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Sendearten

Tastfunk, Sprechfunk, Bild- und Schriftübertragung, Satellitenfunk -EME- Meteorscatter, Lichttelefonie, Funkruf

Tastfunk (CW)

Die älteste Sendeart, die bei kommerziellen Funkdiensten heutzutage nicht mehr (oder in einigen Ländern nur noch ganz wenig) verwendet wird, steht im Amateurfunk noch hoch im Kurs. Die Telegrafie (Morsen) muß zwar fast drillmäßig erlernt werden, hat aber den Vorteil, daß man mit geringeren Sendeleistungen als beim Sprechfunk auskommt. Ein weiterer Vorteil ist, daß man ohne Fremdsprachenkenntnisse mit allen Ländern der Welt Funkverkehr durchführen kann. Allerdings muß man die internationalen Verkehrsabkürzungen kennen.

Eine "nostalgische" Sendeart mit einem nostalgischen Funkgerät. DL6CGC hier mit einer R104 in Telegrafie beim QRP-Contest.

Klangbeispiel Telegrafie: WAV-Stream 203 kB

 

 

 

Sprechfunk

Heute wird die, beim Lang,-Mittel-, Kurzwellenrundfunk noch übliche Modulationsart, AM (Amplitudenmodulation) im Amateurfunk nur noch sehr selten verwendet. FM (Frequenzmodulation), wie bei UKW-Rundfunksendern, nur mit geringerer Bandbreite (F3E), wird hauptsächlich in den VHF/UHF/SHF-Bändern genutzt. Wegen des besseren Wirkungsgrades und der geringeren benötigten Bandbreite wird statt in AM (A3E) fast nur noch in SSB (J3E) gesendet.

Klangbeispiele:

Einseitenbandmodulation mit unterdrücktem Träger, J3E (SSB): WAV-Stream 284 kB
Frequenzmodulation (schmalband), F3E (N-FM): WAV-Stream 580 kB

Bild- und Schriftübertragung

Neuere Sendearten sind Fernschreiben (RTTY) Packet-Radio (PR), PSK31, Amateur-Fernsehen (ATV), Schmalbandfernsehen (SSTV).

Netzeinstieg und Relaisstelle des PR-Digipeaters DB0OCA

Der Funkfernschreibbetrieb wird in Frequenzumtastung abgewickelt. Während die beiden Frequenzen auf KW einen Abstand von 170 Hz haben, liegt er auf UKW bei 850 Hz. Die benötigte Bandbreite liegt unter der von Telefoniebetriebsarten. Früher wurden für RTTY mechanische Fernschreibmaschinen verwendet, heute nutzt man dafür Computer.

Packet-Radio (PR) hat sich zu einer der beliebtesten und verbreitetsten Sendearten entwickelt. Ähnlich dem Internet lassen sich nahezu alle Informationen (Text, Bilder, Ton...) digital übertragen. Die Übertragungsgeschwindigkeiten sind meist 1200 Bd und 9600 Bd und entwickelt sich weiter nach oben.

PSK31 ist eine Art Fernschreibbetrieb. Auch hier wird der Computer bemüht. Es werden sehr geringe Bandbreiten benötigt und man kommt mit geringer Leistung aus. Während bei RTTY alles mit nur großen oder nur kleinen Buchstaben geschrieben wird, kann man bei PSK31 richtige Groß- und Kleinschreibung nutzen. Auch kann man, wenn man sich beim Schreiben vertippt hat, den falschen Buchstaben löschen und richtig weiterschreiben.

So klingt ein RTTY-Signal:WAV-Stream 57 kB
So klingt ein 1k2 Bd PR-Signal:WAV-Stream 87 kB
So klingt ein PSK31-Signal:WAV-Stream 88 kB

 

ATV

ATV ist eine noch sehr junge Sendeart. Dennoch hat sie schon sehr viele Anhänger. Kann man doch hier nicht nur miteinander sprechen, sondern sich auch sehen.

MPG-Stream 1,1 MBGrüße aus Berlin

Testbild des ATV-Relais DB0HEX auf dem Brocken

Kurzwellen SSTV-Bild

SSTV

Während bei ATV bewegte Bilder übertragen werden und dafür eine große Bandbreite benötigt wird, kommen die stehenden Bilder von SSTV mit einem Sprechfunkkanal aus. Dadurch ist es auch möglich im Kurzwellenbereich Bilder zu übertragen. Auf den hochfrequenteren Bändern sind aber weniger Störungen zu erwarten

SSTV-Dia-Show:     AVI-Stream 0,9 MB

Satellitenfunk - EME - Aurora - Meteorscatter

 

Um im UKW-Frequenzbereich größere Entfernungen überbrücken zu können, verwenden auch Funkamateure Nachrichtensatelliten. Das sind amateurfunkeigene Satelliten, die auf verschiedenen Bändern in unterschiedlichen Modulations- und Sendearten arbeiten. Hauptsächlich sind das Schmalbandbetriebsarten wie CW und SSB, FSK AX25, AFSK AX25, RTTY, SSTV, FM digital, FM analog. Das ist bei jedem Satelliten anders.

Kleine Auswahl von AFU-Satelliten. Sie werden als zusätzliche Nutzlast bei kommerziellen Raketenstarts mit in den Weltraum befördert.

Kreuz-Yagis für 2 m und 70 cm, zirkular polarisiert für Satellitenfunk (Die Spiegel sind für 13 cm und 3 cm ATV)

 

Auswahl von EME-Antennen

Erde - Mond - Erde

Um auf den VHF/UHF/SHF-Frequenzen große Entfernungen zu erreichen benutzen manche Funkamateure den Mond als Reflektor. Da der Mond so »gut reflektiert wie ein Kohlenhaufen«, muß man schon mit großer Leistung , empfindlichen Vorverstärkern und gut bündelnden Antennen arbeiten. Klangbeispiele:

EME-Signal von W5UN in SSB: WAV-Stream 359 kB
EME-Signal von F3VS in CW: WAV-Stream 112 kB

 

Nicht nur aktive Umsetzer dienen der Reichweitenvergrößerung. Nahezu alles, was reflektiert kann man dazu nutzen. So wird u.a. das Polarlicht (Aurora) genutzt. In unmittelbarer Nähe des Polarlichtes bilden sich oft ausgesprochene Ionisationszentren aus, die so kräftig sind, daß die UKW-Wellen dort reflektiert werden können. Das erfolgt in einer Höhe von durchschnittlich mehr als 100 km. Durch diffuse Reflexion entstehen sehr starke Verzerrungen. Es lassen sich deshalb nur CW und bedingt auch SSB-Verbindungen herstellen. Polarlicht ist in der Zeit des Sonnenflecken-Maximums am häufigsten. Bevorzugt im März und September meist zwischen 15 und 18 UTC am stärksten und zwischen 21 und 23 UTC oftmals ein zweites, schwächeres Maximum. Etwa 26 Stunden nach Ausbruch einer größeren Sonneneruption kann man mit Aurora rechnen.

Überreichweiten durch Streustrahlübertragung (Scatter)
In der hohen Troposphäre, vorzugsweise bei etwa 10 km Höhe, finden intensive Vertikalbewegungen der Luft statt. Es entstehen dabei parasitäre Inhomogenitäten. Hier wird ein geringer Teil der Funkwellen diffus gestreut. Es werden sehr hohe Leistungen (ab etwa 500 W) benötigt.

Reflexion an Meteorbahnen
Staubförmige Meteoriten, die in der Erdatmosphäre in etwa 100 bis 200 km Höhe verdampfen oder verglühen, hinterlassen auf ihrer Bahn einen Ionisationskanal. Dieser ist sehr kurzlebig. Die Reflexionsdauer kann von mehreren Sekunden bis zu etwa 2 Minuten dauern. Darüberhinausgehende Verbindungen sind sehr selten. Es können bis zu 2500 km überbrückt werden.

Polarlichter

Aurorasignal von DK1KO in CW: WAV-Stream 376 kB

 

Da die Reflexionsdauer an den verdampfenden Teilchen nur sehr kurz ist, kann man keine langen Verbindungen (QSO) herstellen. Für die QSOs wird deshalb Telegrafie in sehr hoher Geschwindigkeit verwendet. Früher wurden zum Senden langsam aufgenommene Tonbänder mit sehr hoher Geschwindigkeit abgespielt. Nach dem Empfang der Ping oder Burst, wie die Erscheinungen genannt werden, ließ man die schnellen Aufnahmen wieder langsamer ablaufen und entzifferte dabei die Sendung. Das ist sehr zeitaufwendig und setzt eine hohe Funkdisziplin beider Funkpartner voraus, weil immer zu genauem Zeitpunkt der einer mehrere Minuten senden und der andere empfangen muß.

So klingen Pings und Bursts: WAV-Stream 65 kB

Im Computerzeitalter gibt es natürlich auch für diese Sendeart Programme. In jüngster Zeit hat sich nahezu explosionsartig das WSJT von K1JT verbreitet. Damit können die Pings und Bursts per Computer entschlüsselt und auf dem Bildschirm in Schriftform dargestellt werden.

Bildschirmansicht des Programms WSJT, Version 0.92 -beta- von K1JT

K1JT hat das Programm inzwischen weiterentwickelt. Zu der Modulationsart FSK441 ist JT44 dazugekommen. Ein Manual in deutscher Sprache von DJ1YFK kann man unter http://www.vhfdx.de/wsjt/wsjt_manual_german.pdf downloaden. Links sind u.a. auf der Homepage von DK5YA zu finden.

Wie für alle anderen Sendearten ist auch hier eine Anruffrequenz, bzw. ein "Zentrum der Aktivität" sinnvoll. DF1IAZ hat dazu folgenden Vorschlag:

144.370 for cq, random
144.373 .376 .379 .382 .385 .388 .391 .394 .397 for skeds or lettersystem
lettersystem: A:+3kHz, B:+6kHz, C:+9kHz, ...

Das VHF-UHF-SHF-Referat schließt diesem Vorschlag an.

Lichttelefonie

Zwar gab es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts Geräte zur Nachrichtenübertragung mit Hilfe von Licht, aber erst nach der Erfindung der LASER-Technik ging die Entwicklung auf diesem Gebiet schnell voran. Auf deutscher Seite wurden im 1. Weltkrieg Geräte eingesetzt, mit deren Hilfe Sprache mit Lichtwellen über eine Entfernung von 8 km übertragen werden konnte. 1880 wurde Alexander Graham Bell das erste Patent für sein Photophon erteilt, das war noch vor den Versuchen von Heinrich Hertz ! Inzwischen gibt es auch Funkamateure, die sich mit dieser Technik beschäftigen. In diesem Frequenzbereich breiten sich die Funkwellen tatsächlich nahezu geradlinig aus. Deshalb werden die Verbindungen meistens von erhöhten Standorten aus durch geführt. Von Anfang an wurde Sprache übertragen, Morsezeichen waren Hilfsmittel für die Verbindungsaufnahme. Inzwischen ist auch die Bildübertragung üblich.

Einen Überblick verschafft folgender Artikel von Peter Greil, DL7UHU:

Nachdem am 16.05.2002 53 km überbrückt wurden, am 25.05. spielte das Wetter nicht mit, kamen am 03.06.2002 um 19:45 UTC weitere Verbindungen über 72 km im 394 THz-Band zustande. Beteiligte waren Gert, DG8EB/p und Frank, DA5FR/p (DJ5NQ) in JO60HL Auersberg und Michael, DB6NT in JO50TG Döbraberg. Das WX war nicht optimal, "Dunst", aber die Feldstärken waren sehr gut. Die Rapporte lagen bei 59 in AM und 599 in CW. Verwendete Sendeleistungen: ca. 5 mW Rotlichtlaser ca. 660 nm Empfänger: OPT210 mit Interferenzfilter und 120 mm Linse.
Fazit: Da die Steigerung um Wurzel 2 erfolgte, ist anzunehmen, das die nächste Verbindung knapp über 100 km liegt.

Aber auch im Infrarotbereich werden Nachrichten übertragen. Hier ein Beispiel:
9 km wurden von Detlef DH7AEQ, Hans DL7VJB und Pit DA5FA (DL7UHU) auf 940 nm, (214 THz-Band) am 25.05.2002 tagsüber um 9 Uhr UTC aus und über Berlin trotz Regen überbrückt. In Telefonie RSM 599+.
Technische Daten: Sendeleistung 1mW, LED!, 3 mrad, effektiver Durchmesser der Empfangsoptik 12 cm, Rotfilter, diskrete Si-Fotodiode mit KP303G.
Damit ist wieder bewiesen, Theorie und Praxis stimmen überein, primär ist nur das Wetter und der Standort entscheidend, die Leistung ist sekundär. Alles andere hat man ja im Griff. Einfach den Mut haben größere Strecken bei passendem Wetter angehen!

Foto des Gerätes von DB6NT mit "Leuchtfleck" der Gegenstation

Weitere Fotos auf der Seite von DB6NT

Weitere Hinweise zu Lichttelefonie:
Lichtsprechen, DL7UHU
laser-dl
Hinweis auf Grundlagen
(aktuell Version 42, wird auf Anforderung auch direkt zugesandt)
Standort von OM´s mit einsatzbereiter Technik

Funkruf

In der kommerziellen Funktechnik ist dieser Dienst mit der Einführung der Funktelefone (Handy) stark zurückgegangen. Dadurch fielen eine Vielzahl von Pagern (Funkrufempfänger) an, die nun von Funkamateuren genutzt werden. Das Funkrufnetz ist zwar noch im Aufbau, hat sich aber schon sehr stark ausgebreitet. Der Funkruf (POCSAG) arbeitet auf 439,9875 MHz. Wegen der Nähe zur kommerziellen Frequenz (465,970 MHz) lassen sich die vorhandenen Pager sehr einfach umbauen. Nicht nur zu persönlichen Meldung wird der Funkruf eingesetzt, es können auch allgemeininteressierende Nachrichten empfangen werden. Die bekanntesten sind: DX-Meldungen und Ausbreitungbedingungen z.B. von DK0WCY.

Funkrufempfänger "Primo"

"Funkrufempfänger "Skyper"


 

 

Übersichtskarte von Amateurfunk-Funkrufsendern in Deutschland