das Opfer todbringende Mahlzeit.

Hallo