
Das Foto aus dem Jahr 1899 zeigt Siegfried Alkan an der Seite seiner Mutter Johanna.
Der Komponist, Pianist und Musikkaufmann Siegfried Alkan wurde am 30. März 1858 in Dillingen/Saar als Sohn der jüdischen Eheleute Johann Alkan (Dillingen 1820 - 1884) und Johanna geb. Bonn (Luxemburg 1821 - Dillingen 1906) in eine musikalische Familie geboren.
Schon sein Großvater Jakob Alkan (gest. 1864) wurde mit der Berufsbezeichnung "musicien" genannt; Siegfried Alkans Neffen Robert und Oskar Alkan waren Musiklehrer und Pianisten.
Johanna, die Mutter von Hermann und Siegfried Alkan, war über gemeinsame Vorfahren aus der OPPENHEIM-Familie eine Kusine 7. Grades der Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), Fanny Hensel und Giacomo Meyerbeer (1791 - 1864); Siegfried Alkan war unter anderem auch ein Cousin 8. Grades von Prof. Arnold Mendelssohn (1855 - 1933), der in der evangelischen Kirchenmusikbewegung eine bedeutende Rolle spielte und zu dessen Schülern unter anderem Paul Hindemith zählte.
Das Wissen, dass Siegfried Alkan auch kompositorisch tätig war, ist in seiner saarländischen Heimat leider verloren gegangen. Dort erinnert man sich vor allem an sein Schicksal als Opfer der Kristallnacht vom November 1938. In mehreren Aufsätzen, die sich auf Augenzeugenberichte stützen, wird dargestellt, wie der achtzigjährige Siegfried Alkan - von Zeitzeugen als liebenswürdiger, zurückgezogener, freundlicher Junggeselle geschildert - in der Nacht zum 10. November in seinem Haus in Dillingen überfallen und zusammengeschlagen wurde. Sein Klavier, auf dem er auch in seinem hohen Alter noch viele Stunden täglich spielte, wurde aus dem Fenster auf die Straße geworfen und ebenso wie die sonstigen Instrumente seines Musikaliengeschäfts mutwillig zerstört. Unter den überall verstreuten Notenblättern sind vermutlich auch viele der Kompositionen von Siegfried Alkan gewesen.
Siegfried Alkan starb am 24. 12. 1941 in Mainz.
Über das recht umfangreiche kompositorische Werk Alkans ist nicht mehr viel bekannt. Zu seinen Kompositionen gehören auf jeden Fall sein "Neues Saarlied" ("An die treuen Saarländer", Op. 91) sowie das populäre Stück "Ur-Großmütterchen" (Op. 80) , das in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg als Da Capo-Nummer
aller Salonkapellen galt. Weitere Kompositionen von Siegfried Alkan sind u. a. "Gruss an die Saar" (Op. 32) und das Lied "O wüsstest du`s" (Op. 39).